Grander: Brückenbauer zwischen Pseudowissenschaft und Kommerz

26. Dezember 2019 13 Kommentare

Das Funktionsprinzip der Grander-Technik, wissenschaftlich erwiesen.

Gerade erst wurde das Unternehmen und das Konzept Grander-Wasser mit dem Goldenen Brett vorm Kopf, in der Kategorie Lebenswerk, geehrt. Damit dürfte pünktlich zum 40. Jubiläum ein weiterer Meilenstein für das Wasser erreicht sein, hat man doch auch endlich den harten wissenschaftlichen Nachweis erbracht, dass Granderwasser wirkt. Dies verkündet man stolz auf der Webseite des Unternehmen:

Theoretische Grundlagen der GRANDER®-Wasserbelebung wissenschaftlich nachgewiesen

Die Wetsus Forschungsgruppe „applied water physics“ konnte grundlegende Mechanismen der magnetischen Wasseraufbereitung unter Verwendung eines IPF- / Grander Wasserkern-Magnetzylinders verifizieren und in einer begutachteten Fachzeitschrift („peer review“) veröffentlichen.

Man fragt sich natürlich erstmal, welche “theoretischen Grundlagen” der “parawissenschaftliche Unfug”, dessen behauptete Effekte niemals wissenschaftlich nachgewiesen werden konnten, denn überhaupt haben kann. Soweit bekannt, wird seit eh und je darauf verwiesen, dass der Wasserschwurbel gar nicht wirklich erklärt werden kann, da die Herstellerangaben direkt durch göttliche Eingebung übermittelt wurden. Dann wundert man sich auch, was das jetzt mit “magnetischer Wasseraufbereitung” zu tun hat, wird doch bei Grander gar nicht mit Magnetismus gearbeitet. 

Sei’s drum, man kann sich den genannten Artikel, der von einem renommierten Wasserinstitut in einer ebenfalls renommierten Fachzeitschrift durch wahrscheinlich noch renommiertere Fachwissenschaftler peer-reviewed veröffentlicht wurde, ja mal genauer ansehen. Das haben neben Florian Aigner auf Twitter auch die beiden Wissenschaftrocker von “Methodisch Inkorrekt” (Minkorrekt, in der Rubrik “Schwurbel der Woche”) übrigens auch schon getan. Die wundern sich ebenfalls, was das, was in dem Artikel geschrieben steht, jetzt mit “informierten” Granderwasser zu tun haben soll. Mehr…

Guerilla-Skeptizismus

21. Dezember 2019 3 Kommentare

Die Eule war auf Dienstreise. Sie war im schönen Wien und wie man sehen kann, fand sie auch Zeit für die typischen Touristenattraktionen (sie haben ihr nicht gefallen – die Eule hat nicht das sonnigste Gemüt). Anlass war die Verleihung des Goldenen Bretts vorm Kopf, dem Preis, der von der Wiener Regionalgruppe der GWUP, der Gesellschaft für kritisches Denken (GkD) seit 2011 für den „erstaunlichsten pseudowissenschaftlichen Unfug im deutschsprachigen Raum“ vergeben wird. Die Eule wurde eingeladen, die Laudatio auf den Preisträger für das Lebenswerk zu halten und da sie so viel Wertschätzung gar nicht gewöhnt ist, ist unsere Eule, die auch sonst nicht unter einem unterentwickelten Ego leidet, seitdem sie zurück ist, schlicht unerträglich. Goldenes Brett hier, Laudatio da – so geht es den ganzen Tag. Sollte sie wirklich mit einem Limousinen-Service vom Flughafen abgeholt und im Hotel Sacher untergebracht worden sein, so wie sie behauptet, werden wir mit den Organisatoren noch mal ein ernstes Wörtchen reden müssen. Am Ende bekam sie kurz vor ihrem großen Auftritt das große Nervenflattern, weswegen Niko Alm so freundlich war, kurzfristig einzuspringen und die bereits verfasste Rede vorzulesen. Mehr…

Homöopathie. BEI SEPSIS???

9. November 2019 13 Kommentare

Die stetig wachsende deutsche Skeptiker-Gemeinde, auch bekannt als „Skeptiker-Lobby“ oder „Skeptiker-Sekte“, guckt in diesen Tagen nach Bayern und reibt sich verblüfft die Augen. Auf Initiative der CSU und der Freien Wähler, mit Unterstützung der Grünen, wurde vorgestern im dortigen Landtag der Beschluss gefasst, eine wissenschaftliche Studie in Auftrag zu geben.

