Archiv

Artikel Tagged ‘alternative Heilmethoden’

Armer schwarzer Kater

16. Dezember 2010 10 Kommentare

Professor Wallach von der Frankfurter Europa-Universität Viadrina ist traurig, weil es einen „Haut-die-Homöopathie-und-alle-Spinner-in-die-Pfanne“-Zug in Deutschland gibt. Da hatten sich doch wirklich ein paar überregionale Zeitungen erdreistet etwas Wahres, jenseits des Ganzheitsgeschwurbels, über die neoschamanistische Alternativheulermedizin zu schreiben. Es gibt eine Erwiderung (Link) zum „Magie im Hörsaal“-Artikel vom August aus der SZ. Die ist putzig, enthält herrliche Stilblüten, keine Wirksamkeitsnachweise, das übliche Big-Pharma-Bashing und den lustigen Vorwurf, dass Wissenschaftler und die Kritiker der Husch-Fuschi-Medizin fundamentalistische Dogmatiker sind.
Mehr…

Homöopathie in der „Zeit“

13. Dezember 2010 15 Kommentare

Den sehr lesenswerten Homöopathieartikel aus der letzten Printausgabe der „Zeit“ kann man jetzt auch im Netz abrufen:
Die Zeit: Glauben und Globuli.

Glauben und Globuli

Die Homöopathie wird leidenschaftlich geschmäht und geliebt. Was die Schulmedizin von ihr lernen kann

Vertrauen. Vielleicht muss man zunächst einmal von Vertrauen erzählen, wenn man das Erfolgsgeheimnis der Homöopathie ergründen möchte. Wenn Vera Bode (Name geändert) vor ihrer Ärztin und Homöopathin Jutta Hübner sitzt, ist das Vertrauen der Patientin fast körperlich spürbar. Die beiden kennen sich schon lange Jahre, und Bode, eine selbstbewusste Frau Anfang 50, weiß, dass ihrer Ärztin all ihre Gesundheitsprobleme vertraut sind. Wenn die beiden miteinander reden, erinnert das eher an ein Gespräch unter Freundinnen als an das übliche Ritual im Sprechzimmer….

Schweiz: Homöopathie soll nicht in Grundversicherung

7. Dezember 2010 16 Kommentare

Gute Neuigkeiten aus der Schweiz:

Homöopathie soll nicht in Grundversicherung
Homöopathie und vier weitere alternative Heilmethoden sollen nicht wieder von der Grundversicherung bezahlt werden. Das empfiehlt die zuständige Kommission dem Bundesrat.

Die fünf aus der Grundversicherung gekippten Methoden der Komplementärmedizin sollen nicht wieder in den Leistungskatalog der obligatorischen Krankenversicherung aufgenommen werden. Dies empfiehlt die eidgenössische Kommission für Leistungen und Grundsatzfragen (ELGK).

Link zur kompletten Meldung beim Schweizer Radio DRS

Nikolaus Klehr bei WISO

7. Dezember 2010 16 Kommentare

Der finanziell sehr erfolgreiche Krebsscharlatan Nikolaus Klehr hat es wieder ins Fernsehen geschafft, diesmal nicht in eine unkritische Talkshow, sondern zu WISO.


Das Originalvideo in der ZDF-Mediathkek: Mediathek-Link.

Update: Weitere Videos zu Klehrs Praktiken finden sich hier

Wir haben Nikolaus Klehr schon mehrfach im Blog gehabt:
Klehr
Neues über die Galavit-Betrüger
Blutgeld

1998 in der ARD-Sendung „Panorama“ ging das übrigens schon mal deutlicher:

Hans Hege (Bayerische Landesärztekammer): „Wir sind der Überzeugung, dass ein Mensch, der sich so verhält wie Herr Dr. Klehr, entweder ein Ungeheuer ist, ein – ich sage bewusst: ein erwerbsgetriebenes Ungeheuer ist, oder aber – nämlich dann, wenn er wirklich eine wirksame Methode haben sollte – oder aber schlicht und einfach, und das ist meine persönliche Überzeugung, ein Scharlatan, der mit der Hoffnung von Krebskranken Geld macht.“

Auch 1996 im Stern hieß er „erwerbsgetriebenes Ungeheuer“ und ihm drohte damals der Entzug der ärztlichen Zulassung:
Stern: „Ein erwerbsgetriebenes Ungeheuer“. Das ist mittlerweile 14 Jahre her.

