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Der Kampf gegen die Grüne Gentechnik ist gewonnen

Es muss für manche ein Tag zum Jubeln gewesen sein, als die BASF erklärt hat, ihre Aktivität im Bereich Pflanzenbiotechnologie in Deutschland zu beenden. Greenpeace, der Bund für Umwelt und Naturschutz und ein paar andere haben sicher die Sektkorken knallen lassen. Der Krieg ist gewonnen.

Der mächtige Held Ignoranz hat über die Vernunft gesiegt und sie in den Staub getreten. Dieser Sieg hat sich allerdings schon längst abgezeichnet. Bereits im letzten Sommer wurden Forschungsfelder unter Gewaltanwendung vernichtet, Behauptungen, dass hunderttausende Bauern wegen Gentechnik Selbstmord begangen haben wurden von NGOs verbreitet und von diversen Medien ohne Kritik übernommen, große Tageszeitungen und Fernsehsendungen haben dem bequemen Zeitgeist entsprechend gegen die Gentechnik mobil gemacht.

Die Grüne Gentechnik in Deutschland ist tot; dass BASF aufgibt und grünere Wiesen sucht, ist nur ein Symptom, das Ergebnis eines langen Prozesses. Damit wird auch die Forschung in dem Bereich in Deutschland zu Grabe getragen; diese Technologie ist in Deutschland gescheitert.

Aber nicht aus rationalen Gründen, weil sie nutzlos ist oder tatsächlich versagt hat, sondern weil die kritiklos verkündeten Schauergeschichten in die Hirne der Menschen eingedrungen sind. Die Gentechnik ist zuallererst eine Technologie und als solche nicht gut oder böse. Sie ist ein Werkzeug. Und sie ist nicht perfekt.

Sie zu verwerfen ist, als werfe man den Hammer weg, weil man ja auch mit dem Kopf Nägel in die Wand schlagen kann.

Das schlimme ist, dass die meisten Menschen, die die Gentechnik ablehnen, nicht das geringste darüber wissen. In einem Kommentar zu einem schönen Artikel bei Novo Argumente wird angeführt:

Sterile Pflanzen züchten,wo Bauer jedes Jahr neues Saatgut kaufen muss freut niemanden nur diese Mafia. Und das sie in die USA gehn spricht ja für sich. Da sind die grössten Schweinereien möglich.

Es fängt damit an, dass dem Autor dieser paar Zeilen wohl der Unterschied zwischen hybridem Saatgut und gentechnisch modifiziertem Saatgut nicht klar ist. Und falls er auf die sogenannte Terminator-Technologie anspielt, die gibt es nicht. Oh, technisch schon, aber es gibt kein solches Saatgut auf dem Markt. Und selbst, wenn es so wäre, hat die Technologie auch Vorteile. Von der FDA (Food & Drug Administration, USA) hat er wohl auch noch nie gehört, wenn er annimmt, dass in den USA die „grössten Schweinereien möglich“ sind.

Es ist offensichtlich einfach „modern“, dagegen zu sein, Fakten sind nicht gefragt. Die Unvernunft triumphiert in der Gentechnik-Frage, BASF kapituliert, die Gentechnik ist sowieso an allem schuld und Deutschland endlich eine gentechnisch befreite Zone.

  1. mythbuster
    19. Januar 2012, 11:51 | #1

    Die einzige echte Anwendung die ich kenne ist die Geschichte mit dem Soja. Im wesentlichen: Ich erfinde ein Pflanzengift, das keine Pflanze überlebt und mache eine Nutzpflanze dagegen gentechnisch resistent.

    Klingt das in irgend jemandes Ohren wie ein echter Fortschritt?
    Für mich nicht. Man kläre mich darüber auf, welche Fortschritte es in der Gentechnik tatsächlich gibt. Denn nicht nur hier in der Gentechnik höre ich seit Jahren, teilweise Jahrzehnten, dass es sich um Wundertechnologien handelt, aber die Ergebnisse der Forschung sind dann doch eher lahm. Beispiele: Kernfusion und Nanotechnologie.

    mythbuster

  2. pulegon
    19. Januar 2012, 12:15 | #2

    @mythbuster

    Die Anwendung ist so alt, das mittlerweile sogar schon das Patent für das Herbizid ausgelaufen ist. Das macht man mittlerweile ohne Gentechnik, nennt sich Clear Field von BASF und ist immernoch eine mindergute Idee eine Monokultur zusätzlich auch nurnoch mit einem Herbizid zu spritzen.

