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Causa Mollath – die Wiederaufnahme

Gustl Mollath ist in den Stand der Unschuld zurückversetzt, unter anderem ein Triumph der Volksexpertise. Der Beginn des Wiederaufnahme-Prozesses ist für den 7. Juli geplant. Die Sache ist ganz klar so, wie sie der verdienstvolle Kritiker der Macht Wilhelm Schlötterer in seinem Buch „Wahn und Willkür“ antizipiert hat:

Nachdem wir die mehrfachen Sicherheitsschleusen wieder passiert hatten, stand für uns alle fest: Hier wurde ein völlig normaler Mensch durch einen brutalen Willkürakt in der Psychiatrie gefangen gehalten – allein wegen seines gefährlichen Wissens um die Schwarzgeldverschiebungen. Wir waren erschüttert und sahen uns aufgerufen, alles ins Werk zu setzen, um die Freilassung dieses Mannes zu erreichen.


Bei der Überprüfung der Einzelheiten blieb aber die eine oder andere Frage offen, auch wenn der berühmte Anwalt Dr. h. c. Strate „keinerlei Hinweise“ auf eine psychische Erkrankung des Herrn M. finden konnte, aber dafür allerlei Hinweise auf die Selbstbeweihräucherung der Psychiatrie allgemein, die es sogar fertig gebracht habe, Sponsorengelder für die Ausrichtung von Kongressen auszuweisen (wie jede andere medizinische Fachgesellschaft auch), statt in Sack und Asche zu gehen.

Was nun die Schwarzgeldverschiebungen angeht, da stellte der (ungern zitierte) Abschlussbericht des Untersuchungsausschusses im Bayerischen Landtag fest:

Behauptungen werden nicht deswegen stichhaltiger, weil sie fortlaufend in selben und wechselnden Worten wiederholt werden, ohne darüberhinausgehende [sic], neue Angaben zu machen. Letztere hat der Zeuge Mollath – trotz wiederholter Nachfragen – gerade nicht gemacht, obwohl er angibt, „ganz genau unterscheiden [zu können] zwischen Beweisen, zwischen Indizien und Vermutungen“. Auch über die Vielzahl seiner Verteidiger, inklusive seiner aktuellen Verteidiger Rechtsanwälte Dr. Strate und Lorenz-Löblein, wurden trotz einer Fülle von Schriftsätzen weder in den Jahren 2003 bis 2006 noch in der jetzigen Phase des Verfahrens neue Indizien oder Beweise für die Schwarzgeldverschiebungen angeführt. Es hätte dem Zeugen Mollath zu jedem Zeitpunkt freigestanden, inhaltlich Neues vorzutragen. Dies hat er nicht getan.
Weiterführende Erkenntnisse waren und sind deshalb nicht zu erwarten. Darüber hinausgehendes Wissen hatte und hat der Zeuge Mollath offensichtlich nicht, wie auch seine Zeugenvernehmung vor dem Untersuchungsausschuss belegt. Trotz mehrfacher Nachfrage nach der Benennung neuer Fakten oder konkreter Indizien oder Beweise konnte der Zeuge Mollath keine Angaben dazu machen, obwohl er selbst angibt, immer zu versuchen, „Ross und Reiter zu nennen“.

Wenn, wie angekündigt, die Nebenklägerin Frau M. von ihrem Zeugnisverweigerungsrecht Gebrauch machen wird, dann sieht es vermutlich mit den Beweisen für die eigentlich angeklagten Taten (gefährliche Körperverletzung u. a.) schlecht aus. Sollte es zu einem Freispruch mangels Beweisen kommen, wird wohl auch keine erneute psychiatrische Begutachtung im Gerichtssaal erforderlich sein.

Weder wird es möglich sein, die „wahnsinnigste Schwarzgeldverschiebung“ endlich aufzudecken, noch wird es zu neuen Erkenntnissen über die „Rechtsbeugung“ kommen. Allenfalls wird sich das eine oder andere Detail zu früheren Verfahrensfehlern klären lassen (es werden weit weniger sein, als sich nach dem Wiederaufnahmeantrag des Dr. Strate vermuten ließe).

Aber das macht nichts: der Fall ist bereits in die Folklore eingegangen. Die Zeitungskommentare werden anschließend feststellen, dass es wieder einmal nicht gelungen sei, die mafiösen Strukturen in (Zutreffendes je nach persönlicher Vorliebe einsetzen:) Justiz/Bankenwesen/Psychiatrie/Politik zu zerschlagen.

Wetten?

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  1. Bernd Schneider
    1. Juli 2014, 11:04 | #1

    Auf jedenfall spannend zu sehen wie die wilden Verschwörungsthorien eines „knorrigen“ Franken, zum Teil des Volksglaubens werden. Hat denn schon jemand das Mollathbuch von Gerald Mackenthun gelesen? http://www.amazon.de/Mollath-Gerechtigkeit-oder-Gerald-Mackenthun/dp/1499236727/ref=sr_1_2?ie=UTF8&qid=1399353383&sr=8-2&keywords=Mollath+Mackenthun

  2. nejtysk
    1. Juli 2014, 13:43 | #2

    Jenes Buch und der Autor scheint auch nicht gerade sehr wissenschaftlich vorzugehen. Generell scheint es in der Causa Mollath um zwei verschiedene Probleme zu handeln. Einmal die Bankengeschichte und die Frage um seinen Geisteszustand. Es ist aber schon ungewöhnlich einen Psychotiker so lange in der geschlossenen Psychiatrie zu beherbergen ohne Versuche zur Rehabilitierung. Daraus aber eine Riesenverschwörung zu machen ist aber eher unrealistisch.

  3. Jay
    1. Juli 2014, 14:44 | #3

    Das Problem ist doch, dass 99% derjenigen, die sich öffentlich zum Fall Mollath äußern, überhaupt keine Ahnung haben, wovon sie überhaupt reden, da sie mit der Materie (psychische Erkrankungen, Psychosen) überhaupt nicht vertraut sind.
    Einstimmig tönt es vom Stammtisch: „Der Mann ist doch nicht verrückt!“
    Mir stellt sich die Frage, warum Mollath dann in seiner direkten Nachbarschaft massenweise Autoreifen zerstach, da er sich verfolgt fühlte.
    Desweiteren ist es bezeichnend, dass er im Gerichtssaal Geschichtsbücher über die Nürnberger NS-Prozesse ausbreitete und während der Verhandlung mehrfach Sätze aus diesen, laut in den Saal brüllte.
    Alles Lüge? Alles eine Verschwörung? Alles Machenschaften gegen ihn?
    Glaubt Mollath wirklich, dass Richter, Protokollanten, Staatsanwalt usw. ihre Karriere auf’s Spiel setzen, indem sie dies fälschlicherweise aussagen und somit Teil der Verschwörung sind?
    Psychosen treten bekanntermaßen zyklisch und in Schüben auf. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis es bei Mollath wieder soweit ist.

  4. Groucho
    1. Juli 2014, 15:01 | #4

    Das Narrativ einer gemeinsamen Verschwörung aller gern gehassten Institutionen (Politik, Banken, Justiz, Psychiatrie) gegen einen kleinen, für den Weltfrieden kämpfenden Robin Hood ist so verlockend, dass selbst ansonsten kluge Köpfe wie z.B. Schlötterer darauf reinfallen.

  5. Bernd Schneider
    1. Juli 2014, 17:16 | #5

    Habe das Mackenthunbuch jetzt mal überflogen, es vermittelt doch einen in sich stimmigen Eindruck über den Fall Mollath. Es wird zwar gelegentlich auch spekuliert, für Interessierte an der Thematik, für € 7,44 in der Kindleversion aber ein echter Kauftip.

  6. Headnicker
    1. Juli 2014, 20:59 | #6

    Da wurde einem hohen Priester des wahren Glaubens öffentlich widersprochen, und schon hat sich Psiram auf den Kreuzzug begeben. Wo ist denn euer Jerusalem?

  7. Sweeper
    1. Juli 2014, 21:34 | #7

    @Headnicker:
    Was soll diese blumige Redeweise denn im Klartext bedeuten? Ich steh grad auf der Leitung. Ist von RA Strate und seinen Schriftrollen die Rede?

  8. Sweeper
    1. Juli 2014, 21:50 | #8

    @Headnicker:
    Und der Sinn dieser blumigen Rede? – Ich steh auf der Leitung. Ist RA Strate der „Hohepriester“ wegen seiner vielen Schriftstücke, die zahlreich kommentiert und in Anhängerkreisen studiert werden?

  9. bayle
    1. Juli 2014, 21:57 | #9

    Headnicker :Da wurde einem hohen Priester des wahren Glaubens öffentlich widersprochen, und schon hat sich Psiram auf den Kreuzzug begeben. Wo ist denn euer Jerusalem?

    Du bringst da etwas durcheinander. Die hohen Priester des wahren Glaubens haben sich auf einen Feldzug begeben, und Psiram hat widersprochen.

  10. wrobel
    1. Juli 2014, 23:11 | #10

    Der Artikel ist nicht prickelnd, er spielt letztlich den Verschwörungstheoretikern in die Hände. Denn das massive Versagen von Justiz und Psychiatrie zu Mollath ist schlicht nicht weg zu diskutieren. Darüber gibt die Wiederaufnahmeentscheidung des OLG Nürnberg vom 6.8.2013 ebenso Auskunft wie die des Bundesverfassungsgerichts vom 26.8.2013. Sie stehen nur beispielhaft zur Fülle der Inhalte aus den verfügbaren Originaldokumenten, die ein nur schwer verdauliches Bild einer Rechtsstaatlichkeit nach Gutsherrenart bieten: Angefangen bei einem bornierten Amtsrichter über einen durchaus beflissenen wie experimentierfreudigen Anstaltsleiter und geendet bei einer Justizverwaltung mit einer Ministerin an der Spitze, die diese Katastrophe (nicht die einer Bank!) unter der Decke halten wollte.

    Welchen Schaden das angerichtet hat, kann man hier im Kommentar über mir von User Jay nachlesen. Er stellt die Behauptung auf, Mollath habe „in seiner direkten Nachbarschaft massenweise Autoreifen“ zerstochen, „da er sich verfolgt fühlte“, obwohl dieser (angebliche) Tatkomplex erst noch zur erneuten Bewertung ansteht. Und, falls die Tat objektiv nachgewiesen würde, welche subjektiven Elemente, welche Schuld im strafrechtlichen Sinne Mollath treffen und welche Schuldausschließungsgründe für ihn dann sprechen würden. Von Unschuldsvermutung in dem Kommentar also keine Spur, dafür jede Menge Vorverurteilung.

  11. Jonny82
    1. Juli 2014, 23:59 | #11

    Ich weiß nicht, was der Autor mit diesem Artikel sagen will.

    „Denn das massive Versagen von Justiz und Psychiatrie zu Mollath ist schlicht nicht weg zu diskutieren. “ Dem ist ist nichts hinzufügen, aber das wird vom Autor des Artikels gar nicht wahr genommen bzw. grundlegend ignoriert.

    „Das Problem ist doch, dass 99% derjenigen, die sich öffentlich zum Fall Mollath äußern, überhaupt keine Ahnung haben, wovon sie überhaupt reden, da sie mit der Materie (psychische Erkrankungen, Psychosen) überhaupt nicht vertraut sind.“

    Richtig, allen anderen sind ja blöd! Genau so argumentieren doch Verschwörungsheinis
    und Esofutzis, denen man hier auf dieser Seite doch Paroli bieten will!

    Der Artikel wird der Glaubwürdigkeit von Psiram enorm Schaden.

    Glückwunsch an den Autor…

  12. Jay
    2. Juli 2014, 02:28 | #12

    Sorry, aber in unserer Gesellschaft herrscht in der breiten Öffentlichkeit ein mittelalterlicher Kenntnisstand was psychiatrische Erkrankungen angeht.
    Ich habe kaum einen Artikel oder Beitrag wahrgenommen in dem wirklich differenziert mit dem Fall Mollath umgegangen wurde.
    Meistens wird platt und polemisch argumentiert, dass „der Mollath“ doch ein „rechtschaffender, normaler Bürger“ sei, gegen den sich ein ganzes System verschworen hätte.
    Die erwähnten Vorfälle mit den Autoreifen und das Gebrülle im Gerichtssaal wurde dabei völlig außer acht gelassen.
    Gerade bei schizophrenen Psychosen sind derlei Szenarien nicht ungewöhnlich. Der für die Erkrankung typische, paranoide Verfolgungswahn hat sich durch das Zerstechen der Reifen geäußert – also im vermeintlichen Sabotieren der Autos der Verschwörer bzw. Verfolger.
    Selbst wenn ihm dieser Vorfall böswillig unterstellt wurde – das Brüllen von Zitaten aus den Nürnberger Prozessen während der Gerichtsverhandlung, wurde von etlichen Zeugen miterlebt und fand auch seinen Eingang in die Gerichtsakten.
    Es geht nicht darum, Mollath zu bestrafen oder „wegzusperren“, sondern es geht darum, mit jemandem, der deutliche Anzeichen einer psychischen Erkrankung aufweist, fachgerecht umzugehen und ihm entsprechende Hilfe zukommen zu lassen.
    Hinzuzufügen ist noch, dass Psychosen zu den sogenannten „Ich-Störungen“ gehören und die Erkrankten selbst meistens gar nicht bemerken, was mit ihnen los ist und keine Krankheitseinsicht haben.
    Mollaths eigenes Urteil über seinen Zustand ist also unter diesem Hintergrund entsprechend zu hinterfragen.

  13. pelacani
    2. Juli 2014, 07:28 | #13

    @ wrobel , @ Jonny82
    Asche auf mein Haupt. Aber was meint Ihr denn nun: Hat Wilhelm Schlötterer Recht?

  14. Fornix
    2. Juli 2014, 07:47 | #14

    Wie sind denn diese Sätze aus dem Revisionsbericht zu verstehen?

    „Dies birgt die Gefahr, dass er eventuell versucht, sein _Wissen_ zu „verkaufen“. Hinzu kommt, dass Herr Molath möglicherweise noch über vertrauliche Belege/Unterlagen aus dem besitz seiner Frau verfügt.“

    „Es ist nicht auszuschließen, dass Herr Mollath die Vorwürfe bezüglich des Transfers von Geldern von Deutschland in die Schweiz in die Öffentlichkeit bringt.“

    „Die Anschuldigungen des Herrn Mollath klingen in Teilbereichen zwar etwas diffus, _unzweifelhaft_ besitzt er jedoch „Insiderwissen“.

    „Allen Mitarbeitern waren viele und _gravierende_ Verfehlungen bzw. Verstöße gegen interne Richtlinien und externe Vorschriften (u.a. Abgabenordnung, _Geldwäschegesetz_, Wertpapierhandelsgesetz) anzulasten.

    Deutet dies nicht darauf hin, dass Mollath sehr wohl Schwarzgeldgeschäfte (Geldwäschegesetz) aufdecken konnte?

    Deutet dies nicht darauf hin, dass sich der Revisor Sorgen gemacht hat, dass das Insiderwissen zum Schaden der Bank verkauft werden könnte?

    Und das ist vollkommen unabhängig davon, ob Mollath eine psychotische Episode erlebt hat oder nicht.

  15. pelacani
    2. Juli 2014, 08:01 | #15

    Fornix :

    Wie sind denn diese Sätze aus dem Revisionsbericht zu verstehen?

    Das war ein Hauptthema im Untersuchungsausschuss. Die Frage ist eher, ob das der Grund für die Verurteilung war. Nein, war es nicht, da gibt es keinen ernstzunehmenden Hinweis.

    Und das ist vollkommen unabhängig davon, ob Mollath eine psychotische Episode erlebt hat oder nicht.

    Völlig korrekt. Man kann/könnte paranoid sein und Recht haben.

  16. Bernd Schneider
    2. Juli 2014, 08:23 | #16

    Welchen Schaden das angerichtet hat, kann man hier im Kommentar über mir von User Jay nachlesen. Er stellt die Behauptung auf, Mollath habe „in seiner direkten Nachbarschaft massenweise Autoreifen“ zerstochen, „da er sich verfolgt fühlte“, obwohl dieser (angebliche) Tatkomplex erst noch zur erneuten Bewertung ansteht. Und, falls die Tat objektiv nachgewiesen würde, welche subjektiven Elemente, welche Schuld im strafrechtlichen Sinne Mollath treffen und welche Schuldausschließungsgründe für ihn dann sprechen würden. Von Unschuldsvermutung in dem Kommentar also keine Spur, dafür jede Menge Vorverurteilung.

    Aber das ist doch genau das Problem, die Mollathgläubigen gestehen in diesem Fall genau einer Person, Gustl Mollath, diesen Rechts- und Vertrauensschutz zu. Er selber darf ungehemmt und unbewiesen jeden anderen ungeschützten Beteiligten schwerster Straftaten bezichtigen, und seine Unterstützer jedem „Andersgläubigen“, der Unfähigkeit, Korumpierbarkeit und Dummheit unterstellen und mit dem Leben bedrohen. Wenn man die vorliegenden Fakten bewerten darf, dann doch aber bitte auch ohne einseitige „Vorfreisprechung“.

  17. wrobel
    2. Juli 2014, 12:28 | #17

    pelacani :@ wrobel , @ Jonny82 Asche auf mein Haupt. Aber was meint Ihr denn nun: Hat Wilhelm Schlötterer Recht?

    Ihre apodiktische Frage zu einem kurzen Zitat aus einem etwas umfangreicheren Buch will ich ebenso beantworten mit dem gleichen Titel, freilich von Thomas Fischer: http://www.zeit.de/2013/35/mollath-skandal-strafrecht/komplettansicht Das Problem der (strafrechtlichen wie psychischen) Normabweichung fasst Fischer in einem Satz zusammen: „Gegenseitige Abhängigkeit von unsicherem Gericht und unsicherem Sachverständigen ist ein Übel, das unmittelbar und unweigerlich zulasten der Betroffenen geht.“

    Der Skandal in Sachen Mollath ist, dass diese unselige Interdependenz in ihrer belastenden Wirkung nicht nur konkret verdeckt, sondern generell in Abrede gestellt wurde. Dass diese an die Fundamente des Rechtsstaats gehende Praxis angesichts ihrer Ungeheuerlichkeit dazu animiert, ein weiteres verstecktes Motiv (das der Banken, einer Mafia etc.pp.) zu suchen, liegt in der Natur der Sache: Wie schon Thomas Wippermann sagte, Krisenzeiten sind Zeiten der Verschwörungstheorien. Wer den Rechtsstaat derart im Bauchladen vor sich herträgt, wie eine Frau Merk es getan hat, dann aber dessen substantielle Krise zuzudecken versucht, provoziert genau die verschwörerische Reaktion: Eine Unfasslichkeit, die nur von „dunklen Mächten“ (Banken, Mafia etc.pp.) provoziert worden sein könne.

    Wo Schlötterer in seiner Kritik grundsätzlich und damit systemisch wird, hat er unzweifelhaft recht. Das von Ihnen angezogene Zitat ist sein Appell an das Mitleid mit dem tatsächlich geschundenen Mollath. Vor Gericht habe ich derlei exekutierte Präpotenzen von Richtern und Sachverständigen hinreichend oft genug erlebt, um davon abgestoßen zu sein. Schlötterer wie Fischer tragen dazu bei, den Blick vom einzelnen Gerichtssaal heraus auf die systemische Ebene zu öffnen, wie „Normabweichung“ verstanden und wie damit sogar praeter legem umgegangen wird. Mollath personifiziert beide Ebenen mit dem Satz: „Ich trete aus diesem Rechtsstaat aus“, der sich durch alle gegen ihn ergangenen Urteile und Beschlüsse zieht, obwohl er nur einmal gesagt wurde. Ein sehr luzider Satz, wenn Sie mich fragen, und dem Momentum angemessen.

  18. wrobel
    2. Juli 2014, 12:42 | #18

    @Bernd Schneider

    Sie schreiben: „Er selber darf ungehemmt und unbewiesen jeden anderen ungeschützten Beteiligten schwerster Straftaten bezichtigen, und seine Unterstützer jedem “Andersgläubigen”, der Unfähigkeit, Korumpierbarkeit und Dummheit unterstellen und mit dem Leben bedrohen. Wenn man die vorliegenden Fakten bewerten darf, dann doch aber bitte auch ohne einseitige “Vorfreisprechung”.

    Von „Dürfen“ kann keine Rede sein. Die Reaktionen ggü. dem Regensburger Amtsrichter und den Anstaltsleiter sind ihrerseits justiziabel.
    Die Reaktionen von Mollath unterstellen Sie. Derartige Äußerungen von ihm nach seiner Freilassung habe ich bislang nicht gelesen. Vielleicht helfen Sie mir in meiner Ignoranz auf und belegen das? Aber selbst wenn sie gefallen wären, veranlasste mich das zur umgekehrten Frage, ob nach sieben Jahren in der Geschlossenen (und das zu Unrecht, siehe das Urteil des Bundesverfassungsgerichts) nicht etwas anderes bewirkt worden sein könnte als ein „Heileffekt“.

  19. Bernd Schneider
    2. Juli 2014, 13:43 | #19

    wrobel :@Bernd Schneider Sie schreiben: “Er selber darf ungehemmt und unbewiesen jeden anderen ungeschützten Beteiligten schwerster Straftaten bezichtigen, und seine Unterstützer jedem “Andersgläubigen”, der Unfähigkeit, Korumpierbarkeit und Dummheit unterstellen und mit dem Leben bedrohen. Wenn man die vorliegenden Fakten bewerten darf, dann doch aber bitte auch ohne einseitige “Vorfreisprechung”.Von “Dürfen” kann keine Rede sein. Die Reaktionen ggü. dem Regensburger Amtsrichter und den Anstaltsleiter sind ihrerseits justiziabel. Die Reaktionen von Mollath unterstellen Sie. Derartige Äußerungen von ihm nach seiner Freilassung habe ich bislang nicht gelesen. Vielleicht helfen Sie mir in meiner Ignoranz auf und belegen das? Aber selbst wenn sie gefallen wären, veranlasste mich das zur umgekehrten Frage, ob nach sieben Jahren in der Geschlossenen (und das zu Unrecht, siehe das Urteil des Bundesverfassungsgerichts) nicht etwas anderes bewirkt worden sein könnte als ein “Heileffekt”.

    @ wrobel

    @Wrobel… keine Ahnung welche Reaktionen meinerseits Sie meinen. Und auch keine Ahnung warum ich diese diversen Zitate heraussuchen sollte, sie haben Herrn Mollath schon gegen jegliche Kritik immunisiert. Wo sie gelesen haben, dass das BVG entschieden hätte Herr Mollath sei sieben Jahre zu Unrecht in der Psychiatrie gesessen, würde mich allerdings schon interessieren.

  20. pelacani
    2. Juli 2014, 14:10 | #20

    wrobel :

    Ihre apodiktische Frage zu einem kurzen Zitat aus einem etwas umfangreicheren Buch will ich ebenso beantworten mit dem gleichen Titel, freilich von Thomas Fischer: http://www.zeit.de/2013/35/mollath-skandal-strafrecht/komplettansicht Das Problem der (strafrechtlichen wie psychischen) Normabweichung fasst Fischer in einem Satz zusammen: „Gegenseitige Abhängigkeit von unsicherem Gericht und unsicherem Sachverständigen ist ein Übel, das unmittelbar und unweigerlich zulasten der Betroffenen geht.“

    Das Problem ist nur, dass der Fall Mollath solchen Weltschmerz gar nicht her gibt. Es gibt ein paar Kritiken am Verfahren; welche davon gerechtfertigt sind, wird sich erst noch herausstellen. Mit Sicherheit nicht alle, und mit absoluter Sicherheit nicht die anfangs vermuteten. Und welche Abhilfe hat Thomas Fischer? „Dem Übel könnten nur gegenseitige kritische Aufmerksamkeit und Distanz abhelfen.“ Ah ja, gut dass das endlich mal jemand ausgesprochen hat. Kann sich ein jeder sofort vorstellen, was das konkret zu bedeuten haben soll.

    Wer den Rechtsstaat derart im Bauchladen vor sich herträgt, wie eine Frau Merk es getan hat, dann aber dessen substantielle Krise zuzudecken versucht, provoziert genau die verschwörerische Reaktion: Eine Unfasslichkeit, die nur von „dunklen Mächten“ (Banken, Mafia etc.pp.) provoziert worden sein könne.

    Mit dieser zeitlichen Umkehrung wird auch die Kausalität auf den Kopf gestellt. Erst war die Verschwörungstheorie da, und dann hat Merk reagiert (mit einem „Befreiungsschlag“, der im Übrigen politisch erfolgreich war, wie die Wahl bewiesen hat).

    Wo Schlötterer in seiner Kritik grundsätzlich und damit systemisch wird, hat er unzweifelhaft recht.

    Nein. Wo er „grundsätzlich und damit systemisch“ wird, da wird er unwiderlegbar, d.h. unverbindlich, metaphysisch.

    Das von Ihnen angezogene Zitat ist sein Appell an das Mitleid mit dem tatsächlich geschundenen Mollath.

    Der Satz sagt, was er sagt. Wir müssen daraus keine Gedichtinterpretation machen.

    Mollath personifiziert beide Ebenen mit dem Satz: „Ich trete aus diesem Rechtsstaat aus“, der sich durch alle gegen ihn ergangenen Urteile und Beschlüsse zieht, obwohl er nur einmal gesagt wurde. Ein sehr luzider Satz, wenn Sie mich fragen, und dem Momentum angemessen.

    Strate hat in Abrede gestellt, dass er je gesagt worden ist.

