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Wider die Seuche der SUV – Teil 1

Eines der wichtigsten Ziele von PSIRAM wird auf unserer Homepage genannt. Wir möchten den Blick unserer Leser dafür schärfen, inwieweit das Handeln der Menschen von irrationalen Überzeugungen bestimmt wird:

Jeder Mensch nennt eine Vielzahl von Überzeugungen hinsichtlich unterschiedlichster Gegenstände des Alltags und der Wissenschaft sein eigen. …
Rationale Überzeugungen zeichnen sich dadurch aus, dass neue, widersprechende Erkenntnisse zur Anpassung oder sogar zum Verlust der Überzeugung führen.
Irrationale Überzeugungssysteme sind nicht durch logische Überlegungen oder Gründe gedeckt. … Irrationale Überzeugungen zeichnen sich dadurch aus, dass sie aufgrund von Fakten nicht angezweifelt werden, sondern die Fakten stattdessen verzerrt werden, bis sie ins System passen. Dazu sind oft abstruse Kunstgriffe nötig

Wir hoffen, dass SUV-affine Leser nach der Lektüre dieser Artikelreihe von abstrusen Kunstgriffen Abstand nehmen und ihre Einstellung zu dieser Fahrzeuggattung überdenken.


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Es werden immer mehr

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Anfangs waren SUV (bzw. deren Vorläufer) Exoten: Recht selten begegnete man mal einem Range Rover oder einem Mercedes G. Damals hatte man noch den Eindruck, die Geländefähigkeit dieser Autos würde gelegentlich auch genutzt werden.
Inzwischen sind SUV als reine Straßenfahrzeuge zu einer Massenerscheinung geworden. 2017 stellten sie in Deutschland 15 % aller Neuzulassungen (Tendenz mit +23 % rasant steigend). In der EU sind es knapp 30, in den USA 40 %. Das Handelsblatt schrieb im Mai 2018: „Erstmals dürften die ertragsstarken SUV weltweit mehr als 50 Prozent der gesamten Fahrzeugverkäufe ausmachen.“
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SUV-Fahrer sind glückliche Autobesitzer

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Besonders die hohe Sitzposition und die gute Übersicht werden gelobt; über dem Verkehr thronend, fühlt der Fahrer sich sicherer. SUV-Fahrer sind mit ihren Autos meist sehr zufrieden und würden in der Regel wieder so entscheiden.

Also alles gut? Nicht ganz. Denn SUV geben nicht nur anderen Verkehrsteilnehmern erheblichen Grund zur Sorge; bei genauerem Hinsehen offenbaren sich auch Nachteile für ihre Besitzer.
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Für andere ein tägliches Ärgernis

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Wen ärgert es nicht, wenn mitten in einer Stadt wieder mal ein Parkplatz von einem übergroßen Pseudo-Geländewagen belegt ist, so dass kaum mehr Platz zu den benachbarten Fahrzeugen bleibt? Gelegentlich werden solche Autos auch mittig auf zwei Parkplätzen abgestellt.

Dass viele SUV aufgrund ihrer Höhe anderen Verkehrsteilnehmern die Sicht versperren, ist schon mehr als nur ein Ärgernis, sondern stellt eine Behinderung anderer dar und tangiert bereits Fragen der Verkehrssicherheit.
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SUV: Bei Unfällen lebensgefährlich für andere

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Die österreichische Organisation „VCÖ – Mobilität mit Zukunft“ hat die Bedrohung, die bei Unfällen von SUV ausgeht, prägnant zusammengefasst: “Geländewagen und SUV gefährden alle am Verkehr beteiligten Personen stärker als konventionelle Fahrzeuge. Durch ihr unnötig hohes Gewicht und die höher liegende Stoßstange sind sie besonders gefährliche Unfallgegner. Vor allem Fußgänger, Radfahrer aber auch Insassen kleinerer Pkw werden bei Zusammenstößen mit SUV eher schwer verletzt.”

Dabei sind SUV für Fahrer und Mitfahrer keineswegs prinzipiell sicherer als konventionelle Autos; bei Crashtests werden sie zuweilen sogar schlechter als Pkw bewertet.

SUV rammt Kompaktwagen

Im Vorteil sind sie vor allem dann, wenn sie bei einem Zusammenstoß kleinere Autos (samt Insassen) komprimieren können. Mediziner der Buffalo Universität im US-Bundesstaat New York werteten mehr als 83.000 Frontal-Zusammenstöße zwischen SUV und Pkw aus den Jahren 1995 bis 2010 aus und kamen zu beunruhigenden Ergebnissen:

“Selbst wenn der Pkw im Crashtest besser abschneidet als das SUV, ist das Todesrisiko immer noch viermal höher. Erreicht das SUV mehr Punkte, ist das Todesrisiko im Pkw sogar zehnmal so hoch.”

