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Nächstenliebe vergewaltigt: Gewünschte Hinrichtungen radikal-katholisch im Namen des Herrn?

Wir reden von Religion, wir reden vom Christentum. Nächstenliebe, Barmherzigkeit, Vergebung und ethisches Handeln in allen Lebenslagen. Dies ist der Codex, den Christen beherzigen und der ihnen auch zugeschrieben wird.

In der Realität sieht es jedoch anders aus, denn unter dem Deckmantel des Christentums tummeln sich radikale Gruppierungen, die, mit Verlaub, eher an diktatorische Regime erinnern als an Verkünder der Botschaft Jesu.

Von unzähligen evangelikalen Strömungen mal abgesehen, findet man auch ein besonders brutales Beispiel in den Reihen der Katholen: Die Anhänger der so genannten Pius-Bruderschaft.

Es ist noch nicht allzu lang her, dass diese Glaubensgemeinschaft durch den Bischof und Holocaust-Leugner Richard Williamson in die Schlagzeilen geriet, ansonsten würden sie viele wahrscheinlich gar nicht kennen. Bei einer weltweiten Mitgliederzahl von 600.000 auch nicht verwunderlich.

Aber, selbst wenn es sich nur um eine ganz kleine Minderheit handelt, sollte man diverse Anhänger dieser Bruderschaft unbedingt näher betrachten.

Ein herausragendes Beispiel für die Anschauungen, Werte und Ziele bietet die Internetseite Kreuz.net.

Trotz inhaltlich eindeutiger Stellungnahmen und Sympathien für die Pius-Brüder, bezieht sich das Selbstverständnis diese Seite ganz allgemein auf den katholischen Glauben:

kreuz.net ist die Initiative einer internationalen privaten Gruppe von Katholiken in Europa und Übersee, die hauptberuflich im kirchlichen Dienst tätig sind.

Was ist nun so ungewöhnlich und schockierend an ihren Überzeugungen?
Ganz einfach und eindeutig: Alles. Man lese und staune:
– Sie verbreiten Judenhass: http://kreuz.net/article.9697.html

„Die Christen mögen in einem Augenblick umkommen
Bis heute wird in jüdischen Kreisen ein angebliches Gebet verrichtet, das Gott um die Vernichtung und ewige Verdammnis der Kirche bittet. Das 18-Bitten-Gebet ist das jüdische Hauptgebet. Es wird dreimal pro Tag verrichtet.
Die zwölfte Bitte richtet sich gegen die „Abgefallenen und Ketzer“ – insbesondere gegen die Kirche. […]“

– Sie definieren jeglichen Schwangerschaftsabbruch als grausamen Mord:

„[…] Um jeden Widerstand zu beseitigen, benützen die Baby-Völkermörder ähnliche Mittel wie die NS-Völkermörder:
1. Auch im ideologischen Nachfolgestaat des NS-Reiches, der Volks-Tötungs-Demokratie Österreich, wird Morden aus erbgesundheitlichen Gründen bis zur Geburt nicht bestraft.
2. Die obersten Richter der Tötungs-Demokratien betreiben so wie ihre Berufskollegen im Dritten Reich Rechtsbeugung im Sinne der ideologischen Ziele der Herrscher. Sie unterwerfen sich den Forderungen der Tötungs-Ideologen, indem sie sich darauf berufen, daß in Österreich die Kinder-Todesstrafe nach dem Vorbild anderer Länder besteht. […]“

http://kreuz.net/article.9703.html

„[…] Dr. Josef Preßlmayer erkennt: „Wer die an diesem Verbrechen beteiligten Kinderschlächter ehrt, ist selbst ein Verbrecher und macht sich mitschuldig an diesem Baby-Holocaust! […]“

– Sie verdammen den Sexualkundeunterricht in Schulen und sie sprechen Kondomen ihren Nutzen gegen Aids und Geschlechtskrankheiten ab:

