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Eine Werbelüge wird 70!

„Ernährungsprobleme in den hochentwickelten Industrieländern…Nahrungsmittel zeigen Rückgang an Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen“

„Wie Sie aus der vorstehenden Tabelle – anhand einiger weniger Beispiele – ersehen können, haben unsere Nahrungsmittel, bedingt durch die industrielle Landwirtschaft, viele ihrer lebenswichtigen Vitalstoffe teilweise, manche (wie z.B. Selen) nahezu gänzlich eingebüßt.“

„Das Verlangen nach immer größer, immer mehr und immer billiger, die Orientierung an Weltmarktpreisen und Kalorien statt an Qualität, Lebendigkeit und innerem Wert der Nahrung, hat dazu geführt, dass im Vergleich zu vor 10 – 20 Jahren oft nur noch ein Bruchteil an lebenswichtigen Spurenelementen und Vitaminen in Obst und Gemüse enthalten sind, dafür mehr Wasser, Nitrat und Spritzmittelrückstände.“

Dass unsere Nahrung durch industrielle Herstellung angeblich immer schlechter und vitaminärmer wird, ist zur Binsenweisheit geworden und darf in Diskussionen gern, oft und ungeprüft behauptet werden. Der Ursprung dieser nie belegten Legende liegt nun 70 Jahre zurück. Im Original liest sich das so:
«Der Vitamingehalt unserer Nahrungsmittel wird oft durch industrielle Verarbeitung sowie durch die Zubereitung im Haushalt zerstört»
und
«Vitaminmangel kann auch bei scheinbar abwechslungsreicher Ernährung auftreten.» .

Die Chemiefirma Roche suchte 1939 eine Möglichkeit, Vitamin C zu verkaufen. Sie hatten das Patent für die Synthese und der Markt für die Indikation Skorbut war zu klein. Also wurde die C-Hypovitaminose erfunden.

Dieser Artikel in der „Baseler Zeitung“ ist wirklich lesenswert:
Vitamin C – vom Ladenhüter zum Milliardengeschäft.

Detailliert findet sich dann alles im Buch von Beat Bächi:
Vitamin C für alle!
Pharmazeutische Produktion, Vermarktung und Gesundheitspolitik (1933–1953)

Die Masche funktioniert also seit siebzig Jahren vorzüglich und etliche üble Scharlatane sprangen auf den Zug auf.
Matthias Rath im EsoWatch-Wiki:

Matthias Rath (geb. 1955 in Stuttgart) ist ein umstrittener deutscher Arzt und Wunderheiler. Er gilt als Erfinder der so genannten Zellular-Medizin, die Heilversprechen bei schweren Erkrankungen wie Krebs und AIDS macht und als eine Rath’sche Interpretation der orthomolekularen Medizin (OM) verstanden werden kann, die auf Linus Pauling zurückgeht. Tatsächlich kann sich Rath bei dem Versuch, die OM durch eine Wissenschaftlichkeit aufzuwerten, nur in Einzelfragen auf Pauling berufen. Rath tritt in Europa als Verkäufer entsprechender Produkte („Mikronährstoffe“ oder Vitamine) auf, die er auf Grund der gesetzlichen Lage von Holland aus vermarktet.


Rath’sche Propaganda für seine wirkungslose Therapie

  1. 1. September 2009, 17:45 | #1

    Tja, die Behauptung, dass industrielle Landwirtschaft den Vitamin-/Nähr-/Mineralstoffgehalt von Lebensmitteln senken würde, ist halt einleuchtend und auch nachvollziehbar. Bei Fleisch kann sicher jeder nachvollziehen, dass gemästetes Schnitzel weniger gut schmeckt als "natürlich" gewachsenes.

    Zu den vom Herrn Rath propargierten VitC:
    http://www.nature.com/emboj… (englisch und volle Kanne Zellbio+Biochemie)

    Unter bestimmten (offenbar gar nich so seltenen) Umständen, können (zu viele) Antioxidantien Krebszellen beim Überwinden der körpereigenen Abwehr helfen. Letztere bedient sich nämlich gerade den "freien Radikalen" um Krebszellen zu killen.

  2. 1. September 2009, 19:59 | #2

    Tja, einleuchtende Behauptungen sind keine Fakten und können genauso gut auch falsch sein. Dass sich die Sonne um die Erde dreht ist nach Augenschein auch eine einleuchtende Behauptung.
    Eine Pflanze braucht Nährstoffe und gute Wachstumsbedingungen, einer Pflanze ist es egal, mit wieviel anderen sie auf dem Acker steht und ob sie von Hand oder einer Maschine geerntet wird. Der angeblich verribgerte Nährstoffgehalt ist ein typisches Märchen aller Nahrungsergänzungsmittelverkäufer. Sind sie zufällig einer?

  3. 2. September 2009, 15:47 | #3

    Komischerweise führen zu viele Vitamine nun zu verstärktem Krebs. Die GEschichte mit den Rauchervitaminen war ein Reinfall….

  4. Baseler oder Züricher?
    2. September 2009, 21:01 | #4

    Gnihihi. Deutschland detektiert. Baseler und Züricher schreiben nur die im grossen Kanton. Ansonsten: Alter Hut, wissen wir hier alle. Nur die anderen glauben das immer noch.

    Merke: Gehöre immer zu denen, die bescheissen. Dann gehts dir besser…

  5. chrisli
    15. September 2009, 17:51 | #5

    Naja man sollte sich schon mit Fakten beschäftigen und schauen, wieviel Vitamine die Pflanzen heute noch haben und ob das ausreicht.

  6. 15. September 2009, 19:47 | #6

    Gene verdrängen die Vitamine in den Pflanzen, daran ist die Gentechnik schuld. Bald sind gar keine Vitamine mehr drin, sondern nur noch Gene. Chrisli, danke für Dein "noch". Und immer schön die Schale mitessen!

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