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Esotopia – Ein Gedankenexperiment

In unserem Forum wurde vor kurzem ein Gedankenexperiment angestoßen, bei dem das fiktive Land Esotopia konstruiert wurde. Dieses Land, in dem alles „Voll dufte“ ist, steht ja mit dem „Bewusstseinssprung“ Ende 2012 jetzt praktisch schon vor der Tür. (Natürlich gibt es andere, die meinen, Ende des Jahres geht die Welt unter, aber solch negative Gesellen lassen wir in Esotopia einfach nicht rein.)

Ob dieser Bewusstseinssprung jetzt durch Aliens/Götter, Reptiloide, Wesen von Nibiru, einen galaktischen Strahl à la Dieter Broers oder was ganz anderes wie Engel, die unsere zwölfsträngige DNA aktivieren, erreicht wird, lassen wir mal dahingestellt.

Die gute Fee erscheine, winke mit dem Zauberstab und Peng. Alle Esoteriker sind zusammen in dem Land. wo Milch und Honig fließen, dürfen dort schalten und walten wie sie wollen.

Die erste und wichtigste Regel in diesem Land: Es gibt keine Regeln. Wörter wie „Fakten“, Test, empirisch (*brr, schüttel*), werden sofort aus dem Wortschatz gestrichen. Fakten stören nur. Jeder in diesem Land hat das Recht auf seine eigene Wahrheit. Dass es für den nächsten ganz anders ist, ist dabei kein Widerspruch.

Disziplinen wie Mathematik, Statistik und Physik, also eigentlich jede Form von Wissenschaft, werden damit nutzlos. Wenn jeder seine eigene Wirklichkeit hat, machen diese Dinge überhaupt keinen Sinn mehr. Dass Wissenschaft sinnlos geworden ist, erfüllt auch jeden Bewohner von Esotopia mit einem warmen, flauschigen Gefühl, denn er wusste ja schon immer, dass seine eigene Wahrnehmung sowieso viel treffsicherer ist.

Was den Flugverkehr angeht – nun, der wird komplett abgeschafft. Kann ja nicht sein, dass Chemtrails die Atmosphäre vergiften. Statt dessen werden Reichsflugscheiben eingesetzt. Güter, die leicht genug sind, können von Brieftauben transportiert werden.

Energie gewinnt man natürlich aus dem Nichts, sei es nun Nullpunktenergie, Freie Energie oder durch Kalte Fusion gewonnene Kraft aus dem Nichts. Damit hat man endlich saubere Energie im Überfluss. Ein Jammer nur, dass es ohne Wissenschaft weder Telefone noch Computer noch Autos gibt.

Macht aber nichts, Kommunikation ist ja nicht weiter kompliziert, da man das Gegenüber ja einfach „channeln“ kann. Wer braucht schon Telefone, wenn man telepathisch kommunizieren kann. Durch das endgültige Verbot jeglicher Mobilfunkgeräte profitiert die allgemeine Gesundheit, Elektrosmogkrankheiten sind nun ausgerottet.

In der Landwirtschaft wurden Gene (und natürlich auch Atome, alles Pfui-pfui) zumeist komplett abgeschafft, was die gesunde Ernährung maßgeblich erleichtert. Lichtnahrung ist doch einfach das Beste und Ursprünglichste.

Diejenigen, die trotzdem noch einem materialistischeren Lebensstil anhängen –  da sie noch nicht die entsprechend hohen geistigen Ebenen erreicht haben  – bauen ihre Lebensmittel nach anthroposophischen Grundlagen, also biologisch-d(yn)amisch an. Da man jetzt im Einklang mit der Natur lebt, steht man um 5 Uhr früh auf und beginnt mit der Arbeit auf dem Feld. Das war jetzt natürlich nur ein Scherz; in Esotopia ist Landwirtschaft keine harte Arbeit, sondern ein Vergnügen! Die Bäume legen einem die Äpfel praktisch in den Mund – ein Traum für jeden Rohköstler. Allerdings wird den in Esotopia lebenden Veganern geraten, das Obst genauestens zu inspizieren, bevor unschuldiges Tierleben darunter leiden muss.

Nur mit Fleisch schaut es trübe aus, also Franz, draußen bleiben!

Als Anhänger der Lichtnahrung hat man es da leichter, man sonnt sich einfach den ganzen Tag. Man könnte ja jetzt Sorge wegen Hautkrebs haben, doch die ist völlig unbegründet, da man ja sinnvollerweise sowieso auf krebserregende Sonnencreme verzichtet. Es besteht höchstens die Gefahr, dass man sich überfrisst. Die Symptome sind die gleichen.

