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Die Leere der Kreationisten und vom Intelligent Design.

Die Lehre der Kreationisten breitet sich aus. Sogar an Universitäten darf jetzt gelehrt werden, was jeder wissenschaftlichen Grundlage entbehrt. Gott hat die Welt vor sechstausend Jahren an sechs Tagen erschaffen und ist dann erst einmal pennen gegangen. Hätte er sich vor dieser Aktion ausgeruht, wäre die Welt vielleicht etwas entspannter und durchdachter geworden.

Es müssen aber auch nicht immer Kreationisten sein, Intelligent Design (=Kreationismus forte) ist auch nicht unbeliebt: Mit viel wissenschaftlicher Untermauerung propagieren diese Schmalspurdenker: Die Natur ist so toll, dahinter muß ein höheres, intelligentes Wesen stecken, das kann nicht der Zufall einer Evolution sein.

Bullshit.

Die Natur ist in der Tat faszinierend. Allein des Menschen Körper, wie dieser funktioniert! Wie irgendwelche Substanzen abgebaut und anderswo wiederverwertet werden, wie der rote Blutfarbstoff Hämoglobin, der nach dem Abbau überalterter roter Blutkörperchen anfällt, über die Leber aus dem Blut gefischt, anschließend anderweitig verwendet wird….

Die sensiblen Steuerungen für Blutdruck, Herzfrequenz, Blutzucker und diverse Hormone. Das Gehirn! Toll.

Doch ist das intelligent?

Klar sind viele Mechanismen faszinierend und für den Ahnungslosen vielleicht nur mit irgendwelchen Göttern zu erklären, weil sie eben nicht genügend Grips haben, die Wirklichkeit zu verstehen. Aber ob das alles Intelligent Design ist? Manches hätte man besser etwas einfacher machen können, doch hat es sich eben anders entwickelt, je nach den neuen Anforderungen. Aus einem Guss konstruiert wäre bei den meisten Lebewesen viel umständliches Zeug weggefallen. Und die Esoteriker gäbe es nicht bei perfekt ausgestaltetem Denkorgan.

Der Körper hat so viele Schwachstellen. Das Genick zum Beispiel ist schlecht konstruiert. Stabil ist anders. Herzinfarkte und Schlaganfälle sichern den Arterhalt auch nicht gerade. Die Fortpflanzung ist recht umständlich gelöst. Na gut, aber sie macht Spass.

Alles entwickelt sich. Nicht intelligent, sondern so, wie es gebraucht wird und wie es mit den bereits vorhandenen Ressourcen geht. Deshalb haben Vögel auch zwei Blinddärme und Menschen nur einen. Das hat nicht Gott so gemacht, das war das Nahrungsangebot.

Erschreckend jedoch, dass dieser Müll auch an Universitäten und Schulen Einzug gehalten hat…

  1. Wirsing
    29. Dezember 2010, 13:22 | #1

    Also so richtig kann ich mich mit diesem Blogeintrag nicht anfreunden.
    Zu groß scheint hier der Versuch eines Rundumschlages gegen den Kreationismus.
    Der Kreationismus ist wissenschafftlicher Unfug keine Frage, aber warum macht man daraus einen Blogeintrag, der allenfalls die Spitze des Eisberges der berechtigten Kritik behandelt und der dann die Problematik auch nur an der Spitze behandelt?
    Viele plakative Gegenargumente zum Kreationismus dieses Artikels sind durchaus berechtigt, sie aber in einen plakativen Blog zu stellen, welcher so unbelegt und oberflächlich bleibt wie dieser, ist einer erfolgreichen esowatchstrategie m.e. eher abträglich. Daran sollte gearbeitet werden.

  2. 29. Dezember 2010, 15:44 | #2

    Dieser Post ist genauso dumm wie der hier beschriebene YEC. Der nur eine Spielart des Kreationismus ist.
    Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal die Fresse halten.

  3. Wirsing
    29. Dezember 2010, 15:55 | #3

    @AM

    Werde mich beizeiten gerne an Deine qualifizierte und begründete Anweisung halten.
    Achso… Du zitierst Herrn Mittermeieer…. Darf ich denn fein artig nach Deiner Qualifikation fragen, oder fehlt Dir bei diesem Thema etwa auch die nötige Sachkenntnis?

  4. 29. Dezember 2010, 17:33 | #4

    @ Wirsing

    Das benutzte Zitat stammt von Herrn Dieter Nuhr; von Herrn Mittermeier darf man sich vielleicht diverse Grimassen und Hampeleien ausleihen, die vielleicht nicht sonderlich intelligent ausschauen, aber auf Anhänger des Kreationismus mitunter bestimmt anwendbar sind…

  5. Arno Nühm
    29. Dezember 2010, 17:36 | #5

    Warum geht’s hier eigentlich immer so gehässig zu?

    Die Frage ist zumindest für mich schon zum größten Teil beantwortet.

    Nun mag der ein oder andere gehässige Kommentar zurück kommen:

    „Ja warum stellst du **** sie dann?! So ein **** muss ich mir hier nicht reinziehen.
    Geh wieder zu deinen ****, wo du deinen **** ablassen kannst. Man!!!
    Die Moralaposteleien kannst du dir in Zukunft hier sparen. Weihnachten ist auch vorbei!“

    So in etwa.

