Kriminelle bei Psiram

27. Juni 2015 17 Kommentare

Psiram Wiki feat. The Daltons

Wer sich durch die unendlichen Weiten des Netzes bewegt und dabei auf den Namen „Psiram“ stößt, wird früher oder später mit Unterstellungen angeblich diverser Straftaten, Prozesse und Urteile konfrontiert. Auf anonymen Webseiten ohne Impressum wird geraunt, es gäbe da dunkle Machenschaften, die dringend an die Öffentlichkeit gebracht werden müssten.

Das hat uns natürlich sehr interessiert, deshalb sind wir der Sache nachgegangen und haben unser Psiram-Wiki genauer untersucht. Und tatsächlich: es wimmelt dort nur so von Gerichtsurteilen, Anklagen und Ermittlungsverfahren. In knapp 200 Artikeln haben wir entsprechende Hinweise und Quellenangaben gefunden, diese sorgfältig aufgelistet und analysiert.

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Diagramm anklicken um zugehörige Daten in der Tabelle anzuzeigen

Diese interaktive Grafik zeigt die Verteilung der im Psiram-Wiki dokumentierten Straftaten und Urteile. Ein Klick auf das jeweilige Segment öffnet eine Tabelle mit Links auf die zugehörigen Artikel.


 

Gesiebte Luft

Die Bandbreite der Kriminalgeschichten reicht von Betrug, Steuerhinterziehung, Volksverhetzung bis hin zu Körperverletzung, Totschlag und Sexualstraftaten. Ein nicht unwesentlicher Teil unserer Wiki-Bewohner hat bereits gesiebte Luft geatmet und wurde zu Haftstrafen zwischen 3 Monaten bis zu 20 Jahren verurteilt, die Summe aller Urteile mit darauf folgendem Freiheitsentzug beträgt mehr als 290 Jahre.

Aber werfen wir zunächst einen Blick auf die kleineren Übeltäter. Volksverhetzung ist unter den Bewährungs– und Geldstrafen am häufigsten zu finden. Dabei handelt es sich meistens um Anhänger kommissarischer Reichsregierungen und Verbreiter rechtsesoterischer Verschwörungstheorien. Beleidigung und Bedrohung von Staatsbediensteten gehören in diesen Kreisen ebenso zum guten Ton wie die Verwendung verfassungsfeindlicher Symbole und wurden mit entsprechenden Urteilen geahndet.

Bemerkenswert: Unter den Kleinkriminellen im Psiram-Wiki finden sich so gut wie keine Betrüger, wenn man minderschwere Fälle von Steuerhinterziehung und Konkursbetrug vernachlässigt. Verurteilungen wegen Betruges fingen sich vorwiegend die Schwergewichte der Scharlataneriebranche ein. Spitzenreiter ist hier ein Anbieter unkonventioneller Krebstherapien, der zu 14 Jahren Haft verurteilt wurde. Gewissermaßen außer Konkurrenz wird die Top-Ten jedoch vom Erfinder des Wasserautos angeführt, der seine Strafe allerdings nie antrat und frühzeitig verstarb.

„Perendev-Generator“ von Mike Brady

Unmögliche Erfindungen und schräge Geschäfte mit dem Geld anderer Leute scheinen ohnehin sichere Tickets in die staatliche Vollpension zu garantieren. Hier seien beispielhaft Andrea Rossi (E-Cat), Horst Kirsten (GFE), Mike Brady (Perendev) und Holger Thorsten Schubart (Neutrino Inc.) erwähnt, die aus ihrer frischluftarmen Vergangenheit immerhin gelernt haben, nur noch leere Versprechungen statt funktionsloser Geräte und geplatzter Kredite zu verkaufen.

Erschreckend fanden wir die Tatsache, dass ein großer Teil der dokumentierten Straftaten Sexualdelikte betrifft, deren Opfer teils minderjährige Personen waren. Diese Verbrechen fanden überwiegend im Umfeld von Sekten und esoterischen Vereinigungen statt.

