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Schrödingers Ratte, oder wie uns Worte täuschen

Das Gedankenexperiment von Erwin Schrödinger, bekannt als „Schrödingers Katze„, werden die meisten unserer Leser kennen. Eine bemerkenswerte Frage ist, warum er eigentlich eine Katze dafür genommen hat. Warum keine Ratte oder eine lästige Fliege? Ratten sind natürlich mindestens genauso spannende Tiere, aber seit der Pest mit eher schlechtem Renommee behaftet. Fliegen nerven einfach. Zufall? Womöglich, aber Schrödinger hat das wohl intuitiv richtig gemacht: Ein Experiment, bei dem eine emotionale Anteilnahme mit ausgelöst wird, veranlasst Menschen, näher und genauer darüber nachzudenken, selbst wenn es nur ein gedankliches ist.

Das führt zu etwas, worüber sich nachzudenken lohnt: Wie sehr sind wir von etwas beeinflusst, was man schnodderig “Wortmagie” nennen könnte? Der Begriff „Antibiotika“ ist ein schönes Beispiel. “Gegen das Leben”. Ist natürlich Unsinn, Antibiotika richten sich gezielt gegen das Leben bestimmter Bakterien, denen unser Leben wiederum ziemlich egal ist. Marketingtechnisch muss man zugeben: Das ist ein sehr schlechter Name für eine Medikamentengruppe, die wie wohl keine andere so viele Menschenleben gerettet hat.

Findige Werbestrategen kennen solche wortmagischen Begriffe natürlich schon lange. Folgerichtig entstanden solche Ausdrücke wie Pro-Biotika. Die bewirken zwar nichts Wesentliches, außer sich nach links oder rechts zu drehen, womöglich die Verdauung etwas anzuregen, aber es klingt einfach super. Die zweite Frage, für welches Leben eigentlich, also unseres oder das der Bakterien, soweit fragt man ja gemeinhin nicht.

Euphemismen (“Schönreden”) oder ihr Gegenteil, Dysphemismen, sind allgegenwärtig, von Armut als “wirtschaftlich schwach” oder von einer lebensrettenden medizinischen Versorgung als “Apparatemedizin” oder “Giftcocktails” zu reden.

Die alternativ”medizinische” Esoterikfront betreibt das besonders intensiv. Vermutlich, weil es an anderen, konkreten Argumenten mangelt. Und typischerweise die meisten dem Fehlschluss anhängen, wenn das andere schlecht geredet wird, muss das eigene gut sein.

Welch schlimme kognitive Dissonanzen man mit dieser Denkweise erleiden kann, zeigt das Beispiel MMS. Zusammengefasst kann man sagen, dass die Anwender meist völlig für “Natur” und gegen schlimme “Chemie” sind, chloriertes Wasser in Schwimmbädern ablehnen ebenso wie Antibiotika – ein ursprünglich reines Naturprodukt – , aber dann den mehr oder weniger verdünnten ätzenden Klo- und Rohrreiniger in sich reinschütten, weil der Erfinder Jim Humble ja ein Guter sein muss, da er von Medizin bzw. Biochemie so gut wie keine Ahnung hat. Also nicht der weltweiten Verschwörung von Gesundheitsbehörden und -ämtern angehört, die sagen: Abflussreiniger trinken ist nicht gesund.

Wie man sich die Welt je nach Bedarf per Wortmagie schön oder schlecht redet – dafür gibt es tausende Beispiele.

Ein sehr prominentes ist die Homöopathie, hier hat man es geschafft, den verunglimpfenden Begriff “Schulmedizin” (Medizin wird nicht an Schulen gelehrt) sogar zum Wortschatz studierter Mediziner zu machen inklusive dem damit einhergehenden, unterschwelligen Hamlet-Argument: Es gibt mehr zwischen Himmel und Erde …

Und bevor wieder jemand fragt, wozu dieser Beitrag gut sei: Nein, es ist nichts Neues und altbekannt. Aber es ist nützlich, wenn man sich ab und an dessen deutlich bewusst wird. Man fällt immer wieder viel zu leicht auf Wortmagie herein.

