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Gaia-Pfad – Andreas und Jeannette Jacobs

5. Januar 2010


Die Jacobs nennen sich Schamanen, bieten jedoch vorwiegend indianische Zeremonien und indianische Spiritualität gegen Geld an. Die Bezeichnung „Schamane“ kommt aus Sibirien; bei den indigenen Völkern Amerikas gibt es keine Schamanen, sondern sie verwahren sich im Gegenteil deutlich gegen die Übertragung dieses Begriffs. Dies ist jedoch in der Esoterik/New Age-Szene gang und gäbe.

Bei den Jacobs gibt es mehrere Anzeichen für Unseriosität. Allein schon die Verwendung des inadäquaten Schamanentitels ist ein Hinweis darauf, daß die Jacobs entgegen aller Beteuerungen nicht „echt“ sind und nur für sich und ihre Lehrer in Anspruch nehmen wollen, etwas Authentisches anzubieten. Ein weiterer Hinweis – und typisch für den Esoterikmarkt – ist die auch von den Jacobs angebotene Mischung spiritueller Versatzstücke mehrerer Ethnien aus mehreren Kontinenten (wie z.B. die ebenfalls angebotenen keltischen Beltane- und Samhainfeste); noch ein bißchen Sibirien mit hinein sowie natürlich Ayahuasca – dies ist eine in einigen Gebieten Südamerikas von Medizinleuten genutzte Pflanze, bei deren unsachgemäßer Anwendung ebenfalls gesundheitliche physische und psychische Schäden eintreten können. Nicht zuletzt auch die Tatsache, daß die Jacobs Geld für ihre Dienste und die Durchführung von Zeremonien fordern: bei Native Americans gilt der Grundsatz „Don’t pay to pray“.


Vor der Teilnahme an Schwitzhütten bei den Jacobs kann nur gewarnt werden, da sie hohe gesundheitliche Risiken mit sich bringen: Auf ihrer Unterseite „Schwitzhütten“ sind mehrere Angebote, darunter eines für Frauenschwitzhütten mit einem Foto. Wie diesem Foto zu entnehmen ist, decken die Jacobs die Schwitzhütte mit Plastikplanen ab! Dadurch staut sich die Hitze im Inneren der Hütte, da das Plastik die Hütte luftdicht verschließt. Personen, die Probleme mit dem Kreislauf bzw. mit dem Herzen haben, können ernsthaften gesundheitlichen Schaden bis hin zum Tod nehmen (und es ist bei unsachgemäßen Schwitzhütten bereits zu mehreren Todesfällen gekommen!). Die von den Jacobs durchgeführten Schwitzhütten sind lebensgefährlich!

Die beiden Jacobs nennen ihre Lehrer nicht ausdrücklich. Sie erwähnen aber Archie Fire Lame Deer und Agustin Riva – der allerdings korrekt Agustin Rivas Vasquez heißt. An Archie Fire Lame Deer ist zu Lebzeiten erhebliche Kritik geübt worden; er ist verstorben, aber in Indian Country wurde und wird es nicht gerne gesehen, daß er Weiße zu Zeremonien zugelassen und Lakota-Zeremonien auch in Europa gelehrt und verkauft hat. Seine Kinder haben das ‚Geschäft‘ teilweise übernommen. Rivas ist Peruaner indigener Abstammung, der allerdings keine Ethnie nennt (ebenso sein offenbar als Kompagnon fungierender Kollege Pedro Guerra – siehe http://don-agustin.net/start.asp und auch http://newagefraud.org/smf/index.php?topic=1050.0 ).

Zur Erläuterung: Personen, die behaupten, indigene Amerikaner zu sein und keine Ethnie nennen, der sie angehören, sind in aller Regel nicht in der Kultur einer Ethnie aufgewachsen. Aufgrund der historischen Gegebenheiten ist dies insbesondere in Lateinamerika recht häufig; es gibt eine breite soziale Schicht von dekulturierten Indianern in allen Staaten. Gerade aber um als Medizinperson in seiner/ihrer Ethnie anerkannt zu sein, ist es grundlegend wichtig, dass diese Person in der Ethnie und mit den Traditionen aufgewachsen ist.

Ein weiteres Merkmal ist, wenn Personen mit angeblichen Auftrag ihrer Ältesten in Europa lehren sollen. Dies ist ebenfalls in aller Regel Humbug und Beschönigung, denn von Medizinpersonen wird erwartet, dass sie für die Menschen ihres Volkes da sind. Reisende Zeremonienanbieter in Europa können dies aber nicht leisten.

Die Jacobs haben anscheinend nicht mehr unmittelbar von Fire Lame Deer gelernt, sondern von einem seiner Schüler (Christian Vogel), dessen Seite sie auch verlinken: http://www.indianerpfad.de . Auf beiden Seiten finden sich die gleichen Fehler in den aus der Lakota-Sprache entlehnten Worten, entweder in der Schreibweise oder in der Übersetzung. Als ein Beispiel: Wicasa Wakan wird als ‚heiliger Mensch‘ übersetzt und diese Bezeichnung soll angeblich auch auf Frauen angewendet werden können. Dies ist nicht zutreffend, da das Wort wicasa übersetzt ‚Mann‘ bedeutet.

Die Jacobs sind eindeutig dem Esoterikmarkt zuzurechnen, was schon aus ihrem Sprachgebrauch deutlich wird. Für Seminare wird z.B. keine Gebühr erhoben, es geht natürlich um „Energieaustausch“. Der liegt für ein Wochenendseminar zwischen € 170 und € 300, die Schwitzhütte kostet € 70, womit sie am oberen Ende der Preisskala liegen. Zu den Preisen ist generell zu sagen, dass für indigene Zeremonien nach dem Grundsatz „Don’t pay to pray“ keine Zahlungen zu leisten sind.

Sie bieten außerdem Seminare zum Stockkampf an, was ja nun nichts „Schamanisches“ ist. Ebenso kann man für € 70 an einem Wochenende das Didgeridoo-Spielen erlernen. Ebenfalls nichts Schamanisches und dazu aus Australien – der Seminarleiter räumt selbst ein, das Spielen autodidaktisch erlernt zu haben… Trotzdem traut er sich zu, Seminarteilnehmer über die Philosophie und das Weltbild australischer Aborigines zu unterrichten und sie zusätzlich das Spielen des Instrumentes lehren zu können. Für diese umfassende Seminarplanung ist ein Wochenende wahrhaftig nicht überdimensioniert…

Der oben erwähnte Lehrer der Jacobs, Christian Vogel, erwähnt mehrere Einflüsse, darunter Archie Fire Lame Deer und „Agustin Riva“. Die auf seiner Seite beschriebenen Inhalte beziehen sich in weiten Teilen auf die Spiritualität der Lakota. Hierzu ist generell zu sagen, daß indigene Spiritualität jeglicher Missionscharakter fehlt und sie daher eben nicht missionieren. Im Gegenteil ist indigene Spiritualität an eine bestimmte Region gebunden (siehe z.B. heilige Orte) und daher nicht nach Europa transferierbar. Vogel rechtfertigt die Preisschilder an seinen Seminaren damit, dass auch indigene Medizinleute eine Art Bezahlung erhalten hätten. Er verkennt dabei, dass diese Praxis kulturimmanent zu sehen ist und sein gewinnorientiertes Unternehmen sich in keiner Weise auf die Traditionen der Lakota berufen kann.

Die von ihm in Anspruch genommene Achtung indigener Menschen kann man ihm nicht völlig abnehmen, da er im Sprachgebrauch einige Male in die von IndianerInnen sogenannte ‚Tonto-Speak‘ abgleitet (zb ‚der rote Pfad‘). Mehrmals in seinen Texten spricht er sogar von der „roten Rasse“ – Herr Vogel sollte mal den esoterischen Rassenbegriff beiseitelegen und sich kundig machen, dass es nur eine menschliche Rasse gibt. In der Kombination mit ‚Tonto-Speak‘ kommen deutlich rassistisch geprägte Vorstellungen ans Licht.

