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Esoterikzwang an der Bonner Universität – Umfrage: Wie ist es bei Euch?

Mit freundlicher Genehmigung von Cornelius Courts von den Science-Blogs bloggen wir noch einmal den Bericht über Esoterische Ausbildungsinhalte an der Uni Bonn.
Bitte schickt uns Rückmeldungen darüber, was Ihr an esoterischen Inhalten an Euren Unis lernen musstet und in Prüfungen gefragt wurdet.

Im Rahmen meiner Tätigkeit in Forschung und Lehre am Institut für Rechtsmedizin begegne ich auch zahlreichen Medizin-Studierenden, die in unserem Haus arbeiten, lernen, famulieren, praktizieren etc. Als ich kürzlich ein Gespräch mit einer dieser Personen führte, erzählte sie mir mißmutig, daß sie sich gerade auf eine ihrer letzten Klausuren vorbereite. Ich fragte sie, was sie denn zu lernen habe und sie zeigte mir die Folien aus einer Vorlesung zum „Querschnittsbereich (QB) Rehabilitation, Physikalische Medizin und Naturheilverfahren“. Was ich da sah und las, verschlug mir für einen Augenblick die Sprache.

Man hält das wirklich im Kopf nicht aus:

Neben der unvermeidlichen Akupunktur wurden auch andere teils haarsträubende esoterische Verfahren wie Tuina (wirkungslose Massagetechnik), Schröpfen und Moxibustion als Teile der TCM vorgestellt. Von Yin & Yang und Meisterpunkten war da die Rede und die fünf Wandlungsphasen (= 5 Elemente) wurden vorgestellt.

Das Qi und sein Sitz in der Niere, die Meridiane, der „Yaotongdian-Punkt“ und „Wailaogong-Punkt“ wurden präsentiert und man sollte lernen, daß die „inneren pathogenen Faktoren“ Zorn, Freude, Sorge, Trauer und Übereifer mit den Organen Leber, Herz, Milz, Lunge bzw. Niere assoziiert sind.

Es wurden sogar medizinische Lehrfälle bearbeitet. Z.B. der einer 43-jährigen Frau, die verheiratet sei und zwei Kinder habe (eines davon mit einer Schreibleseschwäche). Die Frau grüble viel, leide unter Sorgen und trotz ausreichender Nachtruhe unter Müdigkeit, sowie einem Schweregefühl in den Beinen und Appetitlosigkeit. Für eine solche Patientin solle nach der TCM ein “Milz-Qi-Mangel” diagnostiziert und mit Umstellung der Ernährung auf „warme Nahrungsmittel“ und die „Mitte stärkende Nahrung“, sowie Akupunktur und Moxibustion therapiert werden… (wtf?!)

Ich habe die Person gefragt, wie der Stoff in den Vorlesungen und Seminaren präsentiert, ob ggf. Zweifel angemeldet oder eine distanzierte Sichtweise vermittelt wurde. Sie erzählte mir, daß man alles mit großem Ernst und voller Überzeugung vermittelt habe und daß man ihr, als sie, „schulmedizinische“ Grundlagen voraussetzend, nach bestimmten Zusammenhängen und Erklärungen für Behauptungen aus der TCM gefragt habe, mit Versatzstücken der Art „Die Chinesen haben einfach eine andere Sichtweise auf den menschlichen Körper“ oder „Ja, das darf man eben nicht so eng sehen“ begegnet sei.

Man muß sich wirklich einmal klar machen, daß das bedeutet, daß ein/e MedizinstudentIn an der Uni Bonn gezwungen wird, diesen Unsinn zu lernen, da man ohne die Klausur zu bestehen, in der auch diese Inhalte abgefragt werden, nicht zum Staatsexamen zugelassen wird. Dieser QB ist kein optionales Fach, die Teilnahme ist Pflicht und damit wird natürlich suggeriert, daß es sich bei dem oben beschriebenen Hokuspokus um anerkannte und wirksame medizinische Verfahren handelt, die gleichberechtigt neben echten und wichtigen Prinzipien wie Impfung, Behandlung mit Antibiotika oder Hygiene gelehrt werden sollten. Das ist, als wäre man im Biologiestudium gezwungen, eine Klausur über Intelligent Design oder in Chemie über alchemische Verfahren zu schreiben, um das Studium erfolgreich beenden zu können: ein glatter Skandal!