Zur Homöopathie. Als Mittel zur Reduktion der Antibiotika-Abgabe. Weil die Politik der Wissenschaft gefolgt ist und sich die Gefahr der Antibiotikaresistenz als politisch relevantes Thema zu eigen gemacht hat. Und jetzt wissen möchte, was man dagegen tun kann. Mit Alternativmedizin. Und speziell mit Homöopathie.

So als hätte es die Diskussion der letzten Jahre, die die nachgewiesene und immanente Wirkungslosigkeit der Homöopathie ins öffentliche Bewusstsein gebracht hat, nicht gegeben.

Das Ergebnis ist eine ungläubige und fassungslose Schockstarre unter den Skeptikern, die sich in den letzten Jahren am Diskurs beteiligt haben, freiwillig und unentgeltlich. Gerade weil wir immer wieder betonen, dass Big Pharma und Big Woo sich im Hinblick auf die Geschäftspraktiken nichts schenken und dass die Förderung der Gesundheitskompetenz der Patienten beide Probleme gleichermaßen angeht: Verringerung des Schadens durch nachgewiesen unwirksame Therapien, wie z.B. Homöopathie, und Sensibilisierung für die ebenfalls schädliche Überversorgung mit Antibiotika. Antibiotikaresistenz als Folge von unverantwortlichem Verordnungsverhalten, welches durch die Marketingstrategien der pharmazeutischen Hersteller befeuert wird, ist unbestritten ein Problem. Bereits seit Jahren warnen Wissenschaftler davor, dass wir etablierte Behandlungsoptionen wie Penicillin und Amoxicillin, die in der Vergangenheit Menschenleben gerettet haben und immer noch retten, mittelfristig verlieren könnten.

Was kann jetzt noch getan werden, wie sollten Skeptiker mit der Situation umgehen? Sollten sie auf die Ergebnisse der Studie warten, um dann im Rahmen des wissenschaftlichen Diskurses methodische Kritik zu üben? Hier ein Wort der Warnung: Auftragsforschung wird in der Regel nur als so genannte „graue Literatur“ veröffentlicht. Das heißt, der Auftraggeber erhält einen Bericht, den er dann z.B. ins Internet stellen kann. Vielleicht gibt es eine offizielle Ergebnispräsentation, z.B. im Gesundheitsausschuss des Landtages. Was es aber sicher nicht geben wird, ist eine wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Vorgehen, denn wenn die Studienautoren keine wissenschaftliche Veröffentlichung anstreben, wird es auch kein peer review geben, genauso wenig wie eine Ergebnispräsentation im Rahmen einer wissenschaftlichen Konferenz, bei der methodisch versierte Kollegen den notwendigen Input zu den Limitationen geben können.

Sollten skeptische Wissenschafler (mit anderen Worten: Wissenschaftler) die Studie deshalb boykottieren?

Ganz im Gegenteil!
Mehr…

Denn wenn es einen Anlass zum Scherzen gibt …

18. Oktober 2019 1 Kommentar
    Heverts Rezept für gesunde Geschäfte

 

Skeptikern wirft man ja gerne vor, sie seien humorlos. Und da wir unter Atheismus-Generalverdacht stehen, unterstellt man uns auch, dass wir so gar kein Verständnis für Rituale, Zeremonien und Feiertage, den Kitt zwischen den Ziegeln des menschlichen Zusammenlebens, hätten.

Das empfinden wir als sehr ungerecht. Mehr…

Enttarnt! Hintergründe und Hintermänner von PSIRAM!

9. Oktober 2019 13 Kommentare

Wenn die Trutherhorde die Psiram-Basis stürmt, wird’s Zeit das Weite zu suchen. Wenn es denn klappen würde…

Letztens im geheimen Psiram-Hauptquartier: celsus trocknet sich gerade nach einem erfrischenden Bad im Pharma-finanzierten Geldspeicher ab. Pelacani füttert träge den Welpen-Häcksler. Plötzlich hält er inne.

„Hast du das auch gehört?“

„Was?“ fragt celsus und legt den Kopf schief, um sich die letzten Cent-Stücke aus den Ohren zu schütteln.