Ebenfalls grausam sind unterlassene, aber notwendige medizinische Behandlungen, die zu Verurteilungen wegen Körperverletzung und fahrlässiger Tötung durch Unterlassen führten. Unter den Verurteilten finden sich etwa Anhänger der Germanischen Neuen Medizin nach Hamer, die sich weigerten, ihren Kindern eine Versorgung nach aktuellen wissenschaftlichen Standards zukommen zu lassen, aber auch falsche Heiler, die krebskranke Patienten durch pseudomedizinische Verfahren in den sicheren Tod schickten.

Viele Möchtegern-Mediziner schmücken sich mit falschen Titeln, lassen sich als Doktor und Professor bezeichnen oder glänzen mit Jodeldiplomen von Titelmühlen. Jene, die sich dabei weniger geschickt anstellten, konnten dafür bis zu zwei Jahren Auszeit in ihren Lebenslauf eintragen.

Die gute Nachricht zum Schluss: Eine Auswertung der polizeilichen Führungszeugnisse sämtlicher Wiki-Autorinnen und Autoren bei Psiram ergab übrigens insgesamt eine Zahl von – Moment, nochmal nachrechnen – ja, exakt Null dokumentierten Verurteilungen, auch keine laufenden Strafverfahren und selbst die Hochschulabschlüsse sind alle echt.

Im Psiram-Wiki dokumentierte Haftstrafen – „Top-Ten“
Person Artikel Urteil(e) Delikt
Daniel Dingel Wasserauto 20 Jahre Betrug
Guy-Claude Burger Guy-Claude Burger 15 Jahre + 4 Jahre Sexualdelikt
Nicholas Bachynsky Intracellular Hyperthermia Therapy 14 Jahre Betrug
Michel und Dagmar Ginoux Glaubensgemeinschaft Zwölf Stämme 12 Jahre Körperverletzung
Holger Thorsten Schubart Neutrino Inc 4 J. 4 M., 6 J. 6 M. Betrug
Jim McCormick ADE 651 10 Jahre Betrug
Kevin Trudeau Kevin Trudeau 10 Jahre Betrug
Horst Kirsten Freie-Energie-Geschäftsmodelle 9 Jahre Betrug
Andrea Rossi Focardi-Rossi-Energiekatalysator 9 Jahre Betrug
Grigori Grabovoi Grigori Grabovoi 8 Jahre Betrug
Otto Mühl Otto Mühl 7 Jahre Sexualdelikt




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Bad Gögging: Wie man esoterischen Quark und Plastikschamanen als Trommelevent tarnt

25. Juni 2015 71 Kommentare

Trommelevent
Angekündigt wird die auf den 27./28. Juni 2015 terminierte Veranstaltung als großes „Trommelevent mit Künstler- und Handwerkermarkt in Bad Gögging“ . Hinter der harmlos daherkommenden Bezeichnung verbirgt sich allerdings ein Wochenende, das prallvoll mit esoterischer Schwurbelei, allen möglichen Heilern und vielen Plastikschamanen auf Kundenfang geht. Auf der Facebook-Seite heißt es, das Event stehe „ganz im Zeichen von Mensch, Gesundheit, Ökologie, Spiritualität und Freude“, „[w]as als kleine Idee des Veranstalters Norbert Grüner aus Kelheim und einigen Gleichgesinnten begann, mobilisiert nun Schamanen, Trommler und Heiler aus ganz Europa“. Es wird nichts ausgelassen: „… gemeinsam zum Herzschlag der Erde für die Heilung der Mutter Erde trommeln. Damit soll ein Zeichen gesetzt werden …“ und natürlich: „Für alle, die neue Wege gehen wollen, sich über die Möglichkeiten der Heilungsmethoden aus der Natur erkundigen möchten oder einfach nur zum spirituellen Gedankenaustausch mit anderen treffen wollen …“. Für das breite Publikum gibt es ebenfalls noch Line-Dance (seeehr spirituell und indigen) und einen „Chuck Berry vom Schlachthofviertel“.
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Stoppt Tierversuchsgegner!

23. Juni 2015 34 Kommentare

Im Deutschen Ärzteblatt ist kürzlich eine knappe Pro-Kontra-Diskussion über Tierversuche erschienen. Die „Kontra“-Position wird von Frau Dr. med. Eva Kristina Bee, Vorstandsmitglied von Ärzte gegen Tierversuche e.V. (die bei uns schon früher auch Thema im Blog gewesen sind), vertreten.