Vogel verteidigt sich vehement gegen indianische Kritik an seinem Tun und kritisiert dabei unter anderem auch Arvol Looking Horse, der derzeit die oberste spirituelle Instanz der Lakota ist. Looking Horse und mehrere andere Medizinleute, auch von anderen nordamerikanischen Ethnien, veröffentlichten die Declaration of War gegen die Ausbeutung indigener Spiritualität und den Verkauf indigener Zeremonien, die Vogel schwer im Magen liegt. So schwer, daß er Looking Horses Vornamen völlig falsch als „Orwell“ wiedergibt.

Sowohl die Jacobs wie auch Vogel verlinken zu http://www.der-rote-weg.de, einer weiteren „Schamanin“. Bürgerlich heißt die Dame Catherine. Sie praktiziert ebenfalls in weiten Teilen Lakota-Spiritualität, was sie nicht daran hindert, sich „N’anouk“ zu nennen. Dieses Wort kommt nicht aus dem Lakota, sondern aus der Inuit-Sprache und bedeutet Eisbär. Catherine vervollständigt den esoterischen Gemischtwarenladen mit dem Angebot „Familienaufstellung, systemisch und schamanisch“.

  1. B.Baumeister
    4. Februar 2010, 21:40 | #1

    schade das sich eine person solch mühe gibt eine so umfangreiche und umfassende ausarbeitung zu verfassen deren hintergrund wohl alles andere als achtung und tolleranz beinhaltet,die absicht mit sich zieht menschen zu verletzen,deren ruf und ansehen in den dreck zieht und trotz großer worte sich versteckt und anonym schläge austeilt deren echo er wohl alles andere als gewachsen sein wird… was ist das für eine gesellschaft in der sich personen hinter masken verstecken,austeilen und sich einer offenen und gerechten auseinandersetzung verweigern…schlimmer noch dass es blattformen wie diese gibt die solchen subjekten die mögkichkeit bieten rufmord und hetze zu betreiben deren ausmaß schon ins illegale übergehen…ich glaube kaum dass der veröffentlicher dieser seite die rechte über das oben gezeigte foto besitzt und somit die gleiche verruchte schiene fährt wie der verfasser des obrigen textes

  2. 4. Februar 2010, 23:47 | #2

    Und hinter welchen Maske verstecken Sie sich, B. Baumeister? Rufmord und Hetze, wenn man schlichte Tatsachen berichtet? Verruchte Schiene, wenn man ein Foto aus dem Netz in journalistischer Absicht verwendet, ohne damit Geld verdienen zu wollen?

    Kommen sie auf den Boden und hören Sie mit dem Gejammer auf.

    Dass sich Scharlatane aller Art allerdings die Vor-Internet-Zeit zurück wünschen, wo man noch schnell die Beine in die Hand nehmen konnte um am nächsten Ort die gleiche Nummer abzuziehen – das ist offensichtlich.

    Was ist denn für Sie eine „offene und gerechte“ Auseinandersetzung? Muss man dazu Namen kennen? Nein. Aber vermutlich verstehen Sie darunter sowas wie Unterlassungserklärungen, Prozessandrohungen, Stalking. Wozu braucht man denn in einer Diskussion sonst Namen, wenn es um Fakten geht?

    Heulen Sie woanders rum.

  3. Badrobot
    5. Februar 2010, 11:57 | #3

    …also die „Blattformen“ fand ich gut. Freudscher Versprecher halt.

    Warum sind die Esos immer so empfindlich? Wenn es um ihren finanziellen Vorteil geht, sind sie doch auch nicht zimperlich. Ich kann so einem Schwachsinn jedenfalls nicht mit „Tolleranz“ begegnen.

  4. 5. Februar 2010, 15:33 | #4

    Der Kommentar von Bob, dem Baumeister hört sich danach an, als habe Herr Jacobs den Blogbeitrag nun gefunden.

  5. ohrbluter
    10. Februar 2010, 02:29 | #5

    Sehr schön. Was diesen Möchtegern-Indianern vor allem fehlt, ist der Respekt vor dem (im Artikel schon genannten) spirituellem Eigentum der inidgenen Völker. Erscheinungen wie diese Gestalten sind quasi das Nachtreten und Pissen des weissen Mannes auf eine sowieso schon so gut wie ausgelöschte Kultur. Wäre im Gegenzug von Seiten eben dieser Völker nur gerecht, diesen ganzen Schamanismus-Hampelmännern mal die äusserst einschneidende Erfahrung des Skalpierens zuteil werden zu lassen….gehört ja schliesslich mit dazu, nich wahr?!

  6. Milchglas
    17. Februar 2010, 18:16 | #6

    Sehr geehter Autor,

    vielen Dank für ihren Bericht. Er ermöglicht eine weitere Perspektive.
    Leider kann ich einige Kausalitäten noch nicht ganz verstehen und bitte darum sie mir genauer darzulegen.
    Sie argumentieren, dass Eklektizismus Authentizität ausschließt. Bitte legen sie doch ihre Definition von Authentizität dar und verknüpfen sie diese logisch mit dem Ausschluss von Eklektizismus. Ihre gesamte Argumentation läuft darauf hinaus, dass jemand der authentisch ist seiner eigenen kulturellen Tradition verpflichtet ist und sie nicht verlassen darf. Somit kann nur klassische Musik authentisch sein. Verstehe ich das richtig? Ist nicht deutsche Küche für deutsche ungesund, da nicht der eigenen kulturellen Tradition entsprungen? Ist Entwicklungshilfe generell negativ zu betrachten, da sie (niemand ist frei von Kutur) westliche Kultur und Denkstrukturen in fremde Kulturen bringt?
    Sie führen ihre Argumentation konsequent so weit, dass das Digiridoo (oder Yidaki) nur von Aboriginies authentisch gespielt werden kann. Darf ich daraus schlussfolgern, dass ein Chinese nicht authentisch Klavier spielen kann, da es aus der europäischen Tradition kommt? So sollte doch ausdrücklich vor einem Konzertbesuch von Lang Lang aus China abgeraten werden!
    Weiterhin argumentieren sie, dass nicht esoterische Aktivitäten wie Stockkampf auf Scharlatanerei deuten. Dies würde bedeuten, dass ein echter sibirischer Schamane nur von seiner schamanischen Aktivität lebt, ohne für diese einen Entlohnung zu nehmen. Können sibirische Schamanen nur von Luft und arbeit leben? Meines bescheidenen Wissens nach sind auch diese Menschen, die essen und scheißen und einem Broterwerb nachgehen, wie Jagd oder Ackerbau. Dürfen Kurse im Stockkampf nicht zum Broterwerb dienen?
    Sie argumentieren weiterhin, dass authentische indigene Völker ihre Kultur nicht nach außen geben und nur für ihr eigenes Volk da sind. Weiterhin benutzen sie dabei die Formolierung „im Auftrag ihrer ältesten“. Meines bescheidenen ethnologischen Wissens nach gelten bei indigenen Völkern die „Ältesten“ als Ratgeber, jedoch nicht als Autorität. Meines Wissens nach handeln dort die Menschen wenn im Auftrag, dann im Auftrag göttlicher Wesen, mit denen sie in Verbindung stehen. Können diese Wesen nicht den Auftrag geben, Kultur in den Westen zu bringen? Liegt dass an dem Krieg der Götter?
    Vielen Dank auch für die Hinweise im fehlerhaften Sprachgebrauch. Jedoch fehlt mir der Zusammenhang zwischen Orthographie und Authentiziät. Können sie mir diese mit darlegen! Zumal indigene Sprachen meist keine einheitliche Orthographie aufweisen, aufgrund des Mangels an Schriftsprache. Danke, dass sie auf Fehler in Übersetzungen hinweisen. Geh ich richtig in der Annahme, dass sie Linguist und ein Spezialist für Sioux-Sprachen sind?
    Ich freue mich über ihre konsequente Verwendung genau definierter Begrifflichkeiten, wie bei dem Wort Schamane. Für mich ergibt sich daraus eine Frage auf der Metaebene. In ihrem Blog widmen sie sich der Kritik an Personen und Handlungsabläufen aus der Esoterik-szene. Da der Begriff Esoterik nach Definition „Geheimlehre Eingeweihter“ bedeutet, ergibt sich für mich daraus die Schlussfolgerung, dass sie in allen Bereichen, die sie kritisieren, in die Geheimlehre eingeweiht sind. Lieg ich da richtig? Respekt! Da sind sie ja weit rumgekommen! Oder haben sie eine Möglichkeit gefunden, etwas Geheimes, dass sie nicht kennen, doch so weit zu kennen, dass sie die Fehler darin erkennen?
    Da diese Fragen für mein Verständnis in der kritischen Auseinandersetzung mit esoterischen Themen mir von Bedeutung sind, möchte sich sie bitte diese zu beantworten.