Vielen Dank an Hanni für den Tipp.

Klehr

13. August 2010 2 Kommentare

Der „umstrittene“ selbsternannte Krebsarzt Nikolaus Klehr hat einen schönen Eintrag im Wiki bei uns, und im Blog haben wir auch schon zwei mal über ihn berichtet. Trotzdem kann er unbehelligt weiterarbeiten. Wir würden gerne etwas Druck machen, und dazu brauchen wir Fakten. Wer

  • bei Dr. Klehr in Behandlung war/ist
  • einen Angehörigen hat, der bei Dr. Klehr in Behandlung war/ist
  • bei Dr Klehr gearbeitet hat oder noch arbeitet
  • sonstwie Informationen beitragen kann

ist herzlich gebeten, uns eine Email an info at esowatch dot com zu schreiben. Wir behandeln alle Hinweise vertraulich.

Danke!

What´s the harm in homeopathy? Baby stirbt an Hirnbluten

10. August 2010 34 Kommentare

Auch in Japan hat sich mittlerweile die Homöopathie verbreitet. So gibt es eine „Japanische Vereinigung für Homöopathische Medizin“ und leider wendet auch mancher Uni-Mediziner das Verfahren an. Es soll hundertausende Anwender landesweit geben. Anlässlich eines Todesfalls bei einem Kind, dem die Vitamin-K-Gabe zugunsten homöopathischer Mittel verwehrt wurde, ist der Japanische Hebammen-Verband aktiv geworden und hat seine Mitglieder zur Methode Homöopathie befragt.

Kürzlich berichtete das Internet-Nachrichten-Portal der Zeitung „The Asashi Shimbun(Übersetzung aus dem Englischen):
Mehr…

„Talkin´ about the antivaccination-asshole Andrew Wakefield“

21. Juni 2010 11 Kommentare

Penn & Teller: Bullshit ist eine ziemlich geile Sendung. Demnächst geht es um Impfgegner. Deutliche Worte zu Andrew Wakefield und Jenny Mc Carthy gibt es jetzt schon zu sehen:



via „respectful insolence“

Mehr…

Rant vom Feinsten: 200 Jahre Organon bei Excanwahn

8. Mai 2010 3 Kommentare

Für Genießer:

Ich beschäftige mich jetzt mehr als 3 Jahrzehnte mit der Homöopathie, zu Anfang belustigt, irgendwann wissenschaftlich interessiert wegen der enormen Popularität, heute nur noch genervt, angewidert, und, ich gestehe es, auch ziemlich frustriert, weil es sie immer noch gibt.

Mal wieder Homöopathie

28. April 2010 17 Kommentare

Über den hartnäckigen Blödsinn Homöopathie findet sich seit ein paar Jahren zum Glück auch immer mehr Rationales und Kritisches im Netz. Irgendwie fällt es da schwer sich etwas Originelles und Lesenswertes zum Thema auszudenken. Doch zum Glück gibt es Vince Ebert, der in der Frankfurter Rundschau über Huschi-Fuschi-Medizin herzieht und die ganzheitlichen Köthener Stadtplaner, die endlich zeigen, was sie mit homöopathischer Stadtplanung eigentlich meinen.

Satire:

Huschi-Fuschi-Medizin

Auch der alte Spruch „von nix kommt nix“ gilt bei den sanften Heilern nicht mehr. Homöopathen – die absoluten Popstars der Huschi-Fuschi-Medizin – sehen die Sache ganz anders. Denn die arbeiten mit dem Prinzip der Hochverdünnung: Je dünner die Beweise für die Wirksamkeit der Homöopathie, desto populärer wird sie. Homöopathie ist so, wie wenn man in Frankfurt einen Autoschlüssel in den Main wirft und in Würzburg versucht, mit dem Mainwasser das Fahrzeug zu starten.

fr-online 28. April 2010: Mit aller Härte zur sanften Medizin

Realsatire:

