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Ein offener Brief an Klaus Martens und Frank Plasberg

Herr Martens, Herr Plasberg,

Sie erreichten und erreichen Millionen mit Ihrer journalistischen Arbeit.

Sie nehmen für sich in Anspruch, kritische Journalisten zu sein, die Missstände aufdecken und auch harte Wahrheiten öffentlich machen. Aber Sie sind nicht nur Journalisten, sondern Journalisten im öffentlich-rechtlichen Raum, der bei der Bevölkerung besonderes Vertrauen genießt.

In der letzten Woche haben Sie – wissentlich oder unwissentlich – diese Öffentlichkeit in die Irre geführt, indem Sie vielen Kranken und ihren Angehörigen eine zumindest im behaupteten Ausmaß unberechtigte Hoffnung auf Heilung gemacht haben. Sie haben so einseitig positiv und so überzeugt ein Mittel als „Medikament“, als „Heilmittel“ vorgestellt, dass Ihnen viele Menschen geglaubt haben. Dieses Mittel heißt Regividerm und es ist überaus zweifelhaft, dass es nur einen Bruchteil der Erwartungen hält, die Sie geweckt haben. Diese Menschen, deren Hoffnungen auf Heilung Sie hervorgerufen haben, werden in nicht unerheblicher Zahl Creme und Buch kaufen.

Sie als erfahrene Journalisten oder Ihre Redaktionen hätten erkennen können und müssen, dass das, was da als Gold glänzte, Talmi war. Diesen Anspruch hätten Sie an jeden anderen, haben Sie ihn bitte auch an sich.

Viele Fakten liegen mittlerweile offen, die die Vermutung stützen, dass es sich bei der Angelegenheit, zu der Sie beigetragen haben, um eine PR-Kampagne für ein schlichtes Medizinprodukt handelt, das ohne Ihre Fürsprache und ohne Ihre Bekanntheit – zu Recht – nicht diesen Bekanntheitsgrad und Grad der Nachfrage erreicht hätte.

Ihre bisherigen Einlassungen sind unzureichend und werden dem Ausmaß Ihres Versagens, Ihrer Konfabulationen und der von Ihnen hervorgerufenen Irreführung nicht gerecht.

Wir fordern Sie deshalb auf:
– Darauf hinzuwirken, dass der Film und die „hart aber fair“-Folge vom 21.10.2009 nicht mehr gesendet werden und auch nicht mehr in der ARD-Mediathek verfügbar sind
– Eine korrekte Darstellung bzw. Distanzierung an gleichfalls prominenter Stelle im Fernsehen zu bewirken
– Eine korrekte Darstellung auf den Internet-Seiten des WDR und der ARD zu bewirken
– Sich bei den Kranken, zu deren Täuschung Sie beitrugen, zu entschuldigen
– zu einer rückhaltlosen Aufklärung des Vorwurfs der Schleichwerbung beizutragen, auch wenn es Sie persönlich betreffen sollte
– 90 % des Netto-Erlöses für das Buch einer oder mehreren der Selbsthilfe-Verbände zu spenden, die bewirkt durch Ihre schlechte Recherche jetzt eine extreme Mehrarbeit und sogar Austritte hatten

Das ist das Mindeste, was Sie Ihrem eigenen Ruf, dem Ruf des öffentlich-rechtlichen Fernsehens und vor allem Millionen getäuschter Patienten schuldig sind.

  1. Superkalifragilistischexpliagiletisch
    25. Oktober 2009, 12:35 | #1

    Nicht mehr in der Mediathek verfügbar? Diese Folge ist ein wichtiges Beweisstück für die Sensationsgeilheit von Frank Plasberg. Und was viel wichtiger ist, vermutlich die einzige Folge in der ganzen Sendungshistorie, in der ein Gast (Herr Stadler) die Aufrichtigkeit hatte (!), diese Form von gesellschaftlicher Brandstiftung anzuprangern.

  2. Carsten Kiebenbusch
    25. Oktober 2009, 12:45 | #2

    Ein ordentlicher öffentlich-rechtlicher Sender, geleitet von kritischen und selbstkritischen, verantwortungsvollen Kräften, würde all diese Punkte ausführen und sich öffentlich entschuldigen.