  21. wrobel
    2. Juli 2014, 14:36 | #21

    @Bernd Schneider

    Dazu verweise ich auf S. 17 f. (lit. c) und d)) der Entscheidung, die hier http://www.strate.net/de/dokumentation/Mollath-BVerfG-Entscheidung-2013-08-26.pdf abgerufen werden kann: „Das Oberlandesgericht stellt darauf ab, dass sich unter den Anlasstaten auch Körperverletzungen zum Nachteil der früheren Ehefrau des Beschwerdeführers befänden, die mit erheblicher Aggressivität und Brutalität begangen worden seien. Die Gerichte setzen sich aber nicht damit auseinander, dass es sich bei den in Bezug genommenen Taten um Beziehungstaten handelt, die der Beschwerdeführer vor rund zehn Jahren begangen haben soll, als er noch verheiratet war und mit seiner Ehefrau zusammenlebte.“ Und: „Schließlich verhalten sich die angegriffenen Beschlüsse auch nicht zu der Frage, ob im Falle einer Aussetzung des Maßregelvollzugs zur Bewährung den Sicherheitsinteressen der Allgemeinheit durch Maßnahmen der kraft Gesetzes eintretenden Führungsaufsicht und der damit verbindbaren. weiteren Maßnahmen der Aufsicht und Hilfe (§§ 68a, 68b StGB) hinreichend hätte Rechnung getragen werden können.“

    Diese Begründungsmängel ziehen sich durch sämtliche die Unterbringung leitenden gerichtlichen Entscheidungen. Ihre durchgehende Akzeptanz über 7 Jahre, ohne neu hinzutretende Aspekte zu berücksichtigen, ist der Kern des Vorwurfs der Verfassungswidrigkeit im Abwägungsvorgang der Verhältnismäßigkeit. Die vorhergehenden Entscheidungen waren wegen deren Rechtskraft nicht mehr angreifbar und deswegen auch nicht unmittelbarer Verfahrensgegenstand zum hier zitierten Beschluss. Der Durchschlag der angeblichen Anlasstat hat das BVerFG gleichwohl ausdrücklich erwähnt und die (rechtswidrige) Kontinuität dargestellt.

    Btw: „ihrerseits“ habe ich klein geschrieben und ausdrücklich die Personen in Bezug genommen, die Sie als „seine Unterstützer“ beschrieben haben und nicht die Person „Bernd Schneider“. Warum sich also „Bernd Schneider“ angesprochen fühlt, entzieht sich meiner Kenntnis. Dass Sie ansonsten meiner Unkenntnis nicht aufhelfen wollen, ist natürlich bedauerlich.

  22. Diskutant
    2. Juli 2014, 15:01 | #22

    Mir scheint, der anonyme Kommentarschreiber gefällt sich darin, gegen den Mainstream (also gegen die Mollath-Sympatisanten) anzuschreiben. Nun gut, das sei ihm gegönnt. Wenn er allerdings auch noch Fakten bringen würde, dass könnte man sich die geäußerte Gegenstrom-Meinung, so abstrus sie auch ist, sogar durch den Kopf gehen lassen.

    So aber bleibt ein schaler Beigeschmack, wieso sich Psiram für derart billige Polemik hergibt. Ich bin ehrlich enttäuscht. Nonkonformismus in allen Ehren – aber er sollte auch dann und wann von Argumenten unterfüttert sein. Dieser hämische Kommentar jedoch ist Bild-Zeitungs-Niveau.

    Schade.

    PS: Sehr viel von dem, was die Mollath-Kritiker unter diesem Kommentar äußern, ist ähnlich heiß-hämische Luft.
    Reifenstecherei? – Legende, die nie belegt werden konnte.
    Frau geprügelt? – siehe oben (belegt höchstens durch faules Gefälligkeitsgutachten einer Freundin der Gattin)
    Skurriles Verhalten im Gerichtssaal? – Na und? – Ich möchte manchen Kommentator hier sehen, wenn ihm Gleiches wie Mollath widerfahren würde… da würden die allermeisten wohl noch viel seltsamer reagieren, ohne gleich als verrückt gelten zu müssen.

  23. pelacani
    2. Juli 2014, 15:13 | #23

    wrobel :

    @Bernd Schneider

    Die Reaktionen von Mollath unterstellen Sie. Derartige Äußerungen von ihm nach seiner Freilassung habe ich bislang nicht gelesen. Vielleicht helfen Sie mir in meiner Ignoranz auf und belegen das? Aber selbst wenn sie gefallen wären, veranlasste mich das zur umgekehrten Frage, ob nach sieben Jahren in der Geschlossenen (und das zu Unrecht, siehe das Urteil des Bundesverfassungsgerichts) nicht etwas anderes bewirkt worden sein könnte als ein “Heileffekt”.

    Diese Zitate gibt es, aber es lohnt nicht, sie zu suchen – Sie stellen ja ihre Bedeutsamkeit ohnehin infrage. Aber dann sagen Sie doch:

    wrobel :

    Dass Sie ansonsten meiner Unkenntnis nicht aufhelfen wollen, ist natürlich bedauerlich.

    Wenn wir aus experimentellen Gründen mal eine Wahnkrankheit bei Herrn M. unterstellen (wofür es reichlich Indizien gibt), dann gilt schlicht der Satz: Wahninhalte sind nicht ihre Ursachen. Der Inhalt des Wahns hätte sich gewandelt, nicht seine Existenz. Mollath im März 2014:

    Was den 57jährigen besonders bewegt, ist die Situation der forensischen Kliniken und des Maßregelvollzugs in Deutschland allgemein. Die Ärzte in den forensischen Abteilungen hätten „buchstäblich Blut an ihren Händen“.
    http://www.regensburg-digital.de/paragraph-63-ist-ein-nazi-gesetz/25032014/

    Dies ist vorauszusehen gewesen und wurde vorhergesagt. Kröber im Juli 2013:

    Auf der anderen Seite ist es so, dass Mollath jeden, wenn er aus der Klinik entlassen wird, zum Mordopfer deklariert
    http://www.heise.de/tp/artikel/39/39441/3.html

    Verklagen wäre nur dann eine sinnvolle Option, wenn er gesund wäre. Aber wir müssen das jetzt nicht alles wieder durchkauen.

    wrobel :

    @Bernd Schneider

    Dazu verweise ich auf S. 17 f. (lit. c) und d)) der Entscheidung, die hier http://www.strate.net/de/dokumentation/Mollath-BVerfG-Entscheidung-2013-08-26.pdf abgerufen werden kann: „Die Gerichte setzen sich aber nicht damit auseinander, dass es sich bei den in Bezug genommenen Taten um Beziehungstaten handelt, die der Beschwerdeführer vor rund zehn Jahren begangen haben soll, als er noch verheiratet war und mit seiner Ehefrau zusammenlebte.“

    Mit einer solchen Auseinandersetzung ist zu rechnen. Was das Ergebnis sein wird, halte ich noch für ungewiss. Nedopil hat einmal angedeutet, dass ein solcher möglicher Zusammenhang wohl nicht genügend klar berücksichtigt worden ist (wenn ich ihn da richtig verstanden habe).

  24. wrobel
    2. Juli 2014, 15:15 | #24

    @pelacani

    Ich beuge mich der Evidenz, dass die grundsätzlichen Bedenken, die sich zum sog. zweigleisigen Strafrecht in Deutschland in der Causa Mollath kondensiert und zumindest in der einschlägigen Fachliteratur ihren Niederschlag gefunden haben, nicht der hiesige Maßstab sind. Damit wird der wesentliche Teil sachlich möglicher Kritik ausgeblendet, so dass tatsächlich nur die „Verschwörungstheorien“ den Kern der Aufmerksamkeit bilden, den sie Ihrem eigenen Duktus gemäß gar nicht verdienen (und in der Tat vernachlässigenswert sind).

    Ihre Konstruktion von einer „Umkehrung der Kausalität“ ist freilich kühn. Ich schreibe absichtlich Konstruktion, denn Sie fügen hinzu und unterstellen, Merk habe auf „Verschwörungstheorien“ hin gehandelt. Tatsächlich hat sie Ihre Haltung, alles sei nach „Recht und Gesetz“ erfolgt, peu à peu aufgegeben, je mehr Details in der breiten Öffentlichkeit zu ganz konkreten Fehlbeurteilungen in der Causa durch Justiz und Vollzug bekannt und unbestreitbar wurden. Die politische Folklore des Untersuchungsausschusses hat mit der Frage der Rechtsstaatlichkeit ohnehin nichts zu tun: das ist parlamentarische Selbstkontrolle.

    Aber interessant finde ich immerhin, dass Sie systemische Kritik zum Rechtsstaat in das Reich der Metaphysik verbannen und damit diesen selbst zu einer Glaubensfrage machen. Will für Sie hoffen, dass Ihnen das nicht irgendwann mal auf die Füße fällt.

    Ein Letztes: Der Satz, ob gesprochen oder nicht, findet sich in den bisherigen Urteilen wieder. Bis zum Abschluss des Wiederaufnahmeverfahrens nahm er als Sachverhaltsfeststellung an der Rechtskraft teil. Er wird sicher nicht wiederholt werden, und es ist ganz folgerichtig, dass bestritten wird, er sei je gesagt worden. Aber er wird im Gedächtnis bleiben.

    Für den durchaus anregenden Gedankenaustausch danke ich.

  25. pelacani
    2. Juli 2014, 15:22 | #25

    Diskutant :

    Mir scheint, der anonyme Kommentarschreiber gefällt sich darin

    Sagt der anonyme Diskutant. Er scheint auch nicht besonders gut im Stoff zu stehen:

    Frau geprügelt? – siehe oben (belegt höchstens durch faules Gefälligkeitsgutachten einer Freundin der Gattin)

    Völlig unklar, was hier gemeint sein könnte; weder das Krach-Attest noch das Reichel-Attest kommen auch nur entfernt infrage.

  26. wrobel
    2. Juli 2014, 15:47 | #26

    @pelacani

    Ein notwendiger Nachtrag, nachdem Kröber wortreich seine Zunft verteidigen durfte:
    http://www.pknds.de/fileadmin/user_upload/Dokumente/Sonstiges/Berichte/Herr_Prof._Dr._Hinrich_Rueping_2.pdf, dort insb. S. 7 f.: „Es bedarf daher zwangsläufig des Zusammenwirkens beider, nicht der Pflege isolierter Reservate der Fachdisziplinen (Schreiber/Rosenau in Venzlaff/Foerster, Kap. 7, S. 99).
    Gerade in diesem Bereich ist anerkannt, dass sich die Rolle des Sachverständigen keineswegs auf eine dem Gehilfen eigentümliche Zuliefertätigkeit für den Richter beschränkt, sondern in der Praxis weitgehend die gerichtliche Entscheidung determiniert und den Richter auf eine Plausibilitätskontrolle verweist (Schöch in LK-StGB, § 20 Rz. 218, Schreiber, FS f. Wassermann, S. 1015). Dies kommt als Echo aus der Praxis auch in Entscheidungen des BGH zum Ausdruck. Der Grundsatz, der Richter habe auch über schwierige Fachfragen der Psychiatrie selbst zu entscheiden (BGHSt 7, 238 – Anlage -, BGHSt 8, 113, 118 – Anlage -), gerät auf diese Weise zur Ausnahme. Dabei kann im Einzelfall bereits die Auswahl eines bestimmten Gutachters über den schließlichen Ausgang des Verfahrens entscheiden.“

    Kollege Stadler hat das hier anschaulich gemacht: http://www.internet-law.de/2013/10/staatsanwaltschaft-muenchen-i-leider-nicht-die-objektivste-behoerde-der-welt.html, thematisiert auch in http://www.sueddeutsche.de/muenchen/gerichtsgutachterin-in-bayern-nach-kritik-kaltgestellt-1.1762996 und in … schau an … https://forum.psiram.com/index.php?topic=11591.595;wap2

  27. Pi
    2. Juli 2014, 15:54 | #27

    Frau geprügelt? – siehe oben (belegt höchstens durch faules Gefälligkeitsgutachten einer Freundin der Gattin)

    Klassiker. Bringt die essentielle Kritik am Mythos Mollath bestens auf den Punkt.
    Fehlende Fakten werden phantasiereich so ausgeschmückt, dass es zur Geschichte passt. Genau deshalb ist das Thema so interessant für Psiram.

  28. Sweeper
    2. Juli 2014, 15:56 | #28

    Das Schöne ist doch, dass wir ganz in Ruhe auf die WA warten können! Da werden sich doch auch die früheren Gutachter und zahlreichen Anwälte des Herrn M. äußern – hoffentlich. Was ist eigentlich aus Frau Lorenz-Löblein geworden? Wird sie sich auch, wie jetzt Herr Riebe, vor Gericht verantworten müssen, weil Dr.Leipziger sich in seinen Persönlichkeitsrechten verletzt sieht?

  29. Bernd Schneider
    2. Juli 2014, 16:09 | #29

    Anwälte? RA Dolmany, RA Krupke, RA Gebessler, RA Nachtweih, RA Schmid, RA Edel, RA Kleine Cossack, RA Feldmeier, RA Ziegler…… ?

  30. Sweeper
    2. Juli 2014, 16:16 | #30

    @Bernd Schneider:
    Einer ist doch kürzlich leider verstorben – Name fällt mir grad nicht ein… irgendwas mit O.
    Das war der, von dem Herr Mollath erzählt, dass er „erbleichte“ und sagte „Seien Sie froh, dass Sie nicht gleich blöd gespritzt wurden!“

    Dessen Zeugenaussage hätte ich wirklich gern gehört!

  31. Sweeper
    2. Juli 2014, 16:29 | #31
  32. Bernd Schneider
    2. Juli 2014, 16:30 | #32

    Dann gabs ja noch den Brief von Bossi, Frau Lorenz-Löblein und Herrn Strate, ob da jetzt schon alle Scheidungsanwält dabei sind und Der Lackierereiprozess aufgenommen, weiss ich nicht.

  33. pelacani
    2. Juli 2014, 16:49 | #33

    wrobel :

    @pelacani

    Ein notwendiger Nachtrag, nachdem Kröber wortreich seine Zunft verteidigen durfte:

    Wenn er kurz gewesen wäre, hätten Sie gesagt „schmallippig“.

    Wo genau sehen Sie den Bezug Ihres Zitats zu unserem Thema? Welche Schlussfolgerungen ziehen Sie? Zu Herrn Stadler bleibt zu fragen, aus welchen Umständen Sie seine Kompetenz in psychiatrischen Fragen ableiten; aus seinen Texten jedenfalls lassen sie sich nicht rekonstruieren.

  34. pelacani
    2. Juli 2014, 16:57 | #34

    @ wrobel
    PS: Und die Eigentümlichkeiten der Frau Ziegert werfen ein bezeichnendes Licht auf die Kompetenz des Herrn Stadler. Solche Gewährsleute möchte ich nicht geschenkt haben.
    http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-8842996.html

  35. Sweeper
    2. Juli 2014, 16:59 | #35

    @wrobel:

    Gerade in diesem Bereich ist anerkannt, dass sich die Rolle des Sachverständigen keineswegs auf eine dem Gehilfen eigentümliche Zuliefertätigkeit für den Richter beschränkt

    Das sehen forensische Gutachter aber völlig anders, wie Dr. Hesse (Forensik Moringen) in einer Podiumsdiskussion mit Prof.H.E.Müller zum Fall Mollath erklärte! – Juristen scheinen sich gern auf diese Position zurückzuziehen.

  36. wrobel
    2. Juli 2014, 17:01 | #36

    @pelacani

    Sorry, die Subsumtionsarbeit nehme ich Ihnen nicht ab, die Leistung können Sie und die Leserschaft selbst erbringen. Stichwort: § 63 StGB in Theorie und Praxis. Und dass vielleicht auch Rechtsanwälte nun ein Problembewusstsein entwickeln, ob nicht ggfs. der eine oder andere Sachverständige abzulehnen sein könnte, weil er ein ziemlich seltsames Menschenbild pflegt.

    Bis zum nächsten nicht so ganz prickelnden Artikel.

  37. Sweeper
    2. Juli 2014, 17:09 | #37

    @wrobel:
    Das Konkretwerden liegt Ihnen nicht so, wie es scheint…
    Jurist eben 😉

  38. pelacani
    2. Juli 2014, 17:35 | #38

    wrobel :

    @pelacani

    Ich beuge mich der Evidenz, dass die grundsätzlichen Bedenken, die sich zum sog. zweigleisigen Strafrecht in Deutschland in der Causa Mollath kondensiert und zumindest in der einschlägigen Fachliteratur ihren Niederschlag gefunden haben, nicht der hiesige Maßstab sind. Damit wird der wesentliche Teil sachlich möglicher Kritik ausgeblendet, so dass tatsächlich nur die “Verschwörungstheorien” den Kern der Aufmerksamkeit bilden, den sie Ihrem eigenen Duktus gemäß gar nicht verdienen (und in der Tat vernachlässigenswert sind).

    Ich gebe gern zu, dass sich meine juristische Beschlagenheit in sehr engen Grenzen hält. Leider haben Sie bisher eine gewisse Wahllosigkeit und eine erhebliche, in meinen Augen nicht gerechtfertigte, Generalisierungstendenz in Ihren Kommentaren und Quellen (Stadler/Ziegert, also ich bitt‘ Sie) erkennen lassen.

    Ihre Konstruktion von einer „Umkehrung der Kausalität“ ist freilich kühn. Ich schreibe absichtlich Konstruktion, denn Sie fügen hinzu und unterstellen, Merk habe auf „Verschwörungstheorien“ hin gehandelt. Tatsächlich hat sie Ihre Haltung, alles sei nach „Recht und Gesetz“ erfolgt, peu à peu aufgegeben, je mehr Details in der breiten Öffentlichkeit zu ganz konkreten Fehlbeurteilungen in der Causa durch Justiz und Vollzug bekannt und unbestreitbar wurden. Die politische Folklore des Untersuchungsausschusses hat mit der Frage der Rechtsstaatlichkeit ohnehin nichts zu tun: das ist parlamentarische Selbstkontrolle.

    In Blog-Kommentaren ist natürlich eine etwas holzschnittartige Zuspitzung unvermeidlich. Aber es ist doch wohl nicht im Ernst bestreitbar, dass der geradezu sinnlich fühlbare, selbstevidente Topos „Aufrechter Friedenskämpfer und Schwarzgeldjäger in die Psychiatrie verräumt“ die wesentliche Triebkraft des Geschehens war. Je mehr diese Legende durch wirkliche oder scheinbare Versäumnisse/Fehler unterfüttert wurde, um so dringender wurde die Angelegenheit. Die Wiederaufnahme (und damit die Möglichkeit, diese Fehler zu beleuchten) hätte es ohne diese Legende nicht gegeben, stimmt. Nur, dass sie inzwischen nicht mehr ernsthaft verteidigt werden kann (und, bei Lichte besehen, nie verteidigt werden konnte, sofern man nur gewillt war, noch andere Quellen als das Evangelium nach Strate zurate zu ziehen).

    Aber interessant finde ich immerhin, dass Sie systemische Kritik zum Rechtsstaat in das Reich der Metaphysik verbannen und damit diesen selbst zu einer Glaubensfrage machen.

    Ich bin da nicht wirklich sattelfest. Aber „systemische Kritik“ sollte sich an wirklichen Missständen entzünden, und sie sollte auch Fernwirkungen im Rechtsgefüge beachten. Welche Vorschläge von Herrn Schlötterer in dieser Sache halten Sie für brauchbar oder für realistisch?

    Will für Sie hoffen, dass Ihnen das nicht irgendwann mal auf die Füße fällt.

    Na selbstverständlich werde ich, wenn ich der Steuerhinterziehung angeklagt werde, nach einer Verkürzung der Verjährungsfristen und einer Heraufsetzung der Freigrenzen rufen; das sollte doch menschlich verständlich sein.

    wrobel :

    @pelacani

    Sorry, die Subsumtionsarbeit nehme ich Ihnen nicht ab, die Leistung können Sie und die Leserschaft selbst erbringen. Stichwort: § 63 StGB in Theorie und Praxis. Und dass vielleicht auch Rechtsanwälte nun ein Problembewusstsein entwickeln, ob nicht ggfs. der eine oder andere Sachverständige abzulehnen sein könnte, weil er ein ziemlich seltsames Menschenbild pflegt.

    Was die von Ihnen bemühte Sachverständige angeht, stimme ich Ihnen völlig zu. Da ist mehr Problembewusstsein, vor allen bei den Kommentatoren, die sie für unterdrückt und verfolgt erklären wollen, vonnöten.

  39. Hans Wurst
    2. Juli 2014, 18:03 | #39

    Die Position von Psiram in der Sache Mollath ist mir nicht klar. Daß die deutsche forensische Psychiatrie erhebliche Probleme hat, kann man nicht mehr abstreiten. Daß in Bayern vieles nach dem Motto läuft „Die Landesregierung hat Recht“, dazu gibt es eine Vielzahl von Beispielen.

    Wie würde wohl ein Abschlußbericht zur HGAA aussehen?

  40. Flux W. Wild
    2. Juli 2014, 20:24 | #40

    Jay :DGlaubt Mollath wirklich, dass Richter, Protokollanten, Staatsanwalt usw. ihre Karriere auf’s Spiel setzen, indem sie dies fälschlicherweise aussagen und somit Teil der Verschwörung sind? Psychosen treten bekanntermaßen zyklisch und in Schüben auf. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis es bei Mollath wieder soweit ist.

    Deine Grundannahmen sind schon falsch. Der Fall Molath ist ja nicht der einzige, bei dem dem die Justiz durch krasse Fehlurteile aufgefallen ist. Nur mal ein paar Beispiele aus der aller jüngsten Vergangenheit:
    Die Staatsanwaltschaft München weigert sich gegen einen betrügerischen Laborarzt zu ermitteln obwohl es ein Urteil des BGHs gibt, dass die Machenschaften dieses Arztes als kriminell brandmarkt. Ermittelt wurde allerdings gegen zwei Polizeibeamte, die es gewagt haben gegen den Arzt zu ermitteln. Diese Ermittlungen waren nachweislich kriminell. Vielleicht sollte man erwähnen dass der Laborarzt fleißiger CSU Spender ist.
    In der selben psychiatrischen Klinik wie Mollath wurde auch Ulvi K. eingesperrt, der wegen einer durch die Staatsanwaltschaft gekauften Zeugenaussage und eines offensichtlich durch die Polizei abgefassten Geständnisses ohne einen einzigen Sachbeweis verurteilt wurde. Auch dieser Fall zeigt die Qualität der psychiatrischen Gutachter, das Geständnis wurde nämlich von einem solchen als zweifelsfrei echt eingestuft.
    Im Mordfall Rudolf Rupp wurde eine ganze Familie aufgrund erpresster Geständnisse verurteilt. Die Staatsanwaltschaft bleibt bis heute bei ihrer abstrusen und offensichtlich völlig falschen Sicht der Dinge, dass Rupp von seiner Familie ermordet wurde.
    Der heutige Hessische Ministerpräsident Buffier hat als Finanzminister 4 Rechnungsprüfer durch eine kriminellen Gutachter dienstunfähig schreiben lassen, da sie es gewagt hatten, bei vermögenden Steuerbetrügern kontrollieren wollten.
    Wie man sieht haben hier nur 6 Leute ihre Karriere zerstört, die Steuerfahnder, die wirklich prüfen wollten und die Polizeibeamten die wirklich ermitteln wollten. Man sieht noch etwas anderes, nämlich dass psychiatrische Gutachten nicht das Papier Wert sind, auf dem sie gedruckt sind. Das ist auch wenig verwunderlich, denn es ist sogar wissenschaftlich nachgewiesen, dass in diesem Bereich das Motto gilt „Wer die Musik bezahlt, bestimmt was gespielt wird“

  41. pelacani
    2. Juli 2014, 21:58 | #41

    Hans Wurst :

    Daß die deutsche forensische Psychiatrie erhebliche Probleme hat, kann man nicht mehr abstreiten.

    Auch hier ist meine Sachkenntnis für fundierte Bemerkungen nicht ausreichend, aber den Eindruck, dass die Probleme der forensischen Psychiatrie in der Fachliteratur bisher vertuscht wurden, hatte ich nicht. Ich maße mir nicht an, hier genauer zu werden, als Du es bist.

    Die Position von Psiram in der Sache Mollath ist mir nicht klar. … Daß in Bayern vieles nach dem Motto läuft “Die Landesregierung hat Recht”, dazu gibt es eine Vielzahl von Beispielen.
    Wie würde wohl ein Abschlußbericht zur HGAA aussehen?

    Hier wenigstens kann ich behilflich sein: Weder ist Psiram die Pressestelle der Bayerischen Landesregierung, noch sind wir für die Untersuchung der HGAA verantwortlich.

    Flux W. Wild :

    krasse Fehlurteile … weigert sich gegen einen betrügerischen Laborarzt zu ermitteln … durch die Staatsanwaltschaft gekauften Zeugenaussage … eine ganze Familie aufgrund erpresster Geständnisse verurteilt … [usw.]

    Klar, dass da was faul ist im Staate Dänemark. Aber es ist noch viel schlimmer: alle 7 Sekunden verhungert in Afrika ein Kind.

    Wie man sieht haben hier nur 6 Leute ihre Karriere zerstört, die Steuerfahnder, die wirklich prüfen wollten und die Polizeibeamten die wirklich ermitteln wollten. Man sieht noch etwas anderes, nämlich dass psychiatrische Gutachten nicht das Papier Wert sind, auf dem sie gedruckt sind.

    Das verstehe ich aber nicht: war es nicht ein forensisch-psychiatrisches Gutachten, das die Steuerfahnder rausgehauen hat?

    dass in diesem Bereich das Motto gilt “Wer die Musik bezahlt, bestimmt was gespielt wird”

    Auch das ist ja nun inzwischen „wissenschaftlich bewiesen“, vgl.
    https://blog.psiram.com/2014/02/wissenschaft-oft-wird-das-ergebnis-vorgegeben/

  42. blubberdiblubb
    2. Juli 2014, 22:04 | #42

    @Hans Wurst:
    Psiram befasst sich u.a. mit irrationalen Glaubenssystemen. Und damit ist das sehr komplexe Thema Mollath hier gut aufgehoben. Niemand bestreitet, dass es in Bayern Vetternwirtschaft gibt, dass es in Bayern selbstherrliche Law-and-Order-Richter gibt, dass auf lokaler Ebene geküngelt wird oder dass psychiatrische Begutachtungen bzgl. des Maßregelvollzugs grundsätzlich problematisch sind (allein schon weil auch ein noch so hervorragender Psychiater nicht in die Zukunft sehen kann). Auch dass im Fall Mollath Fehler gemacht worden sein könnten (auch gravierende), bestreitet eigentlich keiner ernsthaft. Aber dass eine groß angelegte Verschwörung aus Justiz, lokalen Geschäftsleuten, der Exfrau, einflussreichen Politikern, Bankern und Psychiatern bestünde, mit dem Ziel einen „Mittwisser“ mundtot zu machen, ist halt schon eher unwahrscheinlich.
    Am Beispiel Mollath kann man auch sehr schön sehen, wie Immunisierungsstrategien funktionieren. Denn dass Mollath ungefährlich sei und ein Opfer der Justiz/Banken/Psychiatrie, steht ja schon fest. Egal, wie das Wiederaufnahmeverfahren ablaufen wird, kommt es zum Ergebnis, dass alles im Großen und Ganzen korrekt gelaufen ist, ist das nur ein weiterer Beweis für die korrupte Justiz. Selbst falls Mollath in Zukunft gewalttätig werden sollte, wäre das dann keine Bestätigung seiner Gefährlichkeit sondern eine Folge der unmenschlichen Behandlung des Justiz-/Banken-/Psychiatrie-Opfers Mollath.