Mehr zu: SUV versus kleinere Fahrzeuge …

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Für andere Verkehrsteilnehmer haben SUV unbestreitbar gravierende Nachteile.
Doch wie sieht das für Fahrer und Insassen von SUV aus? Ist die Bilanz für sie tatsächlich uneingeschränkt positiv?

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Messbare Fakten

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SUV unterscheiden sich von herkömmlichen Autos vor allem durch das ihnen nachgesagte Sicherheitsniveau sowie durch Bodenfreiheit, Gewicht, Fahrzeughöhe und Radgröße.
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Zum Sicherheitsanspruch

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„Darin fühle ich mich sicherer“ ist einer der am häufigsten genannten, empfundenen Vorteile von SUV. Tatsächlich sind SUV jedoch nur unter wenigen Umständen sicherer:

  • Fahrdynamisch sind sie gegenüber herkömmlichen Autos wegen des höheren Schwerpunkts sogar grundsätzlich im Nachteil. So besteht bei SUV ein wesentlich größeres Überschlagrisiko (siehe weiter unten).
  • Bei der Kollision mit einem festen Körper (einem Baum, einer Mauer oder einem Haus) haben SUV keinerlei Sicherheitsvorteile, nicht einmal gegenüber Kleinwagen mit gleicher Crashtestbewertung. Die Karosserie ist zwar stabiler, das ist in diesem Fall aber kein Vorteil, sondern zwingende Notwendigkeit, damit die Fahrgastzelle unter der Wucht der größeren Eigenmasse des Fahrzeugs nicht kollabiert.
    Hat ein Kleinwagen eine bessere Crashtestbewertung, bietet er bei dieser Art des Aufpralls mehr Sicherheit als das SUV:

SUV nach Aufprall auf ein festes Hindernis

“Ein Crashtest-Institut hat einige SUV in einem speziellen Unfallszenario getestet. Manche Ergebnisse waren verheerend – das Eigengewicht der Wagen geriet zum Nachteil… Dieses Problem haben viele Fahrzeuge bei dem so genannten small overlap front crash. Beim SUV kommt erschwerend hinzu, dass es eine größere Masse hat – was zu einer höheren Crashenergie führt, die nicht abgebaut werden kann. Nach den Ergebnissen des IIHS kann infolgedessen die Fahrgastzelle zerstört werden.”

Sicherheitsvorteile genießen Insassen von SUV vor allem bei Kollisionen mit kleineren und niedrigeren Autos – dann jedoch immer auf Kosten des Unfallgegners.
Dieser „Vorteil“ schwindet zudem im Laufe der Zeit, denn mit wachsendem Marktanteil der SUV wird es immer wahrscheinlicher, dass auch der Unfallgegner ein SUV ist. Dann ist die passive Sicherheit nicht besser als bei der Kollision zweier Pkw gleicher Größe und Bauart.

Wäre es nicht Ausdruck von Rücksichtslosigkeit und sogar Brutalität, bei der Bewertung der Sicherheit von SUV in der besonders großen Gefahr für andere Verkehrsteilnehmer keinen objektiven Nachteil sehen zu wollen?

Mehr zu: SUV versus größere Fahrzeuge …

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Fakt 1:
Mehr Sicherheit bieten SUV nur bei seltenen Unfallkonstellationen

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Zur Bodenfreiheit

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Theoretisch kann ein SUV dank großer Bodenfreiheit und Vierradantrieb über leichtes Gelände wie Böschungen oder über einen Acker fahren. Herkömmliche Autos können das nicht.
In der Praxis macht das aber so gut wie niemand. Zum einen ist es fast überall in Deutschland verboten, zum anderen de facto meist doch nicht möglich, denn dazu benötigt man spezielle, grobstollige Reifen. Tatsächlich fahren beinahe alle SUV mit Straßenbereifung auf Asphaltstraßen umher.
Während also der wichtigste Vorteil der großen Bodenfreiheit so gut wie gar nicht nutzbar ist, wirken die Nachteile sich permanent aus.
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Nanu – eine große Bodenfreiheit hat auch Nachteile?!

