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Reden wir mal etwas über Schweinezucht

Maurice O’Brien züchtet Schweine. Zusammen mit seinem Vater hat er eine Farm in County Cork in Irland, auf der 1.000 Schweine mit einem Gewicht von ca. 105 kg pro Woche produziert werden. Eugene Sheehans Farm, im selben County, ist etwas kleiner und produziert nur 155 Schweine pro Woche. Und nein, das wird jetzt keine Schlussrechnung.

Diese beiden Farmen haben nicht nur die geographische Lage gemeinsam, nein, sie impfen ihre Muttertiere 2x jährlich gegen die Grippe. Und der Erfolg gibt ihnen recht. Wie PigProgress berichtet, werden die Muttertiere häufiger trächtig, mehr Ferkel überleben und beide, Muttertiere und Ferkel, sind seltener krank.

Eugene Sheehan erläutert, dass er etwa 20 Tiere mehr pro Woche verkaufen kann als vor 2 Jahren, als er noch nicht geimpft hat. Den O’Briens geht es ähnlich. Ein weiterer Vorteil ist, dass der Antibiotika-Verbrauch gesenkt werden konnte. (Anmerkung: Der Einsatz von Antibiotika als Futterzusatz ist in der EU zwar seit Anfang 2006 verboten, aber wenn ein Tier krank wird, werden dem gesamten Bestand vom Tierarzt Antibiotika verabreicht). Kurz gesagt: Geimpfte sind gesünder!

Es wird heutzutage sorgfältig darauf geachtet, dass die Tiere nicht mit Erregern in Berührung kommen. Dies wird „biosecurity“ genannt. Darunter versteht man eine breite Anzahl von Maßnahmen, die Isolation neuer Tiere, sorgfältige Hygiene, Ventilationssysteme, vorsichtiger Umgang mit Besuchern, die „Abwehr“ von Vögeln und auch die Impfung der Mitarbeiter.

Unter diesen Maßnahmen scheint es am wenigsten offensichtlich, warum man Geflügel/Vögel von Schweinen fernhalten muss. Der Grund ist einfach: Schweine haben Rezeptoren für Influenzaviren von Menschen und Vögeln, was es möglich macht, dass Zoonosen wie z.B. die Vogelgrippe über diesen Umweg auf den Menschen übertragen werden. Das Schwein dient dabei als „Mischgefäß“, bei dem sich verschiedene Arten von Viren neu kombinieren können. So wurde z.B. 2005 A/H5N1 in indonesischen Schweinen nachgewiesen.

Subtypen von A/H1N1 – eines Erregers, der Schweine, Menschen und Vögel infizieren kann – verursachten die Spanische Grippe von 1918 (mit 25-50 Millionen Opfern), die russische Grippe 1977/1978 (1 Million Tote) und die hinlänglich bekannte „Schweinegrippe“-Pandemie von 2009.

  1. Wolfgang
    31. Oktober 2011, 12:10 | #1

    Wie gscheit sein decht die Leit… nachher. Wo stößt man nicht auf die „gscheitn“, die über die Verschwendung von Geldern während der „Schweinegrippe“-Pandemie 2009 schimpfen. An den wenigen Toten hätte sich ja gezeigt, dass die „Schweinegrippe“ nicht gefährlich war. Es wäre schön, wenn sich Menschen ein wenig über Hintergründe informieren würden, bevor sie sich eine Meinung bilden. Es ging hier nämlich nicht um eine _bestehende_ Gefahr, sondern um eine _potentielle_, gegen die man ausschließlich vorsorgen kann. Will heißen: Wenn das Virus mutiert (was hoch wahrscheinlich ist) und die Leute mal sterben, dann ist es zu spät. Also ist es ganz und gar kein Hinweis darauf, dass hier Gelder für Impfungen verschwendet wurden oder eine Verschwörung der WHO vor lag, wenn nur wenige Menschen starben. Und wer unbedingt Tote braucht: Während der spanischen Grippe starben >25 Millionen Menschen. Sie war vom selben Subtyp wie die Schweinegrippe.

  2. Wolfgang
    31. Oktober 2011, 12:12 | #2

    Vielleicht noch ein Hintergrund dazu, warum es eben zu spät ist, wenn die Leute bereits sterben: Influenza hat es leider an sich, dass es schon vor den ersten Symptomen ansteckend ist. Will heißen, dass eine Immunisierung durch eine Impfung die einzige Möglichkeit ist, Ansteckung zu verhindern. Das funktioniert aber eben nur, wenn geimpft wird, bevor sich der Virus unkontrolliert ausbreitet…

  3. Librarian
    31. Oktober 2011, 17:17 | #3

    Obwohl die Schweinegrippe „nicht gefährlich“ war, kann ich aus eigener Erfahrung sagen, dass es sehr unangenehm ist, sie am eigenen Leib zu erleben.
    (Und definitiv keinen Prozess geistiger Reifung oder son Schmarrn bewirkt)

  4. 1. November 2011, 00:27 | #4

    Das ist ja nun bei jeder Grippe so, dass es sehr unangenehm ist, sie am eigenen Leib zu erfahren. Hab einmal Monate gebraucht, um wieder fit zu werden.

  5. 1. November 2011, 01:25 | #5

    Grippe wird ja gerne mit einem „grippalen Infekt“ verwechselt, einem zwar unangenehmen Ereignis, aber nicht weiter schlimm und einigermaßen erträglich. Eine richtige Grippe ist richtig heftig. Wer sie Über-/er-lebt hat, wird gerne zur Impfung gehen …

  6. 20. März 2014, 15:50 | #6

    Daran sieht man mal wie wichtig Impfungen an Mensch und Tier sind. Da gebe ich Wolfgang recht, sobald Menschen an der Grippe sterben ist es schon zu spät für eine Impfung.

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