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Der rechte Verschwörungstheoretiker Martin Frischknecht will ins Schweizer Parlament.

Neben der SVP, SP, FDP, EVP, CVP, EDU und den Grünen drängt es auch Rechtsradikale und Verschwörungstheoretiker ins Parlament, wobei uns diesmal ein paar besondere Kandidaten auffallen, die uns bekannt sein dürften.

Martin Frischknecht, ein Elektroingenieur, Unternehmer, Naturheiler, Kleinparteien-Politiker und Verschwörungstheoretiker ist mit von der Partie. 2003 trat er in einer Partei mit dem sinnigen Namen PIG (Partei Interessengemeinschaft Gesundheit) an, davor für die rechtsradikalen „Schweizer Demokraten“. Im Januar 1998 wurden Tonbandkassetten mit dem Titel „Eine Neue Weltordnung“ veräussert, welche von Martin Frischknecht präsentiert wurden.  Der Tonträger behandelte zwei Themenbereiche, einer galt medizinischen Themen: Martin Frischknecht erklärte Krebs zur heilbaren Krankheit und Aids zu einer aus rein wirtschaftlichen Beweggründen in den USA entwickelten Krankheit.
Der politische Teil der Kassette wurde von Jürg Frischknecht, einem Schweizer Journalist, Schriftsteller und profunden Kenner der rechtsextremen Szene, als „eine Art van Helsing ,light‘“ bezeichnet. Jan van Helsing ist Urheber des antisemitischen Werks „Geheimgesellschaften und ihre Macht im 20. Jahrhundert“ und uns ebenfalls wohl bekannt. Martin Frischknecht verwies auf seiner Kassette explizit auf antisemitische Bücher van Helsings, in denen die Theorie von verschworenen Geheimbünden, welche alle Fäden dieser Welt in der Hand halten, verbreitet wird.
Ausserdem liess er damals über das SD-Sekretariat die US-amerikanische anonyme Broschüre „Das Hitler-Projekt“ vertreiben, welche belegen sollte, dass US-amerikanische Familien Hitler aus finanziellen Interessen an die Macht bringen wollten. Schliesslich sahen sich die Schweizer Demokraten genötigt sich von Martin Frischknecht zu distanzieren. Die Regionalsektion Thun-Konolfingen schrieb dazu: «Die politischen Zielsetzungen lassen sich niemals mit Rassismus vereinbaren.» Allerdings präzisierte damals auf Anfrage des „Bund“ alt SD-Nationalrat Fritz Stalder: «Parteiintern stossen uns nicht die rassistischen Äusserungen auf, sondern der Wirbel, der darum gemacht wird.» Es liegt auf der Hand, dass in einer rechtsradikalen Partei Geschichtsrevisionismus, der die Täter des Holocaust zu Opfern von Intrigen umdeutet, kein Problem darstellt. Interessant ist dabei, dass Martin Frischknecht selbst der SD offensichtlich ein bisschen zu peinlich wurde.
Trotz der Schlappe mit der SD möchte er nun den Sprung in den Nationalrat erneut wagen. Diesmal mit seinem Internetprojekt www.alpenparlament.tv. Anstelle der SD sieht nun die SVP (rechtspopulistische und gleichzeitig wählerstärkste Partei der Schweiz) gemeinsame Berührungspunkte mit Martin Frischknecht und entschloss sich zu einer Listenverbindung mit seinem Alpenparlament. Die „Liste Alpenparlament“ ist somit die einzige Listenverbindung der SVP Bern.
Frischknecht scheint dazu noch ein neues Geschäftsfeld gefunden zu haben und propagiert den Siliziumtreibstoff von Peter Plichta. „Warum man mich wählen sollte: Ich habe konkrete Pläne für ein effektives Gesundheitssystem anstelle einer Krankenindustrie. Zudem verfüge ich über Kenntnisse in erneuerbarer Energie sowie in der Herstellung eines patentierten Silan-Brennstoffes, der Erdöl und Atomkraftwerke ersetzen kann. Der Brennstoff erzeugt keinerlei schädlichen Abgase, also auch kein CO2. Unser Internet-Fernsehen Alpenparlament.tv gibt einen umfangreichen Einblick in unsere Tätigkeiten.“

Weitere schöne Beispiele, an denen man beobachten kann, wie sich Politiker als Rechtsextreme und Verschwörungstheoretiker entpuppen, die im Esoterikbereich fischen, sind folgende SVP-Mitglieder:

