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Gerald Hüther – Eine Übersicht für Journalisten

Prof. Dr. Gerald Hüther hat ein neues Buch geschrieben und aus irgendeinem Grund hat er es damit auch in die Medien geschafft. Nun, zumindest ins  ZDF, wo er in einem Philosophie-Talk bei Precht offenbar mit Plattitüden langweilen darf.

Der Spiegel urteilt bereits vorab hämisch „Stilles Wasser ist eben geduldig – aber keinesfalls tief“ und bezeichnet Hüther als Krawall-Neurologen (was natürlich falsch ist, denn um Neurologe zu sein, hätte Hüther Medizin studiert haben müssen). Die Welt findet, dass sich die Metaphern öfters stauen und urteilt „Wie Hochgeistiges zum Softdrink wird, das kann man jetzt im ZDF nachvollziehen„.

Unabhängig von den philosophischen Qualitäten eines Precht (der von Peter Sloterdijk bösartig, aber wohl zurecht als André Rieu der Philosophie bezeichnet wurde): warum wurde eigentlich Hüther zu diesem Gespräch eingeladen? Der ZDF nennt Prof. Dr. Gerald Hüther auf seiner Homepage „eine[n] der bekanntesten Hirnforscher Deutschlands„.

Da stellt sich natürlich die Frage: was macht den Mann dazu? Was macht er eigentlich an der Uni Göttingen? Woran forscht er gerade? Wir wollen dem ZDF die offenbar vergessene Recherche nachreichen, auch zum Nutzen anderer Journalisten. Spiegel und Welt haben sich schon selbst versorgt.

Die Suche auf allen Medizin-, Neuro- und Personenseiten ergibt folgende Ergebnisse:

1. Hüther gehört hier zum Vorstand:
Interdisziplinäres Zentrum für nachhaltige Entwicklung.
Das Zeichen des IZNE, das “Nachhaltigkeitsdreieck”, versinnbildlicht das Ziel der Agenda 21 der UN (3,4 MB): Ein grünes Dreieck mit den Ecken „Soziales“, „Ökonomie“, „Ökologie“.

  • Energie und Gesellschaft
  • Bildung  Hüther ist Ansprechpartner, neben Prof. Dr. Margarete Boos

Nachhaltigkeit von Bildung bedeutet, Bildungsanstrengungen auf die Erhaltung des Bildungsprozesses und nicht nur auf das Erreichen bestimmter Bildungsziele und das Erbringen von Bildungsleistungen auszurichten. Bildung ist ein sich lebenslang vollziehender Prozess der individuellen Aneignung von kollektiv tradiertem Wissen und über Generationen weitergegebenen Erfahrungen, Fähigkeiten und Fertigkeiten.

  • Gesundheit   Hüther ist Ansprechpartner, neben Prof. Dr. Hartmut Dunkelberg:
    Für den Bereich der Wirtschaft bedeutet dies, dass wirtschaftliche Entwicklung auf den Erhalt und die Wiederherstellung der Gesundheit, des Reichtums an biologischer Differenzierung und individueller Vielfalt auszurichten ist.Für den Bereich des Gesundheitswesens impliziert die Forderung nach Nachhaltigkeit eine Verlagerung des Schwerpunktes weg von der bisherigen, pathognostisch und pathogenetisch orientierten Forschung und den sich daraus ergebenden Interventionsmöglichkeiten hin zu einer salutogenetisch orientierten Forschung und einer auf diesen Erkenntnissen beruhenden, auf Prävention abzielenden Gesundheitspflege.
  • Dialog und gesellschaftliche Transformation
    „Im Rahmen dieses Arbeitsfeldes des IZNE sollen Theorie und Praxis vorhandener gesellschaftlicher Dialoge wissenschaftlich untersucht und eigene neue Konzepte initiiert und erprobt werden.“

Wenn man sich diese Beschreibungen durchliest, ist sicher für jeden sofort verständlich, woran da geforscht wird. Kurze, prägnante, klare Beschreibungen, wie man sie sich wünscht …

An relevanter Forschung scheint Hüther hier nicht zu arbeiten.

2. An der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter.
Als einziger Habilitierter in dieser Position. Alle anderen wissenschaftlichen Mitarbeiter sind Privatdozenten, Dipl.-Psychologen oder ohne Namenszusatz aufgeführt.

Aber das nur als Detail am Rande; wichtig ist schließlich, was er da leistet: NICHTS. Nichts in der Forschung, nichts in der Lehre.

  • Im Bereich Psychiatrische Genetik: kein Hüther zu finden.
  • Schwerpunktprofessuren Forensische Psychiatrie oder Molekulare Psychiatrie oder Neuropsychologie und Psychopathologie oder Systemische Neurowissenschaften: hier ist er auch nicht.
  • Er ist in keiner der 10 klinischen Arbeitsgruppen involviert.
  • In den Laboren ist Hüther auch nicht zu finden.

3. ZNV Zentrum für Neurobiologie des Verhaltens.
Hört sich von Namen her ja nett an, aber wird hier keine originäre Forschung betrieben, sondern Networking.

Die Ziele umfassen nämlich zuallererst:

  • „the fostering of scientific cooperation between its members“
  • „the representation of systems neuroscience issues“
  • „teaching“
  • „coordination of scientific programs of participating institutes.“

Im nächsten halben Jahr ist Hüther bei den Kolloquien nicht als Vortragender vorgesehen.

Und in den restlichen medizinischen Forschungsbereichen?

  • Bernstein-Zentrum für Computational Neuroscience: Kein Hüther.
  • DFG-Forschungszentrum Molekularphysiologie des Gehirns und Exzellenzcluster Mikroskopie im Nanometerbereich: Kein Hüther.
  • Europäisches Neurowissenschaftliches Institut: Kein Hüther, ach nee.
  • Göttinger Zentrum für Molekulare Biowissenschaften: Natürlich kein Hüther.

Wo ist Hüther bei den Neurowissenschaftlichen Forschungen? Genau, nirgends.
Wo sind Hüthers relevante Forschungsergebnisse, die er als Professor eigentlich vorweisen müsste? Nicht vorhanden.

Es scheint, als habe Hüther vor allem populärwissenschaftliche Bücher geschrieben, aber seine akademische Leistung ist mehr als zweifelhaft.

Zusammengefasst:

  • Was macht Prof. Dr. Gerald Hüther an der Uni Göttingen? Nichts Substanzielles.
  • Hüther ist wissenschaftlich eine Unternormalnull.
  • Hüther ist nicht zitierbar.

Warum also wird Hüther als bekannter Hirnforscher bezeichnet, wenn er doch nicht forscht? Vielleicht kann uns der ZDF ja dieses Rätsel bei Gelegenheit lösen. Aber immerhin, Herr Hüther scheint sehr passionierter „Networker“ zu sein, vielleicht erklärt das ja die Einladung.

  1. 2. September 2012, 21:30 | #1

    Ich bin sicher, dass das Gespräch zwischen Precht und Hüther sehr interessant sein wird. Ich habe die beiden letzte Buchmesse erlebt, es war sehr inspirierend.
    http://umamibuecher.wordpress.com/2011/10/12/buchmesse-2011-open-talk/

    Sloterdijk hingegen ist ein neidischer Gockel mit abstrusen Ideen. Das Beste zu ihm hat die Kolumnistin Mely Kiyak gesagt: http://www.fr-online.de/meinung/kolumne-lieber-steuerfluechtling,1472602,16912270.html

  2. Groucho
    2. September 2012, 22:37 | #2

    @carmen: Precht ist eine grandiose Dampfmaschine (Ich mag Sloterdijk nun wirklich nicht, aber wo er recht hat, hat er recht). Zumindest für jemanden, der etwas in Philosophie bewandert ist. Er ist bestimmt ein charmanter Plauderer auf Parties und kann ganz dolle Geschichtlein zum Besten geben, und ein ganz netter Kumpel ist er bestimmt auch. Nur halt nichts, was man ernsthaft Philosoph nennen kann.

    Insofern passt er wunderbar zu Hüther, dessen Qualifikation zum Hirnforscher prakisch im Anfertigen von Mäusehirnpräparaten und theoretisch in wilden Spekulationen besteht. Aber auch er ist einer, mit dem man bestimmt super plaudern kann.