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Eine größere Bodenfreiheit bedeutet einen höheren Schwerpunkt. Welche Auswirkungen dies auf das Fahrverhalten hat, ist kaum bekannt, obwohl häufig sogar in der Betriebsanleitung darauf hingewiesen wird. Fahrer eines SUV von Toyota finden darin z.B. die folgenden Anmerkungen vor: „Die charakteristischen Auslegungsmerkmale dieser Fahrzeuge ergeben einen höheren Schwerpunkt als bei normalen PKW. Dieses Auslegungsmerkmal ist der Grund dafür, dass dieser Fahrzeugtyp anfälliger für Überschlagen ist.“

SPIEGEL ONLINE interviewte dazu einen Sachverständigen: „… die Fahreigenschaften auf der Straße sind bei einem künstlich aufgebockten Wagen immer schlechter als bei einer flachen Limousine oder einem Kombi. “Der Grund ist der höhere Schwerpunkt”, erklärt Thomas Schuster, Kfz-Sachverständiger bei der Prüforganisation KÜS. Fahrzeuge mit erhöhtem Aufbau seien nicht nur anfälliger bei Seitenwind, sondern auch beim berühmten Elchtest, bei der die Fahrdynamik bei höheren Geschwindigkeiten überprüft wird.“
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Ein automobiltechnischer Fachartikel begründet, warum die Bodenfreiheit mit Rücksicht auf die Fahrsicherheit so klein wie möglich sein sollte: “Mit steigender Schwerpunkthöhe h verringert sich antiproportional die kritische Querbeschleunigung.”
Wird die kritische Querbeschleunigung überschritten, ist der Wagen zu schnell und fällt um. Diese Gefahr ist umso kleiner, je niedriger der Schwerpunkt liegt.
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Mehr zu: Die ideale Bodenfreiheit für Fahrten auf Asphaltstraßen ist null! …

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Größeres Überschlagrisiko

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Die amerikanische NHTSA (National Highway Traffic Safety Administration) hat für eine Vielzahl von Automodellen anhand von Fahrzeugdaten und Fahrversuchen das Überschlagrisiko für den Fall ermittelt, dass der Wagen ohne Kontakt mit anderen Fahrzeugen ins Schleudern gerät. Die Ergebnisse korrelieren gut mit der Unfallstatistik (Angaben in Prozent):

2017 BMW 3er 9.5
2017 BMW X3 (SUV) 16.9
2016 BMW 5er 9.3
2016 BMW X5 (SUV) 18.8
2018 AUDI A4 9.9
2018 AUDI Q5 (SUV) 16.4
2018 AUDI A6 9.0
2018 AUDI Q7 (SUV) 15.1
2016 MERCEDES-BENZ E-CLASS 9.9
2017 MERCEDES-BENZ GLE-CLASS (SUV) 19.8

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Besondere Unfallbedingungen können das Überschlagrisiko im Vergleich zu anderen Fahrzeugarten noch erheblich ansteigen lassen: “Eine Analyse von 955 Anprallereignissen an Fahrzeugrückhaltesystemen aus Stahl und Beton hat gezeigt, dass SUV im Vergleich zu herkömmlichen Pkws und Pickups ein achtfaches Risiko für einen Fahrzeugüberschlag (Rollover) haben.”
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Mehr zu: Die Relevanz des Überschlagrisikos für die Fahrsicherheit …

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Mehr zu: Die Entwicklung der Unfallsicherheit von SUV …

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Fakt 2:
SUV überschlagen sich bei Unfällen aufgrund des hohen Schwerpunkts mehrfach häufiger als herkömmliche Autos

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In Teil 2 geht es um Komfort und Verbrauch. Ein Fazit wird gezogen.

In Teil dddddddf.

  1. Herr B.
    7. September 2018, 22:35 | #1

    Eine schöne Ergänzung zu der Psyche der SUV Fahrer findet man hier:
    https://konkret-magazin.de/hefte/id-2018/heft-82018/articles/zynismus-auf-raedern.html

  2. LaDeesse
    9. September 2018, 17:32 | #2

    Die vom Autor in der Einleitung geäußerte Hoffnung, SUV-affine Leser mögen auf abstruse, gedankliche Kunstgriffe verzichten, hat sich nicht immer erfüllt, wie manche Kommentare auf Facebook zeigen.
    Darauf hingewiesen, dass der Verbrauch des Tesla Model X (eines SUV) um 20-30% größer als beim Model S ist, antwortet M. H.: “der Verbrauch ist beim Model X relativ Hupe, wenn der Strom 100% regenerativ ist ???? Auf dem SUV-Markt ist Elektrifizierung definitiv am sinnvollsten. Dann ist die Größe bei engen Platzverhältnissen das einzig negative.”
    Nun kommt aber dem EEG zufolge die Energie in den Elektroauto-Akkus bei Benutzung des öffentlichen Stromnetzes immer aus nichtregenerativen Quellen (weil diese bei geringem Bedarf zuerst abzuschalten sind, also nicht abgeschaltet werden, wenn Elektroautos zu laden sind).
    Außerdem ist Reichweite das Problem der Elektroautos schlechthin.
    Wie kann es unter diesen Umständen egal sein, dass die SUV-Bauweise den Verbrauch erhöht?
    Alle anderen Argumente gegen SUV werden von ihm einfach ignoriert.
    M.H. vertritt geradezu prototypisch irrationale Überzeugungen.

