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Aidsleugnung und wie es heute mit Aids aussieht

Der Scienceblogger Orac hat vor kurzem einen Artikel über den AIDS/HIV-Leugner Henry Bauer gebracht, der nicht müde wird abzustreiten, dass AIDS und HIV etwas miteinander zu tun haben. Er hat sogar ein Buch darüber geschrieben. Das Verblüffendste dabei ist wohl, dass Typen wie Bauer auch heute, mehr als 25 Jahre nach der Entdeckung des HI-Virus, noch immer ihren wirren Thesen anhängen. Orac hat Bauer und seine „Argumente“ in seinem Artikel auch dementsprechend zerlegt.

Aber diese Typen sollen nicht im Zentrum dieses Artikels stehen, eher die Frage, wie sieht es heute eigentlich aus? Wo stehen wir? Als Aids entdeckt wurde, war es eine schreckliche Seuche, ein absolutes Todesurteil. In den letzten 25 Jahren hat sich jedoch einiges getan. Eine Studie von 2008 hat ermittelt, dass die Lebenserwartung in reichen Ländern gewaltig gestiegen ist. Um 37% in den letzten 10 Jahren.

Eine 20-jährige Person, die im Zeitraum von 1996 – 1999 eine Antiretrovirale Therapie bekam, konnte damit rechnen, noch weitere 36 Jahre zu leben. Eine 20-jährige Person, die von 2003 – 2005 ein ARV-Therapie begann, durfte mit geschätzten weiteren 49 Jahren Lebenszeit rechnen. Eine europäische Studie von 2010 findet sogar, dass Männer, die ihre CD4 Zahlen auf über 500 halten, wohl eine ähnliche Lebenserwartung haben wie der Durchschnittsmann. Für Frauen sind die Zahlen leider etwas schlechter. Einen Grund für die Geschlechterdiskrepanz nennt die Studie nicht.

Afrika ist in dieser Hinsicht sicher das Sorgenkind der Welt (mit fast 70% der Infizierten), was natürlich zumindest in Südafrika auch auf die dortige Politik der Aids-Leugnung unter Präsident Mbeki zurückzuführen ist. Von 30 Millionen Infizierten in Afrika leben etwa 6 Millionen in Südafrika. Zwar ist auch in Afrika mittlerweile in vielen Ländern Behandlung verfügbar und die Lebenserwartung steigt, aber eine lebenslange Versorgung mit Medikamenten ist trotzdem oft unbezahlbar. Ist Behandlung verfügbar, wie in den reicheren Ländern, so zeigen die Daten, dass sich die Lebenserwartung dadurch drastisch erhöht hat, wie z.B. in Uganda. Hans Rosling dokumentiert das in einem Video sehr schön:

Positiv ist noch zu vermelden, dass die Fortschritte der Medizin aus einer tödlichen Krankheit fast ein chronisches Leiden gemacht haben. Das soll keine Verharmlosung sein; sein Leben lang Medikamente nehmen zu müssen, gehört sicher nicht zu erstrebenswerten Dingen, aber es hat sich etwas getan. Und wenn man in die nächsten 10 Jahre blickt, gibt es einige vielversprechende Funde in der Wissenschaft, die uns vielleicht in die Lage versetzen werden, dieser Seuche den Garaus machen zu können.

Forscher am Scripps Research Institute haben einen Antikörper gefunden, der gegen 70% der bekannte HIV-Stämme wirkt und arbeiten auf einen Impfstoff hin. Damit sind sie nicht allein. Mehrere Projekte forschen mit verschiedenen Ansätzen an Impfstoffen, eines davon auch schon in Phase I-Trials. Im Tierversuch hat sich ein Stoff namens Auranofin als vielversprechende Behandlungsverbesserung, vielleicht sogar Heilungsmöglichkeit erwiesen. Ein Protein, das HIV zerstört, konnte gefunden werden. Und wir haben auch schon von Foldit berichtet, wo ein Protein, das Aids in Rhesusaffen auslöst, erfolgreich gefaltet werden konnte, was für die Forschung immens wertvoll ist.

