Lieber Prinzipien reiten als Menschenleben retten oder: Der Streit um die E-Zigarette, die WHO und das Deutsche Krebsforschungszentrum

12. Dezember 2014 83 Kommentare

Aufbau-eZigarette(3)

Lasst uns ein Gedankenexperiment machen. Man stelle sich vor, jeder Raucher in den USA würde auf E-Zigaretten umsteigen. Was wären die Folgen? Eine E-Zigarette ermöglicht es im Wesentlichen, nikotinsüchtig zu sein (Nikotin ist nicht krebserregend), das haptische Erlebnis des Rauchens zu haben, ohne sich 60 und mehr krebserregenden Stoffen oder anderen hunderten giftigen Chemikalien auszusetzen, die beim Verbrennen von Tabak entstehen. Wenn alle US-amerikanischen Raucher “dampften” anstatt zu rauchen, könnten ca. 480.000 Todesfälle jährlich verhindert werden. Wir werden natürlich nicht zu einer solchen vollständigen Veränderung kommen, aber es ist eine Tatsache, dass der Zusammenhang zwischen Rauchen und Sterben an Krebs und anderen Krankheiten sehr klar vorhanden ist.

(Frei übersetzt aus einem Artikel von Daniel Sarewitz, Nature 512, 349 (28 August 2014) doi:10.1038/512349a) [1], [2]

Jeder wird sie inzwischen vermutlich kennen: Die E-Zigarette. Die weltweite Forschergemeinschaft ist sich zwar in ihrer Mehrheit einig, dass sich durch die E-Zigarette das hohe Risiko des Tabakrauchens drastisch verringern lässt. Trotzdem tobt bei der WHO gerade ein Kampf darum, wie man mit der E-Zigarette umgehen soll. Es gingen jeweils kontroverse Aufrufe an die WHO Generaldirektorin Margaret Chan.[3][4] Etwas flapsig, aber wohl zutreffend ausgedrückt, streiten sich die Pragmatiker mit den Prinzipienreitern. Das Deutsche Krebsforschungszentrum mit seiner für diesen Bereich Verantwortlichen Martina Pötschke-Langer gehört definitiv zu Letzteren, und wir sind der Meinung, dass man statt Prinzipien und Bedenkenträgerei zu reiten, lieber die Chancen, viele Menschenleben pragmatisch zu retten, wahrnehmen sollte. Ja, sogar dann, wenn die Tabakindustrie auch auf den Zug mit aufspringt. “Es droht eine Epidemie wie bei Tabakzigaretten”[5] prophezeit Martina Pötschke-Langer in einem Spiegel-Interview. Wie das bei einem Suchtstoff vonstatten gehen soll, bei dem lediglich die Zufuhr auf eine deutlich weniger schädliche Art erfolgt, kann sie nicht glaubhaft belegen. Mit welcher Argumentation das DKFZ versucht, die E-Zigarette zu verhindern, sei im Folgenden beispielhaft für die weltweite Diskussion angerissen, ebenso einige Fakten zum grundsätzlichen Verständnis dargestellt. Mehr…

Die WHO und die Paramed… äh, Traditionelle Medizin

8. Dezember 2014 21 Kommentare

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Seit langem bemüht sich die Weltgesundheitsorganisation um die „Integration“ der mit Ehrfurcht und Respekt behandelten anderen Medizin. Bereits in der Deklaration von Alma-Ata von 1978 habe die WHO „dazu aufgerufen, die traditionelle Medizin in die Grundversorgung einzubeziehen“ [vgl. hier], wenn auch zunächst nur in einem Halbsatz: auch traditionelle Heiler sollten wenn nötig im „health team“ mitarbeiten. Später aber verhinderte erst die hartnäckige Obstruktion durch engstirnige, konventionelle Mediziner, dass eine Würdigung der Homöopathie durch die WHO beschlossen werden konnte. Seine königliche Hoheit der Prince of Wales etc. etc. war 2006 eingeladen, seine Vorstellungen zur „integrativen Medizin“ der Weltgesundheitsversammlung zu unterbreiten, was von der arroganten Medizinerzeitschrift Lancet als Beispiel für eine irrationale Entscheidungsfindung der WHO bedauert worden war [1]. Die Deklaration von Beijing von 2008 stellte einen weiteren Meilenstein auf dem Weg zu einer „integrativen Medizin“ dar.
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Lebensfreude-Messe in Hamburg im November 2014 – nicht nur ein Anschlag auf die Lebensfreude

29. November 2014 3 Kommentare

Vom 21. bis 23. November 2014 fand in Hamburg erneut die Lebensfreude-Messe statt: eine Veranstaltung, auf der Eso-Anbieter an Ausstellungsständen und mit Vorträgen dem Publikum viel Schwurbel und Scharlataneriemethoden nahebringen können. Unter anderem waren Anbieter indigener Zeremonien bei der Messe vertreten. Der NDR hat offenbar erst jetzt die Saure-Gurken-Zeit und berichtete in einer regionalen Fernsehsendung.