  3. LaDeesse
    9. September 2018, 18:17 | #3

    K.W. schrieb auf Facebook: “Demnächst verbieten wir dann LKW, Krankenwagen und Busse. Himmel, wer hat diesen Unsinn geschrieben?”
    Sie hätte lieber Teil 3 abwarten sollen. Zitat daraus: “Transporter wiederum müssen größer und schwerer sein, um große und schwere Lasten transportieren zu können. SUV bieten weder diesen noch irgendeinen anderen, im Straßenverkehr relevanten Nutzen; hoch und schwer sind sie trotzdem.”

  4. Ben
    9. September 2018, 18:41 | #4

    Mercedes vermarktet die G-Klasse inzwischen auch als SUV, wobei die eigentlich noch echte Geländewagen-DNA hat. Klassischere SUVs sind da M- und GL-Klasse.

  5. LaDeesse
    10. September 2018, 08:17 | #5

    Auf Facebook wurde der Fall eines zu 100 % mit regenerativ erzeugter Energie betriebenen SUV, eines Tesla Model X, angesprochen.
    Doch die Elektrifizierung entkräftet die grundsätzlichen Einwände gegen SUV nicht.
    Denn zum einen könnte mit dem Mehrverbrauch von 20 bis 30 % gegenüber der Limousine etwas Sinnvolles angestellt werden. Dieser Strom könnte z.B. in das öffentliche Netz eingespeist werden, um zur Abschaltung von Braunkohlekraftwerken beizutragen.
    Zum anderen ist das Überschlagrisiko dank der tief liegenden, schweren Akkus zwar gering im Vergleich zu anderen SUV, jedoch doppelt so groß wie bei der Tesla-Limousine, d.h. man verschenkt Sicherheitsvorteile.
    Die sonstigen Nachteile von SUV werden von der Elektrifizierung nicht tangiert. Die Entscheidung für das SUV ist daher bei Tesla in gleichem Maße Ausdruck irrationaler Überzeugungen wie bei allen anderen Marken.

    Etwas OT: Außerdem ist es vollkommen unrealistisch zu glauben, dass diese Nischenlösung für Wohlbetuchte die Perspektive des Massenmarkts ist. Und es ist völlig offen, ob die Gesamt-Umweltbilanz des Elektrofahrzeugs besser ist als die des konventionellen.

  6. Elektrotechniker
    10. September 2018, 10:05 | #6

    @LaDeese

    EEG-Anlagen müssen immer erst nach konventionellen Anlagen abgeschalten werden (bis auf die “Mindesterzeugung” von Großkraftwerken, um einen Kaltstart zu vermeiden). Siehe § 14 Absatz 1 EEG:
    “Netzbetreiber dürfen unbeschadet ihrer Pflicht nach § 12 ausnahmsweise an ihr Netz unmittelbar oder mittelbar angeschlossene Anlagen und KWK-Anlagen, die mit einer Einrichtung zur ferngesteuerten Reduzierung der Einspeiseleistung bei Netzüberlastung im Sinne von § 9 Absatz 1 Satz 1 Nummer 1, Satz 2 Nummer 1 oder Absatz 2 Nummer 1 oder 2 Buchstabe a ausgestattet sind, regeln, soweit
    1.
    andernfalls im jeweiligen Netzbereich einschließlich des vorgelagerten Netzes ein Netzengpass entstünde,
    2.
    der Vorrang für Strom aus erneuerbaren Energien, Grubengas und Kraft-Wärme-Kopplung gewahrt wird, soweit nicht sonstige Stromerzeuger am Netz bleiben müssen, um die Sicherheit und Zuverlässigkeit des Elektrizitätsversorgungssystems zu gewährleisten”

  7. LaDeesse
    10. September 2018, 13:05 | #7

    Obwohl OT:
    @Elektrotechniker: Ihre selektive Zitierweise stellt den Sinn des Gesetzes auf den Kopf. Sie machen die Ausnahme zur Regel.
    Zitat: “Grundsätzlich sind die Netzbetreiber nach dem EEG verpflichtet, Strom aus Erneuerbare-Energien-Anlagen vorrangig abzunehmen. Sobald allerdings die Überlastung der Netzkapazität droht, dürfen die Netzbetreiber unter bestimmten Voraussetzungen auch Erneuerbare-Energien-Anlagen und Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen ferngesteuert abregeln. Dabei müssen die Netzbetreiber aber weiterhin den Vorrang der erneuerbaren Energien und der Kraft-Wärme-Koppelung beachten. Dies bedeutet, dass grundsätzlich zunächst alle konventionellen fossilen Energieerzeugungsanlagen abgeregelt werden müssen. Ausgenommen sind lediglich die konventionellen Anlagen, die für die Systemstabilität unbedingt am Netz bleiben müssen.”
    https://www.erneuerbare-energien.de/EE/Redaktion/DE/Standardartikel/FAQ/faq_eeg_2012.html
    (dort unter “Was ist das Einspeisemanagement? Wann darf eine Anlage nach dem Einspeisemanagement abgeregelt werden?”)