„Da war was.“

„Was soll da gewesen sein? Wir sind hier in einem stillgelegten Endlager, ein paar Meter unter der Erde, umgeben von Stahlbeton, da kannste nix hören.“ Mehr…

KategorienAllgemein, cool, Satire Tags:

Monduntersuchung

22. September 2019 Keine Kommentare

Alle diejenigen, die ihr Hirn noch nicht durch die Bildzeitung oder den Spiegel verkorkst haben, ahnten es schon lange: Die Mainstream-Medien lügen, dass sich die Blätter biegen. Alle Projekte, die kritisch sind oder die Alternativen aufzeigen, werden heruntergemacht und in die rechte Ecke gestellt, so z.B. die Anastasia-Bewegung. Dankenswerterweise gibt es inzwischen eine Gegenöffentlichkeit durch Seiten wie Extremnews, die sachlich und objektiv die Dinge wieder in die Balance bringen – der fragliche Bericht dort klärt erst anhand einfachster Graphiken über die tatsächlichen Hintergründe des angeblichen Klimawandels auf, um dann ebenso sachlich und kompetent über die bei Anastasia weiterentwickelten geistigen Fähigkeiten, u. a. Telepathie, zu informieren.

Mich persönlich ärgert besonders Wikipedia, und da bin ich nicht alleine: (Klehr, Fiedler). Neueste Untersuchungen mit statistischen Methoden decken die systematische Manipulation durch Wikipedia klar auf (Caltech). Dazu wurden über 100.000 Änderungen in der Wikipedia gesichtet und nach Autor, Zeitpunkt und weiterer Entwicklung klassifiziert. Dadurch können die Netzwerke identifiziert werden, die durch Löschen unliebsamer Änderungen ihre Macht ausüben und den Mainstream durchsetzen.

Diese Untersuchung durch lupenreine Wissenschaftler hat mir klar vor Augen geführt, warum meine wissenschaftlichen Untersuchungen zum Mond nicht bei Wikipedia aufgenommen werden – die Sprengkraft meiner durch Spektroskopie gewonnen Ergebnisse ist zu viel; zu viele Interessen der Verfechter des herrschenden Narrativs stehen auf dem Spiel. Dabei zeigt der Peak beim Calcium nicht nur – reproduzierbar – die wirkliche Zusammensetzung des Mondes! Vielmehr kann durch Fourieranalyse der Peakbreite auch die Isotopenzusammensetzungen aufgeklärt werden. Diese Standardverfahren liefern nicht nur den Beweis, dass zumindest die Mondoberfläche aus Gouda besteht- wir können auch mit absoluter Sicherheit sagen, dass die Milch aus den bayerischen Alpen kam (Mascarenas). Die angebliche Mondlandung der Amerikaner wird dadurch als Hollywood-Lüge enttarnt – die Tragfähigkeit von Gouda ist viel zu gering, die Astronauten hätten Fettspuren an den Stiefeln haben müssen und und und …

Ich möchte, wie der großartige britische Wissenschaftler Graham Chapman, tragisch jung verstorben, mit einem Appell für die Vernunft schließen.

Bruno Gröning zu Gast beim Deutschen Roten Kreuz

2. Juni 2019 6 Kommentare

Liebe Leser!

Der „Bruno Gröning-Freundeskreis“ (BGF), der auch als „Kreis für geistige Lebenshilfe e.V“ auftritt, ist euch möglicherweise nicht unbekannt, denn er ist seit langem – verdientermaßen – Bewohner unseres Wikis.
Bruno Gröning war kurz gesagt ein Heiler, dessen Kompetenz unter anderem daran sichtbar wurde, dass er an Krebs gestorben ist. Das bewahrte ihn auch vor weiterer juristischer Verfolgung. Auch für den riesigen Kropf Bruno Grönings haben seine Jünger die naheliegendste Erklärung: in ihm konzentrieren sich seine Heilkräfte.

Er ist uns in letzter Zeit verstärkt unangenehm aufgefallen, und zu unserer Verblüffung zieht er seine Show anscheinend gerne in den Räumen des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) ab. Das DRK hat ein stark föderale Struktur, wodurch die Landes- und Kreisverbände eine hohe Eigenständigkeit haben. Wenn also irgendwo eine solche Veranstaltung in Räumen stattfindet, die von einem großen Roten Kreuz geschmückt werden, hat das wohl eher was mit den lokalen Gegebenheiten zu tun und nicht mit dem DRK an sich.
Trotzdem ist es natürlich hässlich, dass mit dem Ansehen des DRK Leute zu solchen Spinnern gelockt werden. Unsere Bitte deshalb: Wenn ihr bei euch lokal im Blättchen eine entsprechende Ankündigung findet, dann tragt die doch mit Datum und Ort in den Kommentaren ein. Wir wüssten gerne, wie groß das Problem ist.

Herzlichen Dank!

