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Freiheit für Raif Badawi!

In der Zeitung Arab News heißt es heute, dass man im saudi-arabischen Außenministerium „bestürzt“ sei – nein, nicht über das barbarische Urteil, welches die Justiz des Landes über einen Blogger gefällt hat, sondern über den internationalen Aufschrei der Empörung, der „gewissen politischen Motiven“ folge. [Faksimile auf ZEIT online, hier]

Saudi Arabia is one of the first countries to uphold human rights …

Ist das offener Zynismus? Ist das altertümliche Dummheit?

Sehr geehrte Herren, die Ihr in Saudi-Arabien Verantwortung tragt (Damen gibt es dort ja anscheinend nicht): Ihr seid dabei, Eure Entfernung aus dem Minimalkonsens der Zivilisation, wie er sich in der frühen Neuzeit unter hartnäckigen verlustreichen Kämpfen etabliert hat, zu dokumentieren.

… and honor all international charters that conform with the Shariah law

Die Scharia ist im Kern das Rechtssystem eines frühmittelalterlichen Nomadenvolkes, das keine Gefängnisse hatte und deshalb auf Körperstrafen setzen musste. Es ist Stammesrecht. So wie man in Saudi-Arabien erkennen sollte, dass sich die Erde um die eigene Achse dreht, sollte man auch erkennen, dass sich die Gesellschaft in den letzten tausend Jahren entwickelt hat.

Man fühle sich „provoziert“ – hoffentlich. „Einmischung in die inneren Angelegenheiten“ – lächerlich.

الحرية للرائف بدوي

Freiheit für Raif Badawi!

  1. Güldenstern
    9. März 2015, 11:36 | #1

    Na ja, da steht: „Saudi Arabia is one of the first countries to uphold human rights and honour all international charters *that confirm with Sharia law*…“

  2. Güldenstern
    9. März 2015, 11:43 | #2

    @ Güldenstern

    Sorry – zu schnell abgeschickt.

    Das hätte man nicht auseinanderreissen sollen. Die sind durchauskonsistent, haben schließlich einen allwissenden und allmächtigen und perfekten Gott auf ihrer Seite und wissen genau, was der will. Dass diese wahnsinnigen Fusselbärte auch nur eine Sekunde einhalten, wenn man ihnen etwas von menschlicher Zivilation und Entwicklung erzählt, ist wohl eher ein, Pardon, frommer Wunsch.

  3. pelacani
    9. März 2015, 11:48 | #3

    Güldenstern :

    Na ja, da steht: “Saudi Arabia is one of the first countries to uphold human rights and honour all international charters *that confirm with Sharia law*…”

    Danke. Das war ein OCR-Fehler.

    Das hätte man nicht auseinanderreissen sollen

    Doch, das muss man auseinanderreißen. Es wird dann klarer, dass „Menschenrechte“ und „Scharia“ nicht zusammenpassen.

  4. pelacani
    9. März 2015, 12:44 | #4

    Kommando zurück. Da steht „conform“.

  5. Abe
    9. März 2015, 13:07 | #5

    Warum das ideologische Geschwafel von den ‚Menschenrechten‘ mit der Scharia sehr gut zusammenpasst, versteht man ein wenig besser, wenn man sich anguckt, wer im Human Rights Council der UN sitzt und wozu der eigentlich da ist: https://www.youtube.com/watch?v=uhWgZu6tcZU

  6. Abe
    9. März 2015, 13:18 | #6

    P.S. Ebenso Freiheit für Soheil Arabi.

    Ein iranischer Blogger der für einen Facebookeintrag gehängt wird: https://www.fischundfleisch.at/politik-jetzt-ich/todesurteil-nach-facebook-eintrag.html

  7. Güldenstern
    9. März 2015, 16:31 | #7

    @ pelacani

    Doch ein OCR Fehler. Meinerseits. Pardon.

    Und in der Sache sind wir uns einig.