    Irrationale Überzeugungen scheinen eine Gemeinsamkeit der Fans von SUVs und Elektroautos zu sein.

  8. Elektrotechniker
    10. September 2018, 16:10 | #8

    weiter OT:
    @LaDeese Gut, dann haben wir dieselbe Rechtsauffassung. Ich hatte Ihren Kommentar lediglich missverstanden.

  9. LaDeesse
    10. September 2018, 16:33 | #9

    @Elektrotechniker: Wenn es sich um ein Missverständnis handelte (möglicherweise ja auch zum Teil auf meiner Seite), dann ziehe ich meinen Vorwurf natürlich zurück.

  10. LaDeesse
    11. September 2018, 07:27 | #10

    F.G. beanstandet auf Facebook: “Viele unnötige Worte, um der Leserschaft mitzuteilen, dass man SUV einfach nur doof findet.”

    Ja, wenn es in dem Artikel doch wenigstens ein paar Argumente geben würde, dann hätte F.G. sich gewiss damit befasst und eine inhaltliche Kritik geübt …

  11. LaDeesse
    11. September 2018, 07:31 | #11

    P.S. präsentiert auf Facebook ein Beispiel für uninformierte Konsumenten: “Meine Eltern haben sich nur deswegen ein SUV gekauft, weil sie sich alters- bzw. gesundheitsbedingt beim Einsteigen in normale Autos schon ziemlich schwer tun.”

    Offenbar hatte sie niemand darauf hingewiesen, dass es eigens für diesen Zweck die (im Text explizit erwähnten) Hochdach-Pkw gibt.

  12. Mitleser
    11. September 2018, 16:09 | #12

    Als Fahrer eines aus Sicht des Autors offenbar sozialverträglicheren Autos mit niedrigem Schwerpunkt und geringer Masse (Lotus Elise) muss ich sagen: etwas mehr Bodenfreiheit wäre auch in deutschen Großstädten kein Nachteil 😉

  13. LaDeesse
    11. September 2018, 17:07 | #13

    @Mitleser:
    Ja, das haben Sportwagen so an sich: Sie sind für schnelles Fahren optimiert, nicht aber für die Bewältigung von Rumpelstrecken deutscher Großstädte, die unter den Folgen der rot-schwarzen Nullen zu leiden haben.
    Dafür gibt es andere Autos. SUV müssen es allerdings nicht unbedingt sein, oder siehst Du das anders?

  14. Yadgar
    12. September 2018, 01:01 | #14

    Also, was ich total coooool fände (aber hierzulande wenn überhaupt nur auf Privatgelände fahren dürfte): XXXXL-Cars als konsequente Hyper-SUVs, die gleich zwei Fahrspuren brauchen, sechs Meter breit, viereinhalb Meter hoch, zehn Meter lang, 600er Ultrabreitreifen, Zwölffach-Auspuffanlage mit oberschenkeldicken Rohren mit extrem schpochtlischem Sound, Lackierung magenta-metallic. Nummernschildbeleuchtung mit elektronisch gesteuertem Farbwechsel, das Design des zweigeschossigen Innenraums steht unter dem Motto „Sex & Drugs & Rock’n’Roll“: unten ein Dancefloor-Deck mit 2000 Watt Quadro-Beschallung, hinten Sitzgruppen, mit Leder irgendeiner hochgradig vom Aussterben bedrohten Tierart bezogen, mit dem perlmuttverkleideten Aufzug kommt man nach oben in die Porno- und Kokain-Lounge, noch mehr öko-schweinisches Dekadenzleder, auf den Scheiben außen Fickfolie (aber de luxe, nicht von Fussel Tuning aus Quadrath-Ichendorf!), innen IntelliPanes, die bei Bedarf die passenden Filme abspielen, dazu ein geräumiger Whirlpool mit Champagner-Einspeisung.

    Der eingebaute 2-Megawatt-Thoriumreaktor beschleunigt die Karre trotz ihrer rund 15 Tonnen Leergewicht locker bis auf 350 km/h… und wer gute Beziehungen zum Medellin- oder Cali-Kartell hat, der kann sich eventuell die Privatautobahn zum saftig Gummi geben bauen lassen!

