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Brandenburg: Waldorfschule für alle? – „Sekte“ für alle?

Ein Rechtsgutachten sagt: „Dass einem privaten Schulträger in Zukunft eine Monopolstellung zukommen kann, wird grundgesetzlich nicht ausgeschlossen.“ Und: „Er erfüllt dann die Aufgabe einer öffentlichen Schule.“ Gibt es bald eine Monopolstellung privater Schulen? Die Waldorfschule für alle? Von Andreas Lichte
 

Wie die „Potsdamer Neueste Nachrichten  am 29.11.2011 berichten, will die Brandenburger Koalition von SPD und Linke Kürzungen bei der Bezuschussung von Privatschulen vornehmen und begründet diese u.a. mit der wachsenden Existenz-Gefährdung der Öffentlichen Schulen durch Privatschulen.Aufgrund der massiven Proteste der privaten Schulträger wurden die vom Brandenburger Kabinett bereits beschlossenen Kürzungen inzwischen abgemildert: bis zum Jahr 2015 sollen die Zuschüsse für Privatschulen statt ursprünglich um 20 Millionen Euro nun nur noch um 13,5 Millionen Euro gekürzt werden.

Dieses Zugeständnis hält die privaten Schulträger aber nicht davon ab, den Druck auf die Brandenburger Landesregierung weiter zu erhöhen: ein Rechtsgutachten von Professor Bodo Pieroth, Westfälische Wilhelms-Universität Münster, wurde vorgestellt. Piroth hält es für mit dem Grundgesetz vereinbar, dass es in Regionen mit schrumpfenden Einwohner- und Kinderzahlen künftig keine Öffentlichen Schulen mehr gibt, sondern nur noch Privatschulen, Zitat Pieroth:

„Dass einem privaten Schulträger in Zukunft eine Monopolstellung zukommen kann, wird grundgesetzlich nicht ausgeschlossen.“ Und: „Er erfüllt dann die Aufgabe einer öffentlichen Schule.“

Das Grundgesetz, Artikel 7, Absatz 4 gewährleistet ausdrücklich „das Recht zur Errichtung von privaten Schulen“. Aber ist es noch eine „freie Gesellschaft“, wenn Eltern gezwungen werden, ihre Kinder auf eine Privatschule wie die Waldorfschule zu schicken?Eine Schule, von der Prof. Dr. Stefan T. Hopmann, Bildungswissenschaftler an der Universität Wien, sagt, dass sie von einer „Sekte“ betrieben wird, Zitat Prof. Hopmann:

„Wir leben in einer freien Gesellschaft. Also hat jede/r das Recht, jeden Unfug zu glauben. Nur sollten sich Eltern, die ihr Kind einer Waldorfschule anvertrauen, darüber im klaren sein, dass sie dann einer Pädagogik vertrauen, die ein heilloses Gebräu esoterischer Glaubenssätze über Drüsen, Zahnentwicklung, astrologischen Einflüsse und ähnliches ist, das von der modernen Kinderpsychologie und der aktuellen Lehr-Lern-Forschung durchweg als durch nichts begründbarer Unsinn abgelehnt wird. Entschiedene Waldorfianer wird das nicht anfechten: Wie alle Sekten sind sie gegen widersprechende Wissenschaft immun.“

Waldorfschule als „Sekte“ kommt auch von einem ehemaligen Schüler.  Zitat: „Diese Schule ist eine Sekte, die meiner Meinung nach komplett verboten werden sollte. Vor allem ist es unerhört, dass so etwas noch mit Steuergeldern unterstützt wird.“ Die hier beschriebene Schule ist nicht mehr im „Bund der Freien Waldorfschulen“. Diese schon, siehe den Bericht einer Mutter.  Zitat: „Die Wahnvorstellungen Rudolf Steiners werden in der Waldorfschule ausgelebt – mit kräftiger finanzieller Unterstützung des Staates. Dieser lässt diese Sekte schalten und walten, wie es ihr gefällt.“Vertreten werden die Privatschulen in Brandenburg von der „Arbeitsgemeinschaft Freier Schulen Brandenburg“. Deren Geschäftsführer ist Dr. Detlef Hardorp, zugleich „Bildungspolitischer Sprecher der
Waldorfschulen in Berlin-Brandenburg“. Hardorp ist bekennender Anhänger von Rudolf Steiners Religion „Anthroposophie“ und steht wie kaum ein anderer für eine sektiererische Weltsicht:– Hardorp sieht in Rudolf Steiner – Begründer und Guru der Waldorfpädagogik – den eigentlichen Entdecker der Quantenphysik, siehe: „Waldorfschule: Physik vom Hellseher“– Hardorp „interpretiert“ selbst die härtesten rassistischen Aussagen Rudolf Steiners noch als –  Zitat Hardorp – „Steiners Haltung zur multikulturellen Gesellschaft in einer globablisierten Welt.“ Siehe dazu: „Waldorfschule: Dr. Detlef Hardorp verkauft Rudolf Steiners Rassismus als Multikulti

