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Zur Flüchtlingsproblematik

Im Psiram-Forum hat der Benutzer „Ladislav Pelc“ vor ein paar Tagen einen Beitrag zum momentan sehr aktuellen Thema Flüchtlinge geschrieben, der aus unserer Sicht so lesenswert ist, dass wir ihn (natürlich mit Zustimmung des Verfassers) hier im Blog veröffentlichen möchten:

Ich habe mir seit einer Weile Gedanken über das Thema Flüchtlinge gemacht, da es mir zunehmend Sorgen macht. Es ist schwer, dieses Thema zu diskutieren, da es nur zwei Standpunkte zu geben scheint: Entweder links „kein Mensch ist illegal“, also Grenzen auf und alle reinlassen – oder rechts die Einstellung, bloß keinen reinlassen, weil es eh nur Wirtschaftsflüchtlinge sind, die zu faul sind, um zu arbeiten und lieber „uns“ auf der Tasche liegen, und/oder weil sie eine fremde Kultur haben, nicht hier her gehören und sowieso nur Ausländer sind (wobei das noch freundlich ausgedrückt ist: letztens erst durfte ich mir die Formulierung „schlimmer als Tiere“ anhören). Dazwischen scheint es nichts zu geben. Und wenn man versucht, das Problem etwas differenzierter zu betrachten, läuft man Gefahr, sehr schnell in eine Ecke gedrängt zu werden. Da es hier jetzt doch wieder etwas „entspannter“ geworden ist, will ich es dennoch versuchen.

Leider bin ich aber zu keiner wirklich akzeptablen Lösung des Problems gekommen; das Ergebnis des Nachdenkens ist bei mir in erster Linie das Gefühl tiefer Hilflosigkeit.

Denn so wenig ich an sich für die Linken übrig habe, eigentlich haben sie ja Recht: Das sind genauso Menschen wie wir. Warum sollten wir da das Recht haben, hier zu leben, sie hingegen nicht? Das gilt natürlich insbesondere, wenn man bedenkt, dass die Lebensumstände da, wo sie herkommen, dermaßen schlecht sind, dass sie alles, was sie haben, aufgeben und eine lebensgefährliche Flucht unter teils unvorstellbar schrecklichen Bedingungen auf sich nehmen, nur um hierher zu kommen. Und da soll man diesen Leuten sagen: Sorry, geht halt zurück, wo ihr hergekommen seid? Was können sie dafür, dass sie das Pech hatten, beispielsweise in Syrien auf die Welt gekommen zu sein statt hierzulande? Sollten wir nicht gerade, weil wir das unverschämte Glück haben, in einem Land zu leben, das weder von einem brutalen Diktator terrorisiert wird noch im Bürgerkrieg versinkt, dieses Glück mit jenen teilen, die es selbst nicht haben?

Selbst die „Wirtschaftsflüchtlinge“, bei denen eigentlich keine Zweifel bestehen, dass sie wieder abgeschoben werden sollen, sind ja denke ich meist keine Leute, die zu faul zum Arbeiten sind und daher denken: Gehe ich nach Deutschland und liege dem Sozialsystem auf der Tasche; ebenso wenig kommen die meisten wohl hierher, um das große Geld zu machen. Ich denke, das sind nicht immer, aber doch wohl meistens Leute, die einfach nur ihren Lebensunterhalt und den ihrer Familie bestreiten wollen, was bei ihnen zu Hause nicht gesichert ist. Auch wenn sie nicht politisch verfolgt oder unterdrückt werden, ist es doch eigentlich unsere Pflicht, auch diesen Menschen zu helfen. Je nach den Umständen vielleicht sogar noch mehr, als den politisch Verfolgten. Denn wenn jemand flüchten muss, weil er sich für die Opposition eingesetzt hat, könnte man ja sagen: Selbst Schuld, hättest du halt die Klappe gehalten und brav vor der Regierung gebuckelt. (Womit ich nicht sagen will, dass ich das so sehe.) Aber was sagt man einem, der nicht weiß, wie er seine Kinder ernähren soll, weil er da, wo er herkommt, gar keine oder keine ausreichend bezahlte Arbeit findet und Sozialsysteme entweder gar nicht oder nur auf dem Papier existieren?

Eigentlich müsste es offensichtlich unsere Pflicht sein, die Grenzen zu öffnen und alle, die hier her kommen wollen, mit offenen Armen willkommen zu heißen! Schlimm genug, dass sie gezwungen sind, ihre Heimat zu verlassen, da sollen sie es doch wenigstens hier gut haben.

Nur leider ist das kein gangbarer Weg. Denn wo sollen all diese Menschen hin, und wovon sollen sie leben? Es herrscht ja jetzt schon Überforderung bei den zuständigen Stellen! (Gut, daran ist auch mit Schuld, dass sich Bund, Länder und Gemeinden gerne gegenseitig den Schwarzen Peter zuschieben, und auch auf der europäischen Ebene eine vernünftige Zusammenarbeit an den Einzelinteressen der Kleinstaaterei scheitert.) Das Problem ist so offensichtlich, dass man es meiner Meinung nach nur dann ignorieren kann, wenn man entweder das Denken einstellt, sobald die Ergebnisse des Denkprozesses unangenehm werden, oder aber indem man völlig naiv davon ausgeht, dass ohnehin alle denkbaren Probleme verschwinden, sobald man nur das böse kapitalistische „System“ beseitigt hat. (Es ist natürlich eine schöne Vorstellung, dass man, wen man erst mal den kapitalistischen Supermarktbesitzer an die Wand gestellt hat, alles bekommt, was man nur will, weil man dann beim Einkaufen nichts mehr bezahlen muss und sich somit alles leisten kann …)

Wohnraum mag sich schaffen lassen, wenn auch nicht von jetzt auf gleich. Aber Arbeitsplätze stehen nicht genügend zur Verfügung, insbesondere da die meisten Flüchtlinge vermutlich über kaum Qualifikationen verfügen, oder jedenfalls nicht über solche, die hier gefragt sind. Und die Kapazitäten der Sozialsysteme sind irgendwann auch begrenzt. Sicher, irgendwann würde sich ein Gleichgewicht einstellen: Sobald es hier irgendwann nicht besser ist als in den Heimatländern der Flüchtlinge, haben sie keinen Grund mehr, hier her zu kommen. Aber das will, denke (und hoffe) ich, auch keiner.