  15. Yadgar
    12. September 2018, 01:13 | #15

    Hinsichtlich des “Sicherheits-Schmarotzertums” der SUVs, des Mißbrauchs kleiner Autos als zusätzlicher Knautschzone kann ich nur sagen: SUVs sind die idealen Autos für AfD-Fanboys, Neonazis und sonstige Psychopathen! Am besten mit Kennzeichen HA-SS 18, Totenkopf über der Kühlerhaube, cremeweißer Lackierung (immer geil blutbespritzt von, äh, Kampfeinsätzen…) und über dem linken vorderen Kotflügel Strichlisten für “Kanaken”, “Hartzer”, “Spastis” und “Ökos”…

  16. Yadgar
    12. September 2018, 01:22 | #16

    Wenn es nicht so scheiß-strafbar wäre, hätte ich keine Bedenken, jeden mir zugänglichen Cayenne, Touran, X5 oder wie diese Arschlochpanzer sonst noch heißen, mit fett in rot (das hebt sich gut von dem üblichen Schwarz, Weiß oder Silbergrau ab) gesprühtem “MÖRDER!”, “OBSZÖN!”, “PERVERS!” und was mir sonst noch einfiele zu verzieren…

  17. Yadgar
    12. September 2018, 01:31 | #17

    Es wird höchste Zeit, dass automobile Missgeburten wie der Cayenne von den Straßen verschwinden, ebenso wie die Nachahmerprodukte von BMW, Mercedes und VW! Wenn ich auf dem örtlichen Rewe-Parkplatz diese unförmigen Riesenautos umeinander kübeln sehe, oft gelenkt von winzigen Mädchen, die kaum über das Armaturenbrett gucken können, bekomme ich es regelmäßig mit der Angst zu tun: sieht sie mich noch oder werde ich über den Haufen gemangelt? Und überhaupt: wozu ist ein SUV (in Anbetracht des Spritverbrauchs eher SUFF) eigentlich nütze? Wirklich geländegängig sind die wenigsten, viele haben ja nicht einmal Allradantrieb – wer ernsthaft Waldwege oder Wüstenpisten befahren will oder muss, kauft sich einen Land Rover Defender. Geräumiger als 08/15-Autos sind die Dinger auch nicht – wie auch, wenn der üppige Seitenaufprallschutz seinen Tribut an Platz fordert? Das einzige Argument, was mir einleuchtet, ist die größere Kopffreiheit beim Einsteigen (heutige Limousinen oder Coupés sind da wirklich eine Qual!) – aber das kann man auch mit jedem Kleinbus haben, der hat außerdem den Vorteil, wesentlich vielseitiger verwendbar zu sein als so ein XXXL-Rollator! Und, nein, mit ökologisch einwandfreiem Elektroantrieb würde das auch kaum besser werden – SUVs sind einfach grobschlächtige Arroganz in Blech.

  18. LaDeesse
    13. September 2018, 02:11 | #18

    Philipp Simon (31), MOPO-Redakteur, “fährt zwar ein sportliches Coupé, liebäugelt aber schon seit Langem mit dem Kauf eines komfortablen (!) SUV.”
    Also schrieb er darüber einen Artikel: „Lasst die SUV-Fahrer in Ruhe!“ https://www.mopo.de/hamburg/standpunkt-eines-mopo-redakteurs-lasst-die-suv-fahrer-in-ruhe–31135020

    Es folgen kommentierte Zitate:

    * „Massig Stauraum und trotzdem ausreichend Freiraum im Fond kann eben nur ein „Sport Utility Vehicle“ bieten.“
    Ach ja? Ein Kombi kann das nicht?

    * „Wenn im Winter mal wieder alle Autos feststecken und mit zehn Kilometern pro Stunde über die Straßen rutschen, fahren die Geländewagenbesitzer dank komfortablem Allradantrieb wie auf Schienen gemütlich über den verschneiten Asphalt in der Elbmetropole.“
    Ein Pkw mit Allrad kann das nicht?

    * „Die Nörgler kommen natürlich mit Themen wie Verbrauch und Klimaschutz um die Ecke. Dabei werden fast quartalsweise neue, sparsamere Verbrennungsmotoren vorgestellt…“
    Dass ein Pkw mit diesen Motoren stets deutlich weniger verbraucht, kommt ihm nicht in den Sinn?

    Von Nachteilen der SUV in Fahrdynamik und Komfort hat er offenbar nie gehört.
    Was ist das für eine Geisteshaltung? Fröhliche Ignoranz?

  19. Elektriker
    16. September 2018, 11:50 | #19

    *massig stauraum*

    Hatte ein Golf 1 auch. Genug Gepäckraum für fünf Personen.

