Wie man autistische Kinder mit MMS-Einläufen foltert
Wir sind lange im Geschäft, wir haben viel gesehen. Aber da schaut man nichtsahnend am Wochenende bei Orac von den amerikanischen Scienceblogs vorbei und bei dem Artikel dort vergeht einem dann der Appetit.
Bei seinen Recherchen zum Impfgegner-Treffen Autismus One (er nennt es “Quackfest”) ist er auf eine neue Grauslichkeit gestoßen: Autistische Kinder mit MMS-Einläufen “heilen”. Wer bei Kindesmisshandlung Mordgelüste bekommt, sollte sich den Artikel vielleicht schenken.
MMS enthält kurz gesagt als Wirkstoff Chlordioxid, welches als industrielles Bleichmittel und zur Desinfektion eingesetzt wird. Es wurde bis 1957 auch zum Bleichen von Mehl verwendet, aber dann wegen im Tierversuch nachgewiesener Nierenschäden verboten. In sehr kleinen Mengen kann zwar kein negativer Effekt nachgewiesen werden, es ist aber kein erlaubter Nahrungsmittelzusatzstoff.
Der Erfinder der Methode, “Bischof Humble”, hat in den USA eine eigene Kirche gegründet, um sich vor dem Behördenzugriff zu schützen. Er bewirbt es als Wundermittel gegen jede beliebige Krankheit, angefangen von Malaria über Krebs bis AIDS.
Gesundheitsbehörden weltweit warnen vor der Einnahme, was Humble und seine “Kirche” aber nicht davon abhält, es zu vermarkten. In Deutschland ist der Vertrieb von MMS verboten.
Die Frau im folgenden Video, Kerri Rivera, hat offenbar eine Klinik in Puerto Vallarta, Mexiko, in der sie angeblich schon 2.000 Familien behandelt und nach eigener Aussage auch 38 Kinder mittels MMS geheilt hat.
Sie selbst hat einen inzwischen 11-jährigen Sohn, der im Alter von 2 Jahren mit Autismus diagnostiziert wurde. Als Mutter habe sie sich daraufhin mit der Krankheit auseinandergesetzt und sei inzwischen “Expertin”.
Autismus wird ihrer Meinung nach durch Viren, Bakterien, Schwermetalle (die logischerweise vor allem in Impfungen enthalten sind), Parasiten, Pilzen, Entzündungen und Nahrungsmittelallergien verursacht. MMS kann natürlich all diese üblen Stoffe neutralisieren. Wissenschaftliche Erkenntnisse werden wie üblich völlig ignoriert und genetische Ursachen völlig ausgeschlossen.
In dem Video erklärt Rivera Eltern, wie man Kindern am besten MMS-Tropfen gibt. Das ist ja nicht so einfach. Einnahme ist grundsätzlich achtmal oder öfter am Tag. Man gibt dem Kind dabei jeweils 1 Tropfen pro 25 Pfund Körpergewicht. Aber was ist mit Kindern, die z.B. 70 Pfund wiegen? Nun, in dem Fall startet man bei 16 Tropfen pro Tag und geht in Dreitagesschritten langsam höher, bis es dem Kind dreckig geht. Wenn es dem Kind mit 19 Tropfen noch gut geht, erhöht man auf 20 Tropfen.
Wie erkennt man nun, dass man die Dosis nicht mehr erhöhen sollte? An den Reaktionen des Kindes.
Es kann Symptome wie z.B. stärkeres “stimming” zeigen. Stimming ist ein Begriff, der im wesentlichen zwanghaftes Verhalten bezeichnet, das sich in anhaltenden, sinnlosen Bewegungen manifestiert. Wie z.B. Klatschen, sich im Kreis drehen, Kopfschütteln, etc.
Auch Durchfall gehört zu den Symptomen, die auftreten können, wobei man zwischen gutem, reinigendem “Detox”-Durchfall und bösem, schlimmem Durchfall unterscheiden muss. Der gute Durchfall führt ganz einfach zu einer Darmreinigung, bei der der Körper von Würmern, Schwermetallen und bösen Bakterien gereinigt wird. Das man üblicherweise keine Würmer im Darm nachweisen kann liegt einfach daran, dass die Tests viel zu schlecht sind, wie in einem anderen Video erklärt wird.
Außerdem kann etwas, dass sie als Jarisch-Herxheimer-Reaktion “diagnostiziert” auftreten, was ganz einfach heißt, dass das Kind aufgrund der Vergiftung Fieber mit Schüttelfrost und Kopfschmerzen bekommt.
Fieber ist dabei auch etwas Gutes; man darf es nicht unterdrücken, man muss es fördern, damit es den Körper aufheizt – es ist eine großartige Gelegenheit, um bei den Giftstoffen im Körper richtig Schaden anzurichten.
Im Sinne einer Fiebertherapie kann man MMS auch gezielt nutzen, um das Kind in einen Fieberzustand zu versetzen und damit das Immunsystem aufzuwecken.