    Würde.

    Man wird sehen.

  3. 25. Oktober 2009, 13:51 | #3

    @ der unmögliche Name aus einem Musical:

    "Nicht mehr in der Mediathek verfügbar? Diese Folge ist ein wichtiges Beweisstück für die Sensationsgeilheit von Frank Plasberg. Und was viel wichtiger ist, vermutlich die einzige Folge in der ganzen Sendungshistorie, in der ein Gast (Herr Stadler) die Aufrichtigkeit hatte (!), diese Form von gesellschaftlicher Brandstiftung anzuprangern."

    Schon richtig.

    Aber für einem, dem die Augen aufgehen, werden fünfe dazu gebracht, das "dolle Medikament" versuchen zu wollen oder das "Enthüllungsbuch" zu kaufen (oder zu verschenken, auch das sei bedacht, das hat das richtige Preisniveau für viele Geschenke…). Wenn man die Resonanz betrachtet, muss man den Schaden/Nutzen abwägen, meine ich.

  4. 25. Oktober 2009, 14:06 | #4

    Der Blog ist perfekt. Und es ist auch medial notwendig, ihn hier zu veröffentlichen, denn der WDR lässt folgende Kritik als Kommentar nicht zu:

    WDR: Geschäft mit der Hoffnung?

    Innerhalb nur weniger Tage konnte im Netz recherchiert werden, dass
    – die Wirkung des Mittels nicht belegt ist,
    – das Mittel bereits lange bekannt ist,
    – Herr Klingelhöller eine fragwürdige Vergangenheit aufweist,
    – die Pharmaindustrie durchaus interessiert wäre, mit Hilfe eines wirksamen und nebenwirkungsarmen Medizinprodukts Geld zu scheffeln
    – die Betroffenen einem enormen Leidensdruck ausgesetzt sind und geneigt sind, nach jedem Strohhalm zu greifen.

    Warum wurde das nicht vorab recherchiert?
    Wer profitiert? Herr Martens, Herr Klingelhöller, der künftige Pharmariese Mavena, vereinzelte Kranke für kurze Zeit.

    Stellen sich Herr Plasberg und sein Team so Journalismus vor?
    Wann wird sich Herr Plasberg entschuldigen bei den Kranken, denen er Hoffnung gemacht hat? Bei den Kindern, denen jetzt bewiesen wirksame und verträgliche Medikamte vorenthalten werden?
    Besteht Journalismus darin, ein Fragezeichen ans Ende einer Behauptung zu montieren? Siehe oben!

    Zur differenzierten Information über das Mittel siehe: https://www.psiram.com/ind

  5. GeMa
    25. Oktober 2009, 14:26 | #5

    Herr Plasberg hat sich doch schon entschuldigt ??
    Für den handwerklichen Fehler, die Zuschauer nicht geschickt genug getäuscht zu haben und die PR Kampagne des Pharmaherstellers für zu viele noch zu leicht als PR Kampagne erkennbar zu lassen.

    "Moderator Frank Plasberg gesteht handwerkliche Fehler im Ablauf der Sendung ein: "Wir hätten den Auftritt von Martens besser einbetten müssen. Jetzt sah es so aus, als wäre er wie Kai aus der Kiste gesprungen." (SPON)

    Und auch Herr Martens kapriziert sich ausschliesslich als armes Opfer. Wo er sich zuvor mit 1 Jahr Recherchearbeit brüstete, will ihm nichts davon aufgefallen sein, was andere innerhalb weniger Tage recherchieren konnten? Wer soll denn das nun wieder glauben.

  6. 25. Oktober 2009, 15:29 | #6

    "Und auch Herr Martens kapriziert sich ausschliesslich als armes Opfer. Wo er sich zuvor mit 1 Jahr Recherchearbeit brüstete, will ihm nichts davon aufgefallen sein, was andere innerhalb weniger Tage recherchieren konnten? Wer soll denn das nun wieder glauben."

    Das war ja nicht nur Martens, sondern ein ganzes Team.
    Ebenso bei Plasberg.