    *wenn im Winter…*

    Mein Golf 1 hatte 155er-Reifen. Gingen im Winter immer, auch bei viel Schnee. 80 km/h konnte man immer fahren.

    *sparsame Motoren*

    Oho, 15 Liter auf 100 km sind sparsam. Mein Golf 1 verbrauchte 8 Liter auf 100 km, wenn man schnell fuhr. Kann es sein, dass die suv-assis einfach nur dumm sind?

  20. LaDeesse
    16. September 2018, 12:38 | #20

    Kann es sein, dass die suv-assis einfach nur dumm sind?

    Über Philipp Simon von der MOPO möchte ich lieber nichts sagen…
    Persönlich kenne ich einige SUV-Fahrer, die ich nicht guten Gewissens als dumm bezeichnen kann.
    Dass sie dumme Kaufentscheidungen gefällt haben, dessen bin ich allerdings sicher.

  21. Andreas Lichte
    16. September 2018, 12:57 | #21

    @ Elektriker

    wir sind mal zu dritt mit einem “Golf 1” von Dortmund nach Barcelona gefahren – perfekt!

    Das war “einfach nur ein Auto”, es fuhr, und fuhr gut.

    Der “Golf 1” ist für mich das Standardbeispiel, wenn es darum geht, zu zeigen, was schiefgelaufen ist: vergleich mal die Daten vom ersten Golf mit dem aktuellen Modell, zum Beispiel das Gewicht …

    Das SUV ist einfach nur die Steigerung ins Absurde einer Entwicklung, die grundsätzlich in die falsche Richtung gegangen ist.

  22. LaDeesse
    16. September 2018, 13:26 | #22

    Der “Golf 1” ist für mich das Standardbeispiel, wenn es darum geht, zu zeigen, was schiefgelaufen ist: vergleich mal die Daten vom ersten Golf mit dem aktuellen Modell, zum Beispiel das Gewicht …

    Jein.
    Der aktuelle Golf bietet unvergleichlich viel mehr Sicherheit als der Golf I. Ein großer Teil des höheren Gewichts geht dafür drauf, und das mag ich nicht als Fehlentwicklung bezeichnen.
    Dies wird allerdings noch von einer Tendenz zur fortlaufenden Verfettung der Autos überlagert. Daher bietet der heutige Polo bereits den Platz, für den es früher ein Golf sein musste. Auch der Polo ist aber aus den obigen Gründen schwerer als ein Golf I.

  23. 16. September 2018, 23:53 | #23

    @LaDeesse:
    “Tendenz zur fortlaufenden Verfettung der Autos”

    Ich sage es ja, immer breitere fettere Autos für immer breitere fettere Zuvielisations-Insassen… die Verfettung der Autos spiegelt die allgemeine Verfettung der Bevölkerung wider! Der typische 120-Kilo-Mann des frühen 21. Jahrhunderts würde doch z. B. in eine “Ente” gar nicht mehr hineinpassen…

    P. S. Ich wiege sogar über 130 Kilo (Tendenz abnehmend) – aber ich fahre Fahrrad (richtig zum Treten, kein Elektro-Mofa) und habe nicht einmal einen Führerschein!

  24. LaDeesse
    17. September 2018, 15:26 | #24

    An der Neigung der SUV zum Überschlag werden allen bekannten Fakten zum Trotz von manchen immer noch Zweifel angemeldet. Dieser Polizeibericht schildert, wie übel das Auffahren auf einen Kleinstwagen wie den VW Up für einen SUV enden kann:

    Mehrfacher Überschlag auf A 3 im Siebengebirge

    Infolge eines nächtlichen Auffahrunfalls auf der Bundesautobahn 3 im Siebengebirge hat sich der Mercedes-SUV der Verursacherin (20) in der Nacht zum 10. Mai (Donnerstag) zweimal überschlagen. Bei der Kollision auf der Richtungsfahrbahn Frankfurt erlitten sowohl die 20-Jährige als auch die von ihr gerammte VW-Fahrerin (22) schwere Verletzungen. …
    Ein Unfallzeuge (63) gab an, der Daimler sei “dem Kleinwagen voll draufgefahren. Dann hat sich der Mercedes zweimal überschlagen. Durch die Wucht des Aufpralls wurde der Up nach rechts gegen die Seitenschutzplanke geschleudert, während der aufgefahrene SUV sich aufschaukelte und überschlug.”

    https://www.facebook.com/Polizei.NRW.K/posts/1286621628136397

  25. Psiram
    19. September 2018, 07:24 | #25

    Ein Fahrer eines Mercedes GLE wollte uns per E-Mail über Fortschritte der Fahrwerkstechnik aufklären:

    Zum im Text genannten “Problem” bez. Wankneigung, Komfort, Dämpfung, Überschlag et cet.: die Top-SUV haben heute Aktiv- oder Luftfahrwerke – die von Ihnen im Text angeführten Probleme gibt es schon lange nicht mehr … (google Airmatic).