Es ist schon schlimm genug, daß immer mehr Universitäten esoterische Wahlfächer anbieten, oft genug gesponsert durch die einschlägigen Lobbys. Aber angehende Ärztinnen und Ärzte zu zwingen, ihre Zeit mit unwissenschaftlichem, teils gefährlichem und bis heute ohne Wirknachweis gebliebenem Folklore-Klimbim zu verschwenden und ihnen gleichzeitig eine fundierte wissenschaftliche und u.a. zur kritischen Lektüre klinischer Studien befähigende Ausbildung vorzuenthalten, ist leichtsinnig, fahrlässig und fast schon zynisch zu nennen.

  1. 23. März 2013, 14:47 | #1

    Der Buschfunk meldet, daß jemand in der Uni Bonn sehr rote Ohren hat…

  2. Richard Wharfinger
    23. März 2013, 16:05 | #2

    NLP in der Lehrerausbildung, zählt das auch schon?

  3. Künstler
    23. März 2013, 16:18 | #3

    Ergänzend: Die Uni Bonn strebt auch eine Kooperation mit der auf den „Lehren“ Rudolf Steiners aufbauenden Alanus „Hochschule“ an (http://www.alanus.edu/fachbereiche-und-gebiete-bildungswissenschaft-kooperationen.html).

  4. schnüffelchen
    23. März 2013, 17:01 | #4

    ama :Der Buschfunk meldet, daß jemand in der Uni Bonn sehr rote Ohren hat…

    Zu viele Ohrkerzen reingesteckt?

  5. pederm
    23. März 2013, 17:13 | #5

    Daß solcher Unfug hierzulande umsich greift, ist nicht zu übersehen. Wie sieht´s denn anderswo aus, würde es im Sinne einer spukfreien medizinischen Ausbildung was nützen auszuwandern? Wohin?

  6. 23. März 2013, 18:29 | #6

    Der Buschfunk meldet, daß jetzt noch mehr Leute hochrote Ohren haben. Es wird behauptet, es seien die Mitglieder des Hochschulrats.

  7. Alfons
    23. März 2013, 18:37 | #7

    Veranstaltungen zu TCM und Homöopathie waren an meiner Uni stets gut besucht. Offenbar ist eine entsprechende Nachfrage vorhanden. Die Konzepte klingen exotisch und aufregend und es lässt sich damit später auch reichlich Geld verdienen.
    Sinnvoller wäre es freilich, den Studis Fähigkeiten für einen kritischen Umgang mit Studien etc. beizubringen, aber bis auf eine Vorlesung und ein Seminar zu Epidemiologie/Statistik siehts diesbezüglich mau aus. Worauf es im Medizinstudium (traditionellerweise) halt primär ankommt, ist das Reproduzieren von Inhalten und nicht Nachdenken und Hinterfragen. Eine klassische AUSbildung, die mit Bildung leider wenig zu tun hat. Aber was reg ich mich auf…

  8. MagicGuitar
    23. März 2013, 20:51 | #8

    @ Alfons
    Naja gut, das Interesse kann auch einfach daher rühren, dass viele nicht genau wissen was das ist und sich selbstverständlich über so etwas informieren müssen. Ich finde es völlig richtig im Studium über die Gefahren der „Alternativmedizin“ aufzuklären. Nur durch solche Vorlesungen können Ärzte ihren Patienten klarmachen, was das für ein Stuss ist. Natürlich müssen in Einem Konzepte des kritischen Denkens vermittelt werden.