  43. Flux W. Wild
    2. Juli 2014, 23:06 | #43

    pelacani Klar, dass da was faul ist im Staate Dänemark. Aber es ist noch viel schlimmer: alle 7 Sekunden verhungert in Afrika ein Kind.

    Da es hier abe rnicht um die Ernährungsprobleme Afrikas geht, sondern um bayrische Justiz, ist deine Einwand schlicht unsinnig. Er zeigt aber, dass du nicht viele Argumente hast. Die These von Jay war, dass keiner Richter Staatsanwalt usw. wegen eine Fehlurteils im Sinne der Staatsregierung seine Karriere auf Spiel gesetzt hätte. Ich habe nachgewiesen, dass a) selbst krasseste Fehlurteile nicht der Karriere schaden, und b) Ermittlungen gegen die Vereinsbank sehr wohl der Karriere hätten schaden können. Ich habe auch nachgewiesen, dass es sehr wohl Verschwörungen innerhalb der Bayrischen Justiz gibt, oder wie erklärst du sonst, dass gegen den Laborarztes trotz eines Schadens von mehreren hundert Millionen Euro nicht ermittelt wurde, sehr wohl aber gegen die Ermittler. Zu den Steuerermittlern, die sind immer noch nicht auf ihren alten Posten, der Gutachter wurde allerdings inzwischen zu einer Geldstrafe verurteilt.
    So und jetzt kannst du dich wieder um die Kinder in Afrika kümmern, vielleicht hast du davon mehr Ahnung.

  44. Jay
    3. Juli 2014, 00:03 | #44

    Ich glaube, die Empörung der Mollath-Gläubigen, rührt in erster Linie daher, dass sie an diesem Fall spüren, dass zwischen einer „normalen“ bürgerlichen Existenz und dem Psychiatrieaufenthalt, weitaus weniger liegt, als sie vorher zu glauben wagten.
    Sie wollen nicht wahrhaben, wie schnell das eigene Leben eine Wendung in diese Richtung nehmen könnte. Deshalb MUSS der Mollath einfach unschuldig und gesund sein. Alles andere wäre nicht zu ertragen.

  45. Flux W. Wild
    3. Juli 2014, 06:23 | #45

    @Jay Vielleicht solltest du zuerst mal die Realität zur Kenntnis nehmen. Deine Grundannahmen sind schon nachweislich falsch.

  46. Bernd Schneider
    3. Juli 2014, 07:49 | #46

    @Flux….was sie da glauben nachgewiesen zu haben, sagt nur rein gar nichts über die Wahnwelten von Herrn Mollath aus. Sie wissen schon, die Sache mit den Pudeln und den schwarzen Hunden. Zum Unterschied zwischen Verschwörungsglauben und Verschwörungstheorie ganz erhellend. http://www.antifaschismus2.de/verschwoerungstheorien/ueber-verschwoerungsideologien/245-was-ist-eine-verschwoerungstheorie-und-was-nicht

  47. pelacani
    3. Juli 2014, 08:53 | #47

    Flux W. Wild :

    pelacani Klar, dass da was faul ist im Staate Dänemark. Aber es ist noch viel schlimmer: alle 7 Sekunden verhungert in Afrika ein Kind.

    Da es hier abe rnicht um die Ernährungsprobleme Afrikas geht, sondern um bayrische Justiz, ist deine Einwand schlicht unsinnig.

    Wieso soll es hier nur um die bayerische Justiz gehen? Alles hängt mit allem zusammen. Deine Grenze ist doch rein willkürlich.

    Ich habe nachgewiesen

    Nun bleib mal auf dem Teppich. Du hast „nachgewiesen“, so wie Herr M. die Diehl-Verwicklung nachgewiesen hat: Du hast einen Zeitungsartikel gelesen.

  48. Besterix
    3. Juli 2014, 08:58 | #48

    Man sollte Belbo vielleicht echt mal verbieten, hier noch Artikel zu veröffentlichen.
    Sein neurotisches Fernduell mit Mollath ist ja inzwischen auch schon aus 1000m als deutliches Symptom einer schweren Persönlichkeitsstörung zu identifizieren. Dafür braucht es dann auch nicht mal mehr ein Gutachten…
    Dass man jetzt nicht mal mehr Psiram aufrufen kann, ohne sich in akuten Fremdschamaufwallungen wiederzufinden ist so gesehen eine schöne „Einzelleistung“.

  49. pelacani
    3. Juli 2014, 09:01 | #49

    Gerade wollte ich noch schreiben, dass mir die inzwischen vergleichsweise sachliche Atmosphäre der Diskussion, der Verzicht auf persönliche Diffamierungen auffällt, aber nun ist die Welt ja wieder in Ordnung. Danke, Besterix.

  50. Hans Wurst
    3. Juli 2014, 11:55 | #50

    Ich meine, daß diese gesamte Diskussion hier ziemlich verzichtbar ist. Es gäbe Wichtigeres. Wer unternimmt endlich etwas Konkretes gegen die sich ausbreitende Pseudowissenschaft (Homöop., Genderismus, Postmoderne) an unseren Hochschulen?

  51. Lambrusco
    3. Juli 2014, 12:12 | #51

    Das Interesse an der Entstehung von Verschwörungslegenden, schliesst ja den Kampf gegen Quacksalberei und Scharlatanerie nicht aus. Die meisten fahren da ja durchaus mehrgleisig.

  52. Jay
    3. Juli 2014, 14:28 | #52

    Um die Realität mal „zur Kenntnis“ zu nehmen:
    Ein Blick in die Kommentarspalten in den sozialen Netzwerken, Youtube oder unter Artikeln der großen Medienportale zum Thema „Mollath“…

    Was einem da entgegenschlägt an Militanz, neoliberalistischen Gedankenguts und spießbürgerlicher Kampfbereitschaft, erinnert stark an die amerikanische Tea-Party-Bewegung und hat mit der tatsächlichen Situation nicht viel zu tun. Hier wird stellvertretend am Fall Mollath ein ganz anderer Kampf ausgetragen:
    Der Klassenkampf der Narren.

  53. Bernd Schneider
    3. Juli 2014, 14:57 | #53

    Herr Mackenthun beschreibt das ja sehr schön in seinem Mollathbuch Im Kapitel „Die Diskussion um Mollath aus psychologischer Sicht“ 3.) Sozialpsychologisch handelt es sich beim Meinungskampf um Mollath um eine Massenhysterie, die asoziale Normen entwickelt, deren Sog sich einige nicht entziehen können. Die Aufgeregten heizen sich mit ihren Unterstellungen und Angriffen gegenseitig auf. […] 4.) Gruppennormen werden von zwei psychischen Wünschen aufrecht gehalten: Es ist elementar wichtig dazuzugehören, und es besteht zugleich das Bestreben, die Welt so realistisch wie möglich zu erfassen. das Bedürfnis geliebt zu werden ist sozialpsychologisch gesehen das dominantere. Dann beginnt die Verzerrung der Welt mit der bereitschaft, den Gegner auszugrenzen zu, zu schädigen oder zu vernichten. Abweichler werden unter Druck gesetzt, die Gruppennorm zu erfüllen. Ihnen droht der Ausschluss.

  54. Groucho
    3. Juli 2014, 15:25 | #54

    Jay :

    Was einem da entgegenschlägt an Militanz, neoliberalistischen Gedankenguts […]

    Was ist denn neoliberalistisches Gedankengut in Bezug auf Mollath?

  55. pelacani
    3. Juli 2014, 19:48 | #55

    Fornix :

    Deutet dies nicht darauf hin, dass sich der Revisor Sorgen gemacht hat, dass das Insiderwissen zum Schaden der Bank verkauft werden könnte?
    Deutet dies nicht darauf hin, dass Mollath sehr wohl Schwarzgeldgeschäfte (Geldwäschegesetz) aufdecken konnte?

    Beate Lakotta berichtet über die Befragung des Revisors im Untersuchungsausschuss:

    http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/zapp/lakotta103.html

    Der Revisor der HVB ist über den HVB-Bericht befragt worden. Es waren keine Verschiebungen nicht versteuerter Gelder nachweisbar, nur nicht versteuerte Kapitalerträge in sehr niedriger Höhe, die eher zu einer Rückerstattung geführt hätten. Der berühmte Satz „alle nachprüfbaren Behauptungen haben sich als zutreffend herausgestellt“ ist eigentlich falsch; es gab auch Behauptungen, die falsch waren.
    In der Presseberichterstattung wurden ausschließlich die polemischen Fragen / Äußerungen der Opposition wiedergegeben. Es wurde nicht berichtet, was die Zeugen eigentlich für Antworten gegeben haben, es war völlig egal, was die gesagt haben. [„völlig egal“ ihre Worte, der Rest meine Zusammenfassung]

  56. ErpelderNacht
    3. Juli 2014, 20:09 | #56

    Kein guter Blogpost, Wörter wie „Triumph der Volksexpertise“ zeigen die Voreingenommenheit des Autoren.

    Mit dem zu erwartendem Urteil hat er allerdings recht: Die Ex wird die Aussage verweigern, die Vorwürfe wie z.B. die Reifenstechereien und so die Gemeingefährlichkeit nicht belegt werden können, somit fallen die Anlaßtaten für die Erstellung eines neuen Gutachtens weg und wir werden nie erfahren, was Nedopils ungeschriebenes Gutächten ergeben würde.

  57. pelacani
    3. Juli 2014, 20:20 | #57

    ErpelderNacht :

    Kein guter Blogpost, Wörter wie “Triumph der Volksexpertise” zeigen die Voreingenommenheit des Autoren.

    Nein, die Sachkenntnis 😉

    Nedopils ungeschriebenes Gutachten

    Geschrieben ist es wahrscheinlich schon. Vielleicht werden wir nie erfahren, was drin steht.

  58. Fornix
    4. Juli 2014, 08:38 | #58

    @ pelacani

    Der Revisionsbericht ist eine interne Untersuchung, die nur vertraulich für Entscheider innerhalb der Hypovereinsbank gedacht war. Es ist anzunehmen, dass hier der Sachverhalt korrekt dargestellt wird.

    Es ist hingegen nicht anzunehmen, dass der Revisor vor einem öffentlichen UA Aussagen tätigen wird, die der Bank zum Nachteil gereichen. Es ist zumindest in die Überlegungen mit einzubeziehen, dass es sich hierbei um Schutzbehauptungen gehandelt hat.

    Ich habe mit Absicht nicht auf den unsäglichen Abschnitt „alle nachprüfbaren…“ abgezielt, sondern auf die anderen wesentlich aussagekräftigeren Stellen.

    Und die vorhergehende Aussage, dass man paranoid sein kann und Recht haben kann ist genauso richtig, wie man in illegale Bankgeschäfte involviert sein kann und deshalb ein Belastungsmotiv hat.

    Noch kurz zur Superverschwörung: Wer behauptet die denn? Mollath, klar. Der war ja auch betroffen. Aber wer noch? Ist eine Intrige eine Superverschwörung? Ich hatte es bisher eigentlich so gelesen, dass seriöse Positionen von individuellen Fehlern, systemischen Fehlern und unglücklichen Kombinationen von Situationen ausgehen, die im Ergebnis aber ein Fehlurteil bedingen, welches ja auch bestätigt wurde. (Unabhängig von Mollaths Persönlichkeit)

    Und wie immer gibt es vereinzelt individuelle Interpretationen, die weniger seriös sind. Nur ist es vollkommen unredlich, wie es hier leider geschieht, von Mindermeinungen auf „Mollathisten“ zu schließen oder sogar von einer Mehrheitsmeinung zu fabulieren.

    Die offizielle Geschichte ist keineswegs die einer Superverschwörung. Die wird nur unter Fundamentalisten heraufbeschworen. Entweder auf Seiten der Antipsychiatrie oder aber leider auf Seiten von Psiram.

    So wie ich das sehe, haben sich hier einige Leute mächtig verrannt und führen einen privaten Kreuzzug. So wie Mollath gegen die Folter- und Vernichtungspsychiatrie einen Kreuzzug führt, wird hier ein kreuzzug gegen angebliche Mollath-Fans und Mollath selbst geführt. Bei Mollath ist mir die Motivation aber wenigstens klar.

  59. Bernd Schneider
    4. Juli 2014, 09:19 | #59

    @fornix:

    Sie müssen da in einem anderen Internet unterwegs sein als ich. Um die „Mollathisten“ zu zählen, die sich unter Einbeziehung aller Fakten, ihr Bild gemacht haben reichen Die Finger einer Hand.

    Derweil manifestiert sich das Bild der grossen Verschwörung von Politik, Justiz und Psychiatrie in der Bevölkerung und Herr Mollath strickt weiter an seiner Opfer- und Vorkämpferrolle. Eben „DER MANN DER ZU VIEL WUSSTE“?

    Die ganzen Richter, Journalisten, Ärzte, Beamten und Frau M.. die dadurch weiter beschuldigt, verunglimpft und denunziert werden gehen seinen Jüngern dabei ziemlich am Allerwertesten vorbei.

    Wenn sich da nur „einige Leute mächtig verrannt hätten“, wäre Gustl Mollath tatsächlich kein Thema für Psiram, ansonsten ging psiram immer davon aus dass es in dem Fall um „individuelle Fehlern, systemische Fehlern und unglückliche Kombinationen von Situationen ging“.

    Und eben darum inwieweit die Diskrepanz zwischen dieser Einschätzung und, wie sie ja selber schreiben, Herrn Mollaths Glaube an die Superverschwörung, auf dauer gut für die geistige Gesundheit von Herrn Mollath ist die ist allerdings tatsächlich eng verknüpft mit seiner Persönlichkeit.

    Ansonsten würde es mich sehr freuen wenn sie ihre Version der Ereignisse, vielleicht im etwas ruhigeren Umfeld des Forums, darlegen würden, es wäre doch sehr erfrischend dort mal mit einem „Mollathisten“ zu sprechen, der sich nicht „total verrannt“ hat.

  60. Bernd Schneider
    4. Juli 2014, 09:24 | #60

    @fornix:

    Würden sie sich trauen Herrn Mollath davon zu überzeugen dass es sich in seinem Fall nur um ein paar “individuelle Fehler, systemische Fehlern und unglückliche Kombinationen von Situationen ging”?

  61. Fornix
    4. Juli 2014, 11:29 | #61

    Wenn mich nicht alles täuscht, behauptet Mollath doch gar nicht mehr Opfer einer groß angelegten Verschwörung gewesen zu sein.

    Die Intrige einer Ehefrau mit ihrem neuen Liebhaber, der zufällig Direktor der HypoRealEstate ist, dürfte da vollkommen ausreichen. Dass Mollath zu der fraglichen Zeit in einer Ausnahmesituation war, wurde nie bezweifelt. Diese Kombination zusammen mit Vorurteilen von Staatsanwäten, Richtern, Polizeibeamten gegenüber „Friedensbewegten“, „Irren“ und Störern wäre durchaus in der Lage, dass bekannte Ergebnis herbeizuführen.

    Und darüber hinaus, wüßte ich nicht, warum man sich dazu etwas trauen müsste. Hat nicht gerade erst das Bundesverfassungsgericht festgestellt, dass eine Gefährlichkeit Mollaths nie wirklich nachgewiesen wurde?

    Was mich wirklich bedrückt, ist, dass ausgewiesene Skeptiker und kritische Geister selber absurden Theorien anhängen nur um ihr einmal festgelegtes Bild aufrecht zu erhalten. Es ist die gleiche Immunisierungsstrategie, die den Mollathisten vorgworfen wird.

    Der Kern der gesamten Psiram-Argumentation ist: Mollath war und ist verrückt und deswegen kann es keinen Justiz- und Psychiatrieskandal gegeben haben.

    Der Beweis, dass Mollath verrückt ist/war steht allerdings aus.
    Unzählge Belege, die dafür angeführt werden, werden genauso manipulativ verwendet, wie Mollath einzelne Aspekte aus seinem persönlichen Erleben zu einer Fundamentalkritik an der Folterpsychiatrie verwendet.

    Und dass es sich nicht um einen Justizskandal handelt, ist schon eine sonderliche Meinung. Wenn jemand mindestens zwei Jahre (evtl. die gesamte Zeit aufgrund mangelnder Würdigung der Gefährlichkeit) rechtswidrig eingesperrt wird, kann man schon von einem Skandal sprechen.

    Dass das Gutachten von Pfäfflin überhaupt keine Gefährlichkeit attestiert und in den standardisierten Persönlichkeitstests keine Auffälligkeiten festgestellt werden konnten, wird hier ja auch ganz gern übergangen.

    So sucht sich jeder, je nach seinem Interesse (und hier haben wir die zahlreichen Bias), heraus was er will.

    Da unterscheidet sich Psiram nicht im Geringsten von den Mollathisten.

    Ganz abgesehen von dem polemisch-zynischen Ton, der hier angeschlagen wird. Broder und Pirinçci hätten ihre große Freude am Mollath-Thema bei Psiram.

    Schade.

  62. Bernd Schneider
    4. Juli 2014, 12:10 | #62

    Schade …echt?

    Ich wüsste nicht dass Herr Mollath sich von seinem Verschwörungswahn distanziert hätte, noch von einer Entschuldigung bei den ja dann falsch Verdächtigten, oder einem Aufruf an seine Unterstützer die entsprechenden Diffamierungskampanien einzustellen.

    Es sind immer viele Szenareien vorstellbar, die Frage bleibt welches denn wahrscheinlich ist.

    Wo hätte denn das Bundesverfassungsgericht so etwas festgestellt, haben sie da eine Quelle?

    Welchen absurden Ideen, würden denn die Skeptiker anhängen, das ist doch eine reine Schutzbehauptung um sie mit dem“Mollathisten“ in einen Sack stecken zu können. Auch hier wären Belege ganz schön.

    Ich finde es wirklich schade und echt? bedrückend, dass sie den Kern der „Psiram- Argumentation“ so vollkommen falsch erkennen.., es ist so wie sie das darstellen, dass was man allgemein als Strohmann bezeichnet.

    Sie können keinen Beweis für eine psychische Erkrankung erbringen, und niemand der gesundes Geistes ist würde behaupten er könne das, was sie können ist eine hinreichende Wahrscheinlichkeit für so eine Erkrankung feststellen. Und die Belege dafür werden nicht manipulativ (warum auch) sondern als Indizien verwendet, sie haben also mit dem Absolutheitsanspruch der mollathschen Folterphantasien rein gar nichts zu tun.

    Justizskandal? Weiter oben waren es noch: “individuelle Fehler, systemische Fehler und unglückliche Kombinationen von Situationen”

    „Gutachter Pfäfflin wird gehört; er verteidigt sein Gutachten vom 12.2.2011, wonach er den Verbleib von Gustl Mollath in der Psychiatrie weiterhin für gerechtfertigt hält.“
    …aus gutl-glossar.de

    Eigentlich suche ich mir eben gerade nichts heraus, ich habe auch gar kein festes Bild davon was wirklich passiert ist, das einzige was ich mache ist die Argumentation von Menschen zu hinterfragen, die Herrn Mollath blindlings seine Version der Ereignisse glauben, und damit alle anderen Beteiligten zu Verschwörern, Idioten oder Lakaien des Systems abstempeln.

    Was Broder und Pirinçci in dem Zusammenhang sollen (…eine Spitze auf Frau Wolff?) erschliesst sich mir nicht, und nein die differenzierte betrachtungsweise von Psiram hat rein gar nichts mit den Verschwörungslegenden der Mollathisten zu tun.

  63. Abe
    4. Juli 2014, 12:12 | #63

    Bernd Schneider , worauf soll diese Frage hinauslaufen? Dass es objektiv unmöglich sei, die Person davon zu überzeugen, weil aufgrund der Ich-Syntonität der Krankheit dies nicht gehe?
    Es ist ja nicht mal möglich, in einer sachlichen Diskussion seinen Gegenüber zu überzeugen, „der zwanglose Zwang des besseren Arguments“ ist eine Illusion, die immer darin endet, dem Gegenüber natürlich Faktenresistenz etc. zu attestieren.

    Jay ist hier nur Recht zu geben, dass sich hinter vermeintlichen Suche nach den Fakten in dieser Sache ein Klassenkapf der Narren versteckt.

  64. Bernd Schneider
    4. Juli 2014, 12:14 | #64

    @ abe
    Welche Frage bitte?

  65. Bernd Schneider
    4. Juli 2014, 12:21 | #65

    Entschuldigung, sie meinten wohl die Nachfrage bei Herrn Mollath? Es ging mir eher darum wie Herr Mollath auf Kritik an seiner bzw. auf Nachfragen zu Version reagiert. Hier ein schönes Beispiel. http://www.muenchen.tv/mediathek/video/gustl-mollath-man-wird-in-die-hoelle-geschickt/#.U7Z_mLH058E

  66. Abe
    4. Juli 2014, 12:21 | #66

    Ich habe doch zum Kommentar, in der die Frage steht, doch bereits verlinkt. Der Link führt genau zu diesem Kommentar:

    Bernd Schneider :Würden sie sich trauen Herrn Mollath davon zu überzeugen dass es sich in seinem Fall nur um ein paar “individuelle Fehler, systemische Fehlern und unglückliche Kombinationen von Situationen ging”?

  67. Bernd Schneider
    4. Juli 2014, 12:27 | #67

    …Entschuldigung mir war das Blau meines Namens entgangen.

  68. Abe
    4. Juli 2014, 12:27 | #68

    Danke für den Link, ich werde mir das später mal ansehen. Aber inwiefern ändert es etwas an der von mir behaupteten prinzipiellen Unüberzeugbarkeit. Es ist doch klar, dass Mollath das sagt, was er meiner Vermutung nach im Interview sagen wird. Ihre Nachfrage suggeriert aber, dass er ja so reagiere, weil er Gaga sei. Ich wollte lediglich darauf hinweisen, dass die Reaktion mir nur unter der Prämisse, dass die Person Gaga ist, auch so erscheint. Tatsächlich findet sowas tagtäglich eine Myriade Mal im nicht-pathologischen Bereich statt, nicht zuletzt hier auf Psiram. Worauf zielt also Ihre Nachfrage?

  69. Bernd Schneider
    4. Juli 2014, 12:33 | #69

    @abe…
    Es ging mir um die Differenz zwischen der Behauptung von „fornix“ dass, bis auf ein paar „Spinner“, alle Mollathisten der Meinung wären bei dem Fall handle es sich nur um “individuelle Fehler, systemische Fehler und unglückliche Kombinationen von Situationen”, und den Behauptungen von Herrn Mollath, das „trauen“ bezog sich auf die etwas „unwirsche“ Art von Herrn Mollath mit Kritik umzugehen oder auf inhaltliche Nachfragen zu reagieren.

  70. Bernd Schneider
    4. Juli 2014, 12:40 | #70

    P.S
    …… mit gaga, hat das, erstmal, gar nichts zu tun, sondern damit, dass Menschen aus dem Unterstützerumfeld Herrn Mollaths scheinbar eine andere Einschätzung des Falles haben, als Herr Mollath selber.

    Das erschwert natürlich die Diskussion etwas, da man nie weiss welchen Grad der Verschwörung gerade von der anderen seite vertreten wird.

    Das ist ähnlich wie z.B. auch in Diskussionen mit Truthern über die Ereignisse des 11. Septembers, da müssen sie auch immer zuerst klären ob das Gegenüber Anhänger der noplanes- mininuke- Godzilla- oder Thermitversion ist.

  71. Abe
    4. Juli 2014, 12:42 | #71

    Diese Nachfrage unterstellt aber ja bereits, es bestünde eine Identität in den Ansichten von Mollath und seinen Verteidigern. Ich würde sagen, dass es den Verteidigern Mollaths als letztes um die Person selbst geht, sondern sie sehen darin nur ihr diffuses Weltbild tendenziell bestätigt – und in Folge gibt es auch eine breite Varianz, vom unrettbaren Spinner bis zum vernünftigem, aber fehlgeleiteten Kritiker „des Systems“.

    Hätte man hier über die gesellschaftliche Tendenz zur irrationalen Zustimmung mit Mollath berichtet und dies mit den „Fakten“ kontrastiert, ich hätte nie einen Kommentar verfasst.

    Diese irrationale Tendenz hätte man dechiffrieren können, man hätte herausareiten können, welche Bedürfnisse/Wünsche/Bilder hinter solchen Verschwörungstheorien stecken, die gesamtgesellschaftliche Anerkennung finden (in verschiedenen Abstufungen innerhalb der o.g. Varianz) und gerade nicht, im Vergleich zu anderen Verschwörungstheorien, von der Mehrheit als Spinnerei von Wenigen abgetan wird.

    Dann hätte man sich aber auch mit der Verfassung dieser Gesellschaft auseinandersetzen müssen, und das scheut psiram ja wie der Teufel das Weihwasser, das gilt hier schon als „metaphysisch“ (pelacani ), weil es jenseits des Erkenntnisrasters von Falsifizierung und Doppelblindheit ist.

    Und deswegen halte ich diesen Streit auch für eine reine Spiegelfechterei, oder eben einen „Klassenkampf der Narren“.

  72. Bernd Schneider
    4. Juli 2014, 13:10 | #72

    Es wäre natürlich auch eine Möglichkeit gewesen, den Fall Mollath als Aufhänger dafür zu nehmen um eine theoretische Abhandlung über Verschwörungsideologien daraus abzuleiten.

    Zum einen bin ich der Meinung, dass dafür sowohl das Forum als auch der Blog von Psiram, allein schon rein technisch nicht der richtige Ort ist.

    Zum anderen, sind ja auch die Fragen zum Umgang mit den Verfahrensbeteiligten innerhalb eines medialen shitstorms interessant, zumal eines shitstorms der ja im Ergebnis wohl dazu führen wird dass sehr viel weniger Menschen in der forensischen Psychiatrie sehr viel kürzer behandelt werden.
    Ich glaube es war Herr Professor Nedopil der in einem Interview sinngemäss gesagt hat, die Forderung der Lockerungen in der forensischen Psychiatrie wie sie von der Öffentlichkeit gestellt werden könne genausoschnell wieder zu Verschärfungen umschlagen sollte ein frühzeitig entlassenenr ein Kind missbrauchen. Da gebe ich ihm Recht.

    Auch die Vermutung Nedopils, Herr Mollath wäre von der Väter- bzw. der Antipsychiatriebewegung instrumentalisiert worden ist ja nicht so ganz von der Hand zu weisen.

