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Harald Walach: Die Speerspitze der Aufklärung

Nicht schon wieder Viadrina, Walach und Co, mag der geneigte Leser denken. Dachten wir eigentlich auch. Doch dann kam dieser schöne Gastbeitrag, um den es einfach zu schade wäre.

Harald Walach, leitender Professor im Institut für Transkulturelle Gesundheitswissenschaften (IntraG) an der Universität Viadrina (Frankfurt/Oder), von der eine Masterarbeit über Hellsehen (Kozyrev-Spiegel) in der Süddeutschen Zeitung mit dem Urteil „Völlige Entgleisung akademischer Qualitätsstandards“ quittiert wurde, bezeichnet sein Institut in einem Interview in der TAZ als „Speerspitze der Aufklärung“. Tatsächlich jedoch gab es einen Sturm der Entrüstung gegen Walach und sein Institut, was sich in den Suchergebnissen zu dem Thema in Medien und Blogosphäre niederschlägt.
Walach spricht in dem Interview über „bestimmte Segmente“ der kritischen Bloggerszene, die „aggressiv gegen uns gehetzt“ haben sowie von „postmoderne Inquisitoren“, die nur „eine … Definition von Wissenschaftlichkeit (mit) bestimmte(n) Inhalte(n) akzeptiert“. So würden „Komplementäre Medizin und Homöopathie, Spiritualität und Achtsamkeit … als nicht wissenschaftlich betrachtet“.

„Achwas!“ würde ein Humorist jetzt sagen. Nachdem man 200 Jahre lang an der Homöopathie herumgeforscht hat und auch nach rd. 150 Studien zu keinem positiven Ergebnis gekommen ist, muss die Unwissenschaftlichkeit der Homöopathie natürlich wieder einmal angezweifelt werden, wenn auch zum millionsten Mal. Leichter und kürzer wäre es ja gewesen, den Kollegen Edzard Ernst zu fragen, der vor einiger Zeit das Institut für Alternativmedizin in Exeter gegen den verdünnten Thronfolger, Alternativfan und „Schlangenölverkäufer“ (O-Ton Edzard Ernst) Charles Mountbatten-Windsor (Prinz Charles) verteidigt hat. Ernst hatte über Homöopathie geforscht und war zu vernichtenden Ergebnissen gekommen.

Zusätzlich spricht Walach davon, dass viele Krankheiten als „Netzwerkstörungen“ zu verstehen sind und wir „den Körper oder den Organismus als ein komplexes Netzwerk begreifen müssen“. Klar doch, wir brauchen eine offene Wissenschaft, die ganzheitlich die zahlreichen „Netzwerkstörungen“ erforscht, und dazu gehört natürlich und sowas von selbstverständlich Homöopathie, Spiritualität, Achtsamkeit, Kaffeesatzlesen, Schamanen, Druiden und das Lesen in Eingeweiden von Tieren, vielleicht auch Fern- und Geistheilen, womit sich der Professor nun ja auch schon beschäftigt hat. Damit lassen sich ganz sicher alle Arten von „Netzwerkstörungen“ heilen, falls mal ein Rad Draht ab ist. Und die in dem Interview erwähnte Erforschung von Kommunikationsstrategien, welche dazu führe,“ … dass man in der medizinischen Ausbildung nicht nur nach Methoden, sondern nach persönlichen Fähigkeiten schauen würde“, klingen doch völlig plausibel! Ein bisschen Schamanengemurmel hier, ein bisschen Räucherstäbchentanz da, und schon gesundet das Netzwerk. Da kann man doch auf das Studium gleich verzichten. Nicht umsonst hat hier der Interviewer angedeutet, dass „das ganzheitliche Zusammenspiel, die ärztliche Zuwendung doch längst gesellschaftlicher Konsens, eine Binsenweisheit (ist)“.