In der Praxis käme und kommt es allerdings weit vorher zu gesellschaftlichen Problemen. Die Leute wollen kein „Asylanten“heim, jedenfalls nicht in ihrer Gegend. Nicht alle Leute natürlich, je nach Region nicht einmal unbedingt die meisten, aber doch viele. Natürlich kann man sagen: Das sind alles Rechte, die Vernunft annehmen und erkennen können, dass das Menschen sind wie du und ich, und dass man die genauso gut als Nachbarn haben kann, wie sonst irgendjemanden. Aber ich denke, es ist doch wichtig, sich Gedanken darüber zu machen, warum das so ist. Und ich denke, es gibt da mehrere Gründe:

Erstens einen, den ich für durchaus berechtigt halte, und der, so ungerne ich es zugebe, dazu führt, dass ich auch nur höchst ungerne neben einem Flüchtlingsheim wohnen würde: Da ist ein ganzer Haufen Leute, die ihr Land fluchtartig verlassen mussten, dabei vielleicht Familienangehörige verloren oder gar sterben gesehen haben und wer weiß was noch Schlimmes erlebt haben und nun in einem fremden Land gestrandet sind, dessen Sprache sie nicht sprechen, dessen Kultur ihnen fremd ist und in dem sie niemanden kennen. Die ersten Tage werden die meisten einfach nur dankbar sein, dass sie sowohl der Unterdrückung in ihrer Heimat entkommen sind als auch die katastrophale Flucht überstanden haben, und sie hier nun endlich ein Bett, ein Dach über dem Kopf und etwas zu Essen bekommen. Aber auf Dauer hält es der dankbarste und genügsamste Mensch nicht aus, einfach nur aus dem Fenster zu schauen, nichts zu tun und abzuwarten, wann was passiert, falls überhaupt etwas passiert. Sie dürfen nicht arbeiten, sie können nicht wirklich was unternehmen, um sich abzulenken – und über allem schwebt die Frage, ob man Asyl bekommt oder ob man doch zurück muss in die Hölle, aus der man geflohen ist. Dazu kommt noch, dass so ein Flüchtlingsheim in aller Regel nicht gerade großzügig geplant und oftmals zudem noch überbelegt ist. Man hockt sich also Tag und Nacht auf der Pelle. Wenn man Glück hat, sind die anderen alle aus dem gleichen Land, vielleicht aus der selben Region, sprechen die gleiche Sprache und haben ein ähnliches Schicksal. Dann kann man sich wenigstens mit denen austauschen. Aber auch dann sind immer einige darunter, mit denen man sich nicht versteht. Und es sind immer auch ein paar Arschlöcher dabei, denn Arschlöcher wachsen auf jedem Boden. Schlimmstenfalls sind die anderen von überall her und sprechen anderen Sprachen, oder gehören womöglich gar einer Gruppe oder einem Volk an, mit dem man schon in der Heimat im Konflikt lag. Man kann sich ausmalen, dass das nicht auf Dauer gut gehen kann. Das ist aber nicht nur für die Flüchtlinge auf Dauer nicht wirklich menschenwürdig, sondern zieht auch die Umgebung potentiell in Mitleidenschaft. Denn so ein Flüchtlingsheim ist ja kein Hochsicherheitsgefängnis, wo keiner rauskommt und wo außen keiner merkt, ob es innen Konflikte gibt.

Zweitens ist den Leuten oftmals durchaus bewusst, dass die Sozialsysteme nur begrenzt belastbar sind und die Mehrkosten von der Allgemeinheit getragen werden müssen, sei es nun direkt durch Steuern usw., oder indirekt, weil dann an anderen Stellen gespart werden muss. Die „kleinen Leute“ trifft das meist am härtesten. Das führt natürlich zu Unmut, auch wenn die Flüchtlinge selbst in aller Regel nichts dafür können.

Drittens bin ich der Ansicht, dass Menschen (leider) von Natur aus zum Rassismus neigen, natürlich individuell unterschiedlich stark ausgeprägt. Man könnte jetzt spekulieren, ob es dafür evolutionäre Ursachen oder dergleichen gibt, oder ob Ausgrenzung womöglich aus gruppendynamischen Gründen wichtig für den Zusammenhalt nach innen ist, doch das würde hier den Rahmen sprengen. Das soll auch keine Rechtfertigung sein; jeder ist selbst dafür verantwortlich, ob er dieser Neigung folgt. Aber es erklärt vielleicht, dass den „Ausländern“ gegenüber Unsicherheit, Angst, Misstrauen und schließlich Abneigung bis hin zum Hass entsteht.

Viertens ist auch sicherlich eine gewisse Portion Neid dabei: „Wir“ müssen hart arbeiten, um ein Dach über dem Kopf und was zu Essen zu haben, und „die“ bekommen das einfach alles umsonst! Natürlich ist es nicht fair, das so zu sehen, denn ich denke, dass kaum jemand wirklich mit einem Flüchtling tauschen wollen würde. Unter Lebensgefahr aus der Heimat fliehen, um dann in der Fremde irgendwo in einem überfüllten Heim hausen zu dürfen, ist sicher nichts, was man erleben möchte. Und ich denke, viele Flüchtlinge wären prinzipiell bereit, für ihren Lebensunterhalt zu arbeiten, wenn sie denn dürften und es geeignete Arbeitsplätze gäbe.

Ich denke aber, dass man die Sorgen der Leute ernst nehmen muss, ob sie nun begründet sind oder nicht. Sagt man einfach, ihr dürft euch keine Sorgen machen, sonst seid ihr Nazis, treibt man sie erst recht den Rechten in die Arme, weil die dann die einzigen sind, die zuhören und auch gleich eine „Lösung“ parat haben.

Ich fürchte, das wird auf Dauer nicht mehr lange gut gehen, und es wird nicht bei ein paar Brandanschlägen bleiben. Ich fürchte, bald wird es Tote geben, und nicht nur ein oder zwei. Irgendwann werden ein paar Nazis die besorgte Bevölkerung dazu aufstacheln, ein Pogrom zu veranstalten. Dann versammelt man sich, zieht gemeinsam zum Flüchtlingsheim, zündet das an und schlägt jeden tot, der rausrennt. Hinterher tut es den meisten Leuten schrecklich Leid (oder ist ihnen vielmehr fürchterlich peinlich), auch wenn sie es vielleicht nicht zugeben werden, weil sie sich selbst die Schuld nicht eingestehen wollen. Aber sie machen aus Gründen der Gruppendynamik mit, denn alle anderen tun es ja auch.

Das alles beunruhigt mich, und ich fühle mich wie schon gesagt hilflos. Einerseits ist es unzweifelhaft unsere moralische Pflicht, all diesen Menschen zu helfen. Aber andererseits es gar nicht möglich, mehr als nur (prozentual betrachtet) einigen wenigen zu helfen.

Vielleicht ist das der Grund, warum es nur zwei extreme Meinungen zu geben scheint: Um dieser Hilflosigkeit zu entgehen, kann man sich entweder auf die moralische Pflicht konzentrieren und verdrängen, dass es nicht möglich ist, sie zu erfüllen. Dann landet man bei den Linken. Kein Mensch ist illegal, fertig. Oder man definiert, dass wir den Flüchtlingen gar nicht helfen müssen, weil sie entweder nur Wirtschaftsflüchtlinge sind, die eigentlich gar keine Hilfe nötig haben, oder gar weil es sich nicht um „richtige“ Menschen so wie uns handelt, sondern nur um Ausländer. Dann landet man bei den Rechten.

Da ich mich aber mit beiden Lösungen nicht anfreunden kann, bleibt mir nur die Hilflosigkeit. Und auch etwas Angst vor dem, was noch kommen mag. Was, wenn es irgendwann nicht mehr reicht, die Grenzen zu schließen und Zäune zu bauen, um die Flüchtlinge abzuhalten? Was, wenn wir Soldaten stationieren müssen, die auf jeden schießen, der versucht, über den Zaun zu klettern? Womöglich werden wir irgendwann Menschen erschießen, nur weil sie verzweifelt versuchen, einen Ort zu finden, an dem sie ein menschenwürdiges Leben führen können. Eine schreckliche Vorstellung!

(Entschuldigt diesen überlangen Beitrag, aber ich musste mir das mal von der Seele schreiben.)

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  1. 22. September 2015, 21:29 | #1

    Tolles Statement zur aktuellen Lage, das genau meine Meinung trifft.