Correia da Silva

Correia da Silva

Einer dieser Anbieter war der Brasilianer Naldo Correia da Silva, der seit einigen Jahren offenbar regelmäßig die Lebensfreude-Messen in Hamburg, Kiel und Lübeck beschickt. Correia betreibt in Hamburg eine Shiatsu-Praxis und gibt an der Paracelsus-Schule Kurse für angehende Heilpraktiker. Correia hatte nicht nur einen Stand, an dem er Shiatsu vorstellte, sondern hielt auch Werbevorträge für von ihm angebotene Reisen nach Brasilien und weitere „schamanische“ Praktiken. Dazu gehört z.B ein Telefon-Orakel, zu dem der „Schamane“ das Geburtsdatum und den Familiennamen braucht. Wir erkennen: es kann sich wohl kaum um traditionelle indigene Orakel handeln – in indigenen Kulturen gab es keine Familiennamen und auch keine Geburtsdaten nach europäischen Kalendern. Dazu erfahren wir noch, dass der „Schamane“ seinen Sitz in Sao Paulo hat.

Bei der dreiwöchigen Reise nach Brasilien, für die Correia auf der Messe werben durfte, handelt es sich um ein Camp mit Ayahuasca-Konsum. Der Beschreibung nach (Flug nach Rio de Janeiro, Weiterfahrt in einen 20 km entfernten Ort) wohnt die „Schamanin“, deren „Schüler“ Correia nach eigener Aussage ist, nicht gerade in einer Region, in der Ayahuasca traditionell von indigenen Völkern verwendet wurde – dazu müsste man ein ordentliches Stück den Amazonas hinauf. In den indigenen Kulturen, die Ayahuasca kennen, wird es außerdem nicht von den Hilfesuchenden konsumiert, sondern von den Medizinleuten, denen es als diagnostisches Hilfsmittel dient. Wer also seiner Kundschaft mit ein paar Ayahuasca-Trips etwas Gutes (und Teures) tut, gibt sich wenigstens deutlich als Plastikschamane zu erkennen. Da Ayahuasca in Deutschland unter das BTM-Gesetz fällt, ist der Werbevortrag auf der Messe – auch wenn Ayahuasca offenbar nur dezent nebenher erwähnt wird – nach dem Motto „legal – illegal – völlig egal“ zu sehen. Mehr…

Phantastische Neutrino-Beleuchtung beim Bundespresseball

21. November 2014 11 Kommentare

“Ein hohes Maß an Phantasie”, um sich Vorschüsse für Immobilienprojekte zu erschwindeln, bescheinigte die Staatsanwaltschaft dem Angeklagten im Betrugsprozess, der schließlich zu einer Haftstrafe von vier Jahren und vier Monaten führte. Selbst vermögende Persönlichkeiten wie “Alexander von Reich” oder “Goldberg” entsprangen seiner Phantasie, waren aber dennoch nützlich, um an das Geld anderer Leute zu kommen.

Geldadel auf dem BundespresseballIrgendwann beschloss der Immobilienhändler, auf die komplizierte Abwicklung von Projekten, “die nie verwirklicht wurden” (Göttinger Tageblatt, 1.9.2003), zu verzichten und sich dem Kapitalmarkt zuzuwenden. Hier bestand die Chance, hohe Provisionen für die Vermittlung von “Krediten bis in dreistellige Millionenhöhe” zu kassieren. Es blieb allerdings bei leeren Versprechungen, was den Finanzjongleur 2006 vor das Stuttgarter Landgericht brachte, welches ihn wegen “gewerbsmäßigen Betruges” zu sechs Jahren und sechs Monaten verurteilte.