  9. Medicus
    24. März 2013, 17:13 | #9

    Das gleiche Spiel findet an der Universität Tübingen im QB Rehabilitation,Physikalische Medizin und Naturheilverfahren statt.

    Den Teil der TCM und Akupunktur übernimmt eine Allgemeinmedizinerin, die keine Zweifel aufkommen lässt, dass sie vollkommen von diesen Methoden überzeugt ist und sie als echte Alternativen darstellt.
    Aus dem Inhalt:
    -Tuina
    -TCM
    -Moxibustion
    -Meridiane
    -Qi (inkl. Nieren-Qi)

    u.v.m.
    Selbstverständlich wurden diese Dinge auch in der Klausur abgefragt. Aus meiner Sicht ein unhaltbarer Unsinn!
    Dreiste Lügen kommen noch hinzu. Wie z.b. die Behauptung es wäre ZWEIFELSFREI bewiesen, dass es anatomische Korrelate zu den Meridianen und Akupunkturpunkten gäbe.
    Zitat der Dozentin „Wenn eine alte Dame aus unersichtlichem Grund stirbt, würde ich heute „Nieren-Qi ausgegangen“ auf den Totenschein schreiben.“
    Zum Haare raufen.

    Ein Kommilitone war im Rahmen des Allgemeinmedizinpraktikums bei einem Arzt, welcher mit Hilfe eines Pendels das richtige Antibiotikum festgelegt hat. Fahrlässig!

  10. Buck Rogers
    24. März 2013, 17:28 | #10

    Wir schmunzeln darüber, dass die Kreationisten in bestimmten Teilen Amerikas es schaffen, die biblische Schöpfungslehre als ebenbürtige Alternative zur Evolutionstheorie im Biounterricht zu vermitteln und bei uns sind schamanische Zauberpraktiken Pflichtprogramm im Medizinstudium…

  11. Entropy
    25. März 2013, 05:17 | #11

    Einfach nur zum Haare raufen…

  12. Statistiker
    25. März 2013, 20:33 | #12

    Ich habe das Glück, seit ca. 15 Jahren mit Ingenieuren zusammenarbeiten zu dürfen. Unter dieser Gattung hat esoterisches Geschwurbel kaum eine Chance (von wenigen Ausnahmnen abgesehen).

    Vielleicht sind Ingenieure die besseren Ärzte??????

  13. MagicGuitar
    25. März 2013, 23:44 | #13

    @ Statistiker
    Wie gesagt: Ich denke die meisten Studenten kommen zu solchen Vorlesungen aus Interesse an der Sache, nicht, weil sie es wirklich glauben. Schließlich lernen sie im Studium Wissenschaft von Pseudowissenschaft zu unterscheiden.
    Als guter Arzt muss man aber auch über die kursierende Alternativmedizin bestens bescheid wissen. So zumindest könnte ich mir sowas erklären. Jede Universität würde sonst ihren Ruf aufs spiel setzen und das ist eigentlich alles, was sie hat. Wer gibt schon Forschungsaufträge an eine Uni, die Pseudowissenschaft unterrichtet und deren Abgänger inkompetent sind?

  14. tka
    26. März 2013, 03:37 | #14

    „Psychologie der Spiritualität“. Ein katholischer Theologe namens Anton Bucher schleicht sich an die naturwissenschaftliche Fakultät und versucht anhand von Deepak Chopra und anderen Quantenmystikern zu erklären, warum jeder Mensch „spirituell“ ist.

  15. Gisander
    26. März 2013, 10:05 | #15

    @ Statistiker

    Ein frommer Wunsch. Google mal unter Architekt+Baubiologie, da erlebst Du dein violettes Wunder. Bauwerkstrocknung ist auch ein heißer Tipp. Und erst die freie Energie.

