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Mein Freund, der Verschwörungstheoretiker

Im vorletzten Psirama-Wochenrückblick haben wir das Thema „Verschwörungsglauben“ angesprochen und Euch gebeten, Eure Erfahrungen mit uns zu teilen. Ein Beitrag dazu im Forum hat uns so gut gefallen, dass wir ihn hier besonders hervorheben möchten:

Ihr wolltet doch wissen, wie man sich so gegenüber Verschwörungstheoretikern verhält. Hier meine Geschichte:

Ich, „Mario“, hatte einen Freund, einen guten Freund, seit der Grundschule verband uns eine sehr enge Freundschaft. Wir durchlebten die Schule und Pubertät zusammen, sein durchaus brillanter und kritischer Geist schärfte auch meine Sicht auf das Weltgeschehen und half mir oft, Ereignisse besser und kritischer einzuordnen. Auch nach Schule und Pubertät verbrachten wir viel Zeit miteinander, doch Diskussionen über die aktuelle Lage der Welt wurden zunehmend anstrengender und zeitraubender. Aber alle Argumente von ihm waren meist noch nachvollziehbar und haltbar. So vergingen Jahre.

Ich hatte inzwischen geheiratet und mein guter Freund spielte eine immer noch große Rolle in meinem Leben. Allerdings wurde die Zeit mit ihm langsam zunehmend anstrengender, da sein Leben ein wenig chaotischer verlief als meines. Sowas kann natürlich vorkommen und wäre auch nicht weiter tragisch, wenn man sich nicht jedes Mal bis ins kleinste Detail anhören müsste, wer alles an seiner Situation Schuld trägt. Meinen alten Schulfreund auf seine eigenen Fehler hinzuweisen, was man in einer Freundschaft ja macht, wurde von Jahr zu Jahr kräfteraubender und aussichtsloser.

Langsam fing ich an, weltpolitische Diskussionen mit ihm zu meiden, weil sie immer öfter in haarsträubenden und lauten Hasstiraden auf das „westliche System“ endeten. Jetzt fing die Zeit an, in der sich mein alter Freund, dank Internet, wie schlecht die Welt und vor allem, wie schlecht die weltlenkende Machtelite ist. Ich möchte hier gar nicht auf jede einzelne Verschwörungstheorie eingehen, die Leser dieser Seite kennen wohl die meisten.

Inzwischen mied ich jede Diskussion mit ihm, da er für sich nun endlich die Schuldigen an seiner Situation gefunden hatte, denn er musste ja im Internet die ganzen Verschwörungen aufdecken. Jede Kritik an seiner Lebensführung glich einer Gotteslästerung, obwohl diese notwendig war, denn sein Leben ging immer mehr den Bach runter (Arbeit, Freunde usw.). Da ich inzwischen Vater von drei Kindern war, habe ich nicht mehr die Kraft aufgebracht, ihn auf seine Lebensumstände hinzuweisen, denn es endete immer in nächtelangen Auseinandersetzungen.

Als einer seiner letzten Freunde fing auch ich an, meinen Freund, den Verschwörungstheoretiker, zu meiden, nicht komplett, aber wir sahen uns weniger als früher. Die Treffen, die noch standfanden, verbrachten wir mit belanglosem Zeitvertreib. Denn um eine end- und zwecklose Diskussion zu vermeiden, umschiffte man jedes Wort, das im Entferntesten etwas mit Politik und Weltgeschehen zu tun hatte.

Meine Kinder kamen nun langsam in die Pubertät und fingen an – was auch gut ist – alles zu hinterfragen. Mein Verschwörungstheoretiker fing an, dieses, ich hoffe unbewusst, auszunutzen und begann, meinem Nachwuchs die Welt aus seiner Sicht zu erklären.

Ich brach darauf den Kontakt komplett ab. Am Anfang hatte ich noch ein schlechtes Gewissen, aber inzwischen weiß ich, dass dieser Schritt für mich und meine Familie das Beste war. Ich schrieb ihm in einem Brief, sollte er eines Tages merken, dass er sein Leben selbst in der Hand hat und nur er es selbst wieder in den Griff bekommen kann, werde ich meinem alten Freund auch wieder helfen. Bis dahin müssen ihm Ganser, Jebsen und Co. helfen.