Mega NFC, Golden Tower, Royal Consulting Austria, Royal Art Capital, The Principal, Genuin Grundbesitz, OstInvest, SCF Immobilien, NOAH Industries Holding & Fine Art Investment, Healing Hotels of the World – an Phantasie mangelt es Holger Thorsten Schubart nie, wenn es darum geht, neue Geschäftsmodelle und klangvolle Firmennamen zu erfinden. Dabei verfolgt er immer nur ein Ziel: Möglichst schnell an möglichst viel Geld zu kommen. Je höher, größer und teurer die versprochenen Luftschlösser sind, desto besser. Wenn ihm nicht gerade jemand mit adlig oder wichtig klingendem Namen zur Seite steht, lässt er sich mit berühmten Persönlichkeiten fotografieren, um sie anschließend als Mitstreiter zu präsentieren.

Holger Schubart mit Michail GorbatschowNeutrino Inc.” oder auch “Projekt Neutrino” heißt sein jüngster Coup. Nach eigenen Angaben widmet sich Neutrino Inc. “einem der visionärsten Projekte unserer Zeit: Der Erforschung elektrisch neutraler Elementarteilchen, sogenannter Neutrinos, als jederzeit und überall nutzbare Energiequelle.” Dass daraus nichts wird, liegt allerdings nicht alleine an den interaktionsunwilligen Neutrinos, sondern auch an fehlendem Personal. In Deutschland wird das Projekt durch einen Anwalt für “notleidende Kredite” vertreten, am Standort USA findet sich statt eines Neutrino-Labors nur ein gewöhnliches Wohnhaus. Selbst Michail Gorbatschow, der gerade von Schubart als Aushängeschild missbraucht wird, verfügt nach aktuellem Kentnisstand über zu wenig Erfahrung in Teilchenphysik, um daran etwas zu ändern.

Was also ist das Ziel von “Projekt Neutrino”? Ein Blick in die zugehörige Präsentation lässt erahnen, wohin die Reise geht:

  • Funds provided by investors shall be invested into marketing and brand-building with the support of highly-respected, top-tier international agencies in order to compete for the neutrino technology, as well as to increase the value of the brand, with the aim to generate licensing fees.
  • Investors shall participate in the Neutrino Project through shares in (ii) Neutrino, Inc.,an US stock corporation or (ii) Neutrino Ventures GmbH, and thereby also participate in the innovations developed by the Neutrino Project.
  • In the current financing phase, investors will acquire the shares at a preferential price, and therefore may see significant increases in the value of their shares following the IPO.

Um die passenden Investoren zu ködern, begibt sich Holger Schubart dort hin, wo sich das große Geld trifft: Zum Bundespresseball. Als einer von drei Hauptsponsoren. Knapp 500 Euro Eintritt. 2000 betuchte Besucher werden erwartet. Der Bundespresseball wird vom Verein Bundespressekonferenz veranstaltet. Von Deutschlands “besten” Journalisten. Florian Freistetter nennt das den “Mehrwert” der journalistischen Recherche.

Wie seinerzeit schon Jean-Jacques Rousseau erachtet Projekt Neutrino die öffentliche Presse als vierte Säule der Demokratie (H. T. Schubart, 2014)

 

Teil 1: Der geheimnisvolle Mr. Neutrino – Durchbruch bei Elektroautos?

Teil 2: Kühlschränke für Eskimos und Strom aus Neutrinos

Psiram-Wiki: Neutrino Inc.

Psiram-Wiki: Holger Thorsten Schubart

GWUP-Blog: Bundespresseball: Bühne frei für Mr. Neutrino

Ruhrbarone: Wie käuflich ist der Bundespresseball?

Kühlschränke für Eskimos und Strom aus Neutrinos

20. November 2014 4 Kommentare

“Wenden Sie sich von kaufmännischen Tätigkeiten ab, machen Sie lieber etwas anderes”. Diese Worte gab der Richter der Wirtschaftsstrafkammer dem damals 39-jährigen Angeklagten mit auf den Weg, als er ihn in vier Fällen wegen “besonders schweren Betruges” zu vier Jahren und vier Monaten Haft verurteilte. Das war im September 2003, nachdem der Immobilien- und Kredithändler bereits einige Monate in Untersuchungshaft verbracht hatte.

Ausriss Göttinger Tageblatt vom 5.9.2003 mit Passfoto von Holger Schubart

“Es gibt Leute, die in der Lage sind, mitten im Winter einem Eskimo auf einer stromlosen Eisscholle auf Südkurs einen Kühlschrank zu verkaufen und ihm dabei auch noch das Gefühl zu vermitteln, er habe ein Schnäppchen gemacht.” So zitierte das Göttinger Tageblatt damals einen Zeugen des Betrugsprozesses. Unser Wiki ist prall gefüllt mit Personen und Geschäftsmodellen, die nach diesem Prinzip arbeiten: Überzeugendes Auftreten, die Ausnutzung von Gier und Hoffung mehr oder weniger argloser Opfer und großartige Versprechungen, die bei genauerem Hinsehen eben doch zu schön sind, um wahr zu sein.

