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Forelle grün

Manchmal ist das Wohl Vieler wichtiger als das Wohl eines Einzelnen. Das wusste schon Mr. Spock. Hier und heute ist es das (Un-)Wohl eines Fisches, eigenhändig geschlachtet von Renate Künast, das das Wohl Vieler beförderte, nämlich der Grünen. Das der Partei (vielleicht, hoffentlich!) und das so manchen Wählers von „Die Grünen“. Dieser unglückliche Fisch, dem ein würdiges Begräbnis in Mandelbutter zu wünschen ist, führte dazu, dass die ehemalige Alterspräsidentin der Grünen im Bayerischen Landtag, Barbara Rütting, nun erneut aus der Partei austrat. Das ist nämlich nicht das erste Mal. Sie trat schon einmal aus weniger bizarren Gründen aus. Nun ist der Abschied – das ist zumindest für die Grünen zu hoffen – endgültig.

Wie gestern in der Sendung „Bei Maischberger“ zu vernehmen war, fühlt sich Frau Rütting bei den Grünen nicht mehr geborgen. Und von Renate Künast ist sie enttäuscht, hatte sie von ihr doch Impulse für den Tierschutz erhofft. Stattdessen hatte Frau Künast (die ja im Tierschutz durchaus Verdienste hat) in der SWR-Sendung „Abgeordnet“ gewagt, einen Fisch persönlich zu töten, da sie – konsequent – ja auch Fleisch und Fisch esse.

Dachte Rütting bislang, die Grünen als Personen würden nur Müsli und ihr Vollkornbrot essen? Weder Fleisch noch Fisch? Kann man als Fleischesser nicht auch Tierschützer sein? Wegen EINES Fisches wirft sie nun endgültig alles hin? Ohne jemanden vorher zu informieren, als Knalleffekt in einer Fernsehsendung? Das ist mal Loyalität, nachdem ihr die Grünen nun wirklich jeden roten …Verzeihung …grünen Teppich ausgerollt hatten. Das wirft aber leider auch ein Licht auf den bayerischen Landesverband, der Rüttings Popularität nutzen wollte: Wie dumm oder zynisch muss man sein, um gerade Rütting zur Gallionsfigur aufzublasen? Eine Person mit bekannten Verbindungen zu Sekten? Wen wollte man mit ihr als Wähler gewinnen? Mit einer Person, die ernsthaft glaubt und öffentlich im Fernsehen äußert, ihr Hund sei schlauer als Ärzte, weil er sich seine, ihn angeblich heilenden, Bachblütenessenzen SELBST heraussucht.

Trotzdem kann man sicher den Grünen gratulieren, wenn man es gut mit ihnen meint. Das Kapitel hat sich also glücklicherweise überlebt.

Wenn man jetzt noch Biggi Bender und einige andere loswürde, täte das der Partei nur gut. Dann bestünde die Chance, dass grüne Politik freier würde von Ideologie und purer Dummheit, die einem an sich interessierten Grünen-Sympatisanten schon mal die Schamröte ins Gesicht treiben können.

Aber zu früh gefreut, der Nachwuchs ist schon da:
Die Grünen haben ja einen Unterstützer-Neuzugang, der den Weggang Rüttings mehr als ausgleicht:
Nina Hagen (Vorsicht, klicken auf eigene Gefahr)
Die ist jetzt übrigens auf einem christlichen Trip.

Was als gemeinsames Merkmal erscheint:
Es gibt bei beiden einen frei flottierenden Dachschaden, der – angezogen oder abgestoßen durch Marginalien – sich in einer lebenslangen Labilität bzw. einem Schulterschluss mit den seltsamsten „Mitstreitern“ äußert. Hauptsache, ihre Macken werden nicht angetastet und sie können mit ihrer, durch andere Dinge erworbenen, Bekanntheit punkten. Rütting ist genausowenig grün/demokratisch (sie beschwerte sich darüber gestern, dass sie in internen Abstimmungen mal unterliegt und nennt das „Versklavung“!), wie Hagen christlich ist. Die haben das Dahinterstehende nicht begriffen und es ist ihnen auch egal, weil sie nur sich kennen und ihre Sichten, auch wenn diese bei Rütting zunächst auch um andere bemüht erscheinen. Beide sind zudem dumm wie Bohnenstroh, aber selbstverliebt und überheblich.
Die wissen alles besser, obwohl sie sehr wenig wissen.
Weitere Fälle von großem Sendungsbewusstsein bei bescheidenen Kapazitäten und nicht zu wenig Verkennungen.
Wenn die Leute, die Rütting so nach vorne geschoben haben, in Bund und Land das Sagen kriegten, dann wird „Uns Nina“ vielleicht demnächst als Außenministerin im Gespräch sein. So für die Kontakte mit Sirius oder Alpha Centauri.
Aber dann ist es wohl Zeit fürs Auswandern.
Ich geh dann mal mein Handtuch packen.