Mit keinem Wort erwähnt wird in dem Interview der Bericht der Hochschulstrukturkommission des Landes Brandenburg, die in ihrem Abschlussbericht nach Meinung der GWUP (Auszüge aus dem Bericht) ein vernichtendes Urteil über INTRAG fällt. Zitat: „Ein wissenschaftlicher Hintergrund vom Range universitärer Medizin lässt sich dabei nicht in ausreichendem Maße feststellen.“
Nicht nur deshalb erhält der Professor, der Psychologie studiert hat, starken Gegenwind. Auch wird er als der gefühlte hundertmillionste Mensch wahrgenommen, der schon wieder nutzlose Quacksalbereien untersuchen möchte. Schlimmer noch, wenn dies dann an einem Institut geschieht, in dem akademische Standards auch mal „entgleisen“ können. Ich jedenfalls werde das Gefühl nicht los, dass Walach sich zu Recht bei Psiram um einen Eintrag verdient gemacht hat, und das ist wahrlich keine Auszeichnung.

Übrigens: die angeblich von „postmodernen Inquisitoren“ angegriffene Arbeit wird schon längst woanders vollzogen – allerdings unter Einhaltung wissenschaftlicher und akademischer Qualitätsstandards. Auch hier spricht Wikipedia und ein Suchmaschinen-Link Bände. Und deshalb ist Walachs Forschungsgebiet für mich keineswegs die „Speerspitze der Aufklärung“, sondern eher die Speerspitze der Volksverdummung.

  1. Antitainment
    17. Juli 2012, 16:25 | #1

    Shitstorm, wem Shitstorm gebührt!
    Mal auf das Bullshitsonar schauen ob das intraG-U-Boot zur aussichtslosen Ehrenrettung auch bald einläuft…

  2. Stöber
    17. Juli 2012, 17:05 | #2

    *ping*

    Gabs nun eigentlich mal nennenswerte Zuckungen der Studierenden(-vertretung) an der Viadrina? Oder stecken die im Klausurenstress?

  3. nihil jie
    17. Juli 2012, 18:09 | #3

    “postmoderne Inquisitoren“… ??? tja… von postindustriellen Barbaren kann man wohl kaum andere Assoziationen erwarten…

  4. excanwahn
    17. Juli 2012, 21:25 | #4

    Ich wusste, dass sein aufgeblasenes Ego „Magic Harry“ erledigen würde.

    Spätestens zu dem Zeitpunkt, als Walachs Claqueur vom Dienst, Claus „der geschmähte Lohnschreiber“ Fritzsche, dieses alberne „Hero of the world“-Video zusammenpusselte, um den „Coup“ der Europa-Universität Viadrina zu feiern, dem Doppeldoktor Walach nebst Sponsorengeldern eine neue Spielwiese zu bieten, und Walach die Sache nicht peinlich genug war, um Fritzsche zurück zu pfeifen, war vorauszusehen, dass seine Eitelkeit und die feste Überzeugung, zu Höherem berufen zu sein, ihn irgendwann jeden Maßstab für wissenschaftliche Redlichkeit und Aufrichtigkeit vergessen lassen würde.

    Aber eigentlich wollte ich mich mit Prof. Dr. Dr. Harald Walach nicht mehr beschäftigen. Zu viel habe ich von ihm gelesen, zu oft mich über das Gelesene und über seine Arroganz den Kritikern seiner Weltsicht gegenüber geärgert.
    Es ist ein sehr grundsätzliches Unbehagen, das sich immer wieder einstellt, wenn mir Vertreter meiner Generation wie „Magic Harry“ begegnen, die ihre Lebenslügen zum Kult erheben und diesen mit dem Deckmäntelchen angeblich wissenschaftlich gewonnener Erkenntnisse rechtfertigen – obwohl sie diesem Erkenntnisprozess ganz grundsätzlich mit größtem Misstrauen gegenüberstehen und ihre persönliche Weltanschauung in keiner Weise von mit wissenschaftlicher Methodik gewonnen Ergebnissen – auch denen ihrer eigenen Forschung – beeinflussen lassen.

    Geradezu klassisch ist dieses Verhalten im Umgang mit Walachs Lieblingsspielzeug
    „Homöopathie“, der urdeutschen Quacksalberei Nr. 1 und Mutter aller obskuren Heilverfahren, die behaupten, durch das Wegverdünnen diversen Gedöns den Weltengeist aus seinem materiellen Gefängnis der Rezeptortheorie befreit zu haben – angerufen und herbeizitiert durch rituelles Schütteln, Pulverisieren oder Quellwasserbäder vor Sonnenaufgang.

