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Plötzlicher Herztod – Eine App zum Leben retten

Hinweis auf einen AED

Das medizinische Zentrum der Universität Radboud in den Niederlanden hat vor einiger Zeit eine Smartphone-App herausgebracht, die tatsächlich Leben retten kann. Aber dazu braucht sie etwas Hilfe – vor allem muss die Applikation und das Gerät, zu dem sie weist, bekannter werden.

Es geht darum, die Position von automatisierten externen Defibrillatoren (AED) über Smartphones abfragen zu können und damit bei plötzlichem Herztod schnell lebensrettende Maßnahmen einleiten zu können. Am plötzlichen Herztod sterben allein in Deutschland mehr als 100.000 Menschen pro Jahr!

Es kann also jeden treffen und/oder jederzeit in der Nähe passieren.

Im Prinzip ist es ganz einfach. Wenn es zu Herzkammerflimmern und plötzlichem Herztod kommt, zählt jede Minute, jede Sekunde. So schnell ist allerdings kaum je ein Notarzt zur Stelle. Daher wurden die sogenannten AEDs erfunden und in weiten Teilen Europas bereits an öffentlichen Plätzen installiert. Die Idee ist, wenn jemand umkippt, schnappt man sich einen solchen Defibrillator und der erklärt einem mittels Sprachausgabe, was man zu tun hat. Brust frei machen, Elektroden aufkleben, Knopf drücken. Man kann nichts falsch machen, ein absolut hilfreiches Gerät!

Das Konzept kämpft im ersten Schritt aber schon damit, dass kaum jemand die Geräte an sich kennt. Viele Menschen wissen gar nicht, dass sie existieren. Das folgende Video erklärt, was es mit AEDs auf sich hat:

Das zweite große Problem ist, dass man nicht weiß, wo ein AED ist. Jemand kippt um und selbst, wenn gleich um die Ecke ein AED wäre, würde man ihn in der Hektik wahrscheinlich nicht schnell genug finden. Die Universität Radboud hat vor einiger Zeit eine App für die gängigen Smartphone-Typen wie IPhone und Android (ab 2.1) herausgebracht, die dieses Problem lösen soll. Die App ist gratis, eine die man sich herunterladen sollte und dabei hofft, dass man sie nie braucht.

Ganz wichtig ist aber auch Folgendes: Es gibt keine Datenbank, in der alle AEDs Europas eingetragen sind.

Die App-Entwickler hoffen auf Crowdsourcing, auf die Hilfe der Nutzer, dass diese Geräte in ihrer Nähe einpflegen. Also, App runterladen und wenn man irgendwo das grüne Zeichen sieht, vielleicht kurz reingucken. Es sind nur wenige Minuten Aufwand, aber vielleicht retten SIE damit ein Leben!

Wie man auf der Karte auf der Webseite sieht, sind in den Niederlanden schon sehr viele AEDs eingetragen, in Deutschland/Österreich/Schweiz bisher nur wenige. Einer der Hauptkritikpunkte an der App ist, dass viele AEDs der App nicht bekannt sind; aber je mehr Nutzer sie hat, desto dichter wird die Karte werden (Man kann selbstverständlich auch über die Webseite neue AEDs eintragen). Es gibt auch andere ähnliche Angebote im Netz, z.B. ARD-Netz-Deutschland, aber die dort gepflegte Liste erscheint uns noch wesentlich kürzer(aber nicht identisch!).

Machen Sie mit! Und vor allem, wenn sie einen AED kennen, melden Sie den, zeichnen Sie ihn ein! Je vollständiger die Karte, desto nützlicher die Applikation.

Zum iTunes Store
Zum Android Store (Niederlande)

  1. B4sti4n
    25. Februar 2012, 17:47 | #1

    Hier mal ein Direktlink zum Android Market, ohne den Umweg über die niederländische Seite:

    https://market.android.com/details?id=nl.max.android.aed4eu

  2. Möbelwachs
    26. Februar 2012, 10:13 | #2

    Ist jetzt kein Brueller, die Idee hatten schon mehr Unis.

  3. Hermann
    26. Februar 2012, 13:26 | #3

    Große Frage, gibts den App auch für webOS oder werde ich hier mal wieder von den Apfel und Android Mehrheit ausgegrenzt?

  4. YorkTown
    26. Februar 2012, 17:41 | #4

    @Hermann: Habe ein wenig gesucht, scheint es nicht zu geben

  5. Sheen
    27. Februar 2012, 16:36 | #5

    Unter http://www.definetz.de gibt’s auch jede Menge Infos und Links zu regionalen Definetzen. Werde mir wohl auch einen Defi für den Hausgebrauch anschaffen, weil ich öfters mal kleinere Herzrythmusstörungen habe und bei einem ernsten Aussetzer oder Kammerflimmern die Überlebenschance erhöhen will. Mal sehn was das kostet. Auf der o.g. Seite gibts auch Herstellerlinks.

  6. 28. Februar 2012, 09:02 | #6

    Wer gerade keinen Defi zur Hand hat, sollte sich hieran halten: http://www.youtube.com/watch?v=ILxjxfB4zNk

  7. 22. März 2012, 11:55 | #7

    Auf der (in wiki-Manier von jedem editierbaren) Weltkarte von openstreetmap.org kann man Orte kennzeichnen, an denen sich Defibrillatoren befinden.
    All diese Apps haben Datenbestände, die untereinander nicht ausgetauscht werden. Sinnvoll ist was Anderes.

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