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Neutrino Inc.: Schwurbelei an der Hochschule Wismar – Günther Krause, Bundesminister a.D. schwurbelt mit.

An der Hochschule Wismar im Bereich Maschinenbau/Verfahrenstechnik gab es am 16.06.2017 einen Vortrag in der Vorlesungsreihe „Biogene Verfahrenstechnik“. Der Titel:  „Neutrino-Energie aus der perfekten Welle. Kabellose Datenübertragung Zukunft einer Netztechnologie. Pyrolyse-statt Müllverbrennung“. Eingeführt in diese Konzeption wurde durch Herrn Prof. Dr.-Ing. habil. Günther Krause, Bundesminister a.D.:

  • Neutrino eine permanente, erneuerbare Energie mit unvorstellbaren Möglichkeiten.
  • Einführung in die Forschungsthemen von der Entwicklung eines Beschichtungsautomaten bis zur Industrieenergielösung
  • Breitbandtransponder mit 1.8 GBit kabellos; zweite Ausbaustufe mit Neutrino-Energieversorgung
  • Rezepturgesteuerte Pyrolyse eine Chance für Sekundärende Stoffgewinnung

Zum Thema „Neutrino-Strahlung“ wird der CEO der Neutrino Inc. Montana, USA, Herr Holger Thorsten Schubart, einen Abriss geben.

Herr Dr.-Ing habil. Lutz Rothe und Herr Dipl.-Ing. Olaf Moszeik werden mit zwei Laptops und einem Transponder die Zukunft einer Netztechnologie, die keine „weißen“ Flecken mehr kennt, vorführen.

Im vierten Vortrag stellt Dipl.-Ing. Philip Hagemann mit einer Anwendungslösung, die auf Abfallstoffe „einstellbar“ ist, die seit dem Jahre 2000 getätigten Forschungen in der „Pyrolyse-statt Müllverbrennung“ vor.

Die Praxisanwendung kann in Schwerin besichtigt werden.

So weit, so gut — oder schlecht, wie man es gerne hätte.

Interessant ist vor allem der erste Punkt der Veranstaltung. Es ist nämlich „Mr. Neutrino“ höchstselbst, der sich dort die Ehre gibt, der staunenden Welt zu verkünden, man könne mit Neutrinos riesige Energiemengen bereitstellen, Akkus laden, das Klima retten.  Herr Krause steht seit einiger Zeit in geschäftlicher Verbindung zu Neutrino Inc. und hat dort investiert. Nach der Insolvenz seiner Firma haben er und der Insolvenzverwalter versucht, die investierte Summe an die Neutrino Inc. zurück zu verkaufen, was jedoch bis zum 31.12.2016 nicht gelang. Was Herrn Krause nun bewogen haben mag, ausgerechnet den Chef dieser Firma für diese Vorlesung einzuladen, ist unbekannt. Man sollte vermuten, dass ein habilitierter Ingenieur ausreichend Grundlagenwissen über Physik haben müsste, um Aussagen über Neutrinostrahlung entsprechend einordnen zu können.

Hauptsitz der Firma Neutrino Inc. Montana (Quelle: Google Street View, 12/2016)

Der Chef der Neutrino-Firma, Holger Thorsten Schubart, ist ein höchst umtriebiger Geschäftsmann. Er handelt mit Immobilien und Kunst, sammelt Geld für sein Neutrino-Projekt ein und weiß sich auch sonst gut in Szene zu setzen. Im Jahre 2014 sponserte er den Bundespresseball, jedenfalls theoretisch, denn seinen Zahlungsverpflichtungen kam er nicht nach. Die Veranstalter erwirkten gegen ihn einen Titel. Zu der darauf folgenden Vermögenserklärung im Januar erschien Schubart jedoch nicht. Vielleicht, weil der Stammsitz seiner Firma im fernen Montana liegt. Alles immer getreu der Prämisse „Schlagzeilen sind wichtig, egal welche“. Anfang der 2000er Jahre geriet er mit betrügerischen Immobiliengeschäften in die Schlagzeilen, auch zwei Verurteilungen zu Haftstrafen (vier Jahre und Monate sowie sechs Jahre und sechs Monate wegen gewerbsmäßigen Betruges) wurden bekannt. In seinem Selbstbild sieht er sich als „Mathematiker, Unternehmer und Philantrop aus Berlin“. Es gibt keine Hinweise auf eine akademische Ausbildung zum Themenbereich Physik und Naturwissenschaften oder Mathematik. Seine hier genannte Firma „Neutrino Inc.“ hat eine Niederlassung in Berlin, sie residiert im Hotel „Adlon“, an allerbester Adresse also. In jedem Falle hat der Herr eine Affinität zu öffentlichen Auftritten, bei denen er sich gerne mit Prominenten umgibt und ablichten lässt.

