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Spielerisch die Welt kontrollieren – REPTRAILS, das Verschwörungs-Game

5. August 2020 7 Kommentare

Aufklärung über Verschwörungstheorien ist eines der Kernthemen von Psiram. Deshalb freuen wir uns über jede Verstärkung bei diesem oft aussichtslos erscheinenden Unterfangen. Neuer Unsinn taucht schneller auf, als man ihn widerlegen kann. Neue Ansätze sind also immer gerne gesehen. Dem grassierenden Aluhutismus spielerisch zu begegnen, halten wir für eine großartige Idee, die nachhaltiger wirken könnte als der erhobene Zeigefinger. Und genau so ein Spiel entsteht gerade als Singleplayer 2D RTS Chemtrail Simulation für PC, Android und iOS. Sein Name ist REPTRAILS und es wird alle gängigen Verschwörungstheorien abdecken, die derzeit im Umlauf sind.

Aus der Spielbeschreibung:

Die Welt wird von Reptiloiden unterjocht und sie brauchen dringend Deine Hilfe gegen die Aluhut-Invasion. Manipuliere 100% der Bevölkerung. REPTRAILS ist Deine persönliche, spielerische Remote-Lösung für Chemtrail-Flugzeuge und Gedankenkontrolle. Lege Routen und Flugpläne an, platziere Handymasten, entwickle eine Medienstrategie. Interveniere gegen innere und äußere Feinde, die der Verschwörung auf der Spur sind, bevor sie die Bevölkerung wieder erwecken oder Dich sabotieren. Achte auf Wutbürgerdemos, Chembuster und Schwurbelpromis! Entwickle Deine Einsatzmittel weiter und finde Deinen Weg zur maximalen Macht.

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Hanau, 19. Februar 2020, der Herr Professor Doktor Ohnemichel, und was man dazu wohl auch noch sagen darf

23. Februar 2020 9 Kommentare

Nach den Mordtaten vom vergangenen Mittwoch ist die Bitte an Psiram herangetragen worden, wir möchten hierzu doch etwas schreiben. Dem kommen wir gerne nach. Und zwar mit ein paar Anmerkungen unter dem gemeinsamen Motto: Das wird man wohl noch sagen dürfen.

Das Blut der Opfer war noch nicht trocken, als die Apologeten bereits wussten, wo der Hase läuft: Ein „wirrer Einzeltäter“ habe gewütet. Wie wirr der Mordbube von Hanau tatsächlich war, wie individuell und unorganisiert er handelte, ist bis zu dieser Stunde nicht bekannt, vielleicht wird man es nie vollständig aufklären können; man kann ihn ja nicht mehr fragen. Auch wenn es starke Anzeichen für eine ernsthafte psychische Störung gibt: Das alles ist eine Frage der Auswertung von Indizien – schriftliche und mündlich überlieferte Äußerungen, Zeugnisse des Abgleitens in parallele Vorstellungswelten; das wird man sich genau ansehen und die gebotenen Schlüsse ziehen müssen. Nur: Am frühesten Morgen des Folgetages, um sage und schreibe 00:38 Uhr, als der Herr Prof. Dr. rer. pol. Jörg M. seine Diagnose meinte stellen zu müssen,

konnte darüber genau nichts bekannt sein. Was lehrt uns das? Der Herr Prof.Dr.rer pol., promovierter und habilitierter Volkswirt, im derzeitigen Hauptberuf Bundesvorsitzender einer Partei, die sich „Alternative“ nennt, hat eine knappe Stunde nach Vollendung der Tatenserie wie in einem Pawlowschen Reflex eine bei solchen Anlässen beliebig wiederholbare – und in der Vergangenheit gut bewährte – Phrase herausgehauen: Uns geht das doch nichts an!