    Seine methodisch kaum zu kritisierende „Münchener Kopfschmerzstudie“, mit der die Behauptung einer spezifischen Wirksamkeit von homöopathischen Belladonna-Präparaten ins Reich der Legenden verwiesen wurde, hätte ihn – als Wissenschaftler – dazu veranlassen müssen, nicht nur die fragwürdigen Hypothesen der Homöopathie äußerst kritisch zu hinterfragen, sondern auch die psychische Verfassung der Hahnemannschen Fangemeinde, für die Walachs Erkenntnisse die Bedeutung des berühmten „umgekippten Sack Reis in China“ hatten.

    Wie gesagt, als Wissenschaftler; nur dass Walach eben kein Wissenschaftler ist, denn er verweigert sich den Schlussfolgerungen aus wissenschaftlicher Arbeit, hat nie die notwendigen Konsequenzen aus der großen Zahl von Nullnummern gezogen, die er im Laufe seiner „Karriere“ hingelegt hat, hatte nie die Distanz zu dem, was er erforschte. Walach ist ein Gläubiger, der wissenschaftliches Werkzeug dazu benutzt, sich seinen Glauben zu bestätigen – Cargo Cult as it´s best.

    Aber Walach hat nicht nur keine Distanz zu seinen „Forschungsobjekten“, er hat vor allem keine Distanz zu sich selber. Wer seine vor Larmoyanz, Selbstgerechtigkeit und Paranoia triefenden Mitteilungen an die Welt liest, wird sich des Eindruck nicht erwehren können, dass hier jemand sachliche begründetet Kritik immer als Generalabrechnung mit der Person auffasst.

    Dieses Verhalten erstaunt umso mehr, weil er mit seinem Aufsatz „Narzissmus – Der Schatten der Transpersonalen Psychologie“ sehr wohl gezeigt hat, dass ihm die Problematik eines pathologisch aufgeblähten Egos durchaus bewusst ist.

    Aber möglicherweise muss dieser Aufsatz als Lehr- oder Selbstanalyse im Verständnis der Freudschen Psychologie verstanden werden…

    Nur, und völlig unabhängig davon, wie es um Walachs Psyche bestellt ist, letztlich ist es seit
    geraumer Zeit bekannt, welch Geistes Kind er ist. Und Walach macht nichts anderes, als das, was er schon immer getan hat: Bestätigungsforschung für magisches Denken – mit umfassender Erfolglosigkeit.

    Walach ist in erster Linie ein eloquenter Opportunist, der seine rhetorischen Fähigkeiten denen zur Verfügung stellt, die ihm, weil sie ein „wissenschaftliches“ Feigenblatt für ihren Wahn benötigen, die wirtschaftliche Sicherheit garantieren, seinen Ambitionen als spiritueller Welterneuerer nachzugehen.

    Es ist ein erbärmliches Geschäft auf Gegenseitigkeit, dessen einzige – und in jeder Beziehung fragwürdige – Geschäftsgrundlage darin besteht, dass Walach, von dem anzunehmen ist, dass er in seiner Forscherkarriere sehr schnell begriffen hat, dass die nach wissenschaftlichen Kriterien „saubere“ Untersuchung von Schmonzes, zwangsläufig zu dem Ergebnis führt, dass Schmonzes eben nur Schmonzes ist, nach jeder weiteren Nullnummer, bei der ertappt wird, reflexartig zum Totschlagargument greift, welches besagt, dass auch die Untersuchung von Schmonzes echte Wissenschaft sei, solange wissenschaftliche Methodik angewandt werden würde.

    Das ist allerdings nur die ein Hälfte der Geschäftsgrundlage: Die andere Hälfte besteht darin, durch geschickte Gestaltung des Studiendesings möglichst so indifferente Ergebnisse diverser Exploration zu erzeugen, dass der übliche Schlusssatz, „es wäre weitere Forschung nötig“, a) nicht sofort Hohngelächter erzeugt, und b) die üblichen Spekulationen ermöglicht, ob nicht vielleicht doch etwas wirklich Bedeutsames am jeweiligen Regentanz ist…

    Dass solche unlauteren Geschäfte schon einmal schwer in die Hose gehen können, hat Walach jetzt schmerzhaft erfahren müssen. Seine unbestreitbaren Nähe zu „Global Scaling“- Proponenten lassen sich auch durch seine aktuelle Distanzierung nicht wegleugnen.