    Also jetzt nochmal: Warum geht’s hier so gehässig zu? Sowohl in vielen Blogposts als auch (und gerade) in den Kommentaren…

    Stellt euch dir Frage mal und tut sie nicht gleich wieder ab.

    P.S.: Die Eso-Keule zieht bei mir nicht.

    Vielleicht nimm

  6. Arno Nühm
    29. Dezember 2010, 17:54 | #6

    Ach wisst ihr was, ich nehm den Kommentar vorerst zurück.

    Bzw. ich muss mich berichtigen. Hier sind die wenigsten Kommentare wirklich offen gehässig.
    Da habe ich wohl das getan, was ich selber nicht ausstehen kann: vorschnell verallgemeinert…

    Was ich vielleicht eher meinte ist dieser oft unterschwellig gehässige Ton auf diesem Blog. Ich kann verstehen, dass viele Emotionen mitspielen… Nur es artet doch oft arg in Polemik aus und am Ende kommt nicht mehr viel Konstruktives bei rum.

    Jetzt könnte man sagen, dass das einfach nur mein subjektives Empfinden ist, weil ich eben selbst von der Thematik betroffen bin (etwa, weil ich mit Esoterik zu tun habe oder sonstwie involviert bin…) bin ich aber nicht.

    Gerade diese oft polemische Art, in der hier die Posts geschrieben werden, halten mich davon ab, sie wirklich ernst zu nehmen. Genauso wenig kann ich die andere Seite, also den „Feind“, die Esoteriker ernst nehmen… Weil sie im Prinzip oft mit dem gleichen Wasser kochen, wie ihr. Übertreibung, Emotionalisierung, unterschwellige Gehässigkeit gegen diejenigen, die nicht vollständig der gleichen Meinung übereinstimmen.

    Da würde ich dem ersten Kommentar schon zustimmen.

  7. Horst
    29. Dezember 2010, 20:17 | #7

    Argumente gegen Kreationisten und Intelligent Design?
    Dagegen braucht man nicht argumentieren. Sobald man gegen Glaube argumentiert kommt man nicht viel weiter da das in sich geschlossene Theorien sind. (Gott wollte das so. Warum? Gottes Wege sind unergründlich).
    Das eine ist Religion, das andere Wissenschaft, Religion hat außer als wissenschaftlicher Forschungsgegenstand nix an der Uni zu suchen.

  8. Shade
    29. Dezember 2010, 22:40 | #8

    Grand-Canyon bei der Sintflut entstanden?! Alleine dass da Menschen glauben, die Ereignisse der Bibel hätten auf dem Gebiet der heutigen USA stattgefunden…
    Aber, naja, bei fast 7 mia. Menschen findet sich wohl für jeden Blödsinn jemand der sich nicht zu schade dafür ist.
    Was mir so unverständlich ist, ist dass da überhaupt jemand zuhört und es glaubt…

  9. shitforall
    30. Dezember 2010, 07:47 | #9

    @Horst
    Ja, alles weitere ist Verschwendung!

  10. T-M
    30. Dezember 2010, 11:49 | #10

    Zum Kreationismus wollte ich eigentlich schon längst mal etwas geschrieben haben, schön, dass es jetzt einen passenden Blog-Beitrag gibt.

    Zuerst einmal stellt sich die Frage, waurm ich überhaupt gegen den Kreationismus und dessen Ausbreitung bin. Wie kann der T-M, von dem einige vielleicht schon wissen, dass er an Gott glaubt, es wagen, sich gegen den Kreationismus auszusprechen? Kann man, wenn man an Gott glaubt, nicht genauso gut auch daran glauben, dass er die Welt erschaffen hat?

    Ja, aber das ist nicht das Problem, dass ich dabei sehe. Natürlich kann man glauben, dass Gott die Welt vor 6000 Jahren in 6 Tagen geschaffen hat, fix und fertig mit all den Tieren, die wir heute kennen. (Ich persönlich glaube es nicht, weil ich nicht glaube, dass Gott es nötig hätte, mich zu verarschen, indem er eine Welt konstruiert, die so aussieht, als sei sie viel älter und ganz anders entstanden.)

    Das Problem, dass ich damit habe, ist, dass versucht wird, diesen Glauben gleichberechtigt neben die wissenschaftliche Evolutionstheorie zu stellen. Ein Glaubensinhalt ist aber noch lange keine wissenshaftliche Theorie!

    Kreationismus gleichberechtigt neben die Evolutionstheorie zu stellen, ist, als ob man die „Theorie“, Dinge fielen nur deshalb runter, weil Gott das gerade so wolle, gleichberechtigt neben das Gravitationsgesetz stellen würde!

    Das wäre natürlich ungemein praktisch. Ich kann z. B. beobachten, wie ein Apfel vom Baum fällt, messen, welche Kräfte dabei auf ihn wirken und in wie weit dies z. B. mit dem Newton’schen Gravitationsgesetz übereinstimmt. Fiele der Apfel (rein theoretisch) plötzlich nicht mehr nach unten, sonder nach oben, müsste ich wohl weitere Messungen druchführen und würde bald zu dem Schluss kommen, dass ein komplkett neues Graviationsgesetz nötig ist. Ich kann mich natürlich auch neben den Apfelbaum stellen, und sagen: „Die Äpfel fallen runter, weil Gott es gerade so will, und wenn einer nach oben fallen sollte, dann will Gott es halt gerade anders.“ Spart mir jede Menge „Denkarbeit“ und schützt mich selbst bei extrem unerwarteten Ereignissen (wie dem nach oben fallenden Apfel) davon, mir eine neue Theorie suchen zu müssen.