Ein erstes, was man hierzu wohl noch sagen darf: Herr Professor Doktor Ohnemichel, so ein Geschwafel kotzt uns an. Wirklich, es kotzt. Mehr…

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Psirama – Der Psiram-Wochenrückblick (KW 14, 2019)

7. April 2019 16 Kommentare

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Wer bereit ist, einen Unsinn zu glauben, wird früher oder später auch anderen Unsinn glauben. Das mag eine Verallgemeinerung sein, tatsächlich gibt es aber etwa einen Zusammenhang zwischen dem Glauben an „Alternativmedizin“ und Verschwörungstheorien, wie Medical Tribune berichtet. Sicher lassen sich auch noch weitere Zusammenhänge finden, wenn man genauer hinschaut. Das ist für uns ein Grund, Glaubenssysteme verschiedenster Art zu dokumentieren und Gegenargumente zu liefern. Dabei können wir jederzeit Hilfe gebrauchen. Wer sich mit Wiki-Systemen ein wenig auskennt, kann uns etwa bei der Pflege und Neuanlage von Artikeln unterstützen. Aber auch Hinweise zu Verbesserungsmöglichkeiten und neuen Themen sind immer willkommen. Also: Meldet Euch im Forum oder per E-Mail, schreibt uns bei Facebook und Twitter oder lasst hier im Blog einen Kommentar da!

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Psirama – Der Psiram-Wochenrückblick (KW 12, 2019)

24. März 2019 5 Kommentare

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MMS, Backpulver, Zeolith, kolloidales Silber, Aprikosenkerne – die Liste der angeblich von der bösen Pharmaindustrie unterdrückten Wundermittel ist schier endlos. Allen gemeinsam ist, dass sie bestenfalls nutzlos, schlimmstenfalls gesundheitsgefährdend sind oder dazu führen, dass eine wirksame Behandlung ernsthafter Krankheiten unterlassen wird. Warum die Kunde vom unbekannten Allheilmittel sich heute noch schneller verbreitet als die von der Zaubertinktur aus Schlangenöl vor hundert Jahren, ist klar: Das Internet ist das ideale Medium, um jeglichen Unsinn blitzschnell bis in die letzte Ecke des Planeten zu transportieren. Unser Wiki ist ein Versuch, dieser umfassenden Fehlinformation ein wenig evidenzbasiertes Wissen entgegenzustellen. Unterstützung dabei ist natürlich immer willkommen, weshalb wir Euch gerne ermutigen möchten, bei uns mitzuhelfen, selbst Aufklärung zu betreiben, darüber zu schreiben, Podcasts und Videos zu veröffentlichen und Euch in Kommentarschlachten zu stürzen, um der Stimme der Vernunft etwas mehr Gewicht zu geben. Ein kurzer Hinweis genügt, und wir berichten auch gerne über Eure Aktivitäten im nächsten Wochenrückblick.

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Psirama – Der Psiram-Wochenrückblick (KW 10, 2019)

10. März 2019 4 Kommentare

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Wer erklärt, warum Homöopathie wirkungsloses Zuckerzeugs ist, will sich deswegen noch lange nicht bei jeder Erkältung „mit Antibiotika vollpumpen“. Wer die Vorteile von Kernkraftwerken beim Klimaschutz aufzählt, verdammt deswegen nicht unbedingt alle regenerativen Energiequellen. Und wer sich für Impfungen ausspricht, steht deswegen nicht auf „Chemie im Körper“ oder ist ein Fan der Pharmaindustrie. Selbst in der Politik wird mit diesem unsäglichen Stilmittel der totalen Übertreibung gearbeitet. Aktuell erleben wir das bei der Urheberrechts-Richtlinie der EU: wer mit Artikel 11 und 13 inhaltlich nicht einverstanden ist, will angeblich Künstlern das Einkommen wegnehmen und alles kostenlos herunterladen. Nur weil man sich für etwas ausspricht, muss man nicht automatisch das Gegenteil ablehnen und umgekehrt. Irgendwie scheint die Fähigkeit, besonnen und differenziert zu argumentieren, immer mehr verloren zu gehen. Idealerweise sollte das schon in der Grundschule erlernt und geübt werden. Nur mit aufmerksam geführten, sachlichen Debatten lassen sich vernünftige Ergebnisse erzielen. Alles andere ist rhetorische Kriegsführung. Unser Wochenrückblick bietet einen Streifzug durch einige aktuelle Aufreger-Themen. Eure Gedanken dazu lesen wir gerne im Forum, im Blog, auf Twitter und Facebook, wo wir uns auch über frische #Psirama-Links freuen.