Ob dadurch eine Darmsanierung überflüssig wird, ist unklar, aber der geneigte Esoteriker wird auf diesen Spaß sicher nicht verzichten wollen.

Selbstverständlich gibt es in Esotopia auch keine bösen Medikamente und – Gott bewahre! – Impfungen mehr, die den Bewohnern von der bösen Pharmamafia aufgezwungen werden, um sie zu dezimieren. Ärzte werden nur geduldet, wenn sie sinnvolle, ganzheitliche und feinstoffliche Methoden wie die Homöopathie, Bachblüten oder Bioenergetische Meditation nach Viktor Philippi anwenden.

In jedem Fall aber sei im Bereich der Gesundheit eines klargestellt: Krankheiten, vor allem Krebs, werden nur durch negative Lebenseinstellung verursacht. Wenn man also krank wird, hat man einfach nicht die richtige Einstellung gehabt.

Das gilt übrigens für jegliche Form von Unglück. Verhungert ein Lichtesser, so hat er einfach nicht fest genug geglaubt. Stirbt man an Krebs, wird vom Blitz erschlagen oder zieht sich eine andere Krankheit zu, so hat man einfach nicht fest genug geglaubt. Es ist immer die eigene Schuld. Oder war vielleicht, wie im Falle von Masern, einfach nicht hygienisch genug.

Also, immer schön positiv denken, keinesfalls die locker flockige Einstellung verlieren.

Ein solches Land braucht natürlich auch Führungspersönlichkeiten – da wäre zunächst Peter Fitzek zu nennen, der den König machen könnte; als Gesundheitsminister bieten sich so einige an, Männer von besonderem Verdienst gibt es in dem Bereich ja genug, am profiliertesten vielleicht:

Ryke Geerd Hamer, erfolgreich wie kaum ein anderer.
Nikolaus Klehr, der Mann ist einfach nicht zu fassen.
Matthias Rath, der sich besondere Verdienste in Südafrika erworben hat.

Natürlich könnte man noch viele nennen, die dem Arztberuf alle Ehre machen…

Für die Wahl des Wissenschaftsministers (das in Ministerium für Magie umgetauft wird) kommt wohl nur einer in Frage: Harald Walach. Ein Experte, der die Bretter der Welt aus nächster Nähe kennt und immer nur die dünnsten anbohrt. Ein besonderer Vorteil ist dabei die Fähigkeit, mit dem Kozyrev-Spiegel in die Zukunft zu sehen, Gedanken zu lesen und vieles mehr.

Für das Energieministerium hat man erneut viele interessante Kandidaten, z.B. einen Turtur oder vielleicht einen Rossi, beides sozusagen Koryphäen auf ihrem Gebiet. Damit aber die landesweite Energieversorgung so schnell wie nur irgend möglich gesichert ist, liegt es nahe, dass man Hans Weidenbuschs geniale Erfindung dem Ministerium sofort zur Verfügung stellt. Die Produktion seiner Technologie liegt seit über anderthalb Jahren bei 20.000 Einheiten, ergo sollte es kein Problem sein, kurzfristig noch mehr zu produzieren!

Und als Propagandaminister darf man vielleicht einen Claus Fritzsche vorschlagen, der längst bewiesen hat, welche Qualitäten er als Pharmalobbyist hat.

Esotopia, wahrlich ein wunderbares Land. Man darf nur eines nicht vergessen: Immer schön lächeln. Sonst ist man so gut wie tot.

  1. Renate
    14. November 2012, 14:20 | #1

    Wie nennt man das? Ein Distopie?

  2. kopfkratz
    14. November 2012, 14:31 | #2

    Dystopie. Wobei ich eine Gegend, in der jeder seine Wirklichkeit sieht, eher als Irrenhaus bezeichnen würde…

  3. 14. November 2012, 14:31 | #3

    @Renate
    Wirkt auf mich eher wie eine Dissoziatie.

  4. Ponder
    14. November 2012, 15:30 | #4

    Ein solches Land braucht natürlich auch Führungspersönlichkeiten

    Für das Landwirtschaftsministerium prophezeie ich ein knappes Kopf-an-Kopfrennen zwischen Sabine Paul als Vertreterin der extensiven Mammut-Weidewirtschaft und einem Abgesandten der veganen Fraktion, N.N.
    Zur Not könnten die beiden sich auch in der Amtsführung saisonal abwechseln – haben die GRÜNEN dieses Modell nicht seinerzeit mal erfolgreich propagiert?