„[…] Der Elternverein gibt Beispiele: „So zieht man Kondome über Penisse aus Holz“. „So setzt man ein Diaphragma ein“. Oder: „So hat man Sex“.
Mit solchen Obszönitäten mißbrauchen Schulen im Rheinland acht- und neunjährige Grundschulkinder – empört sich Regine Schwarzhoff vom Elternverein: „Ein absolutes Unding“.
Die Kinder würden „maßlos überfordert“ und „in ihrem Schamempfinden verletzt.“
Minister für Schule und Weiterbildung in Nordrhein-Westfalen ist Barbara Sommer (60). Sie ist Mitglied der Abtreibungs- und Homopartei CDU. […]“

http://kreuz.net/article.9741.html

„[…] In Benin haben die zivilen Verantwortlichen schon lange verstanden, daß Kondome keinen Schutz bieten und daß sie falsche Freunde und ein wahrhafter Ausdruck des Leichtsinns sind. Ihre Vorzüge sind zweifelhaft, und ihre Wirksamkeit gleich null. […]
Das Präservativ war wie eine schöne, offene Autobahn, welche die freie und schnelle Ausbreitung des Virus ermöglichte. […]“

– Sie propagieren und befürworten den Exorzismus.

– Sie betreiben eine gnadenlose Hetze gegen Homosexualität:

„[…] Auf dem Video-Portal ‘youtube.com’ ist ein Video zu sehen, das vermutlich von homofaschistischen Aktivisten gedreht wurde.
Es zeigt einen Teil des Straßenterrors von Homo-Radikalen bei einem Aufmarsch von Widernatürlichen in Stuttgart.
Auf dem Video sieht man einen geisteskranken Mann im Frauenkostüm. Er versucht, die Gebetsmahnwache der Piusbruderschaft durch Verbalattacken und Fleischesentblößung zu stören. Ihm springen eine unansehnliche Dame und ein weiterer Sodomist bei. Letzterer ist als Priester verkleidet. […]
Es hat sich nur ein Buchstabe geändert. Was für die NS-Faschisten die SA-Aufmärsche waren, sind für die HS-Faschisten die jährlichen Homo-Aufmärsche. […]
Die Teilnehmerzahlen bei den HS-Aufmärschen leiten sich aus der Tatsache ab, daß es etliche Homo-Aktivisten gibt, die von Aufmarsch zu Aufmarsch pilgern, um eine zahlenmäßige Relevanz der Homo-Perversen vorzugaukeln. […]
In Stuttgart behaupteten Widernatürliche im Vorfeld ihres Homo-Aufmarsches, daß in der Stadt 60.000 Widernatürliche lebten.
Seit dem Tag der Machtübernahme der Nationalsozialisten in Stuttgart am 15./16. März 1933 ist diese Stadt nie mehr so beleidigt worden. […]
Denn Führer Beck hat vor einigen Jahren längst die Endlösung der Sexfrage ins Visier genommen. Nach der gesellschaftlichen Durchsetzung der Homosexualität möchte er nämlich herangehen und als nächstes die Kinderschänderei legalisieren. […]“

Diese Zitate spiegeln den gesamten Artikel und geben einen sehr deutlichen Einblick in den Hass, der hinter den Äußerungen steht. Die kontinuierliche Verwendung des Nazi-Jargons und entsprechende gezielte Gleichsetzungen mit Homosexuellen sind so unglaublich, dass man sich ernsthaft fragen muss, ob hier nicht ein Straftatbestand vorliegt, zumindest die totale Verharmlosung des 3. Reiches und damit einhergehend des gesamten Holocausts.

– Weil dies jedoch immer noch nicht reicht, um „Schwule & Lesben“ zu diffamieren, ist man selbstverständlich davon überzeugt, dass Homosexualität heilbar sei:

„[…] Heilung von Homosexualität ist sehr ähnlich wie die Heilung von Alkohol, niedrigem Selbstwertgefühl oder lebenslangen ungesunden Gewohnheiten. […]
Nach und nach erfährt der Klient seine Homosexualität als etwas „Fremdes“.
Er beginnt dann, seine homosexuellen Phantasien als ein Symptom, ein Signal, dafür zu nehmen, daß er wichtige Bereiche seines Gefühlslebens vernachlässigt hat.
Er erkennt, daß gewisse Streßmomente der Auslöser dafür sind, daß er sich wieder von Männern angezogen fühlt besonders sind es Ängste, Einsamkeit, Langeweile, Neid, Versagen und vor allem, wenn er sich von andern Männern erniedrigt fühlt. […]“

http://kreuz.net/article.9291.html

„[…] Das Herauswachsen aus der Homosexualität geschieht durch eine Veränderung in der Identität, die über die Lösung des zugrundeliegenden emotionalen Konfliktes erfolgt. […]“