    Das ist das Tolle an diesen Theorien: Sie liefern Erklärungen für alles mögliche (und für eine Menge unmögliches gleich mit), sie sind schlecht zu widerlegen, und am Ende läuft es immer auf „Gott wollte es halt so“ heraus. Und wenn Gott es mal anders will, läuft es halt anders. Vorhersagen sind so natürlich größtenteils unmöglich, denn Gottes Wille ist unergründlich. Praktisch, so liegt man selten falsch.

    Aber so kann man doch keine Wissenschaft betreiben! Glaube funktioniert so, aber Wissenschaft nicht! Wissenschaft ist nicht vom Glauben abhängig; wenn jemand misst, welche Kräfte z. B. auf einen fallenden Apfel wirken, so sind die Ergebnisse gleich, und die daraus abgeleiteten Gesetzmäßigkeiten also auch, ganz egal, ob der jenige, der da misst, an Gott glaubt, an das fliegende Spaghettimonster, an sonst was oder an gar nichts. (Sicherlich, es ist einem Menschen, selbst wenn er es will, nicht möglich, hundertprozentig objektiv zu sein; aber im idealen Fall, der angestrebt werden sollte, sollte es zumindest so ablaufen.)

    Wenn der Unterschied zwischen Glaubensinhalten und wissenschaftlichen Theorien verloren geht, wenn das, was die Kirche sagt, gleichberechtigt neben den wissenschaftlichen Forschungsergebnissen steht (und darauf liefe es hinaus, wenn sich der Kreationismus an den Schulen und Universitäten ausbreitet), ist das das Ende der wissenschaftlichen Denkweise und der Beginn eines neuen „Mittelalters“.

    Umlaute repariert, rw

  11. T-M
    30. Dezember 2010, 11:49 | #11

    (Warum sind jetzt alle Umlaute kaputt? Habe ich sonst nie!)

  12. Wirsing
    30. Dezember 2010, 12:49 | #12

    Das Problem, dass ich damit habe, ist, dass versucht wird, diesen Glauben gleichberechtigt neben die wissenschaftliche Evolutionstheorie zu stellen. Ein Glaubensinhalt ist aber noch lange keine wissenshaftliche Theorie!

    Danke T-M, Du sprichst mir mit fast dem ganzen Eintrag (bin halt Atheist :-)) aus der Seele.

  13. Anthroposophisches Intelligent Design
    30. Dezember 2010, 12:51 | #13

    wer darf nicht fehlen?

    die Anthroposophen … hier Jens Heisterkamp, vom anthroposophischen Sektenmagazin „info 3“. Heisterkamp über seinen Meister Rudolf Steiner, Zitat:

    „Anknüpfend an Goethe schuf Rudolf Steiner eine pantheistische Variante der Evolution, bei der nicht ein einzelnes “göttliches Wesen”, sondern viele Ideen-Wesen die Evolution bestimmen.“

    Anthroposophisches Intelligent Design in voller Länge:

    „Darwin in der Defensive

    Intelligent Design

    Von Jens Heisterkamp

    Die traditionelle, auf Zufallsmutationen und Selektion gegründete Evolutionstheorie führt derzeit einen verzweifelten Abwehrkampf gegen einen neuen Ansatz, der den zweckgerichteten Aufbau von Lebewesen als “intelligentes Design” begreifen will. Trotz der Gefahren, dabei in einen naiven Schöpfer-Glauben zurückzufallen, öffnet sich hier ein Tor für ein spirituell orientiertes Denken von Evolution in der Gegenwart.

    Ein Gespenst geht um in Europa – das Gespenst des Kreationismus. Und gespenstische Zustände wie auf der anderen Seite des Atlantik, wo bibeltreue Christen die Evolutionstheorie aus den Schulen verbannen wollen, möchte der common sense hierzulande um jeden Preis verhindern. Dass sich auch der allseits unbeliebte Präsident Bush dafür aussprach, neben dem Darwinismus, wie wir ihn kennen, einen alternativen Ansatz zur Diskussion zu stellen, brachte die akademische Biologie- und Evolutionswissenschaft vollends zum Kochen.