  1. Logiker
    15. Februar 2018, 19:55 | #1

    Hmmmm,

    das kommt mir bekannt vor. Nein, nein, kein Plagiat, das nicht. Aber ich habe das gleiche erlebt, nur nicht unter dem Begriff „Freund“, sondern „Bruder“.

    Auch ich habe den Kontakt abgebrochen, als solche Tendenzen überhand nahmen und kein normales Gespräch mehr möglich war.

    Typisches Verhalten war das Abschieben des eigenen Versagens auf andere Personen (die sind alle Schuld daran, dass ich keine Arbeit habe…), ein übersteigertes Selbstbewusstsein ohne jegliche Kenntmis (Mathelehrer könnte ich gut machen, in Mathe war ichin der Schule ja immer gut.. *lach*) und ein übersteigertes Machtstreben („…und wenn dann jemenad eben nicht mitzieht, hagelt es eben Sechsen!“)…… und außerdem sollten alle den nur machen lassen, er würde denen schon zeigen, wie es richtig geht….. *lololololol*. Und wir haben nicht mal eine Verfassung, sondern nur ein Grundgesetz……. *lololololololololol*

    Tja, wie geht man damit um? Ich hab mich auch entschieden, den Kontakt abzubrechen. Es lohnt nicht, es ist unr kraftaufwändig ohne Aussicht auf Erfolg…..

    Persänlich habe weniger Magenbeschwerden, seit ich mich nicht mehr mit dem **** abgebe, und das werde ich so halten……

  2. S@sh
    16. Februar 2018, 13:45 | #2

    Willkommen im 4. Reich!
    Kauft nicht beim „Verschwörungstheoretiker“!!

    Demnach ist Stauffenberg nur ein Verschwörungstheoretiker gewesen.
    Wer braucht schon Menschen wie ihn, wenn man einen Führer hat…

    Ganz nach dem Motto „Melde gehorsam, alle wahrhaftig, freiheitlichen Bewegungen untergraben und unglaubwürdig gemacht! Der Rest von denen kann ab jetzt ins FEMA Camp.“

  3. Sinapis
    16. Februar 2018, 17:22 | #4

    … alle wahrhaftig, freiheitlichen Bewegungen …

    Die in diesem Kontext konkret wären?

    Kauft nicht beim „Verschwörungstheoretiker“!!

    Die Dummheit des Menschen ist unantastbar !!!11

  4. Andy Puzicha
    16. Februar 2018, 19:13 | #5

    Ich habe auch nicht wenige und sogar studierte Menschen am Backen die MICH als unbelehrbaren Skeptiker betrachten. Unser Personalausweis hiesse deswegen „Personalausweis“ weil wir das Personal der „Deutschland GmbH“ seien usw.
    Anderen soll ich, weil ich technisch/handwerklich begabt bin, den Keshe Plasma-Energie-Generator bauen. Die werden richtig wütend auf mich wenn ich weigere und sage, dass sowas Quatsch ist.
    Dritte wollen selber den Permanentmagnetischen Selbstläufer aufbauen, weil sie der Meinung sind der würde funktionieren.
    Und super arrogant sind die alle, in der Tat.

  5. 16. Februar 2018, 19:18 | #6

    Andy Puzicha :
    Und super arrogant sind die alle, in der Tat.

    Die sind ja auch „aufgewacht“ und kennen die Wahrheit™. Das können wir Schlafschafe nicht verstehen.

  6. Threonin
    17. Februar 2018, 08:48 | #7

    Eine negative Begleiterscheinung ist meiner Meinung nach, dass es immer schwieriger wird tatsächliche Machtstrukturen anzuprangern, aufzudecken oder auch nur zu untersuchen.

    Jede Annahme, dass ein Netzwerk eine Sache betreibt wird sofort mit dem Wort“Verschwörungstheorie“ beiseite geschoben und diskreditiert. Dadurch können einige Leute nach belieben schalten und walten. Freunderlwirtschaft und Lobbyismus profitieren davon. Echte Verschwörungen bleiben relativ unbehelligt und zeigen sogar noch mit dem Finger auf andere.

    Leider kann man die Aufmerksamkeit der Verschwörungstheoretiker nicht auf diese realen Vorgänge lenken. Die wollen Geheimnisse entdecken und was besonderes sein, außerdem muss jemand greifbarer schuld sein, an was auch immer.