So, und wen sollte es da zu guter Letzt noch wundern, wenn schon von „zugrundeliegenden emotionalen Konflikten“ die Rede ist, dass man hier gleich noch auf die Germanische Neue Medizin des rechtsradikalen Ryke Geerd Hamer verweist?

Ein Blick in die rechte Spalte von Kreuz.net unter „Leserzeitung“ genügt, denn hier findet sich die Bestätigung. Der Link führt zur Internetpräsenz von Helmut Pilhar, dem Hauptpropagandisten der Germanischen Neuen Medizin.

FAZIT: Eine derartige Ansammlung menschenverachtender und antidemokratischer Tendenzen lassen jeden Ungläubigen und jeden gemäßigten Andersgläubigen erschaudern, auch mit Sicherheit jeden liberalen Christen, der beschämt sein muss, dass sich so etwas Christ und Katholik nennen darf. Kaum auszudenken, wenn diese Leute wirklich könnten, wie sie wollten. Was wäre dann?
Die Todesstrafe für Homosexualität und Frauen und Ärzte, die „abtreiben“?
Ganz so spekulativ scheint dies nicht zu sein, denn der Chef der deutschen Pius-Brüder, Schmidberger, hat sich bereits „vorsichtig“ zum Thema geäußert:

Chef deutscher Pius-Brüder plädiert für Todesstrafe, und nennt Aids eine „Strafe Gottes“

Und das alles, wohl gemerkt, im Namen des Herrn!!!

Piusbruderschaft: Gefährliche Minderheit? Video

  1. Scardanelli
    3. September 2009, 10:48 | #1

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    ach du liebe Güte. Da geht mir als liberalem Katholen (mit agnostischen Anwandlungen) aber sowas von die Hutschnur hoch. Leider gibt es solche (ich nenne sie gerne christliche Taliban) nicht nur bei den Pius-Brüdern. Dass die aber weltweit 600-tausend Mitglieder haben sollen, das macht mir – gelinde gesagt – doch ein wenig Angst.

    Untertänigst

  2. Conny
    3. September 2009, 11:04 | #2

    Die und der Opus dei, das sind auch solche schlimmen Zeitgenossen.

  3. Kurt
    3. September 2009, 11:59 | #3

    "Chef deutscher Pius-Brüder Schmidberger: die Schändung eines Kreuzes ist eine schwerere Sünde als die Terroranschläge von New York und Washington
    30.000 Anhänger in Deutschland / 1,1 Millionen € staatlicher Zuschüsse für Schulen der Bruderschaft."

    http://www.swr.de/report/pr

    Da kommt Freude auf. Ist das ekelhaft und abartig!!!

  4. Paraphen
    3. September 2009, 12:23 | #4

    Ich finde es erschreckend, daß es 600.000 Anhänger dieser Bruderschaft geben soll. Radikale Vertreter jeglichen Glaubens sind mir nicht geheuer. Aber als "nur ganz kleine Minderheit" diese zu bezeichnen, wird dem wohlmöglich nicht ganz gerecht. Das mag ja angesichts der Mia. Anhänger der christlichen Religionen wirklich verschwindend gering sein – aber machen wir uns nichts vor … das sind schon einige Kleindstädte und Landkreise, die man damit bevölkern könnte.

  5. Papavera
    3. September 2009, 12:52 | #5

    Wenn Schmidtbauer für die Todesstrafe bei Schwerverbrechen plädiert und seiner Meinung nach die Kreuzesschändung ein schwereres Verbechen ist, als die Terroranschläge vom 11.09.2001, dann müssten, folgt man diesem Gedankengang, Kreuzes-Schänder getötet werden. Da bin ich mal gespannt, welche Hinrichtungsmethoden der sich ausdenkt: vielleicht Scheiterhaufen mit vorheriger Folterung?