    Der Kreationismus ist indessen nur die schrille Außenseite des Problems. Fromme Bibelleser, die darauf pochen, dass der liebe Gott die Welt in sechs Tagen geschaffen habe, dürften nirgends, auch in den USA nicht, das Potenzial haben, knapp 200 Jahre Wissenschaftsgeschichte umzuschreiben. Die Tatsache der Evolution, also der große Zusammenhang einer Entwicklung der Arten, bei der sich eine Abfolge von den niederen zu höheren im Rahmen langfristiger Zeitabläufe konstatieren lässt, steht gar nicht ernsthaft in Frage. Eine ernste Herausforderung aber stellt es dar, wenn neuerdings immer mehr Biologen mit ihrem Spezialwissen selbst am eingefleischten Dogma der Evolution zweifeln, wonach das Prinzip evolutionärer Entwicklung die zufällige Mutation der Lebensformen ist, die im “Kampf ums Dasein” selektiert werden. Gerade mit dem Fortschreiten der Forschung in immer detailliertere Bereiche hinein zeigt sich: zu augenfällig ist die sinnhafte Funktionalität schon der elementarsten Lebensformen, zu unwahrscheinlich die Annahme, dass die hoch komplizierten Anpassungs- und Ausdrucksvarianten der Natur allein das Ergebnis zufälliger “Programmierfehler” sein könnten, deren Effektivität sich dann aufgrund von “Überlebensvorteilen” stets weitervererbt habe. Ob es um den Flügel des Schmetterlings, den Rüssel des Elefanten, den Vogelzug oder die Entstehung des menschlichen Gehirns geht: immer soll ein zufällig herbeimutierter “Überlebensvorteil” ausschlaggebend gewesen sein.

    Evolution ja – Zufall nein

    Aber immer mehr Wissenschaftler stoßen sich daran, die offensichtliche Zweckhaftigkeit und Funktionalität von Organismen mit irrational blinden und bis ins Extrem unwahrscheinlichen Zufallshäufungen zu erklären. Auch die Tatsache, dass bis heute nur Prozesse von Mikro-Evolution, also von Variationen innerhalb der Arten – die bekannten Finken Darwins – nachgewiesen wurden, die große Frage nach der Entwicklung der Arten selbst aber nach wie vor im Dunkeln liegt, streut immer mehr Zweifel an Darwins Zufalls-Theorie. Mit der Idee, anstelle des Zufalls (der letztlich nichts anderes ist als ein anderes Wort für unser Nicht-Wissen) das Prinzip eines in sich stimmigen Entwurfs zu setzen, formiert sich nun im angloamerikanischen Wissenschaftsbetrieb die Richtung des “Intelligent Design”: Diese Theorie basiert nach Aussage eines ihrer Verfechter “nicht auf religiösen Voraussetzungen, sondern nimmt einfach an, dass eine intelligente Ursache die beste Erklärung ist für bestimmte Besonderheiten der natürlichen Welt … die Theorie des “Intelligent Design” kümmert sich weder um die Identität des Designers noch verteidigt sie die Genesis”, so Jonathan Witt auf http://www.discovery.org, der strategischen Internetbasis von “ID”. Somit enthält auch “Intelligent Design” ein deutliches Element von Nicht-Wissen: denn man spricht hier letzten Endes von einem Design ohne Designer. Alles sieht bei den Organismen nach sinnvollem Bauplan aus, und es wäre absurd, ihn als Ergebnis zusammengewürfelter Zufallskombinatorik zu erklären – aber wie sollte er sonst entstanden sein? Die Theorie des “Intelligent Design” lässt das offen und spricht “neutral” nur von einem höheren Wesen oder einer höheren Intelligenz. Obwohl Kritiker nicht müde werden, das genaue Gegenteil zu behaupten, stellt – abgesehen von sechs-Tage-kreationistischen Trittbrettfahrern – “Intelligent Design” also mitnichten die Evolution als Entwicklungsfolge in Frage, bestreitet aber ihre sinnlos materialistische Erklärung. Genau hier setzt wiederum die Kritik der eingefleischten Darwinisten an: “Intelligent Design”, so argumentieren sie, sei eine Mogelpackung, insofern man es aus allein opportunistischen Gründen vermeide, bei “Design” auch vom dazugehörigen “Designer”, also Gott zu sprechen. Würde man den beim Namen nennen, dann wäre sofort offenbar, dass es sich um Religion handelte und nicht um Wissenschaft.1)

    Kirchliche Sympathien

    Auch hierzulande beginnt man, wegen “Intelligent Design” nervös zu werden: Formulierungen wie “Religiös motivierter Unfug” (Die Zeit), “Talibanisierung der Biologie” (NZZ) oder “einer der raffiniertesten Schwindel in der Geschichte der Wissenschaft” (Spektrum der Wissenschaft) sind Blüten eines Kulturkampfes und keine Argumente. Zu allem Überfluss schaltete sich im Sommer diesen Jahres ein katholischer Kleriker, der Wiener Kardinal Christoph Schönborn in die Debatte ein. Denn auch für die Katholische Kirche ist “Intelligent Design” ein interessanter Ansatz, nachdem der Vatikan in der jüngeren Vergangenheit in Sachen Darwin eher eine Art Waffenstillstandsabkommen eingegangen war: dem im Mainstream offensichtlich so widerspruchslos akzeptierten Darwinismus überließ man die Erklärung der Welt, dem Schöpfergott die Erschaffung (und Rettung) der Seele. Nun aber sah der Wiener Kardinal die Stunde für einen Frontalangriff auf den klassischen, auf Mutation und Selektion setzenden Darwinismus gekommen und platzierte ihn am 7. Juli in der renommierten New York Times.