    Aber diese vielen Mitarbeiter und -innen waren wohl – es werden auch Journalisten darunter gewesen sein, nicht nur Praktikanten – damit beschäftigt, die Gesprächspartner zu kontaktieren, mit nach USA zu fliegen, in D herumzufahren usw. Da waren die ein Jahr mit beschäftigt. Da bleibt keine Zeit für ne Stunde googlen? Klar doch. ::(

    Ich wüßte gerne mal, so richtig in Euro und Cent, was den WDR dieser mangelhafte Klischee-Film gekostet hat.

    Er hat übrigens auch nicht gesagt, dass er und sein Team sich ein Jahr nur damit beschäftigt haben. Die haben entweder ihre Multitasking-Fähigkeiten überschätzt oder halten selber "investigativen Journalismus" schon für furchtbar investigativ, wenn es nur gegen "die richtigen Gegner" geht in der vermuteten Zuschauermeinung. Wen interessieren schon Fakten, wenn er eine spannende Geschichte erzählen kann. Hat Martens bei Plasberg so gesagt, er erzählt eine Geschichte.

    Vielleicht hätte er lieber einen Roman geschrieben. Dann hätten es die kranken Menschen nicht so bitter ernst genommen.

  7. Kurt
    25. Oktober 2009, 15:35 | #7

    Der liebe Herr Martens hat auch einen offenen Brief geschrieben, der auf der Seite von "Hart aber Fair" zum Thema verlinkt ist:

    "Heilung unerwünscht

    Brief des Autors Klaus Martens

    Bildunterschrift: ]
    Liebe Zuschauerin, lieber Zuschauer,

    vielen Dank für Ihr Interesse an meiner Dokumentation "Heilung unerwünscht". Weil es so viele Zuschriften sind, die mich erreicht haben, versuche ich mit diesem Schreiben möglichst allen Interessierten gerecht zu werden.

    Nach Ausstrahlung von "Heilung unerwünscht" ergibt sich folgende Situation: Der Eigentümer der Patentrechte versucht jetzt, mit Hilfe eines Geschäftspartners, den er bereits gefunden hat, die B12-Creme unter der Bezeichnung "Regividerm" in eigener Regie auf den Markt zu bringen. Wenn das gelingt – und die Aussichten sind durchaus positiv – wird sie demnächst, vermutlich noch in diesem Jahr, als Medizinprodukt in den Apotheken angeboten werden. Die Stückzahlen werden natürlich nicht so hoch sein, dass sie dem Bedürfnis nach einem solchen Medikament entsprechen werden. Aber ein Anfang wäre damit geschafft.

    Es gibt im Übrigen auch einen Kontakt zwischen Erfinder und Patentbesitzer. Den Kontakt zu beiden können wir leider nicht vermitteln, werden aber alle Zuschriften weiterleiten.

    Solange es "Regividerm" allerdings nicht zu kaufen gibt, sind die Patienten darauf angewiesen, dass ihr Arzt auf die sogenannte Apothekenlösung zurückgreift. Und das bedeutet, er lässt die Creme nach der Originalrezeptur in der Apotheke anrühren. Das ist möglich, weil das europäische Patentrecht ausdrücklich die Freiheit der ärztlichen Therapie garantiert.

    Der Film "Heilung unerwünscht" wird am 30. November 2009 um 22.00 Uhr im WDR Fernsehen in der Reihe "die story" wiederholt. Falls Sie den Film im Ersten nicht oder nur in Teilen gesehen haben oder Interesse daran haben, ihn in einer anderen Fassung zu sehen: "Heilung unerwünscht" wird am Freitag, den 23. Oktober 2009 um 22 Uhr in einer 60minütigen Fassung auf dem Sender PHOENIX ausgestrahlt. In diesem Film werden noch weitere Details der B12-Geschichte erzählt.

    Ansonsten empfehle ich Ihnen, im Internet unter dem Stichwort "Regividerm" die weitere Entwicklung der Creme zu beobachten.

    Mit freundlichen Grüßen aus Köln,

    Klaus Martens"
    http://www.daserste.de/doku

  8. Sanddorn
    25. Oktober 2009, 15:55 | #8
  9. Jan
    25. Oktober 2009, 16:19 | #9

    Am schönsten und entlarvensten ist das Wörtchen ‚jetzt‘:

    …Der Eigentümer der Patentrechte versucht jetzt, mit Hilfe eines Geschäftspartners, den er bereits gefunden hat, die B12-Creme unter der Bezeichnung "Regividerm" in eigener Regie auf den Markt zu bringen….

