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Naturheilkunde – denn unfühlend ist die Natur

Ein Leser schrieb uns über die Wirkung von „sanfter Medizin“, die er aus nächster Nähe miterlebte. Dem einen oder anderen mögen solche Erfahrungen bekannt vorkommen. Wir geben sie hier ungekürzt wieder.

„Wer heilt hat Recht“. Jeder von uns kennt diese Plattitüde, allzu oft hört man diesen Satz. Das ist in Ordnung, denn er ist wahr. Wenn der Nutzen einer Therapie nachgewiesen ist und die Risiken der Behandlung kleiner sind als erwartbare Folgen der Erkrankung, dann bildet er die Grundlage der evidenzbasierten Medizin. Darüber hinaus werden Therapien, sobald der Heilungserfolg ausbleibt, häufig weiterhin verteidigt. Zwar ist der Therapieerfolg nicht nachweisbar, allerdings gibt es auch keine Nebenwirkungen, wodurch die Anwendung bestimmter Mittel vermeintlich risikofrei propagiert werden kann. Dieses Credo ist nicht nur bei Anwendern sogenannter alternativer Medizin tief verwurzelt, auch im Volksmund schlägt es sich in Sprichwörtern nieder wie „Hilft’s nix, schad’ts nix“.

Im ersten Moment klingt das sehr plausibel. Wieso sollte eine völlig nebenwirkungsfreie Behandlungsform wie Hochpotenzen der Homöopathie nicht verwendet werden, schließlich demonstrieren selbst Kritiker gerne und häufig, dass die Einnahme großer Mengen dieser Mittel unschädlich ist? Vielmehr noch, wieso regen sich Skeptiker, „Schulmediziner“ und viele andere so auf, woher dieser „missionarische Eifer“, wenn es auf alternative, nachweislich unschädliche Behandlungskonzepte kommt? Es muss doch jedem freigestellt sein, „komplementär – ergänzend – zur „schulmedizinischen“ Therapie weitere Mittel auszuprobieren! So bestechend diese Logik wirkt, ihre Anwendung hat oftmals verheerende Auswirkungen, die gerne geleugnet oder totgeschwiegen werden. Im Zweifel ist immer der Patient schuld, er hätte anders agieren müssen und hat gutgemeinten Rat missverstanden.

Es war ein warmer, sonniger Julitag. Meine gute Freundin S. hatte unlängst eine große Prüfung hinter sich gebracht und kam gerade aus dem Urlaub zurück. Diverse Untersuchungen, die sie aufgrund geschwollener Lymphknoten in der rechten Achsel machen ließ, lagen einige Zeit zurück. Es standen noch weitere Kontrolltermine auf dem Programm, die plötzlich etwas umfassender ausfielen als ursprünglich erwartet. Das Ausmaß bereits auffällig, bekam sie nunmehr die Nachricht, am nächsten Tag bei Professor D. möglichst mit einer Begleitperson auf der onkologischen Ambulanz zu erscheinen. Die Nachricht war so schlecht, wie zu erwarten war: Triple negatives Mammakarzinom (invasiv, duktal), Metastasen in den Wächterlymphknoten. Wenngleich eine niederschmetternde Diagnose für eine 26-Jährige, so wurde doch die Hoffnung auf Heilung gemacht. Die Therapie wurde also auf Empfehlung der Onkologen aufgenommen. Neoadjuvante Chemo (Docetaxel, Epirubicin, Capecitabin), zusätzlich Bevacizumab (Angiogenesehemmer), nach sechs bis acht Zyklen eine Mastektomie (Entfernung der Brust). Begleitend wurden diverse Psychopharmaka verschrieben, um die extremen psychischen Belastungen lindern zu können (Diazepam, Trazodon, Alprazolam).

Die Chemotherapie war eine starke körperliche Belastung, immer nach Gabe der Infusionen war S. fünf Tage „wie von einer Dampfwalze überfahren“. Die restliche Zeit war erfreulich: gut gelaunt, schmerzfrei und relativ bei Kräften nutzten wir den Krankstand für Ausflüge, Restaurantbesuche, Spieleabende, gemeinsames Kochen und vieles mehr. Die nebenbei auf Empfehlung der Hausärztin und ihrer Gynäkologin, beides langjährige Freundinnen der Familie, eingenommenen „komplementärmedizinischen Präparate“ zur Linderung der Nebenwirkungen machten keinem von uns Sorgen. Ich war ruhiggestellt damit, die Ungefährlichkeit der Präparate zu überprüfen und meine grundsätzliche Ablehnung dieser Ansätze zu begründen.

Nachdem der Tumor sich in ersten Kontrollen etwas verkleinert hatte, gingen wir optimistisch ins neue Jahr und die anstehende Mastektomie. Der Gentest im Vorfeld brachte die überraschende Erkenntnis, dass S. nicht Trägerin eines der damals bekannten Brustkrebsmarker war (BRCA1 und BRCA2). Damit sollte es reichen, nur die betroffene Brust und nicht auch die gesunde zu entfernen. Die OP hinter sich und mit einem Monat Zeitabstand zur letzten Chemo, begannen die Haare wieder zu wachsen und die adjuvante Strahlentherapie stand an. Beim Ziehen der Fäden in der Ambulanz wurde lapidar gefragt, ob S. bereits einen Termin auf der Onko­‐Ambulanz hätte, zwecks Besprechung der weiteren Chemo. So wurde zwischen Tür und Angel die Information gegeben, dass die vorangegangene Chemo gar nicht funktioniert hatte und das biopsierte Tumorgewebe immer noch die gleiche hohe Aktivität wie davor aufwies.

Aus der Bahn geworfen, weil auf endgültige Gesundung eingestellt, ging es also in die Bestrahlung. Als ein Kontroll­‐CT weitere Metastasen zeigte, diesmal in der Lunge, wurde die Bestrahlung sofort abgebrochen, um eine Carboplatin­‐Chemo einzuleiten. Die Vielzahl an schlechten Nachrichten führte in eine handfeste Depression, zu Panikattacken und die Kräfte wurden weiter gemindert aufgrund akuten Schlafmangels. Etwas verwundert drängten wir alle S. dazu, einen Psychiater aufzusuchen, um ihre Medikation neu einzustellen, schließlich waren die verschriebenen Psychopharmaka, die sie pflichttreu einnahm (sie versicherte uns das jedenfalls), genau gegen die beschriebenen Symptome. In diesem Zeitraum, es war mittlerweile Februar, setzte sich ein Gedanke in S. fest, den wir viel später kennenlernen sollten und dessen vernichtende Wirkung für uns erst knapp vor ihrem Ableben identifizierbar war.

