Ethikrat und Hirntod

23. Mai 2016 Keine Kommentare

Wie unsere treuen Leser wissen, greifen wir gelegentlich das Thema „Hirntod“ auf, weil uns scheint, dass hier in der öffentlichen Wahrnehmung viel im Argen liegt. Vor einiger Zeit hatten wir Dr. Matthias Mindach für einen Gastbeitrag gewinnen können. Inzwischen haben sich sowohl der Deutsche Ethikrat als auch die Bundesärztekammer erneut positioniert. Das war uns Anlass nachzuforschen, ob es dazu Stellungnahmen gibt. Wir freuen uns, dass wir einen weiteren Gastbeitrag von Dr. Mindach präsentieren können.


Der Deutsche Ethikrat hält in seiner Stellungnahme „Hirntod und Entscheidung zur Organspende“ vom 24. Februar 2015 am Hirntod als Voraussetzung („Kriterium“) der Organentnahme fest. Doch nimmt die These von einer Nicht-Identität von Tod und Hirntod in der Stellungnahme breiten Raum ein. Der Rat stellt dazu eine Reihe von ethischen, juristischen und philosophischen Überlegungen an. Aus klinischer Sicht ist dieser These zu widersprechen. Außerdem ist zu konstatieren, dass solche Überlegungen nur wenig dazu beitragen können, die Verunsicherung und Desorientierung weiter Teile der Bevölkerung in der Frage des Hirntodes abzubauen.
[Dies ist eine erweiterte, überarbeitete Fassung eines zuerst in Fortschr Neurol Psychiatr. 2015 publizierten Beitrags (Volltext hier). Die Druckfassung ist in „Aufklärung und Kritik“, Heft 1, 2016 erschienen (Volltext hier); dort auch die vollständigen Literaturangaben.]

Einleitung

Der Deutsche Ethikrat hat im Februar 2015 seine Stellungnahme zu Hirntod und Organspende veröffentlicht. Nötig sei sie geworden, weil seit einer Veröffentlichung durch den US-amerikanischen President’s Council on Bioethics über die Kontroversen zum Hirntod von 2008 eine vertiefte Diskussion erforderlich sei. Am Tag ihres Erscheinens wurde die Stellungnahme von den medizinischen Fachgesellschaften begrüßt, da sie im Ergebnis am Konzept des Hirntods als Kriterium für die Organentnahme festhalte; aber es sei ein genauerer Blick auf dieses Papier mit einem Umfang von 200 Seiten gestattet.

Aus fachlicher Sicht stellt sich der geschichtliche Ablauf ein wenig anders dar. Seit seiner Etablierung im Jahr 1968 hatte sich das Hirntodkonzept international durchgesetzt. Im Jahr 1998 veröffentlichte A. Shewmon eine Serie von 175 Fällen, davon 56 mit ausreichender Verlaufsinformation, des „Überlebens“ Hirntoter für länger als eine Woche nach der Hirntoderklärung. Damit war klar, dass die alte Vorstellung, der Hirntod sei der Tod des Menschen, weil der Körper danach unausweichlich zerfalle, nicht zutrifft. In der nachfolgenden Fachdiskussion zeigte sich, dass es andere überzeugende Gründe gibt, den Hirntod als sicheres Zeichen des Todes anzusehen. Das White Paper des President’s Council ist eine Reaktion auf diese Diskussion, nicht deren Ursache. Die Rezeption dieses Papiers in Deutschland ist aber der Grund für das erneute Tätigwerden des Ethikrates. Wie dem auch sei, festzuhalten ist, dass die wesentlichen empirischen Befunde im Grundsatz seit 1998 bekannt sind. Die Frage im Untertitel des Forums Bioethik 2012 „Hirntod und Organentnahme. Gibt es neue Erkenntnisse zum Ende des menschlichen Lebens?“ wäre korrekt zu beantworten gewesen mit: „Nicht in den letzten dutzend Jahren“.
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Glyphosat trinken

21. Mai 2016 23 Kommentare

Greenpeace-Gegner sagt, Glyphosat sei trinkbar – weigert sich aber, es zu trinken
www.stern.de