    Das wusste er offenbar erst, nachdem man ihm seine verbreiteten Unwahrheiten unter die Nase rieb.

  10. GeMa
    25. Oktober 2009, 16:45 | #10
  11. 25. Oktober 2009, 18:33 | #11

    Die Forderung mit der Mediathek find ich ziemlich problematisch. Das Ziel sollte doch sein, den Menschen skeptisches Denken nahezubringen. Da passt für mich Zensur nicht rein.

    Problematische Informationen sollten nicht zensiert, sondern überzeugend und fachkundig widerlegt werden – nur das befördert den kritischen Geist.

    Im konkreten Fall müsste man imho fordern, den Eintrag in der Mediathek mit weiterführenden, kritischen Infos zu versehen.

  12. Journalist aus Überzeugung
    26. Oktober 2009, 11:42 | #12

    Möchte an dieser Stelle empfehlen, das Wort "journalistische" aus dem ersten Satz zu streichen. Journalistisch ist was anderes….

  13. 26. Oktober 2009, 12:46 | #13

    @ Journalist:
    Der war gut!

    Wir nehmen ja gerne den Präfix "pseudo".
    Aber in einem offenen Brief kommt das nicht so gut.

  14. Michael
    26. Oktober 2009, 13:35 | #14

    Bitte aktiv werden:
    http://forum.spiegel.de/sho

    und nochmal hier:
    http://forum.spiegel.de/sho

  15. SchneiderBrillant
    26. Oktober 2009, 15:12 | #15

    Gibts denn schon ein kommentiertes Video auf YouTube und Co?
    Das hielt eich für sinnvoll. Da sollte man auch die emotionalen Momente des Films mit Fakten überdecken..

  16. Populus
    26. Oktober 2009, 16:07 | #16

    So gut gemeint die Aktion ist, so naiv ist sie auch. Durch direkte und offensive Zensur erreicht man glaub ich nicht die nötigen Aufklärungserfolge. Das erreicht ja schon fast Qualitäten wie das bewusste zurückhalten von Nebenwirkungen bei Arzneimitteln.

    Also bitte Fakten, Fakten, Fakten…

    Die Informationsbasis zu diesem "Wundermittel" ist wirklich spärlich und verwirrend für die Betroffenen.

  17. Firehawk
    26. Oktober 2009, 17:41 | #17

    Eine eher allgemeine Frage:

    Wieso schreibt denn noch jeder "Patentinhaber" ? – Soweit ich das sehe gibt es zwei Anmeldungen. Die von 1993 ist inzwischen ohne Erteilung abgeschlossen, denn so lange dauert kein Patentverfahren. (den Recherchereport hab ich jetzt nicht gesucht)

    Und die neuere Anmeldung hat ja auch nichts ergeben. Man sehe sich nur den Recherchereport unter WO03002104 (A3) an, der ist niederschmetternd. Außerdem ist durch den ersten Anmeldungsversuch der zweite unmöglich geworden, da die Anwendung dadurch Stand der Technik wurde.

    Also, wo ist hier ein Patent?

  18. Mail
    26. Oktober 2009, 19:41 | #18

    Mein Gott, ihr feigen Dummköpfe von esowatch. Ich bin zwar nicht gegen die Zensierung von Websites, aber in dem Fall von psiram.com würde ich den Mist sofort abschießen, so wie es mit der esowatch.DE Domäne bereits passiert ist.

    Da wird ein Plattform, die in Fernost gehostet wird, ohne Namen der Betreiber zu nennen, ganz eindeutig von der Pharma Lobby gesponsort um so einen Mist zu verbreiten, der lediglich immer nur auf das selbe abzielt – was uns die Schulmedizin und die Pharmaindustrie vorgaukelt ist das einzig wahre!