Ihr körperlicher Zustand verschlechterte sich erwartungsgemäß, wenngleich sie nach wie vor auf Heilung hoffte. Die Kräfte ließen nach, an einen Alltag wie vor wenigen Wochen noch war nicht mehr zu denken. Viel belastender als die nicht heilen wollende OP-Wunde wurden die psychischen Probleme. S. schlitterte von Panikattacken in Depressionen, in milde Lethargie und zurück. Wir fragten häufig und eindringlich, wieso Psychotherapie und Medikamente keine Erleichterung brachten, aber S. vertröstete uns und meinte, es ginge gut und sie nähme alles ordnungsgemäß. Die Tage zogen sich, das düstere Wetter und der lange Winter schlugen uns allen auf’s Gemüt und gute Nachrichten blieben weiterhin aus. Gegen Ostern schließlich erzählte S. einer Freundin, die der „Alternativmedizin“ eher unkritisch gegenüber steht, sie hätte bereits seit einiger Zeit alle Psychopharmaka zugunsten von Homöopathika abgesetzt. Die Psyche müsse stark genug sein, um damit alleine umgehen zu können, die Medikamente haben dokumentierte Nebenwirkungen und nicht zuletzt brächten die meisten ein gewisses Gewöhnungs­‐ und Suchtpotential mit sich. Entsetzt erzählte diese uns davon und es stellte sich heraus, dass S. uns allen (Mutter, gute Freunde) ohne mit der Wimper zu zucken ins Gesicht log. Sie litt und vegetierte einen Gutteil ihrer Zeit vor sich hin, weil „sanfte“ Methoden und Mittelchen, die ihre Hausärztin propagierte, natürlich wirkungslos blieben.

Der Schaden war bereits passiert. Der Gedanke, die Psychopharmaka seien schädlich, saß bereits tief. Homöopathie, die von Anfang an im Spiel war und von allen Seiten – vom behandelnden Onkologen bis zu skeptischen Freunden – toleriert wurde, schien legitimiert. In dieser schwierigen Zeit kämpfte S. also alleine ohne wirksame Therapie gegen ihre Gedanken, die immer größere Angst und Unsicherheit, die Verzweiflung, die immer merkbarere Verschlechterung ihres Gesundheitszustandes. Bald darauf machten sich Knochenmetastasen bemerkbar, besonders im rechten Oberschenkel.

Bekannterweise gehen diese mit starken Schmerzen einher. Spätestens an dieser Stelle mussten Schritte zur Schmerztherapie eingeleitet werden. S.s Mobilität war merkbar eingeschränkt, selbst kurze Wege wurden zur Herausforderung. Sie drückte oft ihren Ärger darüber aus, dass sie nicht einmal einfache Wege in den Supermarkt selbst erledigen könne. All das begründete sie aber damit, dass es Nebenwirkungen der Chemo seien, die ihr Atem und Kraft raubten. Als wir nach ihrem Tod Aufzeichnungen fanden, waren wir alle zutiefst erschüttert und betroffen. Die Zeugnisse des unerträglichen Schmerzes, berührende und niederschmetternde Berichte über unfassbare Qualen, nahmen uns zutiefst mit. Von ihrer homöopatiefreundlichen, schulmedizinfeindlichen Hausärztin wurde eine angemessene Schmerztherapie abgelehnt. Metamizol sei schlecht für die ohnehin schon angegriffenen Knochen, die MRT-­Bilder würden falsch befundet und es ist eh nicht so schlimm, stärkere Schmerzmittel (Opioide) hätten zu viele Nebenwirkungen. Mit Akupunktur, Homöopathie, Ernährung und einem Energethiker lasse sich das ganze in den Griff kriegen. Wenngleich die Therapie des Onkologen wie geplant erfolgte, so wurde er genauso wie wir wesentlicher Informationen beraubt: kein Wort über den Schmerz, kein Wort über das Befinden. Aufgrund anhaltender Übelkeit und unerklärlichen Schwindels waren Hirnmetastasen zu vermuten, S. lehnte aber ein Schädel­‐CT ab. Kontrastmittel würden ihren Körper schwächen, überhaupt seien Schwindel und Appetitlosigkeit eine Folge der Chemo. Die erneute Strahlentherapie, diesmal des Oberschenkels, um den Schmerz zu bekämpfen, wurde ablehnt, weil damit höchstens die Krebszellen zum Wachsen angeheizt würden. Wir hatten verloren.

Die Schmerzen begannen zu Ostern 2013. Schwindel und Übelkeit kamen im Juni hinzu. All das blieb untherapiert, weil S. sich allem entzog. Erst als wir die offensichtlichen Schmerzen in der onkologischen Tagesklinik bei Verabreichung wieder einer neuen Chemo ansprachen, kam unsere S. nicht aus und willigte nach einiger Erklärung der Ärzte ein, sich eine Metamizolinfusion verabreichen zu lassen. Wenig später spazierten wir gut gelaunt, bei bestem Sommerwetter und beschwerdefrei ins nächste Kaffeehaus. Wir scherzten, lachten, trieben uns herum und plötzlich hatten wir S. wieder zurück. Allein, die Erleichterung war nur von kurzer Dauer. S. blieb dabei, dass sie grundsätzlich keine Schmerzmittel brauche. Mit Homöopathie und vitaminreichen Fruchtsäften, ein bisschen Joga und Akupunktur geht’s auch. Das viele Gift schwäche ihren Körper, der sich dringend von Chemo und all den anderen Medikamenten erholen müsse. Die Übelkeit wurde schlimmer, S. hörte auf zu essen. In zahlreichen Gesprächen mit Spezialisten sollte geklärt werden, inwiefern sie ihren Nährstoffbedarf selbständig decken könnte. Aufgrund der fleischlosen Ernährung hatte sie schon lange Probleme, ausreichend Proteine zu sich zu nehmen. Milch schien ein möglicher Ausweg, flapsiger Kommentar der Hausärztin: „Die verschleimt doch. Und zuckerreiche Nahrung hilft dem Krebs beim Wachsen“.

Parenterale Ernährung zuhause wurde schließlich geplant, Schmerzmittel oder ein Schädel‐CT waren immer noch außer Diskussion. Zwei Tage nachdem die künstliche Ernährung bestellt worden war, wurde S. schließlich ins Spital eingeliefert. Ihre Beschwerden waren so unerträglich, dass die überforderten Eltern die Rettung rufen mussten. Mit letzter Kraft gab S. dem Schmerzdienst zu verstehen, dass ihre Schmerzen auf einer Skala von eins bis zehn bei – unvorstellbar, hätte ich es nicht selbst gehört – vier lägen. Wenig später sollte ihr Zustand sich so weit verschlechtert haben, dass nach einem Schädel­‐CT eine Not­‐OP durchgeführt wurde, um einen kleinen Teil einer Metastase zu entfernen, die schon geraume Zeit auf das Kleinhirn drückte und die Beschwerden auslöste. Nach einem zweitägigen Aufenthalt auf der Neurochirurgie, wo wenigstens grundlegende Schmerztherapie erfolgte und kurzfristig relative Beschwerdefreiheit erreicht wurde, konnte S. schließlich ein Zimmer auf der Palliativstation beziehen. Die angemessene Therapie, die sie dort erhielt, brachten ihr noch wenige Stunden, in denen sie nicht litt. Knapp sechs Tage nach ihrer Einlieferung ins Krankenhaus war sie für immer erlöst, ein Jahr und ein Monat nach der Diagnosestellung. Sie hatte ein halbes Jahr unaussprechliche, vermeidbare Qualen erduldet.