  7. Lars Karmann
    17. Februar 2018, 16:18 | #8

    Ich habe entfernt Ähnliches erlebt. Ein befreundetes Ehepaar mit überschaubarem Bildungshorizont begann vor einigen Jahren, sich nach Rechts zu orientieren. Kindergeld für eine ganze Ladung Kinder bekamen sie, Wohngeldzuschüsse meines Wissens auch. Das reiche nicht – und das läge daran, dass den Flüchtlingen alles reingeschoben werde. Und überhaupt, das seien Raubmordvergewaltiger (einige wirklich hanebüchene und jedes Mal von mir widerlegte Aussagen kamen da) – und die Merkel sei an an allem Schuld. Die würde diese Leute reinlassen, um das deutsche Volk auszurotten, und überhaupt sei die Regierung vollkommen unfähig: sagten sie und beantragten Kindergeld für das nächste Kind.
    Als ich wagte, auf den Widerspruch hinzuweisen – sich über Geld für Flüchtlinge aufzuregen zu seien und mehr Geld für die eigenen Kinder für korrekt zu halten, brach geballter Zorn über mich herein: wie ich es wagen könne, ihre Kinder in diese Diskussion einzubeziehen. Ein Gesprächsangebot von mir, die Bitte um einen Versuch, die Freundschaft zu kitten, versandete mit der Ansage, an den beiden von mir vorgeschlagenen Terminen habe man leider keine Zeit, werde sich aber gerne melden.
    Ich habe seitdem nichts Relevantes von der Familie gehört und bin traurig, einige recht angenehme Menschen an die finsterste Seite der Verschwörungstheorien verloren zu haben: an den Glauben, dass manche Menschen mehr wert seien als andere.

  8. Andy Puzicha
    17. Februar 2018, 23:58 | #9

    Eine kleine Allzweckwaffe im persönlichen Umgang mit diesen rechthaberischen, ultrarroganten Nervensägen möchte ich hier noch anführen: Lasst euch auf keine Diskussion mit denen ein, bestätigt denen ihre Vorstellungen, bekräftigt sie sogar, tut so als seid ihr auf deren Wellenlänge, so nimmt Ihr denen schnell den „überzeugungsarbeitleistenwollenden“ Wind aus den Segeln.
    Wer Zeit und Nerv hat kann sogar noch einen draufsetzen und „eigene“ „Verschwörungstheorien“ zum Besten geben. Also sowas ist so mein Humor.

  9. LaDeesse
    18. Februar 2018, 22:22 | #10

    Andy Puzicha :
    Wer Zeit und Nerv hat kann sogar noch einen draufsetzen und „eigene“ „Verschwörungstheorien“ zum Besten geben. Also sowas ist so mein Humor.

    Etwa so?
    „Did you know that the moon landings are a hoax?“
    „Pffft – you believe in the moon??“

    (Aus dem Forum.)

  10. Gisander
    19. Februar 2018, 07:09 | #11

    Gute Idee, muss ich mir merken.

  11. S@sh
    20. Februar 2018, 17:00 | #12

    Netter Versuch celsus, das ist doch ziemlich weit hergeholt und abgetroschen.
    Meines Erachtens dürfte Godwin auch nur ein Verschwörungstheoretiker sein.

    Methode: „Kill the messenger!“

    In diesem Fall eine typische Maßnahme um die historisch belegte, doch positive Stauffenberg Verschwörung aus der Diskussion zu verdrängen. Passt wohl nicht in den Frame.
    Gerne ein absurdes Beispiel:
    „Bei der Führerscheinprüfung bin ich auf einer Autobahn gefahren, die seit 1944 nicht mehr benutzt wurde!“
    „Steinigt ihn… er hat Autobahn…im Jahr 1944 gesagt…blabla…!!“

    Ich stimme Threonin völlig zu, das Wort V.theorie dient zur Dekontextualisierung und Verschleierung! Und V.theoretiker der Diffamierung und sogar Verleumdung, total unabhängig um welchen (wahren) Sachverhalt es sich handelt.

  12. 20. Februar 2018, 17:30 | #13

    S@sh :

    Ich stimme Threonin völlig zu, das Wort V.theorie dient zur Dekontextualisierung und Verschleierung! Und V.theoretiker der Diffamierung und sogar Verleumdung, total unabhängig um welchen (wahren) Sachverhalt es sich handelt.