Dazu wird dem Kind einfach jede Stunde eine Dosis MMS verabreicht (nicht nur achtmal am Tag). Wenn sich das Kind erbricht, setzt man die Dosis für eine Weile ab, dann geht es mit niedriger Dosis weiter. Man kann natürlich auch Einläufe mit MMS zwischendurch verabreichen. Am Morgen einen Einlauf, am Abend ein Bad in MMS, zum Beispiel. Man kann zwischendurch auch die Dosis erhöhen, um das Fieber zu “kontrollieren”.
Sie erklärt zwischendurch dann am Beispiel eines Kleinkindes mit 25 Pfund (11,4 kg), was das 72-2-Protokoll ist: dabei gibt man dem Kind im Zweistundentakt 72 Stunden lang mit einem Babyfläschchen MMS. Nach dieser 72-Stunden-Tortur bemerkt man nach ihren Angaben normalerweise, dass sich die Kinder danach viel besser benehmen. Selbstverständlich macht man die 72-2-Prozedur erst, wenn das Kind mindestens 1 Woche lang Einläufe bekommen hat.
Dass sie im Video zwischendurch erzählt, dass ihre Zähne sauberer sind als je zuvor, seit sie sich mit hochkonzentrierter Lösung die Zähne putzt (um Fluorid in der Zahnpasta zu vermeiden), hat angesichts der Tatsache, dass Chlordioxid als Bleichmittel eingesetzt wird, fast etwas absurd Komisches.
Kerri Rivera liebt Einläufe, weil man damit in den Darm kommt. Man kommt angeblich direkt an die Quelle der Krankheit heran. MMS wird im Darm viel schneller absorbiert und tötet damit die Pathogene im Blut viel schneller. Sie wünscht sich in einem Nebensatz die gute alte Zeit des 18. Jahrhunderts zurück, als Einläufe noch eine angesehene Prozedur waren.
Sie erklärt im Detail, wie man Einläufe bei Kindern anwendet. Ihr Sohn bekommt regelmäßig welche. Die Beschreibung möchten wir dem Leser ersparen. Es gibt aber ja auch Kinder, die das nicht so “mögen”; daher erklärt sie auch kurz, wie man die Kinder am besten festhält.
Ihrem Sohn gibt sie seit 17. August 2010 MMS, dabei gelegentlich bis zu 5-6 Tropfen MMS-Lösung achtmal am Tag, was er nach ihren Angaben relativ gut verkraftet. In der ersten Woche habe er praktisch nur gekotzt, aber sie hatte ganz phänomenalen Augenkontakt mit ihm. Seit Mitte 2011 etwa bekommt er auch regelmäßig Einläufe. Aber seine Fortschritte sind nach ihren Angaben nicht groß, was sie dazu animiert, immer neue Behandlungen für ihn zu finden.
Das jüngste Kind, das sie je behandelt hat, war nach ihren Angaben 2 Monate alt. Das jüngste Kind, das die volle Tortur durchmachen musste, war etwa 1,5 Jahre alt.

Hört sich doch an wie Chemotherapie? In etwa gleich wirksam, wenn man Leukämien und Lymphome mal rausrechnet.
Aber nur, wenn man von Biologie und Biochemie keinerlei Ahnung hat …
Leukämie bei Kindern kann heutzutage übrigens mit fast 100% Erfolgsquote geheilt werden.
Das ist ein Fall von Münchhausen by Proxy. Der Frau gehören die Kinder entzogen.
Zur Leukämie siehe hier:
http://nejm200.nejm.org/explore/medical-documentary-video/?v=2
Zu Aufgehört:
http://images.tribe.net/tribe/upload/photo/8e2/8d1/8e28d158-7daa-446b-b738-67d29898dc06
Der Beitrag erinnerte mich (vor allem wegen der Klink in Mexiko) an meine Begegnungen mit Leuten, die Dioxychlor als Lösung diverser medizinischer Probleme getrachtet haben. Und richtig! Hier fand ich etwas zur Verbindung: http://www.psiram.com/ge/index.php?title=Dioxychlor
Gruselig!
Oh mann. Und das auf nüchternem Magen. In Anbetracht dieser hochgefährlichen Torturen muss ich echt sagen: Es wird wohl eine Frage der Zeit sein bis es zum ersten Todesfall kommt. Und ich fürchte, es wird nicht allzulang dauern. Einfach nur grauenerregend.
Oh man. Wenn man bedenkt, dass zumindest unter Asperger-autisten viele über Hochsensibilität und dem stetigen Kampf mit sensorischem Overload berichten und den Gedanken fortführt, dass dies bei LF-Autisten ähnlich oder sogar stärker sein könnte, mag ich mir gar nicht ausmalen, was diese armen Kinder, zusätzlich zur ohnehin schon quälenden Methode durchmachen müssen.