    Drittens ist ja das PSIRAM- Wiki im Bereich der Verschwörungstheorien ganz gut aufgestellt.
    https://www.psiram.com/de/index.php/Verschw%C3%B6rungstheorie
    Besonders die dort velinkte Serie aus Zellelsraum sowie die anderen linktips sind empfehlenswert.

  73. pelacani
    4. Juli 2014, 13:20 | #73

    Fornix :

    @ pelacani

    Es ist hingegen nicht anzunehmen, dass der Revisor vor einem öffentlichen UA Aussagen tätigen wird, die der Bank zum Nachteil gereichen. Es ist zumindest in die Überlegungen mit einzubeziehen, dass es sich hierbei um Schutzbehauptungen gehandelt hat.

    Der Revisor wird möglicherweise in seinen Antworten gewichtet oder akzentuiert haben, aber ich halte es für eher unwahrscheinlich, dass er vor dem Ausschuss direkt gelogen hat. Da wäre das Risiko für die Bank wohl ein wenig zu hoch. „Schutzbehauptung“ – das wäre zunächst zu belegen; bis zu diesem Beleg bleibt es nur eine Verdächtigung.

    Noch kurz zur Superverschwörung: Wer behauptet die denn? Mollath, klar. Der war ja auch betroffen. Aber wer noch?

    Wir können hier nur so gelassen diskutieren, weil sich der Pulverdampf aus der Jahresmitte 2013 ein wenig verzogen hat. Bitte vergleichen Sie den jetzigen Umgangston und die Inhalte mal mit denen in der Kommentarspalte zu unseren ersten Blog-Artikeln
    https://blog.psiram.com/2013/07/causa-mollath-verschworung-oder-wahn/
    https://blog.psiram.com/2013/07/causa-mollath-ein-zwischenstand/
    u. v. a. m.
    Außerdem verweise ich auf #38, Mitte. Was haben wir nicht alles von „Rechtsbeugung“ gehört, und von der Urfassung des WA-Antrags der Staatsanwaltschaft.

    Inzwischen scheint es zumindest keinen Konsens mehr zu geben, worin genau nun der „eigentliche Skandal“ an der Causa Mollath besteht. Wenn z. B. wrobel das Problem in der fehlenden Distanz zwischen Gericht und Gutachter sieht, dann ist das so ziemlich das genaue Gegenteil der seinerzeitigen Forderung des Prof. Müller, der Gutachter solle die Anlasstaten überprüfen.

    Ist eine Intrige eine Superverschwörung?

    Die Annahme einer „Intrige“ erfordert derart viele Zusatzannahmen, dass sie schlicht unwahrscheinlich ist. Der von der Braunschen Eidesstattlichen Erklärung suggerierte Ablauf kann nicht funktionieren, wenn Herr M. nicht wahnkrank ist. Die weiteren Schlussfolgerungen aus Ihrem Post #58 tragen also nicht.

    Fornix :

    Und darüber hinaus, wüßte ich nicht, warum man sich dazu etwas trauen müsste. Hat nicht gerade erst das Bundesverfassungsgericht festgestellt, dass eine Gefährlichkeit Mollaths nie wirklich nachgewiesen wurde?

    Die Feststellungen des BVerG werden hier krass überinterpretiert, das gibt der Text nicht her. Dankenswerter Weise ist der Wortlaut durch wrobel ja oben verlinkt (#21).

    Der Kern der gesamten Psiram-Argumentation ist: Mollath war und ist verrückt und deswegen kann es keinen Justiz- und Psychiatrieskandal gegeben haben.

    Diese Terminologie lehne ich wegen ihres pejorativen Beiklangs ab.

    Der Beweis, dass Mollath verrückt ist/war steht allerdings aus.

    Mit dem eben erwähnten Vorbehalt: nein, dieser Beweis steht nicht aus. Wie stellen Sie sich denn einen Beweis in solchen Fragen vor, wenn drei Fachgutachten – die in sich schlüssig sind – darin übereinstimmen, aber kein Beweis sein sollen? (Nur der Vorsicht halber: das „Gutachten“ Weinberger, das Betreuungs-Gutachten Simmerl und die anderen Texte hierzu wurden bei uns ausführlichst diskutiert). Bisher ist nicht gezeigt worden, dass die Gutachten fehlerhaft gewesen seien, darauf hat ein unabhängiger Fachkundiger (Sasse) hingewiesen. Meines Wissens hat sich daran seither nichts geändert.

    Unzählge Belege, die dafür angeführt werden, werden genauso manipulativ verwendet, wie Mollath einzelne Aspekte aus seinem persönlichen Erleben zu einer Fundamentalkritik an der Folterpsychiatrie verwendet.

    Mit Verlaub: es ist schon ein Unterschied, ob sich ein psychisch erkrankter Laie oder ein Sachverständiger äußert. Den Vorwurf der „Manipulation“ sollten Sie dringendst belegen. Es genügt nicht, auf die Texte von Garcia, Stadler, Wolff oder gar Prem zu verlinken. Diese könnten Satz für Satz auseinandergenommen werden. Für Sie 😉 würde ich mir diese Mühe noch einmal machen, sofern Sie sich auf eine einzelne Textpassage Ihrer Wahl beschränken.

    Dass das Gutachten von Pfäfflin überhaupt keine Gefährlichkeit attestiert und in den standardisierten Persönlichkeitstests keine Auffälligkeiten festgestellt werden konnten, wird hier ja auch ganz gern übergangen.

    Sie geben Pfäfflin hier unzulässig verkürzt wieder, und eine Persönlichkeitsstörung hat er eben nicht diagnostiziert.

    Ganz abgesehen von dem polemisch-zynischen Ton, der hier angeschlagen wird. Broder und Pirinçci hätten ihre große Freude am Mollath-Thema bei Psiram.

    Diese „Feststellung“ dagegen hat natürlich überhaupt keine polemische Note.

  74. pelacani
    4. Juli 2014, 17:28 | #74

    Abe :

    Dann hätte man sich aber auch mit der Verfassung dieser Gesellschaft auseinandersetzen müssen, und das scheut psiram ja wie der Teufel das Weihwasser, das gilt hier schon als “metaphysisch” (pelacani ), weil es jenseits des Erkenntnisrasters von Falsifizierung und Doppelblindheit ist.

    Faktenfaschismus eben, um mal einen Foristen zu zitieren. Zur Metaphysik der Rechtsreform vgl. noch #38

  75. blubberdiblubb
    4. Juli 2014, 17:36 | #75

    @Fornix (#14):
    Ich finde es immer schwierig, einfach irgendwelche Sätze aus ihrem Zusammenhang herauszunehmen, um damit etwas aussagen zu wollen. Ich gehe mal trotzdem auf Ihre Fragen ein.

    “Dies birgt die Gefahr, dass er eventuell versucht, sein _Wissen_ zu “verkaufen”. Hinzu kommt, dass Herr Molath möglicherweise noch über vertrauliche Belege/Unterlagen aus dem besitz seiner Frau verfügt.”
    “Es ist nicht auszuschließen, dass Herr Mollath die Vorwürfe bezüglich des Transfers von Geldern von Deutschland in die Schweiz in die Öffentlichkeit bringt.”

    Die interne Revision einer Bank hat bei einer Sonderprüfung die Aufgabe, Fehlverhalten der Bankmitarbeiter aufzudecken und entsprechend Anregungen bezüglich möglicher arbeitsrechtlicher Maßnahmen zu geben. Dabei muss sie auch eine Einschätzung abgeben, welches Risiko die Verfehlungen von Mitarbeitern bergen. Was hier steht, ist nichts anderes als eine Bewertung des Reputationsrisikos, das von den Beschuldigungen Mollaths ausgehen könnte. Eine Bewertung hinsichtlich der Schwere der Verfehlungen kann ich hier nicht erkennen.

    „“Die Anschuldigungen des Herrn Mollath klingen in Teilbereichen zwar etwas diffus, _unzweifelhaft_ besitzt er jedoch “Insiderwissen”.
    Deutet dies nicht darauf hin, dass sich der Revisor Sorgen gemacht hat, dass das Insiderwissen zum Schaden der Bank verkauft werden könnte?“

    Dass Mollath über Insiderwissen verfügt, ist ja nicht überraschend. Wie brisant dieses Wissen ist, darüber steht hier nichts (ich komme aber später noch mal darauf zurück). Dass eine Bank sich grunsätzlich scheut, negativ in die Öffentlichkeit zu geraten, dürfte klar sein. Also ja: Der Revisor hat sich Sorgen gemacht, denn ein Fehlverhalten der Mitarbeiter wurde ja bestätigt.

    „“Allen Mitarbeitern waren viele und _gravierende_ Verfehlungen bzw. Verstöße gegen interne Richtlinien und externe Vorschriften (u.a. Abgabenordnung, _Geldwäschegesetz_, Wertpapierhandelsgesetz) anzulasten.“
    Deutet dies nicht darauf hin, dass Mollath sehr wohl Schwarzgeldgeschäfte (Geldwäschegesetz) aufdecken konnte?“

    Nein. Nein und nochmals nein. Diese Gesetze schreiben unterschiedlichste Verhaltensregeln für Bankmitarbeiter vor. Alle diese Regeln sind präventiv, d.h. sie sollen es Tätern (internen und externen) schwer machen, Straftaten in diesem Bereich zu begehen. Ein Verstoß bedeutet damit NICHT, dass auch eine Straftat besteht. Beispiel: Wenn ich als Bankmitarbeiterin ein großes Aktiendepot bei einer anderen Bank (nicht mein Arbeitgeber) führe, das ich meinem Arbeitgeber nicht gemeldet habe, dann ist das ein gravierender Verstoß gegen das WpHG (zur Verhinderung von Insiderhandel u.a.) und die Arbeitsordnung meines Arbeitgebers. Dass ich es nicht angegeben habe, kann aber die unterschiedlichsten Gründe haben: Ich hab’s einfach verpennt. Ich bin subversiv und finde, das geht meinen Arbeitgeber gar nichts an (möchten Sie, dass Ihr Arbeitgeber genauestens über Ihre finanziellen Verhältnisse Bescheid weiß?). Ich möchte nicht bei jeder Transaktion von den Kollegen aus Compliance behelligt werden. Ich möchte ungestört Insiderhandel betreiben. Sie sehen, es muss gar keine Straftat dahinter stecken. Kommt mir aber die Revision auf die Schliche, so darf ich mit disziplinarischen oder arbeitsrechtlichen Konsequenzen rechnen. Kann mir die Revision tatsächlich Insiderhandel nachweisen, wird sie mich darüber hinaus auch anzeigen und ich habe strafrechtliche Konsequenzen am Hals. Aber nur dann.

    Petra M. hat die Revision etliche „gravierende“ Verstöße nachgewiesen. Für eine Anzeige hatte sie aber nach deren Auffassung keine Grundlage. Daher beließ man es bei einer fristlosen Kündigung. Das Arbeitsgericht hat entschieden, dass sogar die Kündigung wegen Verstößen gegen interne Regeln nicht rechtens war. Die Einschätzung der Revision, dass strafrechtliche Verstöße nicht nachgewiesen werden können, scheint also zuzutreffen, wenn nicht einmal die arbeitsrechtlichen Bestand hatten.

    Ich bin Bankerin und habe mir den Revisionsbericht damals sehr genau durchgelesen. Ich war ziemlich erschüttert, was die Leute sich da geleistet hatten, weil es für integre Mitarbeiter ein No-Go ist, sich so zu verhalten (ich kann auch nicht ganz nachvollziehen, dass die fristlose Kündigung der Frau M. nicht durchging). Aber ich muss Ihnen ganz deutlich sagen, dass der Bericht eben gerade keine Beweise für die von Mollath behaupteten Taten, insbesondere die Beihilfe zur Steuerhinterziehung, liefert.

    [kleiner Service – die Zitate habe ich als solche formatiert 😉 – P.]

  76. blubberdiblubb
    4. Juli 2014, 22:13 | #76

    Danke für die Gänsefüßchen 🙂

  77. pelacani
    4. Juli 2014, 22:30 | #77

    @ blubberdiblubb
    Wir haben zu danken. Für mich war das bisher das highlight der Diskussion.

  78. Bernd Schneider
    5. Juli 2014, 08:35 | #78

    Wie gehen den Gänsefüßchen?

  79. pelacani
    5. Juli 2014, 09:44 | #79

    Man muss das Zitat zwischen ein öffnendes und ein schließendes Tag setzen, d. h. zwischen < blockquote> und < /blockquote> (jeweils ohne Leerzeichen). Kursiv geht übrigens mit < i> < /i>, fett mit < b> < /b>.

    Als Hilfe kann man auch die am rechten Oberrand des zu zitierenden Posts angebotene Funktion „Zitat“ verwenden. Geschachtelte oder gekürzte Zitate erfordern mehr Überblick, da wäre ein externer Editor mit Syntax-Highlighting (z. B. Bluefish oder Notepad++) zu empfehlen. Einfache Textverarbeitungen gehen aber prinzipiell auch.

  80. JolietJake
    6. Juli 2014, 03:17 | #80

    Ich habe das so ähnlich schon mal geschrieben:
    Wie kommt es, dass einige wenige Personen in der „Causa Mollath“ so aktiv sind?

    Auf psiram wurden ja schon viele kontroversen Themen diskutiert, aber nur wenige mit so einem Engagement.

  81. pelacani
    6. Juli 2014, 08:18 | #81

    @ JolietJake
    Für den Fall, dass das eine Frage war, vgl.
    https://forum.psiram.com/index.php?topic=12827.0

  82. Godesberg
    6. Juli 2014, 19:34 | #82

    Man, was bin ich froh, dass ich im Urlaub war, als die Mollath-Geschichte hochaktuell war…

  83. JolietJake
    9. Juli 2014, 03:49 | #83

    pelacani :@ JolietJake Für den Fall, dass das eine Frage war, vgl. https://forum.psiram.com/index.php?topic=12827.0

    Ja, das war eine Frage.
    Danke für den Link, war interessant (und ein Stück weit erhellend).

  84. Bernd Schneider
    9. Juli 2014, 14:12 | #84

    Die Bildzeitung über die heutige Zeugenbefragung……

    Gustl Mollaths Anwalt Dr. Gerhard Strate versuchte, die Glaubwürdigkeit der Belastungszeugin zu erschüttern – weil sie in einer Befragung vorm Amtsgericht Nürnberg am 22. April 2004 vieles nicht erwähnt oder das Gegenteil behauptet hatte. Doch die Zeugin blieb dabei: „Sie hatte Abdrücke und blaue Flecken am Hals. Es war ja klar, dass das Übergriffe von ihrem Mann waren. Das hat sie mir ganz deutlich gesagt.“ Als sie dann noch von Auffälligkeiten wie stets heruntergelassenen Rollos an Mollaths Haus und einem morgendlichen Hupkonzert mit einer Corvette vorm Versteck der Petra M. berichtete, reichte es Strate: „Das müssen wir doch nicht vertiefen, sollen wir das noch weiter anhören?“

  85. Bernd Schneider
  86. Bernd Schneider
    10. Juli 2014, 12:35 | #86

    http://www.bild.de/regional/muenchen/gustl-mollath/prozess-ex-anwalt-und-kronzeuge-edward-braun-in-bedraengnis-36758834.bild.html
    …..über die Aussage des Freundes von Herrn Mollath Edward Braun schon wieder die Bild :

    Eklat im Mollath-Prozess: Kronzeuge Edward Braun gerät arg unter Bedrängnis. Staatsanwälte und Richter legten nahe, dass sich der Mollath-Freund den Droh-Anruf seiner Ex-Frau nur ausdachte, um Gustl zu helfen.

    Er musste eingestehen, dass er in einer ARD-Dokumentation falsch behauptet hat, dass Frau Mollath Schwarzgeld in die Schweiz gefahren habe. Begründung für die Lüge: „Das war nach Drehbuch so abgefordert. Fernsehen ist Folklore.“

  87. Bernd Schneider
    11. Juli 2014, 14:10 | #87

    Die beiden richtig interessanten Befragungen sind erstmal verschoben worden
    Otto Brixner 17.7.2014
    Klaus Leipziger 24.7.
    …..ergibt da irgendwas in der Quersumme 23?

  88. Jay
    15. Juli 2014, 14:45 | #88

    Neue Vorwürfe gegen Mollath:
    Ein Dame behauptet, von ihm in der Silvesternacht, also vor rund sieben Monaten, massiv bedroht worden zu sein.

    https://www.youtube.com/watch?v=QaiRfgSuw1M

    Aber alles natürlich Teil der Verschwörung… 😉

  89. Küstennebel
    16. Juli 2014, 01:12 | #89

    http://www.regensburg-digital.de/anschuldigungen-gegen-mollath-zerplatzen-wie-eine-luftblase/15072014/

    Man sollte schon machen, was man von anderen fordert …

    Offenbar sind alle möglichen Beweise zumindest dürftig.

    Und nein, ich gehöre nicht zu dem erlauchten Kreise der unbedarften unbedachten FREE-Mollath-Rufern. Schau mich in dem Fall nur um.
    Frage mich schon von Anfang an: Hatter nu einen wech oder nicht?

    Scheint ja doch nicht so einfach zu sein, wie mancher denkt, egal von welcher Meinung man da getrieben ist^^

    Und nebenbei, wenn wir jeden mit ein bischen paranoia direkt in die Klappse stecken, wäre die Welt um sehr, sehr viele freilaufende Atheisten, Religiöse, Politiker, Banker, Polizisten, Juristen beraubt …

    Also paranoide Persönlichkeitsstruktur ist alleine noch kein Grund für nen längeren Klappsenbesuch. Bisle Paranoia gepaart mit möglichen Beziehungstaten in einer erheblichen persönlichen Ausnahmesituation (Aufdeckung von Straftaten im erheblichen Umfang) sehe ich auch noch nicht als eine notwendige Grundlage jemanden einzusperren.

    Kann mir auch ehrlich gesagt nicht wirklich vorstellen, das jemand, der 7 Jahre! inner Klappse hockt, dort dann keinerlei Anzeichen und Symptome zeigt, während er angeblich draussen total gefährlich sein soll. Wenn jemand in einem Wahnsystem lebt, dann dürfte er das auch auf die Klinik und alle sich ihm gegenüber Autoritär gebenden Personenkreise ausweiten in einem Ausmaß, das dann mehr zeigt, als nur einen stillen Arbeiter in eigener Sache.

    Und wenn jemand Richterverbrechen mit NS-Geschichte in Zusammenhang bringt, finde ich auch das nicht weit hergeholt. Immerhin liefen die NS Richter nach ihrer glorreichen Herrenmenschenzeit oft noch frei herum und praktizierten weiter, führten steile Karrieren fort. Muss man halt auch sehen, das da ein hohes Identifikations-Assoziationspotential besteht gegenüber amtierenden Autoritäten, die sich bei ihrer Arbeit der Arbeitsqualität (aus Sicht des Angeklagten) einer solchen „NS Gerichtssoap“ annähern.

    Wie im Fall einiger Unstimmigkeiten und der zerstochenen REifen ( so der Zeitungsartikel nicht frei erfunden sei, ich nehm den mal so hin).

    Also ich denke das einzige was man als Bürger aus der fünften Reihe mit dem Mediengedudel dazu sagen kann, ist das was als Tatsachen verbürgt ist: Da gabs Ehestress, vielleicht Handgreiflichkeiten, da gabs illegale Aktivitäten, die der Ehemann anzeigen wollte, da gabs Streit über diese Angelegenheiten. Da gabs also eine undurchsichtige Gemengelage, Drohungen von beiden Seiten. Am Ende landet Mollath unter fragwürdigen Vorwürfen in der Klappse, für sieben Jahre.

    Nicht weil er ein Verbrechen begangen hätte, das sieben Jahre Freiheitsenzug gerechtfertigt hätte, auch nicht weil er offensichtlich Irre war, das ist nicht belegbar sondern durch Gutachter nach Aktenlage entschieden worden. Genausowenig deutlich sind die Vorwürfe seiner sonstigen „Vergehen“ oder „Verbrechen“ offenbar belegt oder beweisbar.

    Also ich weiß nicht, ich wäre vorsichtig, hier nur weil der so leichtgläubige Volksmund aus gefühlter Realität heraus meint, das da ein unschuldiger verknastet wurde, vom Gegenteil auszugehen.

    Im übrigen ist das nicht nur der Volksmund und nicht nur die Idioten der bildungsfernen Schichten, die hier offenbar selten mit Respekt behandelt werden.
    Immerhin:
    „Der Psychiater Friedrich Weinberger von der Gesellschaft für Ethik in der Psychiatrie besuchte Mollath in Bayreuth und kam zu dem Schluss: Mollath sitze „seit über fünf Jahren bei voller Gesundheit unschuldig in einer geschlossenen psychiatrischen Anstalt“. “

    http://www.taz.de/Streit-um-Psychiatrie-Einweisung/!83953/

    Also ist nicht so einfach. Ich sach in solchen Fällen: Ich weiß es nich.

    Wer sich für eine Seite entscheidet, auf eine Meinung! festlegt, macht den Fehler, der hier in der Diskussion völlig zu Recht aufkommt.

    MFG

  90. pelacani
    16. Juli 2014, 07:37 | #90

    Küstennebel :

    Offenbar sind alle möglichen Beweise zumindest dürftig.

    Da befindest Du Dich in schöner Übereinstimmung mit dem Blog-Artikel, der vor Prozessbeginn geschrieben worden ist.

    Bisle Paranoia gepaart mit möglichen Beziehungstaten in einer erheblichen persönlichen Ausnahmesituation (Aufdeckung von Straftaten im erheblichen Umfang) sehe ich auch noch nicht als eine notwendige Grundlage jemanden einzusperren.

    Vielleicht bekommen wir ja noch einen Kommentar aus berufenem Mund dazu. Vielleicht auch nicht.

    Wenn jemand in einem Wahnsystem lebt, dann dürfte er das auch auf die Klinik und alle sich ihm gegenüber Autoritär gebenden Personenkreise ausweiten in einem Ausmaß, das dann mehr zeigt, als nur einen stillen Arbeiter in eigener Sache.

    Lies die Berichte aus dem Krankenhaus. Aber ehrlich gesagt, habe ich keine Lust, die erneut zu diskutieren, wir haben das endlos getan. Allerdings: er hatte da wohl keine aggressiven Durchbrüche – nur; wenn, dann hätte Strate diese Berichte bestimmt nicht ins Netz gestellt.

    Und wenn jemand Richterverbrechen mit NS-Geschichte in Zusammenhang bringt, finde ich auch das nicht weit hergeholt.

    War Richter B. in der NSDAP? Eine billige Assoziation. Bevor man die Nazikeule rausholt, sollte man zunächst die absichtsvolle Fehlhandlung belegt haben. Nach meiner Kenntnis steht eine Bewertung noch aus.

    durch Gutachter nach Aktenlage entschieden

    Gähn. Zitat Strate:

    Es ist Nonsens, die Abschaffung der Fernbegutachtung zu fordern.
    http://www.zeit.de/2013/35/gerhard-strate-gustl-mollath/komplettansicht

    “Der Psychiater Friedrich Weinberger …

    Weinberger ist indiskutabel. Wenn Du ernsthaft Interesse hast, dann such ich Dir die Links zusammen, die das belegen.

  91. Küstennebel
    16. Juli 2014, 16:45 | #91

    Hm, bischen wenig Anhaltspunkte und viele Hinweise und Aufforderungen mir selbst den Kram zu suchen^^

    Das gehört wohl bischen dazu, ob ich dabei Ihre Andeutungen&Intentionen auch erfüllen kann, weiß ich nicht.

    Offenbar scheint es einige Probleme in der Beurteilung von Mollath zu geben. Da kann man eigentlich nicht viel sagen. Ich bin froh das ich andere Menschen nicht beruflich beurteilen muss. Denn ich weiß genau ich würde Fehler machen, es gäbe Probleme das dann auch im Nachhinein zu vermitteln und klar zu machen. Nun kann ich als Laie das zugeben, für einen Psychiater, der auch Gutachter ist, wäre das das berufliche Aus. Er kann Fehler nicht einfach so zugeben, ohne seine gesamte berufliche Basis zu gefährden. Genauso kann auch die Psychiatrie nicht einfach ihre systemischen Erkenntniss-Probleme immer und überall zugeben bzw. thematisieren. Gerade in einer Gutachtergeschichte muss es Verlässlichkeiten geben.

    Die Psychiatrie liegt auch im Spannungsfeld differenter Ansichten über das Menschenbild, die Herkunft von psychiatrischen Problemen. Die differente Weltsicht und Menschensicht sind wichtig. Nicht nur bei der Konstruktion des individuellen Zustandsbildes einer Psychiatrie, sondern insbesondere auch bei der Beurteilung der psychiatrischen Ergebnisse, die der mögliche Gutachter (oder Beobachter) von sich gibt. Zusätzlich und besonders wichtig: Dazwischen spielen die Persönlichkeiten eine große Rolle. Die Individuen und ihre Korrumpierbarkeit(en). Bewußt oder unbewußt getroffene Vorurteile. Interessenvertretung in eigener Sache oder in der sozialen, in der beruflichen Schicht.

    Das ist ja die Krux bei alle dem. Kann die Psychiatrie in ihrem gegenwärtigen Apparat überhaupt leisten, was sie zu leisten vorgibt? Oder sind nicht alle ein bischen „Gert Postels“?

    Darum gibts ja die Fachleute. Darum hat man die Bildungshürden vor die Berufsausübung gestellt. Darum soll ja auch die soziale und berufliche Auslese stattfinden. Aber ist das wirklich ausreichend? Sind nicht bekannterweise auch Seilschaften, Netzwerke und die Abstammungslinie aus „besserem“ Hause ein Weg für beruflichen Erfolg? Nicht nur aber auch in der Psychiatrie?

    Wäre alles so einfach, dann bräuchten wir nicht viele verschiedene Facharztrichtungen. Es bräuchte keine fragwürdigen Psychoanalytiker, keine Verhaltensmanipulateure / Verhaltenstherapeuten und auch nicht die vielen anderen Psychotherapeutischen Ansätze.

    So einfach scheints nicht zu sein.

    Mit diesem kritischen Blick, nicht nur auf die Anderen, sondern auch auf meine eigene Meinungsbildung komme ich zu folgenden Beobachtungen.

    Mollath wird quasi vorverurteilt. Beweise für seine Schuld sind nicht tragfähig. Beweise für seine Unschuld nicht nachvollziehbar. Einige seiner Aussagen und einige Beschreibungen klingen wirklich typisch nach paranoider Persönlichkeitsstörung. Andererseits ist die paranoide Persönlichkeitsstörung offenbar erheblich durch soziale Rahmenbedingungen ausgelöst, sie ist nicht ausschließlich durch genetische oder neurologische Besonderheiten zu erklären.