    Es handelt sich nicht einfach um Flüchtlinge, sondern um MENSCHEN wie wir alle und deshalb muss man diese auch mit der entsprechenden Würde behandeln. Trotzdem muss man aber auch die Probleme erkennen, die ein großer Flüchtlingsstrom mit sich bringt.

    Ich hoffe, dass es einfacher wird in der Zukunft diesen Menschen eine Perspektive zu geben. Fast alle würden gerne arbeiten und etliche sind auch qualifiziert. Hier muss auch die Politik reagieren, um diesen Menschen Möglichkeiten zu geben.
    Ich würde es enorm begrüßen, wenn man den Flüchtlingen Deutschkurse und eine Berufsausbildung bieten könnte (unser Unternehmen bietet Flüchtlingen Ausbildungsplätze an). Denn viele wollen sicherlich irgendwann in ihre Heimat zurück und da ist eine Berufsausbildung nach deutschem Standard sicherlich enorm wertvoll. Und die, die sich ein Leben in Deutschland vorstellen können, könnten dann den Fachkräftemangel abschwächen.

    Ich hoffe, dass es hier in Deutschland noch mehr Leute gibt, die sich eine solch differenzierte Meinung bilden können, ohne in Extreme zu verfallen.

  2. Martin Däniken
    22. September 2015, 21:48 | #2

    Für mich der Hass,die Wut auf diese Flüchtlinge nur dann verständlich weil diese von den Hassenden und Wütenden NICHT als menschliche Wesen wahrgenommen werden!
    Ob wir wohl mit Ausserirdischen,die Hilfe bräuchten auch so ansehen würden…
    „A person is smart.
    People are dumb, panicky dangerous animals and you know it.
    Fifteen hundred years ago everybody knew the Earth was the center of the universe.
    Five hundred years ago, everybody knew the Earth was flat,
    and fifteen minutes ago, you knew that humans were alone on this planet.
    Imagine what you’ll know tomorrow. “ Agent K. in Men in Black

  3. Ariane
    22. September 2015, 22:06 | #3

    Ich bin der Meinung, dass viele der Menschen, die intensiv helfen und damit automatisch zu den Linken gezählt werden, genauso denken, wie du. es steht doch klar im Raum. Allerdings wird der Teufel, den du an die Wand malst, nur dann kommen, wenn die Politik es nicht schafft, dieses Problem als ein Schritt zum Wandel anzusehen. Die EU kämpft ihren härtesten Kampf und Deutschland muss sein bürokratisches System hinterfragen. Genauso wie die Inklusion eine Möglichkeit sein könnte, das bisheriger Bildungssystem endlich gründlich zu reformieren, sind die Massen an Flüchtlingen eine Grund, das Sozialsystem, das krankensystem und die Bürokratie zu refomieren. Nur benötigt es dazu mutige Politiker, denen man trauen kann und ein wenig flexible Intelligenz, die nicht ausnutzt und es schafft, diese hoch komplexen System umzukrempeln. Und ob das vorhanden ist, ist wohl die größte Frage. Ich helfe, wo ich kann und beobachte gespannt die politische Entwicklung…

  4. Ronald
    22. September 2015, 22:19 | #4

    Was dem Autor entgangen ist, kann ein Fußballtrainer in 8 Minuten sauber ergänzen:

    http://www.testspiel.de/christian-streich-fasst-die-fluechtlingskrise-zusammen

    Zu den akuten Notwendigkeiten, zu den Ursachen und zu Lösungsansätzen.

  5. wolfgang
    22. September 2015, 23:58 | #5

    billig, billiger geht‘s nicht … zum Beispiel:

    „Es ist natürlich eine schöne Vorstellung, dass man, wen man erst mal den kapitalistischen Supermarktbesitzer an die Wand gestellt hat, alles bekommt, was man nur will …“

    kauf dir billige Volkswagen-Aktien, und gib Ruhe …

  6. Stöber
    23. September 2015, 00:51 | #6

    Eine bittere Verachtung habe ich bei diesem Thema gegenüber Politik und Behörden. Die haben mal wieder glänzend die völlige Abwesenheit jeglicher Kompetenz demonstriert: Unvorbereitete Hilfs- und Versorgungsstruktur, Kollaps der Behörden und Ämter mit monatelangem Rückstau, Handtuchwerfen der Sicherheitsbehörden (keine Registrierung, gekaperte Züge und Bahnhöfe), keine Koordinierung mit dem europäischen Ausland, geschweige denn mit den Anrainerstaaten der Krisengebiete. Was demnächst im Gesundheitssystem los sein wird?

    Konsequenz? Keine. Da die Bevölkerung wahltechnisch gerade tendenziell nach rechts rutscht, verlieren von Links über Grün bis SPD die gemäßigteren Parteien und rechts gibts kräftig Zulauf. Wer sich dann doch nicht traut, NPD zu wählen, macht das Kreuz wenigstens ins Schwarze.
    Somit wird genau die Bande von Pennern (im Wortsinne) belohnt, die durch ihre monatelange Untätigkeit im Vorfeld dieses Flüchtlingschaos erst angerichtet hat.

    Gleichzeitig sollen die wenigen Verbesserungen, die wir in sozialer Sicht in letzter Zeit erreichen konnten, wieder unterhöhlt werden: Für Flüchtlinge steht eine Absenkung/Aussetzung des Mindestlohnes im Raum. Damit die dann (staatlich alimentiert, denn man kann ja davon nicht leben) genau den Leuten die Lebensgrundlage nehmen, die jetzt wenigstens mal den Mindestlohn erhalten? Und wer wundert sich hier noch über böses Blut?

    Parallel zum Niedriglohnsektor klettern die Mittelschichtler auf die Barrikaden: Das sind die Leute, denen man seit 10-15 Jahren immer erzählt, wieviel die öffentliche Hand doch einsparen muss. Während meine Generation noch Lehrmittel (Schulbücher etc.) gestellt bekam und zum Sport oder Schwimmunterricht in kommunale Einrichtungen in Laufweite ging, zahlen die Eltern heute alle Bücher selbst, die Öffi-Monatskarte kostet empfindlich viel und die Sporthalle ist einsturzgefährdet. Gleichzeitig haben wir einen Rekord an ertrunkenen Kindern in diesem Jahr.

    Ich wage mal eine kleine These: Würde ein solides Vertrauen in Politik und Staat existieren, das täglich neu erfahrbar wäre – wir könnten und würden mit großer Gelassenheit etliche hunderttausend Flüchtlinge aufnehmen. Schon per Sammel-/Registrierungslager an der syrischen Grenze und per Flugzeug dann nach FFM und BER. Keine Ertrinkenden, keine Schlepper.

    Aber diesen notorischen Versagern traut man ja kaum zu, den Staat in Friedenszeiten nicht mutwillig an die Wand zu fahren, geschweige denn in Krisenzeiten planvoll und effizient zu handeln. Auch darum der generelle Unterton im Volk: Bitte nicht, lasst uns bloß in Ruhe mit euren tollen, in den Medien gefeierten Aktionismen.
    Diese Hilflosigkeit und Resignation in Wut zu verwandeln, dazu brauchts nicht mehr viel.