  1. Peter Weigelt
    23. September 2009, 14:38 | #1

    Mann, Mann – hier hat aber einer Probleme. 😉

    Bunte Vögel gibt es überall.

    In der Regentschaft von Rot/Grün ist doch eigentlich genug passiert, um einem denkenden Menschen diese Wahl ein für alle mal zu verbieten, oder nicht?

    Na ja, man soll nicht zuviel erwarten. 😉

  2. Editor
    23. September 2009, 15:00 | #2

    ZitatMit "einer Person, die ernsthaft glaubt und öffentlich im Fernsehen äußert, ihr Hund sei schlauer als Ärzte, weil er sich seine, ihn angeblich heilenden, Bachblütenessenzen SELBST heraussucht."

    Ach das gibts woanders auch. Der Homöopth Dr med Klaus Bielau, bietet, natürlich nach ausführlicher Anamnese, seinen Patienten 4-5 homöopathische Verdünnungen an. Nach dem Klang des Namens wählen dann die Patienten die für sie am wohlklingensten Arznei aus.

    Ich hab den Verdacht, dass Frauen dann immer Bella Donna wählen- der Bias ist schon ein Hund, so wie der Hund von der Rütting

  3. Badrobot
    23. September 2009, 16:50 | #3

    Hr. Dr. Bielau empfiehlt, wie ich gerade lese, Ledum D60 bei Zeckenbissen, bei beginnender Rötung Essigumschläge. Ah ja.

    Aber wie Hr Konz schon sagt:

    "So einen Zeckenbiß halte ich, wie das Verschlucken der Fuchsbandwurmeierchen, sogar ab und wann für notwendig. Einmal, weil er die Abwehrkräfte des Körpers intakt und auf Trab hält. Zum anderen, weil er – wenigstens in der uns prägenden Urzeit – das soziale Verhalten des Menschen über Jahrmillionen förderte."

    Verstrahlte unter sich.

  4. 23. September 2009, 17:31 | #4

    Dass die Grünen so viele Esoteriker in ihren Reihen haben, ist schon besonders schlimm, denn diese Partei spricht ja sonst eigentlich Akademiker durchaus an. Daher ist die Enttäuschung über die Esoteriker und Wissenschaftsfeine in dieser Partei besonders groß.

  5. 23. September 2009, 17:35 | #5

    Ich sehe die Grünen mittlererweile als eine zutiefst antiintellektuelle, stockkonservative und total wissenschaftsfeindliche Partei.

    Das mag in der öffentlichen Wahrnehmung durchaus anders aussehen.

  6. 23. September 2009, 17:56 | #6

    Jutta Ditfurth und Barbara Rütting können nun ihre eigene Partei aufmachen. Eine Mischung aus rot, lila und grün.

  7. 23. September 2009, 21:22 | #7

    Wie geil ist das denn:
    _________________________________________
    "Ausrutscher einer Tierschützerin

    Eskalieren tut auch die Diskussion in den einschlägigen Foren: Die Grüne Partei sei "von Fleischessern unterminiert und sinnentleert" worden, schreibt "Fruchtesser" auf http://www.vegan-central.de. "Ein unglaublicher Beitrag", ergänzt "Happy Animal". Grünen-Fraktionssprecher Schmitz, selbst Vegetarier, sieht das entspannter: "Frau Künast hat etwas getan, was im Rahmen der Ernährung hierzulande üblich ist." Dass vor allem der erste Teil der Szene, in dem das Kind auf dem Fisch herumhaut, tatsächlich gruselig anmutet, möchte Schmitz Künast nicht anlasten: "Da ist der Vater als Erziehungsberechtigter zuständig."

    Thomas Schröder kann es sich nur so erklären, dass Künast die Selbstdarstellung im Umfeld von Bauernfamilie und Kamerateam entglitten ist: "Wir kennen Renate Künast als aktive Kämpferin für den Tierschutz. Sie hat als Verbraucherschutzministerin eine politische Wende herbeigeführt, viel für Nutztiere in Deutschland getan." Nur aus dieser einen Szene zu schlussfolgern, dass die Grünen ihrem Anspruch als Tierschutzpartei nicht mehr gerecht würden, sei daher falsch."
    _________________________________________
    http://www.stern.de/politik

    *popcornhol*

  8. unfug, grober
    23. September 2009, 21:54 | #8

    Die Aufregung um den Fisch ist schlicht und ergreifend lächerlich, bzw. künstlich.