  16. Pirat 007
    26. März 2013, 10:36 | #16

    man möchte glauben,dass man es hier mit hoch intelligenten Menschen zutun hat……aber was man hier zu lesen bekommt,ist nur ein heilloses Gequarke.Ich dachte ,studierte Menschen sind offen für alles?Es wird höchste Zeit,dass die Unis mit halten,und sich auch für andere Richtungen/Lehren öffnen….finde ich super!Die Medizin versagt immer mehr,es dreht sich nur noch ums Geld und den berühmten Eid ,haben manche schon lang vergessen.Ihr braucht eine Seite wie Psiram ,um an das festzuhalten,an was ihr glaubt!!!!Wie lächerlich ist das denn???
    Ihr glaubt zu wissen,dabei habt ihr nur sehr viele Vorurteile….nichts weiter!!!!Alles nur kalter Rauch!!!!! Ihr verbraucht sehr viel Energie um etwas anderes schlecht zu machen,und das nennt ihr dann AUFKLÄRUNG!!!! 🙂 probiert doch lieber aus,ehe ihr von etwas redet,was ihr selbst nicht kennt!!!!!

  17. echt?
    26. März 2013, 10:43 | #17

    Jessie, bist Du das?

  18. The Doctor
    26. März 2013, 10:51 | #18

    „Ich dachte ,studierte Menschen sind offen für alles?“

    Nö, das hast Du falsch verstanden. Wer offen für alles ist, ist nämlich nicht ganz dicht.

    „probiert doch lieber aus,ehe ihr von etwas redet,was ihr selbst nicht kennt!“

    Denk mal, das habe ich getan. Sogar sehr oft. Ergebnis: alles Humbug!

  19. 26. März 2013, 11:03 | #19

    Die Medizin versagt immer mehr,es dreht sich nur noch ums Geld

    ist auch geil. 🙂

    Da fällt mir doch gleich wieder die tradititionelle indische Zahnmedizin ein:
    https://blog.psiram.com/2010/01/tizm/

  20. Pirat007
    26. März 2013, 11:42 | #20

    Ihr seht nur schwarz und weis!Warum arbeitet ihr Medis und die Esos nicht zusammen…:-) Völker aller Länder vereinigt euch 🙂
    Schwarze Schafe gibts überall,in der Medizin und auch unter den Esoterikern,Heilern usw
    Es gibt aber auch auf beiden Seiten gute Dinge!Zuletzt sollte doch das Wohl des Menschen zählen!!!!Wir Menschen sind so gleich und doch so verschieden,bei den einem hilft dies und bei den anderen das. Alles in einen Topf zu schmeißen und ein bisschen zu schütteln und dann zu sagen,taugt alles nichts,ist sehr engstirnig!!!So und nun ziehe ich mich zurück,ich bin raus hier!Danke das ich hier drin auch meine Meinung dazu sagen durfte 😉 und weiterhin viel Spaß

  21. bägx
    26. März 2013, 12:47 | #21

    „Es gibt aber auch auf beiden Seiten gute Dinge!“
    Nein. Die beiden Seiten sind:

    1.) Belegte Verfahren und Mittel (die in sich logisch konsistent sind und nicht der modernen Naturwissenschaft widersprechen), das ganze nennt sich Medizin (abschätzig gerne Schulmedizin genannt)

    2.) Nicht belegte Verfahren und MIttel(sich oft gegenseitig und der modernen Naturwissenschaft widersprechend) bzw. widerlegte Verfahren und Mittel, das ganze nennt sich nicht Medizin. Werden diese Mittel dennoch als wahr proklamiert und angewendet spricht man von Pseudomedizin (verschleiernd oft als Alternativmedizin bezeichnet, was suggeriert, dass dies tatsächlich eine Alternative wäre.)