  1. Erdrandbewohner
    6. November 2010, 00:27 | #1

    „Schulmedizin“ bedeutet nicht, daß sie an Schulen gelehrt wird, sondern daß sie eine Schule vertritt. In diesem Fall ist es eine „Haupt-Schule“ Also die dominante, meisst vertretene Lehre innerhalb aller Heilwissenschaften. Eine andere Richtung wäre beispielsweise die Naturheilkunde. Oder meinetwegen die Traditionelle Chinesische Medizin. Daß diese Begrifflichkeit vielleicht mißverständlich ist, streite ich nicht ab. Aber ich sehe nichts verunglimpfendes darin.

    Auch der Buddhismus hat mehrere Schulen, die ihre jeweiligen Augenmerke auf bestimmte Aspekte innerhalb der Lehre Buddhas legen.

    Vielleicht ist die Wortherkunft jetzt etwas klarer.

  2. 6. November 2010, 00:46 | #2

    Die Worherkunft ist sehr klar.
    Ich darf kurz zitieren aus Wikipedia, und in dem Falle stimmt das auch.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Schulmedizin

    „“1876 prägte der homöopathische Arzt Franz Fischer aus Weingarten den Ausdruck „Schulmedizin“ in einem Brief an die Redaktion der Laienzeitschrift „Homöopathische Monatsblätter“ gezielt abwertend. Fischers Äußerung fußt wohl auch auf einer Mitteilung Hahnemanns, die dieser 1832 veröffentlicht hatte und die gegen humoralpathologische Therapieansätze gerichtet war. In ihr ist von „Medizinern der Schule“ die Rede. Die „schulmedizinischen“ Behandlungsansätze zur Zeit Paracelsus oder Hahnemanns hatten jedoch nichts mit der heutigen Hochschulmedizin gemein. Sie bezogen sich auf die sogenannte allopathische Medizin, die bis ins 19. Jahrhundert auf der Basis der Galenschen Säftelehre beruhte.“

    Gerade bei dem Begriff braucht man sich nicht winden, das gezielt Abwertende ist offensichtlich und auch so gemeint.

    Zudem orientiert sich eine wissenschaftsbasierte Medizin eher nicht an verschiedenen Schulen, sondern evidenzbasiert an der Wirksamkeit von Methoden.

  3. Ponder Stibbons
    6. November 2010, 08:19 | #3

    @ Erdrandbewohner:

    „…..Eine andere Richtung wäre beispielsweise die Naturheilkunde. Oder meinetwegen die Traditionelle Chinesische Medizin…..“

    Die so genannte Naturheilkunde ist in wichtigen Elementen durchaus Bestandteil der „Schul“-Medizin – letztere beschränkt sich jedoch nicht darauf.
    Die TCM ist nicht so traditionell wie sie daherkommt,sonden stammt aus Maos Zeiten.

  4. Skepsis
    6. November 2010, 09:34 | #4

    Meine persönliche Theorie, warum der Begriff ‚Schulmedizin‘ so gerne verwendet wird, ist, dass er als eine rhetorische Vorlage dient: Wenn man in einem Satz ‚Schulmedizin‘ untergebracht hat kann man danach schön den Hamlet machen (‚…Schulweisheiten träumen lassen‘) .

    Übrigens, was noch zu dem Artikel passt, ist eine Beobachtung, wie bestimmte Kategorien mit exemplarischen Begriffen sozusagen vorbesetzt sind. Also ‚Werkzeug‘ z.B. mit ‚Hammer‘, ‚Musikinstrument‘ mit ‚Geige‘ etc (ob das jetzt bei diesen konkreten Bsp der Fall ist weiß ich jetzt nicht). Aufbauend auf dieser Beobachtung machen dann Zauberkünstler diese Tricks, dass sie jemanden einen Begriff zu einer Kategorie auf einen Zettel schreiben lassen, den sie dann mirakulöserweise erraten. Ich habe mal einen schönen Artikel bei James Randi oder GWUP dazu gelesen, finde ihn jetzt natürlich nicht.

    Gruß

  5. Stöber
    6. November 2010, 10:39 | #5

    Guuden Morgen!