    Übersicht über die Anwendungen gibts z.b. da:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Gr%C3%BCne_Gentechnik#Merkmale.2C_Anwendungen

    Kommt in den Medien nicht vor.

  3. Knochenhans
    19. Januar 2012, 13:26 | #3

    Gut, dass ihr das Thema ansprecht. Ich finde auch, dass eine Technologie und ihre Anwendung zwei verschiedene Paar Schuhe sind. Leider neigen aber viel zu viele Menschen dazu, beides zusammen zu schmeißen, um um dann mit der Halbwissen-Keule drauf zu hauen – das Neue erzeugt ja automatisch Angst und löst dann entsprechende, unreflektierte »Beißreflexe« aus…

    Das Hauptproblem, dass ich bei solchen mächtigen (weil ja an den Grundlagen des biologischen Lebens rüttelnden) Technologien sehe, ist allerdings tatsächlich, dass sie einfach nicht in die Hände von gewinnstrebenden Unternehmungen gehören. Solch eine Macht bedeutet Verantwortung, aber wie der Mensch nun mal ist, drückt er gern ein paar Augen zu, wenn sich eine neue Goldader auftut und ihm gerade keiner auf die Finger guckt…

    Daher sehe ich schon die Gefahr, dass da nicht »zu Ende geforscht« wird, sondern man lieber in Kauf nimmt, dass die Bevölkerung dann sozusagen als »Beta-Tester« herhalten muss und sich vielleicht erst Jahrzehnte später die Folgen zeigen. Ich stecke nicht in der Materie drin, aber ich habe eher das Gefühl, dass wir momentan noch ziemlich blind im Quellcode der Natur herumstochern, ohne richtig zu verstehen, wie alles zusammen-, bzw. voneinandern ab hängt.

    Lange Rede, kurzer Sinn: Technologie und Forschung dazu an sich: ja! Einsatz: nicht in der aktuellen, wie ich finde der Verantwortung nicht gerecht werdenden Weise!

  4. pulegon
    19. Januar 2012, 13:41 | #4

    Knochenhans :
    ich habe eher das Gefühl, dass wir momentan noch ziemlich blind im Quellcode der Natur herumstochern, ohne richtig zu verstehen, wie alles zusammen-, bzw. voneinandern ab hängt.
    Lange Rede, kurzer Sinn: Technologie und Forschung dazu an sich: ja! Einsatz: nicht in der aktuellen, wie ich finde der Verantwortung nicht gerecht werdenden Weise!

    Nun eigentlich ist Gentechnik schon die Folgetechnologie dieses „Herumstocherns“.
    Vorher hat man einfach mit Mutagenen an den Pflanzen rumgemacht. Mit mutagenen Chemikalien oder radioaktive Strahlung die Pflanzen mutiert und nach rein phänotypischen Eigenschaften ausgewählt.
    Das betrifft ein paar 1000 Sorten seit den 70ern (sämtliche Hartweizensorten z.B. –> Nudeln)

    Sicherheitsforschung ist erst mit der Gentechnik auf den Plan getreten und gilt immernoch nur für Gentechnik. Mutagenesezüchtung auch wenn man die mutierten Gene mittlerweile molekularbiologisch identifiziert ist dieser Sicherheitsforschung nicht unterworfen.

    Provokant könnte man also behaupten wir schmeißen seit Jahrzehnten ungeprüfte Sorten in die Natur und verbieten solche, die wirklich auf Risiken abgeklopft werden.

  5. Librarian
    19. Januar 2012, 15:19 | #5

    Ist ja nicht so, als ob man Zukunftstechnologien bräuchte, schließlich können wir uns auch mit klassischer Schwerindustrie gegen China und co. behaupten ^^

    Nicht

  6. Name (benötigt)
    19. Januar 2012, 17:45 | #6

    FDA?
    naja, gut, das problem ist dass gerade in den usa diese revolving door mentalität herrscht. Idr haben die großn firmen (bsp monsanto) ihre ex-leute in der fda oder fdaleute gehen zu monsanto..wie die entscheidungen sind ist ja klar…Und einige entscheidungen, zu.b dass GVO analog zu normalen Pflanzen und organismen sind und sie deshalb nicht extra auf unbedenklichkeit überprüft werden müssen führt dazu, dass ich die fda da nicht so superernst nehmen kann..

  7. quantumzero
    19. Januar 2012, 19:05 | #7

    Name (benötigt) :
    FDA?
    naja, gut, ….Und einige entscheidungen, zu.b dass GVO analog zu normalen Pflanzen und organismen sind und sie deshalb nicht extra auf unbedenklichkeit überprüft werden müssen führt dazu, dass ich die fda da nicht so superernst nehmen kann..