Im Impressum der Firma Neutrino Inc. wird Herr Prof. Dr.-Ing. habil. Günther Krause (Bundesminister a.D.) als Ansprechpartner für Deutschland genannt.

Es ist auch nicht unbedingt die Personalie „Günther Krause“, die auffällt, sondern die dort unterschwellig behauptete These, dass mit Neutrinos nahezu unbegrenzt Energie zur Verfügung stünde. Es ist bekannt, dass Neutrinos Teilchen sind, die mit nahezu keiner anderen Materie wechselwirken. Neutrinos von der Sonne,die dort bei der Kernfusion entstehen, können die Materie der Erde nahezu ohne jeden Kontakt mit ihr durchqueren. Nach der theoretischen Vorhersage des Neutrinos dauerte es viele Jahre, und es waren sehr große technische Vorhaben notwendig, um Neutrinos in Einzelfällen nachzuweisen. Aus eben diesem Grund der „Nichtwechselwirkung“ ist die Nutzung der Neutrinostrahlung, wie sie Neutrino Inc. behauptet, nach Aussage von Experten unmöglich.  Das alles ist ein neuerlicher Abklatsch der „Freie-Energie-Schwurbelei„, da gab und gibt es andere Koryphäen, die sich einbilden, das Ei des Kolumbus gefunden zu haben.(Meyl u.a.)

Es sollte doch möglich sein, dass eine Technische Hochschule weiß — oder zumindest recherchiert — wen sie dort zu Vorlesungen einlädt, wer dort Vorträge halten darf. Es sind nur wenige Mausklicks nötig, um zu erfahren, wer hinter der Firma Neutrino Inc. steckt, und es sind ebensowenige Mausklicks nötig, um zu erfahren, dass ebendiese Firma bereits im Jahr 2014 durch die Medien geisterte.  Bereits damals wurde darauf hingewiesen, daß die Behauptungen der Firma wissenschaftlich unhaltbar sind und im Grunde nur dazu dienen, unbedarften Anlegern Geld aus der Tasche zu ziehen. Weiterhin sollte es an einer Hochschule ausreichend qualifizierte Hochschullehrer geben, die über Neutrinos und deren Eigenschaften Bescheid wissen und schon deshalb die Behauptungen der Firma als unhaltbar widerlegen müßten. Was solch ein Vortrag mit der Aufgabe von Hochschulen und Universitäten, Wissen zu vermitteln und neues Wissen zu erforschen, zu tun hat, bleibt das Geheimnis der Verantwortlichen dort. Es gibt schon einige Hochschulen, die sich in dieser Branche nicht unbedingt mit Ruhm bekleckert haben und sehr fragwürdige Veranstaltungen abhielten. Nun also auch die Technische Hochschule Wismar.

Herr Prof. Dr.-Ing. habil. Günther Krause, Bundesminister a.D., hat an der Hochschule für Architektur und Bauwesen im Weimar promoviert zu folgendem Thema:

„Ein Beitrag zur automatengestützten Projektierung in der Wandbauweise“,

habilitiert hat er an der Ingenieurhochschule Wismar zum Thema:

„Eine einheitliche CAM/CAP-Entwicklungstechnologie — die Voraussetzung zur dezentralen Nutzung der Mikrorechentechnik in der Seeverkehrswirtschaft“

Zum Weiterlesen:

  1. echt?
    5. Juli 2017, 07:40 | #1

    So neu ist Unsinn in Wismar aber nicht. Auch Global Scaling war da mal verortet: http://de.sci.physik.narkive.com/zt3c2Q6s/global-scaling-und-technische-fachhochschule-berlin

  2. Martin Däniken
    5. Juli 2017, 14:55 | #2

    Es sit doch immerwieder schön wenn ehemalige Minister nicht unter der Brücke schlafn müssen und eine sinnstifende,sinnvolle Anschlussverwendung finden tun…
    Wer den Sarkusmus findet,darf ihn behalten!