    Ich weiß nicht, warum ihr euch über den Begriff aufregt.
    Für mich ist ‚Schulmedizin‘ mittlerweile ein Gütesiegel!
    (Ihr könnt auch ‚Zu >95% spinnerfrei‘ draufetikettieren)

    Das kann man beispielsweise an der Uni in Vorlesungen und Referaten beobachten.
    „So, nun verlassen wir die Schulmedizin und tauchen ein in die wunderbare Welt der Bachblüten..“

    Habe in all den Semestern keinen Vortrag über Alternativ’medizin‘ gehört, der nicht wenigstens zum Teil ins offen Komödienhafte abgedriftet wäre. Oook, ich war daran meistens nicht unbeteiligt. 🙂

    Ich habe noch nie so viele kritische Medienbeiträge gelesen wie derzeit. Diese arbeiten dann zwar teilweise auch nur mit ‚tragischen Einzelfällen‘ als Nachweis, aber die Schulmedizin ist dann häufig der letzte Rettungsanker nach fruchtlosen Esoterikeskapaden.
    Das prägt den Begriff positiv. Und letztlich geht es auch bei uns um Begriffshoheit.

    P.s. Wer Southpark mag, kann sich zum Thema Begiffshoheit ja mal Se13-Schwule Schwuchteln angucken. 😉

  6. Angela
    6. November 2010, 15:27 | #6

    Bei Schulmedizin fallen mir immer die verschiedenen Schulen der Homöopathie ein: klass. Homöopathie nach Hahnemann, H. nach Kent, Komplexmittelhomöopathie, Hochpotenzler oder Niedrigpotenzler usw. Bei all diesen Schulen (insbesondere der nach Hahnemann) findet kein Fortschritt statt, die Lehre oder Schule ist praktisch gleichgeblieben.

    Auf der anderen Seite erinnere ich mich bei meinem Medizinstudium an verschiedene deutliche Änderungen für Therapievorschläge in der Wissenschaftsmedizin die durch die sich veränderte Evidenzlage nötig wurde. In Notfallmedizin erinnere ich mich an eine völlige Änderung der Empfehlungen zum Auslösen von Erbrechen bei Vergiftungen.

  7. 6. November 2010, 16:52 | #7

    Witzig, wie das jetzt in eine schulmedizinische Diskussion abgleitet 🙂
    Das Unausgesprochene hinter „Schule“ ist wohl, einem Kanon zu folgen, der sich eher nicht um die Realität kümmert. So war es ja seit Galen ein paar Jahrhunderte lang.

    Und bei den Homöopathen heutzutage kann man haupsächlich vorauseilende Verteidigung vermuten, denn letztlich sind es genau sie, die einem Kanon der Überzeugung folgen, dem sich die Realität gefälligst anzupassen hat.

    Ein weiches, aber sehr sicheres Kriterium um festzustellen, ist es Wissenschaft oder nicht, ist übrigens das Verfolgen der Änderungen der Auffassung, die Durchlässigkeit von neuen Erkenntnissen. Wie Angela oben schreibt.

    Homöopathie gehört da ganz sicher nicht dazu.

  8. nihil jie
    6. November 2010, 17:28 | #8

    „Ist natürlich Unsinn, Antibiotika richten sich gezielt gegen das Leben bestimmter Bakterien, denen unser Leben wiederum ziemlich egal ist.“

    natürlich ist denen das egal… die wissen nicht mal was darüber, dass sie krankheitserreger sind *gg es geht nur um eins… überleben und fortbestehen. dieses ungeschriebene gesetzt hat für alle lebewesen gültigkeit. uns ist ja auch egal ob sie leben.. wir bringen diese bakterien ja auch mit grösster freude um 😉

  9. Shade
    6. November 2010, 19:46 | #9

    Das ist wohl auch so ein Fall von „Wortmagie“ (oder auch davon wie Menschen dazu tendieren, von sich selbst auf jeden und alles andere schließen):

    Die Bakterien „wollen“ etwas (oder auch die Natur „will“, Gene „wollen“ etc.).