    Nun hat mit der Hochschulstrukturkommission Brandenburg 2012 endlich jemand außerhalb der Bloggergemeinde und einigen Gazetten, einen Kommentar zu den Umtrieben abgegeben.
    Endlich. Und so eindeutig, dass selbst wohlwollende Interpretationen zu keinem anderen Schluss kommen können, den Laden dicht zu machen – und sei es nur, um weitere Beschädigungen der Viadrina-Reputation zu verhindern.

    Und spätestens in diesem Zusammenhang – und einer umfänglich drittmittelfinanzierten Cargo Cult Carriere – stellt sich dennoch die Frage, ob Walach nicht möglicherweise nur eine tragische Figur ist, eine auswechselbare Marionette im Kampf um Macht und Einfluss, der von ganz anderen Strippenziehern geführt wird.

    Allerdings: Mitleid für „Magic Harry“ ist wohl nicht angebracht: Walach hat sich für die Rolle des Auftrags-Forschers im Rosa-Einhorn-Business ganz bewusst entschieden. Der Preis dafür ist, dass er allzu oft einem Marathon-Läufer gleicht, der 39 Kilometer durchs Gelände gehastet ist, endlich ins Stadion einläuft und in der letzten Runde von Strecke abbiegt, sich auf den Rasen setzt und fragt: „Was mache ich hier eigentlich? Ich werde doch dafür bezahlt, dass ich nicht ankomme!“

  5. 17. Juli 2012, 22:06 | #5

    @excanwahn
    Sehr schöne Analyse, das ist ja schon ein Blogartikel für sich.

    Ich denke übrigens nicht, dass das Thema Walach und IntraG schon in der Sättigung ist.

    Er macht ja einfach weiter, trickst, täuscht, dementiert, distanziert, löscht peinlich gewordene Dokumente aus dem Netz und hetzt unreflektiert gegen alle Kritiker. Mehr medialer Druck ist da durchaus angebracht, zumal es zu dem Thema noch einige Geschichten zu erzählen gäbe.

  6. wollecarlos
    17. Juli 2012, 22:47 | #6

    Schreibt man „WALACH“ nicht mit Doppel-L ?
    Und ist das nicht ein „heruntergekommener“ Hengst ?

    Das würde doch alles erklären!

  7. 17. Juli 2012, 23:38 | #7

    Weil das psychologisch außerordentlich interessante und in vieler Hinsicht wichtige Thema „Achtsamkeit“ erwähnt wird, kurz folgende Hinweise:
    — Ich weiss bis heute nicht, wie Prof. Walach Achtsamkeit versteht. Auf dem Kongress „Meditation und Wissenschaft“, der 2010 in Berlin stattfand und hier komplett, also einschließlich des freihändigen Vortrags von Herrn Walach dort dokumentiert ist, hat er mir auf meine Frage danach angegeben, an einer Defintion von Achtsamkeit werde an seinem Institut „gearbeitet“.
    — Meine eigenen Kenntnisse vom Gebrauch des Begriffes „Achtsamkeit“, der zunächst ja aus der deutschen Umgangssprache stammt, gehen dahin, dass damit unterschiedliche Aufmerksamkeitseinstellungen oder anders ausgedrückt: verschiedene „Formen“ von Aufmerksamkeit gemeint sein können. In den hier verlinkten Texte habe ich sie zusammen mit relevanter Hintergrundliteratur angegeben und kuzr zu erläutern versucht.