    Gott sein Dank glauben immer weniger an diesen Schwachsinn, der lediglich auf den lausigen Profit einiger möchtegern-schlaue ausgelegt ist. Aber auch Ihr lieben an der Front werdet euch irgendwann einmal umsehen, wenn ihr auf eure eigenen Mittelchen angewiesen seid…

  19. 26. Oktober 2009, 19:52 | #19

    Herr Klingelhöller?

  20. sisyphos
    26. Oktober 2009, 20:49 | #20

    Eins ist doch merkwürdig: da wurden mehrere Fachärzte genannt, die sich nach praktischen Erfahrungen sehr positiv über diese Salbe geäußert haben. Wem soll ich mehr glauben, den Fachärzten oder den Schreibern, die das Ganze aufgrund ihrer Internetrecherchen in die Tonne hauen?

    Daß das schlechter Journalismus mit Marketing-Hintergedanken war, mag sein, aber ist eine andere Sache. Wichtiger ist, ob die Salbe die Wirkung hat, die die Ärzte im Film geschildert haben. Wenn die Kritiker recht haben, dann wären diese zitierten Ärzte Scharlatane? Und das wäre der eigentliche Skandal.

  21. 26. Oktober 2009, 21:31 | #21

    Das ist überhaupt nicht merkwürdig. Man findet soger nobelpreisträger, die das HI-Virus leugnen.
    Einen Arzt, der eine ungeprüfte Behandlungsmethode gut findet, zu interviewen, ist dagegen pillepalle.

    Der Regividermartikel ist übrigens gerade an der Homöopathie vorbeigezogen und hat die Leberreinigung auch gleich ein:
    https://www.psiram.com/index.p
    # Leberreinigung ‎(18.691 Abfragen)
    # Regividerm ‎(18.341 Abfragen)
    # Homöopathie ‎(18.122 Abfragen)

  22. 27. Oktober 2009, 08:35 | #22

    Die Studienlage ist grottenschlecht, beschissen, praktisch nicht vorhanden. Das ist leicht nachzulesen unter http://www.principien.de/20… .
    Wer aufgrund dieser "Studien" behauptet, eine Wirksamkeit der Salbe sei gegeben, der muss wissen, dass er lügt. Mindestens sich selbst in die Tasche.
    Nur Anekdoten, aber keine Daten, sprechen für die Wirksamkeit. Das macht für die Betroffenen aufgrund der Schwere ihrer Krankheit aber schon keinen Unterschied mehr, wie wir hier oft genug gelesen haben.
    Umso erbärmlicher, perfider und niederträchtiger ist der Werbefeldzug der ARD.

  23. Krösus
    27. Oktober 2009, 09:56 | #23

    Bin neugierig auf dieses Wundermittel geworden, vor allem weil
    es ohne Chemie ist.
    Nun muss ich aber feststellen, dass die Wundersalbe "mal wieder"
    nur etwas für Reiche ist.
    30 € für 100 ml, Leute, da geht es nicht mehr um Wunder.
    Das ist absolute Abzocke, keiner kann mir erzählen dass
    man damit nur Menschen helfen will endlich von diesem
    Leid loszukommen.
    Machthaber, sich an dem Leid vieler bereichern.
    Alle wie sie da sind gehören ebenso zu den Machspielern
    der Pharmaindustrie.

  24. 27. Oktober 2009, 10:12 | #24

    Krösus, *alles* ist "Chemie".

    Das ist ein verbreiteter Denkfehler, aus "natürlich" und "chemisch" ein Gegensatzpaar zu machen. Auch Stoffe, die in der Natur vorkommen, haben natürlich eine chemische Struktur. Der Normalbürger weiß wenig über "die" Natur und Chemie und fällt deshalb auf Werbeaussagen wie "nur natürliche Inhaltsstoffe" herein. Sicher kann man im Labor Substanzen herstellen, die *so* nicht in der Natur vorkommen. Deshalb müssen sie nicht automatisch gefährlicher oder schlechter sein als "natürliche". Penicillin z.B., ein Antibiotikum, ist "natürlich". Cortison ist "natürlich". Das Gift des Knollenblätterpilzes ist "natürlich". Es kommt immer auf den Stoff, die Menge, die Anwendung usw. an. Sogar Wasser kann tödlich sein…

  25. JENNISMUTTER
    27. Oktober 2009, 12:19 | #25

    Sehr befremdlich erscheint mir, dass der oder die Verfasser des
    "offenen Briefs" nicht bereit sind, den auch öffentlich zu unterschreiben.
    Warum nur ???