  5. 14. November 2012, 15:36 | #5

    Ach komm, die Grünen sind doch längst Teil des pöhsen unerleuchteten Systems. Der Artikel dürfte eher als Regierungsprogramm der Violetten geeignet sein.

  6. Abe
    14. November 2012, 16:50 | #6

    Wenn Esotopia auf den Trümmern der alten Gesellschaft gewachsen ist, was passiert eigentlich mit all den Bösen, die man ja nun entmachtet hat? All‘ die Pharmalobbyisten, Skeptiker und überhaupt den Juden Reptiloiden, die dahinter stehen?

  7. Mephisto
    14. November 2012, 16:53 | #7

    Wenn es in Esotopia Schulen gäbe, wären es vermutlich Waldorfschulen, aber ich schätze auch die würden mangels Nachfrage recht bald schließen müssen, weil es ja viel sanfter und schmusiger ist, seine Kinder selbst zu unterrichten oder sie durch die Schule des Lebens™ gehen zu lassen.

    Auf die pöhsen Folter- und Vernichtungslager die in unserer schlechten Welt euphemistisch „Krankenhäuser“ genannt werden, kann Esotopia zum Glück verzichten. Altes Wissen und Waldgeburt machen’s möglich.

    Schöne neue Welt! *würg*

  8. Mephisto
    14. November 2012, 17:01 | #8

    @Abe
    Die lösen sich wahrscheinlich alle in ein „Glaubenswölkchen“ auf.

  9. Antitainment
    14. November 2012, 19:30 | #9

    @abe
    Gute Frage. Ich würde sie um einige Komponenten erweitern:
    Da Wissenschaft=böse ist, müssen natürlich auch sämtliche Fortschritte wie Computer, Fahrzeuge, Fernsehen, Internet etc. abelehnt bzw. esoterisch neu und damit von Haus aus (außer in der anekdotischen Evidenz) funktionsuntüchtig erfunden werden.
    In genau diesen Punkten erkennt man die Bigotterie der ganzen Fortschrittsverweigerer, unabhängig davon ob sie RVegs, Engelsflüsterer, Radikalreligioten oder Snake-Oil-Dealer sind.
    Das wäre eine Mischung aus den Abgründen des Hippietums und dem Best-of-Steinzeit – Mit entsprechendem Ausgang.
    Um es mit Pratchett zu sagen:
    […]man kann eben nur dann Luftschlösser bauen, wenn man festen Boden unter den Füßen hat.

  10. Kamidio
    14. November 2012, 19:51 | #10

    Ich bezweifle mal das die Brüder auf dauer friedlich co-existieren würden. ATM haben sie ja die skeptisch/kritische/wissenschaftliche Seite als Gegenpol, aber wenn der wegfällt wird es nicht lang dauern bis sich gegenseitig widersprechende Gruppierungen bekämpfen (bedenke das viele davon einen absoluten Wahrheitsanspruch haben!).
    Die Lösung: Entweder viele isolierte Kleinstaaten die entstehen
    ODER
    die Lehren verbinden sich (Was ja nicht das größte Problem ist) zu einer Art Mega-Eso-Uralt-Natur-Lehre das ist dann die wirklich echt absolute Wahrheit….
    Bis einer von denen nen Rausch oder nen schlechten Traum hat und sich was neues ausdenkt.

  11. MagicGuitar
    14. November 2012, 20:51 | #11

    Was muss das für eine chaotische Welt sein…Die Welt muss sich danach richten, was ich bereit bin als Wahrheit anzuerkennen. Dass das nicht funktionieren kann, lassen wir mal außen vor. Aber selbst wenn es funktionieren würde: Es würde dennoch nicht funktionieren, weil die verschiedenen esoterischen und pseudowissenschaftlichen Wahrheiten miteinander korrelieren. Der einzige Ausweg aus diesem Schlamassel ist (wer hätte es gedacht) die Wissenschaft.

  12. bayle
    14. November 2012, 22:42 | #12

    Also mein Lieblingssatz ist: „In der Landwirtschaft wurden Gene (und natürlich auch Atome, alles Pfui-pfui) zumeist komplett abgeschafft“.