    Schwachsinn. Aber eine gute Anregung, mal einen Artikel über den Unterschied zwischen Verschwörung und Verschwörungstheorie zu schreiben. Da wird ja völlig planlos mit unpassenden Begriffen und Viertelwahrheiten um sich geschmissen.

    Aber klar, es ist halt schon lange nicht mehr modern, sich mal ein klein wenig Gedanken darüber zu machen, was man so von sich gibt. In sofern wundert mich ein solcher Kommentar aus der Facebook-und-Youtube-Akademie überhaupt nicht.

  13. Sinapis
    20. Februar 2018, 18:55 | #14

    , total unabhängig um welchen (wahren) Sachverhalt es sich handelt.

    Wir warten immernoch gespannt auf das erste konkrete Beispiel einer Verschwörungstheorie die zu unrecht als solche bezeichnet wird.

    In diesem Fall eine typische Maßnahme um die historisch belegte, doch positive Stauffenberg Verschwörung aus der Diskussion zu verdrängen. Passt wohl nicht in den Frame.
    Gerne ein absurdes Beispiel:
    „Bei der Führerscheinprüfung bin ich auf einer Autobahn gefahren, die seit 1944 nicht mehr benutzt wurde!“
    „Steinigt ihn… er hat Autobahn…im Jahr 1944 gesagt…blabla…!!“

    Zwischenzeitlich wärmen wir uns am Licht der brennenden Strohmänner, ist ja auch kalt draussen…

  14. Threonin
    21. Februar 2018, 09:05 | #15

    Ihr wollt ein Beispiel?

    Die Beteiligung der CIA beim Umsturz im Iran 1953.
    Wurde lange Zeit als Verschwörungstheorie abgetan.
    –> Das wäre ein recht prominentes Beispiel.

    Ich habe allerdings auch persönlich erlebt, dass man als VTler angeprangert wird, wenn man einfache Interventionen (oder deren Versuch) von Seiten der Industrie oder der Politik bespricht oder anprangert. Das allerdings ist nicht das Thema. Es geht um die vollkommene Unvernunft von Verschwörungstheoretikern und deren oft krankhafte Verbohrtheit und Phantasie. Ich wollte nur aufzeigen, dass genau diese Leute jenen Kreisen nützen, die an Transparenz nicht interessiert sind.

    Viele Grüße,
    Threonin

  15. Dalek Sander
    21. Februar 2018, 15:29 | #16

    @Threonin

    ¬ (Existenzquantifikation = Allquantifikation)

  16. Threonin
    21. Februar 2018, 15:53 | #17

    Was auch immer du damit sagen möchtest …

  17. Sinapis
    21. Februar 2018, 19:22 | #18

    Die Beteiligung der CIA beim Umsturz im Iran 1953. …

    Das ist, wenn man eine Geheimdienstoperation so nennen möchte, ein Beispiel für eine Verschwörung. Der Vorwurf, und darauf die Frage nach Beispielen, war, dass der Ausdruck Verschwörungstheorie zur „Unterdrückung von Tatsachen“ eingesetzt wird. Bleiben wir der Einfachheit halber mal bei Themen die auf Psiram und ähnlichen Seiten so betietelt werden.

    Wurde lange Zeit als Verschwörungstheorie abgetan.
    –> Das wäre ein recht prominentes Beispiel.

    Quelle?

    Auf die Schnelle sagt mir Wiki, dass Madeleine Albright 2000 öffentlich über die Rolle des CIA am Umsturz im Iran 1953 gesprochen hat.
    Das macht es etwas schwierig als Beispiel für ein Phänomen zu dienen, dass eng mit der Massennutzung des Internets verknüpft ist.

  18. Threonin
    21. Februar 2018, 20:52 | #19

    Die Idee, dass westliche Geheimdienste hinter dem Putsch stecken kursierte schon in den 50er Jahren in Persien.

    Das wurde vom Westen eben lange als Verschwörungstheorie abgetan. Mit dem Internet hat das nichts zu tun.
    Verschwörungstheorien sind viel älter als das Internet, echte Verschwörungen sowieso.

  19. Sinapis
    21. Februar 2018, 21:24 | #20

    Die Idee, dass westliche Geheimdienste hinter dem Putsch stecken kursierte schon in den 50er Jahren in Persien.