  3. 2. September 2012, 22:54 | #3

    @groucho Ich sehe das anders und ich habe Precht gelesen. (http://umamibuecher.wordpress.com/2011/07/28/gluck-statt-wachstum/ )

    Nicht jeder, der sich bemüht, dass er verstanden wird, ist deshalb simpel – im Gegenteil.

  4. Groucho
    2. September 2012, 22:59 | #4

    @Carmen: Schon mal Karl Popper gelesen?

  5. 2. September 2012, 23:03 | #5

    Manche Journalisten sind so unbedarft und faul, dass sie immer nur publicitygeile Pseudoexperten interviewen und einladen.

    Andere Journalisten recherchieren den Esos hinterher, gehen Scientology auf die Nerven, betreiben Verbraucherschutz und orientieren sich an den Fakten.

    Leider haben erstere mehr Einfluss.

  6. Nod
    2. September 2012, 23:40 | #6

    „Ich habe die beiden letzte Buchmesse erlebt, es war sehr inspirierend.“

    Na so wie das hier gerade im ZDF losgeht… haben die sich ja schön was kuscheliges zusammengeschrieben. Das ist ja gruseliges Weichgeschwafel…

    Ich vermisse Lesch & Co.

  7. kopfkratz
    2. September 2012, 23:55 | #7

    Das ist ja sterbenslangweilig…. Nur Geschwafel.

  8. Kurti
    2. September 2012, 23:59 | #8

    Die Beiden haben sich doch mehr als furchtbar lieb. Das Format ist, wie hier schon gesagt gruselig. Inhaltlich erinnert es an Kopp-TV und eine neue Verschwörungstheorie!

  9. Chris
    3. September 2012, 00:42 | #9

    Okay, ihr habt hier einen sehr speziellen Ausschnitt zu betrachten und dafür bin ich dankbar, weil einigermaßen erhellend. Aber: Abgesehen von der überaus nervig narrativen Bildregie (Hörfunk-Fernsehen muss bebildert sein …) und nach Abstrich aller personenbezogenen Vorbehalte, inhaltlich treffen sie wie aus einem Mund des Pudels Kern – und darum geht es hier: Schule wird überschätzt und verhindert mehr als sie fördert. Ich werde die Sendung auf unseren Blog der Freien Schule Dreisamtal verlinken.

  10. Nod
    3. September 2012, 01:24 | #10

    „Aber: Abgesehen von…“ und „nach Abstrich aller…“ bleibt dann aber trotzdem recht wenig übrig.

  11. Kurti
    3. September 2012, 02:22 | #11

    Der banalste Scheiß, den ich je gesehen habe, nur Blablabla ohne jemals konkret zu werden. Beste Werbung für Waldorf und jeglichen Esoterik-Bullshit unter dem Deckmantel der Reformpädagogik.

  12. Groucho
    3. September 2012, 02:30 | #12

    Ich dachte ja, der SpON-Artikel wäre leicht bösartig. Nach dieser Sendung, die ich mir leider antun musste würde ich den SpON-Artikel als zu liebenswert bezeichnen.

  13. HEX
    3. September 2012, 02:54 | #13

    @Groucho
    Nachdem ich den Artikel nun erst gelesen habe, nachdem ich mir die Sendung angetan (und eine Dreiviertelstunde meines Lebens dafür verschwendet) habe, muss ich dir zustimmen: Der Spiegelartikel ist nicht wirklich hämisch angesichts dessen, was da geboten wurde. „Talk-Satire: zwei Stühle, eine Meinung“ trifft es ganz gut, denke ich.

    Ich bin durchaus der Ansicht, dass das Schulsystem nicht in allen Punkten optimal ist, und dass die diversen Bildungsreförmchen das ganze nicht immer wirklich verbessert haben.

    Aber nach 45 min inhaltsleerem Gerede weiß ich immer noch nicht, was die Alternative sein soll. Wie hat man sich eine Prechts und/oder Hüthers Ansicht nach optimale Schule vorzustellen? Und welche konkreten Änderungen wären nötig, um diesen Zustand zu erreichen? Ich weiß es nicht, denn die beiden haben es nicht verraten, sondern es vorgezogen, alle konkreten Vorschläge weiträumig zu umgehen und sich in Allgemeinplätze zu flüchten.

    Wenn die Sendung einen Inhalt hatte, so lässt er sich wie folgt zusammenfassen: „Das duetsche Schulsystem ist fürchterlich schlimm und muss irgendwie von Grund auf geändert werden.“ Für eine solche Behauptung bräuchte es eine Minute Sendezeit; warum musste man zwei Leute eine Viertelstunde lang reden lassen, um doch nicht mehr zu sagen?

  14. 3. September 2012, 07:54 | #14

    @Groucho Vor zwanzig Jahren während meines Soziologie-Studiums habe ich allerhand gelesen, auch Popper, ich kann mich aber nicht erinnern, dass mir die Lektüre so gefallen hat, wie Prechts „Die Kunst kein Egoist zu sein“.

    @gisela Es gibt auch Journalisten, die gegen Esoterik und Scientology ( http://umamibuecher.wordpress.com/2012/08/24/schwarzbuch-esoterik-teil-1/ ) anschreiben, und gerade deshalb die Bücher von Precht mögen. Precht stellt in seinen Büchern die Frage nach dem guten Leben und beantwortet sie nicht mit Eso-Kacke, sondern mit Wachstumskritik, Solidarität und menschlicher Kooperation.

    Mag ja sein, dass das Gespräch mit Hüther langweilig war, aber die Bücher von Precht empfehle ich sehr – das kostet halt mehr Zeit als 45 Minuten TV.

  15. kopfkratz
    3. September 2012, 10:07 | #15

    @HEX: Zustimm. Der eine Satz bringt den Inhalt auf den Punkt. Qualitativ hat da der Stammtisch ums Eck mehr zum Fußball zu sagen. Da werden sogar konkrete Vorschläge (z.B.: Warum wechselt er nicht endlich xxx ein?) gebracht. Ob die Freizeitathleten mehr Ahnung haben als der Trainer wage ich zwar zu bezweifeln, aber das bezweifle ich bei den beiden im Fernsehen auch.

  16. Nickname
    3. September 2012, 10:43 | #16

    So sehr ich zustimme, dass Hüther nichts als ein populistischer „Krawall-Neurobiologe“ ist, muss ich hier doch noch einige Fakten anfügen:

    1.) Hüther ist Leiter der Zentralstelle für Neurobiologische Präventionsforschung: http://www.psychiatrie-uni-goettingen.de/huether-forschung.php

    2) ist Hüther nicht der einzige habilierte wissenschaftliche Mitarbeiter. Wie Sie bemerken sind dort auch Privatdozenten aufgelistet. Diese sind ebenso habilitiert.

    3) Hüther ist tatsächlich kein Mediziner, sondern Biologe, der sich im Fachbereich Medizin habilitiert hat. Das ist gar nicht so ungewöhnlich.

    Egal, wäre mir jedenfalls auch lieber, wenn man von dem Herren nicht mehr so viel zu hören bekäme. Ziemlich substanzlos…

  17. Ponder
    3. September 2012, 10:54 | #17

    @ Nickname:

    So sehr ich zustimme, dass Hüther nichts als ein populistischer “Krawall-Neurobiologe” ist, muss ich hier doch noch einige Fakten anfügen:

    1.) Hüther ist Leiter der Zentralstelle für Neurobiologische Präventionsforschung: http://www.psychiatrie-uni-goettingen.de/huether-forschung.php

    Und was berichtet die Seite der Psychiatrischen Universitätsklinik Göttingen – zu der diese „Zentralstelle für neurobiologische Präventionsforschung“ angeblich gehört – über die Forschungstätigkeiten (seit 2006) sowie weitere Mitarbeiter dieses mysteriösen Instituts?

    An der Uni Mannheim-Heidelberg soll die „Zentralstelle“ ja auch verortet sein – gibt es dort konkrete Hinweise auf substantielle Aktivitäten, welche die Bezeichnung „Forschung“ verdienen?

    2) ist Hüther nicht der einzige habilierte wissenschaftliche Mitarbeiter. Wie Sie bemerken sind dort auch Privatdozenten aufgelistet. Diese sind ebenso habilitiert.