Tierversuche riefen nur „gewisse Symptome“ hervor, die nichts mit menschlichen Erkrankungen gemein hätten. Allen Ernstes behauptet Frau Dr. Bee, dass medizinische Tierversuche „maßgeblich verantwortlich“ dafür seien, dass es bei „der Bekämpfung der heutigen Massenkrankheiten wie Krebs, Herz- und Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und rheumatologischen Erkrankungen keinen Durchbruch“ gebe. Auch „die Initiatoren der europäischen Bürgerinitiative ‚Stop Vivisection‘“ – „allesamt selbst Experten“ – seien dieser Ansicht. Begründet wird das mit dem Umstand, dass die Aussagen von Tierversuchen unzuverlässig seien und dennoch auf den Menschen übertragen würden – kein Wunder also (so wird suggeriert), dass allein in Deutschland jährlich 60.000 Todesfälle durch Medikamente zu beklagen seien. „92 Prozent“ der im Tierversuch erfolgreichen Medikamente versagten am Patienten. „Grundlegende artspezifische Unterschiede“ würden nicht beachtet. „[G]roß angelegte epidemiologische Studien“ hätten gezeigt, dass Krankheiten „vor allem durch Faktoren wie Rauchen, Alkoholmissbrauch, fleisch- und fettreiche Ernährung, Stress und mangelnde Bewegung bedingt“ seien. Menschen würden „vielfach Therapien vorenthalten, da potenziell nützliche Arzneimittel nicht durch die präklinische Phase“ kämen, Tiere dagegen „zu Messinstrumenten degradiert“, und „auf Biochips“ könnten angeblich „wie in einem künstlichen Mini-Menschen Auswirkungen auf bestimmte Organe erforscht“ werden.

Ein Gruselkabinett. Jeder Satz eine Groteske; man traut seinen Augen nicht. In Tierversuchen werden nicht „Symptome“, sondern Aspekte der Pathogenese modelliert. Welches Ausmaß die ideologische Verblendung bei den Tierversuchsgegnern bereits erreicht hat, ist an der These erkennbar, dass medizinischer Fortschritt durch Tierversuche behindert werde. Was stellt sich Frau Bee eigentlich unter „Durchbruch“ vor – die Abschaffung der genannten Krankheiten? Auch Experten können abgehobenen Nonsens schwafeln, wie uns Professor Montagnier vorgeführt hat. Tiermodelle sind selbstverständlich keine perfekten Prädiktoren für menschliche Erkrankungen, aber sie sind global gut brauchbar. Für Tierversuche als Instrument der Forschung gilt sinngemäß, was Churchill über die Demokratie gesagt hat: eine verdammt schlechte Regierungsform, ausgenommen alle anderen. Die „60.000 Todesfälle“ sind auf raffiniert schlichte Weise ermittelt worden (Prozentsatz der Todesfälle in einer einzelnen internistischen Abteilung in den USA in Norwegen mal Gesamtzahl der Krankenhausaufnahmen in Deutschland). Selbst wenn die Zahl stimmte, wären diese Fälle mindestens zur einen Hälfte unvermeidbar, zur anderen schwer vermeidbar; und sie hat mit Sinn oder Unsinn von Tierversuchen nichts, aber auch gar nichts zu tun. Wenn 92% der potentiellen Medikamente am Menschen versagen, sollen dann diejenigen Substanzen, die schon im Tierversuch an ihrer Giftigkeit oder Wirkungslosigkeit scheitern, auch noch am Menschen ausprobiert werden? Hieße das nicht, den Menschen zum Messinstrument zu degradieren? Von den „artspezifischen Unterschieden“ sollte sie mal das Great-Ape-Project informieren; die scheinen da nicht überzeugt zu sein. Alle bekannten Risikofaktoren für die sog. „Zivilisationskrankheiten“ erklären weitaus weniger als die Hälfte der Varianz: mit wenigen Ausnahmen sind diese Erkrankungen Schicksal und nicht Folge einer ungesunden – d.h. hier: unmoralischen – Lebensweise. Bei der Brauchbarkeit der „Biochips“ hat sie sich im Jahrhundert vertan: das ist eine transhumanistische Utopie.