  7. Durben
    23. September 2015, 07:56 | #7

    @Wolfgang
    Du hast das wohl falsch verstanden, das spiegelt nicht die Einstellung des Autors wider, sondern ist als Beispiel linksradikaler Denke gemeint. Wenn du den Text in Gänze gelesen hast hätte das eigentlich auffallen sollen.
    Auf jeden Fall ein super Text, vielen Dank, eine Perle bei dem ganzen Unsinn den man grad so lesen kann.
    MfG

  8. wolfgang
    23. September 2015, 09:19 | #8

    @ Durben

    ich habe den Text „Zur Flüchtlingsproblematik“ gelesen, er bringt nichts neues …

    nur völlig unmotivierte, – billige – Klischees über „Linke“

  9. Martin
  10. sumo
    23. September 2015, 11:10 | #10

    ein sehr guter Beitrag!
    Natürlich habe ich Verständnis für jeden Menschen, der hier in dieses Land kommt, weil er sich ein besseres(und friedliches)Leben verspricht. soweit-sogut.
    Nun bitte ich aber zu bedenken, daß es sehr viele Menschen gibt, die zwar unter vergleichbar höchst armen Bedingungen ihr Leben leben, aber dabei nicht (oder nur unwesentlich) von Terror, Krieg, Verfolgung bedroht sind.
    Nun leben wir in Deutschland in einem der fünf bis zehn reichsten Länder der Welt. Andersherum bedeutet das, daß dann 75-80% der Menschheit Anspruch auf Zuwanderung und Bleiberecht hier erhalten würden, wenn man wirtschaftliche Not als Asylgrund/Fluchtgrund anerkennen würde.

    Die verfügbaren -endlichen- Mittel(Finanzen, Immobilien usw) sollten den KRIEGSflüchtlingen zur Verfügung stehen. Wenn diese Gruppe zu groß wird, wird das zu Verwerfungen führen.

    Ich habe auch das großherzige Engagement vieler Bürger beobachtet, die in Flüchtlingsunterkünften helfen, die spenden, die sich um die dort lebenden Menschen kümmern. Das ist sehr schön–nur, was passiert, wenn solche Flüchtlingszahlen zu einem Dauer-oder zumindest langandauernden Zustand werden?

    Ich bin grundsätzlich davon überzeugt, daß man viele bis sehr viele Kriegsflüchtlinge hier versorgen kann, die integrieren kann, aber das ist auch mit Forderungen an diese Flüchtlinge verbunden. Es gibt bestimmte Dinge, über die nicht verhandelt wird, die unter keinen Umständen zu Disposition stehen. (Allgemeine Erklärung der Menschenrecht, Grundgesetz, das allgemeine Verhältnis Frau und Mann und was der Dinge noch sind).
    Wer diese Dinge vorbehaltlos akzeptiert, der hat auch die Chancen hier verdient, die ihm dieses Land bietet.

  11. Flo
    23. September 2015, 11:34 | #11

    Die meisten Probleme, die der Autor mit der linken Position zu haben scheint, sind eher organisatorischer Natur: Überfüllte Flüchtlingsheime, ewig wartende Asylbewerber die nicht arbeiten dürften, etc. Diese können auch organisatorisch gelöst werden, wenn man sich nur einfach mal dazu entschließt, dies auch lösen zu wollen. Die Kostenfrage ist genauso lächerlich, wenn man sich mal anschaut, um welche Beträge es wirklich geht und wie ungleich das Geld nunmal in Deutschland verteilt ist. Das Sozialsystem wird von ganz anderer Stelle deutlich mehr bedroht – insbesondere dann, wenn man dafür sorgt, dass die Leute, die arbeiten wollen, dies auch können. Auch das, ein rein politisches Problem.

    So stehen gegen die linke Seite also letzten Endes nur ein paar organisatorisch-politische Einwände. Die kann man lösen. Das macht meines Erachtens die Lösung weiter rechts zu suchen kein bisschen sinnvoller.

  12. Benny
    23. September 2015, 15:42 | #12

    In Deutschland (genauer eigentlich im Westen) gab es nach dem Krieg 12-14 Millionen Flüchtlinge. Meine Mutter gehörte dazu und hat mir erzählt, dass das Wort „Flüchtling“ zu dieser Zeit eher ein Schimpfwort war. Obwohl das alles „Deutsche“ waren, die manchmal einen ziemlich fremden Dialekt sprachen und zumindest häufig einer anderen Konfession angehörten (was damals noch ein Problem war!), spricht Heute Niemand mehr davon.

    Im Gegensatz zu damals wissen wir Heute sehr genau über die Mechanismen bescheid, die zu Abgrenzung und Problemen führen. Die Sozialwissenschaften lehren uns, was man dagegen tun kann. Da wäre zunächst mal: Miteinander reden!

    Meine Tochter engagiert sich bei den örtlichen Flüchtlingen und bringt ihnen Deutsch bei. Das hat den schönen Nebeneffekt mit den Leuten ins Gespräch zu kommen. Leute mit denen man redet bringt man nicht um. Als ich letzte Woche am FLüchtlingsheim vorbei Lief (beim Joggen), hörte ich von allen Seiten „Hallo, wie geht’s!“ (Das haben sie wohl schon gelernt).

    In unserem Fall sind das alles Leute vom Balkan, die wahrscheinlich wieder zurück müssen. Und nicht, dass es keine Konflikte gäbe: Wie wir erfahren haben gabe es bereits Stress, weil Spenden die in die Gemeinschaft gingen immer erst bei denen gelandet sind, die vorne dran wohnten. Das hat sich aber wohl geklärt.

    Zumindest unsere Flüchtlinge sind Bettelarm (was übrigens bei Syrischen nicht immer gilt) und das heißt für sie, dass sie jetzt erst mal besser leben als vorher. Es liegt an uns ihnen die Möglichkeit zu schaffen sich weiter zu verbessern. Das geht zum Beispiel damit einher, dass man in der nächsten Generation für Bildung sorgt – das geht damit los, das es unter den Roma-Flüchtlingen schon einen hohen Anteil an Analphabeten gibt, die natürlich lesen und schreiben lernen sollten.

    Wenn wir das richtig machen, dann kann man in der nächsten Generation eine Flüchtling schon nur noch an seinem Namen identifizieren, weil der vielleicht noch etwas selten klingt. Ich persönlich arbeite in einer Firma, die mit „Ausländern“ praktisch durchsetzt ist (Software, sag ich nur). Einige der Leute kommen mir manchmal so vor als wären sie hier geboren und hätten einige unserer Eigenheiten bereits mit der Muttermilch aufgesogen….

  13. Bernardo
    23. September 2015, 17:25 | #13

    Alles richtige und gute Beiträge. Ich bin auch der Meinung, dass die Probleme mit der „linken“ Lösung organisatorischer Natur sind und vom politischen Willen abhängen.

    Zweitens sollten wir hier auch mal ein bisschen diskursanalytisch werden und hinterfragen, was denn eigentlich einen „Flüchtlingsstrom“ konstituiert. Das klingt nach sehr viel, aber konkret haben wir bisher in Deutschland seit Januar 2015 etwas mehr als 250 000 Asylerstanträge gezählt – 50 000 mehr als im ganzen Jahr 2014. Laut Pro Asyl machten Asylsuchende 2014 nur 11 Prozent der Gesamteinwanderung (650 000) in Deutschland aus. Ungefähr 70% der Asylanträge 2014 wurden negativ beschieden.

    Soll heissen: die Zahlen steigen, aber nicht so dramatisch, dass man von einem plötzlichen „Flüchtlingsstrom“ nach Europa reden kann. Anfang der 90er (vor der extremen Einschränkung des Asylrechts) waren die Zahlen wesentlich höher.