    Gemeint war wohl, dass es als ungewöhnlich zu bezeichnen ist, wenn ein apl Prof unter der Rubrik „wissenschaftliche Mitarbeiter“ gelistet wird wie etwa auch ein Berufsanfänger.
    Dem gegenüber stehen die Forschungsgruppen, denen die anderen Habilitierten klar thematisch zuzuordnen sind – Hüther erscheint dort eben nicht.

  18. Groucho
  19. Nickname
    3. September 2012, 13:21 | #19

    Stimmt, das ist bei genauerem Hinsehen tatsächlich etwas undurchsichtig.

  20. Ponder
    3. September 2012, 14:57 | #20

    @ Nickname:

    Ich befürchte, dieses Medienspektakel dient hauptsächlich der Promotion von Hüthers neuer „Bildungsinitiative“, denn das ZDF verlinkt direkt auf die neue Webpräsenz dazu:

    http://www.schule-im-aufbruch.de//transformation

    Wenn Schulen zu Orten der Potenzialentfaltung werden, verändert sich auch die Rolle des Lehrers. Lehrer werden – was gute Lehrer immer schon waren – zu inspirierenden Begleitern und Ermöglichern der Entdeckungsreise ihrer Schüler in die Welt des Lernens. Das stellt andere Anforderungen an die Lehrerausbildung. Lehrer zu werden heißt dann: „Potenzialentfaltungscoach“ werden. Hierzu möchten wir, zusammen mit unseren Kooperationspartnern, Impulse setzen.

    Dafür entwickeln wir einzelne Bausteine, die von Universitäten und Pädagogischen Hochschulen genutzt werden können – und auch Lehrern zur Verfügung stehen, die sich aus eigener Initiative weiterbilden wollen. Diese Bausteine reichen von einzelnen Elementen für Bachelor-Studiengänge über längere Weiterbildungsmodule für Schulen bis hin zu einem vollständigen Curriculum für einen Masterstudiengang zum „Potenzialentfaltungscoach“.

    Näheres siehe pdf:

    http://www.schule-im-aufbruch.de/sites/default/files/Lehrerausbildung.pdf

  21. Friadä
    3. September 2012, 16:57 | #21

    Es ist ja schon ziemlich erschreckend, was für Menschen derzeit mit ihrem Titel „Hirnforscher“ als auftreten und diesen dabei als Berechtigung nehmen, die haarsträubensten, unwissenschaftlichsten Thesen um sich schmeißen. Diese sind zwar meistens im Kern irgendwo begründet, werden aber von diesen „Forschern“ maßlos überzeichnet – meist mit Hintergrund der eigenen, persönlichen Meinung.
    Man bekommt den Eindruck, Hirnforscher seien die neuen „Politikwissenschaftler“, die auch eine Weile alle Nase lang ihren mentalen Dünpfiff durch die Mikrofone geblasen haben.

    Sei es nun ein „Spitzer“ – eigentlich renommiert, durchaus wissenschaftlich bekannt und so weiter – der in seinem neuen Buch von der Digitalen Demenz schwafelt, und dabei jede Regel missachtet, die der gemeine Medizin-/Psychologie-Student schon im ersten Statistikkurs um die Ohren gehauen bekommt… (dabei möchte ich meinen für Forscher gelten die wissenschaftlichen Regeln auch in populärwissenschaftlichen Büchern.).
    Oder eben so ein Heini, der mit „Forschung“ an sich so gar nix am Hut hat, aber eben jemanden kennt, der Jemanden kennt, der wieder Kontakte zu BLA hat.
    Da dürfen sich anngehende „HirnforscherInnen“ (ob nun Mediziner oder Psychologen) dann doch zunehmend Sorgen machen bzgl der Reputation, die sie da erwartet.

  22. Ponder
    3. September 2012, 17:34 | #22

    Dieses „Potenzialentfaltungs-Coaching“ im Zusammenhang mit Bildung und Erziehung scheint ja ein Trend zu sein.
    Dazu passt:

    http://www.ipeccoaching.com/coach-training-blog/coaching-and-coach-training/redefining-educational-success/

    …Our role as a community of engaged educators is to produce innovators, entrepreneurs, and contributors to society. By teaching our young people about decision making, about values, about emotions, and about the way they think, we are watering the seeds of greatness in each child…

    …In the world in which we live today, our success as educators will depend on our ability to create a culture that is focused on “what’s right,” one in which parents and community, standing alongside our teachers, principals, and superintendents, see the greatness in every child, and are committed to that child’s intellectual, physical, and emotional well-being…

    …We need to set up an environment that is risk free, and to nurture and support students every day, no matter how they show up to class in the moment.

    We need to empower students to come up with their own answers and to view situations from a holistic perspective. We need to learn to trust that they can lead themselves, and that they can learn how to make effective decisions that factor in many perspectives…

    …We need to become great leaders and great coaches. As more and more effective educators develop their true ability to lead and use the power of coaching, more and more children will mirror those forms of positive communication that seek to bring forth the inner brilliance and worth of each person.

    Mir gehen solche Sätze unglaublich auf die Nerven:

    sie suggerieren einerseits übersteigertes Sendungsbewusstsein und Größenfantasien bei den „Coaches“ und reduzieren andererseits die Kinder und Jugendlichen auf einen Zustand der inneren Unmündigkeit und Unter-Entwickeltheit, aus der sie sich nur mit Hilfe entsprechend „qualifizierter“ (?) Coaches befreien können.

    Falls Hüther derart ideologisches Gebräu im Sinn hat – Finger weg davon!

  23. Holger
    3. September 2012, 18:38 | #23

    @Friadä: letztens habe ich einen Link zu einer Kritik zu dem Buch von Spitzer verschickt mit dem Kommentar, dass er uns doch wohl hoffentlich nicht den Hüther machen wird 😉

  24. Friadä
    3. September 2012, 18:55 | #24

    @ Holger: Wie treffend. Spitzer ist aber, wenn es um seine „Herzensthemen“ geht, schon seit ich seine Person das erste mal bewusst wahrgenommen habe, ein polemischer Paukenhauer, der sich in Glaubwürdigkeits-Limbo übt und damit auch noch durchkommt. Das im übrigen nur, weil er Thesen vertritt, die einem Großteil der Bevölkerung aus dem Herzen sprechen und dann halt eben auch noch „Hirnforscher“ UND Direktor eines Fachbereichs einer Uniklinik ist.
    Krieg ich Pickel auf der Stirn, wenn ich so was sehe. Und das obwohl ich einem Teil seiner Meinungen durchaus zustimme. Aber eben auch, weil es für diesen Teil eine wissenschaftliche Basis gibt….

  25. Ponder
    3. September 2012, 20:55 | #25

    Chris :
    Okay, ihr habt hier einen sehr speziellen Ausschnitt zu betrachten und dafür bin ich dankbar, weil einigermaßen erhellend. Aber: Abgesehen von der überaus nervig narrativen Bildregie (Hörfunk-Fernsehen muss bebildert sein …) und nach Abstrich aller personenbezogenen Vorbehalte, inhaltlich treffen sie wie aus einem Mund des Pudels Kern – und darum geht es hier: Schule wird überschätzt und verhindert mehr als sie fördert. Ich werde die Sendung auf unseren Blog der Freien Schule Dreisamtal verlinken.

    Also, Chris, wenn du die Sendung auf eurem Schulblog verlinkst, dann sorg doch bitte dafür, dass die 6 Jahre alte berufliche Fehlzuschreibung auch verschwindet:

    Eine neue Kultur der Anerkennung

    Plädoyer für einen Paradigmenwechsel in der Schule

    Von Gerald Hüther

    Gerald Hüther (Quelle: Uni Göttingen)

    Wenn wir über PISA und die Leistungen unserer Schüler debattieren, geht es meistens um kognitive Fähigkeiten und um pure Wissensvermittlung. Dabei gibt es ein Problem, das Einstein sinngemäß so formuliert hat: Ein Problem kann man nicht mit denselben Maßnahmen lösen, mit denen man es hervorgerufen hat.

    Auf die Schule bezogen heißt das: Die Dominanz der Kognition muss endlich überwunden werden, wir brauchen eine völlig neue Kultur der Anerkennung, der Wertschätzung, der gemeinsamen Anstrengungen.

