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Nicht im Liegen lesen, auch nicht onanieren


Esoblog Verbraucherinformation: Anmerkung zu § 260 des Organons

Liebe Leser, sollten sie homöopatische Mittel einnehmen, unterlassen sie bitte das onanieren oder das Lesen im Liegen. Und ganz Vieles anderes auch. Denn sonst wirkt die Homöopathie nicht. Der Einfachheit halber sei hier die ganze Anmerkung aus Hahnemanns Organon zitiert:

Kaffee, feiner chinesischer und anderer Kräuterthee; Biere mit arzneilichen, für den Zustand des Kranken unangemessenen Gewächssubstanzen angemacht, sogenannte feine, mit arzneilichen Gewürzen bereitete Liqueure, alle Arten Punsch, gewürzte Schokolade, Riechwasser und Parfümerieen mancher Art, stark duftende Blumen im Zimmer, aus Arzneien zusammengesetzte Zahnpulver und Zahnspiritus. Riechkißchen, hochgewürzte Speisen und Saucen, gewürztes Backwerk und Gefrornes mit arzneilichen Stoffen, z.B. Kaffee, Vanille u.s.w. bereitet, rohe, arzneiliche Kräuter auf Suppen, Gemüße von Kräutern, Wurzeln und Keim-Stengeln (wie Spargel mit langen, grünen Spitzen), Hopfenkeime und alle Vegetabilien, welche Arzneikraft besitzen, Selerie, Petersilie, Sauerampfer, Dragun, alle Zwiebel-Arten, u.s.w.; alter Käse und Thierspeisen, welche faulicht sind, (Fleisch und Fett von Schweinen, Enten und Gänsen, oder allzu junges Kalbfleisch und saure Speisen; Salate aller Art), welche arzneiliche Nebenwirkungen haben, sind eben so sehr von Kranken dieser Art zu entfernen als jedes Uebermaß, selbst das des Zuckers und Kochsalzes, so wie geistige, nicht mit viel Wasser verdünnte Getränke; Stubenhitze, schafwollene Haut-Bekleidung, sitzende Lebensart in eingesperrter Stuben-Luft, oder öftere, bloß negative Bewegung (durch Reiten, Fahren, Schaukeln), übermäßiges Kind-Säugen, langer Mittagsschlaf im Liegen (in Betten), Lesen in wagerechter Lage, Nachtleben, Unreinlichkeit, unnatürliche Wohllust, Entnervung durch Lesen schlüpfriger Schriften, Onanism oder, sei es aus Aberglauben, sei es um Kinder-Erzeugung in der Ehe zu verhüten, unvollkommner, oder ganz unterdrückter Beischlaf; Gegenstände des Zornes, des Grames, des Aergernisses, leidenschaftliches Spiel, übertriebene Anstrengung des Geistes und Körpers, vorzüglich gleich nach der Mahlzeit; sumpfige Wohngegend und dumpfige Zimmer; karges Darben~ u.s.w. Alle diese Dinge müssen möglichst vermieden oder entfernt werden, wenn die Heilung nicht gehindert oder gar unmöglich gemacht werden soll. Einige meiner Nachahmer scheinen durch Verbieten noch weit mehrer, ziemlich gleichgültiger Dinge die Diät des Kranken unnöthig zu erschweren, was nicht zu billigen ist.

Da war er ja sehr fortschrittlich, der Sammy.
Kein Wunder, dass der Nachweis der Wirksamkeit der Homöopathie seit ihrer Erfindung nicht gelungen ist. Das erinnert an die Deutsche Bahn, die immer behauptet, günstige Preise zu haben – bei Vollmond in Schaltjahren und Temperaturen ab 35°.

  1. 4. August 2009, 21:19 | #1

    Waaaaas?! Meine Glaubuli wirken nicht, wenn ich reiten gehe!? Und Auto fahren darf ich auch nicht?

    Aber, schaukeln bewegen darf man sich nicht, den Beischlaf soll man auch nicht unterdrücken, wie nun????

  2. Chartinael
    4. August 2009, 22:05 | #2

    und nicht im liegen lesen!!!!

    oder das Kind zu viel stillen – Achtung, achtung liebe Mütter!!!

    Mittagsschlaf im Bette geht auch nicht – sofa ok?

    Oh oh, und Fahren ist das absolute No-go!

    Bekleidung aus Schafwolle ist auch ein Hindernis? Also, Ökos, aufgepaßt, nichts wollenes tragen. Veganer erfreut das.

    Und aufs Nachtleben möge man bitte auch verzichten.

    wuff.

  3. GeMa
    5. August 2009, 13:50 | #3

    Ist ja auch hart – "alter Käse und Thierspeisen, welche faulicht sind, "
    Ökogammelwürstchen von Alnatura ;-P

    "Entnervung durch Lesen schlüpfriger Schriften" also bitte aufgepasst bei den Unterwäscheseiten im Naturwarenversandhandel!

  4. Editor
    6. August 2009, 11:12 | #4

    Tja und wirklich erfahrenen Homöopathen wissen auch, dass die Glaubulis im Handtascherl neben dem Mobiltelefon sofort unwirksam werden, wenn sie nicht schon unwirksam geworden sind, wenn sie vorher über die Scannerkasse gezogen worden sind.

  5. editor
    17. August 2009, 23:43 | #5

    Jetzt hab ich aber ein Quellenproblem. Vor mir liegt die Arzneimittellehre von S Hahnemann 3.Auflage von 1830.Band 1+2.

    Und dort finde ich obige Zitate nicht.

    Kann mir jemand helfen?

  6. 18. August 2009, 07:15 | #6

    Hallo Editor, das ist aus dem Organon:
    http://www.homeoint.org/boo

  7. Editor
    19. August 2009, 14:52 | #7

    Danke Cohen, dabei bin ich happy so einen alten Hahnemann zu haben.

    Hps zahlen ja ein Schweinegeld für so einen alten Schinken. Evtl finanziere ich mir mal einen Urlaub mit dem Verkauf- das wirkt dann sicher.

  8. Moss
    28. Oktober 2009, 15:07 | #8

    Na also: unvollkommenen oder gar unterdrückten Beischlaf in dumpfigen Zimmern und sumpfigen Wohngegenden gilt es zu vermeiden. Meine Rede, seit Jahrhunderten!

  1. 30. Juni 2010, 17:32 | #1

Spamschutz: Setzen Sie einen Haken im ersten, zweiten und vierten Kästchen

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