Mich packt heute noch Wut, das Gefühl der Machtlosigkeit und schrecklicher Schmerz, wenn ich mir vergegenwärtige, wie gutgemeinte „sanfte“ Medizin S. ihrer Lebensqualität beraubte. Ich bin traurig und erschüttert, dass uns – egoistisch gesprochen – unsere Zeit mit S. genommen wurde. Erklärt mir heute jemand, Homöopathie (und vieles mehr) sei nebenwirkungsfrei und unproblematisch, beginne ich nach wie vor zu schäumen.

Liebe wohlmeinende Menschen, bitte beraubt Eure Lieben nicht der Therapien, die sie benötigen. Kämpft für eine aufgeklärte, selbstbestimmte Therapiewahl eines jeden, aber lügt sie nicht an, verunsichert sie nicht mit falschen Informationen und missbraucht ihr Vertrauen nicht. Wer heilt, hat recht. Daher muss evidenzbasierte, im Idealfall wissenschaftsbasierte Medizin Herzensangelegenheit eines jeden sein.

  1. 16. November 2013, 10:19 | #1

    Danke lieber Leser für diesen Bericht und mein herzliches Beileid für den schmerzlichen Verlust.

  2. Sigrid Herrmann-Marschall
    16. November 2013, 11:38 | #2

    Unvorstellbar, was Menschen aushalten, wenn ihnen andere suggerieren, sie müßten zum eigenen Wohl diese Leiden erdulden.

    Danke für diesen bewegenden Bericht.

  3. Jutta
    16. November 2013, 13:27 | #3

    Ein Bericht, der mich – leider zum wiederholten Male – erschüttert hat. Leider ist es auch unglaublich, mit welcher Chuzpe Ärzte ihre hilflosen Patienten ausnützen und allein lassen!

    Lieber Leser, es tut mir leid, dass Dein Engagement und Deine Empathie so enttäuscht wurden und nun dieser schwere Verlust zu tragen ist.

    Der Bericht zeigt ein Mal mehr, dass es notwendig ist, gegen diese Machenschaften vorzugehen! Diese Pseudomediziner mit ihren blöden Phrasen von den alles zerstörenden Nebenwirkungen genießen bei kranken und hilflosen Menschen ein nicht mehr nachvollziehbares Vertrauen! Und sie schaffen es immer wieder!

    Auch von mir ein Danke für diesen Bericht!

  4. Headnicker
    16. November 2013, 15:10 | #4

    Aber schon unglaublich, wie hier keiner die sinnlose Chemotherapie anspricht und hier nur auf die Schmerzmedikation abgehoben wird. Potente Zellgifte, die das Immunsystem für mindestens ein halbes Jahr völlig zerstören und nichts gebracht haben. Das ist OK, das ist ja evidenzbasiert. Hat nix gebracht? Aber ist ja Leitlinie, deshalb mal schnell: Hirn -switch off. Wenigstens mal Chemosensibilität testen? Nee, Scharlatanerie. Ihr seid solche Lemminge.

  5. Groucho
    16. November 2013, 15:20 | #5

    Headnicker :

    Aber schon unglaublich, wie hier keiner die sinnlose Chemotherapie anspricht

    Bei solchen Kommentaren muss ich mich echt zurückhalten, um nicht mit „Du blödes A.“ anzufangen.

    Brustkrebs ist inzwischen zu deutlich über 90% heilbar. Auch langfristig. Chemotherapie spielt dabei oft die entscheidende Rolle. Ich wünsch Dir das nicht an den Hals, aber nur etwas pauschal abzulehnen, ohne anscheinend auch nur den Hauch einer Ahnung zu haben, was es denn alles an Medikamenten und Methoden gibt und nicht zu kapieren, dass die ganze Welt aus „Chemie“ besteht, u.a. auch z.B. Tamoxifen, was aus der kanadischen Eibe gewonnen wurde/wird und ein sehr wirksames Mittel ist einfach nur dümmlich.

  6. pelacani
    16. November 2013, 15:51 | #6

    @ Headnicker
    Wir hatten überlegt, ob der Titel „Die eiskalte Mitleidlosigkeit der Alternativmedizin“ geeigneter gewesen wäre, aber wir hatten das verworfen. Wir wollten nicht so viel Zynismus unterstellen. Das war wohl ein Fehler.

  7. editor
    16. November 2013, 15:56 | #7

    Auch schon erlebt: chron. myeloische Leukämie – damals (jetzt enorm besser) ca 1 Jahr noch zu leben.
    Patient wurde therapiert – extrem kurz danach, keine leukämischen Zellen nachweisbar also in Remission. So schnell wie sonst keiner. Aber notwendige Erhaltungstherapie verweigert – ab zum Geistheiler. Nach 1 Jhr in Remission wurde er als 1. Heilung durch Geistheiler im TV gefeiert. Eine Woche später war er wieder bei uns- Rezidiv der Leukämie. Die Zytostatikaflasche hat er in der einen Hand gehalten, die andere Hand am Amethysten zum energetische Aufladen. War ein wirklich netter Patient- gestorben ist er ein paar Wochen später- weil damals gabs keinen, der es aus dem Rezidiv wieder in die Remission geschafft hat.

  8. Jutta
    16. November 2013, 16:21 | #8

    @headnicker
    Viele Therapien bei bösartigen Tumoren bringen nicht die ersehnte Heilung. Da gibt es jede Menge Probleme – keine Frage!

    Aber: die Nebenwirkungen sind alle bekannt und sie sind – leider nicht immer beherrschbar.

    Die Zeiten, in denen Krebs immer ein Todesurteil war, sind aber lange vorbei. Bei Brustkrebs kann man heute von recht guten Heilungschancen ausgehen. Habe selbst zu viele Menschen erlebt, die diese Prozedur durchgezogen und gut überstanden haben.

    Klar hilft nicht jedem jede Chemotherapie – aber Kügelchen helfen defintiv nicht!

    Ganz davon ab, dass diese Hausärztin entgegen den Beteuerungen der „Alternativmedizin“ gehandelt hat. Heißt es dort nicht immer wieder: Wir sind nicht gegen die böse Schulmedizin, wollen sie nur ergänzen – von Ergänzung, die von allen Beteiligten gebilligt wurde – war in dem geschilderten Falle wohl keine Rede mehr.

    Und wenn ich an die Qualen mancher Menschen denke, die sich einer Misteltherapie unterzogen haben und das alles angeblich zur Verbesserung der Lebensqualität dann hat die Chemotherapie enorme Fortschritte gemacht und deutlich mehr von ihrem Schrecken verloren!