    Doch entgegen dem Irrglauben vieler SUV-Fahrer ist es nicht möglich, mit aktiven Federungen und/oder elektronischen Assistenzsystemen die Gesetze der Physik außer Kraft zu setzen.
    Siehe dazu der Komfortvergleich in Teil 2 zwischen Audi Q7 und Mercedes W222. Dieses Beispiel war aus didaktischen Gründen gewählt worden. Beide Fahrzeuge sind mit einem aktiven Luftfahrwerk ausgestattet; der Mercedes mit der vom Leser ergoogleten Airmatic.
    Dass der Pkw dabei deutlich besser als das SUV abschneidet, sollte auf ein wichtiges Faktum aufmerksam machen: Dass nämlich beim SUV der große fahrwerkstechnische Aufwand stets dafür vergeudet wird, die Folgen konzeptbedingter Nachteile, darunter vor allem der große Abstand des Massenschwerpunkts von der Rollachse, für die Fahrstabilität so weit zu mildern, dass der Fahrer möglichst wenig davon bemerkt.
    Das zumindest scheint im Falle dieses Lesers gelungen zu sein, über dessen Auto der ADAC schrieb:
    „Beim ADAC Ausweichtest kann der GLE 250 d kaum überzeugen. Schon beim Anlenken untersteuert das Fahrzeug stark, bevor es beim Zurücklenken in die ursprüngliche Fahrspur komplett zu rutschen beginnt und dann durch heftigste ESP-Eingriffe unlenkbar geradeaus weiterfährt. Es ist kaum möglich, das Fahrzeug wieder in die ursprüngliche Fahrspur zu lenken.“

    Diesen Fakten das eigene, subjektive Erleben entgegenzusetzen und einfach zu behaupten, die fahrdynamischen Probleme der SUV seien gelöst, ist ein Beispiel für einen abstrusen Kunstgriff zur Aufrechterhaltung irrationaler Überzeugungen.

    Auch die Überschlagneigung hängt nur von Schwerpunkthöhe und Spurbreite ab. Das ist simple Schulphysik, denn die maximale Querbeschleunigung kurz vor dem Umkippen kann mit einer Formel errechnet werden. Der Parameter „Luftfederung“ kommt darin nicht vor. Aktive Federungssysteme können nichts daran ändern, dass die Kurvengrenzgeschwindigkeiten von SUV prinzipiell niedriger sind.

  26. Hans Wurst
    23. September 2018, 09:20 | #26

    Unser SUV konnte 3,5 t Anhängelast gebremst ziehen = Pferdehänger mit 2 Pferden. 4Wheel Drive sinnvoll auf dem schlammigen Turnier-Parkplatz. Keine Alternative.

  27. RainerO
    23. September 2018, 11:37 | #27

    @ Hans Wurst
    Das kann (fast) jeder echte Geländewagen auch. Und wie viele der SUV-Besitzer ziehen tatsächlich regelmäßig zwei Pferde auf schlammigen Untergrund hinter sich her? Ich schätze, dass sich das im niedrigen einstelligen Prozentbereich bewegt… – wenn überhaupt.

  28. LaDeesse
    23. September 2018, 11:39 | #28

    Hans Wurst :

    Unser SUV konnte 3,5 t Anhängelast gebremst ziehen = Pferdehänger mit 2 Pferden. 4Wheel Drive sinnvoll auf dem schlammigen Turnier-Parkplatz. Keine Alternative.

    Das wird allmählich langweilig. Die Fans von SUV sind nicht besonders kreativ beim Herbeifabulieren von Scheinbegründungen, weshalb es denn unbedingt so ein Auto sein muss.
    Zwei Pferde lassen sich nämlich auch in Anhängern transportieren, für welche die 2,2 Tonnen Anhängelast eines VW Passat oder Skoda Superb locker genügen: http://www.mit-pferden-reisen.de/artikel/82/495/de/wie-viel-wihttp://www.mit-pferden-reisen.de/artikel/82/495/de/wie-viel-wiegen-pferdeanhaenger-aktualisierte-liste-mit-anhaenger-leer–nutz-und-gesamtgewichten/egen-pferdeanhaenger-aktualisierte-liste-mit-anhaenger-leer–nutz-und-gesamtgewichten/
    Und wenn der Turnierparkplatz tatsächlich in einem so schlechten Zustand sein sollte, dass jemand allen Ernstes befürchtet, dort mit einem normalen Auto steckenzubleiben: Dann bitte nicht vergessen, den Kombi mit einem Vierradantrieb zu bestellen.

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