PS: Zum Weiterlesen, vom Wiki abgesehen:
https://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/bruno-groening-freundeskreis-eine-unterschaetzte-sekte-15843241.html
https://www.bistum-trier.de/weltanschauungsfragen-sekten/gruppen-weltanschauungen/bruno-groening-freundeskreis/
https://www.ezw-berlin.de/html/15_6969.php

Homöopathie grotesk

25. Mai 2019 6 Kommentare

Zur Homöopathie ist alles gesagt, sollte man meinen. Es hat nie eine Zeit gegeben, in der sie nicht für ihre Unwissenschaftlichkeit und die Absurdität ihrer Grundannahmen kritisiert worden ist. Heinrich Heine hat dem Homöopathen Didier Roth den “millionsten Theil einer Lyoner Salami” geschickt. Wenn die Homöopathie überhaupt je einen positiven Einfluss auf die Medizin hatte, dann beschränkt er sich darauf, dass sie weniger eingreifend als die zeitgenössische Medizin gewesen ist. Nichtstun war im Allgemeinen humaner als Zugpflaster, Einläufe und Aderlässe (s. hier). Schon den Einfluss auf die Entwicklung der medizinischen Forschung kann man nur als „Erfolg“ der Homöopathie verbuchen, wenn man eine dialektische Volte zu Hilfe nimmt. Das messianische Geschrei der Homöopathen war den Zweiflern so auf die Nerven gegangen, dass sie auf Mittel zur empirischen Überprüfung gesonnen hatten: der vermutlich erste plazebokontrollierte Doppelblindversuch in der Medizin war das Resultat dieser Überlegungen. Das Ergebnis konnte niemanden überraschen:

Wirft man nun einen Blick auf die gewonnenen Resultate, so sieht man zuvörderst, dass die bey weitem überwiegende Mehrzahl der Versuchspersonen eben so wenig auf das potenzirte Kochsalz wie auf reines Wasser irgend eine Befindensveränderung wahrgenommen hat, woraus mit Recht die Identität der Wirkungskraft dieser beyden Flüssigkeiten gefolgert werden kann, während doch Hahnemann und die Homöopathen der ersteren eine Kraft zuschreiben, vermöge welcher sie 897, sage: achthundert sieben und neunzig Zufälle in Gesunden erregen, und denen gemäss sie Kranke heilen soll […] [Die homöopathischen Kochsalzversuche zu Nürnberg]

Genauso wenig überraschend ist es gewesen, dass die Adepten sich davon nicht irritiert fühlten, sondern herablassend – und über jeden Versuch einer methodischen Kritik erhaben – erwiderten:

das Ganze läuft auf nichts, als auf eine, eines wissenschaftlichen Arztes unwürdige, jämmerliche Fratze hinaus; nur bornirte Köpfe sind deren fähig; am Unwesentlichen bleiben sie hängen: um zum Wesentlichen zu gelangen, haben sie freilich keinen Verstand — nur so viel gerade, um, statt die Nichtigkeit der von ihnen angegriffenen Sache, ihre eigene Nichtigkeit in pessima forma darzulegen. [1]

Spätestens seit dem Donner-Bericht über die Versuche, die Homöopathiewirksamkeit in den späten 30er Jahren des vorigen Jahrhunderts zu belegen (verfasst ca. 1966, die Publikation bis in die 80er Jahre von den Homöopathen erfolgreich unterdrückt), muss jedem klar sein: es gibt keine geheime Kraft, die dieser „Medizin“ Wirkung verschafft. Alle späteren Versuche, die Wirksamkeit wissenschaftlich zu beweisen, erfinden das Fahrrad neu und sind Marketinginstrumente. Weil aber jede Generation dazu verurteilt ist, die Fehler der früheren zu wiederholen, gibt es in gewissen Abständen neue Reviews, Metaanalysen oder Stellungnahmen wissenschaftlicher Gremien hierzu. Sie stellen keine neuen Erkenntnisse fest, sondern verteidigen lediglich die bisherigen gegen neue Nachrichten über vollbrachte Wunder. Diese Messen sind alle gesungen. Wenn also der Gesundheitswissenschaftler Prof. Gerd Glaeske kürzlich meinte:

bei homöopathischen Mitteln fehlt bisher grundsätzlich bei allen Mitteln, die homöopathisch daherkommen, ein Wirksamkeitsnachweis

dann ist das eine Aussage, die niemanden aufregen kann. Doch was ist das?

Für diese Aussage hat der mittelständische Hersteller Hevert-Arzneimittel Glaeske über einen Anwalt abmahnen lassen.

Wer hier „mittelalterlich“ liest, dem kann verziehen werden.