    Es gibt aber Flüchtlingsströme, 2014 wurden weltweit 5,5 Millionen Menschen neu(!) vetrieben. Der allerallergrösste Teil davon verbleibt aber im Herkunftsland oder in den Nachbarländern. Das ist die Krise, in der man helfen muss, um z.B. die Flüchtlignslager in der Türkei zu verbessern.

    Und dieselben Zeitungen, die über die Unmöglichkeit schreiben, diese „Flüchtlingsströme“ aufzunehmen, haben bis vor ein paar Monaten noch über die zu geringe Geburtenrate der Deutschen gejammert. Da fällt mir nur PJ O’Rourke ein: „Just Enough of Me, Way Too Much of You“.

  14. Abe
    23. September 2015, 21:42 | #14

    Ich dachte, Psiram hat sich gegründet, um gegen ‚irrationale Überzeugungssysteme‘ anzugehen. Warum dann einen Beitrag veröffentlichen, der irrationaler nicht sein könnte: Die Resignation vor dem Problem resultiert aus einer Perspektive, die die Einrichtung des Bestehenden als Naturtatsache verklärt. So als bestünde das alles als karmische Ordnung, die unverrückbar sei. Schon komisch, was das mit Leuten macht, wenn sie sich post-ideologisch verorten. Da sind mir kluge Rechte lieber…

  15. Martin Däniken
    23. September 2015, 22:52 | #15

    Menschen mit Ängsten sind nicht rational,
    evtll kann man eine rationale Maske aufgebaut werden,wohinter die Ängste versteckt sind.
    Kluge Rechte ha,sie wissen wie Menschen funktionieren,wo man sie abholt,wie man Ängste einsetzt aber das als Klug zubezeichnen -würde mir nicht einfallen
    -sie sind so klug weil man ihnen die Macht zugesteht…z.B. weil man sie als Klug bezeichnet!

  16. 24. September 2015, 13:35 | #16

    Kann sich jemand eigentlich vorstellen, dass es Menschen geben könnte, die genau in die umgekehrte Richtung fliehen (nein, ich meine jetzt nicht IS-Sympathisanten): nur weg von dem erdrückenden, degenerierenden Wattewohlstandsnest Deutschland, in entlegenste sibirische Waldgebirge oder die Wüsten Zentralasiens, um endlich wieder wahres Leben zu spüren, Kampf ums nackte Überleben, gegen Bären, Wölfe und barbarische Minusgrade?

  17. Sulu
    24. September 2015, 17:55 | #17

    „Kann sich jemand eigentlich vorstellen, dass es Menschen geben könnte, die genau in die umgekehrte Richtung“

    Gibts da nicht sogar Sendungen über solche Leute, „Die Auswanderer“ oder „Die Abenteurer“ oder so?

  18. Hans Wurst
    24. September 2015, 19:00 | #18

    Hallo,

    soweit ich die Medien verfolgt habe, hatte ich nicht den Eindruck, daß unsere politische Linke eine differenzierte Sicht der Flüchtlingsproblematik besitzt. Und falls doch, vielleicht kann das mir ja jemand hier auseinandersetzen.

  19. pelacani
    24. September 2015, 19:21 | #19

    Hans Wurst :

    Hallo,

    soweit ich die Medien verfolgt habe, hatte ich nicht den Eindruck, daß unsere politische Linke eine differenzierte Sicht der Flüchtlingsproblematik besitzt. Und falls doch, vielleicht kann das mir ja jemand hier auseinandersetzen.

    Von der politische Rechten kann man das gleiche sagen.

  20. Klaus Vater
    25. September 2015, 06:52 | #20

    Lieber Longcopy-Schreiber, Antworten auf die „Flüchtlingsfragen“ sind nach meiner Auffassung nicht links oder rechts oder in der politischen Mitte zu finden, sondern nur so, indem wir ein wenig über uns selber nachdenken. Viele von uns müssen wieder lernen, einfach eine schwierige Situation auszuhalten, eine, wie man sagt „hängende Partie“ eine Zeit lang zu ertragen. Die Haltung: Ich will sofort wissen, was daraus wird, die wird manchmal sinnlos. Sorry, ich würde Ihnen etwas anderes schreiben, wenn´s etwas anderes gäbe. Tut´s aber nicht. Bleibt die Frage nach unserer Kultur. Carl Zuckmayer hat in „Des Teufels General“ einem jungen Mann, der in seiner Familie eine jüdische Großmutter entdeckte, die richtige Antwort gegeben. Lesen Sie es nach. Freundliche Grüße Klaus Vater

  21. Hans Wurst
    25. September 2015, 07:41 | #21

    @pelacani

    Das heißt demnach, daß weder die politische Rechte (wer genau ist das?) noch die politische Linke eine differenzierte Auffassung zur Flüchtlingsproblematik haben.

    Überall wird kritisiert, aber nirgendwo liest man Vorschläge, wie man es hätte vernünftig machen können, außer solchen Schwachsinn wie Alle reinlassen – Keinen reinlassen, Alle rauswerfen.

  22. pelacani
    25. September 2015, 08:25 | #22

    Hans Wurst :

    Überall wird kritisiert, aber nirgendwo liest man Vorschläge, wie man es hätte vernünftig machen können, außer solchen Schwachsinn wie Alle reinlassen – Keinen reinlassen, Alle rauswerfen.

    Völlig richtig. Ich habe auch keinen Vorschlag.

  23. kagl
    25. September 2015, 10:30 | #23

    @Abe
    In der Tat, „irrational“ und ratlos sind all diese Beiträge, in denen die Fluchtursachen völlig außer Betracht bleiben. Es ist die imperialistische Kriegs- und Ausbeutungspolitik, die Millionen Menschen ins Elend und in die Flucht treibt. Beipiel Syrien: die von den USA, der NATO, Deutschland, Türkei und den reaktionären Golf-Monarchien betriebene Embargo- und Regime-Change-Politik, die direkte oder indirekte Finanzierung und Bewaffnung islamistischer Terrorbanden…. Beispiel Afrika: die Freihandels-Diktate, Land-Grabbing, Dumping-Exporte, Bewaffnung korrupter Regimes, das Leerfischen der Küsten usw. machen Millionen land- und arbeitslos….. Das ist die Politik des Westens, der EU und Deutschlands, deren Verelendungsfolgen ihnen jetzt vor die Haustüren schwappen. Der Kapitalismus hat ein Stadium erreicht, in dem der „Untergang in der Barbarei“ (R.Luxemburg) zunehmend Realperspektive wird. Jedenfalls solange man das als „unverrückbare karmische Ordnung“ betrachtet, gegenüber der man „auch keinen Vorschlag“ hat.

  24. Flo
    25. September 2015, 11:06 | #24

    So erhaben sich Leute auch fühlen können, die dauernd „wehret den Ursachen“ skandieren, so wenig tragen sie zur Lösung aktueller Probleme bei. Sicherlich läuft haufenweise schief in der Welt, vieles muss man besser machen um Katastrophen zu vermeiden. Aber all das ändert nichts daran, dass es mindestens hier und heute JETZT Leute gibt, die JETZT, hier bei uns, Hilfe brauchen. Das ist kein entferntes, politisches Problem für die Zukunft, sondern echte Menschen in diesem, unserem Land.