  26. Michael
    27. Oktober 2009, 12:25 | #26

    Weil man in Deutschland nur als Millionär eine kritische Meinung auch öffentlich äußern sollte. Man darf hier so gut wie alles sagen … man sollte es aber nur dann, wenn man eine gut gefüllte Kriegskasse hat.

  27. Kurt
    27. Oktober 2009, 12:41 | #27

    Was wird wohl aus der rosa Hühnerkacke werden?

    Das Thema ist ja spannender, als ein Krimi.

    "Regividerm: Verursacht Vitamin B12 Hautkrebs?"

    http://www.scienceblogs.de/

  28. GeMa
    27. Oktober 2009, 12:52 | #28

    @Krösus
    Volkssalbe ist was anderes, stimmt ;-). Und es geht nicht ohne Chemie. Cobalamine fallen u.a. bei der Herstellung von Antiobiotika ab, der Emulgator entsteht mittels (bspw.Schwefel-/Salz-usw.)Säuren und Laugen (das, was Dein Rohrfrei scharf macht) ebenfalls in einem chemischen Prozess, das Öl wird raffiniert, desodoriert, gebleicht, am Kaliumsorbat ist nichts natürliches (auch, wenn es in der Natur vorkommt 😉 – reines Chemieprodukt usw.usf.
    Chemie ist nicht per se schlecht.

  29. rené kiefer
    28. Oktober 2009, 13:01 | #29

    ….Her Plasberg und Herr Mertens stehen mit ihren Namen !!
    Und was ist mit dem Offenen Brief ??? Wer, Was ????????

    Eine Schande!!!!!
    ————————————-
    @ alle:

    Ist es nicht schön, wie kritisch doch die Privaten so berichten !!!!
    Einfach klasse !!!

    @ alle: bitte nochmal den Bericht sehen und vor allem "HÖREN" .
    Dann erübrigen sich hier viele dumme Komentare !!!

    René Kiefer

  30. Klopstein
    28. Oktober 2009, 15:31 | #30

    Lieber Herr Kiefer, könnten Sie bitte etwas konkreter formulieren, was man da lesen "und vor allem hören" soll? (Und vielleicht dafür ein paar Frage- und Ausrufezeichen weniger benutzen?) Danke im Voraus.

  31. 29. Oktober 2009, 00:25 | #31

    Lieber rené kiefer ,

    wir haben sehr viel gehört, gelesen und gesehen zu dem Thema.
    Eine ausführliche Zusammenfassung gibt es hier bei uns im Wiki:

    https://www.psiram.com/index.p

    Damit erübrigen sich tatsächlich dumme Kommentare.

  32. GeMa
    29. Oktober 2009, 23:17 | #32

    Ich frag mich, wie Plasberg die nächsten weich aber unfair Sendungen überstehen wird. Wenn da nicht mal alle laut losprusten, wenn er seinen nächsten Faktencheck ankündigt.

  33. 20 Jahre nach dem Mauerfall
    30. Oktober 2009, 09:01 | #33

    "Ich frag mich, wie Plasberg die nächsten weich aber unfair Sendungen überstehen wird."