    Insofern: Ist das paranoid wirkende Auftreten Mollaths nicht auch Folge der gesamten Situation? In einem anderen Fall, Eva Hermann, konnte man wenn man ihr ein wenig folgte, eine ähnliche Persönlichkeitsverschiebung beobachten (kam mir jedenfalls so vor).
    Interessant für die gesamte Gesellschaftsentwicklung heute und einen Teil der Arbeit von Psiram ist ja insbesondere der massenhafte Verlust von Vertrauen in der Gesellschaft und das Ersetzen durch tief verwurzeltes Mißtrauen, das auch einen paranoiden Charakter kennzeichnet.
    Der Staat selbst sogar verliert den Überblick, verliert die Kontrolle und greift mehr und mehr zu Überwachungsmaßnahmen, die einem solchen paranoiden Verhaltenszug entspringt.

    Ist es also so einfach Mollath eine „Krankheit“ oder „Störung“ nachzuweisen? Eine Persönlichkeitsstörung, die eben nicht vorhanden sein muss, obwohl vielleicht die Symptome manchmal dafür sprechen? Aber eben Symptome, die auch durch die reine Lebenslage erklärbar wären und über psychodynamische Verarbeitungsprozesse mehr Affekt denn Ausdruck einer tief sitzenden Störung ist?

    Das Problem entsteht doch aus der Situation, das alle jetzt nach den Symptomen schauen, die Mollath beurteilen. Da sind definitiv eine Art Vorurteile unterwegs.

    In der Psychiatrie ist wie auch in Gefängnissen das unschuldig verurteilt sein ein großes Problem. Erst die Schuldeinsicht macht einen Fortschritt möglich. Aber bitte: Wer wirklich unschuldig drin sitzt, wie soll der sich denn bereit erklären?

    Und ja, wenn jetzt Aussenstehende sehen, der hat Jahrelang sich geweigert mit den Leuten zusammenzuarbeiten, soviele Jahre? Wahlweise: Da muss man doch verrückt werden / Da muss man doch schon verrückt sein um noch normal bleiben zu können!

    Das spricht meiner Meinung übrigens sehr FÜR die Psychiatrie, denn Zwangsbehandlung wurde ja gar nicht angewendet, TROTZ dieses Falles und das freut mich persönlich und zeigt offenbar das niemand Mollath psychisch brechen wollte, mit Medikamenten und Co.

    Aber: Die Zwangsbehandlung im Sinne einer Schuldeinsicht muss man mitmachen, damit es überhaupt einen Ausweg gibt. Man muss also zugeben etwas getan zu haben, was man nicht getan hat. Man muss sich möglicherweise sogar bereit erklären Medikamente zu nehmen, die man nicht braucht. NUR damit man als nicht Krank gilt oder nicht Schuldig. DAS ist ein großes Problem wie ich finde und daran muss man arbeiten.

    Alle Seiten haben hier irgendwo ihre eigenen Interessen, ihre eigenen Anschauungen. Das bringt mich auch zum dr. med. Friedrich Weinberger.
    Der scheint wirklich überzeugt von der Gefährlichkeit der Psychiatrie und reagiert empfindlich und etwas überzogen. An seiner Qualifizierung konnte ich nun nichts fragwürdiges finden, nur an seiner Art die Möglichkeiten der Psychiatrie sehr! kritisch zu sehen. In der Diskussion um die DDR Psychiatrie lehnte er sich ja offenbar weit aus dem Fenster und es scheint das er sich da an der Sachdiskussion vorbei mit einer emotionalen Vorverurteilung des DDR-Systems oder aber der DDR-Psychiatrie weit vorgewagt hatte.

    Davon abgesehen ist er aber offenbar ordentlich ausgebildet und verfolgt in höchstem Maße Patienteninteressen und nutzt alle Möglichkeiten die er dafür hat.

    Seine Qualifizierung kann ich also nicht in Frage stellen, seine Methodik auch nicht wirklich, nur seine Haltung scheint etwas sehr mißtrauisch zu sein.

    Gerade hier ist es so schwer dann noch gegen ein Konglomerat aus Interessen der Psychiatrie, der Richter, der Gutachter, die mit den psychiatrischen Gutachten betraut werden noch irgendwie durchzusteigen.
    Die Psychiatrie will natürlich als Fachrichtung Anerkennung und ihre Ideen festigen und damit eine wissenschaftliche Ausrichtung beanspruchen. Die Richter sind überfordert, die brauchen die Fachleute und sind am Gutachterwesen interessiert, davon sogar abhängig, damit sie nicht selbstständig als Laien Entscheidungen treffen müssen, die sie nicht treffen können. Die Gutachter selbst brauchen einen guten Namen, eine Psychiatrie, die einen guten ernsthaften Ruf hat, damit man damit auch Geld verdienen kann und seine Aufträge rein bekommt.

    Ich muss das also alles verbinden zu einem Konstrukt. Die wacklige Realität für Psychiatrie sieht häufig so aus, das z.B. Asperger Betroffene immer wieder (vor allem wenn sie untypische Symptommischungen wie auch mit ADS zusammen mitbringen) von dem einen Psychiater die Diagnose bekommen, von dem nächsten keine. Von Psychologen und Psychoanalytikern nochmal völlig andere (?Vor-?)Urteile abbekommen.

    Das ist so dünn, der Kompromiss zwischen all diesen Abwägungen und der Glaubwürdigkeit der Psychiatrie und gleichzeitig weiß ich das es doch eine Berechtigung für die Psychiatrie gibt. Das steht völlig ausser Frage.

    Es ist nur so schwer mit dem Fall, weil wir alle auf die vorgefilterten skandalisierenden Informationen der Presse oder der oft positionslosen offiziellen Berichte angewiesen sind.

    Ich kann nur als Beobachter am Ende alles offen lassen, was die Krankheit angeht. Eigentlich müsste das auch jeder Gutachter, der nicht mindestens ausführliche Interviews mit diesem Herren gemacht hat entsprechend klar stellen. Aber wer sich zu sehr in der Ablaufspraxis ziert, wird warscheinlich keine Aufträge mehr erhalten.

    „War Richter B. in der NSDAP? Eine billige Assoziation. “

    Das sehe ich anders. Denn es geht nicht um eine TATSÄCHLICHE Verbindung, sondern eine Ideelle. Und da liegt die Assoziation sehr nahe. Etwas anderes ist die Frage, ob sie berechtigt ist. Davon abgesehen muss man die Perspektive des Angeklagten sehen, der offenbar unschuldig zu sein glaubt oder vorgibt zu sein. Es bezeichnet eine Menge Mißtrauen und kann in der Diagnostik von Mollath ja schon eine Rolle spielen als Indiz. Andersherum kann man auch die besondere Ausnahmesituation Mollaths als mögliche Verhaltens-Ursache erkennen.

    Recht und Richter sind eben zwei verschiedene Welten. Das Recht ist das, was in den Büchern der Staaten geschrieben steht und nicht das, was moralisch als Recht empfunden wird. Das Mißverhältniss begreifen Laien auch nicht immer. Wieso solle Mollath hier eine Ausnahme sein? Er findet (aus seiner Sicht) eine Verschwörung zur Steuerhinterziehung heraus, seine eigene Frau ist beteiligt! – Er will das unterbinden (was auch schon als Gewalt von Seiten seiner Frau wahr genommen werden könnte und das Mißtrauen Mollaths ihr gegenüber und seine REaktionen teilweise erklären könnte) , er landet jedenfalls in der Klappse. Was soll der sonst glauben als das er da gelandet ist wegen dieser Aufdeckungen?

    Was soll er sonst glauben als das es ein abgekartetes Spiel ist?

    Also der Witz ist dabei das dieses Verhalten das logische Grundverhalten eines jeden Menschen sein dürfte, der sich über diese systematische Steuerhinterziehung mokiert und seine Frau aus der Illegalität retten möchte, gleichzeitig auch die Grundlage bilden soll, das er eine paranoide Persönlichkeitsstörung hätte.

    Eigentlich eine Einladung an die Psychiatrie Fehler zu machen oder eben diese zu vermeiden indem doppelt und dreifach sorgfältig gearbeitet werden müsste. Aber das wurde nicht gemacht.
    Hier also Weinbergers Unwissenschaftlichkeit anzudeuten, aber gleichzeitig zu vergessen, das die „Weinbergers“ BEIDER Seiten, Psychiatriekritik + -befürworter, letztlich vermutlich gleichermaßen verteilt sind, also viele „Weinbergers“ als Psychiater arbeiten, halte ich für kurzsichtig und daran erinnert mich die mangelhafte Stichhaltigkeit der Gutachten.

    Am Ende liegt vieles im Argen und einige Gutachteraussagen betonen das es nicht mal mehr auf die ursprünglichen Probleme / Diagnosen / Gutachten ankommt, sondern im Zuge der gesamten Situation ghabe Mollath sich in einen Wahn hineingesteigert.

    Am Ende wie schon gesagt ist Ausschlaggebend das Mollath sich nicht mit harten Psychopharmaka füttern lassen will und das er verweigert an Therapien teilzun ehmen, die dnan von ihm Schuldeinsicht fordern.

    Ich erinnere mich an einen Telepolisartikel, der genau auch diesen Aspekt aufgriff, durch die Blume erklärte das es eines der größten Probleme in der forensischen Psychiatrie sei, nämlich die Ungefährlichkeit hypothetischer! Täter wie Mollath oder auch tatsächlicher Täter zu beweisen. Das kann weder die Psychiatrie 100 Prozent noch sind die Verdächtigen/Täter/möglichen Täter in der Lage zu beweisen, das sie ungefährlich sind.

    Ein systematisches Problem das dann auf dem Rücken der Kranken oder scheinbar Kranken ausgetragen wird. Aus dem Blickwinkel eines unschuldig verurteilten ist das Folter.

    Oder wie nennen Sie das, wenn zum Beispiel Ihr Chef von Ihnen fordert zu beweisen, das Sie nicht Geld geklaut hätten und niemals Geld klauen würden und gleichzeitig von Ihnen fordert einzusehen, das Sie ein Gelddieb sind??!?

    Beweisen Sie Ihre Unschuld indem Sie Ihre Schuld eingestehen! Machen Sie bei der Kleptomanietherapie mit, erklären Sie sich dafür bereit und nehmen Sie die Medikamente, die als Nebenwirkung unter Umständen Kleptomane Episoden auslösen könnnten ..

    Eigentlich wollte ich weniger lange über diese Dinge schreiben, aber ich schaffe es nicht mich den meisten Tatsächlichen Dingen anzunähern, weil diese Perspektivenfragen und Interpretationsfragen gar nicht geklärt sind.

    Das wird auch aus den Berichten der Bayreuther Klinik deutlich, die letztlich zwar die Rechte des Patienten zu wahren scheinen, respektvollen Abstand und Rücksichtsnahme gegenüber Mollaths Bedürfnissen andeuten, aber in jeder Art und Weise jeden Gedanken, jede Haltung, jede Aussage von Mollath völlig ohne jegliches emphatisches und perspektivisches Verständniss äußern.

    Wäre ich an Stelle Mollaths, hätte es mir durchaus auch nicht gefallen Krankenhausfraß zu futtern, den ich hasse wie die Pest. Esoterische Ernährungsideologie und Kostendruck bestimmen den Klebrigen Schmodder auf den Tellern, Salate bestehen aus zwei dünnen Scheiben Tomate mit etwas Zwiebeln und halbem Liter Essig.

    Das ein Mensch in der Lage wie Mollath seiner ganzen Existenz beraubt, ob er krank ist oder nicht, exzentrisch wird, Ängste entwickelt ist völlig normal.

    Ich möchte die ganzen Kritiker Mollaths einfach mal erleben, wenn bei Ihnen morgen früh ein Entführer anklopft, sie in einen Sack steckt ,in einem Keller frei läßt ob Sie dann das Essen noch völlig angstfrei essen wollen, das der Ihnen vorsetzt?
    Sie sagen: Aber Mollath wurde durch den Staat eingesackt und verurteilt! Das ist nicht dasselbe wie von Strauchdieben eingesackt und verurteilt zu werden!

    Falsch! Aus Sicht von Mollath ist der Zusammenhang mit seiner Kritik an der systematischen Steuerhinterziehung der CSU Mandantschaft und gesellschaftlich hochdotierten Persönlichkeiten eben keine Erfindung und er sitzt ausgeliefert in den Händen dieser Leute, die er als Verbrecher demaskiert hat in einem Gefängniss.

    Insofern sehe ich hier einfach keine Lösung für das Problem.

    Man müsste mehr Informationen haben, man bräuchte lange Gespräche mit Mollath, ausführliche Dokumentationen und vieles vieles mehr und am Ende ist und bleibt es ein Indizien sammeln ohne faktische Beweislage. Beweise gibt es freilich. Für die Sichtweise Mollaths und desto mehr Widersprüche und Fingiertheiten und Indizien im Prozess auftauchen, desto mehr erhärtet sich die Annahme, das Mollath weggesteckt wurde weil er einer Elite bei ihren Geschäften unbequem aufgefallen war.

    Als Tatsache würde ich das darum aber immer noch nicht sehen.

    Richter sind um ihre Aufgaben und gesellschaftliche Rolle nicht zu beneiden. Genauso will ich auch nicht mit der Verantwortung tauschen, die Gutachter sich aufladen oder durch ihren beruflichen Werdegang aufgeladen bekommen.

    Nun hab ich viel geschrieben, will das überhaupt einer Lesen? Sorry, Es ging halt während der „Recherche“ ein bischen hier und dort dieser und jeneer Punkt durch den Sinn, deshalb bitte ich auch zu entschuldigen wenns inhaltlich holprig wird.

    MFG

  92. Bernd Schneider
    16. Juli 2014, 17:44 | #92

    ….das ist mir zu lang und zu wenig strukturiert für den blog. passe,sorry

  93. Groucho
    16. Juli 2014, 18:23 | #93

    @Küstennebel: Hier nochmal auf die „tausend“ Fragen und Ansichen im Einzelnen einzugehen – da wird sich hier wohl keiner mehr finden. Eingehenderes findet sich bei uns im Forum, alleine hier

    https://forum.psiram.com/index.php?topic=13062.0

    stehen gerade 445 Beiträge zum Thema. Der Knochen ist inzwischen mehr als abgenagt …

  94. Küstennebel
    16. Juli 2014, 19:22 | #94

    Schon klar, das das nicht das neue Thema ist.

    Ist das Problem jedes Blogs/Forums wenn „neue Diskussionsteilnehmer“ auftauchen und von Anfang an ein Thema suchen, dann ist das halt schon eventuell gelaufen für die Stammuserschaft.

    Hab jetzt auch nicht mit viel Austausch dazu gerechnet.

    Hey Schneider! Soooo durcheinander ist das gar nicht und soooo viel ist das auch nicht Schneider! Du willst nur deine Lesefaulheit entschuldigen! :p

    danke für den Link Groucho, wer sonst noch was zu erzählen hat^^ gern.

    MFG

  95. Küstennebel
  96. pelacani
    16. Juli 2014, 20:09 | #96

    @ Küstennebel
    Es ist völlig ausgeschlossen, zu Deinem langen langen Post im Detail Stellung zu nehmen. Es fällt auf, dass Du Dich von konkreten „Anknüpfungstatsachen“ weit entfernt hast. Ich greife nur kurz heraus:

    Hm, bischen wenig Anhaltspunkte und viele Hinweise und Aufforderungen mir selbst den Kram zu suchen^^

    Es war nicht zu erkennen, ob Du etwas diskutieren willst oder ob Du Dampf ablassen willst. Das Thema ist ausgelutscht. :augenroll:
    Einstieg z. B. hier
    https://forum.psiram.com/index.php?topic=12827.0

    Offenbar scheint es einige Probleme in der Beurteilung von Mollath zu geben.

    Nicht wirklich. Es gibt eine Volksexpertise, und es gibt eine Fachmeinung. Das ist alles.

    dr. med. Friedrich Weinberger

    vgl. z. B.
    https://forum.psiram.com/index.php?topic=11591.msg145361#msg145361
    https://forum.psiram.com/index.php?topic=11708.msg148150#msg148150
    https://forum.psiram.com/index.php?topic=12296.msg167011#msg167011

  97. Küstennebel
    17. Juli 2014, 01:53 | #97

    Volksexpertise? Fachmeinung?

    Expertenhörig? Nein, ok kleine Spitze am Rande.

    Ernsthaft, ich muss Sie korrigieren.
    Es gibt
    – die wahren Fakten
    – die falsche Fakten
    und
    – die individuellen Perspektiven.

    Primär um letztere drehte sich mein erster Kommentar.

    Den Link verfolge ich gerade, ich hab bisher noch nicht alle Beiträge gelesen, aber einige Seiten durchgeackert und ein paar Internetfetzen hinzugezogen.

    Gibt ja Gründe dafür, das Mollath Gehör gefunden hat letztlich.

    http://youtu.be/iKCbM1wZ0ZE

    Diese polemische Zusammenfassung kennen Sie sicher, aber nur am Rande.

    Ich finde in keiner Darstellung auf Psiram die Erklärungen wieso Mollath die Reifen so diletantisch zerstört hätte haben sollen. Er hat Reifen gehandelt, er kannte sich mindestens einigermaßen aus. Ich fand bisher nichts dazu von Ihrer Seite, allerdings viele Kritikpunkte. Letztlich wurde der Nachweis durch Beweis nie erbracht, sondern die Annahme es wäre Mollath gewesen beruhte auf der Aussage der Ex-Frau.
    Dazu scheint es keinerlei faktische Beweise gegeben zu haben, keine Bildbeweise, keine Spuren, keinen Sachverständigenurteile, aber eine Behauptung, das Lebensgefahr durch eine mögliche Zerstörung der Reifen vorliegen solle. Letztlich ist diese Behauptung der Lebensgefahr offenbar nicht gesichert, genausowenig wie sicher ist, das er Täter sei.

    Mit seiner Fachkenntniss wäre Reifenmodelle zerstechen von Luxuskarossen relativ sinnfrei.
    http://opablog.net/2013/03/30/mollaths-reifenstechereien-wurden-gebraucht/

    Es kann natürlich für Mollath als Täter sprechen. Dann hätte er nicht wirklich jemandem schaden und das aus anderen Motiven heraus, wie Drohgebärde, ausführen müssen.

    Hinzu kommt etwas, das ich auch noch nicht hier Belegt finde. Denn die ersten Gutachten stützten die paranoiden Wahnvostellungen auf Mollaths Schwarzgeldberichte. Für einen Gutachter mag das auch so aussehen, aber das die tatsächlich stimmen, das wurde später klar und letztlich sind damit samt und sonders die Belege für Mollaths Gefährlichkeit und seine Paranoiden Wahnvostellungssysteme obsolet.

    Gerade dann als das Klar ist, wird aber Mollaths Verhalten zum Anlass genommen, ihm trotzdem paranoides Verhalten unter die Nase zu reiben, gestützt auf der Tatsache, das sein muss was vorher festgelegt worden war? Oder wie?
    Nun gibts auch seltsame Beschreibungen seines Verhaltens. Aber dafür ist ein Vertrauensvorschuss in Richtung der Institutionen nötig, um die durchaus aus dem Zusammenhang gerissenen Berichtsfetzen als konkrete Anhaltspunkte für eine Psychopathologie zu nehmen. Eigentlich sind die Grundlagen des psychiatrischen Gutachtens mitlerweile offenbar widerlegt.

    Es gibt verweise auf verschiedene Journalisten, die die kritische Sichtweise teilen. Interessant ist das sich das häufiger dann in einem Fall ausgerechnet um eine Person, die durch den Steuerhinterzieherin Schwarzer Emma-Journalstinninen-Preis geehrt wurde.
    Gerade im Dunstkreis von Schwarzer ist ein Journlastinnenheer unterwegs, das nicht selten durch fragwürdige Berichterstattung gerade in Bezug auf verdächtige Männer bereitstellt oder zurückgebliebene Frauen.

    Nun haben Sie mir hier mehrfach gesagt, das es wohl kaum jemand mehr viel inhaltlich einbringen möchte, da die Diskussion bereits gelaufen sei. Fände ich für mich schade, aber Sie haben ja viele Hinweise und insbesondere Verweise gesammelt.

    Danke dafür.

    Ich belass es erstmal bei diesen Punkten und werde mich weiter einlesen.

    Noch ein Gedanke:

    Was mich am Mollath jetzt schon nervt und auch an der ganzen im Zuge Mollaths aufgekommenen „kritischen“-Diskussion um die Psychiatrie und die Zwangsunterbringung, ist die einseitige Berichterstattung über diese Einrichtungen. Ich will dort sicher nicht sein und ich weiß wie schnell das gehen kann.
    Man kann viel in der Psychiatrie kritisieren, aber Mollath ist und bleibt Laie und seine Anti-Psychiatrie Haltung und die unreflektierte Darstellung der Psychiatrie und der Zwangsunterbringung ärgert schon.

    Andererseits: Ich hatte mal einen Zwischenfall mit einem Arzt, ich war schlecht drauf, hatte einen Beleg für ein Gespräch mit einer Therapeutin gebraucht, da ging es um eine Bekannte und ich hatte ein begleitendes Gespräch mit der Therapeutin um über den Zustand der Bekannten zu sprechen.

    Wegen meiner zerstreuten Art und wegen Kopfschmerzen und Anspannung entstandenem Ärger, kam der Arzt plötzlich mit der fixen Idee und fragte mich ab, ob ich eine paranoide Störung hätte. Im Ernst: Der Verdacht ist so schnell ausgesprochen und wenn er einmal da ist?

    Ich erinnere mich an eine Erzählung, ich meine von Watzlawik? in einem Vortrag?
    Eine Frau sitzt in einem KRankenhaus. Sie wird von einem Arzt aufgefordert ihm zu folgen, er würde sie jetzt wegbringen. Die Frau weigert sich und sagt sie besuche nur jemand. Sie regt sich auf, will natürlich nicht in eine andere Klinik. Der Arzt holt Betreuer, man spritzt der Frau zwangsweise ein Beruhigungsmittel, packt sie in einen Krankentransport in Richtung einer anderen Klinik in einer anderen Stadt. Der Frau wurde eine schizophrene Wahnstörung unterstellt. Auf dem Weg noch wird der Wagen zurückgerufen. Es habe sich um einen Irrtum gehandelt: Der Arzt hat die falsche Zimmernummer aufgesucht. Die wirklich schizophrene Patientin saß wohl woanders.

    Wenn man Mollath ‚(oder andere Verdächtige) also in eine Rolle drängt, in der er nichts mehr machen kann und alles was er tut, angeblich getan haben soll, sagt oder sagte. Wenn jeder Einschlag seiner Persönlichkeit gegen ihn verwendet wird oder werden kann um das Urteil zu bestätigen, das ursprünglich auf ganz anderer Basis fußte.
    Was ist dann? Dann haben viele Kritiker der Psychiatrie mit vielen Vorwürfen einfach nur Recht.

    Grüße

  98. JolietJake
    17. Juli 2014, 03:58 | #98

    Andererseits: Ich hatte mal einen Zwischenfall mit einem Arzt, ich war schlecht drauf, hatte einen Beleg für ein Gespräch mit einer Therapeutin gebraucht, da ging es um eine Bekannte und ich hatte ein begleitendes Gespräch mit der Therapeutin um über den Zustand der Bekannten zu sprechen. Wegen meiner zerstreuten Art und wegen Kopfschmerzen und Anspannung entstandenem Ärger, kam der Arzt plötzlich mit der fixen Idee und fragte mich ab, ob ich eine paranoide Störung hätte. Im Ernst: Der Verdacht ist so schnell ausgesprochen und wenn er einmal da ist?

    Nach deinen Kommentaren habe ich den Eindruck, dass das keine „fixe Idee“ des Arztes war sondern eine fundierte Diagnose.

  99. Küstennebel
    17. Juli 2014, 06:52 | #99

    Schon klar hohlbirniger Witzbold, hab schon besser gelacht :p

    Offenbar sind Sie überfordert mit ein paar Zeilen Text :o)

    Aber wenn Sie lieb fragen, werde ich Ihnen den Text und die Punkte&Positionen erklären, die ich damit bezweckt hatte. Dann müssen Sie sich nicht weiter anstrengen, um den Nebel selbst zu lichten ^^
    Natürlich steht Ihnen auch frei weiterhin den Troll zu geben. Jeder wie er mag.

  100. Gisander
    17. Juli 2014, 08:27 | #100

    Es gibt – die wahren Fakten – die falsche Fakten und – die individuellen Perspektiven.</p

    Erinnert von ferne an the unknown known.

  101. Bernd Schneider
    17. Juli 2014, 08:54 | #101

    ….das ist mir zu lang und zu wenig strukturiert für den blog. passe,sorry

  102. pelacani
    17. Juli 2014, 09:03 | #102

    Küstennebel :

    Ich finde in keiner Darstellung auf Psiram die Erklärungen wieso Mollath die Reifen so diletantisch zerstört hätte haben sollen.

    Das liegt wahrscheinlich daran, dass wir kein Reifen-Blog sind.

    Denn die ersten Gutachten stützten die paranoiden Wahnvostellungen auf Mollaths Schwarzgeldberichte. Für einen Gutachter mag das auch so aussehen, aber das die tatsächlich stimmen, das wurde später klar und letztlich sind damit samt und sonders die Belege für Mollaths Gefährlichkeit und seine Paranoiden Wahnvostellungssysteme obsolet.

    Nein. Ein Patient mit hypochondrischem Wahn kann krebskrank sein, die Ehefrau eines an Eifersuchtswahn Erkrankten kann fremdgehen etc pp.

    kam der Arzt plötzlich mit der fixen Idee und fragte mich ab, ob ich eine paranoide Störung hätte.

    Wenn es so gewesen ist, dann war das krass unprofessionell: Die Antwort „ja“ würde bedeuten, dass es nicht stimmt, und die Antwort „nein“ hätte keinerlei diagnostischen Wert. Psychiatrische Kenntnisse von nicht-psychiatrischen Ärzten unterscheiden sich im Schnitt nicht von denen der der Journalisten, der Juristen oder denen der Allgemeinbevölkerung.