    So kann man das auch sehen, viel Erfolg mit den neuen Technologien, wenn du jetzt noch fragen würdest, welche, alle, oder hast du da auch Urängste und Misstrauen gegen e.g.: Siemens vielleicht? Die Glasfasernetze sind ja auch nicht ganz unbedenklich oder?
    Wie tief muss man sinken damit etwas weitergehen kann?
    Glaube Hoffnung und Liebe, das wäre dann alles was noch übrig bleibt.
    So ein Schmarrn.

  8. Volvox
    19. Januar 2012, 22:47 | #8

    Tja, spätestens als Argumente gegen die Gentechnik ins Feld geführt wurden, wie „Artengrenzen werden überschritten“, war so ziemlich klar, dass sich ein irrationales Gentechnik-Bild in den Medien entwickelt hat, welches biologisch gesehen, keinen Sinn ergibt.

    Demnächst müssen wohl auch Retroviren und Agrobakterien verboten werden, wegen den Artengrenzen…

    Mal sehen, wo uns der Wissenschaftsfeindichkeits-Hype noch hinführt…

  9. Charles-Louis Joris
    19. Januar 2012, 22:52 | #9

    Die agrare Gentechnik mag ja ihre guten Seitenh haben…ich denk da etwa an Portikus golden Rice und noch einiges ander mehr. Was sich aber die grossen Agrotechnikfirmen Monsanto, Syngenta und BASF leisten, höhnt aller Ethik.
    – Profit over People
    – Patentierung von Entdeckungen und nicht Erfindungen
    – und einiges ander mehr, ich nenn nur noch die Patentansprüche einer Holländer Firma auf aethiopische Hirse

    So leicht kann man diesen Rückzug nicht bloss als Sieg der schwarzen Magie über den gleissend klaren Rationalismus diffamieren

  10. ketam1n
    19. Januar 2012, 23:19 | #10

    Ist echt schlimm, dass es die bösen Großkonzerne wagen ihre Forschungen patentieren zu lassen. Ist ja auch eine echte Unverschämtheit zu glauben, dass diejenigen Menschen die zahlreiche Arbeitsstunden und Forschungsgelder in irgendetwas investieren, deshalb auch das Recht hätten damit Geld zu verdienen.

  11. Charles-Louis Joris
    20. Januar 2012, 12:24 | #11

    @ketam1n
    Ne – das siehst du falsch. Es ist nun mal so, dass Patente ursprünglich nur auf Erfindungen gewährt wurden. Jetzt aber solls die reine Entdeckung tun? Müssen wir deshalb Mendel posthum noch Tantiemen zahlen?
    Ich habe nichts dagegen, wenn die Methode zur Einführung des Gens in ein anderes Leben patentiert werden soll. Aber die Methode ist schon seit langem bekannt und darüberhinaus gratis.
    Es geht nun mal drum, dass die effektiv bösen Grosskonzerne hier Reibach machen, sich – Roundup Ready ist nur zu typisch – die Bauern finanziell abhängig machen und mithin eine künftige Katastrophe (noch jedes Pestizid fand seine Resistenz) um des Profit willens voll in Kauf nehmen. Sie könenn sich eh nicht versichern dagegen und gehen denn bankrott.
    Ich briung hier nur eines von vielen dieser Negativbeispiele (http://www.abendblatt.de/ratgeber/wissen/article1587263/Niederlaender-halten-Patent-fuer-Verarbeitung-der-Zwerghirse.html)

  12. pulegon
    20. Januar 2012, 13:53 | #12

    @Charles-Louis Joris
    Man argumentiert immer wieder damit, das eine Pflanze mit neuen Eigenschaften durch den Entwicklungsprozess eine Art Erfindung sei. In Deutschland haben wir zwar nur den Sortenschutz, aber auch hier wird mit dem Begriff des geistigen Eigentums hantiert.

    Btw. das Patent auf Glyphosat ist bereits ausgelaufen, 50% der Produktion stammt mittlerweile aus China.

  13. Groucho
    20. Januar 2012, 15:10 | #13

    @Charles-Louis Joris: Man muss doch bei diesem Thema konsequent zwischen der Forschung an sich und der Vermarktung trennen. Gerade wenn man öffentliche Forschung blockiert und verhindert, spielt man den Konzernen in die Hände.