Diese Geschichte lässt sich bis in das Jahr 1996 zurück verfolgen. Im Sommer jenes Jahres, das Finale der Fußball-WM Fußball-EM fegte gerade die Straßen leer, ging folgender Anruf bei der Göttinger Polizei ein: “Sie sollten sich mal den Sportpalast heute Abend oder morgen anschauen. Es könnte sein, dass er abbrennt”. Der Anrufer war ein Geschäftsmann, der zur gleichen Zeit ein Sportstudio in der ehemaligen Zieten-Kaserne am Rande Göttingens plante. In den Jahren zuvor waren zwei seiner eigenen Gebäude Brandstiftungen zum Opfer gefallen, die nie aufgeklärt wurden.

Etwa zu dieser Zeit wurde in Göttingen die Immobilienfirma SCF AG gegründet. Nicht nur den Verantwortlichen der Stadt blieb diese längst liquidierte Firma bis heute in Erinnerung, verloren sie doch durch Geschäfte mit der SCF einige Millionen Mark. Zwar ging die Immobilienfirma in Konkurs, während deren Gläubiger auf Ansprüchen von etwa 70 Millionen sitzen blieben. Der Firmengründer jedoch, der damals bereits an einem Geflecht von mehreren Unternehmen beteiligt war, strebte nach Höherem und verschwand zunächst im Ausland.

Sommer 2002. An der sonnigen Küste Südfrankreichs stürmen französische und deutsche Ermittler eine Luxusvilla und verhaften deren Bewohner, einen lange gesuchten Immobilien- und Kreditbetrüger. Der Verhaftete versucht noch, die Polizisten von seinem Diplomatenstatus zu überzeugen, kann sich aber nicht erinnern, welches Land er repräsentiert. Nach einigen Monaten in Auslieferungshaft wird er nach Deutschland überstellt, wo ihn Gerichtsverfahren wegen Betruges, Fälschungen und Konkursverschleppung erwarten.

Screenshot Sponsoren Bundespresseball mit Neutrino IncDie Geschichte des gewandten Millionenbetrügers wird fortgesetzt und es gibt noch einige spannende Details zu berichten. Eines aber können wir bereits verraten: Sie nimmt ein gutes Ende und am kommenden Freitag werden wir in strahlende Gesichter schauen, während Holger Thorsten Schubart im Blitzlichtgewitter die Hände der Reichen und Mächtigen beim Bundespresseball auf dem Berliner Tempelhofgelände schüttelt. Schließlich ist seine neue Firma Neutrino Inc., die Strom aus Neutrinos gewinnen will, einer der Hauptsponsoren dieser Veranstaltung.

Vielleicht hat er den Rat des weisen Richters ja beherzigt.

The Neutrino Project is dedicated to the entire global population; its basic altruistic aim is to supply the world with free energy. (H. T. Schubart, 2014)

 

Teil 1: Der geheimnisvolle Mr. Neutrino – Durchbruch bei Elektroautos?

Teil 3: Phantastische Neutrino-Beleuchtung beim Bundespresseball

Neutrino Inc. im Psiram-Wiki: http://www.psiram.com/ge/index.php/Neutrino_Inc

GWUP-Blog: Bundespresseball: Bühne frei für Mr. Neutrino

Psiram-Wiki: Holger Thorsten Schubart

Ruhrbarone: Wie käuflich ist der Bundespresseball?

Der geheimnisvolle Mr. Neutrino – Durchbruch bei Elektroautos?

19. November 2014 2 Kommentare

Der “Focus” berichtete am 6. November groß darüber in seiner Online-Ausgabe: “2.000 Kilometer ohne Nachladen: Diese Firma verspricht das Elektroauto-Wunder”. Wenn jemand ein Wunder verspricht, das zu schön klingt, um wahr zu sein, interessiert sich Psiram natürlich ganz besonders dafür.

Focus über Neutrino Inc.Eine spezielle Batterie sei von der Firma Neutrino Inc. entwickelt worden, heißt es, über die Firmenchef Schubart zu berichten weiß, dass sie mit Hilfe einer speziellen Folie in der Lage sei, Energie aus Neutrino-Strahlung zu gewinnen.