  8. Eigenrot
    9. März 2015, 18:31 | #8

    Der Westen geht davon aus, ein Monopol auf das richtige Wertesystem zu haben. Dabei ist das abendländische Modell nur eines der verschiedenen möglichen. Nichts macht es besser oder moderner als das islamische Gesellschaftsmodell der Umma mit der Schariah als Gesetz.
    Aber es ist die Arroganz des Westens mit dem Finger auf den Islam zu deuten und zu sagen wie barbarisch und rückschrittlich er ist.
    Außerdem hat der Blogger gegen Gesetze des Landes verstoßen. Er kannte diese Gesetze und tat es dennoch bewußt. Nun erhält er die dafür vorgesehene Strafe, die ihm ebenfalls vorher bekannt war. Ich kann darin nichts verwerfliches entdecken.

  9. Andreas
    9. März 2015, 18:57 | #9

    @ Eigenrot

    Das ist doch wohl nicht dein Ernst. Hat Dich ein Kalif gebissen?

  10. pelacani
    9. März 2015, 19:03 | #10

    @ Eigenrot
    Mit dieser Begründung kannst Du alles begründen; jede Art von Unmenschlichkeit. Auf diese Weise kannst Du von Pol Pot über die Kulturrevolution bis zu den Lagern von Kim Jong Un alles rechtfertigen, einfach alles. Kommt Dir das nicht komisch vor?

    Außerdem hat der Blogger gegen Gesetze des Landes verstoßen.

    Falls Du Dich da auskennst: werde genauer. Womit genau hat er gegen welches Gesetz verstoßen?

    Nun erhält er die dafür vorgesehene Strafe, die ihm ebenfalls vorher bekannt war.

    Nach meiner Kenntnis handelt es sich um Gummiparagraphen. Da ist keine Strafe „vorher bekannt“, genauso wenig wie die „Straftat“ genau bekannt ist.

    Ich kann darin nichts verwerfliches entdecken.

    Dann wirst Du sicher auch im Gottesurteil oder in der Peinlichen Halsgerichtsbarkeit oder im Hexenhammer nichts Verwerfliches erkennen können. Das sind auch nur „verschiedene mögliche Modelle“. Es ist die Arroganz der Neuzeit, die sich darüber hinwegsetzt.

  11. Eigenrot
    9. März 2015, 19:49 | #11

    Saudi-Arabien ist ein Rechtsstaat. Es gibt Gesetze, es gibt Richter, es gibt ordentliche Verfahren. Und Herr Badawi hat gegen ein Gesetz, nämlich Beleidigung des Islams, bewußt verstoßen. Dafür wurde er von Richtern in einem Verfahren verurteilt.
    Auch wenn dem Westen die Inhalte der Gesetze manchmal befremdlich vorkommen. Genauso wie vielleicht dem Muslim aus Saudi-Arabien unsere Gesetze befremdlich vorkommen, z.B. das Blasphemie hier unter Meinungsfreiheit fällt. Ein Urteil darüber, welches von den beiden Systemen überlegen ist, steht uns nicht zu! Nach welchen Kriterien möchten wir das auch tun?

  12. Eigenrot
    9. März 2015, 19:51 | #12

    PS: Hier wird Freiheit für jemanden gefordert, der nach Maßstäben seines Heimatlandes als Gotteslästerer gilt. Wie würden wir uns echauffieren, wenn der Iran die Freilassung von z.B. Holocaustleugnern fordern würde?
    Grundlage des Humanismus ist es, die Gesetze der einzelnen Länder zu respektieren und damit auch deren Kulturen und kulturellen Unterschiede!

  13. pelacani
    9. März 2015, 20:23 | #13

    Sag mal, @ Eigenrot, liest Du die Einwände (s. #10) und weißt keine Antwort, oder verzichtest Du gleich ganz darauf und postest nur vor Dich hin? Ich vermute ersteres. Wie kommst Du nur auf die verschrobene Idee, Deine Ansichten hätten etwas mit Humanismus zu tun?

  14. Die Tlind
    9. März 2015, 21:11 | #14

    Es ist ein Unterschied, ob man in Singapur wegen Vandalismus 3 Stockhiebe bekommt, die planmäßig nicht zum Tod führen, oder ob man anderswo zu Tode gepeitscht wird.

    Diesen Unterschied kann man nur als unmenschlicher Prinzipienreiter ignorieren. Nur weil man anerkennt, dass es in anderen Ländern andere Werte gibt (vgl. Helmut Schmidt zu Menschenrechten in China), muss man doch nicht den unmenschlichsten Dreck dulden und sogar noch mit dem Begriff „Respekt“ widerwärtigst lobpreisen!