    Ich (ich sprech mal nur für mich, auch wenn ich vermute, dass die meisten hier das so sehen) versuche immer auf der Seite der besseren Argumente zu sein. Wenn sauber durchgeführte Experimente die Homöopathie zweifelsfrei bestätigen, werde ich sofort ein Befürworter davon und es gibt in der Naturwissenschaft der letzten 120 Jahre oder so einiges nachzuholen (hätte auch was. wäre spannend).
    Und Homöopathie wäre in Kategorie 1.)
    Und einige Leute die diese jetzt befürworten, würden sie vielleicht als ganz schlimme Schulmedizin diffamieren…

    „Zuletzt sollte doch das Wohl des Menschen zählen!!!!“

    Ganz genau

  22. The Doctor
    26. März 2013, 13:01 | #22

    „So und nun ziehe ich mich zurück,ich bin raus hier!“

    Die Worte hör‘ ich wohl, allein: mir fehlt der Glaube! 😉

  23. Noddy
    26. März 2013, 15:06 | #23

    “Ich dachte ,studierte Menschen sind offen für alles?”

    Mir dünkt, hier wird „Offenheit“ mit „naiver Gutgläubigkeit“ verwechselt. Nichts anderes bleibt einem nämlich übrig, wenn sich Behauptungen nicht belegen lassen…

    Offenheit bedeutet, vorurteilsfrei zu prüfen – nennt man auch wissenschaftliche Studie.

  24. sumo
    26. März 2013, 18:33 | #24

    es gibt schlicht keine Gleichberechtigung zwischen Esoterik und Wissenschaft, es gibt auch keine Gleichbewertung bei Esoterik und Wissenschaft. Die oft beschworene Gleichbehandlung ist sinnlos, weil die Wissenschaft auf nachvollziehbaren Argumenten und sicheren Erkenntnissen beruht. Esoterik beruht nur auf unbewiesenen Vermutungen. Sobald irgendetwas aus der Esoterik wissenschaftlich nachgewiesen wird, ist es keine Esoterik mehr.

  25. Statistiker
    26. März 2013, 20:11 | #25

    @ Guitar: Aus Interesse zu solchen Veranstaltungen, ist ja okay, man macht sich ja selbst schlau, was für ein Schwachsinn verbreitet wird. Aber als Pflichtprüfung???? Schande über diese „Hochschulen“…..

    @ Gisander: Tja, ist leider wahr….. aber wie sagt der Bauingenieur: Architekten sind Leute, bei denen es für den Ingenieur nicht gereicht hat. Spätestens in Statik fallen die durch….. wohl wahr…..

    @ Pirat007: Das mit dem Zurückziehen ist eine saugute Idee……

  26. The Doctor
    26. März 2013, 21:13 | #26

    @ Statistiker:

    „@ Pirat007: Das mit dem Zurückziehen ist eine saugute Idee……“

    Dann gehe doch mal mit gutem Beispiel voran.

  27. Stöber
    26. März 2013, 23:02 | #27

    Ist doch in allen Heilberufen genauso.
    Solange es ein Homöopathisches Arzneibuch als verbindliches Werk gibt und unter Anderem darauf die Studienordnungen aufgebaut werden, was der Gesetzgeber an Regelwerken geschaffen hat…
    Natürlich wird das auch in den Staatsexamina abgefragt und in praktischen Übungen (Rezeptur) behandelt.

    Über Heilpraktiker brauch ich ja nix sagen.

    Und dass die Ärzte häufig eh ziemlich unbeleckt in Pharmako sind und man denen leicht was vom Pferd erzählen kann, ist gut belegtes und gepflegtes Vorurteil. *läster*

    Wo ich aber die pochende Zornesader kriege (sicher ein sehr wichtiger Meridian bei mir) sind extrakurrikuläre Esoterikveranstaltungen auf Universitätsgelände. Sowas war mal bei uns im Fachbereich – eigentlich schon eine Affenschande an sich.

  28. MagicGuitar
    26. März 2013, 23:36 | #28

    @ Statistiker
    Naja, auch die Unis haben doch ein gewisses Interesse daran, dass die zukünftigen Mediziner aufgeklärt sind und über sowas bescheid wissen.