    Wenn der Mensch nicht immer schon massenweise Fleisch gegessen hätte wären wir schon lange nicht mehr hier, daher ein dreifacher Tusch auf die Pharmaindustrie, die es vielen Menschen erst ermöglicht mit ihrer ach so überlegenen Ernährung zu überleben…

    "[…] Beide sind zudem dumm wie Bohnenstroh, […]"
    Das müsste doch trotz Klartext eigentlich nicht sein, oder?! 😉

    liebe Grüße

  9. 24. September 2009, 02:06 | #9

    Na ja, statt "dumm wie Bohnenstroh" hätte man auch "Beide sind schlichte, unverbildete Gemüter, die komplexere Zusammenhänge nicht nur mangels Faktenwissen nicht zu durchdringen vermögen, aber…" schreiben können…

    Das wäre mehr "PC", aber ob die Umschreibung des Fazits selbiges besser machte? Die Beschreibung ist grob, ja, aber in der Verkürzung nicht unzutreffend, denn Rütting und Hagen führen ihre schlichten Gemüter dauernd medial Gassi, sobald sich nur die geringste Gelegenheit bietet. Was natürlich die Frage aufwirft: wer zur Hölle lädt solche Personen immer ein zu Sachverhalten, zu denen sie zwar – wie könnte das anders sein – eine feste Meinung haben, die sie aber wenig bis gar nicht sachorientiert diskutieren können? Warum gibt man solchen Leuten Gelegenheit, ihre oft mehr als bizarren "Einsichten" so breit zu treten? Die jeweiligen Fanclubs würde ich als eher unbedeutend einstufen, es kann also nur um Krakeel bzw. Aufregung in der Sendung gehen, um "aufzumischen". Das ist tatsächlich, auf andere Art jeweils, garantiert, wenn man die beiden einlädt, denn beide dulden wenig Widerspruch, erkennen in keiner Weise an, wenn andere mehr Ahnung und bessere Argumente haben. Hagen inszeniert dann auf bizarre Weise den großen Krach, während Rütting den Gesprächspartner von oben herab in Grund und Boden zu lächeln versucht, hartnäckig weiter ihre Sicht wiederholend.

    Das mit dem schlauen Rüttingschen Hund stammt übrigens sinngemäß aus einer Diskussionssendung im Jahr 2004:
    http://www.promed-ev.de/mod

  10. 24. September 2009, 09:20 | #10

    Wie weit sich Rütting in "anderen Welten" befindet, mag auch dieser Ausspruch illustrieren: So soll sie in der Sendung "Hart aber fair" vom 18.12.2008 gesagt haben, sie glaube, dass unsere entwickelten Gehirne eines Tages ein Bein nachwachsen lassen würden.

    http://de.wikipedia.org/w/i

    Da fragt man sich doch, wie der bayerische Landesverband und die Fraktion der Grünen intern mit so jemandem kommunizierten bzw. wie es um deren Bekenntnis zur wissenschaftlichen Grundordnung bestellt ist. Sicher kann man als politische Gruppierung nicht jede Grille eines/r Beteiligten vorher sehen. Aber die haben sie ja wieder aufgestellt, nachdem sie sie schon jahrelang genießen durften. Ein Fehlgriff – ok. Aber die Wiederholungstat?

    Au Backe.

  11. grober unfug
    24. September 2009, 11:15 | #11

    Moin,
    dumm wie Bohnenstroh sehe ich durchaus schon als Beleidigung an, ich würde an passender Stelle zurückschlagen, wie die reagiert weiss ich allerdings nicht. 😉
    Falls sie sowas überhaupt liest, effiziente Scheuklappen gegen anders lautende Meinungen und vor allem Fakten entwickeln die Leute ja schon über die Jahre, immer wieder beeindruckend wie sich da gewunden wird…

    Warum die bayrische Grüne sich mit den Typen abgibt kann ich dir leider auch nicht beantworten. Aber wenn ich mir das Geschwafel anguck denke ich immer mehr, dass sie in der Fraktion Gegenwind bekommen hat und dann diese lächerliche Fischschlachtung nur als Aufhänger genutzt hat.