  9. chucko
    16. November 2013, 17:38 | #9

    kennt sich jemand mit der juristischen komponente solcher geschichten aus? mich würde mal interessieren ob man irgendwie gegen die hausärztin vorgehen kann. grade wenn sie weiter praktiziert stellt sie ja auch weiterhin ein extremes risiko für ihre anderen patienten da.

  10. 16. November 2013, 20:19 | #10

    @chucko Das würde mich auch interessieren! Einer solchen Ärztin muss dringend auf die Finger geklopft werden! Was? Hab ich gesagt, dass ich dafür am liebsten einen Baseballschläger nehmen würde?

  11. Renate
    16. November 2013, 21:01 | #11

    Was soll man mit so einen Hausärztin, die solche Blödsinn von sich hergebt?

  12. Headnicker
    16. November 2013, 21:54 | #12

    @ Groucho
    90% bei bereits metastasiertem Mamma CA? Du bist nicht mal ein Lemming, du bist irgendwas anderes. Ich verkneif mir ebenfalls das genauer auszuführen. Jeder Onkologe weiß, was das mit 26 Lebensjahren bedeutet und trotzdem schicken sie ihre Patientinnen durch die Leitlinien Hölle. Das finden nur Soziopathen „in Ordnung“.

  13. 17. November 2013, 01:26 | #13

    @ Headnicker
    Meinst Du wirklich, dass es Deinen Argumenten irgendwie mehr Glaubwürdigkeit verleiht, wenn Du andere beleidigst? Du schlägst hier – nicht zum ersten Mal – ohne jeden Beleg auf, faselst etwas von „sinnloser Chemotherapie“ und meinst das gäbe Dir das Recht andere zu beschimpfen. Das finde ich erbärmlich.

    Jedem der das Thema auch nur mal am Rande gestreift hat ist klar, dass keine Chemotherapie eine Garantie auf Heilung bieten kann und dass diese Art der Therapien eine große Belastung für den Körper des Patienten darstellen. Aber was wäre denn Deiner Meinung nach die Alternative?

  14. 17. November 2013, 04:00 | #14

    @ Headnicker
    Gönau, Leute, haltet euch nicht mit der sinnlosen Chemotherapie auf, sterbt lieber. Am Besten gar keine Behandlung, ist ja nur Krebs. Da muss man sich auch gar nicht mit Studien befassen, Einzelfälle sagen ja alles.
    „Du bist nicht mal ein Lemming, du bist irgendwas anderes. Ich verkneif mir ebenfalls das genauer auszuführen.“
    Schade, dass du dir nicht jede Herabwürdigung gleich sparst.
    Ich glaube, du beleidigst nur, weil du dich in die Ecke gedrängt fühlst.
    Letztlich ist es jedermanns Entscheidung, ob er sich behandeln lässt, aber Chemo hilft tatsächlich mehr als sie schadet.

  15. Habra
    17. November 2013, 11:22 | #15

    Diesen Bericht werde ich mir auf jeden Fall merken, in der Hoffnung, dass ich ihn niemals Freunden von mir zeigen muss, wenn diese in eine solche Situation kommen. Dieser Bericht zeigt die Gefahren auf, die von zu starkem Glauben an medizinischen Alternativen herrühren.

    Zwar bin ich ein grundsätzlicher Gegner der Homöopathie wegen erwiesener Wirkungslosigkeit, war aber bisher der Meinung, wenn der Arzt Homöopathika verschreibt, „behandelt“ er eine nichtbehandlungsbedürftige Krankheit und richtet somit keinen größeren Schaden an. Dies war wohl ein Irrglaube meinerseits. Bei ernsthaften oder gar tödlichen Erkrankungen ging ich nämlich davon aus, dass der Arzt dafür sorgt, dass wirksame Medikamente genutzt werden. Alles andere würde ich in meinem einfachen Rechtsverständnis als grob fahrlässigen Kunstfehler bezeichnen. So wie bei der im Artikel erwähnten Ärztin. Ich muss aber davon ausgehen, dass ein Richter darüber anders denkt.

    @ headnicker
    Das dumme Geschwätz von den Nebenwirkungen der Chemotherapie verunsichert jeden Krebspatienten. Dass derartige Medikamente erhebliche Nebenwirkungen haben, muss man notgedrungen in Kauf nehmen, denn die fehlende Hauptwirkung nebenwirkungsfreier Präparate bedeutet in der Regel den Tod des Patienten.

  16. Jutta
    17. November 2013, 11:49 | #16

    Zoj kann Dir nur zustimmen – die Argumentation „Verzicht auf Chemotherapie“ und dafür qualvolles Leiden ist einfach haarsträubend.

    Ich kenn das auch noch, dass die Chancen bei einem metastaierenden Mamma-Ca in jungen Jahren schlechter sind – was allerdings nicht heißen muss, den Menschen jede Möglichkeit zur Verbesserung der Lebensqualität zu nehmen – so ein Schmarrn!

    Und offenbar haben die Kritiker der Chemotherapie völlig übersehen, dass die Tumormarker bei der Patientin eher auf bessere Heilungschancen hingewiesen haben.

    Eine Schmerztherapie abzulehnen – bzw. als Arzt davon abzuraten, weil die Schmerzmittel ja alle so entsetzlich sind – ist absolut obsolet.

    Es ist schon seit Jahren bekannt, dass die Gefahr einer Opiat-Abhängigkeit bei Schmerzpatienten geradezu minmal ist. Im Gegenteil, die Studien haben sogar gezeigt, dass der Schmerzmittelbedarf eher geringer wird – vor allem, wenn die Patienten die Gabe selbst steuern können und wissen, dass der Schmerzstress deutlich reduziert wird, wenn keine Abhängigkeit von gnädigen Therapeuten da ist!

    Schmerztherapie ist Therapie und davon abzuraten, ist grob fahrlässig und eigentlich vorsätzliche Körperverletzung – leider aber so im Gesetz nicht definiert!

    Und die albernen Ideen vom Aushungern einer Krebsgeschwulst ist sowas von out – hat noch nie funktioniert. Aber die Patienten können es ja ruhig mal ausprobieren und den Zucker meiden. Sie sollten nur drauf achten, dass sie wenigstens ausreichend Proteine zu sich nehmen, um dem Körper die Möglichkeit zur Regeneration zu geben!

    Psychopharmaka, die übrigens heute zum Standard bei invasiven Behandlungen gehören – machen nicht abhängig. Ärzte die sowas behaupten haben keine Ahnung und nähren nur die Geschichte von all den bösen Medikamenten, die uns nur krank machen! Schmarrn!
    Alles in unzähligen Studien belegt!

    Da die Patientin irgendwann sogar eine geeignete Diagnostik verweigert hat, wissen wir auch nicht, wie die Onkologen bei geeigneter Diagnosestellung reagiert hätten.

    Natürlich war es ein Fehler, die Patientin mal nebenbei über das Scheitern der ersten Chemotherapie zu informieren – was aber nicht den Schluss zulässt – dass jede Therapie nichts taugt!