    Hochachtungsvoll

    Jemand weiteres, der sich nicht durch das Internet gläsern machen möchte und seine Identität wahrt hinter einem Pseudonym.

  7. SWR
    13. April 2010, 16:14 | #7

    „Die Jacobs haben anscheinend nicht mehr unmittelbar von Fire Lame Deer gelernt, sondern von einem seiner Schüler (Christian Vogel), dessen Seite sie auch verlinken: http://www.indianerpfad.de . … und dieser Christian Vogel war ein Schüler von Platikschamane Tacansina!!!! 😀 soweit, soviel zu diesem ganzen Schwindel von diesen MöchtefernIndianern, die offensichtlich noch immer genügend ahnungslose (oder dumme) Opfer zur Abzocke mit ihrem Unfugschwindel finden…

  8. Milchglas
    27. April 2010, 20:34 | #8

    Hallo da draußen!

    Lange warte ich schon darauf, dass mir jemand meine Fragen beantwortet. Ich weiss das eine gute Recherche viel Zeit in Anspruch nimmt, vielleicht mehr, als die hier schreibenden Autoren teils zu haben scheinen.

    Ich möchte nochmal darauf Aufmerksam machen, dass ich von jemand, der ein naturwissenschaftliches Weltbild aggressiv verteidigt, erwarte, dass er/sie auch authentisch naturwissenschaftlich agumentiert! Also verlange ich schlüssige Kausalketten und offenlegung von Quellen. Zitationsverweise wären velleicht angebracht.

    @ SWR
    Was ist deine Quelle? Ich habe die Webseite von Herrn Vogel lange durchsucht und dabei keinerlei Hinweis gefunden, dass dieser Tacansina überhaupt kennt.

  9. 9. Mai 2010, 23:01 | #9

    Da haben die beiden Esomanen aber noch einiges vor sich, es gibt ganze Akademien dieser „Spinner“ – nicht anders ist zu erklären das allein in Deutschland ….-zig Milliarden Euro auf dem Esoterikmarkt umgesetzt werden. Das dies nach geltender Rechtssprechung Betrug ist hat auch Justizia erkannt, so wie hier gut zu lesen ist: Nach Stand der Wissenschaft und Technik gibt es keinen naturgesetzlichen Nachweis übersinnlicher Wahrnehmungsfähigkeiten. Somit liegt eine objektive Unmöglichkeit vor nach der juristisch betrachtet eine Leistungserbringung nicht möglich ist – siehe dazu § 275 BGB. Der wichtigste Kommentar zum BGB, der „Palandt“ (62. Auflage, 2003) schreibt dazu (§ 275 BGB Randnummer 14): Objektive Unmöglichkeit. Sie liegt vor, wenn die Leistung von niemanden … erbracht werden kann. Unmöglichkeit ist gleichbedeutend mit genereller Unerfüllbarkeit. a) „Naturgesetzliche Unmöglichkeitkeit. Die Leistung ist unmöglich, wenn sie nach Naturgesetz oder nach dem Stand von Wissenschaft und Technik nicht erbracht werden kann. Demnach kann jeder seine Zahlungswilligkeit gegenüber derartigen Angeboten für sich selbst überdenken oder bereits geleistete Zahlungen mit der Betrachtung einer arglistigen Täuschung zurückfordern oder gegebenenfalls gerichtlich einklagen.
    Wie derartige Akademien allerdings betrachtet werden ist hier ganz gut zu lesen: http://www.statt-schamanen.de/index.php?option=com_content&view=article&id=52:akademie-house-of-shaman-ausbildung-zum-ardetpriester&catid=35:artikel&Itemid=53

  10. 9. Mai 2010, 23:45 | #10

    Herje war das eben trocken, dabei kann das Schamanentum doch so lustig sein. Obwohl, Verantwortung sollte schon sein, auch im Umgang mit dem energetischen Ausgleich bei Geschäftsauflösung – die Inavation hierfür ist: http://www.esoulk.de/images/stories/g3420.png

  11. manfred
    10. Juni 2010, 18:46 | #11

    ich kann es nicht mehr hören.
    gibt es denn nur lakotas?
    haben die lakotas alle indigene spiritualität für sich alleine gepachtet?

    denke nein. es gibt noch genug andere stämme die ebenso spirituell sind.

  12. manfred
    10. Juni 2010, 19:23 | #12

    und was ist eigentlich mit dem geistheilergesetz????

  13. einevondenen
    14. August 2010, 21:37 | #13

    Danke an Milchglas!!! 🙂 Mein Herz freut sich, wenn ich Deine Stellungnahme lese.

  14. notatall
    15. August 2010, 21:18 | #14

    @Milchglas
    Wenn sie auf ihre Fragen Antworten wünschen, so stellen sie diese am besten ans Universum, jeder Schamane kann ihnen da helfen!

    Auf Scienceblogs können sie wissenschaftliche Abhandlungen selbiger Themen lesen. VIKAS ist ebenfalls sehr gut!

    Dieser blog heisst ESOBLOG!

  15. Halbmond
    15. August 2010, 22:39 | #15

    einevondenen :
    Danke an Milchglas!!! Mein Herz freut sich, wenn ich Deine Stellungnahme lese.

    Der erste Preis in der Kategorie Tonto-Speak geht an einevondenen!

  16. Milchglas
    17. August 2010, 15:34 | #16

    Ich glaube ich muss mich von der Illusion trennen, dass das Niveau dieser Konversationen sich. heben lässt. Doch konnte ich zumindest lernen, dass Blogger Menschen sind, die das Stammtischgespräch in das Internet bringen.
    @ notatall
    seit einigen Jahren verdiene ich mein Brot in der Forschung. Und obwohl die Wissenschaftswelt die Qualität einer Publikation nicht nach dem Inhalt misst, sondern daran, wie häufig sie zitiert wird (was ich sehr Fragwürdig finde), würde sie die von dir angegeben Quellen nie akzeptieren. Das ist in etwa, als wenn ich die Bildzeitung zitiere. Da kann auch jeder Volldepp sein Mist schreiben.

    Also wenn ihr die Wissenschaft und ihre Erkenntisse als Grundlage eurer Argumentation nehmt, so bitte ich um eine Zitation mit 1. Name des Artikels, 2. Name der Autoren, 3. Publikationsjahr, 4. Journal, 5. Ausgabe, 6. Seiten. Das wäre saubere wissenschatliche Arbeit.

    Abgesehen davon kann die Wissenschaft die Realität (wenn es eine gibt – Dogma Nr. 1) noch nicht erklären. Ständig müssen alte Modelle als falsch verworfen werden. Oder haben wir jetzt die Modelle, die der Realität entsprechen.

    Die Religionswissenschaft hat viele Definitionen von Religion. Eine davon besagt, dass eine Religion ein Welterklärungsmodell auf Basis von Dogmen ist (Dogma = nicht beweisbare Annahme, wie z.B.: es gibt einen Gott, oder es gibt Naturgesetze, die immer und überall gleich gültig sind, oder es gibt eine Realität – alles nicht beweisbar). Sind Naturwissenschaft eine Religion? Oder besser? Oder mehr?