    Professor Gerald Hüther, Leiter der Abteilung für neurobiologische Grundlagenforschung an der Psychiatrischen Klinik der Universität Göttingen, zeigt, wie und warum die wichtigen Impulse für dieses Projekt von der modernen Hirnforschung kommen.

    http://www.freie-schule-dreisamtal.de/service/profgerald-huether/

    Wieso da als Quelle „Uni Göttingen“ in dieser Schwammigkeit angegeben ist, erschließt sich mir auch nicht.
    Gibt es einen entsprechenden Quellenlink auf eine Uni-Seite?
    Ich vermute eher, dass die Quelle auf Hüthers privater Homepage zu finden ist, lasse mich aber gern eines Besseren belehren.

  26. Nickname
  27. 4. September 2012, 17:07 | #27

    Nur nicht so böse sein,
    ich hab mir auch schon mal ein Hirn (in Verpackung) angesehen, also quasi erforscht.
    Daher bin auch in ein Hirnforscher.
    Zudem wenn ich MIT meinem Hirn über Rätsel oder unbekanntes nachdenke, forsche ich, bin also auch Hirnforscher

  28. 4. September 2012, 22:53 | #28

    @Nickname
    Du schriebst:
    1.) Hüther ist Leiter der Zentralstelle für Neurobiologische Präventionsforschung: http://www.psychiatrie-uni-goettingen.de/huether-forschung.php

    Das stimmt zwar, doch: Diese „Zentralstelle“ ist ein „Gemeinschaftsprojekt“ vom im Blog erwähnten Laber-IZNE und der Uni Mannheim, „Institut für Public Health“. Siehe http://miph.umm.uni-heidelberg.de/miph/cms/front_content.php?idcat=2&lang=1 .

    Dort ist man genauso wie auf der Seite des IZNE auf Hüthers vorgebliche Zentralstelle (ein Projekt kann übrigens niemals eine irgendwie dauerhafte Stelle einrichten) so stolz, dass man sie gar nicht erwähnt. Nicht mal bei den nationalen Kooperationen.

    Evtl. kriegt Hüthers potemkinsches Dorf aka Zentralstelle ein paar Mittel aus dem Mannheimer Topf für „Psychosoziale Stress- und Belastungsfaktoren“ (http://miph.umm.uni-heidelberg.de/miph/cms/front_content.php?idcat=121&lang=1). Denn in dieser Hinsicht berät Schwätzer Hüther ja schließlich die Bundeskanzlerin, die Arme.

    Diese „Zentralstelle“ hat auÃ?er ihrem Leiter keine Mitarbeiter, tut nichts, ist eine Projekteinrichtung und spielt universitär keine Rolle. Sie ist damit als „Stelle“ genauso unter Null wie Hüther als Wissenschaftler.

  29. Nickname
    5. September 2012, 13:55 | #29

    Ja, Potemkinsches Dorf trifft es wohl ganz gut. Hüther ist übrigens bereits vor einigen Jahren in der ADHS/Ritalin Diskussion unangenehm und vor allem in populistischer Art und Weise aufgefallen, als er auf Basis sehr dünner Empirie behauptet hat, dass Methylphenidat Parkinson verursacht. Und sinngemäß: ADHS-Betroffene sollten doch lieber auf Bauerhöfen spielen anstatt mit Spielekonsolen, dann würde sich das Ganze schon von selbst regulieren.

  30. Ponder
    5. September 2012, 14:06 | #30

    @ Nickname:

    Genau deshalb steht er in unserem Wiki.

    Was uns beschäftigt:

    Warum toleriert seine Uni diesen Quatsch?
    Immerhin hat sich Aribert Rothenberger, der Leiter der Kinder-und Jugendpsychiatrie der Uni Göttingen, damals deutlich von diesem unwissenschaftlichen Alleingang Hüthers distanziert.

    Hüther leistet wissenschaftlich seit 6 Jahren nichts an dieser Uni und schöpft seine Legitimation lediglich daraus, dass er dort noch unter „ferner liefen“ auf der Mitarbeiter- (und Gehalts?)Liste steht.

    Die Uni lässt sich dieses Potemkinsche Dorf der „Zentralstelle“ gefallen ohne dass es ihr peinlich wäre.

    Keiner nimmt Anstoß an dem peinlichen medienwirksamen Spektakel „Alm statt Ritalin“, wekches jede Ethikkommission aufs Schärfste verurteilt hätte.

    Was steckt hinter derartiger akademischer Indolenz?

  31. Ponder
    5. September 2012, 14:16 | #31

    Siehe dazu auch:

    https://blog.psiram.com/2011/11/frisch-von-der-alm-gerald-huthers-neurobiologischen-visionen/

    Man kann sich auch in unserem Forum anmelden – für Hintergrundinfos zu den universitären Verflechtungen sind wir dankbar…

  32. Hansi
    5. September 2012, 17:55 | #32

    Sowohl Hüther als auch Precht sind in meinen Augen polemische Schaumschläger, die sich mit Hilfe extremer Effekthascherei in Szene setzen wollen.
    Gerade Precht hätte mal ein vernünftiges Studienfach wählen sollen. In jedem Mathe/Physik Studium sind Leute mit einer solchen Lerneinstellung
    schlicht zum Untergang verdammt. Ich habe genug Erfahrung in effektivem Lernen und kann davon ein Lied singen. Natürlich könnte ich auch einfach
    Kunstgeschichte/Philosophie/Pädagogik, etc. studieren und fast ohne Lernen durchkommen, aber in jedem mathematisch/naturwissenschaftlichen Fach hat
    man sich damit geschnitten. Lernen ist natürlich nur mit Begeisterung möglich, aber die Tatsache Begeisterung für ein von mir selbst gewähltes Fach
    zu haben ist für mich nicht der rede Wert, sondern einfach selbstverständlich. Ich spreche hier nicht von Auswendiglernen, was ich ebenfalls für nicht
    besonders geistreich halte und auch an keiner Schule in den geschilderten Ausmaßen tun musste, sondern vom Schulen des (logischen/analytischen) Denkvermögens.
    Dies ist nun mal nur durch Training möglich und ja es Funktioniert genau wie das Training eines Muskels. Lernen ist geistige Anstrengung und
    erzeugt im Extremfall geistigen Schmerz, den man aber auf sich nehmen muss um seine Ziele (nämlich das Verständnis des Faches für das man sich begeistert) zu erreichen.
    Jeder der solche Sprüche wie „Lernen macht dumm“ von sich gibt, der hat noch nie richtig gelernt.
    Am effektivsten lernt man wenn man dazu gezwungen ist (China soll hier mal als Beispiel herhalten), was natürlich weder menschlich noch angenehm ist,
    aber ich zwinge mich dennoch selbst dazu, weil ich den Lernstoff verstehen will. Effektiver habe ich noch nie zuvor gelernt! Wenn ich dann solch einen
    Schwachsinn wie eingliedriges Schulsystem und gemeinsames Gruppenlernen höre, bekomme ich schon was zu viel. Das kenne ich auch zu Genüge aus meiner
    Schulzeit und solche Ideen kommen von eben solchen Schaumschlägern, die als Berater im Ministerium ihren Unfug verzapfen.
    Gruppenarbeit: 5 Schüler, einer kann es, woraus folgt: Er lernt nichts neues mehr, da ihn der an den Durchschnitt angepasste Lernstoff bereist langweilt.
    Die restlichen Vier freuen sich darüber nichts mehr machen zu müssen, da sie ohnehin keine Lust auf Lernen haben. Die eintönige Fleißarbeit bleibt
    schließlich an den Guten hängen. Deshalb: Selektion! Wir brauchen genau diese Erbsensortieranlage, um den Stoff auf die Lernenden anzupassen.
    Man muss immer den Lernstoff lernen, der einen fast überfordert, aber dennoch mit anstrengung zu verstehen ist. Hat man ihn verstanden und erlebt
    sein Erfolgserlebnis, dann sucht man sich etwas schwierigeres! Das ist effektives Lernen! Nicht der Lehrer kann für die Schüler lernen, sondern die Schüler
    müssen für sich lernen. Der Lehrer muss prinzipiell nur die Anforderungen vermitteln und anleiten was gelernt werden soll und Tipps geben wie man lernt.
    Lernen kann man am besten alleine! Wenn man etwas erklärt und vorgerechnet bekommt, dann versteht man es fast immer, aber davon kann man es noch lange nicht.
    Erst wenn man es ohne Hilfsmittel alleine lösen kann, hat man etwas wirlkich verstanden. Daher üben, üben, üben!
    Viele wollen das nicht hören, aber so ist es nun mal. Manche Schüler sind einfach zu faul (auch das kenne ich von mir selbst).
    Diese Schüler müssen sich selbst zum Lernen zwingen! Manche können nur schlecht analytisch denken.
    Diese Schüler sollen einfach eine andere Schluform (handwerkliche Ausbildung, etc.) wählen und ein Beruf der ihnen liegt ausüben.
    Man braucht nicht nur Akademiker, sondern auch Arbeiter! Das klingt hart, aber so ist die Realität.
    Wir brauchen Noten und Selektion, sonst ist ein Abschluss eben nichts mehr wert.
    Wer das anders sieht, kann auf die Waldorfschule gehen. Schulen sollen qualitativ hochwertig ausgebildete Kräfte liefern,
    die in der Wirtschaft gebraucht werden.
    Wer rausfliegt und es nicht schafft, wird Arbeiter oder Angestellter.
    Wenn es jemand nicht schafft, dann ist er entweder stärker in handwerklichen Tätigkeiten interessiert oder zu faul.
    Es sind jedenfalls nicht die Lehrer, die an allem Schuld sind. Ich höre auch immer den Spruch: „Der Lehrer hat es erklärt,
    keiner hat es verstanden, also sind wir dumm.“ Damit ist man dann schnell fertig und muss nichts mehr tun. Ich entgegne darauf:
    „Warum setzt ihr euch dann nicht zu Hause hin und lest die Erklärung des Lehrers erneut durch (Mitschreiben) und rechnet die Aufgabe
    anschließend so lange, bis ihr sie selbstständig lösen könnt und verstanden habt.“ Das könnte ja Arbeit machen, soll aber helfen!
    Mein Fazit: Wir brauchen Leistung und Selektion und wir brauchen mehr Eigenverantwortlichkeit. Die Schüler müssen den Stoff verstehen wollen
    und bereit sein Opfer dafür zu bringen. Wer das nicht einsieht ist selbst schuld!