  103. Bernd Schneider
    17. Juli 2014, 09:13 | #103

    Ein Problem scheint mir zumindest zu sein, dass im fall Mollath immer munter zwei verschiedene Themenkreise durcheinandergewürfelt werden. Im einen, nenen wir ihn das „juristische Verfahren“ geht es darum ob dem Angeklagten die Taten so nachgewiesen (Beweise, Wertung der Indizien) werden konnten dass eine Verurteilung gerechtfertigt war.
    Im zweiten Kreis geht es darum ob denn Herr Mollath nun Wahnkrank ist oder nicht, und ob denn an der „grössten Steuerverschwörung“ aller Zeiten etwas dran ist, er von dunklen Mächten (Banken, Anwälten, Psychiatern, Richtern, Rotariern) in einem Komplott zum „Staatsfeind Nummer eins“ gemacht wurde. Es deutet sich an, dass im Wiederaufnahmeverfahren die Beweise zu dünn für eine (theoretische, nicht mögliche) Verurteilung sein werden, sich die Verschwörung als Wahngebilde entpuppen wird und, am schlimmsten, der Nymbus Mollath als knorriger Einzelkämpfer beschädigt wird in dem seine psychischen Probleme deutlich werden, selbst die Süddeutsche ruder ja schon langsam zurück. Es ist zu befürchten, dass alle die ihn benutzt haben um ihre eigenen Agenden wie z.B. Antipsychiatrie und Frauenhass zu personalisieren, spätestens dann abspringen, wenn der erste ruft „der ist ja nackt“ und dann deutlich wird, dass es der s.g. Unterstützerszene um genau eins nicht ging, um den, vielleicht kranken und hilfsbedürftigen, Gustl. Ich bin viele der Beitrage auf Psiram nochmal durchgegangen, und genau diese Befürchtung war Anlass der kritischen Nachfragen in Blog und Forum.

    @Küstennebel, lass doch bitte Deine pubertären persönlichen Angriffe einfach stecken.

  104. Küstennebel
    17. Juli 2014, 14:03 | #104

    [quote=“Gisander“] 17. Juli 2014, 08:27

    [quote=“Küstennebel“] Es gibt – die wahren Fakten – die falsche Fakten und – die individuellen Perspektiven.[/quote]

    Erinnert von ferne an the unknown known.[/quote]

    Kenn ich nich … musst ich googeln :o)

    Ich meinte nur einfach was ich schrieb. Es gibt richtige und falsche Tatsachen und das was wir uns konstruieren. Letzteres versuchen wir halt so nah an den richtigen Fakten wie möglich zu bekommen.
    [quote=“palescani“]
    Das liegt wahrscheinlich daran, dass wir kein Reifen-Blog sind.[/quote]

    Ach so. Der Hauptbelastungsgrund wurde letztlich durch einen Hinweis vom Richter Brixner an einen Polizeibeamten ins Rollen gebracht. Es wurde durch diesen Polizisten eine Urkundenfälschung begangen um die Sache Mollath anzulasten.

    Dieser bestreitet noch immer die Taten und es gibt nicht den allergeringsten Beweis dafür. Nur eine Aussage seiner Ex-Frau?

    Aber Sie sind hier ja kein Reifenblog. Wenn man sich dann mit einem Rechtsfall mit Zwangtseinweisung befasst und die zwei wichtigsten behaupteten Fakten die zur Einweisung und innerhalb der Gutachten zur Einstufung als gemeingefährlich und wahnhaft führten, wenn also diese beiden grundlegenden Anklagepunkte als gefakt, falsch und sich als stümperhaft konstruiert ohne wirkliche Indizien alleine auf die Behauptung der EX-Frau gründen, nun dann ist das natürlich völlig unwichtig.

    Eigentlich alles unwichtig. Sie bringen also die gesamte Situation auf den Punkt: Mollath ist nicht Mainstream, Mollath ist komisch. Sein Geschwätz überzogen und in weiten Teilen sei das falsch, ist zwar widerlegt, kümmert offenbar viele noch immer nicht. Schwarzgeldvorwürfe sind wahr, die Körperverletzungsvorwürfe fragwürdig und sicher ein Grund für eine juristische Folge, jedoch nicht ausreichend jemanden in die Klappse einzuweisen)

    Was man hier bei dem Zitat von Gabriele Wolf wohl auf den Punkt genau nachlesen kann und auch letztlich dem Gutachten von Simmerl entspricht.

    [quote=“Wikipedia Mollathartikel“]Der vom Amtsgericht Straubing beauftragte Gutachter Hans Simmerl, Oberarzt im Bezirksklinikum Mainkofen, unterhielt sich 2007 mehrere Stunden mit Mollath und sprach sich für eine Aufhebung der Betreuung aus sowie konstatierte keine Hinweise auf eine psychotische Erkrankung und schloss schizophrentypische Wahnideen aus.[14] Er attestierte dagegen Hinweise auf eine „fanatisch-querulatorische Persönlichkeit“ (ICD 10- F. 60), Mollaths Überzeugungen seien daher am ehesten als „überwertige Idee“ einzustufen. Ein Hinweis auf eine psychotische Erkrankung fände sich nicht.[19]http://de.wikipedia.org/wiki/Gustl_Mollath#Gutachtenlage[/quote]

    [quote=“gabriele wolf“]Ja, natürlich provoziert ein Angeklagter, der ein Gericht auf strafprozessuale Fehler hinweist. Der allzu stur (wenn nicht gar querulatorisch-fanatisch) auf Recht und Ordnung bis hin zur Erfüllung der Dienstmützenpflicht von Polizeibeamten besteht. Natürlich wagt kein Pflichtverteidiger eine Konfliktverteidigung, wie sie in diesem Fall allerdings angemessen gewesen wäre. Rechtsanwältin Andrea Combé hat vom Landgericht Mannheim nach ihrer engagierten Verteidigung von Jörg Kachelmann keine Pflichtverteidigeraufträge mehr bekommen. Such is life: Gerichte wünschen sich kooperative Anwälte, die Einsicht in das jeweils Machbare haben (und sei das jeweils Machbare auch nur auf Überzeugungen des Gerichts gegründet) und die systemimmanent funktionieren.

    Mollath dagegen, ein Mensch, der verquer war, verstörend, grundsätzlich denkend, historisch und politisch einer fundamentalen Kapitalismuskritik verpflichtet, die die Verantwortung für die ganze Welt immer mitbedenkt, in seinen ethischen Grundsätzen so rigide, daß er zu keiner Diplomatie und zu keinen opportunistischen Zugeständnissen fähig war, wie es heutzutage von Menschen als Ausweis von Normalität erwartet wird: ein solcher Mensch, auch wenn er nicht pathologisiert wird, hat vor Gericht schon verloren. Denn im Gerichtssaal findet ein Ritual statt, innerhalb dessen Macht ausgeübt wird. Wer sich verhält wie Mollath, der die Spielregeln weder kennt noch akzeptiert, gleichwohl aber pingelig an der Strafprozeßordnung klebt, wird scheitern. Zusammengekettet an einen durch das Gericht als kooperativ konnotierten Verteidiger sowieso.[/quote]https://gabrielewolff.wordpress.com/tag/beate-lakotta/)

    [quote=“palescani“]Wenn es so gewesen ist, dann war das krass unprofessionell: Die Antwort “ja” würde bedeuten, dass es nicht stimmt, und die Antwort “nein” hätte keinerlei diagnostischen Wert. Psychiatrische Kenntnisse von nicht-psychiatrischen Ärzten unterscheiden sich im Schnitt nicht von denen der der Journalisten, der Juristen oder denen der Allgemeinbevölkerung.[/quote]

    Jain, das ist das Problem. Der Arzt hat natürlich nicht wörtlich gefragt, aber ich bin nicht unbedarft, seine Fragen zielten in diese Richtung. Am Ende ist das ja auch ok, er wollte helfen und ich weiß das mein Eindruck an diesem Tag unter aller Sau gewesen sein muss, aber sowas kommt vor und genau das meine ich:

    Es gibt mehr als nur die eine Erkenntniss.

    [quote=“palescani“]Nein. Ein Patient mit hypochondrischem Wahn kann krebskrank sein, die Ehefrau eines an Eifersuchtswahn Erkrankten kann fremdgehen etc pp.[/quote]

    Das ist schon fast extremer Zynismus.

    Weil er Recht hatte, ist das Wahngebäude, das eigentlich auf Tatsachen beruht, keines mehr sondern sein gesamtes Verhalten ist neu zu bewerten, wenn sein angeblicher Wahn nämlich keiner ist!
    Es muss dann also als eine tatsächliche existenzielle Bedrohungslage seiner Person und seines Lebens gewertet werden. Vielleicht ist dann mit seiner penetranten Persönlichkeit und seiner Art sich die Welt zu erklären sein Verhalten leichter verständlich.

    Es geht solchen Leuten oft um Verhaltensmuster und daraus resultieren dann oft die Verschroben wirkenden Assoziationen zwischen totalitären Herrschaftssystemen und einer heute (subjektiv) erlebten Ungerechtigkeit.

    Herr Bernd Schneider, ich habe die letzen Tage viel über Mollaths Fall gelesen.
    Ich sehe nicht einmal ansatzweise das Ihre Darstellung
    [quote=“Bernd Schneider“]
    Es deutet sich an, dass im Wiederaufnahmeverfahren die Beweise zu dünn für eine (theoretische, nicht mögliche) Verurteilung sein werden, sich die Verschwörung als Wahngebilde entpuppen wird und, am schlimmsten, der Nymbus Mollath als knorriger Einzelkämpfer beschädigt wird in dem seine psychischen Probleme deutlich werden, selbst die Süddeutsche ruder ja schon langsam zurück.[/quote]

    Ansonsten stimme ich mit Ihrer kritischen Anmerkung der Vermischung mehrerer Bereiche überein.
    Juristische Dinge und die Vermischung mit angeblichen Wahnideegebäuden sind von der Anklage und den Gutachtern gemischt worden bis dahingehend, das Juristen sein Wegsperren möglich machten und das auf Grundlage offenbar mies gemachter Gutachten, deren Basis wiederum die nie bewiesenen Unterstellungen des Gerichts waren (allem voran Reifenstecherei, die Körperverletzung war da nur Beiwerk) und der falsche Eindruck durch die Gutachter, weil sie weder das Verhalten Mollaths von der richtigen Perspektive betrachteten, noch seine Erklärungen als möglicherweise Wahr einstuften und damit automatisch genau das vorfanden, was ich schon ganz zu Anfang ansprach und durch Watzlawiks Erzählung unterstreichen wollte:

    Sie sahen jemanden, von dem sie als Gutachter einen Wahn erwarten konnten, sie nahmen die Erklärungen Mollaths zu illegalen Geschäften und sein stumpfsinniges Verhalten und vor allem aber die von der Anklage und offenbar Brixner konstruierte Gemeingefährlichkeit und bastelten daraus eine schwere psychiatrische Störung.

    Kann man den Gutachtern glaube ich nicht mal wirklich vorwerfen, das ihnen der Eindruck entstand. Tatsache jedoch das die Basis der Gutachten nicht existiert hat und der Persönlichkeitseinschlag Mollaths hier ursächlich gewesen zu sein scheint.

    @Berndschneider
    Selbstverständlich Herr Schneider, ich werde nie wieder eine alberne flapsige Bemerkung in Ihre Richtung zu machen. Sie haben völlig Recht! So ein kindliches albernes Verhalten ziert sich nicht. Man muss schon auf der Basis von Autorität, Ordnung und Struktur kommunizieren. Erlauben Sie bitte eine Frage: Fühlen Sie sich immer von flappsigen pupertären Kommentaren gleich angegriffen?

  105. Lambrusco
    17. Juli 2014, 14:05 | #105

    …ja, immer gleich dümmlich.

  106. Lambrusco
    17. Juli 2014, 14:06 | #106

    …ach Herr Schneider war ja gefragt.

  107. SlowPoke
    17. Juli 2014, 14:26 | #107

    @ Küstennebel
    „Mollath dagegen, ein Mensch, der verquer war, verstörend, grundsätzlich denkend, historisch und politisch einer fundamentalen Kapitalismuskritik verpflichtet, die die Verantwortung für die ganze Welt immer mitbedenkt, …“

    Ach so, ah, ja ja. Deswegen hat er ja auch ausgerechnet das Restaurieren von Luxus-Oldtimern zu seinem Geschäft gemacht (machen wollen)…

    kopfschüttelnd,
    SlowPoke

  108. Küstennebel
    17. Juli 2014, 16:17 | #108

    Guter Punkt. Stinkt nach bischen Heuchelei, wenn Mollath sowas selbst gesagt hätte. Es ist allerdings eine Einstufung von Frau Wolf, übereinstimmend mit anderen Informationen. Ich selbst weiß es nicht genau, aber was Mollath sich an Eigenheiten leistet, ist schon grenzwertig, ja.
    Dennoch: Niemand kann von einem Angekagten mehr erwarten, als von jedem X-Beliebigen Menschen. Auch Frau Wagenknecht fährt Auto (wars nich sogar Porsche?) und lebt mit Sicherheit auf breiterem Fuß als der Arbeiter. Kapitalismuskritische Ansichten verhindern ja nicht den Konsum und auch nicht den Luxuskonsum.
    Es passt jedoch sehr wohl in den Kontext von Mollaths Verhalten, der in der Illegalität der Tätigkeiten seiner Ex-Frau eine schweres Vergehen sah, während genügend in der Kapitalschweren Gesellschaft das Steuerhinterziehen als einen Kavaliersdelikt betrachten und sportlichen Ehrgeiz dabei an den Tag legen.

    Ich halte die Einschätzung für warscheinlich und möglich. schizotypische Charaktere neigen zu diesem Verhalten. Jedoch wurde er nicht mit schizotypischer Persönlichkeitsstörung eingestuft (von simmel) sondern wegen bereits wiederlegter Rahmenbedingungen schlimmer verurteilt.

    Mollath hat einen Tick, ist offensichtlich. Meine Position ist nicht, wie die Verallgemeinerungen das mir unterstellen das ich Mollathjünger sei, ich sehe den Mann kritisch und würde so oder so eine Therapie empfehlen. Dem muss wirklich mal jemand klar machen, das man bestimmte soziale Regeln nicht seinem eigenen egozentrischen Wahrnehmungssystem beugt.

    Das gilt aber nicht nur für Mollath, sondern auch für Gutachter, Richter und Polizisten sowie Klinikpersonal und Co.

    Oben schrieb ich auch schon wie sehr mich Mollaths undifferenzierter Anti-Psychiatrie Feldzug ärgert. Davon abgesehen kann es aber auch sein, das das verrostete System verdient durchgeputzt zu werden und Patientenwohl wieder in den Mittelpunkt gerückt. Dafür brauchts vielleicht eine öffentliche Empörung um Verantwortlichen den Handlungsbedarf auch zu signalisieren. Es schadet auch nichts, wenn Psychiatriefachpersonal bewußter wird, das ihnen auf die Finger geschaut wird.
    Im Ernst: Schaden kann das nicht!

    Und das Bürger panische Angst vor Psychiatrie haben, dafür brauchts keinen Mollath. Das erledigt das intransparente System schon selbst, neben der gesamten Fremdheit von Psychiatrie an und für sich und den damit auch und insbesondere Medial aufgebauten Ramschbildern darüber.

    Ehrlich, wenn Mollath rein gehört, dann mindestens jeder zweite Veganer, Ernährungsberater, Ökofitze und Klimakirchgänger/Antiklimakirchgänger, rechtsradikale, Linksradikale, Marktradikale, Waffennarren, …

    Eigentlich Zaun um den Planeten und gut is. „Neues Aus der Anstalt“ – Der Titel sagt schon was ich meine :o)

    Schönen Tag

  109. pelacani
    17. Juli 2014, 17:49 | #109

    Küstennebel :

    diese beiden grundlegenden Anklagepunkte als gefakt, falsch und sich als stümperhaft konstruiert ohne wirkliche Indizien alleine auf die Behauptung der EX-Frau gründen

    Wenn das alles so ist, warum dann erst ein Wiederaufnahmeprozess? Ist der denn nicht eine Farce?

    Mollath ist komisch […] [und alles, was Du über die Psyche des Herrn M. schwadronierst]

    Das genau ist gemeint mit Volksexpertise.

    Gabriele Wolf

    Gabriele Wolff nimmt es sich nicht übel, gespreizten Unsinn zu schwafeln über Dinge, von denen sie nicht die leiseste Ahnung hat, und sie ist auch noch stolz drauf. Damit nicht genug: zeige mir eine Diskussion mit Leuten, die in der Causa Mollath – mit Gründen! – anderer Meinung sind, in der sie nicht überheblich, diffamierend, beleidigend oder ausfällig geworden ist. Eine genügt. G. W. zu zitieren bedeutet, sich aus einer Diskussion zu verabschieden.
    Vgl. https://forum.psiram.com/index.php?topic=11591.0

    Simmerl

    Simmerl hat ein Betreuungsgutachten erstellt, und er hatte die Gerichtsakte nicht. Zur Kritik vgl Gutachten Kröber, findest Du bei Strate.

    Das ist schon fast extremer Zynismus. Weil er Recht hatte, ist das Wahngebäude, das eigentlich auf Tatsachen beruht, keines mehr sondern sein gesamtes Verhalten ist neu zu bewerten, wenn sein angeblicher Wahn nämlich keiner ist!

    Wo hast Du denn das her, dass er da recht hat? Er hat behauptet, er decke die größte, wahnsinnigste Schwarzgeldverschiebung auf, bei der es um Milliarden geht, und tatsächlich ist ein Verstoß gegen bankinterne Regeln, aber nicht mal ein bisschen Schwarzgeld nachgewiesen; vgl.
    #75. Ein wenig mehr kritischer Umgang mit Quellen könnte Dir nicht schaden, scheint mir.

  110. blubberdiblubb
    17. Juli 2014, 20:47 | #110

    @pelacani: „…ein Verstoß gegen bankinterne Regeln…“
    Nur zur Ergänzung: Nicht nur gegen bankinterne Regeln, sondern u.a. gegen das Geldwäschegesetz. Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass „nicht mal ein bisschen Schwarzgeld nachgewiesen“ wurde. 🙂

    Was gerne übersehen (bzw. nicht verstanden) wird, ist, dass das Strafrecht einer völlig anderen Logik folgt als der Maßregelvollzug. Beim Strafrecht geht es, wie der Name schon sagt, in erster Linie um Bestrafung, also Sühne (und General- und Spezialprävention). Deshalb gilt hier das rechtstaatliche Prinzip „im Zweifel für den Angeklagten“. Beim Maßregelvollzug geht es aber in erster Linie darum, einem kranken Menschen zu helfen und die Gesellschaft vor gefährlichen psychisch Kranken zu schützen, es stellt KEINE Strafe dar (auch wenn es natürlich genau so wie eine Gefängnisstrafe auf Einsperren hinaus läuft). Das kann bedeuten, dass jemand wahrhaftig „für immer“ weggesperrt wird. Andererseits könnte aber jemand, der nicht mehr als gefährlich begutachtet wird, weniger Zeit eingesperrt sein als wenn er als schuldfähiger Täter zu Gefängnis verurteilt worden wäre.

    Mollath wurde wegen Schuldunfähigkeit freigesprochen. Da das absehbar war, war man womöglich nicht sehr gründlich bei der Beweisaufnahme, wie man es hätte sein müssen, um ihm die Taten nachzuweisen (ob das möglich gewesen wäre steht natürlich auf einem anderen Blatt). Für die Anordnung des Maßregelvollzugs hat es aber ausgereicht, zusammen mit den psychiatrischen Gutachten.

    Man kann natürlich mit guten Gründen argumentieren, dass auch für den Maßregelvollzug „im Zweifel für den Probanden“ gelten sollte, da es um eine einer Gefängnisstrafe vergleichbare Freiheitseinschränkung geht. Das würde aber auch bedeuten, dass etliche Menschen, die eigentlich psychiatrische Hilfe bräuchten, diese nicht mehr erhalten würden. Und wenn es sich bei dem Probanden um einen Sexualtäter handelt, dann wäre natürlich das Geschrei auch wieder groß, wenn man den aus Mangel an Beweisen einfach laufen lassen müsste, obwohl pychiatrische Gutachten von seiner Gefährlichkeit ausgehen.

  111. Küstennebel
    17. Juli 2014, 21:08 | #111

    Och nee … das schreib ich nicht noch mal neu …

    Keine Ahnung wo der Beitrag is, aber ich hege den Verdacht nicht viele werden Ihn vermissen^^

  112. pelacani
    18. Juli 2014, 07:08 | #112

    Küstennebel :

    Och nee … das schreib ich nicht noch mal neu …

    Keine Ahnung wo der Beitrag is, aber ich hege den Verdacht nicht viele werden Ihn vermissen^^

    Manchmal hakt es etwas mit der Verbindung. Tipp: Schreib’s erstmal vor. Dann kannst Du es zur Not nochmal reindrücken (Mein Hintergedanke ist natürlich: lies es selber vorher noch einmal durch, bevor Du postest). Hast Du übrigens die sachliche Diskussion von G. W. gefunden? Ich bin ganz heiß drauf.

  113. Gisander
    18. Juli 2014, 10:53 | #113

    @ blubberdiblubb:

    Das ist strafrechtlich so nicht ganz richtig. Richtig ist:

    Das Strafrecht ist im Grundsatz ein Schuldstrafrecht. Eine Kriminalstrafe erhält nur der, der einen Straftatbestand (objektiv) verwirklicht und einem persönlichen Schuldvorwurf ausgesetzt ist. Dieser Schuldvorwurf setzt sich zusammen aus der Schuldform (Vorsatz oder Fahrlässigkeit) und der peersönlichen Fähigkeit, überhaupt schuldhaft handeln zu können.

    Eine echte Kriminalstrafe kann also nur über den schuldfähigen Täter verhängt werden. Maßregeln der Sicherung und Besserung können auch den schuldunfähigen Täter treffen. Das betrifft aber nur das Schuldelement, nicht die objektive Tatbestandsseite. Die Verhängung einer Maßregel setzt jedenfalls die beweiskräftige Feststellung voraus, dass ein Straftatbestand objektiv verwirklicht wurde. Und da gilt selbstverständlich auch der Grundsatz: Zweifel gehen nicht zu Lasten des Angeklagten.

    Echte Kriminalstrafen haben nach klassischem Verständnis mehrere Zwecke: Sühne für die Tat; Generalprävention und Spezialprävention. Die beiden letzeren sind nicht Teilaspekte der Sühne. Sühne orientiert sich am Täter, an dem der Ausgleich begangenen Unrechts volzogen wird. Generalprävention verfolgt einen Zweck außerhalb des Täters, in der Spezialprävention überschneidet sich beides. Spezialprävention bedeutet: man möchte erreichen, dass genau dieser Täter künftig keine Straftaten mehr begeht. Die Mittel dazu sind durchaus unterschiedlich. Sie reichen vom Wegsperren in der Sicherungsverwahrung bis zur Behandlung in der Psychiatrie.

    Maßregelvollzug ist so oder so Strafvollzug. Wer objektiv keine Straftat begangen hat, gerät dort nicht hinein – allenfalls auf anderen, außerstrafrechtlichen Wegen. Maßregelvollzug trifft also nicht schlechthin den kranken Menschen, sondern den kranken Straftäter. Es gibt also auch keine Tatsachenfeststellung minderer Art und Güte, die nicht für den Knast, aber eben noch für die Psychiatrie ausreichte.

  114. Bernd Schneider
    18. Juli 2014, 12:56 | #114

    Schaut so aus als wolle Herr Strate die Abkürzung im Fall Mollath nehmen. Freispruch aus Mangel an Beweisen und ohne die Aufdeckung des „grössten Schwarzgeldskandales aller Zeiten“. Laut Strate muss Herr Mollath dann wohl einerseits damit leben „das immer was bleiben wird“ und andrerseits mit der „normalen“ Haftentschädigung, die wahrscheinlich noch nicht mal die Anwaltsfahrkosten deckt, er hat ja dann zumindest endlich Zeit zur Jobsuche,.

    Verteidiger Gerhard Strate erklärte in der Pause: Er und sein Mandant seien auf der „Siegerstraße“, es werde immer etwas bleiben, aber nichts Strafrechtlich-Relevantes.

    Verteidiger Strate teilt dann mit, dass er nächste Woche bereits plädieren könne.

  115. Bernd Schneider
    18. Juli 2014, 13:17 | #115

    Das Ergebnis dieser Farce bleibt dann? *sarkasmusan*….wahrscheinlich hat er gewürgt und gestochen; war nur nicht zu beweisen; ziemlich sicher hat er was an der Waffel; is aber jetzt wurscht……*sarkasmusaus*

  116. blubberdiblubb
    18. Juli 2014, 15:53 | #116

    @Gisander: Das ist natürlich so alles viel genauer ausgedrückt, ich bin ja auch ein juristischer Laie ;-). Worauf ich hinaus wollte, ist, dass das Argument „Sieben Jahre sind für die Tat viel zu lange“ nicht zieht, weil der Maßregelvollzug einer anderen Logik folgt als die Gefängnisstrafe. Die Spezialprävention steht bei ersterem einfach im Vordergrund. In dem Moment, wo jemand schuldunfähig ist, hat er ja nichts zu sühnen und eine Generalprävention ist vermutlich bei psychisch Kranken potenziellen Tätern eher nicht anzunehmen. Im Maßregelvollzug bleibt man so lange, wie man eine Gefahr für die Gesellschaft darstellt. Im Gefängnis so lange, bis man die Tat gesühnt hat. Bei der Gefängnisstrafe hängt die Länge von der Schwere der Tat ab, beim Maßregelvollzug von der Gefährlichkeit des Täters. Beides ist natürlich korreliert. Aber wenn ich schon aufgrund der Körperverletzung zu dem Urteil komme, dass Mollath gefährlich ist, dann muss ich nicht noch zusätzlich hieb- und stichfest die Reifenstechereien nachweisen.

  117. Küstennebel
    18. Juli 2014, 17:28 | #117

    [quote=“palescani“]Wenn das alles so ist, warum dann erst ein Wiederaufnahmeprozess? Ist der denn nicht eine Farce?[/quote]

    Fakt1: Die Verhandlung gab Mollath nicht die Möglichkeit einer fairen Verteidigung. Richter Brixner ist vielfach wegen seiner Art und Haltung im Gericht gegenüber dem Angeklagten angegangen worden.
    Fakt2: Beweismittel wurden fingiert, konstruiert und der gesamte Verhandlungsablauf gestaltete sich mit Absicht oder ohne Absicht zum Nachteil des Herrn Mollath.
    Fakt3: Ausserhalb der Verfahrensfehler und menschlich wie auch beruflichen Fehler des Richters, sind Gründe gefunden worden, die ein Wiederaufnahmeverfahren rechtfertigen, völlig ausserhalb! des Radars zwischen Brixners möglicher Verfahrensfehler und Art der Verhandlungsführung.

