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Eyewire – Die Verdrahtung des Auges

Das Auge, ein Wunderwerk der Evolution, von der Zeit in Ewigkeiten zu einem Instrument von gewaltiger Leistungsfähigkeit geformt, liegt nun selbst im Auge des Betrachters. Sebastian Seung, Professor für Neurowissenschaften am MIT (Massachusetts Institute of Technology) hat sich einiges vorgenommen: Er möchte das Gehirn analysieren und verstehen.

Das Gehirn„, sagt er, „ist ein wilder Dschungel von Neuronen. Wie Bäume, die untereinander verwachsen sind.

Es ist eine gewaltige Aufgabe, das Gehirn zu erkunden – es sind immerhin 100 Millarden Neuronen, die untereinander verschaltet sind. In einer Schätzung schreibt er, dass ein einzelner Mensch 100.000 Jahre brauchen würde, um auch nur 1 Kubikmillimeter Gehirn zu analysieren. Eine gewaltige Aufgabe; daher hat er beschlossen, klein zu beginnen. Die Idee: Verstehen wir erst einmal das Auge.

Und da das immer noch verdammt viel ist, fangen wir mit einem Mäuseauge an. Mit 300x350x80 Mikrometer (10 hoch −6 m) nicht so das Megading, stellt es doch 1 Terabyte Daten dar. Mit einer Diamantklinge wurde ein stecknadelgroßes Areal des Auges in feine Scheiben geschnitten und Bilder gemacht. Diese wurden von einer Software zu einem dreidimensionalen Objekt zusammengesetzt. 1 Terabyte Daten.

Um diese gewaltige Menge an Daten zu analysieren, hat das MIT das Spiel Eyewire gestartet. Dabei geht es im ersten Schritt darum, die neuronalen Verbindungen zu entwirren. Man kann sich das so vorstellen, als sortiere man Zweige in einem Gebüsch oder Wollfäden in einem Wollknäuel. Der Computer versucht hier so gut es geht zu helfen, aber das menschliche Auge, die menschliche Mustererkennung ist in diesem Bereich wesentlich mächtiger als maschinelle Intelligenz. Der Mensch kann das einfach besser als jede Software.

Ziel ist es, die Analyse zu verallgemeinern und automatisch jedes Auge analysieren zu können. Aber dazu benötigt man ein Regelwerk, Grundstrukturen und Verständnis. Das soll dieses Projekt liefern. Die Idee, dass Crowdsourcing Informationen bringen kann, ist nicht abwegig. Spiele wie Foldit haben schon maßgebliche Erfolge erzielt.

Wenn man interessiert ist, das Gehirn oder auch „nur“ das Auge zu erforschen, sollte man sich bei Eyewire registrieren und beginnen.

In einem TED Video spricht Sebastian Seung über das, was er „connectome“ nennt und die Forschung am menschlichen Gehirn:

(Untertitel in 25 Sprachen sind auf der TED Seite verfügbar)

  1. 10. Februar 2012, 11:32 | #1

    > Wenn man interessiert ist, das Gehirn oder auch “nur” das Auge zu erforschen,
    > sollte man sich bei Eyewire registrieren und beginnen.

    oder es einfach lassen und sich mit den Argumenten einer materialistischen Kritik der Hirnforschung auseinandersetzen…

    http://www.fhuisken.de/hirn.htm
    http://www.rote-ruhr-uni.com/cms/Christine-Zunke-Kritik-der.html
    http://www.archive.org/details/gegenstandpunkt_hirnforschung

  2. kopfkratz
    10. Februar 2012, 15:07 | #2

    @Braineater
    Hmm, und was haben diese mühselig zu lesenden Dokumente jetzt mit dem Inhalt des Blogs zu tun?

  3. Wehodor A. Orgono
    16. Februar 2012, 04:10 | #3

    kopfkratz :
    @Braineater
    Hmm, und was haben diese mühselig zu lesenden Dokumente jetzt mit dem Inhalt des Blogs zu tun?

    Oho! Mühselig zu lesen. Das deutet dann wohl auch die „Mühseligkeit des Denkens“ an!?

  4. Mephisto
    16. Februar 2012, 10:02 | #4

    @Braineater :

    oder es einfach lassen und sich mit den Argumenten einer materialistischen Kritik der Hirnforschung auseinandersetzen…

    Und wie sollte man Deiner Meinung nach beurteilen, ob diese Kritik berechtigt ist, wenn man von der Materie keine Ahnung hat? Um Eyewire zu spielen braucht man jedenfalls keine.

    Außerdem forschen Naturwissenschaftler seit Jahrzehnten am Gehirn und verstehen dessen Funktionsweise immerhin zum Teil. Deine Texte kommen von ein paar Geisteswissenschaftlern, die gar nichts davon verstehen, aber behaupten die Naturwissenschaftler würden einen falschen Ansatz verfolgen.

    Ich bin jedenfalls auf die revolutionären philosophische Therapien gegen Alzheimer und Parkinson gespannt.

  5. Groucho
    16. Februar 2012, 12:40 | #5

    Was da geschieht, ist nicht anderes wie Grundlagenforschung. Die Kritik, man befände sich hier auf dem falschen Dampfer greift nicht, man weiß das bei Grundlagenforschung sowieso nie. Interessant ist allerdings, wie sich da so langsam ein Kompetenzgerangel ergibt, wenn die blöde NaWi so langsam in bisher für sicher gehaltene Pfründe gewisser „Geistesanwendungen“ psychotherapeutischer Richtung eindringt.

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