    Bei Fragen stehe ich gern zur Verfügung.

  17. poochiee
    17. August 2010, 21:23 | #17

    seit einigen Jahren verdiene ich mein Brot in der Forschung.

    ja klar….Erforschung der Windungen deiner Nasenhöhle mittels manueller …brich dir bloss nicht die Finger…

  18. 17. August 2010, 23:09 | #18

    @Milchglas: Sie haben bestimmt recht, es gibt keine Realität, und ich bin nur jemand, der in Ihrer Vorstellung als Schreiber existiert. Viel Spaß beim weiteren Solipsieren, aber jetzt husch ins nicht existente Körbchen.

  19. notatall
    18. August 2010, 06:20 | #19

    @Milchglas
    Es kann ja sein, dass sie etwas verwechseln, das passiert in der Forschung sehr häufig. Da ich kein Forscher bin, existiert für mich Wissenschaft nur als Wissenschaft der Naur, also Naturwissenschaft. Alles andere kann eventuell wissenschaftliches Arbeiten beinhalten, doch mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht mehr!!! Auch wenn es im Laufe der Zeit den Religionen gelingt, die Namen der Göttinen/Götter zu verändern, ändert das nichts an der Tatsache dass der Gottesbeweis bis heut nicht gelungen ist, damit ist auch eine Falsifikation nicht möglich, also Humbug!!!!!

    Milchglas trübt halt ein Sinnesorgan sehr starkt!!!!!
    Auf beiden Augen blind, auch Voreingenommenheit genannt!

    Vielleicht sind sie auf scienceblogs besser aufgehoben, wer weiß das schon!

  20. Sand
    24. August 2010, 22:54 | #20

    Tja da finden sich die Vogel’schen/Jacob’schen Sympathisanten auch unter den Bloggern ein… und Herr Vogel veröffentlich einen Gegenbrief auf seiner Homepage, der geladen ist….Beide sind entrüstet. Aufregen tut nur, was einen be-trifft. Deswegen wenn es Euch be-trifft, macht es doch nicht so öffentlich, das ist der Kompetenz der Jacobs und Vogels nicht zurträglich.
    Kolonialisierter Imperalismus hat für manch einen scheinbar mehr Mystik als die heimischen Wurzeln.

  21. 20. Februar 2011, 10:14 | #21

    Ich möchte hier anmerken, dass weder Don Agustin, noch sein Sohn Viejo einen Christian Vogel kennen. Es spricht für diesen Menschen, dass er es nötig hat, sich mit solchen Namen schmücken zu müssen. Mit einem Schamanen, der dem Weg des Herzens folgt, den er so oft predigt, hat er nun rein gar nichts zu tun-im Gegenteil.
    http://www.reinhard-stammer.de/fileadmin/picasa_exporte/2009/images/09085.jpg

    Dieses Bild, es heißt: Herz am rechten Fleck? malte ich, nachdem ich Unfassbares von ihm erfuhr. Mehr dazu später.

  22. 13. Juni 2011, 22:25 | #22

    […]
    Schamanen & Heiler

    Schamanenwerbung entfernt

  23. 20. Juli 2011, 20:27 | #23

    http://kedarvideo.wordpress.com/2010/03/03/channneling-des-kristallschadels-corazon-de-luz-durch-karin-tag/
    Channneling des Kristallschädels „Corazon de Luz“ durch Karin Tag

  24. whoever
    24. September 2011, 18:41 | #24

    Brechen wir also eine Lanze fuer die schamanisch Taetigen …

    Die wenigsten Europaeer, die schamanisch taetig sind, bezeichnen sich selbst als „Schamane“, sondern, wenn ueberhaupt, eben als schamanisch taetig – weil voellig klar ist, dass diese Taetigkeit sich hierzulande nicht in einem gewachsenen Umfeld, einer Stammestradition oder Aehnlichem bewegt.

    „Schamanismus“ hingegen ist eher ein Oberbegriff, der verwendet wird, weil es keinen anderen brauchbaren gibt. Eine gute Definition findet sich bei Tom Cowan, Schamanismus, Reinbek 2003: „Schamanismus ist der beabsichtigte Versuch, enge und dauerhafte Beziehungen zu persoenlichen Hilfsgeistern herzustellen, indem man die alltaegliche Wirklichkeit bewusst verlaesst und in die nichtalltäglichen Bereiche der geistigen Welt reist.“

    Dass es auch hierzulande Traditionen oder Techniken dieser Art gegeben hat, duerfte ausser Frage stehen, selbst wenn die Details kaum noch zu klaeren sind. Das grosse Problem ist, dass diese Traditionen ueber Jahrhunderte derartig gruendlich in Misskredit gebracht worden sind, dass es keine wirklichen Anknuepfungspunkte mehr gibt.

    Wer also hierzulande versuchte, naturspirituelle Traditionen wiederzubeleben, landete im Allgemeinen sehr schnell bei Indianern und anderen Voelkern. Auch die haben in der Vergangenheit ihre schamanischen Praktiken teils nur unter ganz erheblichen Widerstaenden, wenn ueberhaupt, weiterfuehren koennen – das gilt nicht nur fuer Nordamerika, sondern auch fuer Sibirien oder etwa die arktischen Regionen. Sie alle haben uns aber eines voraus: die Brueche in der Tradition sind sehr viel kuerzer als die grob geschaetzt mindestens zweitausend Jahre, die die Mitteleuropäer von ihren eigenen schamanischen Traditionen trennen. In dieser Hinsicht sind wir Entwicklungsland und koennen froh sein, wenn wir von den anderen lernen koennen.

    Darueber hinaus ist das, was vor allem Michael Harner in den 1970er Jahren als Core-Schamanismus definiert hat, im Kern – im Core – kulturell unabhaengig. Kurzdefinition von Schamanismus, nach Kenneth Meadows: „It works!“ Oder, in der etwas laengeren Fassung: „Shamanism is what works for you, at that moment, towards love and harmony.“ (Womit hier nicht das uebliche Esoterik-Licht-und-Liebe-Geschwafel gemeint ist.)

    Der entscheidende – und von den Bloggern hier wohl nicht hinreichend beachtete – Punkt ist, dass Schamanismus im Kern eine Technik darstellt, die den persoenlichen Zugang zur Nichtalltaeglichen Wirklichkeit (aka NAW oder Anderswelt) und das aktive Handeln darin ermoeglicht. Im Idealfall manifestiert sich dieses aktive Handeln dann auch in Konsequenzen in der alltaeglichen Welt, beispielsweise (aber nicht ausschliesslich) in Form einer Heilung.

    In diesem Kontext kann dann auch Stockkampf einen schamanischen Aspekt aufweisen – ebenso Bogenschiessen, sogar Billard.

    Natuerlich setzt all das voraus, die Realitaet der NAW zu akzeptieren, zu akzeptieren, dass es etwas gibt, das Alles mit Allem verbindet und uns gerade deshalb in die Lage versetzt, auch auf dieser Ebene zu handeln. Weil diese Ebene nicht materiell oder physisch ist, sondern auf Energie beruht, bedarf es eines Hilfsmittels, um darin wahrzunehmen und zu handeln. Dieses Hilfsmittel ist eine Bildersprache, ein Symbolsystem; auf diesem Weg werden Dinge fassbar, be-greifbar, die sonst eben reine Energie und von unserem Gehirn nicht darstellbar wären. Die einen ziehen fuer diese Bildersprache Engel und aehnliche Wesenheiten vor, die anderen eben die „schamanische“ Variante.