  13. 14. November 2012, 23:05 | #13

    alles gut und schön, aber was habt ihr gegen biologische Landwirtschaft und gentechnikfreie Lebensmittel ohne Zusatzstoffe? Das ist ein Muss, auch wenn man nichts mit Esoterik am Hut hat!

  14. bayle
    14. November 2012, 23:22 | #14

    Mir ist völlig bewusst, dass das jetzt endlos werden kann, aber trotzdem, wieso sind “ biologische Landwirtschaft und gentechnikfreie Lebensmittel ohne Zusatzstoffe ein Muss?“

  15. Wiesodenn
    14. November 2012, 23:29 | #15

    bayle :
    … wieso sind ” biologische Landwirtschaft und gentechnikfreie Lebensmittel ohne Zusatzstoffe ein Muss?”

    Weil sie sooo natürlich und ohne pöse Gene und Atome sind.

  16. 15. November 2012, 00:37 | #16

    bayle :

    Mir ist völlig bewusst, dass das jetzt endlos werden kann, aber trotzdem, wieso sind ” biologische Landwirtschaft und gentechnikfreie Lebensmittel ohne Zusatzstoffe ein Muss?”

    Na weil Bio doch total anders schwingt und so, ne?
    Paranormalen-Test 5: Das Medium

  17. Kurti
    15. November 2012, 02:25 | #17

    In Esotopia hätte jeder ein erleuchtetes Bewusstsein, ergo gäbe es nur noch Agape, niemals Unfrieden oder Krieg. Ego und damit Neid und Machtgedanken wären längst überwunden. Ein kollektives und damit gleichgeschaltetes Bewusstsein wäre die Grundlage. Jeder hätte sein göttliches ICH-BIN voll realisiert und aktiviert, damit würde sich jede benötigte Info in der Akasha-Chronik medial abrufen lassen, die Fähigkeit der Telepathie, sowie der Materialisation wären voll ausgeprägt. In diesem Seinszustand gäbe es weder Krankheit noch Not, ganz im Gegenteil, es würde die absolute Glücksseligkeit in Reinform herrschen. Eine paradiesische Vorstellung. Genau das erwarten Esos und sie sind überzeugt, dass es dazu kommen wird. Für jeden, der da nicht mitgeht oder nicht mitgehen kann, wird ein anderer Planet zur Verfügung stehen, der eine Weiterentwicklung bis zur Erleuchtung ermöglicht.

  18. Mephisto
    15. November 2012, 02:32 | #18

    nie-mehr :
    […] was habt ihr gegen biologische Landwirtschaft

    Nichts. Es gibt große Unterschiede zwischen biologischer und biologisch-dynamischer Landwirtschaft.

    nie-mehr :
    […] und gentechnikfreie Lebensmittel ohne Zusatzstoffe?

    Jedes landwirtschaftliche Produkt das Du heute kaufen kannst ist durch den Menschen gentechnisch verändert (gezielte Züchtung usw.). Das was Du mit Gentechnik meinst ist nur eine modernere Form. Und wenn Du wirklich auf alle Zusatzstoffe verzichten müsstest, würdest Du Dich wahrscheinlich ganz schön umgucken. Auch hier sollte man differenzieren. Vitamine zum Beispiel können je nach Kontext als Zusatzstoffe eingestuft werden, aber u.a. dadurch dass man sie vielen Lebensmitteln zusetzt, sind Erkrankungen aufgrund von Vitaminmangel in unseren Breiten heute praktisch kein Thema mehr.

    nie-mehr :
    Das ist ein Muss […]

    Eben nicht! Es ist ein „Kann“. Wenn ich die Wahl habe, kann ich mich natürlich für Lebensmittel entscheiden, die zu meinen Überzeugungen passen (Bio/vegetarisch/ohne Gentechnik/…), wenn ich aber froh sein muss überhaupt Nahrung zu erhalten, sieht die Sache anders aus. Spätestens bei Themen wie Golden Rice wird dieser Aspekt sehr deutlich.

  19. Mephisto
    15. November 2012, 02:38 | #19

    Kurti :
    […] Ein kollektives und damit gleichgeschaltetes Bewusstsein wäre die Grundlage.

    Ich glaube spätestens hier würde man auch in Eso-Kreisen auf Widerspruch stoßen

    Kurti :
    Für jeden, der da nicht mitgeht oder nicht mitgehen kann, wird ein anderer Planet zur Verfügung stehen, der eine Weiterentwicklung bis zur Erleuchtung ermöglicht.