  25. Groucho
    25. September 2015, 11:49 | #25

    @Kagl: Wie recht Du hast. Unter Putin als Weltherrscher wäre das bestimmt nie soweit gekommen, dass Assad aus lauter Liebe zu seinem Volk Fassbomben und andere schöne Dinge den Leuten zuteil werden lässt und wir würden schon längst mit Eierkuchen den Frieden feiern. Immer diese Imperialisten!

  26. Dolph
    25. September 2015, 11:51 | #26

    Woran es hier im Moment vielen Diskussionsteilnehmern ganz akut fehlt sind Kenntnisse – zumindest Grundkenntnisse – in Staatsphilosophie.
    Wenn ich anfange ein Staatswesen nach „Graswurzel“-Methode zu organisieren, analog also zur Piratenpartei, und dann auch noch anfange zu „ignorieren“, dass es so etwas wie ein genuines Volk auf der einen und „alle anderen“ auf der anderen Seite gibt, dann lande ich früher als mir lieb ist bei einem Stat, der ähnlich erfolgreich funktioniert wie die Piratenpartei… Von meiner ach so menschlichen Einstellung „alles Menschen wie ich“ bleibt dann nicht mehr viel übrig.
    Man könnte das was da gerade passiert auch mit Fug und Recht als praktizierte Dekadenz bezeichnen, ohne deswegen gleich ein „Nazi“ zu sein.

  27. kagl
    25. September 2015, 12:05 | #27

    @Flo
    Zum hier und jetzt: die private Flüchtlingshilfe und Willkommenskultur muss selbstverständlich weiter unterstützt werden. Doch so „erhaben sich Leute“ bei den Willkommens- und Hilfsaktionen „auch fühlen können“, das wird nicht langen. Es müssen massenhaft – staatlich – Sozialwohnungen gebaut werden – jenseits der privatisierten Wohnungswirtschaft und bürokratischer Starrheit; es braucht staatliche Arbeitsbeschaffungsprogramme, Bildung, Ausbildung etc.; das kann nicht marktwirtschaftlich-neoliberal gelöst werden… Die Bundesregierung muss sofort und massiv für einen „westfälischen Frieden“ für Syrien, Verhandlungen der westlichen Kriegsparteien auch mit Assad, Rußland, Iran eintreten. Milliarden an Wiederaufbauhilfen für Syrien… Die meisten Flüchtlinge würden gerne zurückkehren, wenn Frieden und Wiederaufbau beginnen. … Schluss mit den verheerenden Freihandelsverträgen…. Es gibt jede Menge für Hier und Jetzt – nur solange die Fluchtursachen anhalten, wird es immer mehr „echte Menschen“ geben, die Hilfe brauchen „in diesem, unserem Land“. (wem gehört es wirklich, wer hat die Macht?)

  28. wolfgang
    25. September 2015, 13:39 | #28

    @ Psiram

    wie wärs denn mit ner neuen Selbstbeschreibung?

    „Psiram – wir geben Rechten ein Zuhause“

    ( und nennen es „Aufklärung“ )

  29. RainerO
    25. September 2015, 15:43 | #29

    @ wolfgang
    Ich kann den Text auch nicht vorbehaltlos unterschreiben, vor allem fehlen mir Lösungsansätze. Das „Ich armer Tropf sitze in der Mitte zwischen zwei Extremen und kann mir nicht helfen“ ist mir eindeutig zu wenig, so wortreich dies auch ausgeführt ist.

    Aber mit deinen (sehr wortarmen) Einwürfen kann ich noch weniger anfangen. Ist alles
    jenseits deiner Einstellung „rechts“? Wie ist dein Einstellung zu dem Thema überhaupt?
    Deine ärgerlich hingerotzten Einzeiler sind nicht sehr erhellend.

  30. Groucho
    25. September 2015, 15:43 | #30

    wolfgang :

    @ Psiram

    wie wärs denn mit ner neuen Selbstbeschreibung?

    „Psiram – wir geben Rechten ein Zuhause“

    ( und nennen es „Aufklärung“ )

    Endlich der erwartete Kommentar. Immerhin bis Nr. 28 gedauert, hätte früher vermutet.

  31. Hans Wurst
    25. September 2015, 16:01 | #31

    Wann ist wieder Buchmesse? Wann erscheint ‚Der Untergang des Abendlandes‘?
    Oder ‚The Fall of The Occident and The Rise of The Orient‘?

  32. wolfgang
    25. September 2015, 16:04 | #32

    @ Groucho

    dein Verdienst, mit deinem ultra-dämlichen „wenn‘s dir hier nicht paßt, dann geh doch zu Putin oder Assad …“ siehe #25

    das ist so doof, fast zu schade, das nur „rechts“ zu nennen

  33. editor
    25. September 2015, 16:38 | #33

    Warum regt man sich eigentlich über sog linke Gutmenschen auf, wenn die Asylsuchenden praktisch alle aus rechten Diktaturen kommen, und in der EU auch die Rechten wie Orban, Le Pen und Strache gegen Asylsuchende hetzen?

    In der EU gibts ca 500 Mio Einwohner, da können doch eine halbe Mio zusätzlich kein wirkliches Problem sein; die sind traumatisiert, ihre Häuser bombardiert (Fassbomben) und Verwandte getötet.

  34. Dolph
    25. September 2015, 18:50 | #34

    @Hans Wurst
    Leute wie du werden am lautesten schreien wenn sie endlich verstehen, dass genau DAS gerade stattfindet…

  35. Bernardo
    25. September 2015, 20:39 | #35

    Angesichts dessen, dass Letztere hier gerade rapide sinkt, hier mal ein link zu einer sehr schönen Aktion der „Deutschen Gesellschaft für Vernunft und Diskussionskultur (kurz: ARGHHH!)“ (Wers kennt: anerkannt von dem renommierten Birnbaum-Institut ;)):

    http://www.arghhh.de/

    Dort findet Ihr kurze Videos, die mit Zahlen und Fakten arbeiten und über das tatsächliche Ausmass der „Flüchtlingskrise“, ihrer Kosten und der Menschen, um die es da geht, aufklären.

    Zum Beispiel dieses Video, das mein Argument von weiter oben stützt:
    https://www.youtube.com/watch?t=26&v=wJbIy7Ig1Sc

  36. Martin Däniken
    25. September 2015, 21:36 | #36

    Weil die Staaten aus denen die Flüchtlinge als „stabil“ gelten, d.h. sie halten Verträge mit z.b. Rüstungskonzernen ein,evtll geht auch das ein oder andere ethisch nicht vertretbare mit hiesigen Pharmafirmen…
    Deshalb war die Unterstützung für den „arabischen Frühling“ so mau
    -neue Leute,die evtll Verträge und Geldflüsse überprüfen
    -wenn man aber niemand von den neuen unterstützt,
    verstehen die wie der Hase läuft und holen dann altgediente Kräfte wieder in ihre Posten zurück.
    Es ist wie bei Tom Sawyer der sich den Zaun streichen lässt 😉

  37. 26. September 2015, 08:17 | #37
  38. Dolph
    26. September 2015, 12:35 | #38

    @Bernardo
    Rührend. Leider allerdings lediglich „rührend naiv“, da eine Momentaufnahme!
    Sie können getrost davon ausgehen, dass dieses Land in fünf bis sechs Jahren in keiner Form mehr lebenswert sein wird, wenn es so weitergeht wie im Augenblick.
    http://de.reuters.com/article/worldNews/idDEKCN0RP1E020150925

  39. Bernardo
    26. September 2015, 14:50 | #39

    @Dolph

    „Naivität“, der alte Vorwurf des Konservativen. Die Welt mit einer rosa Brille zu sehen, ist aber auch nicht schlechter, als mit einer schwarzen.