+++ GIFTANSCHLAG AUF EIGENEN SOHN +++

Schwere Vorwürfe gegen 63-jährige Hausfrau: Gestern Abend versuchte die Mutter des 39-jährigen Walter B., ihren Sohn mit gesalzenem Essen umzubringen. „Ich hatte schon länger den Verdacht, dass meine Mutter mir an den Kragen will“, so der passionierte Streichholzsammler. „Gestern habe ich sie dann selbst dabei erwischt, wie sie mir Salz ins Essen getan hat. Als ich sie darauf angesprochen habe, hat sie behauptet, es wäre völlig unbedenklich. Aber ich bin doch nicht blöd. Ich habe dann von ihr verlangt, eine Tasse Kochsalz zu essen. Als sie sich geweigert hat, war alles klar. Ich habe sofort die Polizei gerufen.“

(aus unserem Forum)

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Magstadt? Where the F**k is Magstadt? (Teil 3)

18. Mai 2016 2 Kommentare

Teil3

Oder: Die Kirsche auf Ponzis Torte – Risikoselektion und Adverse Selektion

In den letzten Wochen haben wir gelernt, dass eine Solidargemeinschaft sich durch gemeinschaftliche Solidarität auszeichnet. Und dass man besser nicht zu genau nachbohrt, wenn es um die Frage geht, wo denn da jetzt genau der Unterschied zum Solidaritätsprinzip in der GKV liegen soll. In der GKV sind die Mitglieder, die nicht krank, aber finanziell leistungsfähig sind, solidarisch mit den Mitgliedern, die krank sind, deren finanzielle Leistungsfähigkeit aber die Kosten der Krankheit nicht abdeckt. In einer Solidargemeinschaft sind die Mitglieder solidarisch mit denen, die beim Henner um den Buchenholztisch in „Wherethef**khausen“ sitzen.

Interessantes Konzept von Solidarität, eigentlich: Wir sind solidarisch – aber vorzugsweise nur untereinander, da ist das „solidarisch sein“ so viel einfacher. Das ist nicht elitistisch, sondern nur verständlich: Wenn man sich selbst in Gesundheitsfragen als Kirsche auf der Torte oder „crop of the cream“ betrachtet, dann wird man sich doch wohl noch mit den anderen Kirschen zusammentun dürfen. Die muss man dann nur noch picken. Den Rahm abschöpfen, sozusagen. Das würden die gesetzlichen Krankenkassen und die privaten Krankenversicherungen nur zu gerne ebenfalls, weswegen der Gesetzgeber dem „cream-skimming“ und dem „cherry-picking“ mit dem Kontrahierungszwang schon 1996 in der GKV und 2009 dann auch in der PKV einen Riegel vorgeschoben hat. Es ist keine Kunst, eine Handvoll mittelalte Freiberufler mit viel freier Zeit und Jesuslatschen zu läppischen Preisen zu versorgen. Eine heterogene Gruppe von Menschen mit unterschiedlichen Risiken und finanziellem Hintergrund zusammenzufassen und denen eine unterschiedslos gute Versorgung zukommen zu lassen, ist dagegen schon deutlich schwieriger. Aber dafür sind ja eh‘ die anderen da. Mehr…

William Burchett/ Jervis alias Medicine Turtle – ein Krimineller sattelt um auf Plastikschamane

16. Mai 2016 Keine Kommentare

Sowohl für Psiram als auch für unsere Freunde bei NAFPS (New Age Frauds and Plastic Shamans) ist Mr Wieheißterdenn ein alter Bekannter. NAFPS hat seit 2006 mit ihm zu tun, als er gerade in Europa angekommen war, frisch mit einer Luxemburgerin verheiratet. Kennengelernt hatte er sie, als er noch wegen bewaffneten Bankraubs im Knast saß. Ja, Mr Burchett war in Haft; er hatte zwei Haftstrafen eingefahren, die sich zusammen auf 15 Jahre beliefen und nacheinander abzusitzen waren. Davon hat er auch 13 oder 14 Jahre abgerissen. Wie es scheint, war gute Führung für Burchett noch nie eine naheliegende Alternative. Und noch während seiner Haftstrafe beschloss Burchett, dass er lieber Cherokee sein wollte. Was durchaus lächerlich ist, zumal er feuerrotes Haar hat, von leuchtendem Weiß ist und sein Wissen über indigene Kulturen offenbar aus Hollywood-Billigstproduktionen stammt.