  3. gedankenknick
    5. Juli 2017, 16:10 | #3

    Neutrino – eine permanente, erneuerbare Energie mit unvorstellbaren Möglichkeiten.
    Gar nicht so unwahr. Ich persönlich kann mir die Möglichkeiten gar nicht vorstellen, die sich aus der Nutzung der Energie der Neutrinos ergeben… 😀

  4. knorke
    5. Juli 2017, 17:06 | #4

    gedankenknick :Neutrino – eine permanente, erneuerbare Energie mit unvorstellbaren Möglichkeiten. Gar nicht so unwahr. Ich persönlich kann mir die Möglichkeiten gar nicht vorstellen, die sich aus der Nutzung der Energie der Neutrinos ergeben…

    Einen Nobelpreis wärs allemal Wert. Warum Metertief in der Erde mühsam detektoren aufstellen, wo alles doch auch mit einem Aluhut oder so funktioniert? Wäre doch toll für die Astronomie. … gut, das wäre der Warpflug auch…

  5. Sinapis
    5. Juli 2017, 19:07 | #5

    Neutrino – eine permanente, erneuerbare Energie

    Ist das schon paradox oder doch nur eine Tautologie?

  6. lanzelot
    5. Juli 2017, 19:25 | #6

    Dazu ein ganz interessantes und gut erklärtes Video von Dr. Norbert Aust zum Thema freie Energie, erneuerbare Energie, Quantenergie u.s.w.
    https://www.youtube.com/watch?v=T5DWWVICJk0&t=441s

    incl. passender Kommentare:
    „Die heutigen systemgeprägten „Wissenschaftler“ kann man in ihrer dementsprechenden Konformität wegen, nicht gebrauchen, wenn es darum geht, von jenen, geistige Anstrengungen für echten Fortschritt zum Allgemeinnutzen der gesamten Menschheit einzufordern. Nur sehr wenige mutige Energiefachleute und ehrgeizige, neugierige, Tüftler suchen nach verborgenen Quellen von – oftmals verheimlichtem – uraltem bis allerneuestem Wissen, fernab von Schulen, Universitäten“
    joop, genau so.

  7. Sinapis
    5. Juli 2017, 20:46 | #7

    Nur sehr wenige mutige Energiefachleute

    Früher hießen die Kohlenhändler…

  8. Martin Däniken
    6. Juli 2017, 03:24 | #8

    Und wirft man Quanten mit Neutrinos zusammen entsteht Quark(s),
    mit nem EX-Minister obendran,extrafeiner…
    Demnächst im Kühlregal:
    Krause`(hihi)s Neutrinoquark…
    Irgendwas mit Nanotechnologie fehlt noch,das wird noch hot!

  9. 6. Juli 2017, 10:35 | #9

    Da möchte ich mal ganz bescheiden meinen zu unrecht belächelten feinstofflichen Quantentunnelspiegelantrieb ins Spiel bringen, dessen Informationswellenenergiespektralwandler jetzt mit Nanokristallprozessorarrays noch präziser gesteuert wird.

    Die Kerne aus informiertem, schumannresonantem Wasser liefern bislang nie erreichte Synchronisierungswerte weit jenseits der heisenbergschen Unschärferelation. Die Steuereinheit steht deshalb als virtuelles Quantenobjekt außerhalb der Raumzeit und verbraucht keine Energie.

    Die Implikationen mag sich jeder selbst ausmalen. Goldene Zeiten stehen bevor!

  10. knorke
    6. Juli 2017, 11:30 | #10

    gnaddrig :Da möchte ich mal ganz bescheiden meinen zu unrecht belächelten feinstofflichen Quantentunnelspiegelantrieb ins Spiel bringen, dessen Informationswellenenergiespektralwandler jetzt mit Nanokristallprozessorarrays noch präziser gesteuert wird.Die Kerne aus informiertem, schumannresonantem Wasser liefern bislang nie erreichte Synchronisierungswerte weit jenseits der heisenbergschen Unschärferelation. Die Steuereinheit steht deshalb als virtuelles Quantenobjekt außerhalb der Raumzeit und verbraucht keine Energie.Die Implikationen mag sich jeder selbst ausmalen. Goldene Zeiten stehen bevor!

    Wie bist du denn mit der permanent miauenden Schrödinger-Katze im Kofferraum verfahren?

  11. 6. Juli 2017, 11:35 | #11

    Der habe ich ein Marmeladenbrot auf den Rücken gebunden, seitdem rotiert sie und treibt die Lichtmaschine an.