    Bei solchen Hakenkreuzlern kommt es mir echt hoch.

  15. Ich
    9. März 2015, 21:15 | #15

    Eigenrot :. Ein Urteil darüber, welches von den beiden Systemen überlegen ist, steht uns nicht zu! Nach welchen Kriterien möchten wir das auch tun?

    Zum Beispiel wäre es doch sinnvoll, wenn nur der Beleidigte Klagen kann, nicht dessen selbsternannte Vertreter, ohne zu wissen, ob der Beleidigte wirklich klagen möchte. Also mögen Gott, Buddha, Allah usw. bitte selbst sich einen Anwalt suchen.

    Ich fände es jeden Fall eine Frechheit, wenn jemand ohne mein Zutun angeklagt wird, nur weil er mich beleidigt.

    Das fände ich schon ein wichtiges Kriterium.

  16. Güldenstern
    9. März 2015, 21:52 | #16

    @ Eigenrot

    „Nichts macht es besser oder moderner als das islamische Gesellschaftsmodell der Umma mit der Schariah als Gesetz.“

    Natürlich ist das Modell von unveräußerlichen Rechten unabhängig von Rasse, Herkunft, Geschlecht, des Nichtglaubens an bestimmte oder auch an alle Götter, von politischen Überzeugungen, von Meinungen und auch vom Aufenthaltsort besser. Kein anderes Modell schenkt mehr Menschen Freiheit. Das ist ganz einfach besser.

    Es sei denn, Du bist der Meinung, dass es schon in Ordnung ist, wenn Freiheit nur bestimmten Gruppen zugebilligt werden dürfte. Aber daraus lässt sich ein prima Strick drehen, an dem man Schafe wie Dich jederzeit hängen kann.

  17. Elender
    9. März 2015, 23:57 | #17

    Eigenrot :

    Saudi-Arabien ist ein Rechtsstaat. Es gibt Gesetze, es gibt Richter, es gibt ordentliche Verfahren. Und Herr Badawi hat gegen ein Gesetz, nämlich Beleidigung des Islams, bewußt verstoßen. Dafür wurde er von Richtern in einem Verfahren verurteilt.
    Auch wenn dem Westen die Inhalte der Gesetze manchmal befremdlich vorkommen. Genauso wie vielleicht dem Muslim aus Saudi-Arabien unsere Gesetze befremdlich vorkommen, z.B. das Blasphemie hier unter Meinungsfreiheit fällt. Ein Urteil darüber, welches von den beiden Systemen überlegen ist, steht uns nicht zu! Nach welchen Kriterien möchten wir das auch tun?

    Selten so einen dämlichen Kommentar gelesen! Nur weil es ein offizielles Urteil ist, geht das in Ordnung? Sowas ist kein naiver Kulturrelativismus, es ist primitivstes Untertanendenken. Auch das Rechtssystem hat sich entwickelt, man muss nur in das europäische Mittelalter schauen. Warum werden heute keine Hexen mehr verbrannt, wenn es doch eine Zeitlang gesellschaftlich akzeptiert war? Die Menschernrechtsbewegung ist international, es gibt sie auch in muslimischen Ländern.
    Und jetzt mal Buddha bei die Fische: Waren und sind die Rassengesetze aus dem 3. Reich heute als rechtens zu bezeichnen, da sie ja von einer gewählten Regierung beschlossen wurden?
    Übrigens: das Verbrechen Badawis: „Das Gericht warf ihm vor, er habe Muslime, Christen, Juden und Atheisten als gleichwertig bezeichnet“

  18. Eigenrot
    9. März 2015, 23:59 | #18

    Die christlichen, jüdischen und islamischen Götter haben in den jeweiligen sog. heiligen Schriften der jeweiligen Religion festgelegt, wie weit sie sich beleidigen lassen.
    Nur weil der Westen dieses in den Zehn Geboten überlieferte Gebot Gottes nicht mehr mit der von Gott gewünschten Härte verfolgt kann man das doch nicht als Verbesserung zu islamischen Staaten sehen, der Blasphemie u.dgl. nach wie vor verfolgt.
    Denn ich frage noch einmal: Wer entscheidet aufgrund welcher Grundlage was freier, richtiger, humaner ist? Das Christentum aufgrund christlicher Wertvorstellungen. Der Islam aufgrund islamischer Wertvorstellungen (vgl. Kairoer Deklaration der Menschenrechte)
    Wenn du als Christ einem Muslim sagst, dass er weniger frei ist wird er dich auslachen! Für ihn und seine Wertegemeinschaft ist er der freie Mensch und du der Geknechtete!
    Was ihr für Toleranz haltet ist in Wirklichkeit Intoleranz!