FirewakerInteressanterweise ist er unter dem Namen „William A. Burchett“ verurteilt worden und eingefahren, stellte aber bereits 2002 aus der Haft heraus einen Antrag auf Namensänderung auf „William A. Jervis“. Dieser wurde von einem Gericht abgelehnt; ob also sein tatsächlicher Name laut Pass immer noch Burchett lautet oder ob er später erfolgreich eine Änderung beantragt hat, ist unbekannt. Jedoch ist festzustellen, dass noch bei seiner Entlassung aus der Bewährungsaufsicht am 30. Juni 2005 die offiziellen Dokumente hierzu von „William Burchett“ sprechen. Jedenfalls, aus dem Bau raus und nun auch die Bewährungsaufsicht losgeworden, heiratete er und ließ sich in Luxemburg nieder. Die Geschichte hat aber kein Happyend. Rasch fand Burchett es nicht mehr prickelnd, sich als DJ bei einem kleinen Radioprojekt in Luxemburg durchzuschlagen und gründete einen „Indianerclub“, den er auf zahllosen Internetseiten und Plattformen bewarb, so z.B auf französischen Nudistenseiten. Als das auch nicht so einschlug, warb er mit auf dem Gelände seines Clubs durchgeführten Schwitzhütten. Mehr…

William Burchett / Jervis aka Medicine Turtle – A criminal turned plastic shame-on

16. Mai 2016 Keine Kommentare

For Psiram as well as for our friends at NAFPS (New Age Frauds and Plastic Shamans), Mr Whatshisname is an old acquaintance. NAFPS has been dealing with him since 2006, when he was fairly newly arrived in Europe, apparently married to a woman from Luxemburg, with whom he got into contact while still in prison for armed robbery. Yes, Mr Burchett is a former inmate, he was granted two consecutive prison sentences amounting to a combined duration of 15 years in the clink, of which he served some 13 or 14 years. Apparently, good conduct is an option which never occurs to Burchett. And already while in prison, Burchett decided he’d rather be a Cherokee. Which is somewhat hilarious, with him being red-haired and of a very brilliant white, and since he picked up his knowledge about indigenous cultures from some Hollywood D productions.

FirewakerInterestingly enough, he was sentenced as „William A. Burchett“, but already while in prison applied for an official change of name to „William A. Jervis“ in 2002. This was denied by a court, so whether his legal name is still Burchett or whether he successfully applied again after his stint in prison is unknown, but even when released from supervision on June 30, 2005, official documents speak of him as „William Burchett“. Anyways, having been released from prison and then from supervision, he got married and settled down in Luxemburg, but this story does not have a happy ending. Soon enough, Burchett was fed up with being a DJ in a small Luxemburg radio project, and started his own „Indianer club“ which he advertised on many internet sites and platforms, like e.g. nudist sites in France. When this did not kick off, Burchett started advertising „sweatlodge“ ceremonies at these premises. Mehr…

Infomed-„Weltkongress“ Mai 2016 – die „Welt“ musste mal wieder umziehen

13. Mai 2016 4 Kommentare

Mit der Tätigkeit des Infomed-Instituts haben wir uns ja schon zuvor befasst. Zur Erinnerung: Infomed hat zunächst jahrelang die LMU geräuchert, bis die Dreistigkeit, mit der die Infomedis das Logo der LMU kaperten und den Eindruck eines Uni-Instituts hervorrufen wollten, der LMU doch mal ungut auffiel. Die darauf bei der LMU einsetzende Schnappatmung wurde durch den flugs folgenden Rausschmiss der famosen Veranstaltung kuriert, woraufhin die Infomedis den nächsten Kongress – man hat ja Auswahl in München – an der TU abwickelten.

Leider wurde daraus keine lange, glückliche Beziehung: die TU wurde anscheinend fix ins Bild gesetzt, wen man sich mit Infomed in den Pelz gesetzt hatte und nun ist der nächste Tagungsort dran: die Alte Kongresshalle. Ist schon irgendwie so ein ganz klein wenig suboptimal ohne Uni-Renomee, aber nützt ja nix – man hat es sich an beiden Unis vergeigt und muss jetzt sehen, wo man einen Fuß in die Tür bekommt. Übrigens wird wohl auch in der Kongresshalle geräuchert: für Samstag und Sonntag wird jeweils morgens um 6 bzw 7:30 Uhr ein „Ritual“ angekündigt. Ein weiteres, gerne gepflegtes Ritual ist anscheinend der Auftritt der „ bekannte[n] und geschätzte[n] Stadträtin Lydia Dietrich“ von den Grünen, die den Kongress eröffnen wird. Mehr…

Ein hundertster Todestag und ein Denkfehler.