Geschäftsführer Mathias Hevert von Hevert-Arzneimittel zum Vorgehen gegen Prof. Glaeske. Er sagte mit deutlichen Worten […]: „Hevert-Arzneimittel wird zukünftig noch entschlossener gegen Homöopathie-Kritiker vorgehen und Personen juristisch angehen, wenn sie falsche Aussagen über die Homöopathie verbreiten und damit Rufschädigung betreiben, was geschäftsschädigende Auswirkungen für uns haben kann.“

Und auch hier ist ein wenig inhaltliche Hilfestellung erforderlich: statt „noch entschlossener“ muss es heißen „noch unverschämter“. Man muss schon weit laufen, um heutzutage Beispiele für ähnliche Grotesken zu finden. Natalie Grams beharrt trotz anwaltlicher Ermahnung darauf, dass 2 + 2 = 4 ist:


Twitter

Mehr Details zum aktuellen Anlass z. B. hier:


  1. Ludwig Griesselich: Hygea: Centralorgan für die homöopathische oder specifische Heilkunst. C. T. Groos, 1835, S. 324 – 330 [online hier]

Immun gegen Fakten – Die wundersame Welt der Impfgegner

4. Mai 2019 5 Kommentare

In der Videothek des ORF ist zur Zeit noch ein Beitrag zum Thema Impfen und Impfgegner zu sehen. Dieser Beitrag wird noch bis zum 9. Mai 2019 zu sehen sein. Wir möchten hier eine unbedingte Empfehlung aussprechen, sich den Beitrag anzusehen.

Der österreichische Journalist Hanno Settele nimmt sich des Themas auf, man muss sagen, grandiose Weise an. Er diskutiert unter anderem kurz mit dem österreichischen Arzt Klaus Bielau, den viele als spirituellen Nachfolger des verstorbenen Johann Loibner betrachten.

Der Impfgegner Klaus Bielau im Gespräch mit Hanno Settele. Im Hintergrund ein DorfpanoramaZum Beitrag von Hanno Settele

Das kurze Gespräch ist ein Genuss, der Impfgegner Bielau wiederholt im Grunde mantraartig nur immer wieder die krude These, dass Menschen nicht durch Bakterien und Viren krank werden, sondern Krankheit eine Frage der Lebensweise ist. Oder anders gesagt: Jeder Kranke ist selbst schuld. Mit der richtigen Einstellung wird man nicht krank.

Der Genuss an der Stelle ist, wie elegant Settele den Impfgegner Bielau mit pointierten Fragen zerlegt, man kann richtig sehen, wie dieser überhaupt nicht weiß, was er sagen soll und wie er reagieren soll. Man sieht richtiggehend, dass Bielau in einer Blase lebt, in der er sich nie kritischen Fragen stellen muss.

Die Ärztekammer hat übrigens inzwischen auch reagiert und Bielau bei der Disziplinarbehörde gemeldet. Leider steht, wie man am Fall Loibner gesehen hat, zu befürchten, dass es wenig bringen wird.

Obwohl diese Szene sicherlich ein Highlight ist, ist auch der Rest der Dokumentation durchdacht und sehenswert.

Link zur TVThek des ORF:
https://tvthek.orf.at/profile/Dok-1/13844820/Dok-1-Immun-gegen-Fakten-Die-wundersame-Welt-der-Impfgegner/14012241

KategorienAllgemein Tags:

Psirama – Der Psiram-Wochenrückblick (KW 14, 2019)

7. April 2019 16 Kommentare

psirama_banner_007_auge_loewe_einhorn

Wer bereit ist, einen Unsinn zu glauben, wird früher oder später auch anderen Unsinn glauben. Das mag eine Verallgemeinerung sein, tatsächlich gibt es aber etwa einen Zusammenhang zwischen dem Glauben an „Alternativmedizin“ und Verschwörungstheorien, wie Medical Tribune berichtet. Sicher lassen sich auch noch weitere Zusammenhänge finden, wenn man genauer hinschaut. Das ist für uns ein Grund, Glaubenssysteme verschiedenster Art zu dokumentieren und Gegenargumente zu liefern. Dabei können wir jederzeit Hilfe gebrauchen. Wer sich mit Wiki-Systemen ein wenig auskennt, kann uns etwa bei der Pflege und Neuanlage von Artikeln unterstützen. Aber auch Hinweise zu Verbesserungsmöglichkeiten und neuen Themen sind immer willkommen. Also: Meldet Euch im Forum oder per E-Mail, schreibt uns bei Facebook und Twitter oder lasst hier im Blog einen Kommentar da!

Mehr…

KategorienPsirama Tags: ,
css.php