    In dutzenden von Artikeln und Medienbeiträgen zum Thema landauf landab zeigte sich daraufhin neben heller Aufregung ein erschreckendes Maß an hilflosem Denken, bei feuilletonistischen Kommentatoren ebenso wie bei “führenden Biologen”: “Evolutionskritiker” lautet der stigmatisierende Vorwurf, wo es doch richtig “Darwin-Kritiker” heißen muss. Auf kritische Rückfragen hin präzisierte Schönborn, es gehe ihm darum, “ob man sich wissenschaftlich damit begnügen kann, alle Vorgänge vom Urknall bis hin zu den höchst komplexen Formen des Lebens auf der Erde mit dem neodarwinistischen Modell von Zufall und Selektion zu erklären” – und das ist tatsächlich genau der Punkt.

    Evolution des Bewusstseins

    Dass derzeit überhaupt eine so erregte Debatte zum Thema Evolution geführt wird, ist ein Symptom für viel mehr als für einen Spezialistenstreit. Das Thema geht deshalb so unter die Haut, weil es wie kaum ein anderes unser Selbstverständnis als Menschen, unsere Herkunft und den Sinn der Welt berührt. Und wenn nun die Art, wie wir über Evolution denken, selbst in Bewegung, in Entwicklung gerät, dann ist das doppelt faszinierend, weil sich hier gleichzeitig eine Evolution des Bewusstseins ankündigt. Der erregte Widerstand gegen ein Konzept wie “ID” trägt selbst fundamentalistische Züge eines überlebten Systems; unübersehbar geht das Zeitalter des Verstandes seinem Ende zu.

    Die Macht des Verstandes war es einst, die die Menschen aus dem träumenden Gefühl losriss, Glieder einer sinnvollen Schöpfung zu sein. Für dieses Wachrütteln muss man dem Verstand dankbar sein, denn sonst hätte man nie die großartige Idee denken können, dass sich der ganze Kosmos entwickelt hat. Alles hat sich entwickelt, auch der Mensch. Im Zeitalter des Verstandes, der sich von religiöser und spiritueller Bevormundung frei machen wollte, ließ sich aber kein anderer Grund für all diese Entwicklung denken als sinnloser Zufall. Auch heute noch gilt für viele: alles andere als der Mechanismus aus Zufall und Selektion ist Tabu. Auch wenn man sich, um auch nur die Entstehung des Halses einer Giraffe mit seiner parallelen Entwicklung von Gewebe, den Wirbeln und den inneren Organen zu erklären, ein geradezu irrwitziges Szenario aus Zufall und Selektion ausmalen muss, glaubt man lieber weiter an die unwahrscheinlichsten Anhäufungen von Zufällen, als sich vor dem Tribunal der anerkannten Wissenschaft lächerlich zu machen.

    Demgegenüber wagen sich die neuen Darwin-Kritiker auf Neuland vor: zwar sind auch sie von der Tatsache der Evolution überzeugt, aber gleichzeitig sicher, dass Evolution nicht auf Zufall beruht. Wie es sein kann, dass Leben auf einem toten Planeten erscheint, dass immer neue, höher entwickelte Arten auf niedere folgen, muss zwar vorerst offen bleiben, aber das einzugestehen erscheint vernünftiger, als weiter am offensichtlich unsinnigen Zufalls-Dogma zu kleben.2) Vielleicht ist ja dieses wissende Nicht-Wissen die Voraussetzung dafür, das Staunen neu zu lernen? Am Ende des Zeitalters des Verstandes erscheint so in neuer Form, was an seinem Anfang überwunden werden musste: die Grenzerfahrung, dass sich das Leben als ein Mysterium niemals einem analytischen Denken erschließt. Und ebenso wenig wie für das Rätsel des Lebens wird der Verstand jemals eine Erklärung für den Prozess der Evolution, im Kleinen wie im Großen, finden. Um das Organisierende als Prinzip des Lebens zu erfassen, muss das Denken erst selbst lebendig werden.

    Die Evolution sind wir

    In den USA wehren sich Vertreter des “Intelligent Design” wie z.B. Stephen Meyer gegen den Vorwurf, ihr Ansatz sei nur eine ad hoc-Strategie jüngeren Datums zur pseudowissenschaftlichen Unterstützung der Kreationisten. Von Europa aus lässt sich das gut begründen: denn der Erfinder von “Intelligent Design” war Goethe, als ihm als Erklärung für die Organismen das Prinzip des “Typus” als einer realen, wirkenden Kraft aufging, die die Erscheinungen von innen her formt. Seine Erklärung ist dabei weniger durch analytische Beweisführung aussagefähig und auch nicht durch äußere Nachweise, sondern wird es durch inneren Vollzug. Anknüpfend an Goethe schuf Rudolf Steiner eine pantheistische Variante der Evolution, bei der nicht ein einzelnes “göttliches Wesen”, sondern viele Ideen-Wesen die Evolution bestimmen. Zahlreiche Forscher, z.B. der Biologe Andreas Suchantke, haben anhand dieser Idee die Naturreiche nach Belegen für sinnhafte Evolution durchforstet. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts griff der französische Jesuitenpater Teilhard de Chardin die Idee der Evolution auf, damals damit noch ein Tabu seiner Kirche verletzend, und kam auf den Gedanken, dass Evolution einen sinnvollen, auf das menschliche Bewusstsein zulaufenden Prozess darstelle, der in keiner Weise im Gegensatz zur Annahme eines höheren Prinzips stehe. Im Gegenteil versuchte Teilhard zu zeigen, dass dieses höhere Prinzip sogar in Form des menschlichen Geistes, in welchem Evolution bewusst wird, selbst eine essentielle Stufe der Evolution darstellt. Auch hier gilt, ähnlich wie bei Goethe im Blick auf das Lebendige: ein Verständnis von Evolution ergibt sich nicht schon durch Beobachtung äußerer Phänomene, sondern erst, wenn sich der Mensch selbst als integraler Bestandteil im Strom von Evolution begreift. Die Antwort auf die Frage, wer das “Subjekt” des “Intelligent Design” ist, wird also niemals auf dem analytischen, schlussfolgernden oder empiristischen Weg zu finden sein, sondern nur auf dem Weg nach Innen, wo wir uns selbst als Angehörige des evolutionären Prozesses der Grundprinzipien von Evolution mitschaffend bewusst werden. In diesem Kontext können evolutionär denkende Christen, Evolutionsbiologen, Anthroposophen und integral denkende Vertreter “Evolutionärer Erleuchtung”3) den Vorstoß von “Intelligent Design” als “Zeitfenster” begreifen, das es für ein Zusammenbringen von spirituellem Bewusstsein und Evolutionsdenken zu nutzen gilt. 4) Eine Chance für die Evolution!