    Alleine deshalb, und nicht wegen sonst irgendetwas anderem ist sein Wiederaufnahmeverfahren völlig gerechtfertigt und steht Herrn Mollath auch zu.

    [quote] Mollath ist komisch […] [und alles, was Du über die Psyche des Herrn M. schwadronierst]

    Das genau ist gemeint mit Volksexpertise.[/quote]

    Nein. Das lasse ich so nicht gelten.

    Ich resümiere über die vorhandenen Informationen und bin nebenbei fachlich in psychiatrisch/psychologische Zusammenhänge soweit involviert das ich mit den Diagnosen und den Konzepten etwas anfangen kann.
    Mollaths Zustand wurde durch Herrn Simmerl unabhängig von den Strafakten beurteilt. Sein Urteil führt letztlich genau das was ich mit meinen Worten unterstreiche aus.

    Das hat mit Volksmund nicht mehr viel zu tun. Es unterstreicht Ihre eigene Haltung, das es nur einem Fachmann möglich sein solle, ein Urteil sich zu erlauben. Menschenkenntniss, Informations- und Wissenserwerb- und Auswertung wird damit für den Nicht-Experten obsolet. Allgemeinbildung überflüssig. Denn die ist nichts wert, weil am Ende hat nur der Experte Recht und damit auch Macht zu Urteilen und eine Kontrolle ist ausschließlich durch andere Experten möglich.
    Sie protegieren damit eine elitär konstruierte ausschließliche Beurteilungsfähigkeit von Sachverhalten durch Fachleute in dem Sinne, das als Fachmann nur noch der gilt, der nach bestimmten Kriterien eine Ausbildung genossen hat und einem entsprechenden Berufsbild folgt, entsprechend in den dazu passenden Netzwerken tätig ist, dort seinen Mittelpunkt hat.

    Wenn das so ist, dann brauchen wir wirklich hier nicht diskutieren. Denn das ist auch der Punkt bei Gabriele Wolf, soweit ich das sehe. Die Frau ist im Fall als Expertin involviert. Die Rechtslage und die Gerichtspraxis sind der Frau bekannt. Sie kennt auch die Gutachterszene in dem Sinne, das sie sie selbst beruflich erlebt hat.
    Sie legen aber jede Art der Gesprächsführung in einer korinthenkackerischen Formwahrung fordernden sophistischen Beweisführung zurecht, in der es nicht mehr um Inhalte und Sachverhalte geht.
    Das ist eine bewußte oder unbewußte Strategie Expertenmacht und damit auch -hörigkeit zu manifestieren und die Prüfung von Sachverhalten durch Laien zu unterbinden, unabhängig davon ob Laien nicht auch entsprechende Bildungsanstrengungen unternommen haben.

    Meine Aussage ist also ein umgangssprachliches Resümee meiner Informationen und meines Wissens über die Zusammenhänge. Wenn Sie das nicht respektieren können oder wollen, seis drum. Ich bin mir sehr bewußt das ich in einem Gespräch gegenüber Wortklaubern keine Chance habe. Dann brauchen wir nicht mehr weiterreden oder das Thema ergründen.

    Das Simmerl die Strafakte nicht hatte, weiß ich doch längst. Ich habe ja die letzten Tage einiges zu der Sache gelesen und bemühe mich um differenzierte Informationen. Aber während ich auf ihren Seiten überall nur süffisantes Vorführen irgendwelcher Zitate von irgendwelchen Leuten finde, sehe ich auf der Gegenseite systematische Zusammenstellungen ovn Informationen, Sachverhalten und die sind durchaus oft in einen emotionalen und empörten umgangssprachlichen Zusammenhang eingeordnet. Ja klar, aber an der Information ist meistens nichts gefrickelt. Solang es nicht die Informationen der Schmierenkampagneros aus den Medien sind. Interessanterweise wie ich weiter oben anmerkte aus der Schwarzer-Emma-Schmiede stammende Journalistinnen. Ok, muss nicht viel heißen, aber seit Kachelmann KANN das eine Menge heißen. Ein Mann, eine Frau ein Konflikt: Der Mann ist für die Emanzen Schuldig, so oder so. Wenn nicht buchstäblich dann auf jeden Fall symbolisch. Insofern sind anrüchige Beiträge von Emma-Preisträgerinnen und damit höchstwarscheinlich auch Seilschafterinnen aus dieser Szene mit vorsicht zu genießen.

    @Herr Bernd Schneider

    Ihre Darstellungen und Verächtlichmachung von Herrn Mollath und seinen in Details mehr oder weniger zutreffenden Angaben bedienen doch nur ihr eigenes Urteil, er sei nicht ganz dicht. Von sachlicher Analyse findet sich in Ihren Formulierungen nicht viel. Sie formulieren so, damit Mollaths Aussagen weiterhin als Spinnereien klingen, sie sind es aber nicht.

    Fakt ist: Mollaths Vorwürfe waren nicht haltlos, sondern hatten einen realen Hintergrund. Fertig aus. Das Mollath massiv Angst bekam, befürchtete er käme durch diese Leute indie Klappse, das das möglich sein könnte, steht ausser Frage.
    Das aber auch der ganze Ablauf durch andere Zusammenhänge und INSBESONDERE durch Mollaths Art und Auftreten sowie seinen völlig verständlichen emotionalen und persönlichen Zusammenbruch zu der Zeit bedingt sein könnte und die Irrtümer der Gutachter insbesondere wie Sie genauso Mollaths Aussagen als Wahngebäude titulierten und daraus ableitend Mollath zu Unrecht Wahn attestierten und seinen tatsächlichen Zustand nicht mal erkannten, das zeigt, das Grundsatz Kritik ala Gabriele Wolf am System der psychiatrischen Gutachtertätigkeit bei Gerichtsverfahren absolut begründet ist.

    Darum gehts, nicht darum was Mollath in irgendeinem Nebensatz irgendwo für überzogene Interpretationen über die Sachverhalte geliefert haben könnte.
    Auch Interessant, das Sie diese Informationen für so dringend und wichtig halten, aber alle möglichen entlastenden Informationen offenbar mehr oder minder überlesen.

    Nein, Mollath hat nicht warscheinliuch gestochen, sondern eher Unwarscheinlich. Da sind Beweise konstruiert und Behauptungen aufgestellt worden, die nicht beweisbar sind. Fertig aus. Wenn das nicht beweisbar ist, gibt es keine Reifenstecherei.
    Selbst wenn man die Reifenstecherei ernsthaft in Erwägung zieht, geht daraus keine Gefährdung hervor, wie es das Gericht behauptete, sondern ein technisches Gutachten hätte durchaus klären können, das selbst mit 250 Sachen ein langsam plättender Reifen eines Luxuswagens keinerlei Probleme macht. Man kann einfach beiseite fahren. Dafür gibt es viele mehrfachredundante Schutzmechanismen. Diese hätte Mollath gekannt und entweder die nicht bewiesenen Stechereien trotzdem begangen haben können im Bewußtsein das eben gerade nichts passiert, oder aber wenn er es auf eine echte Schädigung anlegen wollen, etwas ganz anderes machen müssen. Als KFZ kundiger Mensch wären ihm sicherlich mehrere Wege offen gestanden Fahrzeugmanipulationen so auszuführen, das sie eine entsprechende Gefährdung ausgelöst hätten. Plumpes Reifenstechen zählt da nicht dazu.

    So entpuppt sich dieser unbewiesene Vorwurf auf der alleinigen schwammigen Aussage der Ex-Frau Mollaths, gleichzeitig fingierter Beweise! durch einen Polizisten im Auftrag oder nach Hinweis von Richter Brixner (das alleine ist eine Ungeheuerlichkeit!) und fadenscheiniger Argumente.

    Wäre es Mollath gewesen, hätte man die Videoaufzeichnung aufbewahrt, seine Frau erkannte ihn angeblich an seinem Gang, seinen Bewegungsabläufen. Dazu hätte ein Gutachten erstellt werden können, das Mollath eindeutig identifiziert. Wurde aber auch nicht gemacht, im Gegenteil. Die verwertbaren Beweise sind nicht vorhanden, nicht beweiskräftiges Material liegt jedoch vor.

    Auch Mollaths Aussage über den Zoff im Hause Mollath, das nämlich seine Frau IHN geschlagen und ersich dann leider gewehrt habe, das wird nicht gewürdigt. Genauso wenig wie es Richter Brixner würdigte, der diese Aussage und Verteidigung Mollaths einfach nicht lesen wollte weil er sein Urteil schon vorher gefällt hatte, oder es vermied sie zu lesen, weil er gar nicht erst wissen wollte was Mollath zu sagen hatte. Mit Unwissen kann man besser Vorurteile fahren und hinterher notfalls zur Rechtfertigung sagen „Hab ich nicht gewußt“.

    Alleine die Reaktion Brixners, er lese doch keine 110 Seiten Verteidigungsrede zeigt wie wenig Wert man der Verteidigung Mollaths beimaß, mit welcher Arroganz seine Bürgerrechte übergangen wurden.
    Das Rechtfertigt das Wiederaufnahmeverfahren völlig unabhängig von allen anderen Fakten Theorien Behauptungen oder Feststellungen. Insbesondere auch der Tatsache, auf die Sie mich hier bei Psiram ja auch aufmerksam machten: Das sein Wahn tatsächlich oder scheinbar wirklich zutreffen könnte. Das sehe ich nämlich heute auch so, nach der Faktensichtung.

  118. Küstennebel
    18. Juli 2014, 17:50 | #118

    @blubberdibbel
    [quote]
    Aber wenn ich schon aufgrund der Körperverletzung zu dem Urteil komme, dass Mollath gefährlich ist, dann muss ich nicht noch zusätzlich hieb- und stichfest die Reifenstechereien nachweisen.[/quote]

    Genau das ist eben nicht ausreichend. Mollath gab zu Protokoll das es beidseitig! zu Handgreiflichkeiten kam und die Frau ihn mit Tritten und Schlägen malträtiert hätte. Es sei an der Tagesordnung gewesen, das es zu Streits kam und im Laufe dieser Zuspitzungen hätte es solche Ereignisse gegeben, das räumte Mollath sogar ein.

    Die vorgeführten Belege reichen aber offenbar nicht aus, sind nicht Beweiskräftig. Zumal fast alles nur auf den Aussagen der Frau ohne jeden konkreten Beweis gründet.
    Genausowenig reicht es, das Mollath in dieser Scheidungssituation handgreiflich wurde ihn einzuweisen. Auch wenn das die „Schwarzerfraktion“ ganz anders sieht.

    Insofern waren die Reifenstechereien das wichtigste Belastungsinstrument und der notwendige Beweis im Zusammenhang mit der Behauptung, das diese 1. von Mollath begangen worden sein sollen (nicht bewiesen) 2. Beweise nicht oder nicht ausreichend vorhanden sind und offenbar an einigen Stellen Manipuliert wurde um Herrn Mollath in den Verdacht zu bringen 3. Nur die Ex-Frau während des Rosenkrieges mit ihrer schwammigen Aussage Mollath belastete

    Egal wie man es dreht und wendet. Selbst wenn ich die Gutachten von Leipziger und Co respektiere und unterstelle das diese unter falschen Vorzeichen erfolgten, wenn man alles zusammen nimmt, kommt man einfach nur dazu das Mollath ein neues Verfahren verdient hat, selbst dann wenn er zur Tatzeit an Reifenstecherei und oder gewesen sein sollte, was ich bis heute nicht ausschließe. Ich teile die Auffassung eines Nebensatzes, den ich in der Wikidiskussion zum Mollathartigkel fand.

    „Ob Mollath schuldig ist oder nicht, ist für die Wikipedia wurscht. Bis zum Urteil, genau dann wird die Wikipedia schreiben, wie es ausgegangen ist.“

    Ich denke das bezeichnet auch das Problem der Kommunikation. Man weiß es nicht, keiner von uns. Das ist das Dilemma. Wer meint Mollath ist schuldig, weiß mehr als die Fachleute und spielt sich auf. Wer vorgibt zu wissen Mollath sei unschuldig und nicht „bekloppt“ (oder „bekloppt“ gewesen), wer meint sicher sagen zu können das er der Buh-Mann in die Beziehung mit seiner Frau war, wer meint irgendwelche Sicherheit in seinem Urteil zu haben, der lügt oder mutmaßt.

    Genau das ist doch eigentlich der Kritikpunkt, den viele hier dem Mainstream machen. Weder die Voruverurteilung ist gerechtfertig, noch die Vorab-Entlastung und ich stelle die Behauptung auf, das ich dann doch mit einigen im Resümee gleichziehe.

    Genaues weiß man nicht.

  119. pelacani
    18. Juli 2014, 18:09 | #119

    Leider hast Du meinen Ratschlag nicht befolgt, Dir Deinen Text noch einmal durchzulesen, bevor Du ihn der Öffentlichkeit übergibst. Er ist diffus, redundant, da und dort unverständlich und stellt kontrafaktische Behauptungen als Tatsachen dar. Ich wäre vielleicht noch bereit, über einen einzelnen Satz aus diesem Text zu diskutieren. Wenn Du willst, such Dir einen aus, der Dir besonders wichtig ist.

    Küstennebel :

    Aber während ich auf ihren Seiten überall nur süffisantes Vorführen irgendwelcher Zitate von irgendwelchen Leuten finde, sehe ich auf der Gegenseite systematische Zusammenstellungen ovn Informationen, Sachverhalten und die sind durchaus oft in einen emotionalen und empörten umgangssprachlichen Zusammenhang eingeordnet.

    Systematisch fehlinterpretierte Informationen. Und Einzelaussagen muss man nicht den benachbarten Sätzen, sondern der Wirklichkeit gegenüberstellen.

    Küstennebel :

    weil am Ende hat nur der Experte Recht

    Aber das stimmt doch gar nicht. Gern zitiere ich dazu meinen Lieblingsphilosophen:

    Und wie oft geschieht es doch, daß das stolze und dünkelhafte Urteil eines Fachmanns von einem Laien zurechtgewiesen wird!
    – Paul Feyerabend

  120. Küstennebel
    18. Juli 2014, 18:12 | #120

    Hier übrigens die Anzeige von Mollath. Das er den Fantastrialliarden Vorwurf den Herr Bernd Schneider hier erwähnt gar nicht erhoben hat, sondern die Erwähnung größerer Summen nur einer allgemeinen Einleitung dienen, sollte man auch erwähnen.

    http://www.gustl-for-help.de/download/2003-12-09-Mollath-Anzeige-GenStAnw.pdf

    Auch sonst sind mir keine Quellen untergekommen, in denen Mollath wirr fantasierende Milliardenhinterziehung benennt und sie innerhalb eines wahnhaften Konstruktes phantasierend verbindet.

    Nö, im Gegenteil. Der Herr berichtet so sachlich und detailliert und fundiert über die Zusammenhänge, wie man es erwarten kann.

    MFG

  121. Küstennebel
    18. Juli 2014, 18:17 | #121

    Leider hast Du meinen Ratschlag nicht befolgt, Dir Deinen Text noch einmal durchzulesen, bevor Du ihn der Öffentlichkeit übergibst. Er ist diffus, redundant, da und dort unverständlich und stellt kontrafaktische Behauptungen als Tatsachen dar. Ich wäre vielleicht noch bereit, über einen einzelnen Satz aus diesem Text zu diskutieren. Wenn Du willst, such Dir einen aus, der Dir besonders wichtig ist.

    Naja das ist wohl das Problem von Menschen, die einen Tick anders denken.

    Macht ja nix, ich verstehe zumindest das Ihnen meine Denke zu wirr erscheint.

    Das zeigt auch wieder wie schnell attestiert werden kann, jemand „ticke nicht richtig“. Ein bischen eine andere Art zu denken, auszuführen und andere Wortwahl genügt schon um einem solide stringend denkenden Menschen zu verwirren, ihn aus dem Gleichgewicht zu bringen und zu „überfordern“, oder zumindest die Bereitschaft überzustrapazieren, das Knäuel zu entwirren.

    Sorry, ich verstehe den kommunikativen Graben zwischen uns und kann das nicht ändern. Belassen wir es dabei. Für mich haben Sie hier einige neue Ansätze gebracht, am Ende ist mir die grundlegende Haltung hier zu befangen, zu kategorisch fordernd. Letztlich wollten wir alle dasselbe wissen und liegen, vermute ich, gar nicht so weit auseinander.

    Beste Grüße und schönes Wochenende

  122. pelacani
    18. Juli 2014, 18:59 | #122

    Küstennebel :

    Fantastrialliarden

    Die Fanstastrilliarden sind natürlich Deine eigene Erfindung, aber von Milliarden war selbstverständlich die Rede:

    Größter und dreistester Schwarzgeldverschiebungsskandal

    Hier haben Sie , Herr Ministerpräsident Dr. Stoiber , die Möglichkeit
    Milliarden an hinterzogenen Steuern einzutreiben .

    [G. Mollath, Brief an Stoiber, 08.04.2004; heute nicht mehr online]

    Und das war bitter ernst gemeint.

  123. Küstennebel
    18. Juli 2014, 19:38 | #123

    Jo. Wie Sie aus einer kleinen nebensächlichen und nebensätzlichen Redewendung am Schluss des sachlich, fundierten sortierten Briefes dann den wahnhaften Verschwörungscharakter herauslesen, das bleibt Ihr Geheimniss.

    Diese Haltung entsteht vielleicht genau dann, wenn man anfängt zuviel Informationen zu Analysieren und dann zusammenhanglos die Fetzen bewertet anstelle das Gesamtbild der Aussagen gemeinsam zu gewichten.

    Entweder machen Sie das mit Absicht, oder es liegt an ihrer Art mit Informationen umzugehen.

    http://www.gustl-for-help.de/download/2004-04-08-Mollath-Brief-Stoiber.pdf

    MFG

  124. pelacani
    18. Juli 2014, 20:00 | #124

    Küstennebel :

    kleinen nebensächlichen und nebensätzlichen Redewendung

    Klein? Die Schriftgröße ist mindestens 16p.
    Nebensätzlich? Das ist der herausgehobene Schluss des Briefes.
    Redewendung? Das war bitter ernst gemeint.
    Entschuldige, bereits Deine einfache Wahrnehmung scheint von Deiner vorgefassten Meinung getrübt zu sein.

  125. Groucho
    18. Juli 2014, 20:02 | #125

    Küstennebel :

    Jo. Wie Sie aus einer kleinen nebensächlichen und nebensätzlichen Redewendung am Schluss des sachlich, fundierten sortierten Briefes dann den wahnhaften Verschwörungscharakter herauslesen, das bleibt Ihr Geheimniss.

    Jetzt werden Sie aber albern. Oder ist das Satire? Kleine nebensächliche Redewendung. Der Brief beginnt in fetten Lettern damit, und er endet in fetten Lettern damit. Und dazwischen wird der Nürnberger Justiz „sachlich und fundiert“ ebenso in fetten Lettern eine lange Tradition unrechststaatlichen Handelns untergeschoben.

    Sind eigentlich die Koffer mit Beweisen, die Mollath an Beate Klarsfeld und Jean Ziegler geschickt haben soll, schon aufgetaucht? Aber das war sicher auch nur eine nebensächliche Randbemerkung von Mollath, dass er das getan hätte …

  126. Küstennebel
    18. Juli 2014, 21:07 | #126

    Nochmal:

    Mollath hat das Steuerhinterziehungssystem an dem seine Frau nach seinen Aussagen beteiligt gewesen sein soll über ca. 15-20 Jahre erfahren. Er selbst habe sich teilweise hineinziehen lassen, bis das System ihm immer problematischer vorkam und er seiner Frau (man heiratet ja auch aus Symphatie…) die er liebte seiner Auffassung nach gefährdet war.

    Ja, der Text könnte wahnhaft klingen, wenn man die Worte auf die Goldwaage legt. Ganz zu Anfang schon wies ich auf die Lage Mollaths hin.
    Die Texte sind unter Empörung geschrieben, sie sind vielleicht auch zugespitzt um die Dringlichkeit anzudeuten, ja. Das kann sein.

    Ich sehe das auch was Sie meinen, aber ich sehe nicht Wahn in diesen wenigen Sprachfetzen. Auch wenn wir hier über ganz isolierten Wahn schreiben und (wars Simmerl?) überwertige Ideen damit auch in näherem Zusammenhang stehen, fordere ich auch auf zu bedenken:

    1. Die Glaubwürdigkeit der Gesellschaft und ihrer positiv konnotierten menschlichen Motive steht für Mollath in dieser Lage in Frage. Er verliert den Boden unter den Füßen, von heute auf Morgen sieht sich ein unbescholtener Mensch mit Polizei und Justiz konfrontiert, fürchtet sogar um sein Leben. Gerechtfertigt? Weiß ich nicht. Aber seine teilweise spitzen Formulierungen reichen mir einfach nicht um Wahn oder ähnliches zu unterstellen. Nun habe ich aber auch gelernt das es da feine Unterscheidungen gibt, deshalb halte ich es gerade für so wichtig einen Blick auf seiner Persönlichkeitsstruktur zu werfen und die Sache differnziert zu sehen, jeden Aspekt genau zu bewerten.

    2. Die Frau, die er liebte und mit der er sein Leben verbringen wollte und größtenteils hat, war in illegale Geschäfte verstrickt. Nach eigenen Angaben sorgte er sich sehr lange Zeit darum und das gesamte Eheleben war davon bestimmt, diese Geschäfte einzstellen. Kann es sein das er das Ausmaß maßlos überschätzt hat? Das weiß ich nicht. Was ich weiß, ist, das unwarscheinlich ist, das das eigentliche Hinterziehungsgeschäft so über die Bank abgewickelt wurde, das das nachvollziehbar und komplett auf Heller und Pfennig beweisbar wäre.

    3. Grundsätzlich denkende Menschen halten eine Steuerhinterziehung von 1 Euro und 10000 Euro oder auch 10.000.000 Euro für dasselbe Verbrechen. Möglich das Mollath hier dieser mit seiner Grundsatzhaltung übereinstimmend formuliert haben mag und in dieser Assoziativen Verbindung eben von Milliarden spricht, weil das Delikt Steuerhinterziehung so groß ist.

    Im weiteren inhaltlichen Textverlauf geht es nie um größere Summen, nur in diesen zwei drei Punkten und der provokanten Aussage eines größstmöglichen Skandales. Ist das schon Wahn? Keine Ahnung, dann muss wohl die hälfte der Deutschen in die Klappse, die mit dieser Art Verallgemeinerungen ständig um sich wirft.

  127. pelacani
    18. Juli 2014, 21:29 | #127

    Küstennebel :

    Mollath hat das Steuerhinterziehungssystem an dem seine Frau nach seinen Aussagen beteiligt gewesen sein soll über ca. 15-20 Jahre erfahren. Er selbst habe sich teilweise hineinziehen lassen, bis das System ihm immer problematischer vorkam und er seiner Frau (man heiratet ja auch aus Symphatie…) die er liebte seiner Auffassung nach gefährdet war.

    Dies ist eine nachträglich geglättete, rationalisierte Version. Sie hat mit der Wirklichkeit nicht viel zu tun. Er hat sich nicht „teilweise hineinziehen lassen“, sondern er hat profitiert. Sein Gewissen erwachte erst, als seine Frau seinen Unterhalt nicht mehr bezahlte. Vielleicht ist Dir diese Zeugenaussage entgangen:

    Gustl Mollath soll vor der Tat mehrmals bei ihm gewesen sein. Er habe stundenlang in seinem Büro gesessen. Mollath habe ihm erzählt, dass er sich unverstanden gefühlt habe, ihn die Scheidung belaste, und er sich an seiner Ex-Frau und ihrem neuen Lebensgefährten durch die Aufdeckung der Schwarzgeldgeschäfte rächen wolle.

    Sehr erdgebunden und nachvollziehbar, d. h. zumindest im Beginn geradezu rational. Die Überhöhung ins Wahnhafte ist erst später hinzugetreten. Dies ist der ferne Kristallisationspunkt (Pfäfflin), die Kränkung, aus der heraus sich der Wahn entwickelt.

    Küstennebel :

    ich sehe nicht Wahn in diesen wenigen Sprachfetzen.

    Die Gutachten stützen sich nicht auf „wenige Sprachfetzen“, sondern auf viele konvergierende Umstände.

    Dein weiterer Text ist Küchenpsychologie.

  128. pelacani
    18. Juli 2014, 21:44 | #128

    Entschuldigung, das war mir noch durchgeschlüpft. Bei solchen Sätzen muss man jedes Wort prüfen, um nicht in Fallen zu geraten:

    Küstennebel :

    Steuerhinterziehungssystem

    Es gibt überhaupt keinen Beweis dafür, dass es sich um ein „Steuerhinterziehungssystem“ gehandelt hat. Ich hatte Dich schon einmal auf #75 hingewiesen. Wie soll man mit jemandem reden, der sich einfach nur die Ohren zuhält?

  129. Bernd Schneider
    18. Juli 2014, 22:54 | #129

    Es ist die übliche Endlosschleife auf die Du mit Verschwörungsgläubigen immer gerätst……, es muss eine Sprengung sein.

  130. Küstennebel
    19. Juli 2014, 00:14 | #130

    Danke für Ihre weiteren Kommentare und die Einbeziehung meiner Ausführungen. Für mich ist der Sachverhalt ausreichend beleuchtet.

    Alles weitere zu erklären oder auszuführen hat keinen Sinn. Für den Austausch und die Anregungen besten Dank.

    @Herr Schneider, wenn man ein solides Feindbild hat, dann lebt sichs ganz besonders einfach, nich? Glaube und Verschwörungstheorie. Da haben Sie sich ja eine feine Burg um Ihre Weltanschauung gebastelt.
    Nur weil Ihre Annahmen in vielen Fällen völlig zutreffend sind und durch hunderte Beispiele und Erfahrungen belegt, heißt das nicht das jeder der zu einem anderen Urteil über einen Sachverhalt kommt als Sie, die Dinge anders zusammenführt oder erklärt, automatisch falsch läge.

    Wer nicht mit Ihnen ist, ist gegen Sie! Aber passen Sie auf, das nicht ein Gutachter Ihnen einen Wahn attestiert…

    Beste Grüße, Schönes Wochende

    *ausklink

  131. Bernd Schneider
    19. Juli 2014, 09:48 | #131

    …nochmal, und wahrscheinlich nicht zum letzten mal, ich habe kein Feindbild. Wir scheinen allerdings Kür uns jeweils andere Wege gefunden zu haben uns der Realität anzunähern, ich bevorzuge tatsächlich die Methode der „hunderten belegten Beispiele und Erfahrungen“.