    Bloß wie dorthin kommen, wenn wir uns schon mit unserem direkten Nachbarn, dem Mars, so schwer tun?

  20. Wolf
    15. November 2012, 07:13 | #20

    Hach, schön.
    So kann man in den Tag starten 😉

  21. REALM
    15. November 2012, 08:51 | #21

    Das ist eine tolle Beschreibung unserer Gesellschaft,
    es fehlen dabei nur noch die Medienvertreter.

  22. Antitainment
    15. November 2012, 12:33 | #22

    Als Medienvertreter/Pressesprecher kommt eigentlich nur einer in Frage: Andreas Giesen aka Alles kann und nichts muss.

  23. sumo
    15. November 2012, 12:38 | #23

    Klasse! Solch eine Gesellschaft ist tatsächlich eine Dystopie feinster Art. Ich möchte nienienie in einer Gesellschaft ohne Konflikte leben, den ganzen Tag lang FriedeFreudeEierkuchen, immer nur auf der Wolke sitzen und unausgesetzt Frohlocken??? Nein, dann lieber hier versuchen, Esos zu überzeugen und mit anderen Skeptikern streiten.

  24. Abe
    15. November 2012, 13:54 | #24

    Da kann ich sumo nur zustimmen. Gesellschaftliche Widersprüche wird es immer geben. Ich würde mich sogar zu der These versteigen, daß das Geschäft von Skeptiker/Atheisten/Aufklärern ist, zu ermöglichen, diese Konflikte bewußt auszutragen, also ins gesellschaftliche Bewußtsein zu bringen – ergo überhaupt erstmal als gesellschaftliche Widersprüche erscheinen zu lassen und eben nicht als Verschwörung/Jenseitiges Fatum/Alieneinfluss/…. Gemäß der freudschen Diktion, neurotisches Elend in allgemeines zu wandeln, kann man umgekehrt behaupten, daß Esoteriker wie Verschwörungstheoretiker eine Art neurotische Widerspiegelung gesellschaftlicher Widersprüche sind. Die tatsächlichen gesellschaftlichen Antagonismen führen die Esos & Co. dazu, das ganz simpel als eine Disharmonie oder Verschwörung zu sehen. Und es ist eine ganz schön knifflige Aufgabe, diese verlockend simplen Gedanken an ihrer Verbreitung zu hindern.

  25. Ponder
    15. November 2012, 14:15 | #25

    das Geschäft von Skeptikern/Atheisten/Aufklärern

    Geschäft jedenfalls in dem Sinne, dass es einen ganz schön be-schäftigen kann… 😉

    …und manchmal ist es auch ein Nerven-Verlust-Geschäft…zum Glück tritt dieser Fall aber nur selten ein.
    In den meisten Fällen wirft ein derartiges „Geschäft“ einen beachtlichen Zuwachs an Wissen ab und einen Zugewinn an Lebenserfahrung.

  26. stupidman
    15. November 2012, 14:30 | #26

    Ei was sehe ich da? PSIRAM hat den Reigen der Jahresrückblicke eröffnet. 😉 Richtig so, schließlich endet dieses Jahr ja auch 10 Tage früher mit einem gewaltigen Sprung…

  27. Suricata
    15. November 2012, 15:13 | #27

    Genial!
    Macht einen Roman daraus, oder noch besser einen TV-Mehrteiler!
    Mindestens genauso spannend, wie Harry Potter o.ä. 😀

  28. 15. November 2012, 15:14 | #28

    Wer mal etwas Zeit mit Leuchties und typischen Eso-Zicken verbracht hat, wird schnell zu dem Schluss kommen, dass da nix mit Friede, Freude, Eierkuchen ist. Die sind biestiger als Pubertierende in der Balzphase, gönnen sich gegenseitig nicht das Prana unter den Fingernägeln und schwanzvergleichen ständig, wer auf der höheren Bewusstseinsstufe ist als der andere und wer mit den mächtigeren Geistwesen kommunizieren kann. Gift und Galle sind dagegen homöopathische Zückerli mit Vanillearoma. Nie sind mir bösartigere und missgünstigere Menschen begegnet als echte Hardcore-Esos – natürlich immer mit einem verständnisvollen Lächeln auf den Lippen ob des spirituell unterentwickelten Bewusstseins des Gegenübers.