    1. Dabei hätten die traditionellen Anhänger Darwins allen Grund, vorsichtig bei der Kritik an der unberechtigten “Personalisierung” der Evolution zu sein: keine Buchseite etwa des Vorzeige-Biologen Richard Dawkins oder anderer populärer Evolutionsdarstellungen, die ohne naive Subjektivierungen der Evolution auskäme, wo von “genialen Griffen” oder den “Tricks der Evolution” die Rede ist.

    2. Als grundlegende Kritik am Mutations-Elektions-Mechanismus weiterhin lesenswert: Burkard Müller: Das Glück der Tiere.

    3. Näheres siehe z.B. unter http://www.andrewcohen.org

    4. Der zu erwartende Einwand, man wolle als “ernsthafter Wissenschaftler” nicht in vermeintlich “schlechte Gesellschaft” geraten, kommt zu spät: Autoren wie der Anthroposophie-nahe Embryologe Blechschmidt werden von Kritikern längst den “Kreationisten” zugeordnet, anderen dürfte es nicht besser ergehen (vgl. die Diskussion zum Stichwort bei Wikipedia)
    Literatur und Links zu Intelligent Design: http://www.discovery.org

  14. admin
    30. Dezember 2010, 22:53 | #14

    @T-M: Sorry, das mit den Umlauten ist ein Bug in WordPress. Ansonsten bist Du hier genau richtig.

  15. 31. Dezember 2010, 00:27 | #15

    @Wirsing: Schreib einen Blogartikel, der ein Thema wie Kreationismus vollumfänglich abhandelt, aber bitte auf einer A4 Seite. Bist gerne als Autor willkommen.

    Ich verstehe diese Art von Kritik kaum. Das ist ein BLOG, eine Art Tagebuch, ein Ort, an dem man sich auch mal mehr oder weniger reflektiert Luft macht. Kritisiert bitteschön die zum Thema verlinkten, „tiefergehenden“ Artikel im Wiki, die hier ja auch noch verlinkt werden.

  16. shitforall
    31. Dezember 2010, 12:25 | #16

    @T-M
    >>>(Ich persönlich glaube es nicht, weil ich nicht glaube, dass Gott es nötig hätte, mich zu verarschen, indem er eine Welt konstruiert, die so aussieht, als sei sie viel Ãlter und ganz anders entstanden.)<<<<

    Er verarscht dich nicht, diejenigen die das predigen, haben ein geistiges Plagiat entworfen, jedoch übersehen, dass das Ganze ein dynamischer Prozess ist! Lebewesen kommen und gehen, ganz ohne Dogma!

  17. 31. Dezember 2010, 14:20 | #17

    @Horst
    Meiner Ansicht nach ist es sehr nötig, überzeugende Argumente gegen Kreationismus, Intelligent Design und andere fragwürdige Glaubenssysteme zu formulieren und in der Oeffentlichkeit zu vertreten. Aber nicht in erster Linie mit der Absicht, Gläubige zu überzeugen, die sich tatsächlich oft in hermetisch geschlossenen Theorien bewegen.
    Verständliche, fundierte Argumente braucht es für denjenigen Teil der Bevölkerung, welcher offen ist für Argumente und sich eine eigene Meinung bilden will.
    Was wäre denn Ihrer Meinung nach die Alternative zu Argumenten?
    Gar keine Auseinandersetzung mehr? – Das kommt nicht gut heraus!
    Diffamierung der Gläubigen als Idioten? – Das prallt an Gläubigen noch mehr ab als Argumente, weil sie sich dadurch noch als Märtyrer fühlen können. Ausserdem begeben Sie sich damit auf die gleiche Ebene: Es ist geradezu ein Charakteristikum von Esoterikanhängerinnen und -anhängern, dass sie mangels Argumenten auf Kritik nur mit persönlicher Diffamierung der Kritiker reagieren können.
    Andere realistische Alternativen zur „Argument-Abstinenz“ sehe ich keine.