  8. Spiegelneuron
    17. Juli 2012, 23:57 | #8

    Also ich finde den Glauben an diese ganze Scharlatanerie nicht weiter problematisch wenn daraus keine gravierenden Probleme für den einzelnen entstehen. Wenn sich jemand parallel zu seiner klassischen Krebsbehandlung noch mit homöopathischen Mitteln behandeln lässt geht das für ich in Ordnung, denn das mindert ja sicher die Ängste um die eigene Gesundheit.
    Aber die Psiram-Artikeln im Wiki und im Blog haben oft einen Ton der zeigt, dass es den Autoren darum geht zu zeigen wer hier die Autorität hat (z.B. oben „“Achwas!” würde ein Humorist jetzt sagen.“ und „… und war zu vernichtenden Ergebnissen gekommen.“). Das ist ja wohl noch ärmer als das ganze Leben durch die esoterische Brille zu betrachten. Da erscheint mir die Wortwahl in den GWUP-Artikeln viel angemessener.
    Nichtdestotrotz bin ich auch der Meinung, dass diese obsukre Universität sich nicht so nennen dürfen und keine Titel vergeben dürfen sollte.

  9. 18. Juli 2012, 00:19 | #9

    Spiegelneuron :

    Aber die Psiram-Artikeln im Wiki und im Blog haben oft einen Ton der zeigt, dass es den Autoren darum geht zu zeigen wer hier die Autorität hat (z.B. oben ““Achwas!” würde ein Humorist jetzt sagen.” und “… und war zu vernichtenden Ergebnissen gekommen.”). Das ist ja wohl noch ärmer als das ganze Leben durch die esoterische Brille zu betrachten. Da erscheint mir die Wortwahl in den GWUP-Artikeln viel angemessener.

    Aha.
    Bring doch bitte mal ein Beispiel aus dem Wiki!

  10. treberT ottO
    18. Juli 2012, 09:11 | #10

    exanwahn schrieb (17. Juli 2012, 21:25):

    Das ist allerdings nur die ein Hälfte der Geschäftsgrundlage: Die andere Hälfte besteht darin, durch geschickte Gestaltung des Studiendesings möglichst so indifferente Ergebnisse diverser Exploration zu erzeugen, dass der übliche Schlusssatz, „es wäre weitere Forschung nötig“, a) nicht sofort Hohngelächter erzeugt, und b) die üblichen Spekulationen ermöglicht, ob nicht vielleicht doch etwas wirklich Bedeutsames am jeweiligen Regentanz ist…

    Interessanter Gedanke, das mit dem absichtlich auf diffuse Ergebnisse getrimmten Studiendesign. Ansonsten sieht es ja so aus, als ob man die Mühe scheut. Wozu auch eine aufwändige Untersuchung, wenn man mit einem kleinen Artikel mit dem Ergebnis weder-ja-noch-nein auch schon einen „eichen wissenschatlichen“ Artikel vorweisen kann. In „Forschende Komplementärmedizin und Klassische Naturheilkunde“ oder so, mit den üblichen Zusätzen „vorläufiges Ergebnis“, „Pilotsudie“ usw. und nie umgesetzten Absichtserklärungen, das ganze mit mehr Probanden wiederholen zu wollen etc.

    Mir hat übrigens mal ein Peer Reviewer bei einem gedankenlos hingesetzten „weitere Forschung nötig“ lakonisch drangeschrieben: „Avoid send-more-money sentences.“ Fand ich nicht schlecht…

  11. Moin
    18. Juli 2012, 10:39 | #11

    @ Spiegelneuron:

    Spiegelneuron :
    Also ich finde den Glauben an diese ganze Scharlatanerie nicht weiter problematisch wenn daraus keine gravierenden Probleme für den einzelnen entstehen. Wenn sich jemand parallel zu seiner klassischen Krebsbehandlung noch mit homöopathischen Mitteln behandeln lässt geht das für ich in Ordnung, denn das mindert ja sicher die Ängste um die eigene Gesundheit..

    Dem würde ich zustimmen, denn glauben ist Privatsache, und solange dies keinem Schaden zufügt, kann man gerne daran Glauben. Das Problem beginnt jedoch damit, dass dahinter eine Pseudowissenschaftlich Theorie steht, an die geglaubt werden muss, und diese Theorie wird oft so formuliert, dass sie durchaus auch alleine da stehen kann. Um bei dem Bsp mit der Krebtherapie zu bleiben: wenn jemand wirklich an Homöopathie glaubt, dann würde er die ganze Behandlung auf Basis der Homöopathie gestalten, und eine konvetionelle Behandlung ablehnen. Denn die H. ist nicht dazu erfunden worden, als begleitmaßnahme gegen die Angst verabreicht zu werden. Auch wird ein Homöopathie-Gläubiger andere dazu „überreden“ auch an die H. zu glauben (so wie es in fast jeder Religion der fall ist). damit wird aber Menschen geschadet.