Erinnern wir uns: Neutrinos sind unvorstellbar kleine und fast masselose Teilchen, die eben wegen ihrer geringen Masse in der Lage sind, sich nahezu mit Lichtgeschwindigkeit durch das All zu bewegen. Ein neutrales Teilchen mit so geringer Masse interagiert naturgemäß auch so gut wie nie mit anderer Materie. Riesige Eisblöcke oder Wassertanks sind notwendig, um überhaupt mit planbarer Wahrscheinlichkeit solche Interaktionen zu beobachten. Florian Freistetter erklärt in einem aktuellen Blog-Beitrag, wo Neutrinos entstehen können und wie sich ihre Existenz mit viel Aufwand feststellen lässt.

Mr. Neutrino, mit bürgerlichem Namen Holger Thorsten Schubart, muss also ein Mann mit enormen Fähigkeiten und respektablem Wissen auf dem Gebiet der Teilchenphysik sein, um überhaupt auf den Gedanken zu kommen, diese unscheinbaren Allbewohner in einer Autobatterie von etwa 500 kg einfangen zu können und ihnen dort ihre winzige Energiemenge zu entlocken.

Schubart mit Gesine Schwan auf der Cinema for Peace GalaGrund genug, sich mit Herrn Schubart genauer zu beschäftigen:
Wer im Web nach Spuren des großen Erfinders sucht, wird schnell feststellen, dass unser Genie bis 2012 sehr schweigsam war und nie über seine Entdeckungen berichtet hat. Mehr noch: Er scheint einfach nicht existiert zu haben. Von 2012 bis heute fällt er dagegen eher als Liebhaber luxuriöser Karossen und edler Kunstgegenstände auf.

In seiner knappen Freizeit handelt Schubart mit Immobilien und Nahrungsergänzungsmitteln, die Website eines angeblichen Prinzen führt ihn als Geschäftsführer für den Bereich Kunsthandel und beim Bundespresseball am kommenden Wochenende engagiert er sich als einer von drei Hauptsponsoren. Außerdem lässt er sich sehr gerne mit berühmten Persönlichkeiten fotografieren. Meldungen zu seiner Neutrino-Technologie sind durchweg jüngeren Datums.

Was also hat Holger Schubart gemacht, bevor er in seiner Nebentätigkeit als Neutrinoforscher die Welt revolutionierte? So viel sei dazu jetzt schon verraten: Seine Talente sind vielen Juristen in Deutschland sowie im europäischen Ausland gut bekannt.

Mehr dazu gibt es an dieser Stelle in den nächsten Tagen.
Sachdienliche Hinweise zu “Holger S. aus G.” nehmen wir natürlich jederzeit gerne entgegen.

Einige Ergebnisse wurden möglicherweise aufgrund der Bestimmungen des europäischen Datenschutzrechts entfernt.

 

Teil 2: Kühlschränke für Eskimos und Strom aus Neutrinos

Teil 3: Phantastische Neutrino-Beleuchtung beim Bundespresseball

Neutrino Inc. im Psiram-Wiki: http://www.psiram.com/ge/index.php/Neutrino_Inc

GWUP-Blog: Bundespresseball: Bühne frei für Mr. Neutrino

Ruhrbarone: Wie käuflich ist der Bundespresseball?

Wissenschaftlicher Berater der EU? Nee, wollen wir nicht.

18. November 2014 12 Kommentare

Wir haben uns schon im August über einen offenen Brief einiger äh – “wohlmeinender” Gruppierungen wie Greenpeace geärgert, in dem sie die Abschaffung des sogenannten “obersten wissenschaftlichen Beraters” (chief scientific adviser) der EU forderten.

Sie taten das mit schönen, klaren Worten:

We hope that you as the incoming Commission President will decide not to nominate a chief scientific adviser and that instead the Commission will take its advice from a variety of independent, multi-disciplinary sources, with a focus on the public interest.Wir hoffen, dass Sie als künftiger Kommissionspräsident sich dafür entscheiden werden, keinen wissenschaftlichen Berater zu nominieren und die Kommission sich stattdessen von einer Auswahl unabhängiger, multidisziplinärer Quellen, mit einem Fokus auf das öffentliche Interesse, beraten lassen wird.