    Um wirksam zu sein, sollte sich die Argumentation gegen Glaubenssysteme allerdings nicht auf naturwissenschaftliche Argumente beschränken. Es braucht auch eine fundierte historische und philosophische Auseinandersetzung mit den Welt- und Menschenbildern, auf denen diese Systeme basieren. Und es braucht eine psychologische und philosophische Auseinandersetzung mit den Bedürfnissen, die durch solche Systeme befriedigt werden.
    Manche Glaubenssysteme kann man meines Erachtens durchaus (auch) als wertvolle Kulturleistung wertschätzen und zugleich ihre Höhlenfunktion (nach Hans Blumenberg) analysieren. Das nimmt ihnen dann den magischen Glanz. Mit „wertvoller Kulturleistung“ meine ich aber natürlich nicht Kreationismus und Intelligent Design……..

  18. zukon
    1. Januar 2011, 22:27 | #18

    Wenn es Intelligent Design wirklich gäbe, hätte ich mich letztes Jahr auch nicht einer OP zur Behebung meines Leistenbruchs unterziehen müssen. 🙂
    Diese Unzulänglichkeiten des eigenes Körpers sollten es eigentlich für jeden klar machen, dass da kein intelligenter Designer dahinter stecken kann.

  19. 71hAhmed
    2. Januar 2011, 10:47 | #19

    Das ist doch gerade der Beweis FUER die Intelligenz des Designers. Der hat schon zu Beginn der Schoepfung dafuer gesorgt, dass Mediziner und Medizintechniker was zu tun haben und du auch mal ausserhalb der Urlaubszeit ein bisschen Entspannung bekommst ;-).

  20. lernender
    2. Januar 2011, 12:58 | #20

    Wer Drogen nimmt hört zwar den Satan im Gehirn und beweist damit die Existenz Gottes, gleichzeitig die Lügen in vielen Religionstheorien.
    Wer zum Arzt ging erfuhr, das Schulmedizin Religionsausübung ist.

  21. lernender
    2. Januar 2011, 13:02 | #21

    Wussten Sie schon, dass Darwin rulez Regeldrehungen beinhalten, nur Ihr Arzt und Psychiater dementieren das, die Ursachen liegen in religiösen Quellen.

  22. lernender
    2. Januar 2011, 13:34 | #22

    Wussten Sie schon, dass man klassische Homöopathen gesellschaftlich nicht abwerten darf,
    denn sie haben eine andere Religion als Mediziner, sie müssen nur Toleranz gegen andere medizinische Richtungen(Religionen) haben. Darum darf man den Markt homöopathischer Einzelmittel nicht regulieren.
    Darum muss z.B. Cannabis indica zumindest ab C9 oder D18 oder LM/Q2 erlaubt werden, alles andere ist verfassungswidrig. Carcinosinum muss man auch (zumal unschädlich).
    Über das Verbot von Cannabis kann man sich ebenfalls streiten – für manche Menschen ist es wirklich schädlich, für andere eine mögliche Lebenserfahrung – also ist stoffliches Cannabis indica (wahrscheinlich auch andere Drogen) für Arbeiter und Bauern zu verbieten und andere müssen gewarnt werden. Zumindest aus vermutlich realistischer Sicht.

    Verfassungswidrig ist auch die bedingungslose Gutachter/Expertenfunktion der Schulmediziner und damit einer religiösen Gruppe – zumal Gutachten/Expertise etwas anderes bedeutet als wissensbasierte Analyse.

    Wer darauf reinfällt, darf das zwar, aber meine Freiheit nicht darf nicht eingeschränkt werden, trotzdem tut man das – Gerichte müssten aber mir folgen.

  23. Christoph
    2. Januar 2011, 13:55 | #23

    Also, ich liebe ja die Videos von ThinkingAtheist, philhellenes und DonExodus zum Thema

    65 Million Years With A Creationist:
    http://www.youtube.com/watch?v=_sxh_L1LUNk

    The Lie too big for Creationists:
    http://www.youtube.com/watch?v=kvzidL5KJMY&feature=related

    Creationism Dishonesty and Immorality, Part I & II:
    http://www.youtube.com/watch?v=FoZW7-3YSns
    http://www.youtube.com/watch?v=bZjxBdyu10A

    Mehr in Richtung Atheismus, gehören aber zu meinen Favoriten:
    The ONE TRUE GOD:
    http://www.youtube.com/watch?v=vk8EANdpAj0

    Science saved my soul:
    http://www.youtube.com/watch?v=r6w2M50_Xdk

  24. 2. Januar 2011, 15:17 | #24

    Kreationismus oder auch im Tarnmantel „Intelligent Design“ muss keinesfalls entkräftet werden, das schaffen die auch ganz alleine.
    (In diesem Zusammenhang ist das Wort „Intelligent“ schwer komisch – jede Firma die 99% Ausschuss produziert um 1% halbwegs funktionierendes Material zu produzieren wäre mir sehr suspekt und den Chef von dem Laden würde ich nicht zwangsläufig als intelligent bezeichnen, vllt. wars ja auch ein Übersetzungsfehler und eigentlich heißt das „Incompetent Design“…der Herr wirds schon richten)
    Wer etwas behauptet steht in der Pflicht es zu beweisen, sonst bleibt es eben eine Hypothese.
    „What can be asserted without proof can be dismissed without proof.“ (C. Hitchens)

    @lernender
    Ich versteh nur Bahnhof, reichlich verschwurbelte Beiträge, bei denen mir nicht mal ansatzweise klar werden will, was du denn eigentlich sagen möchtest.