  25. Searcher
    25. September 2011, 08:26 | #25

    @whoever

    „Die wenigsten Europaeer, die schamanisch taetig sind, bezeichnen sich selbst als “Schamane”, sondern, wenn ueberhaupt, eben als schamanisch taetig – weil voellig klar ist, dass diese Taetigkeit sich hierzulande nicht in einem gewachsenen Umfeld, einer Stammestradition oder Aehnlichem bewegt.“

    Soll dies Seriosität suggerieren? Ich bin medizinisch tätig, aber kein Arzt. Ich bin psychologisch tätig, aber kein Psychologe. „Weil ja völlig klar ist“, dass man dazu ein Studium braucht!
    Das ist nichts als Wortklauberei um ein berechtigtes Argument vorwegzunehmen, nämlich das des fehlenden kulturellen Hintergrundes, der für ein Verstehen dieser Traditionen notwendig wäre. Für die Menschen, die dann ihren „Energieausgleich“ leisten, ist das vermutlich kein ausreichendes Distinktionsmerkmal.

    „Der entscheidende – und von den Bloggern hier wohl nicht hinreichend beachtete – Punkt ist, dass Schamanismus im Kern eine Technik darstellt, die den persoenlichen Zugang zur Nichtalltaeglichen Wirklichkeit (aka NAW oder Anderswelt) und das aktive Handeln darin ermoeglicht. Im Idealfall manifestiert sich dieses aktive Handeln dann auch in Konsequenzen in der alltaeglichen Welt, beispielsweise (aber nicht ausschliesslich) in Form einer Heilung.“

    „Im Idealfall“. Genau. Mich interessieren nun jene „Manifestationen“, die vom Idealfall abweichen. Könnten Sie vielleicht dazu etwas ausführen? „Anderswelt“??

  26. D+++ C+++ E+++
    25. September 2011, 11:46 | #26

    http://www.youtube.com/watch?v=dbD3MlI11gI

    Die bekannten Kommunikationsstrukturen.
    Wenn man wie in 2010 keine Antwort auf die Fragen eines gewissen Milchglas hat, wird nicht geantwortet oder polemisch beleidigt.

    Zitat Milchglas, dass nach 1,5 Jahren immer noch unbeantwortet ist: 😉

    „vielen Dank für ihren Bericht. Er ermöglicht eine weitere Perspektive.
    Leider kann ich einige Kausalitäten noch nicht ganz verstehen und bitte darum sie mir genauer darzulegen.
    Sie argumentieren, dass Eklektizismus Authentizität ausschließt. Bitte legen sie doch ihre Definition von Authentizität dar und verknüpfen sie diese logisch mit dem Ausschluss von Eklektizismus. Ihre gesamte Argumentation läuft darauf hinaus, dass jemand der authentisch ist seiner eigenen kulturellen Tradition verpflichtet ist und sie nicht verlassen darf. Somit kann nur klassische Musik authentisch sein. Verstehe ich das richtig? Ist nicht deutsche Küche für deutsche ungesund, da nicht der eigenen kulturellen Tradition entsprungen? Ist Entwicklungshilfe generell negativ zu betrachten, da sie (niemand ist frei von Kutur) westliche Kultur und Denkstrukturen in fremde Kulturen bringt?
    Sie führen ihre Argumentation konsequent so weit, dass das Digiridoo (oder Yidaki) nur von Aboriginies authentisch gespielt werden kann. Darf ich daraus schlussfolgern, dass ein Chinese nicht authentisch Klavier spielen kann, da es aus der europäischen Tradition kommt? So sollte doch ausdrücklich vor einem Konzertbesuch von Lang Lang aus China abgeraten werden!
    Weiterhin argumentieren sie, dass nicht esoterische Aktivitäten wie Stockkampf auf Scharlatanerei deuten. Dies würde bedeuten, dass ein echter sibirischer Schamane nur von seiner schamanischen Aktivität lebt, ohne für diese einen Entlohnung zu nehmen. Können sibirische Schamanen nur von Luft und arbeit leben? Meines bescheidenen Wissens nach sind auch diese Menschen, die essen und scheißen und einem Broterwerb nachgehen, wie Jagd oder Ackerbau. Dürfen Kurse im Stockkampf nicht zum Broterwerb dienen?
    Sie argumentieren weiterhin, dass authentische indigene Völker ihre Kultur nicht nach außen geben und nur für ihr eigenes Volk da sind. Weiterhin benutzen sie dabei die Formolierung „im Auftrag ihrer ältesten“. Meines bescheidenen ethnologischen Wissens nach gelten bei indigenen Völkern die „Ältesten“ als Ratgeber, jedoch nicht als Autorität. Meines Wissens nach handeln dort die Menschen wenn im Auftrag, dann im Auftrag göttlicher Wesen, mit denen sie in Verbindung stehen. Können diese Wesen nicht den Auftrag geben, Kultur in den Westen zu bringen? Liegt dass an dem Krieg der Götter?
    Vielen Dank auch für die Hinweise im fehlerhaften Sprachgebrauch. Jedoch fehlt mir der Zusammenhang zwischen Orthographie und Authentiziät. Können sie mir diese mit darlegen! Zumal indigene Sprachen meist keine einheitliche Orthographie aufweisen, aufgrund des Mangels an Schriftsprache. Danke, dass sie auf Fehler in Übersetzungen hinweisen. Geh ich richtig in der Annahme, dass sie Linguist und ein Spezialist für Sioux-Sprachen sind?
    Ich freue mich über ihre konsequente Verwendung genau definierter Begrifflichkeiten, wie bei dem Wort Schamane. Für mich ergibt sich daraus eine Frage auf der Metaebene. In ihrem Blog widmen sie sich der Kritik an Personen und Handlungsabläufen aus der Esoterik-szene. Da der Begriff Esoterik nach Definition „Geheimlehre Eingeweihter“ bedeutet, ergibt sich für mich daraus die Schlussfolgerung, dass sie in allen Bereichen, die sie kritisieren, in die Geheimlehre eingeweiht sind. Lieg ich da richtig? Respekt! Da sind sie ja weit rumgekommen! Oder haben sie eine Möglichkeit gefunden, etwas Geheimes, dass sie nicht kennen, doch so weit zu kennen, dass sie die Fehler darin erkennen?
    Da diese Fragen für mein Verständnis in der kritischen Auseinandersetzung mit esoterischen Themen mir von Bedeutung sind, möchte sich sie bitte diese zu beantworten.

    Hochachtungsvoll

    Jemand weiteres, der sich nicht durch das Internet gläsern machen möchte und seine Identität wahrt hinter einem Pseudonym.“

    ———————-
    Die übliche Kiste, leider 🙂

  27. whoever
    25. September 2011, 13:25 | #27

    Gegenfrage: garantiert ein Studium Seriositaet? Bei Medizinern, Psychologen, Betriebswirtschaftlern, Historikern, Juristen? Ich will gar nicht in Abrede stellen, dass sich auch im schamanischen Bereich unserioese Angebote finden – zu denen, aus eigener Erfahrung mit zwei der drei Genannten, diese eben gerade nicht zaehlen.

    Darueber hinaus: kann man deshalb das Ganze komplett in Frage stellen?

    Noch einmal: Schamanismus funktioniert, unabhaengig vom kulturellen Hintergrund. Gut moeglich oder sogar sehr wahrscheinlich, dass er noch besser funktioniert, wenn man im eigenen, geographisch gebundenen kulturellen Kontext arbeitet. Auch wenn sich in dieser Richtung einiges tut – man denke an Wolf Dieter Storl und andere, die altes, auch schamanisch gepraegtes Wissen ueber Pflanzen wieder zugaenglich machen -, ist uns der Rueckgriff auf den eigenen kulturellen Kontext in Mitteleuropa stark erschwert, weil es keine ungebrochene Tradition mehr gibt.