“Dass sich die anthroposophischen Waldorfschulen von Dr. Detlef  Hardorp vertreten lassen, überrascht nicht. Aber wie auch andere private Schulträger gemeinsame Sache mit Hardorp und den Waldorfschulen machen können, sollen sie selber erklären. Besonders interessant wäre eine Stellungnahme der Christlichen Schulen in Brandenburg, denn sie müssten eigentlich ganz laut „Sekte!“ rufen, Zitat NZZ: „Rudolf Steiner formuliert ein 5. Evangelium, das die vier biblischen ergänzt, sie in ihrer Bedeutung laut Steiner aber übertrifft, weil er als Hellseher unmittelbare Erkenntnis beansprucht. Die biblischen Evangelien stammten zwar auch aus der Akasha-Chronik, seien durch fehlerhafte Abschriften aber verfälscht worden.“

 

Weiterführende Artikel der Ruhrbarone:

Waldorfschule: Physik vom Hellseher – Dr. Detlef Hardorp erklärt Rudolf Steiner zum eigentlichen Entdecker der Quantenphysik, von Dr. Tobias Maier

Waldorfschule: Dr. Detlef Hardorp verkauft Rudolf Steiners Rassismus als Multikulti

3 Jahre Rudolf Steiner ist „zum Rassenhass anreizend bzw. als Rassen diskriminierend anzusehen“ – die „Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien“ (BPjM) entschied, dass Bücher Rudolf Steiners rassistischen Inhalt haben.

Wie gut sind Waldorfschulen? – Erfahrungsbericht einer Mutter.

Waldorfschule: „Man kann nicht nur ein »bisschen« Waldorf sein“ -Interview mit Prof. Dr. Stefan T. Hopmann, Bildungswissenschaftler an der Universität Wien.

Dieser Artikel erschien zuerst bei den Ruhrbaronen.

  1. Martin
    5. Dezember 2011, 11:22 | #1

    Ich teile die Meinung zur Waldorfschule zwar, bin aber durchaus für Privatschulen. Ich knappse mir jeden Monat fast 500 Euro ab um meine Tochter in eine Schule mit gut motiviertem, fähigem Lehrpersonal schicken zu können.
    Alles ist besser, als die öffentlichen Schulen mit der erbärmlichen Motivation und Qualität ihres Lehrpersonals.

  2. 5. Dezember 2011, 13:34 | #2

    @Martin: Kommt wohl darauf an, in welchem Land man wohnt und dort wieder auf die Region. Ich kann über die Qualität der staatlichen Schulen (in meinem Fall) nur bedingt klagen. Aber der Artikel richtet sich ja auch nicht gegen Privatschulen, da ist glaub ich niemand dagegen, sondern gegen das mögliche Szenario, dass man keine andere Wahl mehr hat (außer Wohnortwechsel), als sein Kind auf eine Waldorfschule zu schicken. Sowas darf in der Tat nicht sein.

  3. No-Go-Area
    5. Dezember 2011, 14:36 | #3

    „… das mögliche Szenario, dass man keine andere Wahl mehr hat (außer Wohnortwechsel), als sein Kind auf eine Waldorfschule zu schicken …“

    Wie nennt den Landstrich, wo sich Rudolf Steiners Waldorfschule durchsetzen konnte ?

    „Spirituell befreite Zone“ ?

  4. HEX
    6. Dezember 2011, 02:08 | #4

    Eine gruselige Vorstellung!