Was für inkohärenter Unsinn. Zum Fremdschämen. Und man lese auch noch den Pro-Beitrag.

Der Traum meines Großvaters

22. Juni 2015 Keine Kommentare

Als mein Großvater Ding Shuiyang aus der Stadt zurückkam, lag die Abenddämmerung schon über der Ebene. Die Straße nach Dingzhuang war vor zehn Jahren betoniert worden – damals, als die Dorfbewohner Blut verkauft hatten. Das Dunkel der Gedanken, die er unterwegs nicht hatte entwirren können, begann sich zu lichten.

Ihm war klar: wo Wolken sind, da gibt es Regen.
Ihm war klar: wenn der Herbst zu Ende geht, wird es kalt.
Ihm war klar: die Dorfbewohner, die vor zehn Jahren Blut verkauft hatten, würden das Fieber kriegen. Und wer das Fieber hatte, würde sterben, so wie der Herbstwind die welken Blätter von den Bäumen fegt.

Das Fieber war im Blut verborgen; mein Großvater war in seinen Träumen verborgen. Die Krankheit liebte das Blut, Großvater liebte das Träumen.

Seit er in der Kreisstadt war, wusste er:

Das Fieber hatte in Wirklichkeit einen anderen, einen wissenschaftlichen Namen – nämlich AIDS. Wer seinerzeit Blut verkauft hatte, war heute ausnahmslos an AIDS erkrankt. Die Kraft verließ sie, ihr Körper war von Pusteln und Flecken übersät, die Zunge war eiterig und allmählich trockneten die Kranken aus. Sie quälten sich drei Monate oder ein halbes Jahr, hielten vielleicht sogar acht Monate durch, aber nur selten ein ganzes Jahr. Dann – ja, dann starben sie.

Starben wie vom Wind losgerissene Blätter.
Erloschen wie eine Lampe; waren nicht mehr von dieser Welt. Mehr…

Barbara Seebald – I won’t go quietly

21. Juni 2015 15 Kommentare
Screenshot der Facebook-Seite, auf der die Todesnachricht verkündet wurde

Todesnachricht auf Facebook

Barbara Seebald ist verstorben. Im Alter von Mitte 40 sterben zu müssen ist heutzutage keine Normalität mehr.

Barbara Seebald war mit HIV infiziert und litt wohl an AIDS, glaubte aber nicht an die Existenz dieser Krankheit, die ihrer Meinung nach eine Erfindung der Pharmaindustrie sei. Daher lehnte Barbara Seebald auch eine medizinische Behandlung ab.

Auch ihr Ehemann Leonhard Seebald war HIV-positiv und starb 2010 an den Folgen eines Lungenödems. Der Tod wurde „der Folter der pharmagesteuerten Schulmedizin und deren Handlangern, [den] Behörden und Gerichte[n]“ zugeschrieben.

Lesenswert zur Gedankenwelt der Seebalds ist ein Interview/Artikel in Zeit Online aus dem Jahr 2013.

Besonders tragisch an der Geschichte der Familie Seebald ist auch, dass die Tochter Muriel von ihrer Mutter ebenfalls mit HIV infiziert wurde. Die Behörden schritten ein; Muriel wurde in einem SOS-Kinderdorf untergebracht, die anderen Kinder bei Pflegeeltern. Mehr…

Der Würgeengel kehrt zurück – das nächste Impfdesaster der privilegierten Stände?

11. Juni 2015 23 Kommentare

Wer lange nichts mehr von der jüngsten Masernwelle gehört haben sollte: sie ist noch keineswegs beendet, sie hat sich nur mit verminderten Neuerkrankungsraten in Berlin eingerichtet und setzt im Übrigen ihre bundesweite Waldorf-Tournee fort, getragen von Impfquoten um die 25 % in den einschlägigen Milieus – und diese Schande ereignet sich, wie man beobachten kann, keineswegs an den prekären Rändern der Gesellschaft.

In die einsetzende Gewöhnung an das Desaster hinein kommt nun eine weitere Nachricht, die nahtlos dazu passt: die Diphterie, der Würgeengel unserer Großelterngeneration, kehrt zurück, und zwar genau auf dem gleichen fatalen Weg des Impfaberglaubens. In Spanien ringt ein Kind um sein Leben, dem die Eltern den Schutz einer Impfung bewusst und im Vertrauen auf die Einflüsterungen obskurer Quellen vorenthielten.