  19. Eigenrot
    10. März 2015, 00:08 | #19

    Übrigens kam jede Veränderung aus dem Inneren einer Gesellschaft heraus.
    Wenn der Islam und seine Anhänger eines Tages feststellen, dass ihre überlieferten Werte, Traditionen und kulturellen Eigenarten einer Veränderung bedürfen, dann wird das geschehen.
    So wie es im christlichen Zeitalter der Aufklärung geschah.
    Aber es ist anmaßend sich als Außenstehender in andere Kulturen, Religionen und Wertegemeinschaften einzumischen. Denn damit tut man genau das, was man selbst vorhält. Man erachtet seinen eigenen Glauben als höherwertig gegenüber dem anderen!
    Die gemeinte Gewissheit der Höherwertigkeit kommt aber aus dem eigenen Glauben heraus und ist somit falsch!

  20. Elender
    10. März 2015, 00:29 | #20

    Nicht die Götter haben irgendwas festgelegt (sowas gibts nämlich gar nicht); es waren und sind immer die Menschen, die solche Geschichten für was auch immer konstruieren und aufschreiben. Im Mittelalter hatte die Kirche noch solange die Menschen in Knechtschaft, bis einigen gedämmert ist, dass die bösen Geschichten nur dem Machterhalt dienen.
    Ähnliches spielt sich bis heute in vielen muslimischen Ländern ab. Saudi-Arabien sticht da weit heraus, der Islam wird dort primär für den Machterhalt der herrschenden Klasse missbraucht.
    Auch die Pauschalisierung funktioniert hier nicht, es gibt nicht „den Isam“, „den Muslim“ und auch nicht „den Westen“. Badwai ist auch ein Muslim, er ist Teil einer aufgeklärten Schicht, die es in allen muslimischen Ländern gibt. Ja aufgeklärt, so wie du es selbst schreibst. Und die Aufklärung ist immer eine Avantgarde. Nur wer Veränderungen scheut wie der Teufel das Weihwasser ;), der läßt foltern und morden.
    Ich rate mal: Du bist auch so ein Fundamentalist, der sich mittelalterliche Verhältnisse zurückwünscht. Du verzichtest bei einer Wurzelbehandlung bestimmt auch auf eine Anästhesie, da diese von Gott nicht geplant war und dir Schmerzen wohl auch Vergnügen bereiten. Ich und Pelacani hatten dir übrigens Fragen gestellt. Bitte beantworte diese auch, damit wir ein klareres Bild von dir bekommen.

  21. Gefährliche Bohnen
    10. März 2015, 00:36 | #21

    Eigenrot :Übrigens kam jede Veränderung aus dem Inneren einer Gesellschaft heraus. Wenn der Islam und seine Anhänger eines Tages feststellen, dass ihre überlieferten Werte, Traditionen und kulturellen Eigenarten einer Veränderung bedürfen, dann wird das geschehen.

    Und zwar durch Menschen wie Raif Badawi. Oder wie stellst du dir vor, dass das von Statten geht? Zauberhand?
    Kommt dir deine Argumentation nicht langsam selbst komisch vor?

  22. Elender
    10. März 2015, 00:41 | #22

    Ist wohl „christliche Logik“ Obwohl, ein echter Christ kann Eigenrot eigentlich nicht sein, es fehlt ihm eine wesentliche Eigenschaft: Nächstenliebe.

  23. pelacani
    10. März 2015, 08:22 | #23

    Elender :

    Ist wohl “christliche Logik” Obwohl, ein echter Christ kann Eigenrot eigentlich nicht sein

    Ein echter Moslem ist er natürlich auch nicht. Der hätte erkannt, dass die unausweichliche Folgerung aus der absurden Bestrafung die Kompromittierung der „Rechtsgrundlage“ ist, aus der sie erwächst, und hätte die Klappe gehalten.
    Er ist nur ein Provokateur.