    Typisch menschliche Sinnsuche. Es kann doch nicht sein das die Dinge einfach nur „tun“, auch wenn sie einfach nur genau das tun, was Voraussetzung für ihre Existenz ist 😛

  10. Kurfürst
    7. November 2010, 09:27 | #10

    Der Autor dieses sehr guten Beitrages hat wohl eine eine gute Verbindung zur Philosophie, wie man sieht, kann dies durchaus nützlich sein.
    Was die Schulmedizin angeht, ist dieser Ausdruck deshalb verwerflich, weil er nicht nur abwertend verwendet wird, sondern auch, weil er suggeriert, es gäbe mehrere Formen der Medizin. Die „Schulmedizin“ wäre danach nur eine von mehreren Möglichkeiten.
    Vielleicht ist mal ein Artikel darüber angesagt, was denn die Wissenschaften, hier die Medizin, in der Zeit vor dem Ansturm der Esoteriker falsch gemacht haben, nicht wahr?

  11. sumo
    7. November 2010, 19:12 | #11

    ein besonders mißratenes Beispiel dieser Wortmagie ist in diesem Zusammenhang das Wort „Gesundheitskasse“. Jeder weiß, daß dort Kranke verischert werden, aber man baut sich eben ein neues Wort……

  12. 8. November 2010, 08:19 | #12

    Kurfürst: \

  13. 8. November 2010, 08:21 | #13

    Kurfürst: „Vielleicht ist mal ein Artikel darüber angesagt, was denn die Wissenschaften, hier die Medizin, in der Zeit vor dem Ansturm der Esoteriker falsch gemacht haben, nicht wahr?“

    ALLES. Wissenschaft ist die Kunst der Korrektur alter Irrtümer. Die wichtigsten medizinischen Errungenschaften sind Früchte des 20. Jahrhunderts (Schutzimpfungen, Anästhesie, Antibiotika etc pp).

    Das macht evidenzbasierte Medizin nicht wertloser, sondern noch wertvoller. Alles Menschenwerk – hart erarbeitet, unter vielen Verlusten. Aber realiter….

    Wundermittelchen sind wesentlich wohlfeiler. Und der schlaue Wundertäter nutzt dieselben Mechanismen wie Täter (Leugnen, Negieren, Relativieren, Herausreden, der Zielperson die SChuld geben – etc).X8A

  14. shitforall
    8. November 2010, 10:19 | #14

    @sumo
    Als ich vor langer langer Zeit in das System einsteigen musste, es herrscht ja Versicherungszwang, war ich GESUND, das bin ich nach sehr langer Zeit noch immer. Vielleicht besagen Studien etwas ähnliches, sonst würden schon alle Kassen sehr sehr krank sein!!!! Die Prävention liegt in Eigenverantwortung!!!!!
    Evidenzbasierte Medizin ist noch immer die, die mit der höchsten Wahrscheinlichkeit helfen kann!
    Medizin ist keine Wissenschaft, es wird wissenschaftlich geforscht!
    Heilen ist noch immer eine Kunst, sonst gäbe es ja keine Kunstfehler!!!!!

  15. sumo
    8. November 2010, 16:11 | #15

    ist ja alles richtig! Allerdings hat man sich über viele Jahre den Begriff „Krankenkasse“ angewöhnt, denn dort versichert man sich, um dann, wenn man KRANK ist, dort Leistungen zu bekommen. Ist vielleicht ein persönlich empfundenes semantisches Wirrspiel……

  16. 8. November 2010, 17:57 | #16

    Ein ähnlich hübsches semantisches Verwirrspiel ist Arbeitgeber – Arbeitnehmer. 🙂

  17. Dr. Dorothea Böhm
    11. November 2010, 13:18 | #17

    Nicht nur Werbestrategen und Esoteriker kennen sich mit Euphemisierung aus, das Bundesfamilienministerium ist darin auch gut: Die sog. „frühkindliche Bildung“ durch Krippen ist entwicklungspsychologisch gesehen Quatsch, klingt aber prima.

    Analoges gilt für das sog. „KiFög“ (Kinderförderungsgesetz), auch hier sind wieder die Krippen gemeint, und dass die aber die Entwicklung von Kindern eher beeinträchtigen als fördern, ist gerade wieder veröffentlicht worden:

    Do Effects of Early Child Care Extend to Age 15 Years?