Man kennt die Behauptungen solcher Einflüsterer aus anderem Zusammenhang – mal mit den Pocken, mal mit den Masern…

„Dass es in Spanien seit fast drei Jahrzehnten keine Diphtheriefälle mehr gegeben habe, liege nicht etwa an den Massenimpfungen seit den 1960er Jahren, sondern an den „Lebensbedingungen im Laufe des 20. und 21. Jahrhunderts“

Nimmt man solche Behauptungen ernst, dann haben sich die Mehrzahl der aktuellen Masernfälle, ebenso wie der jetzt bekannt gewordene Diphteriefall genau da ereignet, wo sie sich gar nicht hätten ereignen dürfen: im saturierten, sich als „gebildet“ verstehenden, gehobenen Milieu, in dem der Argwohn gegenüber dem Erkenntnisstand einer wissenschaftlichen Medizin zum gesellschaftlichen Comment gehört.

„Die Impfraten in Spanien sind hoch, zwischen 90 und 95 Prozent, und die Impfmuffel wurden vornehmlich an den sozialen Rändern der Gesellschaft vermutet, nicht in gebildeten Schichten, die sich aus ideologischen Gründen der Impfung ihrer Kinder verweigerten. Zu dieser Gruppe gehören nun aber offensichtlich die Eltern aus Olot.“

Dass die Eltern nun untröstlich sein sollen, hilft dem kranken Kind auch nicht weiter. Diphterie ist eine lebensbedrohliche Infektionskrankheit, die in ihrer häufigsten Erscheinungsform die oberen Atemwege und den Rachenraum befällt und dort die typischen und gefürchteten bräunlichen Beläge bildet, mit der Gefahr eines vollständigen Verschlusses der Atemwege. Weitere gefährliche Komplikationen können in Form von Herzmuskelstörungen, Polyneuritis, Entzündungen von Nieren, Leber, Lungen oder Gehirn auftreten. Hoffen wir das Beste.

Dabei ist ein zuverlässiger Schutz durch Impfung unproblematisch und seit vielen Jahren gegeben. Verlässliche Informationen über die Diphterie-Schutzimpfung, insbesondere auch auch zu Dauer und evtl. Auffrischung des Schutzes bietet das Robert Koch Institut.Serum

Das Diphterie-Impfserum ist übrigens kein Impfstoff aus lebenden oder abgetöteten Erregern selbst, sondern ein Toxoid, ähnlich wie bei der Tetanus-Impfung. Die Immunisierung setzt nicht am Erreger an, sondern an dem Unschädlichmachen des von ihm ausgeschütteten Toxins. Man kann den an sich weit verbreiteten Erreger also in sich tragen, ohne zu erkranken. Und tatsächlich:

„Seit Montag ist bekannt, dass auch acht Schulkameraden infiziert sind. Keiner von ihnen hat Symptome. Denn sie waren alle geimpft.“

 

Ob in der Szene wahrgenommen wird, dass damit gleich mehrere faule Ausreden hinfällig sind, nämlich dass Impfen generell nicht schütze; dass bessere Ernährung und Hygiene adäquaten Schutz böten und entscheidend zur Zurückdrängung von Infektionen beigetragen hätten? Man wird nach den Erfahrungen mit dem Masern-Desaster daran zweifeln müssen. Die Äußerungen aus der Impfgegnerszene klingen eher verbohrt bis zynisch als nachdenklich.

„Die Liga für die Impffreiheit, in der sich die spanischen Impfgegner organisiert haben, wünscht dem erkrankten Jungen aus Olot gute Besserung und den Eltern Zuversicht, bleibt aber in der Sache eisern.“

Nicht einmal die bei Masern vorgebrachte Ausrede, den Erreger habe noch niemand gesehen, zieht hier. Der Erreger; ein grampositives Bakterium, ist schon unter dem optischen Mikroskop einfach zu sehen, für den Toxin-Nachweis gibt es mit dem Elek-Test und dem PCR-Verfahren zwei zuverlässige Methoden; und die chemische Reaktion, durch die das Erregertoxin unschädlich gemacht wird, kann im Labor leicht nachvollzogen werden.