Yvette Estermann wanderte 1993 zu ihrem Mann nach Kriens (Kanton Luzern, Schweiz) aus und bildete sich von 1994 bis 1996 in Luzern und Basel in klassischer Homöopathie weiter. 1995 eröffnete sie eine eigene Praxis für Komplementärmedizin und Homöopathie in Luzern. 1999 erhielt Estermann die schweizerische Staatsbürgerschaft und trat im Jahr 2000 der SVP bei. Seit 2003 betreibt sie ein eigenes Beratungsunternehmen. Von 2004 bis 2005 war Estermann Verwaltungsrätin der Cosmos AG, welche die Freie Universität Teufen – eine sogenannte Titelmühle – betreibt. Gemeinsam mit Manuel Brandenberg und ihrem Mann, Richard, gründete sie Anfang 2010 die Yvette-Estermann-Stiftung, welche sie auch präsidiert. Sie wird als «eigennützig» kritisiert, sie diene bloss «der Wahlunterstützung» von Frau Estermann. (Aus Wikipedia)

Im Vorfeld zur Abstimmung der Weiterführung der Personenfreizügigkeit und deren Ausdehnung auf Rumänien und Bulgarien verwendete Dominique Baettig antiziganistische Klischees.
Im Dezember 2009 fragte Baettig den Bundesrat in einem parlamentarischen Vorstoss nach den „Folgekosten des Eindringes gebietsfremder Arten“, wobei Baettig Ausländer mit Insekten und Pflanzen verglich. Äusserungen von Baettig zur Volksinitiative «Gegen den Bau von Minaretten» im Oktober 2009 am Kongress der rechtsextremistischen Bewegung „Les Identitaires“ in Südfrankreich wurden von der Stiftung gegen Rassismus und Antisemitismus als verbaler Rassismus eingestuft. Baettig war zu seiner Studentenzeit bei rechtsextremen Gruppierungen aktiv, von denen er sich inzwischen teilweise distanziert habe. Nach wie vor können aber einige seiner Ansichten als revisionistisch eingestuft werden, was auf eine ideologische Nähe zum Rechtsextremismus schliessen lässt. (Aus Wikipedia)

Oskar Freysinger trat bei verschiedenen Organisationen aus dem rechtspopulistischen und antiislamischen Spektrum als Redner auf. So nahm er 2009 bei einer Veranstaltung des Vlaams Belang als Redner teil. Gemäss Medienberichten folgte Freysinger im Dezember 2010 einer Einladung der Organisation „Riposte laïque“ und hielt bei einer umstrittenen Tagung der französischen Bewegung „Bloc Identitaire“ in Paris – wie vormals Dominique Baettig in Südfrankreich – eine Rede. (Aus Wikipedia)

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  1. Bla C.P.Stibitz
    23. Oktober 2011, 21:09 | #1

    BLA BLA
    Ihr seit viel zu „begreiferisch“

  2. 23. Oktober 2011, 22:50 | #2

    Das begreife ich gerade nicht.

  3. Masseneinwanderer
    24. Oktober 2011, 11:17 | #3

    0,4 % für den Frischknecht im Kanton Bern – immerhin etwas mehr als für die bodenständigeren Kameraden (PNOS) und die bösen Kommunisten (PdA). Weiss jetzt nicht wirklich ob ich das beruhigend oder eher beunruhigend finden soll.

  4. 26. Oktober 2011, 23:49 | #4

    Apropos Schweizer Verschwörungstheoretiker, habe gerade dieses Früchtchen entdeckt:

    http://www.7stern.info/profile1.htm

    … braune Esoterik, extrem ekelhaft, kaum noch steigerungsfähig. Verantwortlich ein Thyl Steinemann, der (auf der Hauptseite „Spezielle Seiten Deutschland/Germanien“ auswählen) alles im Angebot hat, was zum Brechreiz führt: Die Protokolle der Weisen von Zion, WTC-Verschwörung, „alternative“ Medizin, Lichtarbeit, Osama bin Laden als Held, Bush und Ariel Sharon als Schurken, der liebe Hitler und sein „Friedensangebot“ usw. usf. … und ganz nebenbei sucht der Pflaumenaugust auch noch eine neue Frau.

    Vielleicht hat jemand Zeit und Lust, einen Esowatch-Wiki-Eintrag anzufertigen…

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