Home > Religion > Ägyptischer Atheist zu 3 Jahren Gefängnis verurteilt

Ägyptischer Atheist zu 3 Jahren Gefängnis verurteilt

Alber_SaberGerade erst haben wir über den Bericht „Freedom of Thought“ geschrieben, der sich mit religiöser Verfolgung befasst. Und quasi gleichzeitig wurde der 25-jährige ägyptische Blogger Alber Saber Ayad (ألبير صابر عياد) zu drei Jahren Gefängnis verurteilt.

Der junge Mann war/ist Betreiber einer ägyptischen Facebookseite für Atheisten. Am 12. September, kurz nachdem das „Innocence of Muslims“ Video verbreitet worden war, wurde sein Haus (in dem er mit Mutter und Schwester lebt) von eine Menge umzingelt, die ihn beschuldigte, ein Häretiker und Atheist zu sein.

Seine Mutter rief zum Schutz die Polizei. Diese erschien auch – am nächsten Tag. Und statt den Mob zu zerstreuen, verhaftete sie Alber Saber. Er wurde der „Diffamierung des Islam und des Christentums, Beleidigung des Göttlichen und der Verächtlichmachung religiöser Rituale und Heiliger sowie des Propheten“ beschuldigt, was mit bis zu 6 Jahren Gefängnis geahndet werden kann.

Im Gefängnis wurden Mitgefangene aufgefordert, sich seiner „anzunehmen“, er wurde geschlagen und dabei auch mit einem Rasiermesser am Genick verletzt. Seine Anwälte erhielten Todesdrohungen, die Polizei durchsuchte sein Haus und beschlagnahmte Dokumente ohne gerichtliche Verfügung. Aufgrund der Drohungen war es schwer, Anwälte zu finden, die ihn vertreten. Freunde und Organisationen, die zu helfen versuchten, wurden ebenfalls bedroht.

Alber Saber wurde bezüglich seiner Religion befragt, laut seiner Mutter werden wohl nur Christen in Ägypten wegen Blasphemie verurteilt. Auch die Mutter wurde vom Staatsanwalt gefragt, welchem Glauben sie angehöre.

Schon allein wegen der vielen Verfahrensfehler hätte der Prozess nie stattfinden dürfen.

Trotz diverser internationaler Proteste wurde Alber Saber Ayad am 12. Dezember für schuldig befunden und zu 3 Jahren Gefängnis verurteilt. Alber Saber legte Einspruch ein, das Urteil ist somit noch nicht rechtskräftig. Der Richter verfügte allerdings, dass Alber bis zur nächsten Verhandlung gegen Kaution auf freien Fuß gesetzt werden könne.

SaberNach Hinterlegung der Kaution wurde Alber dann jedoch nicht freigelassen, sondern wieder ins Gefängnis geworfen.

Entsprechende Organisationen wie Amnesty International und Reporter ohne Grenzen kritisierten den Vorfall massiv. Man hofft auf öffentlichen Druck, um Alber Saber freizubekommen und auf möglichst viel internationale Presse und Berichterstattung.

Facebookseite: Free Alber Saber
Petition bei Change.org: Free Alber Saber!
Twitter-Hashtag: #FreeAlber
Twitter-Profil: FreeAlber

  1. karl
    15. Dezember 2012, 21:12 | #1

    was sich in ägypten anbahnt ist bedrohlich und wenig ermutigt für recht und freiheit in diesem lande.
    egal welcher glaubensrichtung man anhängt, für fanatiker kann sie die falsche sein.
    und selbst als atheist lebst du gefährlich.
    die bande von islamisten, salafisten etcpp entzaubert sich bei genauerem hinsehen als nur eine kaschierte verbrecherbande, geistig stecken geblieben im weltbild des mittelalter.

  2. The Doctor
    16. Dezember 2012, 00:04 | #2

    @ karl:
    Irgendwie gruselig, wie sich die Geschichte immer und immer wiederholt. Bin ich hier der Einzige, der sich frappierend an die Ereignisse in Persien Ende der 70er erinnert fühlt?

  3. MagicGuitar
    16. Dezember 2012, 01:43 | #3

    @The Doctor
    Wirklich überraschen tut es wohl keinen. Schon Ghandi sagte, dass die Geschichte uns lehrt, dass uns die Geschichte nichts lehrt. Und da wir scheinbar auch in 100 Jahren nicht schlauer sein werden als heute…

  4. inci
    16. Dezember 2012, 15:28 | #4

    karl :was sich in ägypten anbahnt ist bedrohlich und wenig ermutigt für recht und freiheit in diesem lande.egal welcher glaubensrichtung man anhängt, für fanatiker kann sie die falsche sein.und selbst als atheist lebst du gefährlich.die bande von islamisten, salafisten etcpp entzaubert sich bei genauerem hinsehen als nur eine kaschierte verbrecherbande, geistig stecken geblieben im weltbild des mittelalter.

    Unter den Moslems (nicht nur in Berlin) geht das Gerücht, daß den Salafisten beim Beten zuweilen die Drogenpäckchen aus dem weiten Gewand rutschen…..

  5. Ratiomania
    16. Dezember 2012, 20:25 | #5

    Das ist ja das schöne am Extremismus jeder Colleur:

    Fürs hehre Ziel ist alles erlaubt. Da es um die Verwirklichung der höchstmöglichsten Werte und Ziele geht, ist jedes Mittel recht.

    Was kümmern die Hobelspäne, wenn es dem Schnitzen der perfekten Welt dient?

    Das ist kein „Mangel/Fehlen von Moral“ sondern die zwingende Konsequenz, der Imperativ des Extremismus. Das läuft immer mit moralischer Integrität ab.

  6. Dark_Tigger
    17. Dezember 2012, 19:27 | #6

    inci :

    Unter den Moslems (nicht nur in Berlin) geht das Gerücht, daß den Salafisten beim Beten zuweilen die Drogenpäckchen aus dem weiten Gewand rutschen…..

    Der Koran spricht schließlich auch nur von Alkohl, und nicht von Heroin und Speed. 😉
    Wenn man Bullshit schon wörtlich auslegt, kann man das ja wenigstens so machen, das man Spaß dabei hat.

    Aber das würde tatsächlich einige von den gestallten in diesem Sali Treffpunkt bei uns um die Ecke erklären.

  1. 15. Dezember 2012, 17:15 | #1
  2. 15. Dezember 2012, 17:46 | #2
  3. 17. Dezember 2012, 12:42 | #3

Spamschutz: Setzen Sie einen Haken im ersten und zweiten Kästchen

Spam protection: Check the first and second box



      

css.php