    Erstmal: zwei entscheidende Nebensätze in dem Statement von Awad sind „schloss nicht aus“ und „solange es keine Lösung für den Bürgerkrieg in Syrien gebe“. Ihm geht es darum, dass auf die Situation endlich reagiert werden muss, da sonst „der Druck zur Flucht“ erhalten bleibe – auch das eine Formulierung, die genau eben vermeidet, klar zu behaupten, Millionen würde nach Europa kommen. Zudem weist er, wie ich oben auch, auf die viel akutere Lage in den Flüchtlingslagern hin, wo tatsächlich Millionen verelenden.

    Zweitens: „wenn es so weitergeht“ ist ein grosses wenn. Lineare Progressionen haben sich nich jedes Mal als komplett unbrauchbare Vorhersage erwiesen, zumal wenn es um solche Katastrophenszenarien geht.

    Drittens: „Millionen“ heisst „in einstelliger Millionenhöhe“. Selbst 9 Mio. zusätzliche Menschen in Europa (Gesamtbevölkerung EU 2015: 508,2 Mio.) würden Ihr Leben, wenn Sie sich für diese Leute nicht interessieren, kaum beeinflussen – nicht mal Ihre Steuer würde sich wesentlich erhöhen. Also kann Ihre Annahme, das Land sei „nicht mehr lebenswert“, nur daher kommen, dass Sie ein Problem mit der Art von Menschen haben, die hierher kommen. Das ist Ihr Problem und das müssen Sie mit sich selbst ausmachen. Nur lassen Sie mich mit Ihrer „Das Boot ist voll“-Rhetorik in Ruhe; die war schon Anfang der Neunziger Jahre Quatsch.

    Es gibt zwei Probleme, die angegangen werden müssen: erstens die Fluchtursachen bekämpfen und die Lage in den Flüchtlingslagern in den Hauptaufnahmestaaten (Türkei, Iran usw.) verbessern; zweitens vernünftige Integrationsprogramme für hier ankommende Flüchtlinge, die ihnen ein lebenswertes Dasein für ihre Zeit in Deutschland ermöglichen. Also: Deutschkurse, Arbeitsstellen, vernünftiger Wohnraum. Das ist machbar, wenn politischer Wille da ist. Trotz Gutfühlrhetorik seitens der Bundesregierung sehe ich den nicht. Da liegt das Problem.

  40. Bernardo
    26. September 2015, 14:51 | #40

    *noch jedes Mal.

  41. n00b
    26. September 2015, 15:25 | #41

    Nun, ein schöner Artikel.
    Was unseren großen Staatstheorethikern anscheinend nicht einleuchten will ist das der Sturz eines Regierungssystems egal wie despotisch es sein mag höchst selten den Aufbau einer vernünftigen Demokratie nach sich zieht. Eine Ausnahme stellt ein Umsturz durch eine gut organisierte Gruppe dar, die das Regierungswesen gut weiterführen kann. Sollte sich diese Kraft als zu schwach erweisen kommt es zu einem Machtvakuum, in dem sich Gruppen wie der IS ausbreiten können. Somit ist der Sturz eines Systems immer mit Vorsicht zu genießen. Das soll nicht heißen, dass ich Despoten unterstütze, aber in manchen Fällen ist eine schlechte Obrigkeit eben doch besser als gar keine
    MFG der n00b

  42. Dolph
    26. September 2015, 15:52 | #42

    @Bernardo
    Naivität ist immer schädlich. Eine infantile, dümmliche Herangehensweise, die unter Garantie von weniger der Idiotie verfallenen schamlos ausgenutzt werden wird. Angesichts so mancher Entwicklungen im Moment kann man das auch bereits erkennen, so man sich denn nicht singend die Finger in die Ohren stopft!

    Was die zu erwartende Anzahl der „Flüchtlinge“ in den kommenden Jahren und Jahrzehnten angeht verweise ich alleine auf die Bevölkerungsentwicklung auf dem afrikanischen Kontinent und die in diesem Kontext erhobenen Wanderungsabsichten, sowie auf die in den nächsten dreißig bis fünfzig Jahren zu erwartenden Ressourcenknappheiten vor dem Hintergrund gleichzeitig fortschreitender Bevölkerungsexplosion in verschiedenen Weltregionen. Da können sie gerne mal versuchen blauäugig „Fluchtursachen“ zu bekämpfen, viel Spaß dabei…

    Ich kann Sie nur auffordern, sich etwas weniger ideologisch verblendet mit der Thematik auseinanderzusetzen und aus ihrem euphorisch eingefärbten Delirium aufzuwachen. Sie sägen gerade mit aller Kraft an dem Ast auf dem Sie selber sitzen. Das wäre mir persönlich herzlich egal, wenn es nicht auch mein Ast und der meiner Kinder wäre!

  43. Martin Däniken
    26. September 2015, 16:02 | #43

    Solange diese die waffenliefernden Zivilisierten Staaten bezahlen,solange Konzerne Verträge anschliessen ,die den Lokalenheros saftige Schmiergelder einbringen
    -nur irgendwann hat es der letzte Dorfbewohner kapiert was abgeht und dann kann sich eine kritische Masse aufbauen..
    Dann gibt es die Frage sind Widerständler Revolutionäre oder Terroristen-sollten sie sich in irgendeiner am Rauschgifthandel beteiligen,sind sie pöööse..machen beim Drogenhandel Regierungsstellen mit,finden sich immer ein paar Kilos bei Durchsuchung damit es gut aus sieht…Von Festnahmen Folterungen Ferschwindenlassen durch die schlechte Obrigkeit ganz abgesehen.
    Aus einem einem durch und durch korrupten System wird keine Blümchenwiese wenn es zu viele Abhängigkeiten gibt und vorallem kein Vertrauen der Bevölkerung-
    Nur ein paar staatstheoretoische Überlegungen 😉

  44. Hans Wurst
    28. September 2015, 07:13 | #44

    editor :
    Warum regt man sich eigentlich über sog linke Gutmenschen auf, wenn die Asylsuchenden praktisch alle aus rechten Diktaturen kommen, […]

    Und welche sollten das sein? Assad ist sicher keine rechter Diktator, in der Region ist er der einzige, der Religionsfreiheit garantiert hatte. Das ZDF hat ihn gestern abend als größten lebenden Massenmörder bezeichnet und ihm kurzerhand den ungeklärten Giftgasangriff in die Schuhe geschoben (, der mit größerer Wahrscheinlichkeit von den damals noch Rebellen, jetzt IS-Mördern genannten Gruppen ausging, die ihn in seinem Palast ausräuchern wollten, sich aber ungünstigen Winden ausgesetzt sahen – etwas, das im Gaskrieg öfters vorkam). Und Rumänien, Bulgarien, Albanien, Serbien – sind das rechte Diktatiuren?

  45. Hans Wurst
    28. September 2015, 07:20 | #45

    A propos Begrüßungskomödie am Münchner Hbf: In Wahrheit war das eine innerdeutsche Angelegenheit, nämlich eine Reaktion auf Pegida. Es ging nicht um die Flüchtlinge.

  46. pelacani
    28. September 2015, 11:28 | #46

    Hans Wurst :

    A propos Begrüßungskomödie am Münchner Hbf: In Wahrheit war das eine innerdeutsche Angelegenheit, nämlich eine Reaktion auf Pegida. Es ging nicht um die Flüchtlinge.