  33. Ponder
    5. September 2012, 23:51 | #33

    Ponder :
    @ Nickname:
    Genau deshalb steht er in unserem Wiki.
    Was uns beschäftigt:
    Warum toleriert seine Uni diesen Quatsch?
    Immerhin hat sich Aribert Rothenberger, der Leiter der Kinder-und Jugendpsychiatrie der Uni Göttingen, damals deutlich von diesem unwissenschaftlichen Alleingang Hüthers distanziert.
    Hüther leistet wissenschaftlich seit 6 Jahren nichts an dieser Uni und schöpft seine Legitimation lediglich daraus, dass er dort noch unter “ferner liefen” auf der Mitarbeiter- (und Gehalts?)Liste steht.
    Die Uni lässt sich dieses Potemkinsche Dorf der “Zentralstelle” gefallen ohne dass es ihr peinlich wäre.
    Keiner nimmt Anstoß an dem peinlichen medienwirksamen Spektakel “Alm statt Ritalin”, wekches jede Ethikkommission aufs Schärfste verurteilt hätte.
    Was steckt hinter derartiger akademischer Indolenz?

    Hier behauptet Herr Hüther, dass er nach wie vor Medizinstudenten unterrichtet:

    http://www.manager-magazin.de/magazin/artikel/0,2828,832425-5,00.html

    Hüther: Das ist ein Systemfehler. Ich unterrichte die Mediziner an der Universität, und wenn ich die frage, warum sie Medizin studieren, antworten mir 90 Prozent: „Weil ich 1,0 im Abi hatte oder 1,3.“

    Hambrecht: Was für eine verquere Einstellung!

    Hüther: Das ist die Realität, das sind junge Leute, die nicht einer Berufung nachgehen, sondern die offenbar ein Bild vor sich haben, was sie werden wollen. Das sind die Leute, die man eines Tages mit viel Geld aufs Land schicken muss. Aber einer, der gern Arzt ist, ist doch überall gern Arzt. Die Studienstiftung des deutschen Volkes merkt es auch immer deutlicher, dass diejenigen, die sie mit 1,0 fördern, gar nicht die sind, die am besten performen…

    Aus den Webpräsenzen der Universitätsmedizin Göttingen lässt sich eine solche Tätigkeit Hüthers nicht schlüssig belegen.

    Weiß jemand Näheres?

  34. chris
    6. September 2012, 12:47 | #34

    @Hansi

    Zitat:
    „Die Schüler müssen den Stoff verstehen wollen und bereit sein Opfer dafür zu bringen. Wer das nicht einsieht ist selbst schuld!“

    -> Ein Schüler ist ein Kind … oder jugendlicher. Mit Einsicht ist im Zweifel nicht zu rechnen. Wo sollte denn diese „Kunst“ oder kognitive Leistung auch herkommen? Deshalb ist meine Erkenntnis dazu, dass die Schule nur mit dem arbeiten kann, was ihr bei der Einschulung als „Material“ (die Schüler) verfügbar wird. Heisst: Das Problem liegt schon in der Zeit davor. Schlechte Schüler lassen sich offensichtlich nicht motivieren, anleiten und schon gar nicht dazu überreden, Opfer zu bringen. Das setze vorraus, dass sie hier einen Zusammenhang erkennen würden; was aber aufgrund der vorrangegangenen versäumnisse und eher ungünstigen verhältnisse in der Kinderstube nicht möglich ist.

    Schuld also kann man den Kindern/Schülern nicht in die Schuhe schieben. Dazu sind Kinder einfach nicht der passende Empfänger.
    Es geht bei der Erziheung und Bildung von Nachwuchs also darum, den Kreislauf zu durchbrechen, der die Dummheit unweigerlich an die nächste Generation durch Verhaltensmuster und Lebens- und Weltbilder „vererbt“. Aus „scheixxe“ wird eben kein Bonbon (hart aber passend).
    Da aber ist noch keine besonders wirksame Strategie bekannt. Die einzig erfolgsversprechende Strategie wäre die Auflösung der Familie in dem Sinne, dass den Eltern mit unzureichenden Erziehungs- und Bildungsfähigkeiten die Kinder weggenommen werden. Der organisatorische Aufwand wäre aber enorm und fast undurchführbar – zuletzt auch aus rechtlichen Gründen.

    Wie wir auch wissen, ist das soziale Umfeld ein wesendlicher Faktor bei der Bildung von Persönlichkeit. Also ist die Idee von geimschaftsschulen und gemeinsames Lernen einfach die beste Strategie, ohne mit anderen Ideologien in konflikt zu kommen. Je mehr die Schüler also mit anderen Schülern in Kontakt kommen, indem es einen sozialen Austausch gibt (wobei das gemeinsame Lernen und Ausarbeiten in jedem Fall auch eine sioziale Kommunikation darstellt), desto mehr wird es eine Art Bandbreite für Lebenswelten und Weltbilder geben, die dazu fähig sind, Bildung zu bereichern. Die Selektion der Schüler in Leistungsklassen wird auf ewig eine unterbindung von Austausch und Kommunikation erzwingen. Da nutzt auch kein Opfer, dass man sich auferlegen muß.

    Aber… die Aussagen von hansi sind natürlich dahingehend richtig, dass das System früher funktioniert hat und da bietet sich an, dass man ein laufendes System nicht verändert. Fraglich aber ist ernsthaft, ob das für die Zukunft wirklich noch ausreicht, um in der globalen Konkurenz zu bestehen. (China wurde angesprochen) …
    Die Aussage, „wir“ brauchten auch „arbeiter“… dummgebliebene Existenzen, die also die Drecksarbeit in der Gesellschaft leisteten, ist durchaus berechtigt, aber … das System der Auswahl/Selektion ist dabei derart determinierend wirksam, dass die propagierte Chancengleichheit gar nicht vorhanden ist.
    Dahingehend ist also eine Veränderung der Entwicklungsmöglichkeiten zu erreichen, dass hier wirklich eine bestehe (was natürlich auch ein wenig utopisch ist – aber die ideologische Maxime der Chancengleichheit erfordert es – oder man muß dieses Recht Chancengleichheit abschaffen; was in einer Kastengesellschaft endete, die symptomatisch ja trotz der propagierten Chancengleichheit besteht).´

    Mir ist beim Ansehen der Sendung ebenso, wie vielen hier Berichtenden aufgefallen, dass viele gute Aussagen gemacht wurden, aber keine greifbare Idee zur Lösung erkennbar wurde. hat das denn irgendwer aber wirklich erwartet? Oder ist da nicht einfach sowas wie neid der Anstoß zur Aussage gewesen, es so nachträglich zu erwarten?

