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Thüringen – Ministerpräsidentin Lieberknecht protegiert Kreationismus

15. Februar 2010 13 Kommentare

Christine Lieberknecht, Landesvorsitzende der CDU Thüringen, seit 2009 auch Ministerpräsidentin und Nachfolgerin von Dieter Althaus, war evangelische Pastorin, ebenso wie ihr Vater und schließlich ist sie zudem mit einem Pastor verheiratet.
Bei oberflächlicher Betrachtung eigentlich alles kein Problem. Nun gut, Frau Lieberknecht ist Kuratoriumsmitglied des Vereins ProChrist, Organisator einer evangelikalen Großevangelisationsveranstaltung. Dass ProChrist in die Schlagzeilen geraten ist, liegt daran, dass sich im Verein neben den evangelischen Landeskirchen auch viele evangelikale Freikirchen tummeln, die ihre fundamentalistischen Ansichten bei entsprechenden Veranstaltungen ebenso verbreiten. 2009 sorgte die „Umerziehung Homosexueller“ für besonderen Medienrummel. Man kann den Landeskirchen auf alle Fälle vorwerfen, dass sie sich mit radikalen Christen unter einer Decke tummeln. Schwierig ist und bleibt jedoch, die Spreu vom Weizen zu trennen, denn bibeltreue Dogmatiker findet man auch in den Reihen der evangelischen Kirche wieder.

Bei näherer Betrachtung hat Frau Lieberknecht schon einen erheblichen Faux pas hinter sich, denn offenbar war die einstige Pastorin in den Jahren nach der Wende etwas unbekümmert im Umgang mit radikalen Rechten.

Jetzt kommt aber der aktuelle Clou, der schon tief blicken lässt, wenn es um die religiöse Einstellung der guten Frau geht:

„Thüringens Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht (CDU) hat einem emeritierten Hochschullehrer der Universität Jena, der sich für eine evangelikale Vereinigung engagiert, das Bundesverdienstkreuz am Bande überreicht. In der Begründung wird ausdrücklich betont, der Wirtschaftswissenschaftler Reinhard Haupt habe sich neben der Tätigkeit als Professor vielfältig engagiert, so »als Leiter der Abteilung für Wirtschaft und Ethik in der Studiengemeinschaft Wort und Wissen«. Haupt sei jemand, der durch »vorgelebte christlich-soziale Werte das Gemeinwohl fördert«.
Die »Studiengemeinschaft Wort und Wissen« ist ein evangelikaler Verein, der sich der wörtlichen Bibelauslegung verpflichtet fühlt und durch Angriffe auf die wissenschaftliche Evolutionstheorie und das Eintreten für die biblische Schöpfungslehre (Kreationismus) von sich reden macht. Lieberknechts Vorgänger Dieter Althaus (CDU) hatte im Herbst 2005 bundesweit für heftige Kritik gesorgt, als er den Kreationisten Siegfried Scherer zum »Erfurter Dialog« der Staatskanzlei einlud, um »verschiedene Theorien zur Entstehung des Lebens« zu debattieren. Scherer war zu dieser Zeit Vorsitzender von »Wort und Wissen«. Landtagsopposition und biologische Fachverbände warfen Althaus daraufhin vor, die Staatskanzlei fördere mit Steuermitteln religiösen Fundamentalismus. Die Einladung an Scherer wurde zurückgezogen …“

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