    so wie gestern die prime-time show "Das Quiz der Deutschen" ARD, 20.15

    wenn du denkst blöder geht’s nicht mehr …

  34. Klaus
    4. November 2009, 21:28 | #34

    Hi!
    Ich verstehe die ganze Aufregung um Regividerm nicht!
    Immermalwieder kommen "Wundermittel" gegen Psoriasis und Neurodermitis auf den Markt! Ich erinnere nur an die Kangalfische.
    Auch dieses Mittel wird sich beweisen müssen.
    Man muss sich vor Augen halten, daß Psoriasis und Neurodermitis derzeit als unheilbar gelten und wohl auch sind. Ich habe Psoriasis seid 30Jahren in schwerer Form. Vitamin B12 soll, auf Grund seiner Lichtempfindlichkeit, krebserregende Stoffe freisetzen. Das soll nach ca. 15-20Jahren zu Krebs führen können. Was für Mittel hat die Pharmaindustrie zu bieten? Ich habe Tabletten genommen von denen ich sofort Magenbluten bekam. Es gibt wirksame Salben, deren Anwendung so schlecht ist, daß sie nur in der Klinik angewendet werden weil sie starke Hautreizungen erzeugen und die Kleidung sehr verschmutzen.
    Momentan nehme ich MTX. Dieses Mittel erfordert ständige Blutkontrolle wie bei Macumar. Mit diesem Mittel bin ich nicht erscheinungsfrei!
    Alles nicht so toll! Da die Therapie, bei diesen Erkrankungen, sehr individuell ist muss man seine Therapie auch, mit seinem Dermatologen, selber finden. Es gibt auch nur Linderung, eventuell zeitweise Erscheinungsfreiheit! Da könnte ich mir vorstellen, daß Regividerm eine Wirkung zeigt! Wenn auch nicht bei jedem! Das gilt aber für alle momentanen Mittel. Da dieses Mittel, in grösserer Menge, recht einfach und kostengünstig herzustellen ist wird die Pharmaindustrie natürlich nicht erfreut sein! Das ist einfach so!
    Es gibt aber auch noch andere Therapien ohne Pharmazie.( Sole, Licht, Reizklima). Verträgt auch nicht jeder und UV-Licht falsch angewandt erzeugt auch Krebs. Da sich in der Diskussion nicht bewusst gemacht wird wie sich ein Betroffener fühlt ist diese oft eine Farce!!! Es wird lieber über Heilmittel, Arzneimittel oder Pflegemittel diskuttiert oder gar Schleichwerbung im Fernsehen! Das wirkt auf mich als Betroffener wie Hohn!!!! Was ist mit unserem Leiden??? Geht es darum überhaupt? Wenn du fast ertrinkst und jemand reicht dir einen Strohhalm, dann nimmst du den ganz klar!
    Und wenn du die Chance hast erscheinungsfrei zu werden, könntest aber, eventuell in 15-20Jahren Krebs kriegen ist die Entscheidung für Betroffene leicht! Wer das nicht glauben will, dem kann ich gerne Bilder von mir schicken wenn ich einen Hochschub habe! Das wird anderen Betroffenen genauso gehen!! Regividerm wird zeigen müssen was es kann oder nicht, vielleicht verschwindet es in der Versenkung wie manch anderes "Wundermitell"?!

  35. 5. November 2009, 08:49 | #35

    Klaus, gerade um den Strohhalm geht es. Es muss halt auch ein Strohhalm sein und nicht nur ein Trugbild, damit sich Leute an genau dieser Verzweiflung Kranker eine goldene Nase verdienen.

    Ich wünsche mir für jeden Betroffenen, dass das Trugbild ein starker Ast wäre, der ihnen wirklich etwas mehr aus der Krankheit helfen würde. Leider zeigt sich an der Machart des Films und dem chronologischen Ablauf, dass wahrscheinlich gar nicht die Dauernachfrage im Visier ist, sondern der "große Coup". Es gibt weder beim Buch noch bei der Creme eine "Geld zurück"-Garantie. Gekauft ist gekauft.

    Nein, die Frage nach Medizinprodukt/Arzneimittel, Schleichwerbung oder seriöse Information ist mitnichten Selbstzweck. Gerade Verzweifelte und Kranke haben ein Recht darauf, nicht auch noch betrogen zu werden.

  36. 5. November 2009, 12:00 | #36

    <i>Das gilt aber für alle momentanen Mittel. Da dieses Mittel, in grösserer Menge, recht einfach und kostengünstig herzustellen ist wird die Pharmaindustrie natürlich nicht erfreut sein! Das ist einfach so!</i>

    Klaus, ergänzend zu Hema möchte ich anfügen, das das ein Denkfehler. Billige Herstellkosten bedingen doch nicht zwangsläufig einen billigen Verkaufspreis! Gerade bei einem Mittel, das gegen ND wirklich helfen würde, könnte doch fast jeder Preis verlangt werden. So ein Geschäft würde sich kein Hersteller durch die Lappen gehen lassen.

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