    Ich denke, dieser Mann ist einfach geisteskrank.

  6. Scardanelli
    3. September 2009, 13:23 | #6

    Ich bekomme die Krätze: Einem Lattengustl den Arm abzubrechen soll genauso schlimm, nein, schlimmer sein als 5000 Menschen aus dem Leben zu befördern? Der Mann hat ein sehr – sagnwamal – eigenartiges Verständnis von christlicher Ethik. Aids eine Strafe Gottes – ja ne, is‘ klar. Da ist es tatsächlich nicht mehr weit hin zu Hyke Herd Grand Mas ("Dr. Med, mag. theol.") Verständnis von Krankheit und Heilung.

    untertänigst

  7. Hans-H.
    3. September 2009, 13:32 | #7

    So sehr ich den Grundtenor der bisherigen Beiträge teile, will ich doch die 12. Bitte des Schemone Esre zitieren:
    "Für die Verräter möge es keine Hoffnung geben, und alle Übeltäter mögen augenblicklich untergehen. Und alle mögen schnell ausgerottet werden, und die Bösewichte mögest du rasch in unseren Tagen entwurzeln und zerschmettern und stürzen und unterwerfen. Gelobt seist du, Herr, der die Feinde zerbricht und die Bösewichte unterwirft." (( http://www.webportal-judent… ))
    Warum sollte es nicht in _jeder_ Religion Punkte geben, die der Mehrheit der Anhänger wahrscheinlich nur bedeutungslose historische Remineszenzen sind, die ein Fanatiker jedoch trefflich für seine Zwecke ausnutzen kann? Es wäre wünschenswert, wenn Gläubige jeder Couleur mehr über das wüßten, was sie (vorgeblich) glauben.

  8. Kurt
    3. September 2009, 14:30 | #8

    Hallo Hans,

    Vollkommen korrekt. Auch in der Bibel im AT gibt es so viele grausame Stellen, die man immer zitieren könnte, um das gesamte Christentum zu provozieren und zu diskreditieren. Wer will, der findet immer und überall genügend Stoff.

  9. Scardanelli
    3. September 2009, 16:10 | #9

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    ich sehe die von Hans-H. zitierte Bitte ebenfalls als nicht besonders problematisch an – sie bezieht sich wohl auf die Psalmen ("bis ich deine Feinde zum Schemel deiner Füße mache" – allein die Google-Suche hingegen hat mich schon wieder fast an der Welt verzweifeln lassen. Kreuz.net ist nicht die einzige christliche Seite, die etwas eigenartig ist). Klar, das kann man bösartig auslegen (ob nun als radikaler Gegner oder radikaler Gläubiger). Viel problematischer finde ich da die Bitte im katholischen Karfreitags-Ritus für die Bekehrung der Juden – ditte ist mal wirklich starker Tobak.

    untertänigst

  10. Sonde
    3. September 2009, 17:49 | #10

    Aaaaaaaaaaaaaalso: Man kann es immer wieder drehen und wenden wie man will. Rauf und runter rechnen, analysieren, subtrahieren, onanieren. Letztendlich kommt unter dem Strich stets heraus:
    __________________________________________

    RELIGION IST SCHIEISSE

  11. Scardanelli
    3. September 2009, 19:12 | #11

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    liebe Sonde.

    So ganz kann ich Dir nicht zustimmen. Soviel aber ist sicher: Religion ist nichts, weswegen man schlaflose Nächte verbringen, sich quälen lassen oder die Köpfe einschlagen müsste. Sonst macht das doch alles keinen Spaß mehr.

    Untertänigst

  12. Sonde
    3. September 2009, 22:31 | #12

    Das passt aber doch eher zu Fußball.