    Das wurde vom Westen eben lange als Verschwörungstheorie abgetan. Mit dem Internet hat das nichts zu tun.
    Verschwörungstheorien sind viel älter als das Internet, echte Verschwörungen sowieso.

    Ah, ich dachte der Beitrag bezieht sich aufs Thema, mein Fehler.
    Danke für die Klarstellung.

  20. pelacani
    21. Februar 2018, 21:49 | #21

    @Threonin
    Nach all der Vorrede könntest Du ja nun endlich zur Sache kommen, nich? Welche Verschwörungstheorie ist es denn nun, die Du nicht als solche bezeichnet wissen willst?

  21. Threonin
    22. Februar 2018, 08:04 | #22

    Keine spezifische.

    Es gibt einfach immer wieder Interventionen an den offiziellen Kanälen vorbei, es gibt auch Geheimdienstoperationen die mMn per se Verschwörungen sind. Hier mit einem begründeten Verdacht an die Öffentlichkeit zu gehen bedeutet auch, sehr schnell als VTer abgestempelt zu werden. Stichhaltige Beweise bekommt man schwer.

    Ein prominentes Beispiel aus den Medien wäre auch der NSA Skandal. Verdächtigungen in diese Richtung wurden schon vor 20 Jahren ausgesprochen. Öffentlich untersucht wurde das nicht, stattdessen hat man diese Leute als Spinner und VTer abgetan.

    Weniger prominente Beispiele finden sich in Bereichen Wissenschaftspolitik oder Lokalpolitik.

    Das Problem dabei ist, dass es wirklich zu viele Spinner gibt, die dann einen Geheimbund oder Außerirdische am Werk sehen.

  22. 22. Februar 2018, 12:37 | #23

    Verschwörungen gab und gibt es überall, im Großen wie im Kleinen. Das bezweifelt überhaupt niemand und das ist auch hier nicht das Thema. Ob da der Dorfbürgermeister mit dem Fabrikanten mauschelt, die Schüler sich gegen den Lehrer verschwören oder Diplomaten geheime Absprachen treffen: Geheime gemeinschaftliche Aktionen sind selbstverständlich und manchmal durchaus problematisch. Aber gerade die Verschwörungsgläubigen schauen ja genau dort nicht hin sondern suchen lieber nach Kondensstreifen. Tatsächliche Verschwörungen und Verschwörungsglaube haben nur ein paar Buchstaben gemeinsam.

    Die NSA-Geschichte eignet sich meiner Meinung nach ebenfalls nicht als Beispiel. Ich gehörte durchaus auch zu den Leuten, die früh (seit ca. 10 Jahren) vor massenhafter staatlicher Datensammlung und Auswertung gewarnt haben. Mitarbeiter bei großen Backbones und Hostern kannten die verschlossenen Türen neben dem Glasfaser-Übergabepunkt. Weder ich noch andere Informatiker und Datenschützer wurden als Aluhüte bezeichnet. Es wollte eben nur kaum jemand so genau wissen und das hat sich nach Snowden auch nicht wirklich geändert.

  23. Threonin
    22. Februar 2018, 13:23 | #24

    Nichts Anderes habe ich behauptet.

    Kein Verschwörungstheoretiker trägt etwas zur Aufklärung echter Verschwörungen bei.
    Andererseits wird es durch diese Spinner schwieriger, echte Verschwörungen aufzudecken, da man zuerst 100% stichhaltig beweisen muss, dass eine Verschwörung stattgefunden hat. Ein paar ganz gute Indizien reichen da nicht mehr aus, da hört keiner mehr hin.

    JA, genau darin sehe ich das Problem. Die Abwehrreaktionen hier zeigen mir deutlich, dass ich damit nicht ganz unrecht habe.

    Genau dieser Abwehrreflex ist doch erst durch dumme Verschwörungstheoretiker gewachsen.

  24. 22. Februar 2018, 13:44 | #25

    Threonin :

    Die Abwehrreaktionen hier zeigen mir deutlich, dass ich damit nicht ganz unrecht habe.