  12. punk
    24. September 2009, 13:31 | #12

    jutta dittfurth hat die grünen ja unter anderen wegen solcher faschistoiden esospacken verlassen. die wahrscheinlichkeit, dass ökolinx & m.u.t. fusionieren, ist da wohl eher gering.

    die besetzung der sendung scheint ja vom universellen leben geplant worden zu sein: neben der neuen sektenangehörigen rütting, welche bei denen ihren lebensabend verbringen will und zur wahl der politischen flügels m.u.t. der sekte aufruft, als vertreter der nichtwähler der m.u.t. anwalt storr, seines zeichens anhänger diverser bizarrer verschwörungstheorien. dass ihm bei seinem im tonfall ansonsten recht gemäßigtem auftritt immer wieder entsprechende schlagwörter durchrutschten (die allierten, die angelsächsischen anwaltskanzleien, die direkte zentralsteuerung aller politik), fiel anscheinend keinem weiter auf. und die fdp wird dann noch von so einem peta-narren vertreten. drei tierrechtler auf einem haufen, einer bescheuerter als der andere.

  13. 24. September 2009, 13:34 | #13

    Grober Unfug, das ist eine spannende Frage. Das genannte Werturteil bezieht sich jedoch auf die bekannten öffentlichen Auftritte der beiden, knüpft also an deren Aussagen im öffentlichen Raum an. Das ist also nicht als grundlose Schmähkritik, die sich auf den Wert der Personen als Ganzes bezieht, sondern als sachbezogene, wenn auch derbe Meinungsäußerung zu den öffentlichen Aussagen zu werten. Siehe dazu auch:

    http://www.bundesverfassung

    Das ist aber sicher Ansichtssache, ob jemand dumm ist, der glaubt, mit genügend Konzentration könne ihm ein Bein nachwachsen oder dass die Außerirdischen schon mal auf der heimischen Matte stehen…

    Im Übrigen bin ich persönlich der Meinung, dass Hagen und Rütting weniger ein Vorwurf zu machen ist. Die beiden leben in ihrer ganz eigenen Welt. Wem ein Vorwurf zu machen ist, sind die Redaktionen, die einladen. Wobei das nicht auf die beiden beschränkt ist. Jeder, der nur einigemaßen bekannt ist, wird zum Teil zu Themen geladen, zu denen er (oft bekanntermaßen!) rein gar nichts Gehaltvolles zu sagen hat. Man denke nur an Katja Ebstein, Andrea Hertz, die verblichene Yvonne Wusow und andere, die zu Gesundheitsthemen geladen werden und meistens purem Quatsch verbreiten, obwohl sie sogar Bücher dazu meinen schreiben zu müssen. Der Wurm sitzt in den Redaktionen. Quote wird über Qualität gesetzt und anscheinend wird lieber ein Promi geladen, der Unsinn erzählt als jemand, der nicht so bekannt ist, dafür aber Ahnung hat. Das ist schon bizarr.

  14. antiökofa
    24. September 2009, 14:41 | #14

    ZITAT Cohen:
    "Ich sehe die Grünen mittlererweile als eine zutiefst antiintellektuelle, stockkonservative und total wissenschaftsfeindliche Partei."

    Sehe ich auch so. Ich denke auch, daß zumindest ein Teil der Grünenwähler nur aus purer Angst vor dem "klimatisch-genetisch-chemisch bedingten Weltuntergang" zur Wahlurne geht. Schliesslich haben angeblich "nur" die Grünen die Antwort auf alle Fragen. Hinter dem grünen Grinse-Optimismus mancher ihrer Obermöpse steht aber nichts anderes als Panikmache und Ideologie.
    Die Hagen passt da besser ins Bild als man auf den ersten Blick vermuten könnte.

  15. 24. September 2009, 17:02 | #15

    Jutta Ditfurth ist bei den Grünen ausgetreten, weil da zu viele normale Leute drin sind, liberale und systembefürwortende Kräfte (d.h. korrumpierte & korrupte Karrieristen). Einfach nicht ideologisch borniert genug, diese Grünen!
    In diesem Urteil dürften sich Rütting und Ditfurth einig sein – bei den Grünen sind doch nur Verräter an der guten Sache! egal welche das aus ihrer jeweiligen Sicht sein mag.
    "Dann bestünde die Chance, dass grüne Politik freier würde von Ideologie und purer Dummheit, die einem an sich interessierten Grünen-Sympatisanten schon mal die Schamröte ins Gesicht treiben können."
    Steht so im Blog. Stimmt.

  16. 24. September 2009, 20:34 | #16
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