    🙂

  13. 4. September 2009, 07:16 | #13

    @ Scardanelli:

    Also ich kann keinerlei positive Aspekte bei Religion sehen. Die gesellschaftlichen Funktionen, die hierzulande ursprünglich einmal Religion wahrgenommen hatte, sind nunmehr (meist) anders und besser gelöst (Rechtssystem, Sozialabgaben). Die individuelle Funktion war schon immer höchst zwiespältig: der Hoffnung auf das Himmeleich steht die Furcht vor Verdammnis gegenüber. Das ist ein wenig tauglicher Angstlöser (da bestimmte Ängste auch erst durch den Glauben hervorgerufen werden bzw. positive oder negative Ereignisse für das Individuum unabhängig von einem Glauben eintraten). Und auch durch und durch christlich geprägte Menschen sind durch eben diesen Glauben im Zweifelsfall nicht von bösen Taten abzuhalten. Da wars dann halt der Herrgott, der es so wollte. Die einzige Funktion, die ich sehe, ist die, Sinn zu behaupten, wo entweder keiner ist oder selbst zu schaffen wäre. Für ein Trugbild von Sinnhaftigkeit die ganzen negativen Erscheinungen und Vorstellungen, rituellen Zwanghaftigkeiten und eine Verleugnung der Vernunft hinnehmen? Na, ich weiß nicht. Das hört sich für mich nach einem schlechten Tausch an.

  14. Scardanelli
    4. September 2009, 08:43 | #14

    Liebe Hema,

    hmmm, du hast schon recht, so im großen und ganzen. Ich fürchte nur, dass das Bedürfnis, etwas zu glauben, ganz einfach im Menschen verankert ist. Gabs da nicht erst kürzlich ein paar Theorien, dass der Glaube sogar evolutionspsychologisch Funktionen hatte und immer noch hat?
    Was ich sagen will – der Mensch glaubt einfach gern an Dinge. Und da denk ich ist ein liberales, aufgeklärtes Christentum immer noch besser als Ryke "Geeeerd" Hammer.

    Richard Dawkins in allen Ehren – sein egoistisches Gen beschäftigt mich seit mindestens 10 Jahren immer mal wieder. Und dass die religiöse Rechte (rein bildlich gesprochen) ein paar auf die Fresse braucht, das ist selbstverständlich – schließlich durften die die vergangenen acht Jahre mit Staatsduldung treiben, was sie wollten. Aber: Der Atheismus als Ersatz für den Glauben – der funktioniert nicht, zumindest nicht für alle. Außerdem bleibt die Frage: Ist Atheismus letztlich nicht doch auch nur eine andere Form des Glaubens (o.k., es gibt keine kultischen Handlungen, keine religiösen Schriften, die Wissenschaft spricht dafür, dass es keinen Gott gibt, etc. etc. Letztlich gilt aber eigentlich Wittgenstein: Wovon man nicht sprechen kann, darüber muss man schweigen).

    Duck und wech

  15. 4. September 2009, 08:51 | #15

    Hallo Scardanelli, (und Hallo an alle meine realen, gläubigen Freunde)

    Du brauchst dich hier nicht zu rechtfertigen. Du und alle anderen vernünftigen Katholen, Evangolen und was auch immer sind hier willkommen. Die Grenze verläuft für mich zwischen den Vernünftigen und den Unvernünftigen, nicht zwischen Gläubigen und Atheisten.

  16. Scardanelli
    4. September 2009, 08:57 | #16

    Lieber Sysop,

    thanks und: WORD!

    Untertänigst

  17. Weltliteratur
    4. September 2009, 09:41 | #17

    Ich finde, man darf über Religion diskutieren. Fragt sich nur wie.

    Richard Dawkins höchstpersönlich sieht die Bibel als Weltliteratur, "Der Gotteswahn", S. 478:

    „Wir können den Glauben an Gott aufgeben, ohne den Kontakt zu einem wertvollen kulturellen Erbe zu verlieren.“
    Zitat Dawkins, S. 474:

    „Die King-James-Bibel von 1611 – die sogenannte Authorized Version – enthält Passagen von herausragendem literarischen Wert, zum Beispiel das Hohelied Salomos …“

    … Ingeborg-Bachmann-Preis an Unbekannt, aka "Gott", sicher eine echte Aufwertung des Wettbewerbs …:

    In der Einheitsübersetzung (1980)