Eines wird man erwarten dürfen: kehrt der Würgeengel auch nach Mitteleuropa zurück, dann ist ein Verbreitungsweg vorgezeichnet.

 

Schule

 

KategorienGesellschaft, Impfen, Medizin Tags:

Die Heute-Show über Chemtrails

25. Mai 2015 18 Kommentare

Die Heute-Show begab sich für einen Bericht auf die Spuren der Chemtrails und interviewte Teilnehmer einer entsprechenden Demo. Am klügsten stellt sich dabei auf jeden Fall derjenige an, der sich weigert, mit der Lügenpresse zu reden. Denn es ist klar, dass Chemtrail-Anhänger auf jeden Fall eines vermeiden sollten: Den Mund aufzumachen!

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Goldener Reis – Fluch oder Segen? Ein Faktencheck

22. Mai 2015 5 Kommentare

Vor kurzem hat uns jemand von „March against Monsanto“ auf einen Text hingewiesen, der uns über Goldenen Reis sozusagen aufklären soll. Eine österreichische Politikerin hat einen Text mit dem Titel Goldener Reis – Fluch oder Segen? geschrieben.

Nun, wir haben ihn gelesen und ein paar Anmerkungen. Leider sind gar keine Quellen angegeben, nicht einmal eine Jahreszahl, von wann der Text stammt. Wir zitieren im Folgenden einige Passagen in der im Text vorkommenden Reihenfolge.

Weltkarte mit farbiger Darstellung der betroffenen GebieteVitamin A ist essentiell für die menschliche Gesundheit, darunter für Wachstum, Sehschärfe und Immunsystem, aber Vitamin-A-Mangel betrifft laut WHO immerhin 190 Millionen Vorschulkinder weltweit.

Dank der Anstrengungen von Hilfsorganisationen wie UNICEF und der Helen-Keller-Foundation werden inzwischen jedes Jahr über 500 Millionen Vitamin-A-Kapseln verteilt (2005: 520 Millionen), um die Auswirkungen zu lindern.

Die Erfolge sind klar dokumentiert: laut einem Cochrane Review wurde durch die Supplementierung mit Vitamin A die Kindersterblichkeit um 24% gesenkt!

Golden Rice hat zum Ziel, Supplementierung unnötig zu machen und der erwähnte Text kritisiert ihn heftig. In der Einleitung wird dazu Folgendes angemerkt:

Arme Menschen sollen kostenlos Provitamin-A-hältigen Reis, der auch noch Eisen enthält, bekommen. Sicher ist das ein kleiner Beitrag zur Verbesserung ihrer Gesundheit. Und sie haben nicht einmal darum gebeten. Aber vielleicht hätten sie um ganz etwas anderes gebeten, wenn man sie gefragt hätte.

Die Frage erscheint uns zynisch. Arme Menschen haben zweifellos noch weitere, tägliche, brennende Sorgen, werden das oben verlinkte Cochrane Review nicht gelesen haben und sich daher wohl kaum Gedanken um den Vitamin-A-Gehalt ihrer Nahrung machen. Sie wissen nur, dass ihre Kinder Sehschwächen bekommen und oft krank werden. Mehr…

Goldener Reis: Vandana Shiva versus Prof Hans-Jörg Jacobsen

13. Mai 2015 37 Kommentare

Junge Frau die auf einem Auge erblindet ist. (Quelle: The present status of Golden Rice, Dubock 2014

Junge Frau die auf einem Auge erblindet ist. (Quelle: The present status of Golden Rice, Dubock 2014)

Vitamin-A-Mangel betrifft etwa ein Drittel aller Kinder unter 5 Jahren: jedes Jahr erblinden 250.000 bis 500.000 Kinder deswegen.