  132. JolietJake
    20. Juli 2014, 06:55 | #132

    Küstennebel :Naja das ist wohl das Problem von Menschen, die einen Tick anders denken.Macht ja nix, ich verstehe zumindest das Ihnen meine Denke zu wirr erscheint.Das zeigt auch wieder wie schnell attestiert werden kann, jemand “ticke nicht richtig”. Ein bischen eine andere Art zu denken, auszuführen und andere Wortwahl genügt schon um einem solide stringend denkenden Menschen zu verwirren, ihn aus dem Gleichgewicht zu bringen und zu “überfordern”, oder zumindest die Bereitschaft überzustrapazieren, das Knäuel zu entwirren.

    Danke!
    Zumindest wissen wir nun, warum du dich so mit dem Fall Mollath auseinandersetzt.

    Sind wir nicht alle ein bischen Bluna?

  133. pelacani
    20. Juli 2014, 08:15 | #133

    JolietJake :

    Sind wir nicht alle ein bischen Bluna?

  134. sol1
    30. Juli 2014, 21:57 | #134

    Nach einem Jahr immer noch die gleiche Leier bei Psiram!

    „Die Psychiatrie, die Psychiatrie, die hat immer recht…“

    Dumm nur, wenn sich zwei Psychiater fundamental widersprechen – und derjenige, auf dessen Seite sich Psiram gestellt hat, einen erbärmlichen Eindruck macht:

    http://www.regensburg-digital.de/mit-sicherheit-nicht-psychotisch/24072014/

  135. sol1
    30. Juli 2014, 23:13 | #135

    Was nun die Schwarzgeldverschiebungen angeht, da stellte der (ungern zitierte) Abschlussbericht des Untersuchungsausschusses im Bayerischen Landtag fest…

    Das ist der Bericht der CSU/FDP-Ausschußmitglieder.

    Der SPD/Freie Wähler/Grüne-Minderheitenbericht stellt dazu fest:

    Der Bericht der Regierungsparteien will nun zu der Frage, was die Anzeigen von Herrn Mollath hervorgebracht haben, festhalten, das sei nur „Kleinkram“ – so der Bericht wörtlich – gewesen und macht sich dann über zwei Seiten die Mühe, mit Spekulationen und vermeintlichen Gewissheiten wasserdicht begründen zu wollen, dass alles nur halb so wild sei, „peanuts“ eben.

    Zu dieser Frage des Umfangs der laufenden Ermittlungen und der Zusammenhänge mit den Anzeigen von Herrn Mollath wurde der Untersuchungsausschuss jedoch – unter Berufung
    auf das Steuergeheimnis – weitgehend im Dunkeln gelassen. Aufgrund dieser Sachlage ist weder ein Marginalisieren noch ein Dramatisieren über die bereits bekannten 19 Verfahren hinaus seriös.
    (S. 79)

  136. sol1
    30. Juli 2014, 23:23 | #136

    @ pelacani

    …und dann hat Merk reagiert (mit einem “Befreiungsschlag”, der im Übrigen politisch erfolgreich war, wie die Wahl bewiesen hat).

    Für Merk war er nicht erfolgreich – die wurde bekanntlich zur Europaministerin degradiert.

  137. Bernd Schneider
    31. Juli 2014, 08:56 | #137

    Aufgrund dieser Sachlage ist weder ein Marginalisieren noch ein Dramatisieren über die bereits bekannten 19 Verfahren hinaus seriös.

    Klingt nicht nach grösster

    Schwarzgeldskandal aller Zeiten

    , seriös betrachtet.

    Landtagswahl Bayern 2013
    CSU +4,3
    Freie Wähler -1,2
    Grüne -0,8

  138. Bernd Schneider
    31. Juli 2014, 09:03 | #138

    sol1 :Nach einem Jahr immer noch die gleiche Leier bei Psiram!“Die Psychiatrie, die Psychiatrie, die hat immer recht…”Dumm nur, wenn sich zwei Psychiater fundamental widersprechen – und derjenige, auf dessen Seite sich Psiram gestellt hat, einen erbärmlichen Eindruck macht:http://www.regensburg-digital.de/mit-sicherheit-nicht-psychotisch/24072014/

    Der Erkenntnisgewinn, den das Gericht am Donnerstag aus Leipzigers Aussagen ziehen kann, ist recht gering.

    Er zieht die zuvor gegebene Entbindung von der Schweigepflicht für Leipziger zurück.

    Über einen Großteil seiner Erfahrungen mit Mollath darf Leipziger ohnehin nicht aussagen

    Der vom Landgericht Regensburg bestellte psychiatrische Sachverständige Professor Norbert Nedopil stellt denn auch nicht eine einzige Frage an jenen Psychiater, der Mollath in die Forensik brachte. Der Zeitraum, über den Leipziger bei all den Einschränkungen berichten könne, sei zu kurz, um eine fundierte psychiatrische Einschätzung geben zu können.

    Danke für den link…..

  139. Bernd Schneider
    31. Juli 2014, 09:21 | #139

    Es entspricht übrigens auch der Haltung vieler Mollathunterstützer, dass sie zwar nachvollziehen können, dass die zarte Seele Herrn Mollaths leidet wenn er unter dem Damoklesschwert eines anwesenden Psychiaters aussagen soll, aber vollkommen unepathisch werden wenn sie sich in einen Menschen hineinversetzen sollen der über Monate mit Morddrohungen und übelsten Beschimpungen überhäuft wurde.

  140. Bernd Schneider
    31. Juli 2014, 09:27 | #140

    War es nicht der neue „beste Freund“ von Herrn Mollath, Herr Heidingsfelder, der Herrn Dr. Leipziger mit einer manipulierten Anklage bezüglich seiner Doktorarbeit denunzieren wollte? Aber dumm, böse und gemein sind ja immer nur die anderen und Heidingsfelder wahrscheinlich „not a real scotsman“.

  141. sol1
    31. Juli 2014, 17:22 | #141

    Klingt nicht nach grösster „Schwarzgeldskandal aller Zeiten“, seriös betrachtet.

    Ist jeder verrückt, der sich im Eifer des Gefechts zu einer Übertreibung hinreißen läßt?

    Landtagswahl Bayern 2013
    CSU +4,3

    Das war aber immer noch das zweitschlechteste Wahlergebnis der CSU seit 1962:

    https://de.wikipedia.org/wiki/Landtagswahlen_in_Bayern

    War es nicht der neue “beste Freund” von Herrn Mollath, Herr Heidingsfelder, der Herrn Dr. Leipziger mit einer manipulierten Anklage bezüglich seiner Doktorarbeit denunzieren wollte? Aber dumm, böse und gemein sind ja immer nur die anderen und Heidingsfelder wahrscheinlich “not a real scotsman”.

    Im August letzten Jahres wurde Heidingsfelders Vorwurf von Gabriele Wolff, Gerhard Strate und Oliver Garcia in der Luft verrissen:

    O. García sagte am 2. August 2013 um 12:24 :

    Wenn das Beispiel unter politplag.de/index.php/Free-Gustl-Mollath ein “eindeutiges Plagiat” sein soll, dann scheinen mir die Maßstäbe ver-rückt (und vielleicht auch verrückt) zu sein. Das Beispiel ist nach meiner Überzeugung kein Plagiat, da durchgehend sprachlich klargestellt ist, daß ein anderer Beitrag referiert wird (auch wenn er – falls die Angabe auf dieser Seite stimmt – nicht korrekt mit Fundstelle zitiert wurde).

    Zum wissenschaftlichen Niveau hat Frau Wolff vor einiger Zeit hier schon einmal etwas geschrieben. Aber das hat nichts mit der Plagiatsfrage zu tun und es ist allgemein bekannt, daß bei den Medizinern die Anforderungen an eine Doktorarbeit sehr gering sind. Sie dürften denen entsprechen , die bei Juristen für Seminararbeiten gelten.

    ***

    Gerhard Strate sagte am 2. August 2013 um 13:57 :

    Die Unterstützer sollten mit ihrem Einsatz für Gustl Mollath stets im moralischen Plus bleiben. Was bisher zum Plagiatsvorwurf an Belegen vorgebracht wird, bewegt sich bisher allein auf dem Niveau gehässiger Nachrede und gibt unserem Kontrahenten die nicht unwillkommene Gelegenheit, sich in der Opferrolle zu stilisieren. Vorsicht vor falschen Freunden!

    ***

    gabrielewolff sagte am 2. August 2013 um 16:35 :

    Ist “Plagiatsjäger” eigentlich schon eine Berufsbezeichnung?
    Die Leipziger-Dissertation ist schon deshalb kein geeignetes Objekt für derlei Unterfangen, weil sie nur auf S. 6 – 14 einführende Darlegungen mit Quellennachweisen enthält, und im übrigen aus Statistiken, abgeleitet von einer von einem Psychologen des BKH Bayreuth angelegten Patientendatenbank, besteht, die dann ausgewertet werden.
    Es ist daher eine empirische Arbeit, und die in der Einführung vorhandene Paraphrase einer genannten Quelle, die nicht aus eigenen Formulierungen besteht, nur ein Verstoß 2. Ordnung.

    Mir scheinen hier doch sachfremde Motive am Werk zu sein.

    http://gabrielewolff.wordpress.com/2013/07/26/der-fall-mollath-die-letzte-bastion/comment-page-2/

    Daß dies die allgemeine Ansicht unter den Mollath-Unterstützern war, können sie in den übrigen Kommentaren nachlesen.

  142. Lambrusco
    31. Juli 2014, 17:32 | #142

    Frau Prem zensiert derweil wieder Beiträge.
    http://www.ein-buch-lesen.de/2014/07/wiederaufnahme-gustl-mollath-14-tag-27.html

    Hallo Herr Prof. Müller, vielen Dank für Ihren Kommentar. Hierauf sind soeben zwei anonyme Antworten eingegangen, die ich jedoch nicht veröffentlichen werde, da sie den infamen Versuch der Pathologisierung unternehmen. @Anonym: Herr Mollath ist ein erwachsener Mensch und dies hier ist definitiv keine Plattform, um über Betreuungsfragen zu schwadronieren.

  143. Bernd Schneider
    31. Juli 2014, 17:37 | #143

    Es ging auch um das Verhältnis von Herrn Mollath zu Herrn Heidingsfelder, nicht um das von Wolff und Co., da scheint er zunehmend eine andere Ansicht zu vertreten, als die sonstigen Mollath Unterstützer.

  144. Bernd Schneider
    31. Juli 2014, 18:03 | #144

    Ist eigentlich schon raus, ob Herr Mollath auch seinen Freund, Edward Braun (der mit der eidesstattlichen Versicherung), wegen Steuerhinterziehung ans Messer geliefert hat, oder nur seine Frau? *ironieaus*

    http://www.spiegel.de/panorama/justiz/gustl-mollath-zwei-psychiater-sagten-aus-a-982798.html

    Der Bad Pyrmonter Zahnarzt Edward Braun, Gustl Mollaths Freund und einziger Zeuge für die angeblichen Rachepläne von Mollaths Ex-Frau Petra M., ist ein verurteilter Steuerhinterzieher. 300 Tagessätze à 15 Euro verhängte ein norddeutsches Gericht im Jahr 2009 über ihn. Damit dürfte Braun um die 100.000 Euro hinterzogen haben; die Höhe des Tagessatzes spricht für ein Einkommen auf Hartz-IV-Niveau.

    War nicht in Bad Pyrmont auch der Sylvestervorfall?

  145. sol1
    31. Juli 2014, 20:56 | #145

    …da scheint er zunehmend eine andere Ansicht zu vertreten, als die sonstigen Mollath Unterstützer.

    Mit anderen Worten – Sie sind selbst der Ansicht, daß Heidingsfelder “not a real scotsman” ist.

  146. sol1
    31. Juli 2014, 21:26 | #146

    Frau Prem zensiert derweil wieder Beiträge.

    Frau Prem hält offenbar mehr von Forenhygiene als Psiram, wo man unzensiert behaupten darf, daß Mollath ein irrer Reifenstecher ist:

    Einstimmig tönt es vom Stammtisch: “Der Mann ist doch nicht verrückt!”
    Mir stellt sich die Frage, warum Mollath dann in seiner direkten Nachbarschaft massenweise Autoreifen zerstach, da er sich verfolgt fühlte.

    (…)
    Psychosen treten bekanntermaßen zyklisch und in Schüben auf. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis es bei Mollath wieder soweit ist.

    Ansonstenkann man es bei Psiram an Begriffsstutzigkeit durchaus mit Heidingsfelder aufnehmen:

    Nach einer langen Pause verkündet das Gericht den Beschluss über einige Beweisanträge der Verteidigung. Die Ladung der von Strate beantragten sieben Zeugen aus dem Mitarbeiterkreis der HVB sowie eines weiteren Zeugen wird abgelehnt. In ihrer Begründung verliest die Vorsitzende einige Dokumente zu diesem Komplex, die auf eine »bankseitig organisierte Beihilfe zur Steuerhinterziehung« erkennen. Die Anträge waren abzulehnen, erklärt sie abschließend, weil alle Beweisanträge so behandelt werden könnten, als wären sie wahr. Ob Gustl Mollath diese eigentliche Sensation des Tages zu seinen Gunsten wohl mitbekommen hat? Heidingsfelder jedenfalls hat wieder einmal nichts gerafft, wie sich wenig später auf Twitter zeigt…

  147. sol1
    31. Juli 2014, 22:48 | #147

    War nicht in Bad Pyrmont auch der Sylvestervorfall?

    Weder bei der Staatsanwaltschaft Hannover noch bei der Polizei in Bad Pyrmont ist ein Ermittlungsverfahren gegen Gustl Mollath anhängig, verkündet die Vorsitzende Richterin Elke Escher gleich zu Beginn.

    (…)

    So verstörend die Behauptung auf manche Prozessbeobachter gewirkt haben mag, Mollath habe zu Silvester 2013 einen heftigen Streit mit einer Frau gehabt und es sei deshalb eine neue Anzeige gegen ihn anhängig, so begrüßenswert ist der gesamte Vorgang. Er macht für die Öffentlichkeit nachvollziehbar, wie die Methode funktioniert, mit der man Mollath so lange kaltgestellt hatte: Man nehme ein paar unklare Vorwürfe, garniere sie mit starken Reizwörtern, mische sie mit ein paar psychiatrischen Fachbegriffen und lasse das Ganze kurz aufkochen, indem man es auf scheinbar juristischem Wege in ein Verfahren einführt.

    http://www.ein-buch-lesen.de/2014/07/wiederaufnahme-gustl-mollath-7-tag-das.html

  148. Bernd Schneider
    1. August 2014, 06:51 | #148

    @sol
    …ich verstehe nicht ganz den Sinn Ihrer, Strohmannparade.

  149. Bernd Schneider
    1. August 2014, 11:11 | #149

    Harter Tobak, Herr Mollath bei REPORT über die Verteidigung:

    http://www.br.de/fernsehen/das-erste/sendungen/report-muenchen/videos-und-manuskripte/gustl-mollath-im-interview-102.html

    Gustl Mollath: „Ein Freispruch mit optimaler Begründung, dass man wirklich unbescholten dargestellt ist, das sehe ich in den Sternen. Denn wenn man sich um eine umfassende Verteidigung nicht rechtzeitig kümmert – ich habs getan, ich kanns auch nachweisen – nur wenn das nicht umgesetzt wird durch eine Verteidigung, wenn man meint, man will jetzt hier einen schnellen Prozess haben und sich vielleicht um andere Dinge lieber kümmert, dann bleibe ich natürlich auf der Strecke und die Wahrheit allemal.“

    „Es geht jetzt nicht nur um Leute aus dem Bankgewerbe, die Dinge auch beschreiben könnten zum Verhalten meiner früheren Frau, die ja Dinge behaupteten, die nicht stimmen. Es geht auch ganz deutlich darum: Ich habe auch ein positives, psychiatrisch-medizinisches Gutachten, was bisher gar nicht eingebracht wurde, aufgrund des Verhaltens der Verteidigung. Und das ist gelinde gesprochen misslich, wenn nicht für mich katastrophal.“

    Gustl Mollath: „Das spricht für sich und ich gehe davon aus, nicht nur jeder Fachmann, sondern auch jeder Durchschnittsbürger wirft da ein großes Fragezeichen zum Verhalten dieser Verteidigung.“

  150. pelacani
    2. August 2014, 18:01 | #150

    sol1 :

    Nach einem Jahr immer noch die gleiche Leier bei Psiram! […] Dumm nur, wenn sich zwei Psychiater fundamental widersprechen

    Oho, ein völlig neuer Aspekt. ROFL.

    – und derjenige, auf dessen Seite sich Psiram gestellt hat, einen erbärmlichen Eindruck macht:

    Warten wir mal das Strate-Protokoll ab, falls die Schreibmaschine nicht gerade wieder klemmt. Und im Grundsatz: selbst wenn er stottern, schielen, zittern und hinken sollte, was hat das zu sagen?

    sol1 :

    Der SPD/Freie Wähler/Grüne-Minderheitenbericht stellt dazu fest: […]

    Na so was, hatte ich ja noch gar nicht bemerkt, dass es einen Minderheitenbericht gibt – der in der von Dir zitierten Passage inhaltlich in schöner Übereinstimmung mit dem Blog-Beitrag ist: Schwarzgeldverschiebungen sind nicht nachgewiesen. Ehrlich gesagt verstehe ich nicht, warum ausgerechnet Du uns dann empfiehlst, unsere Leier wegzuwerfen.

    sol1 :

    @ pelacani

    …und dann hat Merk reagiert (mit einem “Befreiungsschlag”, der im Übrigen politisch erfolgreich war, wie die Wahl bewiesen hat).

    Für Merk war er nicht erfolgreich – die wurde bekanntlich zur Europaministerin degradiert.

    Vom Ministerposten zur Ministerin degradiert. Aha. Im Übrigen hat sie wohl in ihrem Wahlkreis mit Stimmenzuwachs gewonnen, wenn ich mich recht erinnere.

  151. pelacani
    2. August 2014, 19:50 | #151

    sol1 :

    Klingt nicht nach grösster “Schwarzgeldskandal aller Zeiten”, seriös betrachtet.

    Ist jeder verrückt, der sich im Eifer des Gefechts zu einer Übertreibung hinreißen läßt?

    Hat es irgendwann von Herrn M. in einem seiner zahlreichen Interviews irgendeine Bemerkung der Art gegeben, er habe sich jemals „im Eifer des Gefechts“ zu Übertreibungen hinreißen lassen, in welchem Punkt auch immer? Link wäre interessant.

  152. sol1
    3. August 2014, 20:30 | #152

    Oho, ein völlig neuer Aspekt.

    Ein Aspekt, zu dem Psiram schon vor einem Jahr nur Rabulistik eingefallen ist.

    Und im Grundsatz: selbst wenn er stottern, schielen, zittern und hinken sollte, was hat das zu sagen?

    Daß die Psiramisten vermutlich mittlerweile die einzigen sind, die glauben, daß Doc Leipziger im Prinzip alles richtig gemacht hat.

    Vom Ministerposten zur Ministerin degradiert.

    Das Europaministerium ist so klein, daß Seehofer nur mal kurz den Radiergummi ansetzen muß, damit es weg ist.

  153. pelacani
    3. August 2014, 20:51 | #153

    sol1 :

    Daß die Psiramisten vermutlich mittlerweile die einzigen sind, die glauben, daß Doc Leipziger im Prinzip alles richtig gemacht hat.

    Das ist natürlich völlig falsch, wenn wir nur mal die öffentliche Wahrnehmung des Helden von vor einem Jahr mit der heutigen vergleichen.
    https://www.youtube.com/watch?v=NI9sOgP9noo
    :-).
    Nein im Ernst: es ist offenbar so, dass das Gutachten L. in diesem Verfahren einer inhaltlichen Kritik entzogen ist. Da kannst Du viel von „richtig“ oder „falsch“ schwätzen. Mit Deinen übrigen „Einsichten“ kann ich Dich allein lassen.

  154. Bernd Schneider
    4. August 2014, 09:09 | #154

    Neues von der Dramaqueen:

    G. Mollath: Die Art und Weise, wie damit umgegangen wird, spricht für sich. Ich bin mir da nicht sicher, trotz dieser hohen Professionalität, dieser herausragenden Leistungsfähigkeit bundes-, europa-, wenn nicht gar weltweit, bin ich im Zweifel, ob mit so einer Einstellung und Art von Feindseligkeit eine ordentliche Vertei
    digung für mich möglich ist. Da bin ich skeptisch. Darum glaube ich leider Gottes, man sollte dem Antrag stattgeben und ihn entbinden und mir andererseits die Möglichkeit geben,
    dass ich mich so schnell wie möglich für einen – sei es auch noch so schwer, einen Ersatz werde ich nicht finden – wenigstens annähernd jemanden bekomme, damit dieser Prozess nicht verzögert wird. Ich finde das außerordentlich schade. Und glauben Sie mir, ich habe mich laufend bemüht. Herr Strate sagt: er hat versucht mich zu erreichen, um 20.15 Uhr, da
    hätten wir uns anscheinend um fangreich vorbereiten sollen

    RA Dr. Strate: Hatten Sie meine Handynummer und haben Sie anzurufen versucht?

    G. Mollath: Ich lebe regelrecht wie ein Zigeuner. Ich habe keine Wohnung, ich muss
    schauen, wo kann ich was schreibe n, muss mich bemühen, wo bekomme ich was, um was ausdrucken zu können. Und ich erlebe jetzt seit Wochen diese nicht vorhandene Bereitschaft, hier in ein sinnvolles Gespräch zu kommen. Ich soll das hinnehmen. Nur:
    dieses Urteil wird im Namen des Volkes über mich gesprochen, nicht über Herrn Dr. Strate. Ich glaube, es ist legitim, alles zu tun, dass die Wahrheit aufgeklärt wird und dass
    dadurch für mich ein günstiges Urteil zustande kommt.

    RA Dr. Strate: Noch ganz kurz. Ich will das so nicht stehen lassen. Herr Mollath mag es
    ja so empfinden, dass er wie ein Zigeuner lebt. Bspw. wurde ihm 13 Tage die Übernachtung in demselben Hotel, in dem auch seine Verteidiger wohnen und wo auch ständig Gelegenheit bestand, gemeinsam zu sprechen, von mir vorfinanziert, weil ich davon ausging dass er nicht in der Lage ist, trotz der ihm übergebenen Spenden, jetzt den Hotelaufenthalt zu finanzieren. Wenn jetzt hier das Zigeunerleben präsentiert wird als Hinweis, dass eine Besprechung nicht möglich war, dass eine Kontaktaufnahme nicht
    möglich war, obwohl er meine Handynummer hat und ich sowohl am Samstag als auch am Sonntag am Fall Mollath gearbeitet habe, da spricht das meines Erachtens Bände.

  155. Lambrusco
    12. August 2014, 18:32 | #155
  156. Lambrusco
    13. August 2014, 17:55 | #156

    Die Süddeutsche mit verändertem Tonfall…..
    http://www.sueddeutsche.de/bayern/prozess-in-regensburg-der-seltsame-gustl-mollath-1.2088385

    Was er sich erhofft hat – einen Freispruch, der ihn ohne Wenn und Aber für unschuldig erklärt – kann es nach dem Ergebnis dieser Beweisaufnahme nicht geben.

  157. Lambrusco
    13. August 2014, 17:57 | #157

    Es entlastet die Justiz und die Wissenschaft nicht, dass Gustl Mollath im Laufe des gegen ihn gerichteten Verfahrens gelegentlich Verhaltensweisen an den Tag gelegt hat, die, laienhaft ausgedrückt, schon den Verdacht aufkommen lassen konnten, dass bei ihm die eine oder andere Schraube locker sei.

  158. Lambrusco
    13. August 2014, 18:00 | #158

    http://gutenberg.spiegel.de/buch/1227/114

    „Aber er hat ja gar nichts an!“ sagte endlich ein kleines Kind. „Hört die Stimme der Unschuld!“ sagte der Vater; und der eine zischelte dem andern zu, was das Kind gesagt hatte.
    „Aber er hat ja gar nichts an!“ rief zuletzt das ganze Volk. Das ergriff den Kaiser, denn das Volk schien ihm recht zu haben, aber er dachte bei sich: ,Nun muß ich aushalten.‘ Und die Kammerherren gingen und trugen die Schleppe, die gar nicht da war.

  159. JolietJake
    16. August 2014, 03:50 | #159

    Sei nun „Lambrusco“ der lang bekannte Kommentator im neuen Gewand; klar ist, Mollath hat oder hatte nicht alle Stempel an der Blüte.
    Wer meint, mit Briefen an den Papst oder irgendwelche international geachteten Politiker Gehör erlangen zu können, hat, mindestens, ein Wahrnehmungsproblem.
    Solchen Leuten muß man nicht zwingend zuhören.

  160. Lambrusco
    18. August 2014, 14:50 | #160

    ….wie meinen?….. einfach nochmal lesen was ich so geschrieben habe?
    Die Presseerklärung des gerichtes zum Urteil gegen Herrn Mollath:

    http://www.justiz.bayern.de/imperia/md/content/stmj_internet/gerichte/landgerichte/regensburg/pressemitteilung2014-5/pressemitteilung_2014_5_urteil.pdf

  161. JolietJake
    21. August 2014, 05:24 | #161

    Urteil hin oder her. Ob Mollath damals für sich oder andere gefährlich war, kann ich nicht beurteilen.
    Dass er aber nicht mehr alle Latten am Zaun hat ist doch wohl offensichtlich, oder nicht?

  162. Bernd Schneider
    25. August 2014, 01:25 | #162

    Dr. H.c. Strate ist sauer, sein Ex Mandant Gustl Mollath würde die Unwahrheit sagen, und versuchen auf seine Kosten an einer Legende zu stricken. Was ist nur aus dem knorrigen Franken geworden….. http://strate.net/de/dokumentation/Mollath-Erklaerung-der-Verteidigung-2014-08-24.pdf

  163. Lambrusco
    25. August 2014, 08:09 | #163

    Nennt Strate da etwa seinen (ehemaligen) Mandanten einen Unwahrheitsager und Legendenspinner? http://www.strate.net/de/dokumentation/Mollath-Erklaerung-der-Verteidigung-2014-08-24.pdf

  164. Lambrusco
    26. August 2014, 06:44 | #164

    Interessante Einblicke von Ursula Prem einer(ehemaligen) Unterstützerin Gustl Mollaths http://www.ein-buch-lesen.de/2014/08/mein-letztes-wort-zu-gustl-mollath.html?spref=tw

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