  29. MagicGuitar
    15. November 2012, 15:46 | #29

    @celsus
    Das ist ja das Problem: Wissenschaft und Medizin groß anprangern, aber selbst mit sich uneins sein. Also die anderen haben definitiv unrecht, aber welche unserer Methoden nun die Richtige ist, wissen wir selbst nicht. Wie könnte man das herausfinden? Mit der Wissenschaft…Aber die wird ja per Definition nur von Korrupten und Betrügern betrieben. Um diesen Wiederspruch aufzulösen, muss man scheinbar wirklich die Geister und Götter und keine Ahnung was befragen.

  30. Mephisto
    15. November 2012, 17:19 | #30

    MagicGuitar :
    @celsus
    […]Also die anderen haben definitiv unrecht, aber welche unserer Methoden nun die Richtige ist, wissen wir selbst nicht. […]

    Ich glaube da machst Du es Dir zu einfach. Die Esoteriker als homogene Gruppe gibt es ebensowenig wie die Skeptiker als solche, daher werden auch unter Esoterikern die verschiedenen AltMed-Methoden usw. nicht als „unsere“ betrachtet.
    In beiden Gruppen hat jeder seine eigene Meinung und darin sehe ich auch kein Problem, nur bei den Esos orientieren sich die Meinungen nicht oder nur sehr lose an der Realität, werden aber um so verbissener vertreten. Das ist es was unser hypothetisches Esotopia in meinen Augen zu einem Paradoxon macht. Nach dem Motto „Konflikte sind abgeschafft, aber ich habe Recht und die anderen nicht!

  31. mossmann
    15. November 2012, 18:33 | #31

    Ihr habt ja recht und kurz musste ich schmunzeln.

    Doch irgendwie wird diese Art der Auseinadersetzung mit dem Thema mit der Zeit immer langweiliger …

    Man liest den ersten Satz und weiß, wie es weitergeht …

  32. Heinz Fey
    15. November 2012, 20:08 | #32

    Na schön, irgendwie wirkt’s doch köstlich menschliche Fantasien, natürlich schmunzelnd, zur Kenntnis zu nehmen. Wir können wohl alle nicht leugnen, das da so „von Anfang an“ paradiesische Spuren in uns eingepflanzt wurden. So manches Samenkorn geht erst später auf und treibt die herrlichsten Stilblüten. Widersprüche sind einfach NATÜRLICHE Normalität, als wenn die NATUR eine unabdingbare Konformität kennen würde. Esotopia gleich Utopia, Gedankenspünge, nichts weiter als eine weitere Idee im Ideensortiment. Lächeln ist angesagt.

  33. Stöber
    16. November 2012, 00:58 | #33

    Gleich heißt’s wieder: ‚Schreib doch selber mal’… Aber ich hätte gerne ne Geschichte, die jeweils einen Eso-Protagonisten in seine Idealwelt versetzt und dann *paff* ein Repräsentanten des nächsten Glaubenskonzeptes zugibt. Resultat: Wie zwei Katzen im Sack. 😀

    Reichsflugscheibe vs. Maya-Steinscheibe, Hamer-Heilung vs. Engel, Lichtnahrung vs. Urkost, HOG-Aidstherapie vs. Aidsleugner…..

  34. Ponder
    16. November 2012, 01:47 | #34

    @ Stöber:

    Als zweite Katze würde sich das hier anbieten:

    http://2045.com/

    Schreib doch mal was! 🙂

  35. Kurti
    16. November 2012, 01:52 | #35

    Mephisto :

    Kurti :
    […] Ein kollektives und damit gleichgeschaltetes Bewusstsein wäre die Grundlage.

    Ich glaube spätestens hier würde man auch in Eso-Kreisen auf Widerspruch stoßen

    Kurti :
    Für jeden, der da nicht mitgeht oder nicht mitgehen kann, wird ein anderer Planet zur Verfügung stehen, der eine Weiterentwicklung bis zur Erleuchtung ermöglicht.

    Bloß wie dorthin kommen, wenn wir uns schon mit unserem direkten Nachbarn, dem Mars, so schwer tun?

    Du und Ihr alle seid viel zu verkopft. Ich rede vom esoterischen Nirvana, Endziel oder wie man es immer nennen will. Da gibt es keine Beschränkungen und die die gehen müssen, sterben einfach und inkarnieren auf einem neuen Planeten.

    Ihr denkt dabei nur an die Esoteriker, die ihr kennt, ich nenne deren Vision, die sie anstreben und an der sie festhalten. Nur zu dumm, dass niemals jemand diesen Wunschzustand erreichen wird, darin liegt der Knackpunkt 😉

  36. \^/ili
    16. November 2012, 13:55 | #36

    Ich denke, dass hier deutlich neben dem Himmel (für Esos), welcher beschrieben wird ein HÖLLE nottut.