All diese Forschungen und Erkenntnisse sind natürlich Zukunftsmusik, aber es tut sich so viel, dass man mit einem lachenden Auge in die Zukunft blicken kann. Ein Impfstoff könnte uns in die Lage versetzen, die Seuche auszurotten; bessere Behandlungen werden wohl irgendwann sogar Heilung bringen. Bis dahin gilt es, das Leben der Infizierten zu verlängern und die existierenden Medikamente zu verbessern.

Und mit einem weinenden Auge zurück auf die über 30 Millionen infizierten Menschen und 1,8 Millionen Menschen, die allein 2009 daran gestorben sind. Dabei besonders nach Südafrika, wo dieser Horror nicht notwendig gewesen wäre.

  1. Toiletman
    18. November 2011, 01:45 | #1

    Wenigstens verlangsamt es die Populationsexplosion. Wir in unseren Zivilisierten Ländern verzichten nun schon freiwillige auf die Fortpflanzung: warum kann man das in anderen Ländern nicht auch machen? Oft wollen es in Afrika sogar die Frauen aber Frauen haben in Afrika ja leider nix zu sagen, ausser in Liberia und auch da nur in der Stadt.

  2. Ly Schwatzmaul
    18. November 2011, 01:54 | #2

    Ähhh….. Sagmal Toilet……
    Ich hab viel Verständnis für extreme Ansichten (bzw. extrem vorgebrachte), da sie ab und an „Schwung“ in eine Diskussion bringen können. Dein Äußerungen hier überschreiten allerdings weit die Grenze meines Verständnisses.
    Soll ich auf Deinen Beitrag mal en Detail antworten, oder ist Dir eh alles „Wurscht“?
    Wäre schade drum, wäre aber nicht zu ändern.
    Gruß
    Ly

  3. Mr. Bojangles
    18. November 2011, 02:40 | #3

    @Toiletman
    Die Logik ist falsch. Empirische Daten zeigen, dass beste(einzige?) Weg das Bevölkerungswachstum einzudämmen die Senkung der Kindersterblichkeit ist. Senkung der Kindersterblichkeit und Bildung der Frauen haben den größten Einfluss auf die Geburtenrate. Andere Maßnahmen haben weniger Wirkung.

    Abgesehen davon. Geht’s noch?

  4. akesuk
    18. November 2011, 10:35 | #4

    Ich glaube der Toiletman ist wahrscheinlich ein verkappter Anthroposoph. Da heisst es doch auch dass der Neger nur rammeln will. Neger haben ein starkes Triebleben.

  5. mossmann
    18. November 2011, 10:41 | #5

    @Toiletman:
    nomen est omen?

    das war ein Griff ins Klo.

  6. observer
    18. November 2011, 12:01 | #6

    AIDS Leugnung gibts ja heute auch noch.

    Die Familie Seebald, die Eltern HIV positiv, AIDS Leugner, Impfgegner und Hamer Anhänger.
    Der Kindsvater heuer gestorben. http://seebald.at/index.php#content
    Die Mutter schwanger keine Therapie, daher hoher Virus load, Kind per Hausgeburt auf die Welt gekommen, voll gestillt, bis es dann mit full blown AIDS letztes Jahr auf der Kinderklinik in Graz aufgenommen werden mußte.

    Schaurig.

    Die Mutter hat sich heuer im Februar auf der AIDS Leugner Liste registrieren lassen

    http://www.virusmyth.org/statement/search/2/Austria

    Da findet man überhaupt viele die hier auch bekannt sind

    zB Dr Juliane Salcher- Frankfurt.

    http://www.virusmyth.org/statement/search/2/Germany

    Angeblich behandelt sie sehr viele HIV positive Menschen.

    Das kann ja nur schief gehen.

  7. 18. November 2011, 14:20 | #7

    Toiletman :
    Wenigstens verlangsamt es die Populationsexplosion.

    Dafür hätte ich gerne Belege. Als ich das erste mal diese Theorie (die ja im HIV etwas gutes sehen will) hörte, gab es noch keine 6Mrd Menschen auf der Erde.

    Wir in unseren Zivilisierten Ländern verzichten nun schon freiwillige auf die Fortpflanzung

    Das mag in Deinem Fall so, und vielleicht eine gute Idee sein.

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