  12. inci
    19. Juli 2012, 18:14 | #12

    off topic

    Verwirrung um Forschungspreis: Wie Homöopathie plötzlich Krebskranken hilft

    http://forum.spiegel.de/f22/verwirrung-um-forschungspreis-wie-homoeopathie-ploetzlich-krebskranken-hilft-66240.html

  13. Ponder
    21. Juli 2012, 15:08 | #13

    Könnt ihr die Links ins Wiki noch mal überprüfen?

    Bei mir erscheint die Meldung

    Set $wgShowExceptionDetails = true; at the bottom of LocalSettings.php to show detailed debugging information.

  14. Mediziner
    28. August 2012, 08:02 | #14

    Also für meine Geschmack gibt es zu viele Windbeutel mit akademischen Titeln! Wie kommt das?

  15. Ratiomania
    28. August 2012, 22:44 | #15

    @Mediziner

    „Die Idioten verleihen sich gegenseitig welche“ ist die bekannste Hypothese.

    Außerdem verleiht ein akademischer Titel dem Wind des Windbeutels den Duft von Bildung und Prestige. Darauf baut das Geschäftsmodell der Titelmühlen.

  16. Sarah Z.
    20. Oktober 2012, 13:14 | #16

    Wer Wissenschaft als statisch und unfehlbar ansieht, irrt sich. Sie ist – wie die Geschichte gezeigt hat – oft nur ein Übergangsergebnis.
    Die Homöopathie hat sich mittlerweile seit Jahrhunderten bewährt. Aktuelles Beispiel: Frau Prof. Dr. Ingrid Gerhardt leitete eine Gynäkologische Ambulanz an der Univ. Klinik Heidelberg, die vor allem Hilfe bei „Kinderwunsch“ anbot. Mit so großem Erfolg, dass Frau G. einen europäischen Preis erhielt.
    Prof. Dr. Dr. Heinrich SChipperges, früher Leiter des Insituts für Medizin-Geschichte an der Uni Heidelberg, schrieb seine Habilschrift über Hildegard von Bingen und veröffentlichte eine Reihe von Arbeiten , darunter auch über Paracelsus.

    Die Inquisitoren aus dem Mittelalter sind heute zu Scheuklappenträgern mutiert.

  17. Ponder
    20. Oktober 2012, 13:36 | #17

    @ Sarah Z.:

    Und was sagt uns die Habil eines Medizingeschichtlers über Hildegard v. Bingen über die Wirksamkeit von CAM-Therapien?
    Und wer hat die behauptete Wirksamkeit der Homöopathie wo genau schlüssig nachgewiesen?

  18. mein sehr verehrter
    20. Oktober 2012, 14:24 | #18

    @Sarah Z.

    „Die Inquisitoren aus dem Mittelalter sind heute zu Scheuklappenträgern mutiert.“

    – Sehr schön formuliert.
    Ich würde noch „bescheiden“ hinzufügen: … und spielen sich als Richter und Gutmenschen auf, die über andere bestimmen wollen , ähnlich einem „Blockwart von Steuergeldern“ ( hat ungefähr Bildzeitungsniveau). 🙂

  19. 20. Oktober 2012, 14:46 | #19

    @ Psiram

    setzt doch den Anthroposophen „mein sehr verehrter“ in der Waldorfschule ab, da fällt er nicht auf

  20. Ratiomania
    20. Oktober 2012, 14:47 | #20

    Ponder :
    @ Sarah Z.:
    Und was sagt uns die Habil eines Medizingeschichtlers über Hildegard v. Bingen über die Wirksamkeit von CAM-Therapien?
    Und wer hat die behauptete Wirksamkeit der Homöopathie wo genau schlüssig nachgewiesen?

    Na hier, Sir Ponder:

    Studienliste

    @Sarah Z. & mein sehr verehrter:

    Vollkommen richtige Argumentation.