    0) Organisationsstruktur

    * Oberhölle
    – dort kommen die unbelehrbaren hin (also negativ Belehrten – Gelehrte?)

    * Zwischehölle
    – Diese ist für Personen, bei welchen noch eine Chance zur Besserung besteht

    * Unterhölle
    – diese wird von Personen bevölkert, die dur Denutzierung in diese Hölle gelangten.
    Selber Schuld sie haben durch unachsamkeit F* und der gleiche benutzt

    1) Eintrittsberechtigte
    * Er/sie kann sinnerfassend lesen.
    * Jemand, welcher in die esotopische Hölle kommen will MUSS zwangsläufig rat*anl denken und handeln = Sündelfall
    * Er/sie darf sich nicht durch geschwurbel beeinflussen lassen
    * Er/sie ist völlig unabhängig von homöopatschen Drogen
    * Eine gesunde Allgemeinbil* sollte er/sie auch haben

    2) Lebensumstände
    * Er/sie muss in seinem Leben ein rat*al bestimmte Bildung haben
    * Er/sie hat sich bei Gesprächen nachvollziebaren Argumenten bedient
    * Er/sie hat das Wort „Glauben“ nur sehr selten UND nur im Bezug zu Religion benutzt

    3) Aufenthaltsdauer
    * Je nach schwere des Vergehens kommt er/sie in eine der Höllen-Kategorien. Die Aufenthaltdauer wird in „Klicks“ gemessen. Sobald sich jemand von Rationalität trennt kann er nach Beschluss des Kanzelers (oder einem seiner Beauftragten) wieder „Umsteigen“

  37. The Doctor
    16. November 2012, 17:01 | #37

    @ \^/ili :
    Und in welche Hölle kommen die Psiram-Macher? Da reicht doch nicht einmal mehr die Oberhölle aus. 😉

  38. \^/ili
    16. November 2012, 20:00 | #38

    @The Doctor
    Hmm hast‘ recht!
    Es scheint die Oberhöller noch zu zahm beschrieben.
    Es könnte in der Oberhölle eine VIP lounges geben.
    Dort MÜSSEN alle Wikipedia lesen! – eine schauerliche Vorstellung für Esos.

  39. pedes
    17. November 2012, 21:12 | #39

    Ein solches Land braucht natürlich auch Führungspersönlichkeiten

    Für das Landwirtschaftsministerium prophezeie ich ein knappes Kopf-an-Kopfrennen zwischen Sabine Paul als Vertreterin der extensiven Mammut-Weidewirtschaft und einem Abgesandten der veganen Fraktion, N.N.
    (..)
    Achim Stößer. Unschlagbar.

  40. 71hAhmed
    17. November 2012, 22:15 | #40

    The Doctor :

    @ \^/ili :
    Und in welche Hölle kommen die Psiram-Macher? Da reicht doch nicht einmal mehr die Oberhölle aus. ;)

    Psiram-Macher werden als Einwohner Esotopias reinkarniert und müssen bei vollem Bewusstsein ein ganzes Leben dort durchstehen.

  41. Un Bekannt
    19. November 2012, 14:13 | #41

    @71hAhmed
    Das ist SCHLIMMER als die Hölle.

    Wir wollen’s ja nicht gleich übertreiben. 😉

  42. The Doctor
    19. November 2012, 17:31 | #42

    71hAhmed :

    The Doctor :
    @ \^/ili :
    Und in welche Hölle kommen die Psiram-Macher? Da reicht doch nicht einmal mehr die Oberhölle aus.

    Psiram-Macher werden als Einwohner Esotopias reinkarniert und müssen bei vollem Bewusstsein ein ganzes Leben dort durchstehen.

    Nur eines? Viel zu lasch. Unter einem unendlichen Reinkarnationskreislauf – natürlich ohne Aussicht auf Erlösung – geht erst einmal gar nichts. Meine Güte, wir reden hier von der Hölle, nicht von einem Ponyhof.
    Und natürlich darf es in dieser Hölle auch keine Toiletten geben – getreu dem Höllenmotto: ewige Qualen ohne Erlösung.

  43. 71hAhmed
    19. November 2012, 20:40 | #43

    @ The Doctor:
    Eines reicht, von rausschleichen durch Sterben und Urlaub in Form von Wartezeit auf die Reinkarnation war nicht die Rede.