So ein wissenschaftlicher Berater ist so “unabhängigen, multidisziplinären Quellen” wie Greenpeace und anderen offenbar ein Dorn im Auge. Ein Schelm, der bei dieser Formulierung Böses denkt … Mehr…

Der sinnlose Tod der kleinen Kinder

16. November 2014 5 Kommentare

Es macht einen wütend. Wütend ob der Sinnlosigkeit, weil es einfach nicht notwendig wäre. Wenn man in der Zeitung von kleinen Mädchen wie Aliana oder Angelina, vier und acht Jahre alt, lesen muss, die an SSPE, einer Langzeitfolge der Masern, erkrankt sind und einen sehr frühen Tod sterben werden, versteht man es einfach nicht.

Die Masern waren in unseren Breiten praktisch besiegt; die WHO hatte gehofft, sie bis 2015 auszurotten. Aber leider erkranken noch immer jedes Jahr 20 Millionen Menschen daran, was jede Stunde 16 Todesopfer fordert. Man kann hier leicht mit nackten Zahlen operieren, die Verhältnisse darlegen – wir haben es hier im Blog auch schon oft gemacht.

Aber besonders eindringlich verspürt man die Notwendigkeit, die Masern auszurotten, wenn man die Gesichter der Opfer vor Augen hat.

Bild der kleinen Aliana. Verlinkt ist eine Reportage bei RTL

Aliana in einer RTL Reportage

Aliana erkrankte wohl mit drei Monaten an den Masern. Eine seltene Langzeitfolge davon ist eine entzündliche Erkrankung des Gehirns, die nach Jahren auftritt. Aliana war vor wenigen Monaten noch ein fröhliches Kind; inzwischen verschlechterte sich ihr Zustand zusehends: sie kann weder stehen noch sitzen, spricht nicht mehr und wird über eine Sonde ernährt. In einer Reportage bei RTL kommen die Eltern zu Wort, man kann den Bericht nur mit Mitgefühl ansehen.

Die Eltern haben eine eigene Facebook Gruppe eingerichtet, in der man dem Schicksal der kleinen Aliana folgen kann. Mehr…

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Tradition, Tradition … heute: Traditionelle Chinesische Medizin (TCM)

11. November 2014 13 Kommentare

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Kürzlich hat uns unser Agent Mark Twain einen Eindruck von den sanften, ganzheitlichen Heilmethoden der Traditionellen Westlichen Medizin verschafft. Da ist es nun an der Zeit, auch die uralte Weisheit der TCM ein wenig zu beleuchten. Wir entsenden dazu einen Missionar namens Dugald Christie, der in der ehemaligen mandschurischen Hauptstadt Mukden (heute Shenyang) Ende des 19. Jhd. ein Hospital aufbaut. Er berichtet über die dort übliche Diagnostik:

… Krankheit wird über den Puls diagnostiziert, von dem es ebenso fünf Arten gibt. Der linke zeigt den Zustand von Herz, Leber und Nieren an, der rechte den von Lunge und Magen sowie den des “Tors des Lebens”. Wenn ein Patient zum ersten Mal das Sprechzimmer betritt, erwartet er nicht, befragt zu werden.

Soviel zur ausführlichen Erhebung der Krankengeschichte in der Traditionellen Chinesischen Medizin.
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Die Krankenkassen und die Paramed… äh, Alternativmedizin (2) – Dürfen die das?

4. November 2014 2 Kommentare

krankenkassen

Wie steht es eigentlich um die gesetzlichen Grundlagen für solche Exzesse der Irrationalität? Versuchen wir, uns zunächst an das Sozialgesetzbuch zu halten.

§ 12 SGB V – Wirtschaftlichkeitsgebot

(1) 1 Die Leistungen müssen ausreichend, zweckmäßig und wirtschaftlich sein; sie dürfen das Maß des Notwendigen nicht überschreiten. 2 Leistungen, die nicht notwendig oder unwirtschaftlich sind, können Versicherte nicht beanspruchen, dürfen die Leistungserbringer nicht bewirken und die Krankenkassen nicht bewilligen.

Was ist notwendig? Das, was nachgewiesenermaßen wirksam ist, sollte man meinen. Wer prüft, ob der Nachweis dafür erbracht und somit eine Leistung von den Kassen zu übernehmen ist? Ein mächtiges, in der Öffentlichkeit aber eher selten thematisiertes Gremium: der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA). Abgesehen von seiner blamablen Entscheidung, die Akupunktur als Kassenleistung anzuerkennen, weil die Schein-Akupunktur doch so gut wirksam sei, ist dieses Gremium eigentlich nicht dafür bekannt, sich besonders für paramedizinische Verfahren zu erwärmen.
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