    Zumal ich denke, dass die Anthroposophen/Waldorfschulen noch am ehesten damit durchkommen würden. Bei z. B. einer Schule in kirchlicher Trägerschaft als einzige Möglichkeit gäbe es vermutlich etliche eher kirchenkritische oder kirchenfeindliche Leute, die dagegen protestieren würden. Aber die Waldorfschulen haben es geschafft, ein so positives, nettes und friedliches Image aufzubauen (und die Tatsache, dass ihr Weltbild auf den kruden Aussagen eines Irren fußt, möglichst zu vertuschen), dass ich befürchte, dass die meisten Leute es eher noch toll fänden, wenn als Folge davon auch solche Kinder die „Möglichkeit“ haben, auf eine Waldorfschule zu gehen, für die eine Privatschule ansonsten aus finanziellen oder sonstigen Gründen nicht in Frage käme.

  5. dubawasutu
    7. Dezember 2011, 20:36 | #5

    ….. VIKAS vor Ort – mit Gangaji und Eli auf die Bühne der Freien Waldorfschule Berlin Kreuzberg – Wieso bot die „Freie Waldorfschule Berlin Kreuzberg“ den beiden Jüngern H.W.L. Poonjas – Gangaji und Eli-Jaxon-Bear – für die Veranstaltung vom 17. Juni 2011 überhaupt eine Bühne? Eine Esoterik-Veranstaltung in einer mit öffentlichen Geldern finanzierten Waldorfschule? …… Gangaji und Eli sind keineswegs unbekannte in der New-Age-Szene. Kritische Kommentare hierzu findet man nicht nur im Rick A. Ross Institute in Trenton, New Jersey USA. Seitdem Gangaji und Eli auch den europäischen Esoterikmarkt bereisen, bemühen sie die Weltanschauungsbeauftragten bzw. die Beratungsstellen für Sektenfragen und des Esoterikmarktes.

    http://www.statt-schamanen.de/index.php?option=com_content&view=article&id=344:vikas-vor-ort-mit-gangaji-und-eli-auf-die-buehne-der-freien-waldorfschule-berlin-kreuzberg&catid=35:artikel&Itemid=53

    kann man ja einfach mal wirken lassen und über „Verantwortung“ bei den waldis nachdenken

  6. Andreas Lichte
    11. Juni 2012, 12:54 | #6

    “Kann Celia Schönstedt kein Französisch? Französisch und die Waldorfschule …

    Ich fragte die Pressesprecherin beim „Bund der Freien Waldorfschulen“, Celia Schönstedt, nach einer Stellungnahme zu „Französisch“, der, Zitat Rudolf Steiner, „Leichnamsprache“, die „die Seele korrumpiert“ (…)

    Rudolf Steiner über Französisch

    (..) „Was die französische Sprache aufrecht erhält, ist der Furor, das Blut der Franzosen. Die Sprache ist eigentlich tot, und sie wird als Leichnam fortgesprochen. Das ist am allerstärksten an der französischen Poesie des 19. Jahrhunderts hervorgetreten. Korrumpiert wird die Seele ganz sicher durch den Gebrauch der französischen Sprache. Sie gewinnt nichts als die Möglichkeit einer gewissen Phraseologie. Das wird auch übertragen auf andere Sprachen bei denjenigen, die das Französische mit Enthusiasmus sprechen.

    Es liegt dies vor, daß gegenwärtig die Franzosen dasjenige, was ihre Sprache als Leichnamssprache aufrechterhalten hat, das Blut, auch noch selbst verderben. Die schreckliche Kulturbrutalität der Verpflanzung der schwarzen Menschen nach Europa, es ist eine furchtbare Tat, die der Franzose an anderen tut. Sie wirkt in noch schlimmerer Weise auf Frankreich selbst zurück. Auf das Blut, auf die Rasse wirkt das unglaublich stark zurück. Das wird wesentlich die französische Dekadenz fördern. Das französische Volk als Rasse wird zurückgebracht.“ [Seite 282]

    Rudolf Steiner, „Konferenzen mit den Lehrern der Freien Waldorfschule 1919 bis 1924 – Konferenz vom Mittwoch 31. Januar 1923, 16–19 Uhr“, GA 300b

    „Est-ce que vous parlez français? Cette ‘langue cadavérique’, citation Rudolf Steiner?“ (…)”

    zum vollständigen Artikel: http://www.ruhrbarone.de/kann-celia-schoenstedt-kein-franzoesisch-franzoesisch-und-die-waldorfschule/

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