Und das, obwohl Organisationen wie UNICEF und die Helen Keller Foundation seit den 1990ern jedes Jahr 500 Millionen Vitamin-A -Kapseln verteilen (Kostenpunkt zwischen 500 Millionen und 1 Milliarde US Dollar). Die Kosten tragen vor allem Hilfsorganisationen der USA und Kanada (siehe auch Global Alliance for Improved Nutrition)

Um dieses Problem anzugehen, wurde die Idee geboren, Reis zu schaffen, der Vitamin A zur Verfügung stellt, ähnlich wie Karotten. Die Bauern in Asien könnten ihn anbauen und würden damit zu Selbstversorgern, was Vitamin A angeht; sie wären nicht mehr von den Kapseln der Hilfsorganisationen abhängig oder müssten die Erblindung ihrer Kinder hilflos hinnehmen.

Dennoch lehnen Kritiker den Goldenen Reis ab, wobei es dafür nur einen einzigen Grund gibt: Er ist ein Produkt der Gentechnik.
Wenn Ideologien herrschen, sind Menschenleben nun einmal zweitrangig.

In einem BBC-Interview wurden vor kurzem die indische Philosophin Vandana Shiva, die sich selbst als Quantenphysikern bzw. Kernphysikerin bezeichnet, und der deutsche Biologe Prof. Hans-Jörg Jacobsen zum Thema befragt.

Auch in Indien, der Heimat von Frau Shiva, leiden etwa 62% der Schulkinder unter Vitamin-A-Mangelohne nennenswerte Verbesserung in den letzten 35 Jahren

Wir halten, ebenso wie Prof. Jacobsen, wenig von Vandana Shiva. Sie schmückt sich mit Bezeichnungen wie Quantenphysikerin oder „one of India´s leading physicists“ (eine von Indiens führenden Physikerinnen), hat aber tatsächlich nur einen Doktortitel in Philosophie und kann kaum Tätigkeiten im Bereich Physik vorweisen.

Ihre Arbeit in der Physik beschränkt sich darauf, als 21jährige in einem Kernkraft-Forschungszentrum gearbeitet zu haben, bis ihre Schwester ihr dann erklärte, dass Radioaktivität gefährlich sei … Mehr…

Brooke „Medicine Eagle“ Edwards – Plastikschamanin mit 40 Jahren Erfahrung im Abzocken

10. Mai 2015 4 Kommentare

Edwards gehört zu den Plastikschamanen, die seit Jahrzehnten im Geschäft sind und wurde so oft als Plastik entlarvt, dass eigentlich jeder Bescheid wissen sollte. Ein Beispiel ist ihre Erwähnung in einer Resolution des American Indian Movement, die 1984 auf der National Leadership Conference verabschiedet wurde, in der Edwards treffend als Brooke „Medicine Ego“ bezeichnet wird. Leider hat bisher nichts dazu geführt, dass sie ihr Geschäft aufgeben muss, daher kommt sie in diesem Jahr nach Europa (Malta, Spanien, Frankreich, Deutschland, Großbritannien) und schaut sich hier nach weiteren Schäfchen um, die sie mit Workshops, Seminaren und „Schamanischen Konferenzen“ scheren kann. Edwards wird auch Damanhur aufsuchen – eine Sekte, die sich als ökologisch ausgerichtete „intentional community“ bezeichnet. In Deutschland wird sie an einem sogenannten „Medicine Wheel-Treffen“ teilnehmen, das vom Bärenstamm organisiert wird, der vom Plastikschamanen Vincent LaDuke alias Sun Bear gegründet wurde.

Edwards unterhält seit ca. 30 oder 40 Jahren gute Verbindungen zum Bear Tribe und hat bereits mit LaDuke und dem Bear Tribe in den USA zusammengearbeitet. Das in der Esoterikszene beliebte Medizinrad, das auch Edwards einsetzt, ist weitgehend eine Erfindung von LaDuke, die er auf sein zahlungskräftiges weißes Klientel abstellte.

Beim Treffen des Bärenstamms wird Edwards auch Francis Talbot alias Manitonquat oder Medicine Story treffen, der sich als Ältester und Medizinmann der Wampanoag ausgibt. In den USA haben indigene Aktivisten jahrelang versucht, die Behörden davon zu überzeugen, dass Talbot nichts von all dem ist, da mehrere Gefängnisse ihn Zeremonien für indigene Häftlinge durchführen ließen. Er kommt regelmäßig zu Sommercamps nach Europa und arbeitet mit dem ZEGG, Tamera und Findhorn zusammen. Mehr…