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Psirama – Der Psiram-Wochenrückblick (KW 9, 2019)

3. März 2019 Keine Kommentare

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„Wie können Sie es wagen, sich zu medizinischen Themen zu äußern, obwohl Sie kein Arzt sind?“. „Sie sind kein Physiker, also glaube ich Ihnen auch nichts, was Sie über die Relativität erzählen“. Solche und ähnliche Sprüche finden sich immer wieder in Grundsatzdiskussionen über wissenschaftliche Themen. Wissenschaft ist für alle da, und eine Menge Wissen ist offen verfügbar und lässt sich bei ausreichendem Ehrgeiz auch gut erschließen und verstehen. Ob eine Aussage wahr ist oder nicht, hängt natürlich nicht davon ab, von wem sie kommt. Wer allerdings wenig weiß, muss sich auf Autoritäten verlassen oder sich am eigenen (Irr-)Glauben festklammern. In beiden Fällen ist die Gefahr groß, zu völlig falschen Schlüssen zu kommen. Dazu kommt: Im Internet findet sich neben nützlichem Wissen auch eine Menge Unsinn, der interessant präsentiert wird, aber Menschen dümmer macht. So kommt es, dass etwa Youtube-Stars für Aussagen zu Impfungen, Pseudomedizin, Gesundheitsmythen oder für wilde Verschwörungsgeschichten verehrt werden, obwohl die dargebrachten Inhalte realitätsfern und schlicht nachprüfbar falsch sind. Auch wir bei Psiram sind nicht auf allen Fachgebieten studierte Experten. Allerdings geben wir uns größte Mühe, alle gesammelten Informationen auf Korrektheit abzuklopfen. Gelingt das einmal nicht, sind wir für Korrekturen jederzeit dankbar, ebenso wie für #Psirama-Links. Auf die Nachrichten in diesem Wochenrückblick sollte man sich ebenfalls nicht hundertprozentig verlassen. Da unsere Leserschaft aber im kritischen Denken geübt ist, haben wir nicht nach Glaubwürdigkeit vorsortiert.

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Psirama – Der Psiram-Wochenrückblick (KW 8, 2019)

24. Februar 2019 4 Kommentare

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Facebook-Benutzer lesen Artikel nicht, bevor sie sie teilen und Youtube-Gucker glauben jeden Blödsinn. Diese Behauptung ist natürlich maßlos übertrieben, aber irgend jemand wird sie schon auf irgendwelchen Plattformen zitieren und verbreiten. Beim Umgang mit Medien gibt es allerdings wirklich einigen Lernbedarf auf Seiten der Nutzer, wie mehrere Artikel in diesem Wochenrückblick zeigen. Was können wir also tun, um dafür zu sorgen, dass Informationen kritischer rezipiert, bewertet und weitergegeben werden? Zunächst einmal sollten wir mit gutem Beispiel voran gehen und jeden Artikel aufmerksam lesen und die darin enthaltenen Informationen sorgfältig prüfen. Das mag zwar etwas Aufwand verursachen, aber es lohnt sich und bereitet letztendlich auch Freude, wenn man Sinn und Unsinn voneinander trennen kann. Macht Euch doch einfach mal den Spaß und fragt Eure Facebook-Freunde oder Twitter-Timeline, was in einem gerade geteilten Artikel wirklich drin steht. Vielleicht fangen dann manche Leute an, über ihre Klickgewohnheiten nachzudenken. Eure Linkvorschläge, geprüft oder ungeprüft, nehmen wir gerne hier entgegen.