    Dann zu propagieren, dass alles, was zur Verbesserung der Situation unternommen wird, schlecht und zu verteufeln ist, ist ja wohl richtig daneben!

    Unter der Hilfe der Hausärztin hat die Patientin in jedem Fall deutlich mehr leiden müssen, dieses Leiden hätte enorm gemindert werden können – schon allein deshalb schwillt mir der Kamm, wenn ich den ganzen naturheilkundlichen Unsinn höre!

    Für mich stellt sich die Geschichte so dar, dass diese rasenden Knochenschmerzen zwangsläufig dazu führen mussten, dass die Patientin überhaupt keine rational begründete Entscheidung mehr treffen konnte.

    Knochenschmerzen gehören zu den übelsten Schmerzen, die es gibt und diesen Schhmerz ständig zu unterdrücken ist ein Kraftakt, den kein Mensch auf Dauer bewältigen kann!

    Das Ganze auch noch kombiniert mit einer massiven Mangelernährung hindert jeden Menschen am Denken und Abwägen seiner Entscheidungen!

    Im Zweifelsfall heißt es aber seitens der Hausärztin, die Patientin hätte ja nicht auf die Ärztin hören müssen! War ja alles freiwillig – wer nicht mehr entspannen kann, der kann auch nicht mehr denken und damit ist jedes Postulat einer „freien Entscheidung“ eine Farce!

  17. Headnicker
    17. November 2013, 12:32 | #17

    Welche Tumormarker wurden denn angegeben? Ich konnte nur was über Hormonrezeptoren lesen. Aber Schwamm drüber. Der Rest wird schon EBM sein. Hat nur nicht geholfen. Ist schon Mist, wenn man zu den angeblichen 10% gehört, bei denen es nicht hilft. Leider gibts so viele davon.

  18. Nitric-X
    17. November 2013, 12:47 | #18

    Mich packt wirklich die Wut, wenn ich mir sowas durchlese. Ich habe gerade das (zweifelhafte) Vergnügen, eine Klinikzertifizierung zu begleiten, darüber hinaus darf ich mich auch sonst mit der Regulierungswut der Behörden auseinandersetzen, was wahnsinnig viel Zeit und Mühe kostet, die ich auch mit den Patienten verbringen könnte. Aber gut, so ist es nun mal. Auf der anderen Seite kann anscheinend jeder Quacksalber im niedergelassenen Sektor tun und lassen, was er/sie will, mit den o.g. Folgen. Eine richtige Lösung weiß ich auch nicht, außer dass zumindest ein Kassensitz (wenn nicht gleich die Approbation) an das Praktizieren von evidenz-basierter / wissenschaftsbasierter Medizin geknüpft sein; zumindest aber muss bei solchen Ratschlägen, wie sie von der geschilderten „Ärztin“ gegeben wurden, ausführlich über Risiken und Nebenwirkungen (und off-label use, fehlende Evidenzgrundlage, etc.) aufgeklärt werden. Die Beweislast liegt hier beim Arzt. Gibt es keine entsprechend dokumentierte Aufklärung, dann kann man die Dame schon dranbekommen, aber das bringt die Patientin leider auch nicht wieder, und wer will schon nach einem solchen Verlust den Weg durch die Instanzen gehen… und so macht die Dame fröhlich weiter. Ich frage mich dann immer, wie man mit solch einer ignoranten Dummheit a) das Abitur und b) das Studium geschafft hat…
    Was den Headnicker angeht: don’t feed the troll.

  19. pelacani
    17. November 2013, 12:48 | #19

    @ Jutta
    Im Prinzip bin ich der gleichen Ansicht, aber in einem Detail möchte ich präzisieren:

    Jutta :

    Psychopharmaka, die übrigens heute zum Standard bei invasiven Behandlungen gehören – machen nicht abhängig. Ärzte die sowas behaupten haben keine Ahnung und nähren nur die Geschichte von all den bösen Medikamenten, die uns nur krank machen! Schmarrn!
    Alles in unzähligen Studien belegt!

    Es gibt Psychopharmaka, die ein Abhängigkeitspotential haben, gerade die Benzodiazepine gehören dazu. Aber die potentiellen Auswirkungen einer Sucht müssen mit den Auswirkungen der Erkrankung, die zu lindern sind, in Beziehung gesetzt werden. Was spielt eine „Sucht“ hier für eine Rolle, wenn die Medikamentenversorgung gesichert und keine ständige Dosiserhöhung bis in toxische Bereiche nötig ist? Was hilft es dem Patienten, wenn er auf seinen Grabstein schreiben lassen kann: „Ich habe keine Benzodiazepine genommen!“? Man sollte die Abhängigkeit nicht in Abrede stellen, sondern sachgerecht über sie aufklären.
    Aber ist wirklich nur ein Nebenaspekt.

  20. Jutta
    17. November 2013, 13:30 | #20

    @pelacani

    ist ok, war ein bisschen zu knapp von mir ausgedrückt. Klar machen Benzodiazepine abhängig und sie werden leider noch immer sehr häufig eingesetzt, obwohl es bessere Alternativen gibt.

    Ich denke, wir stimmen voll und ganz überein. Natürlich gehe ich auch immer von einer Abwägung aus usw.

    Das Beispiel mit dem Grabstein trifft die Problematik jedenfalls ziemlich gut!

    @Nitric-X :

    Gute Frage, die stelle ich mir immer wieder. Wie ist es möglich, dass die einen vor lauter Bürokratie kaum noch zur Arbeit kommen und die angeblich so Guten machen können, was sie wollen?

    Allerdings weiß ich selbst aus leidvoller Erfahrung im Kampf mit Aufsichtsbehörden, dass die Sache mit den Beweisen mehr Tücken hat. Generell gilt bei uns noch immer, dass der Patient oder dessen Angehörige die Fehlurteile oder Fehlbehandlungen beweisen müssen.

    Kommt es zu einem Verfahren, dann kann der Richter die Beweislastumkehr veranlassen. Was allerdings äußerst selten passiert. Da muss die Sachlage schon recht einfach sein.

    Wie in dem Falle, als ein Kind nach einer Mandeloperation verblutete, weil man bis zur Bewusstlosigkeit zuwartete bzw. das Kind nicht richtig überwachte.

    Der Richter kam schon nach dem ersten Verhandlungstag zu dem Schluss, dass die ärtzliche Haftpflichtversicherung ein Angebot auf den Tisch zu legen hat, sonst ordnet er die Beweislastumkehr an – damit war der Prozess entschieden.

    Kurze Pause und die Haftpflichtversicherung kam mit ihrem Angebot wieder in den Saal. Die Eltern bekamen ihr Kind nicht zurück, der Vater hat das gesamte Geld ohnehin gespendet. Sowas ist aber extrem selten. Bei einem Kind kann eben keiner behaupten, es hätte sich freiwillig und nach entsprechender Aufklärung einer Verödung der Blutgefäße verweigert.