    Auch ist mir während des Ansehens der Sendung mehrfach bernhard Bueb´s „Lob der Disziplin“ in den Sinn gekommen. Ohne diese geht es natürlich auch nicht. Aber mangelnde Disziplin bei Schülern kann man nicht mit dem Spruch beikommen, dass das ein Opfer sei, dass man zu erbringen hätte. Solcherart Argumente kommen nicht an – obwohl sie natürlich aus der Beobachterperspektive durchaus berechtigt aufgestellt werden können. Doch das Kind /der Schüler sieht dies anders – er hat keine Erfahrung aus der Rückschau auf ein Leben, wie der im Resumee seines Lebenswerks blickendend „erkennende“ Altersweise. Und dem Problem gilt es auf den Grund zu gehen.

    Und eine Förderung von Interessen und Fähigkeiten von Individuen (die sich irgend an der Realität orientieren) möge möglicherweise ebenso erfolgreich sein, wie das Zwangslernen, was den Chinesen unterstellt wird. Im Grunde ist die „Förderung“ dahingehend die redlischere Methode, als es dem Menschen nicht dazu zwingt, etwas zu tun, was er vielleicht nicht will. Also eine menschenfreundlichere Strategie darstellte, als es die chinesische Methode darstellte, die den Menschen als Material benutzt und keine Rücksicht auf individuelle Persönlichkeit nimmt.

    Die Aussagen von Hansi scheinen zudem nur möglich, wenn einer darin seinen Lebensweg gefunden zu haben scheint – was bedeutet, dass in seinem Lebensweg sich nicht zuviel Widerspruch zugetragen hatte, der es angestoßen hätte, sich mit den umständen seines Lebens mit Unzufriedenheit auseinanderzusetzen. Der Hansi sei also ein besondere Fall von Gelingen, der nicht aufgrund des derzeit bemängelten Bildungssystems beruht. Sondern eher aufgrund von grundlegenden Bedingungen, die sich mit dem System gut vereinbaren liessen. Herzlichen Glückwunsch. …!

    Ein wenig mehr Objektivität und Offenheit würde dieser Thematik nicht schaden. Aber hier geht es ja offensichtlich auch um die eigene Stellung im System. Der nicht „Einsichtige“ möge dann eben Dumm bleiben und sich als „Arbeiter“ der Gesellschaft andienen, um den prädestinierten nicht den Rang abzulaufen…

  35. Ponder
    6. September 2012, 13:00 | #35

    @ Chris:

    Schön, dass du dich noch mal meldest!

    Darf ich dich daran erinnern, dass die Angaben zur beruflichen Tätigkeit von Gerald Hüther auf den Seiten der Freien Schule Dreisamtal seit ca 6 Jahren veraltet sind?

    Ponder :

    Chris :
    Okay, ihr habt hier einen sehr speziellen Ausschnitt zu betrachten und dafür bin ich dankbar, weil einigermaßen erhellend. Aber: Abgesehen von der überaus nervig narrativen Bildregie (Hörfunk-Fernsehen muss bebildert sein …) und nach Abstrich aller personenbezogenen Vorbehalte, inhaltlich treffen sie wie aus einem Mund des Pudels Kern – und darum geht es hier: Schule wird überschätzt und verhindert mehr als sie fördert. Ich werde die Sendung auf unseren Blog der Freien Schule Dreisamtal verlinken.

    Also, Chris, wenn du die Sendung auf eurem Schulblog verlinkst, dann sorg doch bitte dafür, dass die 6 Jahre alte berufliche Fehlzuschreibung auch verschwindet:

    Eine neue Kultur der Anerkennung
    Plädoyer für einen Paradigmenwechsel in der Schule
    Von Gerald Hüther
    Gerald Hüther (Quelle: Uni Göttingen)
    Wenn wir über PISA und die Leistungen unserer Schüler debattieren, geht es meistens um kognitive Fähigkeiten und um pure Wissensvermittlung. Dabei gibt es ein Problem, das Einstein sinngemäß so formuliert hat: Ein Problem kann man nicht mit denselben Maßnahmen lösen, mit denen man es hervorgerufen hat.
    Auf die Schule bezogen heißt das: Die Dominanz der Kognition muss endlich überwunden werden, wir brauchen eine völlig neue Kultur der Anerkennung, der Wertschätzung, der gemeinsamen Anstrengungen.
    Professor Gerald Hüther, Leiter der Abteilung für neurobiologische Grundlagenforschung an der Psychiatrischen Klinik der Universität Göttingen, zeigt, wie und warum die wichtigen Impulse für dieses Projekt von der modernen Hirnforschung kommen.
    http://www.freie-schule-dreisamtal.de/service/profgerald-huether/

    Wieso da als Quelle “Uni Göttingen” in dieser Schwammigkeit angegeben ist, erschließt sich mir auch nicht.
    Gibt es einen entsprechenden Quellenlink auf eine Uni-Seite?
    Ich vermute eher, dass die Quelle auf Hüthers privater Homepage zu finden ist, lasse mich aber gern eines Besseren belehren.

  36. Abe81
    7. September 2012, 14:32 | #36

    carmen :
    @Groucho Vor zwanzig Jahren während meines Soziologie-Studiums habe ich allerhand gelesen, auch Popper, ich kann mich aber nicht erinnern, dass mir die Lektüre so gefallen hat, wie Prechts “Die Kunst kein Egoist zu sein”.
    @gisela Es gibt auch Journalisten, die gegen Esoterik und Scientology ( http://umamibuecher.wordpress.com/2012/08/24/schwarzbuch-esoterik-teil-1/ ) anschreiben, und gerade deshalb die Bücher von Precht mögen. Precht stellt in seinen Büchern die Frage nach dem guten Leben und beantwortet sie nicht mit Eso-Kacke, sondern mit Wachstumskritik, Solidarität und menschlicher Kooperation.
    Mag ja sein, dass das Gespräch mit Hüther langweilig war, aber die Bücher von Precht empfehle ich sehr – das kostet halt mehr Zeit als 45 Minuten TV.

    Du schreibst das so, als ginge es hier um Belletristik („…die Lektüre so gefallen hat, wie Prechts…“), anstatt um das bessere Argument. Es geht doch nicht darum, ob dir X oder Y besser gefällt. Ich zitiere mal ein Zitat eines Zitates von deinem Blog:

    “Wer dem Wachstumswahn entfliehen will, der muss die Macht der privaten Banken drastisch verkleinern. Nicht sie, sondern nur noch die Zentralbank dürfe weiterhin Kredite verteilen, zu ziemlich geringen Zinsen. Die privaten Banken dagegen würden degradiert zu reinen Verwaltern von Guthaben. Auf diese Weise würde der unkontrollierte Geldfluss reguliert, eine Inflation nahezu ausgeschlossen und der Wachstumszwang gebremst”, zitiert Precht den Schweizer Volkswirtschaftler Hans Christoph Binswanger.

    D.h. Precht ist auch nur einer jener Zirkulationssphären-Schaumschläger, der unbeholfen in den Chor des Ressentiments einstimmt; in das Geblöke über die „Gier der Manager“ und „Macht der Banken“, das einen Blick auf die Gesellschaft und ihre Konstitutionsbedingungen und Verkehrsformen gerade verstellt. Das ist reine Lust an Empörung und adelt den durchschnittl. Zuschauer/-hörer, an deren Ressentiment man ja apelliert.

    Dass ausgerechnet der Sphären- und Blasen-Philosoph Sloterdijk Precht als Schaumschläger bezeichnet, spricht Bände.