    1 Das Hohelied Salomos.

    2 Mit Küssen seines Mundes bedecke er mich. /
    Süßer als Wein ist deine Liebe.
    3 Köstlich ist der Duft deiner Salben, /
    dein Name hingegossenes Salböl; /
    darum lieben dich die Mädchen.
    4 Zieh mich her hinter dir! Laß uns eilen! /
    Der König führt mich in seine Gemächer.
    Jauchzen laßt uns, deiner uns freuen, /
    deine Liebe höher rühmen als Wein. /
    Dich liebt man zu Recht.

    hier gehts weiter: http://www.deutsche-liebesl

  18. 4. September 2009, 10:35 | #18

    Lütz gegen Fliege:

    http://www.wdr.de/themen/gl

    https://blog.psiram.com/in

    Da sieht man die Unterschiede ziemlich deutlich.

  19. Scardanelli
    4. September 2009, 10:41 | #19

    Lieber EsoTypo,

    vielen Dank fürs Kompliment. Ich bin aus genau diesem Grund auch immer so gerne auf dieser Seite – weils hier eben intellektuell anregend zugeht. Meine (bewusst) provokante Frage zielte aber eben nicht auf die äußeren Umstände des Atheismus ab, die Du vorbringst und in denen ich Dir unumwunden recht gebe. Ich weiß nicht recht, wie ich es in Worte fassen soll (Nebenfach Philosophie hab ich ziemlich bald aufgegeben, weil ich zu dumm bin – deswegen fehlen mir die Fachbegriffe und Begrifflichkeiten). Dass Atheismus keine Religion ist, das steht außer Frage, wie Du schon dargelegt hast. Aber ist er nicht doch eine Art des Glaubens, die Antithese eben zum "Gottes"glauben? O.k., o.k., wahrscheinlich ist er das wirklich nicht, da es keine Beweise geben kann für soetwas wie Gott oder das Metaphysische. Aber wenn es keine Beweise geben kann, sind wir dann nicht eben doch auf den Glauben zurückgeworfen in der Beantwortung der Frage: Gibt es eine größere Entität?

    Eigentlich will ich hier gar nicht darüber diskutieren, weil: über Religion sollte man wirklich nicht diskutieren, genausowenig wie über sexuelle Vorlieben oder Musikgeschmack. Aber ich finds schön, mit Euch zu reden. Lieber wärs mir natürlich am Kamin mit einem Glasl Rotwein (oder fünf).

    Liebe Grüße, schönes Wochenende und bis denne

  20. S.
    4. September 2009, 10:45 | #20

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    ach Gottele, was hab ich da eigentlich grad geschrieben? Ich kapiers selbst grad nicht richtig. Vielleicht doch zu viel Wein in dieser Woche (oder eben doch nicht genug)

    Untertänigst

  21. Conny
    4. September 2009, 11:19 | #21

    Hallo Scardanelli,

    den Unterschied zum Glauben im religiösen Sinne sehe ich eben gerade darin, dass Nicht-Glauben auch mit einem Maß an Ungewissheit verbunden ist, das das Leben ausmacht. Es gibt keine endgültigen Wahrheiten, alles ändert sich mit dem Stand des Wissens. Mag sein, dass einige damit schlecht klarkommen Unklarheiten auszuhalten, und sich lieber religiösen Dogmen unterwerfen, anstatt immer wieder neugierig auf das Leben, die Welt zu sein, auch mit der Gefahr, dass alte Zöpfe zu Gunsten neuer Erkenntnisse verschwinden. Das aber macht für mich den eigentlichen Reiz des Lebens aus.

    Das kann und muss aber jeder für sich selber entscheiden. Es darf niemand einem Menschen Erkenntnisse vorenthalten, die ihn daran hindern, eine solche Entscheidung zu treffen. Das Wesentliche ist aber, dass solche Dogmen, das Verbot „zu wissen und zu hinterfragen“, dazu dienen, die Menschen zu hindern, die Verfechter der Dogmen selber in Frage zu stellen und somit ihre Macht zu untergraben. Denen geht es um Macht über Menschen und deren Mittel sind Angstmache, geistige Enge, Unfreiheit des Denkens und des Handelns, reine Unterwerfung.