  21. StephanCGN
    17. November 2013, 18:21 | #21

    Headnicker – was bist Du nur für eine erbärmliche, emotional verkümmerte Existenz !

  22. Der Gärtner
    17. November 2013, 19:34 | #22

    Bei der Geschichte werden wieder Erinnerungen wach. Es ist mittlerweile schon gut 10 Jahre her und ich war noch jung (kann ich also nur noch grob daran erinnern). Sie war eine sehr gute Freundin meiner Mutter. Ich selber traf sie in vier fünf Jahren vllt sechs sieben mal persönlich. Sie war super nett, hatte eine tolle Persönlichkeit. Aber sie war auch etwas anders, sichtbar an ihrem Kleidungsstil und sie war Rohköstlerin (oder etwas sehr ähnliches). Ihre Essregeln weichte sie nur etwas mit der Zeit auf um „Gesellschaftsfähig“ zu bleiben.
    Dann kam die Diagnose Brustkrebs. Ich weiß nicht wer die Diagnose gestellt hat, aber es wurde früh erkannt, also sehr gute Heilungschancen, aber sie wendete sich von Anfang an an einen Heiler. Ich weiß nicht mehr welchen alternativen Mist sie praktizierte, es gab aber keinen klassischen Arzt und sie blieb zu Hause. Meine Mutter besuchte sie zwei drei mal. Von mal zu mal war ihre körperliche Verfassung sichtbar deutlich schlechter. Natürlich hieß es Erstverschlimmerung, das muss so sein. Immerhin war das ein kompetenter Heiler, über allen Zweifeln erhaben, hat er doch angeblich schon so vielen Menschen auf diese Weise geholfen.
    Naja es kam was kommen musste. Nach wenigen Monaten dahin siechen starb sie daran. Meine Eltern gingen auf die Beerdigung. Sie berichteten das es für die meisten Anwesenden eher eine Feier war. Bei einigen Reden war die Rede von sie wäre jetzt bei der Lichtkönigin oder -göttin oder so. Das ganze hatte einen Sektencharakter. Sie lies unter anderem ein Mädchen von damals vllt zwei Jahren zurück und einen Jungen von etwa 14 Jahren, der sichtlich wütend über die Umstände war.

  23. Andreas
    18. November 2013, 13:05 | #23

    @Headnicker:
    Nur weil die Feuerwehr in 10% der Fälle das brennende Haus nicht retten kann und bei den Löscharbeiten Wasserschäden entstehen können, bedeutet das nicht, dass wir auf die Feuerwehr verzichten können/wollen.
    P.S. Wenn man nachdenkt, könnte man eventuell darauf kommen, dass in dem „Leidensartikel“ nicht die gesamte Krankengeschichte niedergeschrieben wurde (betrifft z.B. „Chemosensibilität“)

  24. 18. November 2013, 14:00 | #24

    Und selbst wenn man die Chemotherapie und das ganze weite Feld „Behandelbarkeit und Heilungschancen“ mal beiseite lässt, ist es nicht nachvollziehbar, weshalb man die Gabe von Schmerzmitteln ablehnen sollte. Egal ob der Patient überlebt oder verstirbt, mehrere Monate mit immer schlimmer werdenden unbehandelten Schmerzen zu leben ist doch nicht zumutbar. Dass die Patientin im geschilderten Fall tragischerweise dazu verführt wurde, sich das selbst zuzumuten, ändert nichts an der generellen Unzumutbarkeit.

    Und wenn, wie zumindest im Endstadium der o.g. Patientin, praktisch keine Überlebenschancen mehr gegeben sind, sind die (echte oder vermeintliche) Schwächung des Körpers durch Schmerzmittel und die Gefahr einer Schmerzmittelsucht doch völlig unerheblich. Was für ein Arzt muss man sein, um – wie die Hausärztin – einer Patientin alle Medikamente auszureden, die dieser geholfen hätten, mit den Begleiterscheinungen der Erkrankung einigermaßen zurechtzukommen? Unbegreiflich.

  25. Jutta
    18. November 2013, 14:06 | #25

    gnaddrig :Und selbst wenn man die Chemotherapie und das ganze weite Feld “Behandelbarkeit und Heilungschancen” mal beiseite lässt, ist es nicht nachvollziehbar, weshalb man die Gabe von Schmerzmitteln ablehnen sollte. Egal ob der Patient überlebt oder verstirbt, mehrere Monate mit immer schlimmer werdenden unbehandelten Schmerzen zu leben ist doch nicht zumutbar. Dass die Patientin im geschilderten Fall tragischerweise dazu verführt wurde, sich das selbst zuzumuten, ändert nichts an der generellen Unzumutbarkeit.Und wenn, wie zumindest im Endstadium der o.g. Patientin, praktisch keine Überlebenschancen mehr gegeben sind, sind die (echte oder vermeintliche) Schwächung des Körpers durch Schmerzmittel und die Gefahr einer Schmerzmittelsucht doch völlig unerheblich. Was für ein Arzt muss man sein, um – wie die Hausärztin – einer Patientin alle Medikamente auszureden, die dieser geholfen hätten, mit den Begleiterscheinungen der Erkrankung einigermaßen zurechtzukommen? Unbegreiflich.

    Ein sehr gutes Schlusswort – verständlich für jeden!

  26. Abe
    18. November 2013, 14:22 | #26

    Vielleicht einen Blogeintrag wert: Systematische Traumatherapieverhinderung durch Bachblüten-Quacksalberei: http://www.bachblueteninformation.de/bachbluten-fur-kindern/kindesmisshandlung.htm
    http://s7.postimg.org/rfjfwcp8r/Bachbl_ter.jpg
    Von einem Psychologen, der seine Titel auf Frist kauft (Titel nur bis Ende 2013 gültig): http://www.bachblueteninformation.de/contact.htm

  27. seyinphyin
    18. November 2013, 22:47 | #27

    Ich finde des etwas seltsam, dass ein derartiger Schicksalsschlag als ein doch arg seltsames Argument missbraucht wird. Die Hausärztin da war jenseits von schlecht – und das wäre sie auch als Schulmedizinerin. Alternative Medizin soll unterstützen, ich kenne niemanden der damit bei derartigen Beschwerden einen Ersatz für harte Schmerzmittel anbieten will.

    Dennoch: Nicht die Hausärztin hat das Leben von S. zerstört, sondern ein aggressiver Krebs.
    Falsche Behandlung, verbunden mit all den schlimmen Folgen gibt es in der Schulmedizin zuhauf. Soll man dies dann auch als Argument gegen die Schulmedizin heranziehen – oder eben doch nur als Argument gegen den jeweiligen Arzt, der diese völlig falsch einsetzt?