    Und was bitteschön ist an Glyphosat schlecht im Vergleich zu anderen Herbiziden? Bzw. dann Sorten anzubieten, die dagegen resistent sind? Mir ist nicht bekannt, dass Bauern gezwungen werden, nach dieser Methode zu arbeiten. Der „Zwang“ besteht darin, dass man damit mehr Erträge mit weniger Aufwand erzielen kann.

    Mit Resistenzbildungen hat man, evolutionär bedingt, immer und überall zu kämpfen. Die Logik, auf solche Dinge zu verzichten ist etwa so ähnlich, wie auf den Bau von Straßen zu verzichten, weil es dann keine Verkehrsunfälle mehr gibt.

    Bauern sind übrigens schon sehr lange „abhängig“, Saatgut wird seit vielen Jahrzehnten eingekauft, weil es sich schlicht rechnet. Das Prinzip der Arbeitsteilung und Spezialisierung hat sich nun mal als relativ effektiv durchgesetzt. Ein Kunststoffverarbeiter betreibt in der Regel auch keine eigene Ölbohrplattform und Raffinerie.

    Bei dem Ganzen Thema muss man leider immer eine ziemliche Uninformiertheit feststellen, was moderne Landwirtschaft angeht.

  14. Groucho
    20. Januar 2012, 16:08 | #15

    @Herr Unbekannt: Wenn eine Webseite schon mit „Gentechnik: Eingriff in den Naturbauplan“ beginnt, schrillt der Ideologie-Detektor.

    Wir verändern Pflanzen und Tiere seit ca. 10.000 Jahren. Wo liegt denn dieser „Naturbauplan“ aus? Auf Alpha Centauri? Natürlich greifen wir in den „Naturbauplan“ ein. Weil er für uns Menschen oft nicht besonders bekömmlich ist. Ich brauche keine Kartoffel mit soviel Solanin, dass ich nach Verzehr zwei Tage mit Magenkrämpfen auf dem Abort sitze.

    Kein einziges Pflanzenprodukt, was wir in einem Laden erwerben, kommt so in der Natur vor. Und das ist auch gut so.

  15. Mentha Trecenta
    20. Januar 2012, 21:03 | #16

    Statement von Prof. Hubert Farnsworth:

    http://www.youtube.com/watch?v=35TbGjt-weA

    es ist doch alles so ekelhaft. wo ist meine weltraumrakete?

  16. Enara
    21. Januar 2012, 00:15 | #17

    „Bauern sind übrigens schon sehr lange “abhängig”, Saatgut wird seit vielen Jahrzehnten eingekauft, weil es sich schlicht rechnet. „, schrieb Groucho.
    Ja, hier, also in wohlhabenden Ländern – und nur dort rechnet es sich.
    Es wäre also sinnvoll gewesen, die grüne Gentechnik hier zu behalten.

  17. Ly Schwatzmaul
    22. Januar 2012, 00:17 | #18

    Name (benötigt) :
    FDA?
    naja, gut, das problem ist dass gerade in den usa diese revolving door mentalität herrscht. Idr haben die großn firmen (bsp monsanto) ihre ex-leute in der fda oder fdaleute gehen zu monsanto..wie die entscheidungen sind ist ja klar…Und einige entscheidungen, zu.b dass GVO analog zu normalen Pflanzen und organismen sind und sie deshalb nicht extra auf unbedenklichkeit überprüft werden müssen führt dazu, dass ich die fda da nicht so superernst nehmen kann..

    Hmmmm. Sagmal….. Du bist der Mathematik aber schon ein wenig mächtig oder?

    Also ich halte einige Entwicklungen auf dem Gebiet zwar nicht für sinnvoll, aber sie sind eine logische Konsequenz aus den gesellschaftlichen bzw. aus diesen resultierenden politischen Entscheidungen…….

    Wenn ich Dich nicht ganz grob falsch verstehe (dann bitte einen kurzen Hinweis an mich), behauptest Du, daß diejenigen, die aus der bösen Firme Monsanto ausscheiden, nun in die Aufsichtsbehörde wechseln. Das ganze ist ja noch sinnvoll, aber warum sollten diese Personen „Gefälligkeitsgutachten“ erstellen?
    Das ginge nur, wenn der ehemalige Arbeitgeber sie erpressen würde (wenn das denn aber so viele Menschen sind, frag ich mich warum da nicht einer zur Polizei geht), oder wenn die Firma weiterhin deren (zusätzliches) Gehalt zahlt.
    Komisch….. Diese Firma hat also hochbezahlte Führungskräfte, die sie in ein anderes (staatliches) Unternehmen einschleust und muß daher weiter Gehalt zahlen, obwohl es nur in Zukunft eine mögliche Gegenleistung einer Zulassung gibt, aber die Einnahmen und Gewinne der betreffenden Firma steigen trotzdem…..
    Also ich als gemutmaßter Firmenchef würd mir eine solche Geldverbrennung bei gleichzeitiger vagen Gewinnaussicht dreimal überlegen……