    Keiner der Piusbrüder hätte auch nur ein Quäntchen Macht, würden die Menschen denen nicht glauben. Eigentlich hätte ich Lust, dem Herrn Schmidtberger einfach grinsend ins Gesicht zu sagen: „Alter Mann, Sie haben mir gar nichts zu sagen, ich glaube nicht, Sie haben keine Macht über mich!“

  22. S.
    4. September 2009, 11:39 | #22

    Liebe Conny,

    das war eine sehr schöne Zusammenfassung, der ich vollumfänglich zustimmen kann. Der Seitenstrang mit den Dogmen war mir bisher nicht aufgefallen (Dogmen sind in meiner eigenen religiösen Welt eigentlich immer nur dazu da, mich daran zu reiben, darüber nachzudenken und hinterfragt zu werden – liegt wohl an meinem psychologischen Makeup, dass ich das brauch). Bei den Dogmen liegt natürlich der Hund begraben – von Dogmen muss man sich frei machen, wenn sie einem wehtun (und sonst wohl auch). Hätte ich das nicht kapiert, dann wäre ich auch weiterhin ein absoluter Agnostiker und hätte nicht wieder den zaghaften Weg hin zum Thema Glauben genommen (der Weg geht übrigens in beide Richtungen – meine Frau geht ihn gerade wieder in die andere Richtung. Mal schauen, wie sich das mit den Jahren so entwickelt).

    Alles Liebe (übrigens – cooler Typ, der ehemalige Imam im heutigen Artikel)

  23. Scardanelli
    4. September 2009, 11:43 | #23

    Eines noch: Du schriebst:

    "Es gibt keine endgültigen Wahrheiten, alles ändert sich mit dem Stand des Wissens […]. neugierig auf das Leben, die Welt zu sein, auch mit der Gefahr, dass alte Zöpfe zu Gunsten neuer Erkenntnisse verschwinden. Das aber macht für mich den eigentlichen Reiz des Lebens aus. "

    Stimmt schon, das mit den endgültigen Wahrheiten. Ich aber bin der Überzeugung, dass Glauben eben nichts mit Wissen zu tun hat, zu tun haben darf. Glauben und Wissen (und damit Philosophie und Naturwissenschaft) sind zwei völlig voneinander getrennte Entitäten, die man um Gottes Willen niemals miteinander verwechseln darf (sonst kommt nämlich Kreationismus raus, oder noch schlimmer: Rassenlehre).

    Ansonsten überkommt mich immer gleichzeitig ein religiöser und ein "wissenschaftlicher" Schauer, wenn ich mir den Sternenhimmel anschau – oder Dokus über Quantenphysik – aber immer schön getrennt und nacheinander 🙂

  24. Kurt
    4. September 2009, 14:25 | #24

    Ich würde am liebsten den Papst mit diesem Artikel konfrontieren und um eine Stellungnahme dazu bitten. Hat vielleicht jemand seine e-mail Adresse bei der Hand? 😀

  25. Scardanelli
    4. September 2009, 14:41 | #25

    Lieber Kurt,

    na dann viel Vergnügen – Onkel Beni hat doch eben erst seine Vorliebe für die Burschen wieder entdeckt und nicht mal in Yad Vashem ein klärendes Wort sprechen wollen. Da wird er sich doch von ein paar Fakten nicht beeindrucken lassen, nä?

    Untertänigst

  26. Kurt
    5. September 2009, 10:51 | #26

    Lieber Scardanelli,

    hier meine mail an Bene:

    Sehr geehrter Herr Ratzinger,

    im Namen aller liberalen Katholiken und Christen, möchte ich Sie bitten einen Artikel zu lesen und öffentlich dazu Stellung zu nehmen.

    Es geht um die Vereinigung Kreuz.net, die sich Katholiken nennen und extrem radikale Ansichten vertreten und veröffentlichen. Die Hauptsympathie dabei gilt der Piusbrüderschaft.

    Ich wurde über eine Internetseite auf folgenden Artikel aufmerksam und konnte kaum glauben, dass unsere katholische Kirche so eine Schande zulässt.

    Lesen Sie bitte selbst, wie man den katholischen Glauben benutzt und verunglimpft:

    ARTIKEL: …..

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