12. Mai 2016 1 Kommentar

SchwarzschildDen Todestag zuerst: am 11. Mai vor 100 Jahren starb im Alter von nur 42 Jahren Karl Schwarzschild, ungemein vielseitig interessierter Physiker, einer der Gründerväter der modernen Astrophysik, Pionier der Weiterentwicklung von Albert Einsteins Allgemeiner Relativitätstheorie. Astronomisch interessierte Zeitgenossen denken bei seinem Namen sogleich an die „Schwarzschild-Lösung“ zur relativistischen Beschreibung eines ruhenden, sphärischen Schwarzen Lochs und, im Zusammenhang damit, an den „Schwarzschild-Radius“; Fotografen fortgeschrittenen Alters kennen auch noch den „Schwarzschild-Exponenten“, der das Schwärzungsverhalten fotochemischer Emulsionen beschreibt und so den Astronomen erstmals eine exakt kalibrierte Fotometrie ermöglichte.

Karl Schwarzschild starb an den Folgen der damals so genannten „Blasensucht“, dem „Pemphigus Vulgaris“, einer Autoimmunerkrankung der Haut, die damals – 1916 – weder verstanden noch behandelbar war.

Heute sind die Erscheinungsformen des Pemphigus Vulgaris durchaus behandelbar, und zwar durch den Einsatz von Glukokortikoiden und Immunsuppressiva. Und damit sind wir mitten in dem anderen Thema – das uns für gewöhnlich in anderem Zusammenhang begegnet, meistens bei der Diskussion von Nebenwirkungen moderner Krebstherapien. An dem Beispiel des Pemphigus Vulgaris und aus Anlass des Gedenkens an einen bedeutenden Gelehrten lässt sich der immer wiederkehrende Denkfehler, der in komplementär- oder alternativmedizinischen Kreisen so verbreitet ist, einzigartig klar demonstrieren, denn dieser Fall treibt das Thema in der Tat auf die Spitze.

Pemphigus Vulgaris verläuft, wegen der Begleitsymptome an den befallenen Hautpartien, unbehandelt tödlich, und dies binnen weniger für den Erkrankten qualvoller Jahre. Die Symptome sind allerdings auch so offensichtlich und unverkennbar, dass es jedenfalls in Industrieländern praktisch keine unbehandelten Fälle mehr gibt. Dafür fordert die Therapie ihren Tribut: 10 bis 20 % der behandelten Patienten sterben an den Nebenwirkungen der Medikamente. Nur die 80 bis 90 % der behandelten Patienten, die diese Rosskur überleben Behandlung auf sich nehmen, werden wieder gesund  haben die Aussicht auf eine mehr oder weniger lange Lebenserwartung.  Praktisch alle Todesopfer unter den Pemphigus-Patienten sterben mithin nicht an der Krankheit, sondern an deren Behandlung.

Glücklicherweise ist die Erkrankung ein seltenes Phänomen. Trotzdem: eine Therapie, die bis zu einem Fünftel der Behandelten dahinrafft – ist das nicht ein Horrorszenario? Wer erinnert sich da nicht an die wohlfeilen Vorwürfe, Chemotherapien in der Krebsbehandlung setzten den Erkrankten schlimmer zu als die Erkrankung selbst?

Was dabei – hier wie dort – übersehen wird: ohne die spezifische Therapie überlebt niemand. Es mag sein, dass heute alle Opfer der Blasensucht auf das Konto der Medikamente geht; aber umgekehrt gibt es unter den Überlebenden auch keinen, der die Behandlung nicht durchgemacht auf sich genommen hätte. Der Denkfehler, mit dem man dem Medikament den schwarzen Peter zuschieben will, verwechselt  die Bedeutung dieser beiden Aussagen. Denn richtigerweise muss das Risiko der Nebenwirkungen mit dem Risiko der Nichtbehandlung abgewogen werden. Nicht aber mit einem stillschweigend vorausgesetzten Fall, in dem irgendwie alles wieder gut wird.