    Wegen der vielen Auszeichnungen von Rowling kann auch jeder vernünftige Mensch ohne Scheuklappen und ganz ohne Gutmenschentum behaupten, dass „Harry-Potter“ ein Tatsachenbericht darstellt.

    Hach, die Welt is so schön einfach…

  21. Ratiomania
    20. Oktober 2012, 15:07 | #21

    http://www.paramedica.de/glutathion-qualitaet/prof-dr-med-ingrid-gerhard-heidelberg.html

    Sarah Z. :
    […]
    Die Homöopathie hat sich mittlerweile seit Jahrhunderten bewährt. Aktuelles Beispiel: Frau Prof. Dr. Ingrid Gerhardt leitete eine Gynäkologische Ambulanz an der Univ. Klinik Heidelberg, die vor allem Hilfe bei “Kinderwunsch” anbot. Mit so großem Erfolg, dass Frau G. einen europäischen Preis erhielt.[…]

    Echt? Sind meine „Scheuklappen“ schuld, dass ich hier nix finde? Oder ist der „große Erfolg“ an schwanger-werden wollenden Frauen homöopathisch hoch- bzw. höchstpotenziert?

    Natürlich hätten sie jetzt die Chance das Gegenteil zu zeigen. Oder die sehr geehrte Frau I. Gerhard hätte weiter forschen können statt einfach ma weiter fragwürdige Therapien zu verscherbeln.

    Gehe ich richtig in der Annahme, dass dies ein Foto der Arbeit von Frau Gerhard is?

  22. Groucho
    20. Oktober 2012, 15:50 | #22

    :

    @ Psiram

    setzt doch den Anthroposophen “mein sehr verehrter” in der Waldorfschule ab, da fällt er nicht auf

    Solange es nicht grob beleidigend ist und CP Müll auftaucht, darf sich hier jeder der eigenen Lächerlichkeit preisgeben, als Scheuklappenträger und Inquisitoren stellen wir dies den Kommentatoren frei ;D

  23. Groucho
    20. Oktober 2012, 16:51 | #23

    Sarah Z. :

    Wer Wissenschaft als statisch und unfehlbar ansieht, irrt sich.

    Und der Bär scheißt in den Wald und der Papst ist katholisch. Es ist ja genau das Wesen der Wissenschaft als Methode, nicht statisch zu sein, sondern eben Wissen zu erweitern.

    Sie ist – wie die Geschichte gezeigt hat – oft nur ein Übergangsergebnis.
    Die Homöopathie hat sich mittlerweile seit Jahrhunderten bewährt.

    Und – tadaaa – hier ist er schon, der Fehlschluss. Nur weil die Wissenschaft das Wissen erweitert, manchmal auch ändert, heißt das noch lange nicht, dass alles beliebig wäre.
    Eine neues Erklärungsmodell wird erst dann zur anerkannten Theorie, wenn sie die alten, gut belegten ebenso mit abdeckt. Einsteins RT hätte keine Chancen gehabt, hätte sie behauptet, Äpfel fallen nach oben.

    Hahnemanns Idee, Gleiches mit Gleichem heilen zu wollen hat Charme gehabt vor 200 Jahren, heute ist sie maximal medizihistorisch interessant. Der Herr Hahnemann zu seiner Zeit mit dem damaligen Wissenstand mag noch als Unikum durchgehen, wer aber heute, nach 200 Jahren enormen Wissenszugewinn immer noch meint, eine Vergiftung könne man z.B. durch Gabe des Verdünnten Giftes kurieren, aber dann auch nur, wenn man nicht im Liegen liest und auch nicht onaniert, der dürfte ein kleines Realitätsproblem haben.

    Aktuelles Beispiel: Frau Prof. Dr. Ingrid Gerhardt leitete eine Gynäkologische Ambulanz an der Univ. Klinik Heidelberg, die vor allem Hilfe bei “Kinderwunsch” anbot. Mit so großem Erfolg, dass Frau G. einen europäischen Preis erhielt.

    Es ist offensichtlich, dass gerade hier sehr viel psychologische Momente hineinspielen, das geht auch ohne Voodoo-Kügelchen.

    Prof. Dr. Dr. Heinrich SChipperges, früher Leiter des Insituts für Medizin-Geschichte an der Uni Heidelberg, schrieb seine Habilschrift über Hildegard von Bingen und veröffentlichte eine Reihe von Arbeiten , darunter auch über Paracelsus.