    Auch unter den schamanisch Taetigen wird immer wieder diskutiert, ob die eigenen Wahrnehmungen als real ernstzunehmen sind oder ob es sich um „Mindfuck“ – Phantasie, Einbildung – handelt. Es ist, zugegeben, haeufig schwer, das auseinanderzuhalten, auch wenn man im Laufe der Zeit gewisse Kriterien fuer die Verifizierung entwickelt. Eines dieser Kriterien kann beispielsweise parallele, gleichzeitige Wahrnehmung desselben Dings oder derselben Eigenschaft durch mehrere Personen sein, ohne dass diese in der alltaeglichen Welt verbal, durch Blickkontakt oder sonstwie miteinander kommuniziert haben. Schreiber dieses war sich etliche Jahre nicht sicher, ob es sich bei der Anderswelt um Realitaet oder eben doch nur die Spielwiese des eigenen Unterbewussten handelt, sah sich dann aber nach einer Reihe von Erlebnissen dieser Art foermlich gezwungen, die Realitaet der Anderswelt zu akzeptieren, weil es sonst keine tragfaehigen Erklaerungen mehr gab.

    Angenommen, all die Reiserei und so weiter – sprich der Zugang zur Anderswelt – sei einfach nur Mindfuck, dann koennen sich daraus keine Konsequenzen in der alltaeglichen Welt ergeben. Das war hier als Nicht-Idealfall gemeint. Sie deuten eher die Moeglichkeit einer schaedlichen Einwirkung an, nehme ich an? Auch das wuerde allerdings voraussetzen, dass Manifestation als solche moeglich ist und eben nicht nur „Mindfuck“. Ausfuehrungen aus persoenlicher Erfahrung kann Schreiber dieses hier leider nicht liefern, weil er sich selbst noch mitten in diesem Erkenntnisprozess befindet. Sie werden das vermutlich als Grund nehmen, mich zu disqualifizieren, aber eben weil ich selber ueber viele Jahre so grosse Muehe mit dem Gesamtkonzept hatte und auf vielen Ebenen immer noch habe, moechte ich hier gerade nicht Erfahrungen vorspiegeln, die ich nicht habe.

    Warum zwei Fragezeichen hinter Anderswelt? Begriff unklar? Anderswelt ist ebenso wie NAW oder auch Ober- und Unterwelt der Begriff fuer jene Welt, die in Trancezustaenden bereist werden kann. Die am weitesten verbreitete Methode der Tranceinduktion ist die Trommel (in Sibirien nicht umsonst als Pferd des Schamanen bezeichnet, siehe beispielsweise auch Mircea Eliade); es geht im Zweifel aber auch ganz ohne, wenn man den Dreh erst einmal heraus hat. Die Wahrnehmung innerhalb dieser Anderswelt ist wahrscheinlich bei jedem verschieden. Fuer Schreiber dieses haben die Bilder traumaehnliche Qualitaeten, das heisst oft nicht sehr detailliert, aber es ist jeweils klar, worum es sich handelt. Der entscheidende Unterschied zum normalen Traum liegt darin, dass man selbst sich seiner bewusst ist und aktiv handeln kann, etwa, sich zwischen Handlungsalternativen zu entscheiden. Allerdings gibt es bestimmte Instanzen oder Orte, die trotz ihrer jeweils sehr individuellen Auspraegung fuer alle Reisenden vergleichbare Eigenschaften aufweisen (und zwar auch dann, wenn der Reisende vorher gar nichts davon weiss). Und, auch dies sah sich Schreiber dieses irgendwann gezwungen anzuerkennen, es ist moeglich, fuer jemand anderen zu reisen, fuer diesen Jemand Aufgaben zu erledigen. Was wiederum in der Tat voraussetzt, dass es sich eben nicht (oder nicht nur) um das eigene Unterbewusste handelt, sondern um etwas, das auch ausserhalb von uns existiert. Soweit ansatzweise geklaert, was die Anderswelt ist?

  28. 25. September 2011, 21:36 | #28
  29. Searcher
    26. September 2011, 15:00 | #29

    @ whoever

    Religiöse Konstrukte indigener Ethnien machen in deren Lebenskontext wohl Sinn, die Notwendigkeit und sinnadäquate Möglichkeit eines Transfers bestreite ich. Auch der Verlust von Traditionen (die ja nicht einfach kraft Existenz erhaltungswürdig sind) macht Sinn, wenn überholtes Wissen durch neue Erkenntnisse abgelöst wird. Dies nennt man den Prozess der Zivilisation.

    Was meinen sie genau, wenn sie behaupten „Schamanismus funktioniert“? Eingesetzt zu welchem Zweck führen welche Riten, Handlungen, etc. zu welchen Ergebnissen? Bei welcher Personengruppe? Mit welcher Zuverlässigkeit? Verfügen „schamanisch Tätige“ über Wissen hinsichtlich klinisch relevanter psychischer Störungen, sind sie in der Lage, diese zu diagnostizieren und wissen sie um die Kontraindikation in Zusammenhang mit Tiefenentspannung?
    Selbst wenn diese „Anderswelt“ nichts als „mindfuck“ ist, können sich Konsequenzen in der „alltäglichen Welt“ ergeben. Nicht zu vergessen all jene, die eigenständiges Denken, Entscheiden und Handeln an irgendwelche „geistigen Führer“ delegieren und weder Problemlösekompetenzen noch Handlungsspielräume erweitern sondern bestehende Unsicherheiten und Ängste chronifizieren.

    Ein letzter Punkt: Sie schreiben einerseits von individuell unterschiedlichen Wahrnehmungen der „Anderswelt“ und andererseits von interpersonal „vergleichbaren Eigenschaften bestimmter Instanzen oder Orte“. Weiters führen Sie aus, es gäbe „gewisse Kriterien einer Verifizierung“, die sich „entwickelt hätten“.
    Ich gehe davon aus, dass auch Sie den Begriff „Verifizierung“ im Sinne des kritischen Rationalismus verwenden. Dass eine Verifizierung solcher „Erlebnisse“ unmöglich ist, goes without saying.

  30. Finder
    26. September 2011, 15:44 | #30

    „Du musst wissen, Handlesen, Horoskop, Feng Sushi, das sind heute weit verbreitete Krankheiten, wo man aufpassen muss, dass man sich nichts holt. Da wird viel eingeschleppt durch den Sioux-Tourismus, wo sie extra nach Amerika fliegen, damit sie den Indianern auf den Geist gehen, weil eine Ärztin macht im zweiten Bildungsweg Handlesen, oder ein Bankdirektor ist einfach froh, wenn er weiß, meine Frau ist beim Voodoo gut aufgehoben.“

    Wolf Haas, „Das ewige Leben“

  31. Searcher
    26. September 2011, 16:28 | #31

    @Finder
    point taken!

  32. whoever
    27. September 2011, 10:33 | #32

    Wenngleich unter anderen Vorzeichen, erinnert mich das hier ein wenig an meinen Versuch von etwa 1986/87, herauszufinden, was die Marxistische Gruppe eigentlich wollte. Erfolglos; ein Dialog jedenfalls kam nicht zustande. (Natuerlich gibt es gute Gruende anzunehmen, dass die ohnehin keine oeffentliche Agenda hatten, aber das ist eine andere Geschichte und gehoert nicht hierher.)

    Da lobe ich mir doch diejenigen, die sagen, das Nichtwissen und die Verwirrung seien ein guter Ausgangspunkt für Erkenntnisse.

    Religioese Konstrukte … Schamanismus ist keine Religion (auch so ein haeufiges Missverstaendnis), allerdings gibt es in der Tat schamanische Elemente in vielen Religionen. Als Atheist und Nichtkirchgaenger war ich beispielsweise sehr fasziniert, 1995 bei einer Messe in der Abtei Weingarten die Herbeirufung der Geister mit Hilfe eines Gongs zu erleben. Ein anwesender katholischer Theologe, der versuchte, mir die Dinge zu erklaeren, nannte das Ritual zwar Anrufung des Heiligen Geistes – Singular statt Plural -, aber das Prinzip war doch recht eindeutig dasselbe.

    Richtig, Traditionen sind nicht per se erhaltungswuerdig, es gibt genug unsinnige solche. Nur wer definiert, was ueberholt oder unsinnig ist und was nicht? Oder muss Fortschritt zwingend immer gut sein? Man denke an Fukushima; Tschernobyl konnte man noch damit abtun, dass das ja die Sowjets waren. Das geht jetzt auch nicht mehr.