Hätte die moderne Therapie mit Glukokortikoiden und Immunsuppressiva schon 1916 zur Verfügung gestanden, wäre Karl Schwarzschild nicht unausweichlich dem einem so frühen Tode geweiht gewesen, sondern er hätte eine Überlebenschance Chance von 80 bis 90 % gehabt, die Krankheit zum Stillstand zu bringen. Er hätte mit hoher Wahrscheinlichkeit mit seiner legendären Begabung beim Auffinden methodischer Lösungen auch komplexester Probleme die Welt der Physik noch unendlich befruchten können und, ganz nebenbei, die Veröffentlichung seiner Arbeit über die nach ihm benannte „Schwarzschild-Lösung“,  die er mehr oder weniger auf dem Sterbebett entwickelte, noch erleben können.

Zweifelt jemand, wie sich Karl Schwarzschild entschieden hätte?

 

Post scriptum:

 

Über FB erreichte uns ein sachlich völlig richtiger Hinweis, den wir natürlich zur Berichtigung eingearbeitet haben:

 

„Nur die 80 bis 90 % der behandelten Patienten, die diese Rosskur überleben, werden wieder gesund.“ stimmt so nicht.

Pemphigus vulgaris ist als Autoimmunerkrankung behandelbar, aber nicht heilbar. Das bedeutet, niemand wird gesund.

Durch die Behandlung ist der Krankheitsverlauf nahezu zum Stillstand zu bringen, das nennt man Remission.

„… diese Rosskur überleben …“ impliziert, dass es sich um eine zeitlich begrenzte Therapie handelt, nach der man, sobald sie abgeschlossen ist, übern Berg sei. Auch das ist nicht richtig. Die 10-20% der Todesfälle sind die Folgen der langfristigen Dauertherapie mit Glukokortikoiden und Immunsuppressiva. Wer die Therapie fünf Jahre „überlebt“ hat, hat keine Garantie, dass er das auch noch weitere fünf Jahre schafft. In Anführungszeichen deshalb, weil es keine Alternative gibt.

Der Verzicht auf die einzig existierende Therapie führt in 100% der Fälle zum Tod, darum geht es ja im Artikel auch.

Dennoch ist jedes Jahr für einen Patienten ein geschenktes Jahr. Wenn die Erkrankung in Remission gebracht werden kann, sogar ein weitgehend beschwerdefreies Jahr. Daher kann man einfach nicht sagen „Rosskur überlebt, Patient gesund!“

 

Herzlichen Dank an FB-Userin Mia Paulsen!

Neustart 2016

7. Mai 2016 20 Kommentare

Psiram_Neustart

Hallo alle miteinander,

da sind wir wieder. Ein wenig gerupft, aber immerhin: sie fliegt wieder, die Eule. Das Forum startet mit dem Stand Ende Januar 2016; alles was danach kam, ist wie nicht gewesen. Unsere Mail-Adresse (info@psiram.com) steht noch nicht erneut zur Verfügung [update 14.05.16: ist wieder erreichbar]. Beschwerden also bitte [trotzdem] direkt im Forum posten.

Dagegen sind Wiki und Blog aktuell, d. h. von dem Tag, als die Sonne unterging; Ende März 2016. Vielleicht hängt im Wiki noch das eine oder andere Bild schief oder ist ‚runtergefallen‘. Wir haben gleich die Gelegenheit genutzt, um unseren Software-Unterbau auf den neuesten Stand zu bringen.

Die Schäden wurden zweifellos von einem fehlgeleiteten Synchronisierungsstrahl aus dem Zentrum der Galaxie verursacht (der sich leider im Jahr geirrt und vorgehabt hatte, bereits 2012 einzuschlagen). Sehr motiviert hat uns u.a. Kumis Protest:

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und viele Zuschriften auf Facebook und Twitter.