  28. Pieter
    18. November 2013, 23:22 | #28

    Traurig aber kein Einzelfall. Ich hatte in meinem Bekanntenkreis allein fünf Fälle in denen Menschen auf die versteckten Heilsversprechen dieser selbsternannten Heiler hereingefallen sind und durch den verschleppten Beginn einer fundierten Therapie zu Tode gekommen sind. 1mal eine junge Frau mit einem Mammakarzinom – Tod durch „neue germanische Medizin“; 1mal eine Frau in den Vierzigern, Tausende Euros für Ernährungsumstellung, Säure -Basen-Hokuspokus, Ajuveda – statt den Darmkrebs diagnostizieren zu lassen; und 3 Menschen die mit Kügelchen aus Zucker gegen erste Symtome von verschiedener Krebsarten mehrere Monate bzw. Jahre weggefühlt haben. Alle Tod. Und die Schuld wird von den Schalatanen immer auf die Partienten abgewälzt. Wenn ich bedenke, dass ich in meinem Bekanntenkreis 2Verkehrstode habe, aber dagegen fünf Fälle von „Tod durch Esotherik“, dann sollten wir alle laut die Wahrheit in die Welt rufen: Macht Schluss mit der Dummheit- jagt diese Scharlatane aus ihren „Praxen“

  29. MMH
    19. November 2013, 02:03 | #29

    Zunächst freue ich mich über die sinnvolle Diskussion hier. Richtig festgestellt wurde bereits, dass ich vieles weggelassen habe. Ich werde es nicht ergänzen, kann aber auf ein paar Dinge kurz eingehen:

    1. Headnicker, sorry, aber Deine Postings sind einfach komplett an der Sache vorbei. Darüber hinaus kann ich versichern, dass die Chemo nicht Grund ihrer schlechten körperlichen Konstitution war, wenigstens nicht die überwiegende Zeit ab Diagnose.

    2. Seyinphyin: Keine Frage ist, dass dieses ausgesprochen aggressive und metastasierfreudige Mamma-ca ihren vorzeitigen Tod unweigerlich bedingt hat. Gerade in Deiner Wortwahl aber – „Leben zerstört“ – muss ich entschieden widersprechen. Sie sprudelte vor Lebensfreude und Unternehmungslust, bis sie irgendwann aus Angst vor der bösen Chemie, vor Abhängigkeit von Schmerzmitteln und Psychopharmaka, aus Abneigung der „Schulmedizin“ gegenüber die konventionelle, hervorragend wirkende Therapie (Psycho & Schmerz) absetzte. Ab da an war es um ihre Lebensqualität geschehen und diese von wohlmeinenden „Alternativproponenten“ forcierte Entscheidung ruinierte ihr Leben.

    Wäre vermittelbar gewesen, dass diese Pseudotherapien nachweislich wirkungslos sind, hätte sie weiter ihre Medikation genommen und hätte ihr letztes halbes Jahr unter menschenwürdigen Bedingungen verbringen können. So allerdings war sie das letzte halbe Jahr irgendwo zwischen unleidlich und unansprechbar, leidend und nicht sie selbst.

    Die Hausärztin agierte überwiegend als Freundin der Familie und trug somit, nicht zuletzt aufgrund ihrer medizinischen Ausbildung, besondere Verantwortung. Ihr Vater allerdings drängte genauso auf Homöopathie, auf „Vitamin C“, Engel und weiß der Teufel was noch. Daneben gab ihr Physiotherapeut ihr ein Traktat zur NGM, ein Verwandter ein Buch über „B17“ etc. etc. All das konnten wir ihr erklären und sie erkannte, wie unsinnig diese Ansätze sind. Homöopathie allerdings hatte den Anstrich der sanften Seriosität, eine Art von Legitimierung durch medizinische Instanzen wie Ärzte. Früher oder später, wenn es hart auf hart kommt und man denkt, Nebenwirkungen sind das Problem und nicht die Krankheit (oder man sich das einreden will), werden dann eben wirksame durch wirkungslose Präparate ersetzt. Konsequenz: Alles wird schlimmer.

    Was bedeutet das für uns? Keinen Millimeter der „nebenwirkungsfreien“ Homöopathie oder anderer Scharlatanerie, es kann Lebenszeit und im Extremfall Leben kosten. Meine Freundin wurde wertvoller Lebenszeit beraubt, die sie aufgrund der Schmerzen nicht mehr nutzen konnte.

    btw: Wenn Homöopathie eindeutig nicht wirkt und dadurch bei echten Erkrankungen niemals eingesetzt werden kann bzw. darf, wieso sollte das dann ein Argument gegen den Arzt sein und nicht gegen die unwirksame Therapie selbst? Versteh ich nicht ganz. Richtig einsetzen = niemals einsetzen, wenn man krank ist. Okay, sollte ein Arzt wissen, stimmt. Wieso aber diese einfache Faustregel nicht gleich im Gesetz verankern?

  30. editor
    21. November 2013, 13:54 | #30

    Also meine Mutter hatte mit 51 Jahren ein Mammakarzinom- schulmedizinisch behandelt (was sonst?) – jetzt ist sie 92 Jahre alt. Und die Therapien und Prognosen sind weit besser geworden.

    Man/Frau könnte ja auch den direkten Weg ins Jenseits wählen- ganz ohne Chemo aber mit Heilkraft aus dem Kosmos- die Dame hat 7 kosmische Gesetzt- der antisemitische Hamer nur 5 Naturgesetze – also müßte sie besser sein, weil Hamer 2 Punkte übersehen hat.

    Elisabeth Constantine beschreibt in diesem Praxisbuch, wie wir durch die Energiemedizin der Erzengel ganzheitliche Heilung mit Freude und Leichtigkeit erfahren können.
    Basierend auf ihrer langjährigen Erfahrung als Heilerin, Therapeutin, Seminarleiterin und internationale Autorin präsentiert Elisabeth in diesem Buch nicht nur die Grundlagen der energetischen Heilung wie die 7 kosmischen Gesetze und ihre Auswirkung auf das menschliche Dasein, das Funktionieren der Chakren und der Aura und vieles mehr, sondern bietet einen breiten Fundus von Lichtwerkzeugen zur ganzheitlichen Heilung mit Unterstützung der Erzengel an:
    Lichtreisen, Lichtprozesse, Licht-Heilungsaffirmationen, Licht-Segen und Gebete und die Selbsteinweihung mit den Erzengeln zeigen Wege zur Heilung.

    Geleitet, begleitet und beschützt von den Erzengeln werden bis jetzt ungeahnte Kräfte der Selbstheilung freigesetzt, welche Körper, Geist und Seele zu einem harmonischen Gleichgewicht verhelfen. Wir empfangen inneren Frieden, Freude und Zufriedenheit, was sich auf allen Ebenen des Seins gesundend auswirken kann.

    Buch erhältlich in diesem Verlag

    http://www.ennsthaler.at/websites/frameset.htm

    Es ist echt zum Kotzen

  31. Jutta
    22. November 2013, 14:46 | #31

    Viel schlimmer finde ich, dass es noch immer Abnehmer für solche Bücher gibt. Die Inhalte sind doch langsam bekannt.