    Aber vielleicht lieg ich da falsch und Du könntest Dir mit diesem System eine goldene Nase verdienen, ohne daß davon was an die Öffentlichkeit gelangt……

  18. Richard Wharfinger
    23. Januar 2012, 14:23 | #19

    Ein bisschen grotesk ist es schon, wie sich das Verständnis von „Kritik“ so gewandelt hat in den letzten Jahrzehnten. Dass linke, mithin aufgeklärte, emanzipatorisch denkende Leute — ich unterstelle dem Autor dieses Artikels einfach mal diese Attribute aufgrund der politischen Ausrichtung der Seiten, die mich nach EsoWatch verlinken –, dass solche Leute sich in ihrem (durchaus berechtigten und nötigen) Kampf gegen irrationale Überzeugungssysteme auf den Standpunkt etablierter staatlicher Institutionen und Marktakteure stellen würden, wäre vor, sagen wir, 20 oder 30 Jahren undenkbar gewesen.

    Denn nichts anderes macht m.E. dieser Artikel. Als besäßest du ihre Aktien, zeigst du dich enttäuscht darüber, dass die BASF in diesem einst so vielversprechenden Sektor nicht mehr agieren kann oder will. Du bedauerst, dass die Grüne Gentechnik den Standort Deutschland verlässt — aber nicht, weil es es sich nicht mehr lohnen würde (das könntest du von deinem anscheinend betriebswirtschaftlichen Standpunkt aus nachvollziehen), sondern man vor dem Protest eingeknickt sei.

    Nicht an der Kritik der Gentechnikkritik störe ich mich (ich wäre im Gegenteil froh, wenn du eine liefertest), sondern daran, dass hier der Standpunkt eines Akteurs eingenommen wird, dessen Wohlergehen einem, der mit der gegebenen Wirtschaftsordnung so seine Schwierigkeiten hat, herzlich egal sein sollte. Und so einer bin ich nunmal. Schlimmer noch: als wäre die Kritik der politischen Ökonomie nie geschrieben worden, scheinst du die betriebswirtschaftliche Denke so sehr verinnerlicht zu haben, dass du eine wirkliche /Analyse/ dessen, was du hier beschreibst, gar nicht erst versuchst, sondern überdies noch — wer schon immer mal wissen wollte, was „instrumentelle Vernunft“ ist, nehme diesen Artikel als Beispiel — den positivistischen Glauben an eine neutrale Wissenschaft fortschreibst.

  19. Mephisto
    23. Januar 2012, 15:01 | #20

    @Richard Wharfinger
    Du musst einen anderen Artikel gelesen haben als ich.

  20. Torben Hoffmeister
    24. Januar 2012, 13:25 | #21

    Richard Warfinger
    Eben der Beitrag eines Intellektuellen, der vergessen hat, auf welcher Grundlage er hier so vortrefflich philosophieren kann. So ähnlich einzustufen wie ein Kommentar im ND „auf Nimmerwiedersehen BASF“. Na dann viel Spaß bei der Deindustrialisierung.

  21. TheJoke
    25. Januar 2012, 22:44 | #22

    Mal moralisch betrachtet: Monsanto & Co werben damit das sie den Welthunger bekämpfen.

    L Ä C H E R L I C H!

    Der Hunger ist ein Verteilproblem. Es gibt genug zu essen auf diesem Planeten. Ausserdem die der „Peak“ beim ZUwachs der Weltbevölkerung auch bald erreicht (Siehe Hans Roslings Vortrag zum Thema).

    Bei grüner Gentechnik geht es einzig um ein Geschäftsmodel.

  22. Groucho
    25. Januar 2012, 23:59 | #23

    Klar, die ganze Wissenschaft ist nur ein Geschäftsmodell, Transistoren, Medikamente, Satelliten, Kommunikationstechnik wie Computer … GANZ böse Welt!

    Und bei der Gentechnik gehen wier wieder zurück zu Opas Kobalttechnik und wirbeln Gene fröhlich zur Hausmusik durcheinander.

    Man müsste halt schon lesen können, TheJoke, und nicht nur reflexhaft reagieren. Es geht hier eben genau darum, solchen Firmen wie Monsanto alleinig das Feld zu überlassen. Aber das zu verstehen, ist wohl zu viel verlangt von einigen …

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