  37. Groucho
    7. September 2012, 15:41 | #37

    Dass ausgerechnet der Sphären- und Blasen-Philosoph Sloterdijk Precht als Schaumschläger bezeichnet, spricht Bände.

    Oh ja.

  38. 11. November 2012, 16:25 | #38

    Ich bin erst vor kurzem mit der Medienpräsenz von Herrn Hüther konfrontiert worden und war überrascht, ihn als „bekannten Göttinger Hirnforscher“ zitiert zu sehen. Ich bin seit 15 Jahren in Göttingen als Neurowissenschaftler aktiv und habe Herrn Hüther noch nie gesehen, obwohl ich meine, einen guten Überblick über alle forschungsaktiven Gruppen in Göttingen zu haben. Eine Recherche in Datenbanken (PubMed, Web of Science) ergab dann, dass Herr Hüther in den 90er Jahren eine Reihe von soliden (wenn auch nicht herausragenden) Arbeiten zum Stoffwechsel der Neuromodulatoren Melatonin und Dopamin veröffentlicht hat, von denen einige auch heute noch gelegentlich in der Fachliteratur erwähnt werden. Seit c. a. 10 Jahren ist aber keine wissenschaftliche Arbeit mehr erschienen, die Herrn Hüther als federführenden Autor aufweist, und seit 2008 hat er nichts wissenschaftliches mehr publiziert. Auch über eine Förderung seiner Forschungen durch begutachtete Drittmittel habe ich nichts finden können. Offensichtlich hat er sich seither auf das Schreiben von Ratgebern und Halten von Vorträgen konzentriert und seine wissenschaftliche Tätigkeit eingestellt. „Bekannt“ als Hirnforscher ist er nur aufgrund seiner nichtwissenschaftlichen Texte, Vorträge, und Medienpräsenz, nicht aufgrund seiner wissenschaftlichen Leistungen, die auch zu seinen aktiven Zeiten eher im unteren Mittelfeld anzusiedeln sind.

  39. Ponder
    11. November 2012, 17:48 | #39

    @ Synapse:

    Herzlichen Dank für diese wichtigen Informationen, die unsere Vermutungen bestätigen.
    Es wäre schön, wenn man noch etwas mehr über die Hintergründe erfahren könnte – z.B. ist uns nicht klar, was es mit dem Heisenberg-Stipendiat und der daraus resultierenden Professur (?) auf sich hat bzw. ob es eine Habilschrift gibt etc.

    Weitere Infos gern an info-ät-psiram.com

    Herzliche Grüße nach Göttingen!

  40. Woll
    11. November 2012, 23:11 | #40

    [Kommentar gelöscht, äußern Sie sich bitte zum Thema und unterlassen Sie ad hominems /r]

  41. Ponder
    11. November 2012, 23:37 | #41

    Ist ziemlich schnuppe, wer wir sind, Woll, denn der Kommentar von Synapse mit Link auf seine Instituts-HP sagt doch alles – einfach draufklicken…

    Synapse bestätigt aus seiner unmittelbaren Expertise das, was seit ca 3 Jahren in unserem Wiki über Gerald Hüther zu lesen ist. DAS ist entscheidend.

    Pech für die unbelehrbaren Hüther-Fans:
    Psiram kann man wegen der Anonymität ungestraft verleumden und diskreditieren – das dürfte, in Richtung eines etablierten und international anerkannten MPI- Neurowissenschaftlers gezielt, eher nach hinten losgehen.

    Vermutlich haben die Göttinger Neurowissenschaftler den Kanal voll von Hüthers aufgeblasener Medienpräsenz – die schädigt nämlich indirekt den Ruf der wirklichen Wissenschaftler.

  42. Woll
    11. November 2012, 23:39 | #42

    @Ponder
    [Kommentar gelöscht, äußern Sie sich bitte zum Thema und unterlassen Sie ad hominems /r]

  43. Ponder
    11. November 2012, 23:42 | #43

    Wie gesagt, das tut nichts zur Sache. So lange unsere Wiki-Aussagen zutreffend sind – und das sind sie, denn
    a) sind sie gut bequellt und
    b) wurden sie heute von einem Experten bestätigt.

    So what?

  44. Woll
    11. November 2012, 23:47 | #44

    @Ponder
    [Kommentar gelöscht, äußern Sie sich bitte zum Thema und unterlassen Sie ad hominems /r]

  45. Woll
    11. November 2012, 23:52 | #45

    @Ponder

    [Kommentar gelöscht, äußern Sie sich bitte zum Thema und unterlassen Sie ad hominems /r]

  46. Ponder
    11. November 2012, 23:59 | #46
  47. Marco J.
    6. August 2013, 15:05 | #47

    Zu den Kommentaren kontra Hüther, habe ich folgendes zu sagen:
    „Das Auge sind immer das, was es sehen will“

    Und wenn man ordentlich recherchiert findet man auch die Publikationen bzw. Studien von Hüther und dessen Forscherbeiträge:

    http://www.psychiatrie.med.uni-goettingen.de/images/projekt/contact/Huether_CV_Publikationen.pdf

    Schade, dass es so viele Neider gibt…wie war das noch mit Zwietrachtstifter?!
    Ach ja, nächster Halt: Dante’s 8. Höllenkreis „Malebolge“: 9. Ring – Zwietracht… 😉

    Ist doch gut, dass es „Nein“-Sager wie Hüther gibt, dem die Kinder am Herzen liegen…

  48. Sweeper
    6. August 2013, 15:25 | #48

    @Marco J.:

    Ihnen ist vermutlich entgangen, dass hier im Blog ein Göttinger Neurowissenschaftler zur wissenschaftlichen Tätigkeit von Gerald Hüther Stellung bezogen hat:

    https://blog.psiram.com/2012/09/gerald-huther-eine-ubersicht-fur-journalisten/#comment-21931

    Um wen es sich dabei handelt, ergibt sich aus dem Link unter seinem Nick „synapse“…

    Gerald Hüther ist übrigens seit Frühjahr 2013 nicht mehr Präsident der SINN-Stiftung.

    Zu den Hintergründen der Aktivitäten der SINN-Stiftung wurde von unerwarteter Seite einiges Wichtiges zusammengestellt:

    https://www.weltanschauungsfragen.de/assets/Dokumente/Neuer-Ordner/Langfassungpdf.pdf

  49. Olaf Probst
    22. Oktober 2013, 11:42 | #49

    Das dümmliche Gegeifer hier ist unerträglich. Prof. Dr. habil. Gerald Hüther ist also wissenschaftlich gesehen eine Nullnummer? Wer sagt das? Ein herausragender Wissenschaftler? Oh, ich habe wohl übersehen, dass es einen anonymen Eintrag hier gibt, der zu einer Internetseite verlinkt ist. (@ Sweeper)
    Promoviert und habilitiert hat natürlich nichts zu sagen. Das kriegt man geschenkt, weil man wissenschaftlich eher im unteren Mittelfeld angesiedelt ist. Und Professor wird man auch ohne Weiteres. Insbesondere ohne Lehrauftrag! Das gab es neulich in der Fußgängerzone, wenn man eine Patenschaft für Katzenbabies übernommen hat, gratis dazu.

    Fast hätte ich es vergessen: der Sektenbeauftragte der katholischen Sekte … oh Verzeihung … Kirche urteilt negativ über die wissenschaftliche Beweisbarkeit (wohlgemerkt: beweisbar, nicht bewiesen). Na, der wird es wissen. Schließlich hält der ja Theologie für Wissenschaft.

    Einfach mal den Mund halten, wenn man zu den Inhalten nichts zu sagen hat!

  50. Groucho
    22. Oktober 2013, 14:46 | #50

    Olaf Probst :

    Das dümmliche Gegeifer hier ist unerträglich.

    Ja, die Welt kann schlimm sein, wenn plötzlich geliebte Kartenhäuser zusammenbrechen 🙂

    Prof. Dr. habil. Gerald Hüther ist also wissenschaftlich gesehen eine Nullnummer? Wer sagt das?

    U.a. wir hier? Das mit der Nullnummer haben Sie gesagt, aber, wenn man den Artikel und die Verlinkungen liest, kommt man zwanglos zu so einem Eindruck.