    Praktisch jeder hat doch schon mal von all den Wunderheilungen gehört oder einen Hinweis bekommen – trotzdem tauchen immer wieder neue Bücher auf, die sich offenbar auch noch verkaufen lassen.

    Unlängst nahm ich mir nach einer kleinen Kieferoperation ein Taxi – die Folgen des Eingriffs waren zu sehen und auch nicht zu überhören – prompt empfiehlt mir der Fahrer mehrere Kügelchen Arnica, die würden helfen.

    Na ja, zwei Tage Genuss von Wassereis, Schmerzmittel und Eisbeutel haben es genauso geschafft und waren definitiv preiswerter als der energetisierte Zucker!

  32. Wiesesnsohle
    28. November 2013, 18:25 | #32

    Hallo,

    Psychopharmaka, die übrigens heute zum Standard bei invasiven Behandlungen gehören – machen nicht abhängig. Ärzte die sowas behaupten haben keine Ahnung und nähren nur die Geschichte von all den bösen Medikamenten, die uns nur krank machen! Schmarrn!

    das kann man so nicht stehenlassen. Psychopharmaka sind ein weites Feld, und die Nebenwirkungsprofile vielfältig. Benzodiazepine, beispielsweise, machen nachgewiesenermaßen körperlich abhängig, und das schon nach wenigen Wochen regelmäßiger Einnahme. Das muß man schon zugeben. Und es besteht auch eine Gewöhnung.
    Wenn man das allerdings in Relation zu dem, was ein Krebspatient mental zu bewältigen hat, setzt, und wie potent diese Mittel sind (Ich wurde mal anlässlich eines Verdachts auf Herzinfarkt, der sich Gott sei Dank als Magenverstimmung entpuppte, mit Midazolam abgefüllt und war darum sehr dankbar. Ich möchte nicht wissen, wie es ist, den drohenden Tod monatelang anstatt nur die paar Stunden vor Augen zu haben…), sollte die Entscheidung über deren Einsatz allerdings leicht fallen.
    Nach einer möglichen Genesung gibt es inzwischen genug Strategien, auch die Sucht zu bekämpfen. Führen diese nicht zum Ziel, nun ja, verglichen mit Krebs und Todesangst dürfte es Schlimmeres geben, als eine Benzodiazepinabhängigkeit…

  33. Gefährliche Bohnen
    28. November 2013, 19:47 | #33

    Wiesesnsohle :das kann man so nicht stehenlassen.

    Wurde es auch nicht, siehe #19 und #20 😉

  34. jfk2
    2. Dezember 2013, 03:48 | #34

    Vielen Dank noch einmal für den Bericht und mein herzliches Beileid.

  35. Hypertonie
    6. März 2014, 16:54 | #35

    Also ich bin so ein böser Alternativmediziner, aber auch Biomediziner („Schulmedizin“) … und kenne die Grenzen beider Systeme. Ja, man muss z.B. bei Kurkuma aufpassen da es die Chemo hemmt aber man kann sehr gut integrativ Nebenwirkungen ausgleichen wenn man davon Ahnung hat und Patienten wirklich intensiv betreut. Die Fastenmediziner bringen z.B. gerade Studien heraus die beweisen, dass Fasten vor der Chemo nicht nur nicht schadet, sondern auch die normalen Körperzellen in einen Ruhemodus versetzt, der vor den Auswirkungen der Chemo schützt. Ölmassagen und Heilkräuter können sehr gut Stimmung stabilisieren und Aufbauen, Kräuteröle für den Mund helfen bei Stomatitis … wenns nicht hilft, darf man halt nicht zu Stolz sein und muss Standardmittel verschreiben oder an andere spezialisierte Kollegen weitergeben.

  36. pelacani
    6. März 2014, 18:35 | #36

    @Hypertonie

    Vorab: der Terminus „Beleg“ bedeutet nicht: „ich habe gute Erfahrungen damit gemacht“, sondern bedeutet: „kontrollierte Studie“.

    Hypertonie :

    Ja, man muss z.B. bei Kurkuma aufpassen da es die Chemo hemmt

    Wie habe ich mir das konkret vorzustellen, das „Aufpassen“?

    aber man kann sehr gut integrativ Nebenwirkungen ausgleichen

    Was bedeutet das Wort „integrativ“ (vergleiche unsere „Integrative Brandbekämpfung„), hast Du dafür Belege, dass es Nebenwirkungen „ausgleichen“ könnte?

    wenn man davon Ahnung hat und Patienten wirklich intensiv betreut.

    Das scheint mir eine Immunisierung zu sein. Jeder der mit „Kurkuma“ scheitert, hatte eben keine Ahnung oder hat den Patienten „nicht intensiv betreut“. Was immer damit gemeint sein mag – allzuviel Präzision kann hier nur schädlich sein.

    Die Fastenmediziner bringen z.B. gerade Studien heraus die beweisen, dass Fasten vor der Chemo nicht nur nicht schadet, sondern auch die normalen Körperzellen in einen Ruhemodus versetzt, der vor den Auswirkungen der Chemo schützt.

    Der Verweis auf laufende Studien ist ein seit 200 Jahren üblicher rhetorischer Trick. Ins Deutsche übersetzt: es gibt keinerlei Studien, die irgendwas in dieser Richtung beweisen. Außerdem ist das Konzept spinnert; mindestens genauso plausibel wäre, dass das Fasten vor oder während der Chemo „die Abwehrkräfte schwächt“.

    Ölmassagen … können sehr gut Stimmung stabilisieren und Aufbauen

    Ich sehe jetzt nicht unbedingt einen Grund, daran zu zweifeln, aber was hat das mit Medizin zu tun?

    Heilkräuter können sehr gut Stimmung stabilisieren

    Meinst Du jetzt, wenn als Duftstoff eingesetzt, oder behauptest Du damit pharmakologische, antidepressive Wirksamkeit? Wenn letzteres: Belege bitte.

  37. JolietJake
    7. März 2014, 05:25 | #37

    Hypertonie :. Die Fastenmediziner bringen z.B. gerade Studien heraus die beweisen, dass Fasten vor der Chemo nicht nur nicht schadet, sondern auch die normalen Körperzellen in einen Ruhemodus versetzt, der vor den Auswirkungen der Chemo schützt.

    Oh, wow!
    Du hast also vor ein paar Tagen Spon angesurft und den Artikel über Fasten gelesen.
    Beeindruckend!
    Du nennst dich Mediziner?
    Wohl eher Heilpraktiker.
    Das ist bekanntlich ein Jodeldiplom, die können nix.

  38. pelacani
    7. März 2014, 10:27 | #38

    Was ist dran am Aushungern von Krebszellen? vgl auch hier
    https://forum.psiram.com/index.php?topic=10297.msg122248#msg122248
    ff.

  1. 17. November 2013, 23:17 | #1

Spamschutz: Setzen Sie einen Haken im ersten und dritten Kästchen

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