    Eigenrot :

    Was ihr für Toleranz haltet ist in Wirklichkeit Intoleranz!

    Wo steht hier was von Toleranz? Ich bin völlig intolerant gegenüber Deinem Geschwafel. Ich zitiere den wirklichen Philosophen der Toleranz, Pierre Bayle:

    Man kann es nicht lesen, ohne das traurige Schicksal des menschlichen Verstandes zu beklagen.
    Dictionnaire, Art. ORIGENES, Corpus

  24. 10. März 2015, 10:57 | #24

    Eigenrot :Übrigens kam jede Veränderung aus dem Inneren einer Gesellschaft heraus.

    Jawoll. Zum Beispiel das Ende des Nationalsozialismus.

  25. 10. März 2015, 10:59 | #25

    @ Mephisto
    …oder sagen wir mal besser „das Ende der nationalsozialistischen Herrschaft im Deutschland der 40er-Jahre.“

  26. HEX
    10. März 2015, 14:33 | #26

    @ Eigenrot: Warum kommentierst du hier überhaupt? Folgt man deiner Argumentation, dann dürftest du hier gar nicht schreiben. Denn mit welchem Recht stellt du deinen Wertmaßstab, nachdem es falsch ist, das angesprochene Urteil zu kritisieren, da es eine unzulässige Übertragung unseres Wertmaßstabes auf Saudi-Arabien bedeutet, über unseren Wertmaßstab, nachdem diese Kritik nicht nur zulässig, sondern sogar geboten ist? Wenn es keine Festlegung gibt, was gut und was schlecht ist, dann kann die hier geübte Kritik auch nicht schlecht und somit auch nicht kritisierenswert sein.

    Als wahrer Humanist, der du ja bist, müsstest du folglich diesen Blogbeitrag samt Kommentaren eventuell mit Interesse, aber schweigend, auf jeden Fall aber ohne jegliche Bewertung zur Kenntnis nehmen.

    Denkt man ihn konsequent weiter, löst sich dein Standpunkt in völliger Beliebigkeit auf.

  27. 10. März 2015, 16:12 | #27

    @ HEX: Da ist sie wieder, diese fiese Intoleranz der Aufgeklärten 😉

  28. astuga
    24. März 2015, 16:12 | #28

    @Eigenrot

    Saudi Arabien ist eben kein Rechtsstaat (rule of law).
    Sondern ein feudal-religiöser, totalitärer Polizeistaat (rule by law).
    Dh. das Rechtssystem ist in erster Linie ein Herrschaftsinstrument, so wie etwa auch in China, oder in allen anderen totalitären Systemen.

  29. Sven
    14. Juli 2015, 12:07 | #29

    Eigenrot :
    Saudi-Arabien ist ein Rechtsstaat. Es gibt Gesetze, es gibt Richter, es gibt ordentliche Verfahren. Und Herr Badawi hat gegen ein Gesetz, nämlich Beleidigung des Islams, bewußt verstoßen. Dafür wurde er von Richtern in einem Verfahren verurteilt.
    Auch wenn dem Westen die Inhalte der Gesetze manchmal befremdlich vorkommen. Genauso wie vielleicht dem Muslim aus Saudi-Arabien unsere Gesetze befremdlich vorkommen, z.B. das Blasphemie hier unter Meinungsfreiheit fällt. Ein Urteil darüber, welches von den beiden Systemen überlegen ist, steht uns nicht zu! Nach welchen Kriterien möchten wir das auch tun?

    Alles was im dritten Reich von SS, Wehrmacht, Richtern und so weiter gemacht wurde entsprach damals geltendem Recht im dritten Reich.
    Nach ihrer Logik hätten demnach kein einziger der damaligen Machthaber (geschweige denn nachgeordnete zivile oder Militärische Befehlsempfänger) vor Gericht gestellt, geschweige denn verurteilt werden dürfen.

  30. RagTagNr.9
    25. August 2015, 13:47 | #30

    Herr Eigenrot steht in guter, deutscher Rechtstaatstradition. Zitat Filbinger: Was damals rechtens war, kann heute nicht unrecht sein! Die gleiche Toleranz, die er pflegt, hat auch Himmler gefallen, der sagte, er möge den Islam, der liesse sich leicht für militärische Zwecke benutzen…