    Promoviert und habilitiert hat natürlich nichts zu sagen.

    Wenn ein Neurobiologe damit meint, auch gleichzeitig Fachmann für Pädagogik, Soziologie und Psychologie zu sein, dann hat das in der Tat wenig zu sagen.

    Das kriegt man geschenkt, weil man wissenschaftlich eher im unteren Mittelfeld angesiedelt ist. Und Professor wird man auch ohne Weiteres. Insbesondere ohne Lehrauftrag!

    Obrigkeitsgläubigkeit ist immer ein schlechter Ratgeber.

    Einfach mal den Mund halten, wenn man zu den Inhalten nichts zu sagen hat!

    Sie wollen sich selbst den Mund verbieten? Na gut, wenn Sie meinen 🙂

  51. Olaf Probst
    22. Oktober 2013, 15:55 | #51

    @Groucho:
    Dummes Gequatsche ist wahrscheinlich Ihr Kartenhaus, Herr/Frau (hm, ach anonym, ok).

    Schön, dass Sie das zweite Zitat so geschickt abschneiden. Nach: „Wer sagt das?“ kam nämlich noch die Frage: „Ein herausragender Wissenschaftler?“ Woher kommt denn bitte die wissenschaftliche Kompetenz des „wir hier“? Ein Fachmann für Pädagogik, Soziologie oder Psychologie sind vermutlich nur Sie. Ich habe von Herrn Hüther darüber keine Äußerung gehört.

    Was die Obrigkeitsgläubigkeit angeht, bist du einfach ein dummer Hanswurst und ich habe überhaupt keine Lust, auf eine so dämliche Kotze noch irgendwie energieverschwendend zu antworten. Danke aber dafür, dass du noch einmal sehr deutlich machst, dass hier Idioten unterwegs sind.

    Zu Inhalten steht hier nichts. Sobald ich auch nur einen Satz gezeigt kriege, der auf die Inhalte eingeht, werde ich mich fühlen wie du es gerne möchtest, als dummer Arsch. Bis dahin halte ich dich für einen solchen.

  52. Franziska
    22. Oktober 2013, 16:13 | #52

    @Ponder: Zum Heisenbergstipendium: Das war damals „nur“ ein Stipendium, welches nicht in eine Professur umwandelbar war; inzwischen ist das anders und es gibt in Kooperation mit DFG und beteiligter Uni diese Option.
    Voraussetzung, um sich überhaupt darauf bewerben zu können, ist die Berufbarkeit, d.h. es muss zumindest eine Habilitation (oder habilitationsäquivalente Leistungen) vorliegen. Die Publikationsliste von Hüther sieht da etwas dünn aus…?!
    Im Falle Hüthers wäre zu prüfen, wann er das Stipendium erhalten hat und was er im Förderzeitraum gemacht hat. Über diesen Zeitraum wird (z.B. bei Veranstaltungsankündigungen) geschrieben „als Heisenbergstipendiat hat er ein Labor für neurobiologische Grundlagenforschung aufgebaut“ bzw. „baute als Heisenberg-Stipendiat von 1989 bis 1994 die Abteilung für neurobiologische Forschung an der Universitätsklinik Göttingen auf“. Das klingt ganz objektiv betrachtet etwas sonderbar: eigentlich betreibt man mit so einem Stipendium ein bestimmtes Forschungsvorhaben, mit dem Ziel, innerhalb des Förderzeitraums eine Professur zu kriegen. Eine ganze Abteilung in Eigenregie aufzubauen passt da eher nicht ins Bild und das klingt mal wieder recht aufgeblasen. Genauere Infos müsste man hierfür aber aus Göttingen einholen.

  53. 22. Oktober 2013, 16:13 | #53

    @ Olaf Probst
    Wenn man anderen – mit einer Wortwahl die eigentlich schon alles sagt – Inhaltslosigkeit vorwirft, sollte man selbst schon mehr zu bieten haben als Hasstiraden. Nachvollziehbare Gegenargumente zu den Passagen aus dem Artikel die Ihnen nicht passen wäre z.B. ein guter Anfang.

  54. Groucho
    22. Oktober 2013, 16:25 | #54

    Ein Fachmann für Pädagogik, Soziologie oder Psychologie sind vermutlich nur Sie.

    Leider, leider: noch kein Treffer! Einmal dürfen Sie noch! 🙂

    Was die Obrigkeitsgläubigkeit angeht, bist du einfach ein dummer Hanswurst und ich habe überhaupt keine Lust, auf eine so dämliche Kotze noch irgendwie energieverschwendend zu antworten.

    Sie kommen aus Vulgarien, lieber Herr Probst?

    Danke aber dafür, dass du noch einmal sehr deutlich machst, dass hier Idioten unterwegs sind.

    Zu Inhalten steht hier nichts. Sobald ich auch nur einen Satz gezeigt kriege, der auf die Inhalte eingeht, werde ich mich fühlen wie du es gerne möchtest, als dummer Arsch. Bis dahin halte ich dich für einen solchen.

    Ja, das ist jetzt sehr argumentief. „Idiot, Depp, Arsch“ und so schreibt sich natürlich schneller als konkrete Punkte aufzuführen, aber was Sie jetzt direkt an der Kritik Hüthers auszusetzen haben (siehe Eingangsartikel incl. der Links) – am Besten Pos1 drücken, dann kommt man dahin – ist mir noch nicht klar.

  55. Olaf Probst
    22. Oktober 2013, 19:16 | #55

    @Mephisto
    Ich gebe es zu. Der letzte Post war nicht gerade von Sachlichkeit geprägt. Und schon beim Schreiben war mir klar, dass ich das Gleis der sachlichen Auseinandersetzung verlasse. Wenn ich aber bezogen auf die Kritik zur Wissenschaftlichkeit von jemandem, der nicht einmal seinen Namen nennen mag, als obrigkeitsgläubig bezeichnet werde, dann verzeihe ich mir auch im Nachhinein wieder meine sprachliche Entgleisung. Schließlich sind wissenschaftliche Grade genau das Gegenteil von Obrigkeitsdünkel.

    Das Argument, dass ich nun auf den Inhalt der Kritik nicht eingehen würde, ist wirklich zu absurd, um darauf näher zu antworten. Die Kritik besteht unter anderem darin, dass nicht bewiesen oder nicht beweisbar oder wie auch immer … von jemandem, (und dann allerlei Gefriemel über Titel usw.).

    Genau darauf bin ich in meiner Kritik an der Kritik eingegangen. Wenn aber gesagt wird, der Kritisierte sei ja nicht einmal ordentlicher Professor … und die Anmerkung über diesen Unsinn anschließend gegen mich verwendet wird, dann lohnt sich eine Auseinandersetzung hier wirklich nicht. Dann geht es nämlich wirklich nur um Glauben. Mir geht es aber um Nachdenken.

  56. Groucho
    22. Oktober 2013, 20:42 | #56

    Mir geht es aber um Nachdenken.

    Idealerweise sollte man dazu die äußeren Hirnregionen verwenden.

  57. 23. Oktober 2013, 11:33 | #57

    @ Olaf Probst
    Versuchen Sie bitte nicht, mich für dumm zu verkaufen!

    Bereits ihr erster Kommentar war in einem pöbelnden Tonfall verfasst („„dümmliche[s] Gegeifer“ usw.) und Sie sind nirgends argumentativ auf den Inhalt des Artikels eingegangen. Ihre ganze Argumentation besteht im Prinzip aus der Behauptung, der Inhalt des Artikels sei unwahr und der Autor sei gar nicht qualifiziert die Thematik zu beurteilen. Also tun Sie bitte nicht so, als wären Sie hier zur Pöbelei gezwungen worden.

    Ansonsten bleibt mir nur das zu wiederholen, was ich hier schon oft gesagt habe: Kommen Sie mit nachvollziebaren Argumenten und vernünftigen Belegen, dann können wir weiter reden. Stumpfe Provokation führt zu nichts und demonstriert nur, dass dem Provokateur die sachlichen Argumente fehlen.

  1. 2. September 2012, 23:10 | #1
  2. 24. September 2012, 14:42 | #2
  3. 20. Dezember 2012, 01:55 | #3
  4. 26. Februar 2013, 19:33 | #4

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