  44. Sascha
    25. November 2012, 11:57 | #44

    Was macht der Affe mit seinem Hintern auf dem Bild? ^^

  45. Mephisto
    25. November 2012, 13:19 | #45

    @Sascha
    Na was wohl? seine Zukunft vorhersagen natürlich 🙂

  46. 26. November 2012, 00:27 | #46

    Verdammt, das kommt dabei heraus, wenn man denen zu viel Zeit widmet xD macht mal bitte schleunigst etwas Urlaub, liebe fleisige Psirammler! 🙂

  47. aliennated
    9. Januar 2013, 16:12 | #47

    Zum Thema Nullpunktenergie:

    Das ganze beruht auf einem Mißverständnis an dem die Szene teilweise selber schuld ist. Freie Energie, Nullpunktenergie heißt mitnichten das diese Energie aus dem Nichts bezogen wird sondern aus der Energie die uns alle ohnehin schon umgibt um diese Energie in elektrischen Strom umwandelt.

    Welche Energie da als Energielieferant benutzt wird, das weiß man nicht so genau, das müsste eigentlich genau von WISSENSCHAFTLERN erforscht werden aber die Wissenschaft will ja nicht. Es kann sein das diese unbekannte Energie dunkle Energie ist oder auch was anderes. Wie gesagt: das weiß keiner! Aber Tatsache ist das es eine unbekannte Energieform gibt und das diese sich nutzen läßt um daraus elektrischen Strom zu produzieren und „frei“. Man bräuchte also nur den Generator bezahlen der natürlich Geld kostet weil er ja hergestellt werden müsste aber ansonsten kämen keine weiteren Kosten auf einen zu weil der Generator eben mit Hilfe dier unbekannten Energie seinen eigenen Strom produziert.

  48. Mephisto
    9. Januar 2013, 17:03 | #48

    @aliennated
    Beantworte mir bitte folgende Fragen:
    a) Sind Solarzellen Generatoren für „freie Energie“?
    b) Warum sollte ich Deine Aussagen über die „freie Energie“ glauben? Einfach weil Du es behauptest?

  49. aliennated
    9. Januar 2013, 17:48 | #49

    Beantworte mir lieber mal die Frage wo eigentlich das ordnungsgemäße Impressum dieses Blogs nach dem deutschen Telemediengesetzt ist…

  50. Mephisto
    9. Januar 2013, 18:07 | #50

    @aliennated

    1.)
    Es ist unhöflich, Fragen einfach nicht zu beantworten und stattdessen eigene zu stellen. Ich war höflich zu Dir, warum erwiderst Du das nicht?

    2.) Ich kommentiere hier nur, genau wie Du. Was also bringt Dich auf die Idee, ich wüsste mehr über das Impressum als Du?

  51. aliennated
    10. Januar 2013, 00:59 | #51

    Schaut euch lieber mal hier die außerirdische Wahrheit an:

    http://vimeo.com/54667543

  52. Groucho
    10. Januar 2013, 01:52 | #52

    aliennated :

    Schaut euch lieber mal hier die außerirdische Wahrheit an:

    http://vimeo.com/54667543

    Jetzt geh mal woanders spielen und stehle den Leuten nicht die Zeit mit idiotischen Filmchen.

  53. heidewitzkaherrkapitän
    11. Januar 2013, 06:57 | #53

    @Mephisto

    aha, nur weil etwas (noch) nicht wissenschaftlich bewiesen ist, glaubst du, es ist nicht existent?

    cum hoc ergo propter hoc!

  54. AlteWeser
    11. Januar 2013, 09:31 | #54

    @heidewitzkaherrkapitän

    Wie muss für Dich denn etwas belegt sein, damit Du es glaubst. Genügt es, wenn Prof. Dr. Daniel Düsentrieb behauptet hat, der Mond bestände aus Käse? Oder müsste das wissenschaftlich bewiesen werden?

  55. Mephisto
    11. Januar 2013, 09:37 | #55

    heidewitzkaherrkapitän :
    aha, nur weil etwas (noch) nicht wissenschaftlich bewiesen ist, glaubst du, es ist nicht existent?

    Einfache Antwort: Nein.
    Erklär‘ mir doch mal bitte, wo ich das – oder etwas das diese Schlussfolgerung nahelegt – überhaupt geschrieben habe.

  1. 18. November 2012, 13:01 | #1