    Wenn ich Linker wäre, würde ich dazu sagen: dann war Pegida wenigstens zu was nütze.

  47. Rudolph Heinrich
    28. September 2015, 14:36 | #47

    Der hierzulande vielgescholtene ungarische Ministerpräsident Victor Orban hat in den letzten Tagen drei bemerkenswerte Statements abgegeben, die hier in deutscher Sprache nachzulesen sind:

    http://tinyurl.com/o3df8ax

    http://tinyurl.com/oxouk7x

    http://tinyurl.com/nefw6wf

    Einige Kernsätze daraus sollte man unserer Bundeskanzler_x ins Stammbuch schreiben.
    Ungarn ist das einzige europäische Land, welches das Dublin-Abkommen konsequent durchsetzt.

  48. Sulu
    30. September 2015, 14:10 | #48

    [quote=“R. Heinrich“]Ungarn ist das einzige europäische Land, welches das Dublin-Abkommen konsequent durchsetzt.[/quote]
    Ich dachte immer, das Dublin-Abkommen regelt, wo sich „Flüchtlinge“ registrieren lassen müssen. Stacheldraht und Mauern ziehen steht da mW. nicht als Anweisung drin.

  49. Rudolph Heinrich
    30. September 2015, 21:02 | #49

    Sulu:
    Sie denken richtig! Ungarn hat Grenzübergänge, wo sich Flüchtlinge registrieren lassen müssen. Die wollen das aber offensichtlich nicht.

  50. Sulu
    30. September 2015, 21:48 | #50

    Rudolph Heinrich :
    Die wollen das aber offensichtlich nicht.

    Eben, genau deshalb entziehen die sich eher dem Dublin-Abkommen ziemlich unelegant. Inwiefern setzt Ungarn nun Dublin „konsequent“ um?

  51. Rudolph Heinrich
    1. Oktober 2015, 08:40 | #51

    Sulu:

    Das ist doch einfach zu verstehen:
    1. Die Flüchtlinge hätten die Gelegenheit, über offizielle Grenzübergänge in Ungarn einzureisen und sich dort registrieren zu lassen.
    2. Da die Flüchtlinge das offensichtlich vermeiden wollen, versuchen sie, illegal über die Grenze einzureisen.
    3. Ungarn reagiert darauf, indem es diese Möglichkeit unterbindet und die Flüchtlinge dazu zwingt, entweder die offiziellen Grenzübergänge zu nutzen oder sich Wege über andere Staaten zu suchen.

    Ungarn hat keinen Einfluss darauf, ob und wie andere Staaten das Dublin-Abkommen umsetzen.

    Das kann man als „unelegente“ Lösung ansehen, jedenfalls ist sie konsequent.

  52. Sulu
    1. Oktober 2015, 14:07 | #52

    Die Flüchtlinge hätten die Gelegenheit

    Ah ja, das geht wohl. Würde ich allerdings auch nicht wollen.

  53. RainerO
    1. Oktober 2015, 14:09 | #53

    @ Sulu
    >> … Würde ich allerdings auch nicht wollen.

    Warum nicht?

  54. Sulu
    1. Oktober 2015, 15:02 | #54

    Ich würde nicht in einem Land Zuflucht suchen wollen, wo der Häuptling von „Blut und Heimat“ und „Arbeitsstaat“ schwafelt und wo Minderheiten massiv (vorsichtig formuliert) diskriminiert werden – aber eben auch mit den Bildern vor Augen, die man eben so aus den letzten Wochen/Monaten kennt… Würden Sie denn gern dort Hilfe suchen?

  55. Martin
    1. Oktober 2015, 15:03 | #55

    wolfgang :
    @ Durben
    ich habe den Text „Zur Flüchtlingsproblematik“ gelesen, er bringt nichts neues …
    nur völlig unmotivierte, – billige – Klischees über „Linke“

    Naja…er hat den linkstypischen Antisemitismus und das antiwestliche Sektierertum vergessen, aber sonst war das schon ganz gut getroffen.

  56. Rudolph Heinrich
    1. Oktober 2015, 19:10 | #56

    Sulu:

    Sie waren noch nie in Ungarn, oder?

  57. Hans Wurst
    6. Oktober 2015, 06:31 | #57

    Frage: Ist die Diskussion „Flüchtlinge“ aus dem Forum gelöscht?

  58. pelacani
    6. Oktober 2015, 11:55 | #58

    Hans Wurst :

    Frage: Ist die Diskussion „Flüchtlinge“ aus dem Forum gelöscht?

    ?
    https://forum.psiram.com/index.php?topic=14268.0

  59. Hans Wurst
    8. Oktober 2015, 11:53 | #59

    @pelacani
    Danke für die Hilfe.

  60. Kanitfastan
    15. Oktober 2015, 21:29 | #60

    Auffallend, wie sich hier beim Lesen (nach 4/5 habe ich es gelassen) der Artikel erfüllt.

    Back to topic.
    Wir dürfen uns nicht auseinander dividieren (lassen), wir (sic!) brauchen wieder mehr Solidarität.
    Mit uns und unseren Flüchtlingen.
    Wir brauchen (auch) dafür eine gemeinsame Vorgehensweise.
    Danke für die wenigen Ausnahmetexte.

  61. hans Jaklitsch
    7. November 2015, 21:19 | #61

    Anregung für eine wirksame Flüchtlingslösung:
    Die UNO verdonnert alle Beteiligten zu folgenden Maßnahmen:
    Alle, die Waffen und Munition an die IS liefern, machen ja damit ein gutes Geschäft. Vom Ertrag ersetzen sie der EU die Kosten für die Unterbringung der Flüchtlinge auf europäischem Boden.
    Das ist besser als sie aufzunehmen, sie könnten ja der falschen Islam-Version angehören und kämen ja dann vom Regen in die Traufe. Für die Staaten, die den IS finanzierenssollte Ähnliches gelten.

  62. ralf
    3. Dezember 2015, 15:19 | #62

    Für mich ist das eher Verursacherprinzip als Moral.

    Viele von denen sagen doch, dass sie zurück gehen würden, wenn der Krieg in ihrem Land beendet wäre.
    Man muss mal anfangen zu verstehen, dass viele von denen vor Nato-Kriegen flüchten. So lange wir das Bomben da unterstützen, haben wir die moralische Pflicht ALLE von diesen reinzulassen.
    Wird es irgendwann zu viel? Dann könnte man sich einfach mal für ein Ende des Kriegs stark machen. Das erste wäre mal sofort ALLE Waffenexporte einzustellen.
    Ich find auch nicht Alles toll, was die Linken machen, aber sie sind nun mal die einzigen Nicht-Kriegstreiber im Bundestag. Und wer tatsächlich für Krieg ist, der hat gleich erst mal ein paar Flüchtlinge bei sich zu hause aufzunehmen.

    Klar müssten nach dem Verursacherprinzip die Amerikaner wohl am meisten aufnehmen. Das werden sie wohl nie tun, aber man könnte es ihnen zumindest vorhalten und von ihnen wenigstens finanzielle Unterstützung für die Versorgung fordern. Traut sich natürlich niemand in Führungsposition.

    Klar blendet ein Fokus auf die Kriegsursachen gewisse andere Punkte wiederum aus, aber für mich steht das einfach erstmal über allem.
    Gruss

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