    Wie würdest du dann Zustimmung interpretieren? 😉

  25. Sinapis
    22. Februar 2018, 20:19 | #26

    @Threonin

    Wenn es Dir darum geht darauf Hinzuweisen, dass u.a Geheimdienste im Verborgenden agieren und in diesem Zusammenhang Einflussnahmen stattfinden die kritisch bewertet werden sollten, wirst Du hier vermutlich wenig Widerspruch finden. Dies ist, wie untere anderem von mir bemerkt, aber nicht das Thema hier. Die „Abwehrreaktionen“ beziehen sich wohl eher darauf, dass Deine Argumentation in diesem Kontext als Zuspruch für Kommentare wie #2 und #12 aufgefasst werden könnte.

    Somit könnte das hier durchaus ein gutes Beispiel für die Problematik sein um die es Dir eigentlich geht.

    Das Geheimdienste Informationen im Geheimen sammeln sollte niemanden überraschen.
    Was beispielsweise der NSA tut und tun dürfen sollte, sind diskutierenswerte Themen.

    Korruption, speziell Vetternwirtschaft, Kartell- und Monopolbildung sowie verdeckte Strategien zur Maximierung von Gewinnen sind auch sicher Dinge die existieren, offen diskutiert und bloßgelegt werden sollten.
    Eine solche Diskussion als Verschwörungstheorie abzutun fände ich, gelinde gesagt befremdlich.

    Aber ein Diesel- oder NSA -Skandal ist eben etwas anderes als eine NWO, Chemtrails oder 911 als False-Flag-Attack, zumindest in meinem Verständnis…

    Das die zunehmende Präsenz und Massenwirksamkeit der eben deutlich haarsträubenderen Verschwörungstheorien es schwieriger macht tatsächliche , ich nenne sie mal differenzierend, „Geheimabsprachen“ zu diskutieren, ist auch nicht weiter verwunderlich.

    Aber gerade diese Erkenntnis sollte auch die gesteigerte Bedeutung einer klaren Ansage von Absichten und Meinungen in der Diskussion verdeutlichen…

  26. Dalek Sander
    23. Februar 2018, 08:06 | #27

    Threonin :
    Was auch immer du damit sagen möchtest …

    Ich kann mich nicht erinnern, Ihnen das „du“ angeboten zu haben. Nun gut. Eine Frage der persönlichen Kultur.

    Falls Sie tatsächlich nicht wissen, was ich damit sage: Es bezieht sich auf Ihre Äußerung über bestimmte Verschwörungstheorien, die sich als real entpuppten, und auf Ihre daraus inkorrekterweise abgeleitete Verallgemeinerung. Dazu empfehle ich Ihnen eine gute Einführung in Logik. Gibt’s als Bücher, gibt’s auch im Netz, notfalls sogar bei Wikipedia. Viel Spaß.

  27. 23. Februar 2018, 11:42 | #28

    Dalek Sander :

    Ich kann mich nicht erinnern, Ihnen das „du“ angeboten zu haben. Nun gut. Eine Frage der persönlichen Kultur.

    Das „Du“ ist hier Standard und gute Etikette. Wer das nicht mag, muss eben weg bleiben.

  28. S@sh
    23. Februar 2018, 14:39 | #29

    @Sinapis
    Der nächste Versuch, ich rede eben über keine Theorien.
    Die Methode ist bekannt, Wiedersprüche überlasse ich Dir.
    Arbeite schön weiter daran, funktioniert prima.

    Da es sich um Kunstwörter handelt, kann ich Dir kein Beispiel nennen.
    Meine Wortwahl ist Indizienketten oder auch Ermittlungshypothese!
    Wenn pseudo Intellektuelle die Wörter V. Theorien oder –Theoretiker verwenden möchten, nur zu. Der Wortschatz und dessen Verwendung soll doch kein Thema sein, etwa nicht kappiert? Ich muss keine Beispiele für Deinen Horizont benennen und kenne keine.
    So einfach sehe ich das.

    Doch um Deine Synapsen zu befriedigen, die größte V.Theorie (per Definition) ist der
    „9/11 Kommission Report“. Achso, es sollte ja eine sein die zu UNRECHT als solche bezeichnet wird, wie konnte ich nur so durcheinander kommen ^^

  29. Sinapis
    23. Februar 2018, 17:20 | #30

    Doch um Deine Synapsen zu befriedigen, die größte V.Theorie (per Definition) ist der „9/11 Kommission Report“. Achso, es sollte ja eine sein die zu UNRECHT als solche bezeichnet wird, wie konnte ich nur so durcheinander kommen ^^

    Jo, reicht.