    Jetzt gebe ich natürlich ehrlich zu noch nie auf einer solchen Vorlesung gewesen zu sein (warum und wie auch?) und habe dementsprechend keine Ahnung vom Character der Vorlesungen (aufklärerisch oder eben Propaganda für die „Alternativmedizin“). Wahrscheinlich ist das auch vom Professor abhängig, ich weis es nicht. Grundsätzlich jedoch würde ich es immer befürworten, wenn angehende Mediziner eben über solchen Humbug bescheid wissen (was man ja auch als Prävention sehen kann).

    @ Stöber
    Genau sowas gehört dann natürlich verurteilt, wenn solche Veranstaltungen ihren aufklärerischen Character verlieren und die Uni quasi als Propaganda- und Werbeplatform missbraucht wird. Professoren und Dozenten tun ohnehin immer gut daran wertneutral zu lehren.

  29. Statistiker
    27. März 2013, 13:48 | #29

    @ the doctor: Nö!

  30. observer
    27. März 2013, 19:14 | #30

    Was ich bei der Lehre esoterischen Unsinns an Unis nicht verstehe:

    Ärzte unterliegen einer Sorgfaltspflicht bei der Behandlung. Das müßte doch auch bei der Lehre so sein. Und daher sollte über komplementärmedizinische verfahren korrekt aufgeklärt/unterrichtet werden- über die Grundlagen, warum sie nicht zutreffend sind, welche Formen es zB bei der Homöopathie gibt. Man kann das ja auch humorvoll machen – zB fragen wer sich freiwillig meldet bei der Prüfung von Hundescheisse. Oder fragen ob jemand weiss wie man Vakuum verdünnt. Oder über die Risken der TCM (Schwermetallkontamination, Aristolochiasäure, Risken der Ausrottung gefährdeter Tierarten = geriebener Tigerpenis für sexuelle Funktionsstörungen etc pp.

    Ich könnte mir vorstellen, dass es da eine sehr interessante Veranstaltung sein könnte, wenn der/die Lehrende seine ärztliche Sorgfaltspflicht ernst nimmt.

  31. Statistiker
    29. März 2013, 17:04 | #31

    Tja, nach der Meinung von the doctor etc. muss man Scheiße verkaufen müssen…..

    Das kotzt einen an, aber Personen wie the doctor verdienen dabei anscheinend eine Schweinekohle…….

  32. Christian Berger
    30. März 2013, 00:16 | #32

    Wir hatten im Studium ein Fach namens „Messtechnik“ dort wurde eine sogenannte „Realität“ postuliert die man mit Hilfe von Messgeräten erschließen kann. Diese Geräte waren aber ebenfalls nur Teil der „Realität“. Also war das ganze Fach nur eine Art in sich geschlossenes Weltbild.

  33. lystaat
    3. April 2013, 14:28 | #33

    @ tka
    *tka
    Nein, die Aussage ist Blödsinn. Er versucht NICHT Spiritualität zu erklären, sondern stellt Messmethoden dafür und deren Schwächen vor. Das ist ein Riesenunterschied, was du auch wüsstest, wenn du die Vorlesung besucht hättest.

  34. Peter
    5. Juni 2013, 07:52 | #34

    ich hatte besagtes Fach auch im Medizinstudium. Allerdings beschränkte man sich bei uns auf weitgehend evidenzbasierte Phytotherapie (Pflanzenheilkunde), ferner anerkannte Formen der physikalischen Therapie (Wärme/Kälte…etc.) und Massagen. Keine Esoterik.
    Die Aufklärung zu Homöopathie übernahm bei uns das Institut für Pharmakologie und die Ärzte dort ließen kein gutes Haar an dieser Irrlehre.

    Peter, Uniklinik Mainz

  1. 23. März 2013, 15:11 | #1