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Österreich: Kirchensteuer für alle!

Ein Landesobmann Hiegelsberger des österreichischen Bauernbundes (eine Organisation, die „Die Zeit“ als den starken Muskel der Volkspartei bezeichnet), hatte dieser Tage eine gute Idee. Eine wirklich gute Idee.

Warum kassieren wir nicht bei den „Kirchensteuer-Flüchtlingen“ ab? Man muss hier als erstes zu der eleganten Wortwahl gratulieren, klarerweise sind alle nur wegen der Kirchensteuer aus der Kirche ausgetreten. Andere Gründe gibt es seiner Meinung nach wohl nicht! (In einem Interview findet der Sprecher der österreichischen Konfessionsfreien Niko Alm klare Worte dazu)

Die Überlegung war, mit den Geldern, die man da einnimmt, das Budget für den Denkmalschutz zu entlasten. Oder wahlweise das der katholischen Kirche. Hiegelsberger meint, dass das Aufkommen zur Erhaltung alter, denkmalgeschützter Gebäude ungerecht verteilt ist. Nur jene, die aufgrund ihres Religionsbekenntnisses einen Beitrag zahlen, bekennen sich dazu.

Ein interessanter Standpunkt, da der Topf, der für den Denkmalschutz zur Verfügung steht, bereits aus Steuergeldern befüllt wird. Wie kommt er darauf, dass Leute, die aus der Kirche austreten, sich hier ihrer Verantwortung entziehen? Diese Leute zahlen noch immer ganz normal Steuern und aus diesen Steuern werden dann Denkmäler erhalten.

Offensichtlich ist die Logik folgende: Da durch Kirchenaustritte weniger Kirchensteuer hereinkommt, gibt wohl die Kirche weniger für Denkmalpflege aus. Der Staat soll da einspringen und das Budget erhöhen. Grundsatzfrage dazu: Warum eigentlich?

Warum soll der Staat da extra zahlen? Es ist natürlich auch im Sinne des Staates, Kulturgüter zu erhalten, aber in erster Linie ist der Erhalt eines Gebäudes das Problem des Besitzers. Zuschüsse und Unterstützungen? Kein Problem. Aber gleiches Recht für alle!

Nach Recherchen von kirchen-privilegien.at werden 52% der Denkmalschutzgelder für sakrale Bauten(also Kirchenbesitz) ausgegeben. Aber nur 8% der unter Denkmalschutz stehenden Bauten sind sakral. 52% der Gelder für 8% der Bauten. Selbst wenn man berücksichtigt, dass sakrale Bauten irgendwie größer, prominenter usw. sind, ist doch die Verteilung bereits jetzt frappant einseitig.

Herr Hiegelsberger meint, dass das Aufkommen zur Erhaltung alter, denkmalgeschützter Gebäude ungerecht verteilt ist. Ja, das sehen wir auch so!

Mehr Informationen zum Thema findet man beim Standard, in einem Interview mit Professor Oberhummer, beim Humanistischen Pressedienst und natürlich auf der Seite zum österreichischen Volksbegehren gegen Kirchenprivilegien. Das man wohl noch immer unterschreiben kann …

  1. 6. Januar 2012, 19:04 | #1

    Sehe das ähnlich, die Forderung von Hiegelsberger ist eine ungeheuerliche Zumutung – andererseits haben die Österreicher schon eine ganze Reiche solcher Zumutungen „geschluckt“. Zum Beispiel dass die katholische Kirche als zweitgrößter Grundbesitzer nach den Bundesforsten keine Grundsteuern bezahlt und dem Staat damit hunderte Millionen Euro entgehen. http://www.hostmaster.org/kirchensteuer_fuer_atheisten

  1. 8. Januar 2012, 19:37 | #1

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