  25. crisis
    2. Januar 2011, 16:27 | #25

    Ich vermute lernender hatte zu viel Cannabis Indica, obwohl der ja eigentlich verfassungswidrig ist…

  26. lernender
    2. Januar 2011, 20:58 | #26

    🙂

  27. 2. Januar 2011, 23:36 | #27

    Gibts zum Geschwurbel auch noch einen gehaltvollen Beitrag oder bleibt es bei diesem wahnsinnig ausdrucksstarken Smiley?!

  28. na ich halt
    8. Januar 2011, 23:14 | #28

    Ich glaube an Gott und Jesus Christus. Dennoch halte ich Kreationismus für Bullshit. Warum? Weil die Bibel kein wissenschaftlicher Aufsatz ist. Wenn man sich daran hält, dann sind Gottes Wege unergründlich – also braucht man auch nicht versuchen, ihm beizukommen, schon garnicht mit (pseudo)wissenschaftlichen Methoden. Die Zeitangaben und Vorgänge in der Bibel wortwörtlich zu nehmen ist nichts als ein alberner, kleingeistiger Versuch der Vermenschlichung – wie wenn man einem Hund Klamotten anzieht und versucht, ihm Essen mit Messer und Gabel beizubringen. Es wird dem Werk Gottes auch in keiner Weise gerecht, wertet es ab.

    Die Wissenschaft kann nicht alles erklären – und das weiß sie auch sehr genau. Wir werden nie WISSEN, was vor dem Urknall war oder ob es weitere Universen gibt. Man kann darüber Mutmaßen, mithilfe wissenschaftlicher Methoden – oder den Dogmen der christlichen Lehre. Letzendlich bleibt es unbeweisbar. Irgendwo hab ich mal gelesen „In Wallenstein ist kein Schiller“. Genau darum geht es. Man kann den Text noch so genau zerlegen, man wird über den Autor nichts rausfinden. (Das es überhaupt einen Autor gibt ist anzunehmen, aber nichtmal dafür lassen sich ausschließlich anhand des Textes Beweise finden.)

    Glaube hat auch nichts mit fehlender Intelligenz zu tun oder mangelnder Offenheit. Ich glaube an Gott, aber ich WEISS es nicht – und wenn für jemanden die Schleifen-Quantengravitation die bessere Schöpfunggeschichte ist, bitteschön. 🙂

    Es ist also genauso unsinnig, die Vorstellung eines Schöpfers als definitiv falsch hinzustellen, wie umgekehrt die Erkenntnisse der Wissenschaft als falsch zu bezeichnen, weil sie (scheinbar) einigen „vermenschlichten“ Aussagen über einen Schöpfer widersprechen. Gott gab uns die Wissenschaft – aber nicht, um ihm auf die Schliche zu kommen… 😉

    Atheistischer Fundamentalismus ist ebenso Nonsens wie religiöser. Es ist vollständig sinnfrei, naturwissenschaftliche Erkenntnisse theologisch in wahr und falsch einzuteilen – umgekehrt aber genauso. Themaverfehlung bzw. falsches Instrumentarium! Ab und zu ist es dagegen hilfreich zu akzeptieren, dass manche Dinge nicht zu verstehen oder gar zu beweisen sind, egal an was man glaubt oder auch nicht.

    „Kreationismus“ ist Bullshit. Allerdings eher der „ismus“ als die „Kreation“.

  29. na ich halt
    8. Januar 2011, 23:26 | #29
  30. shitforall
    9. Januar 2011, 07:27 | #30

    @na ich halt
    >>>>>>>>>>Die Zeitangaben und Vorgänge in der Bibel wortwörtlich zu nehmen ist nichts als ein alberner, kleingeistiger Versuch der Vermenschlichung – <<<<>Ab und zu ist es dagegen hilfreich zu akzeptieren, dass manche Dinge nicht zu verstehen oder gar zu beweisen sind…<<<
    Es reicht, wenn wir uns damit begnügen und weiterforschen, allemal besser als zu glauben, der Kreationist hat es erschaffen!!

    Die Merkel hat schon recht wenn sie sagt: "Religionsfreiheit ist sehr wichtig!"
    Ja, der Staat als Organisation, soll frei von Religion sein, die UNO-Menschenrechte genügen!!!!
    Religion, egal welche hat in den Gesetzeswerken nichts zu suchen, damit wurde und wird seit jeher Schindluder getrieben! Besonders jetzt, wo das Geld knapp wird in den Religionskassen, springen die Kirchen, egal welche auf jedes Vehikel, welches Geld bringt, auch Kreationismus ist so ein Vehikel, vielleicht kommen wieder Hexenverbrennungen und Teufelsaustreibungen, natürlich in großen Stadien, so wie in Muc e.g., gegen Eintrittsgebühr, versteht sich!

  1. 29. Dezember 2010, 13:23 | #1
  2. 29. Dezember 2010, 17:30 | #2