    Results From the NICHD Study of Early Child Care and Youth Development

    Deborah Lowe Vandell et. al.
    University of California, Irvine

    Abstract:

    Relations between nonrelative child care (birth to 4½ years) and functioning at age 15 were examined (N = 1,364). Both quality and quantity of child care were linked to adolescent functioning. Effects were similar in size as those observed at younger ages. Higher quality care predicted higher cognitive–academic achievement at age 15, with escalating positive effects at higher levels of quality. The association between quality and achievement was mediated, in part, by earlier child-care effects on achievement. High-quality early child care also predicted youth reports of less externalizing behavior. More hours of nonrelative care predicted greater risk taking and impulsivity at age 15, relations that were partially mediated by earlier child-care effects on externalizing behaviors.

  18. 12. November 2010, 01:18 | #18

    Rincewind :

    Ein ähnlich hübsches semantisches Verwirrspiel ist Arbeitgeber – Arbeitnehmer. :)

    Besonders, wenn der AG den AN entlässt, also die Arbeit wieder wegnimmt.

  19. Ponder Stibbons
    12. November 2010, 09:38 | #19

    EsoTypo :

    Rincewind :
    Ein ähnlich hübsches semantisches Verwirrspiel ist Arbeitgeber – Arbeitnehmer.

    Besonders, wenn der AG den AN entlässt, also die Arbeit wieder wegnimmt.

    Zu diesem weiten Feld und ähnlichen Baustellen der Kabarettist Johannes Warth:

    http://www.youtube.com/watch?v=weXL5oWe1tU&feature=related

  20. The_Vanguard
    12. November 2010, 14:33 | #20

    Das mit der Täuschung ist natürlich so eine Sache. Kommunikation ist grundsätzlich manipulativ, weil es ja immer darum geht den Informationsstand des implizierten Rezipienten auf eine Weise zu verändern, die einem grade so in den Kram passt. Auch die emotionale Komponente ist dem unterworfen. Will ich z.B. jemanden warnen, so ist es notwendig, dass ich ihm auch ein Gefühl der Bedrohung vermittele.
    „Schulmedizin“ z.B. ist sicher (u.a.) dazu geeignet unangenehme Erinnerungen an die Schulzeit wachzurufen: An unfaire Auseinandersetzungen mit den Vertretern einer selbsternannten höheren Wissenskaste, die doch von dem Leben an sich wenig Ahnung zu haben scheinen.

    Empfinde ich jetzt so und will ich das auch ausdrücken, so stellt der Gebrauch der Vokabel „Schulmedizin“ für mich einen Akt zutreffender Kommunikation dar.

    Aber halt – was ist jetzt, wenn das den objektiven Fakten nicht gerecht wird? Eben das ist der Punkt, an dem ich persönlich Probleme mit dem Begriff „Wortmagie“ habe. Kommunikation kann nämlich keine Wunder vollbringen. Der „Zauberspruch“ ist kein Parasit, der gegen den Widerstand des Wirts Kontrolle auf ihn ausüben kann. Unterschwellige Werbung funktioniert nicht, Computerspiele erschaffen keine Serienkiller und Basilisks (http://en.wikipedia.org/wiki/David_Langford#Basilisks) sind immer noch Science-Fiction.
    In letzter Instanz obliegt es deshalb immer noch dem Ziel, ob und auf welche Weise die übermittelte Information integriert wird. „Wortmagie“ klingt für mich dabei etwas zu sehr nach dem Versuch, die Verantwortung dafür von sich zu schieben.
    Wir haben ein Recht auf freie Meinungsäußerung, und das ist auch gut so. Der Preis, den wir dafür zahlen, ist die Verpflichtung zur kritischen Auffassung.

  21. Kurfürst
    13. November 2010, 15:50 | #21

    @YeRainbow
    Nein, Rainbow. Wissenschaft als System besteht in der von dir zitierten Vorgangsweise, das ist per se nicht falsch.
    Der Fehler in der Medizin war ein strategischer, man hätte – allen Fortschritten zum Trotz – darstellen müssen, dass der „psychische“ Effekt, also Wahrnehmung, durchaus auch eine Rolle spielt.
    Viele der „Argumente“ der Esoteriker hätten sich so gar nicht entwickeln können.

    Zum Thema: Rangordnungen aufzustellen, in welchen Wissenschaftsbereichen auch immer, haben dort nichts verloren, sie gehören in den Sport (und den Journalisten).

  1. 5. November 2010, 23:54 | #1

Spamschutz: Setzen Sie einen Haken im ersten und zweiten Kästchen

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