    Das ist schön für ihn. Paracelsus wird mit seinem Satz ja auch heute noch geschätzt, weil er stimmt. Nur sollte auch Dir auffallen, dass zwischen „Die Dosis macht das Gift“ und „die geringe Dosis macht die Heilung“ ein doch nicht unerheblicher Unterschied besteht.

    Die Inquisitoren aus dem Mittelalter sind heute zu Scheuklappenträgern mutiert.

    Fehlt noch Skakespeare, damit Du der uralten, bewährten Phrasendreschung gerecht wirst.

  24. mein sehr verehrter
    20. Oktober 2012, 16:51 | #24

    @Groucho

    Der Lächerlichkeit gibt sich ja euer „avantgardistisch- elitäres Grüppchen“ ja schon länger Preis – da hast du vollkommen Recht. 😉
    unter wechselnden Namen 🙂

  25. Groucho
    20. Oktober 2012, 16:55 | #25

    mein sehr verehrter :

    @Groucho

    Der Lächerlichkeit gibt sich ja euer “avantgardistisch- elitäres Grüppchen” ja schon länger Preis – da hast du vollkommen Recht. <

    Also solche Spielchen „Du bist doof – Nein Du!“ kenne ich noch aus dem Kindergarten.
    War das jetzt der Höhepunkt der „Argumentation“?

  26. mein sehr verehrter
    20. Oktober 2012, 17:16 | #26

    @Groucho
    Das du diese Spiele aus deiner Kindergartenzeit, heute immer noch spielst, sollte eigentlich jedem offen sichtlich sein – scheint dein Niveau zu sein

    @Groucho

    Hier ’ne Leseempfehlung:
    http://www.amazon.de/Spiele-Erwachsenen-Psychologie-menschlichen-Beziehungen/dp/3499613506

    Ein Klassiker aus den 60er Jahren.

    Watzlawick ist auch ganz ok:
    http://www.rhetoriksturm.de/kommunikationsmodell2.php

    Auf was sollte ich denn hier argumentieren? Der Inhalt der meisten Beiträge ( Nummer 4 gefällt mir allerdings) ist mindestens so unsichtbar wie eine homöopathische Potenz, typisch Psiramglobuli D1000 oder Lichte/ waldorf D800

    🙂

  27. 28. Mai 2014, 20:53 | #27

    Immer dieses Herumgetrampel auf dem „Lesen aus Eingeweiden von Tieren“! Im Gegensatz zu Kaffeesatzlesen, Homöopathie oder Theologie ist die tierärztliche Autopsie (nichts anderes steckt nämlich hinter dieser fälschlich als „heidnisch“ verteufelten Methode der römischen Auguren) eine vollkommen seriöse wissenschaftliche Technik. Vitruv beswchreibt in seinem bis heute (schlappe 2000 Jahre!) verlegten Standardwerk „De Architecturae“, wie man anhand des „Lesens“ aus den Körpern von Fischen, Rebhühnern oder Hasen bestimmen kann, ob eine bestimmte Gegend sich zum Siedlungsbau eignet – und weist dort u.A. explizit auf krankhafte Veränderungen der Leber, Pilzbefall u.ä. hin, die ganz zu recht auf ungeeignete Umwelteinflüsse schliessen lassen. Bedingt u. a. durch die Fiebersümpfe im damaligen röm. Siedlungsgebiet waren derlei Kenntnisse essentiell für die römische Kultur.
    Also Vorsicht: so lustig ihre Methoden sich teilweise auch anhören mögen, die römischen Auguren waren keineswegs eine solche Bande abergläubischer Schwachköpfe, wie diejenigen christlichen „Historiker“, die sie gerne als solche darstellten.

  1. 17. Juli 2012, 21:38 | #1
  2. 18. Juli 2012, 19:31 | #2
  3. 25. Juli 2012, 23:47 | #3
  4. 19. Oktober 2012, 22:34 | #4
  5. 20. Oktober 2012, 12:06 | #5
  6. 31. Dezember 2012, 23:58 | #6
  7. 19. Mai 2014, 12:45 | #7