Technische Einzelheiten. Wir konnten wegen der großzügigen Unterstützung durch die Farmer-Mafia auf die besten Experten der Echsenmenschen und des israelischen Geheimdienstes zurückgreifen. Etwaige Gerüchte, dass das Ganze nach der Arbeit und am Wochenende repariert wurde, sind natürlich völlig absurd. Die Restauration geschah streng nach dem bekannten Fahrplan. Unsere ostdeutschen Leser, zumindest die höheren Semester, werden das als „Prinzipien der sozialistischen Leitungstätigkeit“ kennen. Aber es handelt sich dabei natürlich um systemübergreifende, anthropologische Konstanten – so wie beim Peter-Prinzip (Jeder steigt bis zur Stufe seiner Unfähigkeit auf) oder beim Parkinsonschen Gesetz (Es ist immer so viel Arbeit da, wie Zeit da ist):

1. Begeisterung
2. Verwirrung
3. Bestürzung
4. Suche nach dem Schuldigen
5. Bestrafung der Unschuldigen
6. Auszeichnung der Unbeteiligten

Nun ist’s aber genug mit der Metakommunikation. Wenden wir uns unseren Aufgaben zu!

Euer Team Psiram

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Vaxxed – Andrew Wakefield, das Tribeca Filmfestival und Robert De Niro

28. März 2016 5 Kommentare

wakefield

Im Grunde ist es ja unglaublich, dass Andrew Wakefield sich nicht vor Scham in einer Höhle verkriecht, um dort peinlich berührt seiner Studienfälschung, der 33 Silberlinge (bzw. 55.000 £), die er von Anwälten dafür nahm, und des Auffliegens zu gedenken. Jemand mit seiner Geschichte, der mit seinen Falschbehauptungen zahllose Kinder gefährdet hat, sollte sich unserer Ansicht nach in der Öffentlichkeit gar nicht blicken lassen.

Aber das ihn solche Kleinigkeiten wie Wahrheit, Fakten und Gewissen nicht von irgendetwas abhalten, sollten die Leser unseres Blogs ja schon wissen. So verkündete er z.B. anlässlich eines Masernausbruchs in Wales vor zwei Jahren, dass ja wohl nur der Impfstoff daran schuld sein könne (Seine Schuld – dass wegen seiner Behauptungen die Impfraten gesunken seien – war es auf keinen Fall).

Wakefields neuester Streich ist die Pseudo-Dokumentation Vaxxed „Respectful Insolence“ auf den englische Scienceblogs zum Thema verwiesen, wo die Behauptungen vor zwei Jahren ausführlich besprochen wurden. Die Studie von Hooker musste 2014 zurückgezogen werden, da fragwürdige statistische Methoden verwendet wurden, um zum „gewünschten“ Ergebnis zu kommen. Mehr…

Magstadt? Where the F**k is Magstadt? (Teil 2)

28. März 2016 Keine Kommentare

teil2

Teil 2 unserer Reihe über die Solidargemeinschaften beschäftigt sich nun etwas genauer mit einigen dieser merkwürdigen Gemeinschaften.


Das „Konzept“ in ihren eigenen Worten – die Solidargemeinschaften

Ich lese bereits seit einigen Jahren bei Psiram mit und habe mich schon lange gefragt, wo eigentlich die leichten Themen bleiben. Meist geht es hier um die 1.000 Wege, die sich die Anhänger esoterischer Gesundheitsideologien ausdenken, um sicherzustellen, dass ihr Nachwuchs nicht die Volljährigkeit erreicht. Das Verweigern von Impfungen, das Vorenthalten wirksamer Behandlungen und das willentliche Infizieren mit Krankheiten stehen hoch im Kurs. Deswegen gibt es viel zu wenig zu lachen, was vermutlich dem Vorurteil Vorschub leistet, Skeptiker suchten zum Lachen subterrane Räumlichkeiten auf.

Es war mir deswegen ein Herzensanliegen, von den Solidargemeinschaften zu berichten, denn das ist „Skeptizismus light“. Leicht als Bullshit zu enttarnen, man braucht sich auch nicht mühsam in irgendwas einlesen, man kann sich großartig darüber amüsieren, aber niemand kommt wirklich zu Schaden. Außer den Leuten, die immer brav ihre Versicherungsbeiträge und -prämien zahlen, natürlich, denn die finanzieren das System, innerhalb dessen sich die Mitglieder der Solidargemeinschaften diesen Spaß erlauben können. Aber nachdem Skeptiker, wie wir ja wissen, allesamt pickelige Jünglinge mit kleinen Schniepis sind, die bei ihren Eltern im Keller wohnen und keiner geregelten Erwerbsarbeit nachgehen, kann uns das ja egal sein.
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