    Schamanismus funktioniert … ich kann nur noch einmal auf den oben zitierten Satz von Kenneth Meadows verweisen, von dem ich weiterhin der Meinung bin, dass er die Dinge ungemein praegnant zusammenfasst. Was Sie erwarten, ist eine Validierung durch wissenschaftliche Studien … die es aber im Peer-Review-Betrieb kaum geben wird, weil kaum jemand im etablierten Betrieb seinen Ruf auf diese Weise gefaehrden moechte. Darueber hinaus muss ich noch einmal sagen, dass ich selbst weder Erfahrung als Heiler habe, noch diese beanspruche zu haben, noch selbst primaer auf der Suche nach Heilung war, sondern eher nach Erkenntnis. Und nach fuer alle gueltigen Wahrheiten erst recht nicht … Shamanism is what works _for you_, das ist ein ganz wichtiger Teil dieses Satzes.

    … Mit Tiefenentspannung hat Reisen m.E. uebrigens nichts zu tun.

    Problemloesungskompetenzen … dann moechte ich doch jetzt einmal den Spiess umdrehen und Sie auffordern zu belegen, dass schamanische Taetigkeit diese einschraenkt, Unsicherheiten und Aengste „chronifiziert“. Nicht umsonst wird immer wieder darauf hingewiesen, dass letztlich nur man selbst den Inhalt der eigenen Reisewahrnehmungen interpretieren kann, das heisst, mit einem Lexikon der Traumsymbole beispielsweise kommt man hier nicht weiter. Was mir das Ganze also sagt, haengt allein von mir selbst ab. Ich sehe nicht, wie sich daraus eine Abhaengigkeit von „irgendwelchen geistigen Fuehrern“ entwickeln soll.

    Verifizierung … Ich habe nicht geschrieben, es haetten sich (womoeglich allgemein gueltige) Kriterien entwickelt. Gemeint war, dass ich im Laufe der Jahre solche Kriterien fuer mich persoenlich entwickelt habe, wobei ich aus Gespraechen weiss, dass andere zu ganz aehnlichen Ergebnissen gelangt sind. Ich habe keine Ahnung, was der Kritische Rationalismus genau zum Thema Verifizierung sagt, habe aber nach einer kurzen Durchsicht des Netzes eher den Eindruck, dass der die Verifizierung einer Erkenntnis ganz im Gegenteil prinzipiell fuer unmoeglich haelt, sondern allein die Falsifizierung des Nicht-Wahren … letztlich genau das Prinzip, nach dem die Naturwissenschaft arbeitet: man nehme eine Hypothese und widerlege sie.

    In diesem Sinne koennte ich also ebensogut sagen: meine These, dass Schamanismus funktioniert, gilt solange, bis das Gegenteil bewiesen wird. Oder, eingeschraenkt in Bezug auf das von mir gebrachte Beispiel: man muesste belegen, dass parallele andersweltliche Wahrnehmung desselben Dings oder derselben Eigenschaft bei Personen, die zwar gemeinsam an einem Ritual teilnehmen, zwischen denen aber keine Kommunikation im herkoemmlichen Sinne stattfindet, keine statistische Signifikanz aufweist, sondern reiner Zufall ist.

    Das Krimizitat spielt in gewohnt bissiger oesterreichischer Manier auf, nun ja, gelangweilte Hausfrauen und Aehnliches an. Insofern: point not seen at all. Oder sollte es diesen hypothetischen gelangweilten Hausfrauen verwehrt sein, auch in diesem Bereich nach dem Sinn des Lebens zu suchen? Wenn sie ihn im Voodoo finden: mei, warum nicht?

    … Feng Sushi. Huebsch.

  33. 71hAhmed
    27. September 2011, 22:37 | #33

    These 1:
    Schamanismus funktioniert.

    Schamanismus funktioniert in seinem „natürlichen Umfeld“ selbstverständlich, da er dort ein Weg der Erkenntnis und Problemlösung ist, der seine Kraft aus einer seit langem bestehenden Tradition und kulturellen Einbindung bezieht.

    Ohne diese kulturelle Einbindung, die für einen Aussenstehenden nur schwer zu erreichen ist, können diese (und andere) Techniken der Änderung des geistigen Zustandes (Trance) immerhin zu Erkenntnissen über das Funktionieren unseres Geistes und unserer Wahrnehmung führen, da mittlerweile messbar die Gehirntätigkeit sich verändert und dadurch auch die Wahrnehmung der äusseren und inneren Realität.

    These 2:
    Es gibt eine Parallelwelt neben unserer Realität, die mit geeigneten Mitteln erreichbar ist.

    Diese oft (auch übereinstimmend) erlebte und beschriebene Anderswelt halte ich für den Versuch des wieder in die Normalfunktion zurückgekehrten „Ich“, sich selbst und anderen die Erfahrungen der Reise in einer mehr oder weniger verständlichen Sprache zu schildern.
    Dass dabei durchaus Erkenntnis über Zusammenhänge und Selbsterkenntnis gewonnen werden können, will ich gar nicht bestreiten.
    Allerdings erscheint mit die Deutung eines veränderten Erlebens der eigenen Um- und Innenwelt als unabhängig existierender Parallelwelt zumindest fragwürdig (unter anderem auch aus eigener Erfahrung), auch wenn sie vor dem Hintergrund des Wissensstandes der Entdecker dieser Techniken durchaus verständlich ist.
    Die ähnlichen Schilderungen beruhen meiner Ansicht nach eher auf der bewussten und/oder unbewussten Erwartungshaltung der Teilnehmer sowie der Tatsache, dass kaum jemand die entsprechenden geistigen Zustände ohne Übung und damit verbundene Unterweisung erreicht und damit ein Ablauf von vornherein zumindest grob skizziert ist.

  34. Searcher
    28. September 2011, 07:25 | #34

    @whoever
    Ein Dialog gestaltet sich freilich nicht einfach, da allein die Begriffsklärung schon zeitaufwendig ist. So verwenden Sie beispielsweise „Erkenntnis“ – wenn ich Sie richtig verstanden habe – in Zusammenhang mit ihrer persönlichen Suche nach Einsichten oder Antworten.
    Dies möchte ich keineswegs bewerten oder Ihre Erfahrungen mit und in diesem Prozess in Frage stellen. Aus meiner Sicht bedeutet jedoch Erkenntnis eine Annäherung an die Wahrheit die eben das Subjektive hinter sich lässt und Objektivität ermöglicht. Erkenntnis hat somit nichts mit Glauben zu tun und muss frei von Metaphysik sein. Hier auch mein Problem mit der Behauptung „Schamanismus funktioniert“.
    Mit Nichtwissen als Ausgangspunkt für Forschung und Erkenntnis habe keines.

    Eine definitorische Grenze zwischen Schamanismus und Religion kann ich nicht ausmachen, offenbar wird dies aber unter Fachleuten kontrovers diskutiert.

    Was als überholt gilt, wird von einer Sozietät festgelegt, die Werthaltungen und Handlungsalternativen unter dem Aspekt der Brauchbarkeit beurteilt und anpasst und dabei als Kollektiv der Wissenschaft durchaus „hinterherhinken“ kann. Zu Fortschritt (bezogen auf Technik) und sozialem Wandel (bezogen auf Gesellschaften) gibt und darf es keine Alternative geben, es ist dem Menschen immanent, neugierig zu sein und sich weiter zu entwickeln. Die kommerzielle Nutzung des Fortschritts (z.B. Atomstrom) ist eine politische, d.h. letztlich wieder gesellschaftliche Entscheidung.