Den Anfang der Therapie machte, wie in der Homöopathie üblich, eine Anamnese. Ein Team aus Stadtplanern und homöopathischen Ärzten führte dazu Gespräche mit den Bewohnern der Ludwigstraße – den „Patienten“. Da diese die Situation in der Straße als gar nicht so schlimm einstuften, griffen die Therapeuten auf das homöopathische Prinzip der „Impulssetzung“ zurück. „Wir klebten an alle Häuser ein Plakat mit der Info: Dieses Haus wird abgerissen“, berichtet Kösters. Die Anwohner der Ludwigstraße sollten erkennen, wie prekär die Lage ist. „Es gab aber kaum eine Reaktion – unser Mittel war falsch gewählt.“
Also habe man einen noch stärkeren Impuls gesetzt und an einem dunklen Dezemberabend für 15 Minuten die Straßenlaternen an der Ludwigstraße ausgeschaltet – getreu dem homöopathischen Prinzip der „Erstverschlimmerung“ durch temporäre Verstärkung der Symptome, um so den Körper des Patienten – hier die Bewohner der Ludwigstraße – dazu zu bringen, selbst für einen Ausgleich zu sorgen. Und siehe da: Diesmal passten Mittel und Dosierung. „Auf der anschließenden Anwohnerversammlung tobte sprichwörtlich der Volkszorn, die Apathie war durchbrochen.“ In den folgenden Wochen seien an die 50 verschiedene Projektvorschläge und Anfragen bei der Stadt eingegangen, wie der Verfall der Ludwigstraße gestoppt und der drohende Abriss vieler Wohnhäuser verhindert werden konnte.

Ärzte Zeitung, 21.04.2010: Stadt auf dem Sterbebett – Köthen setzt auf die Homöopathie
Mehr…

Haus der Inspirationen „Schloss Weilerbach“ – Quacksalber-Gesundheitszentrum

19. April 2010 109 Kommentare

Ganzheitliche EnergiearbeitWirbelsäulenbegradigung, Metamorphose-Behandlung, Entstörungen, EntgiftungsverfahrenSchüßlersalztherapie, Ernährungsberatung nach Hildegard von Bingen, Fußreflexzonentherapie, Schmerztherapie nach Liebscher & Bracht, AromatherapieNeue Homöopathie nach Erich KörblerKinesiologie, „Das Besprechen“ ein uraltes überliefertes Wissen, Natur- und LichtmeditationChakrenarbeit,Quantenarbeit, Begradigungsenergie, ReikiTierlichtarbeitBewusstes AtmenReinkarnation, Bewusst-Werdung, Neues Wissen für den Neuen Menschen und die Neue Zeit, Kalt Laser Biolifting, Cranio-Mandibuläre-TherapieDorn-Breuss-Therapie, Lymphdrainage, Reinkarnationstherapie, Rückführungstherapie, Arbeit mit Krafttieren „indianische Heilweisen„, telepathische Kommunikation mit TierenEM effektive Mikroorganismen, Klangschalenmassage, EFT durch Meridianklopfen zur emotionalen Freiheit, Tai Chi, Qi Gong, Alternative Krebstherapie mit Ähnlichkeit zur Germanischen Neuen Medizin des Ryke Geerd Hamer, Matrix-Methode nach der Huna-Tradition, Medizin zum Aufmalen, Fünf TibeterAstrologieSynergetik-Therapie nach Bernd Joschko.

So viel Schrott neuerdings an einem Ort. „Haus der Inspirationen“ nennt sich ein neues Gesundheitszentrum. Als Lokalität dient ein restauriertes Schloss im Eifel-Luftkurort Bollendorf, unmittelbar an der deutsch-luxemburgischen Grenze.

Vermieter ist der Landkreis und man mag es kaum glauben, dieser sowie die Initiative Gesundheitswirtschaft Rheinland-Pfalz und die Verbandsgemeinde Irrel fördern das fragwürdige Projekt.

Mit dem Werbeslogan „Gesundheitstourismus“ geht man auf Kundenfang. Laut der leitenden Angestellten des Hauses würde der Gesundheitstourismus boomen und deswegen spräche man an erster Stelle die Zielgruppe der Urlauber an, ob Stresskranke, Familien mit Kindern oder Senioren, ganz egal, alles sei erwünscht.

Die oben erwähnte Liste der Angebote beinhaltet zwar zu 99 % alles an Quacksalberei, was der Markt zu bieten hat, dennoch legt man in der Selbstdarstellung Wert darauf, dass alternative Ansätze mit der klassischen Medizin im Austausch stehen würden.

Prost Mahlzeit!