  12. knorke
    6. Juli 2017, 12:47 | #12

    Darauf können auch echt nur wahrhaft Erleuchtete kommen ÖÖ

  13. Martin Däniken
    6. Juli 2017, 15:04 | #13

    @Gnaddrig:Welche Sorte Marmelade wird verwendet
    und hat es Fehlversuche gegeben und
    könnte man alternativ ein Baby/Kleinkind (eigenes oder besser fremdes)verwenden,
    damit der Vorwurf einer mehrdiminsionalen Tierquälerei nicht aufkommen kann!
    Oder könnte man einen Homoöpathen mit Globululi antreiben?!
    Ein forschender Geist kennt keine unvorstellbaren Fragen!

  14. 6. Juli 2017, 15:24 | #14

    @ Martin Däniken
    Baby/Kleinkind geht nicht, weil die nicht wie Katzen immer auf die Füße fallen und darum keinen Impuls haben, sich im Fall auf eine bestimmte Seite zu drehen. Eine Kleinkind-Marmeladenbrot-Kombi würde immer auf die Marmeladenseite fallen. Man kann die Katze aber durch ein zweites Marmeladenbrot ersetzen. (Ob Schrödingers Experiment auch mit einem Marmeladenbrot funktioniert, weiß ich nicht!)

    Ich nehme gern Aprikosenmarmelade, die bleibt gut am Brot haften. Quittengelee o.ä. verlässt das rotierende Brot zu schnell, was dann zu einem starken Leistungsabfall führt.

    Die Grundüberlegungen zum Katzen-Marmeladenbrot-Antrieb habe ich vor einer Weile hier aufgeschrieben.

    In dem Beitrag habe ich auch einen weiteren alternativen Antrieb vorgestellt, den Grabrotationsmotor. Man könnte einen Homöopathen mit Komplexmitteln oder, noch besser, allopathischen Medikamenten antreiben. Oder einen Skeptiker mit Globuli.

  15. gedankenknick
    6. Juli 2017, 17:20 | #15

    @Martin Dänicken:
    Welche Sorte Marmelade wird verwendetWurst. Darf nur keine Konfitüre sein, das wäre Käse!

    und hat es Fehlversuche gegeben Ja, mit Schwarzbrot. Am besten geht es mit Toast.

    könnte man alternativ ein Baby/Kleinkind verwenden Nein. Eine Katze fällt IMMER auf ihre vier Pfoten. Ein Brot fällt IMMER auf die Marmeladenseite. Ein Baby fällt im Zweifelsfall auf den Kopf. Da funktioniert das System dann nicht.

    Oder könnte man einen Homoöpathen mit Globululi antreiben?! Rein energetisch ja, bei ausreichend Glaubuli-Zufuhr. Langfristrig könnten jedoch Mangelerscheinungen bei Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen zu beobachten sein. Da muss man dann mit Schüssler-Salz-Tabletten der Biochemie nachhelfen…

    *duck&cover*

    P.S: Für diejenigen, die es noch nicht kennen: https://www.youtube.com/watch?v=xkhrBOo4va8

  16. Martin Däniken
    7. Juli 2017, 00:02 | #16

    Danke für die Aufklärung!
    Ich überlege jetzt natülrich was mit der Erdrotation ist:
    Ist der Erdkern eher eine grosse Katze mit einem grossen Marmeladenbrot,mehrere mittelgrosse mit entsprechenden Broten,viele kleine
    oder gar ganzganzganz viel neutrinokleine Kätzchen…
    Wenn man einmal ernsthaft anfängt zuforschen
    Und wird die Sonne durch durchdrehende Hotdog angetrieben…?!

  17. 7. Juli 2017, 10:00 | #17

    @ Martin Däniken
    Darauf kann es nur eine Antwort geben: Da besteht noch gewaltiger Forschungsbedarf!

  18. sumo
    7. Juli 2017, 10:35 | #18

    hat da schon mal jemand eine oder mehrere Marmeladenbrotkatzen gesehen? Also!
    Es sind homöopathisch verdünnte Katzen, und ich hoffe, daß nicht noch mehr potenziert wird. Es dreht sich schon schnell genug….

  19. Anon Coward
    7. Juli 2017, 14:50 | #19
  20. gedankenknick
    7. Juli 2017, 15:12 | #20

    @sumo #18
    https://www.youtube.com/watch?v=xkhrBOo4va8
    Das wird bei Youtube gezeigt – also MUSS es WAHR sein!einself!

  21. Martin Däniken
    7. Juli 2017, 15:52 | #21

    Dubbed Xi-cc++ habens jetzt mit dem Multihadronbeschleuniger aka Cern „gefunden“…
    Ultraheavy Partikel Gedöns!
    cc steht übrigens für catcontent 😉
    die sind da na ganz heissen Sache aufer Spur!