Was ich auch nicht verstehe – einerseits werden ADHSler und teilweise auch Autisten als Indigo/Regenbogen/sonstwasfürkinder gehyped, andererseits kann aber auch nicht akzeptiert werden, dass mit diesen Störungsbildern tatsächlich ein gegenüber der Norm abweichendes Verhalten, Erleben und Empfinden verbunden ist. Indigokristallblubbkinder zum Angeben: Ja bitte – tatsächliche Akzeptanz eines nicht der Norm entsprechenden Kindes mit allen Konsequenzen wie angemessener Förderung und fachlicher Informiertheit: nein danke.
Das ist sehr doppelzüngig.
Diese Eltern soll man die Kinder entnehmen und sie selber die behandlung geben die sie ihren Kinder geben möchten.
In welcher Woche würden XXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXX
[laden Sie ihren zynischen Müll woanders ab, Sie sind hier jetzt gesperrt/G]
Das ist einfach schockierend!
Die Frau gehoert in den Knast! Oder aber in die Geschlossene!
Ich darf gar nicht dran denken, in wie vielen Foren sich Eltern, aber auch Tierhalter ueber die Dosierung von MMS austauschen.
Beispiel:
http://www.mms-selbsthilfe.de/showthread.php?2651-Dosierung-beim-Kind
Es ist eine Frechheit, dass Eltern sich anmaßen ihre kranken Kinder mit so einem Scheiss zu “therapieren”. Das sind “Doktorspiele” auf Kosten derer, die sich nicht wehren koennen.
Mensch, diese Frau gehört doch sicher in den Knast. Ein kleines Kind so etwas geben, ist die vollig verruckt?
über eine Stunde Eso-Horror ist echt kaum zu ertragen. und trotz meiner mäßigen Englischkenntnisse habe ich wohl das meiste verstanden und bin absolut entsetzt.
Ganz klar rezidivierende Kindesmisshandlung. Warum tun da die Gesundheitsbehörden nichts?
Und von evidence based medicine haben die alle noch nichts gehört.
Da stimmt irgendwas mit den Zahlen nicht:
“Man gibt dem Kind dabei jeweils 1 Tropfen pro 25 Pfund Körpergewicht. Aber was ist mit Kindern, die z.B. 70 Pfund wiegen? Nun, in dem Fall startet man bei 16 Tropfen pro Tag und geht in Dreitagesschritten langsam höher, bis es dem Kind dreckig geht. Wenn es dem Kind mit 19 Tropfen noch gut geht, erhöht man auf 20 Tropfen.”
@Berliner: Lies den Satz davor. 8x am Tag 1 Tropfen pro 25 Pfund, macht bei 50 Pfund 16 Tropfen am Tag. 3 Tage später dann 17 Tropfen usw.
Die Tante im Video kann aber nicht rechnen, sie spricht mehrfach von 100 Pfund und 3 Tropfen, betont aber andererseits die Regel.
Wie kann man solchen Menschen nur Kinder anvertrauen…das macht mich krank.
@observer
Doch die ESO’s wenden die “evidence based medicine” an.
Wenn sie “science based medicine” meinen, würden sie richtiger liegen.
Ihr seit doch alles Kollektivisten hier. Diagnostiziert euch mal selbst! Diagnose: Krankhafter Schulmedzinglaube! A Brave New World
Charles du Depp – die böse Schulmedizin hat mir vor wenigen Wochen durch einen simplen Stent am Herz das Leben gerettet. Falls du mal selber in der Situation sein solltest, gehe ich davon aus, das du dem Arzt deutlich sagst, das du von ihm nicht behandelt werden willst. Aber da kneift der gemeine “Kritiker” ja gerne mal den Schwanz ein (was leicht ist, da er ja keine Eier hat)
http://www.psiram.com/ge/index.php/Schulmedizin
Insofern, lieber Charles, glaube ich nicht an “Schulmedizin”. Ich “glaube” lediglich an die Realität. Z.B. dass das, was wirkt, tatsächlich wirkt. Klingt komisch, ist aber so.
@ Charles:
Du hältst also die Verabreichung von Chlorbleiche an autistische Kinder für eine Art therapeutische Option? – Brave New World!
Totale Zustimmung. So etwas ist unglaublich und dafür sollte sie bestraft werden und zwar hart.
Woher kommt eigentlich diese extreme Fixierung der Esos auf den Darm? Sollte dies tiefenpsychologisch etwas zu bedeuten haben?
Wow! Einfach nur Wow!
Da werden Kinder ihren Eltern weggenommen, weil denen einmal(!) die Hand ausgerutscht ist und hier ist eine geisteskranke Serientäterin unterwegs, die niemand auch nur stoppen will – abgesehen von der hier postenden jüdischen-Weltverschwörung-Reptiloiden-Pharma-bezahlten-Räuberbande.
Sehr geehrte Damen und Herren,
beim BR hat sich ein ganzes Nest von MMS-Befürwortern festgesetzt. Unter einem Artikel über die Gefahren der Chlorbrühe. Und natürlich sind da auch diejenigen dabei, die ihre Kinder von Autismus geheilt haben wollen.
http://www.br.de/nachrichten/gefaehrliche-schlankheitsmacher-internet-100.html
Untertänigst
S