    Sicher könnte es einem egal sein, wenn ein paar „gelangweilte Hausfrauen“ Voodoo spielen, Karten legen, „aufgestiegene Meister“ befragen, beim Universum was weiß ich alles bestellen, sich auf Astro-TV von grottenschlechten Schauspielern „Karma ablösen“ lassen und, und …….wenn es um Pipifax geht. Wenngleich es für eine Gemeinschaft sicher nicht von Vorteil ist, wenn ihre Mitglieder darin „den Sinn des Lebens“ sehen und sich reihenweise von der Vernunft verabschieden.

    Der für mich wesentliche Punkt ist, dass ein zentraler Teil des Schamanismus – wenn auch nicht für Sie persönlich – das Heilen darstellt. Im Netz (ich erspare mir das Verlinken, man kommt sowieso nicht daran vorbei) findet man nun Anbieter über Anbieter, „Akademien“, etc., die nach dem Motto „Jeder kann Schamane sein“ (frage mich, warum dann dieser in seiner Gesellschaft eine so angesehene Peron war/ist) darin „ausbilden“, von physischen über psychische Erkrankungen bis hin zu schweren Traumatisierungen zu heilen.

    Tatsächlich ist es mir herzlich egal, ob jemand in der Sauna schwitzt oder sich dazu eine Hütte bastelt. Es ist nicht egal, wenn die Gutgläubigkeit von Menschen zur eigenen Bereicherung ausgenutzt wird – einen möglichen gesundheitlichen Schaden einkalkulierend oder zu naiv um diesen erkennen zu können.

  35. rolling thunder
    29. September 2011, 09:29 | #35

    @Searcher

    Abgesehen davon, dass man bei dieser Diskussion schnell an den Punkt kommt, an dem man sich wieder fragen muss, ob „Geist“ mit naturwissenschaftlichen Methoden bewiesen werden kann (zumindest Heisenberg, Max Planck und andere Kaliber bestreiten das), würde es mich interessieren, ob hier jemand über praktische Erfahrungen mit dem Schamanismus berichten kann.

    Ich denke, Theoriedebatten vom Schreibtisch nach dem Motto, es kann nicht sein was nicht sein darf, helfen hier überhaupt nicht weiter.
    Wer kann denn von Fällen berichten, in denen Menschen definitiv Schaden durch eine Schwitzhüte entstanden ist, weil sonst handelt es sich ja lediglich um theoretische Unterstellungen!

    Davon abgesehen, möchte ich nicht genau wissen , wie viele Menschen gern ich allein in Deutschland beim Joggen oder anderen Sportarten versterben.
    http://de.statista.com/statistik/daten/studie/166765/umfrage/todesfaelle-im-sport-nach-sportarten-seit-1972/

    Also bitte weg von diesen unheilvollen Theoriedebatten, bei denen lediglich der Teufel an die Wand gemalt wird.
    Im übrigen finde ich es ziemlich anmaßend, sich „moralisch“ auf die Produktion zu stellen, dass Schamanismus aber auch nicht im entferntesten mit „weltlichen“ Dingen wie Geld tun haben dürfte.

    Das sind ja nun ganz alte Kamellen.

    Das muss doch im Einzelfall differenziert werden und kann nicht verallgemeinert werden.

    Es sind also ganz objektive Erfahrungsberichte gefragt:

    Wer von euch hat je eine Schwitzhütte von innen gesehen?

  36. Finder
    29. September 2011, 11:27 | #36

    @ rolling thunder

    hier für den Anthroposophen „rolling thunder“ zu den Gefahren von Esoterik:

    “Du musst wissen, die Schläfenader führt manchmal aus reiner Lust und Laune ihren Tanz auf, quasi Feuerwehrball, und die weiß das gar nicht, dass das ihrem Menschen wahnsinnig wehtut, weil eben vom Menschen aus gesehen nicht Feuerwehrball, sondern Migräne.

    Ich sage immer, wir wissen das ja auch nicht, wenn wir auf einen Feuerwehrball gehen, oder meinetwegen Ausdruckstanz, oder wo den Brenner einmal vor vielen Jahren die Dorothea mitgenommen hat, weil die wollte auf einmal, dass man zu ihr Dorothea sagt, nicht mehr Dorli, seit sie das gemacht hat, wie hat das geheißen, Euri, wallende Gewänder und alles, Eurythmie, so hat die Dorothea dazu gesagt, und da machen bei uns viele Leute solche Sachen in aller Unschuld, aber sie überlegen nicht: Der liebe Gott kriegt Kopfweh davon.”

    Wolf Haas

  37. Searcher
    29. September 2011, 12:50 | #37

    @rolling thunder

    Nach Heisenberg und Planck im ersten Satz vermute ich mal: Wir hatten schon das Vergnügen? Dennoch gerne:

    Nein, ich habe noch keine Schwitzhütte von innen gesehen, wage aber dennoch zu behaupten, schwitzen ist schwitzen und was man sich herausschwitzen kann ist auch klar:

    • Wasser (etwa 99 Prozent)
    • Natriumionen (45 mmol/l)
    • Chloridionen (58 mmol/l)
    • Kaliumionen (5–9 mmol/l)
    • weitere anorganische Salze
    • Harnstoff
    • Harnsäure
    • langkettige Fettsäuren
    • Aminosäuren, Peptide wie Dermcidin
    • Ammoniak
    • Zucker
    • Milchsäure
    • Ascorbinsäure (Vitamin C)
    • Cholesterin
    (http://de.wikipedia.org/wiki/Schwei%C3%9F)

    Alles andere nicht.

    Aus aktuellem Anlass, weil heute im Rahmen einer Broschüre des regionalen Tourismusverbandes in meinem Postkasten:

    Ein junges Paar – nettes Foto – „empfing“ offenbar die Botschaft „bedingungslose Liebe“ unter den Menschen zu verbreiten, offizieller Auftrag von oben also.

    Sehen wir uns doch an, auf welche Weise der „Fluss der Liebe“ in Gang kommen soll – freier Energieausgleich selbstredend (gilt da auch ein ganz liebevoller Händedruck?).

    Ich zitiere „ein kurzer Auszug von Situationen, die bei einer Einzelsitzung auftreten können“(!):
    • heilsames, lösungsorientiertes Gespräch
    • Meditation
    • Heilung von (!!) Emotionen
    • Lösen von Blockaden jeglicher Art
    • Befreiung des Herzens
    • Verbindung mit dem Hohen Selbst
    • Integration von Seelenanteilen
    • Verbindung mit der Lebensaufgabe
    • Familienaufstellung
    • Quantenheilung
    • Channeling
    • Harmonisierung der Energiekörper (physisch und feinstofflich)
    • Chakrenausgleich
    • Bewegungs- und Atemmdeditation
    • Heilsame Berührung
    Und last but not least ….. Erraten? Jawohl! Die schamanische Reise!! Tüchtige Leute nicht wahr, in dem Alter!

    Völlig in Ordnung, dass solcherlei Krampf ausschließlich den Gesetzen des Marktes unterworfen ist. Kann ja jeder selber entscheiden!

  38. Searcher
    29. September 2011, 13:16 | #38

    @rolling thunder

    „… ganz objektive Erfahrungsberichte… „?? Bin jetzt echt gespannt, was da wohl kommt!

  39. 71hAhmed
    29. September 2011, 21:52 | #39

    @ rolling thunder

    dem Phaenomen „Geist“ kann man sich durchaus naturwissenschaftlichen naehern, immerhin handelt es sich dabei um eine Methode, Fragen zu stellen und die Ergebnisse miteinander in Beziehung zu setzen.
    Allerdings ist es nicht immer ganz einfach, die geigneten Fragen zum richtigen Zeitpunkt zu stellen, so dass manche Erkenntnis erst einmal einsam im Raum steht.

    Was die Frage nach der praktischen Erfahrung bzw, dem Inneren der Schwitzhuette angeht,
    lesen hilft gelegentlich auch weiter, (#33) daher einfach nur : Ja.

  40. 29. September 2011, 22:53 | #40

    Mal wieder ein schönes Schlusswort, 71hAhmed. Wir machen mal ganz brutal dicht hier, nachdem alles dazu gesagt wurde.

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