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Psirama – Der Psiram-Wochenrückblick (KW 7, 2019)

17. Februar 2019 Keine Kommentare

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Vor einem Jahr wurde das „Münsteraner Memorandum Homöopathie“ veröffentlicht. Die nun erschienene „Homöopathie-Deklaration“ vom „Dialogforum Pluralismus in der Medizin“ darf man wohl als so etwas wie eine Antwort auf das Memorandum verstehen. Während der Münsteraner Kreis streng darauf achtete, jeden Punkt mit überprüfbaren Fakten zu unterlegen, wirkt die „Deklaration“ dagegen mehr wie ein wütendes Fußaufstampfen, vermischt mit persönlichen Angriffen gegen Homöopathiekritiker und dem Versuch, die Realität neu zu definieren. In diesem Wochenrückblick finden sich Texte vom INH, von Edzard Ernst und Joseph Kuhn (Gesundheits-Check) mit sachlichen Einordnungen des Homöopathen-Dekrets. Außerdem hat Holm Hümmler einen langen und beachtenswerten Text darüber geschrieben, was Lücken in der Wissenschaft nicht bedeuten, nämlich dass sie mit beliebigem Unsinn gefüllt werden dürfen. Bitte lasst uns Links für die nächste #Psirama-Folge hier und diskutiert die Artikel der vergangenen Woche mit der notwendigen Skepsis.

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Psirama – Der Psiram-Wochenrückblick (KW 6, 2019)

10. Februar 2019 9 Kommentare

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Wissenschaft ist kein Wunschkonzert, denn für die gerade so populäre Meinungspluralität ist dort kein Platz. Trotzdem gibt es keinen Grund, der Wissenschaft Dogmatismus vorzuwerfen, wie es aus pseudowissenschatlichen Ecken gelegentlich tönt. Bei der Suche nach der tatsächlichen Beschaffenheit der Welt geht es darum, eine Wahrheit zu finden, die vollständig mit den Fakten übereinstimmt, nicht um Mehrheiten. Stellt sich eine Erkenntnis als falsch oder unvollständig heraus, wird sie früher oder später durch ein besseres Konstrukt ersetzt. Aus diesen Gründen gibt es auch keinerlei Anlass für ernstzunehmende Wissenschaftler, einen auch noch so kleinen Schritt auf die ungeprüften und oft unprüfbaren Glaubenssysteme von Alternativmedizinern und Schwurbelprofis zuzugehen. Realität und Unsinn haben eben keinen gemeinsamen Nenner. Udo Endruscheit setzt sich im Blog „Die Erde ist keine Scheibe“ mit der Unmöglichkeit einer Konsensfindung auseinander und auch Natalie Grams schreibt bei Spektrum über dieses Thema. Uns interessiert wie immer, was Euch dazu einfällt und natürlich sind auch Linktipps für den nächsten Wochenrückblick jederzeit willkommen.

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Leitfaden für Skeptiker – Teil 4: Der Bestätigungsfehler (Confirmation Bias)

1. Februar 2019 4 Kommentare

Definition: Ein Bestätigungsfehler (engl. confirmation bias) ist in der Kognitionspsychologie die Neigung, Informationen so auszuwählen, zu ermitteln und zu interpretieren, dass diese die eigenen Erwartungen erfüllen (bestätigen).

„Es hört nie auf zu regnen! Es regnet … im … mer … fort.“ lässt Douglas Adams den LKW-Fahrer Rob McKenna im „Anhalter“ rufen. Als erfahrene Skeptiker sehen wir hier sofort einen Bestätigungsfehler. Und auch Arthur Dent widerspricht: „Natürlich hört es auf zu regnen.“

Der Confirmation Bias beschreibt die Tendenz, bevorzugt solche Informationen wahrzunehmen, zu erinnern und zu akzeptieren, die zu unseren bestehenden Überzeugungen und dem vorhandenen Wissen passen. Umgekehrt neigen wir dazu, jene Informationen zu vergessen, zu verdrängen oder abzulehnen, die mit unserem Weltbild oder unseren Erfahrungen nicht im Einklang sind.

Während wir damit beschäftigt sind, eine Flut neuer Informationen zu verarbeiten, fügen wir diese zu einem Narrativ oder Paradigma zusammen. Grundsätzlich ist es hilfreich, eine Art Schablone zu haben, in die wir neue Informationen einpassen. So können wir sie durch Bildung von Zusammenhängen leichter speichern und verstehen. Mehr…

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