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Martin Hirte: Impfen Pro & Kontra: Eine Rezension

26. Juli 2013

hirteWenn es um Literatur zum Impfen geht, ist wohl Martin Hirtes Buch „Impfen Pro & Kontra“ eines der prominentesten Werke. Wir haben uns, obwohl das Buch schon ein paar Jahre auf dem Buckel hat, mal die aktuelle Amazon-Vorschau angesehen. Das Buch liegt ja in der 17. Auflage überarbeitet und ergänzt vor. Der Vorteil ist, dass sich jeder die hier zitierten Passagen selbst durchlesen kann.

Die Einstellung
Zuerst fällt die Einstellung von Martin Hirte zu Krankheiten auf:

Untersuchungen, welche positiven Auswirkungen die eine oder andere Krankheit hat, deren Ausrottung auf dem Plan steht, fehlen völlig. Das Gefühl für den Sinn von Krankheiten ist verlorengegangen.

Akute Erkrankungen haben einen wichtigen Stellenwert in der Entwicklung des Immunsystems und wahrscheinlich auch der Persönlichkeit.

Krankheiten sind für ihn etwas Gutes und Wichtiges; Kinder brauchen es für ihre persönliche Entwicklung, wenn sie etwas leiden (und gelegentliches Sterben wird wohlwollend in Kauf genommen). Man darf den Krankheiten ja nicht ihren Sinn nehmen. Diese beiden Sätze drücken die Einstellung von Hirte zu Menschenleben sehr gut aus. In unserem Wiki finden sich weitere Beispiele solcher Aussagen.

Als Vater oder Mutter sollte man sich schon bei diesen Sätzen auf den ersten Seiten des Buches überlegen, ob man jemand mit einer solchen Einstellung wirklich sein Vertrauen schenken möchte.

Hirte versucht sich zwar den Anschein zu geben, „unparteiisch/neutral“ zu sein, aber es lässt sich leicht zeigen, dass er das nicht ist. Um „Kontra“ darzustellen, muss er sich darauf verlassen, dass der normale Leser seine Referenzen und Aussagen nicht nachprüft.

Ungeeignete Referenzen
Sehen wir uns gleich den nächsten Satz an, der Beweise für sein Weltbild liefern soll:

Es gibt Hinweise und wissenschaftliche Belege dafür, dass fieberhafte Erkrankungen, auch die typischen »Kinderkrankheiten«, einen gewissen Schutz vor Krebserkrankungen, allergischen Erkrankungen und Autoimmunkrankheiten vermitteln (Albonico 1998b, Alm 1999, Krone 2003, Glaser 2005, Montella 2006, Cramer 2010, Silverberg 2011).

Man muss Hirte gleich zum ersten „Wissenschaftler“, den er als Beleg benennt, gratulieren: der Aids-Leugner und Anthroposoph Albonico ist laut der Schweizer Ärztezeitung für konsistent unrichtige Informationen bekannt. Wenn man der menschenverachtenden Philosophie der Anthroposophie anhängt und HIV/AIDS als erfundene Krankheit bezeichnet, hat man jegliche Seriosität sofort verspielt.

Hirte zitiert dann den Anthroposopen Alm, um die Behauptung aufzustellen, dass Krankheiten wie die Masern Schutz vor allergischen Erkrankungen böten. Bei dieser Studie wurden 295 Kinder in Anthroposophen-Familien mit normal aufwachsenden Kindern verglichen und festgestellt, dass erstere seltener unter Atopie (allergische Reaktionen) litten.

Dabei zeigt die Studie insgesamt 15 Unterschiede im Lebensstil auf, die zwar auch die MMR-Impfung (Masern, Mumps, Röteln) und Antibiotika-Verwendung, aber auch die Dauer des Stillens, Ernährungsgewohnheiten, Vererbung und einiges mehr beinhalten. Impfungen sind dabei nur ein Punkt unter vielen und die Studienautoren konnten keine Ursache für den Unterschied bestimmen, aber die Studie findet „klar heraus“, dass der anthroposophische Lebensstil viel besser ist.

Das im Kontext wirklich Unseriöse ist jedoch Hirtes Vorgehen, diese ungeeignete Studie als Beleg zu zitieren. Selbst wenn man annimmt, dass die Studie völlig korrekt ist, geht das nicht daraus hervor.

Darüber hinaus unterschlägt er auch, dass an einer großen Studie 547.910 Menschen in Bezug auf Masern und Atopie betrachtet und genau das Gegenteil gefunden wurde: atopische Krankheiten traten bei Menschen mit Masern in allen Altersgruppen, bei Stadt- und Landbewohnern, häufiger auf.

Es ist vielleicht auch wichtig zu erwähnen, dass die Hypothese, durch Impfungen träten Allergien häufiger auf, natürlich in diversen Studien untersucht und nicht belegt werden konnte.

Interessant ist Krone 2003. Dort folgert man nämlich:

We conclude that both vaccinations as well as previous episodes of having a severe infectious disease induced the same protective mechanism with regards to the risk of melanoma.

Kurz gesagt: Sowohl Impfungen als auch schwere infektiöse Krankheiten schützen laut dieser Studie im gleichen Maß vor Melanomen. Was soll da, außer dass das Kind unter der Krankheit mehr leidet, der Wert der Krankheit sein?

Immerhin, diese Studie stützt wenigstens die Behauptungen ein klein bisschen und ist nicht völlig daneben.

Glaser 2005 ist eine durchaus interessante Studie. Warum Hirte sie zitiert, bleibt allerdings schleierhaft.

Wenn man das Epstein-Barr Virus in Tumorzellen beim Hodgkin-Lymphom nachweisen kann, dann haben Patienten unter 15 bessere Überlebenschancen, Patienten über 15 Jahren schlechtere.

Was Hirte aber egal oder unbekannt ist: das Epstein-Barr-Virus gehört (nicht nur) bei dieser Krebsform zu den Risikofaktoren und kann in etwa 50% der Patienten nachgewiesen werden. Das Epstein-Barr-Virus liefert also nicht „einen gewissen Schutz vor Krebserkrankungen„, sondern löst welche aus.

Man ist geneigt, Inkompetenz anzunehmen, denn mit Böswilligkeit lässt sich das nicht mehr erklären. Und es lassen sich definitiv passendere Studien finden, um Hirtes Standpunkt zu untermauern. Außerdem: Studienqualität ist ja ohnehin kein Kriterium, das für Hirte relevant ist.

Montella hat in einer Studie Hodgkin und Non-Hodgkin-Lymphome in Bezug auf Masern untersucht und gefunden, dass die Maserngruppe weniger Krebs hatte. Die Studie hat mehrere Probleme – unter anderem, dass sie sich auf die Erinnerungen über 60-jähriger verlässt, ob diese als Kinder die Masern hatten. Eine serotologische Untersuchung wurde nicht durchgeführt.

Andere Studien stellten übrigens das exakte Gegenteil fest: so wurden Masern-Antikörper in Krebsgewebe gefunden und der Verdacht geäußert, dass Masern das Risiko erhöhen. Der aktuelle Stand ist aber wohl, dass es keinen Zusammenhang zwischen Masern und Lymphomen gibt.

Cramer 2010 – von Hirte ebenfalls zitiert – ist, man muss fast sagen: endlich, eine geeignete, nicht unsinnige Referenz. Darin wird die Theorie aufgestellt, dass sich bei einer Mumps-Erkrankung Antikörper gegen MUC1 bilden, die einen gewissen Schutz vor Eierstockkrebs gewähren. Die Studie ist zur Zeit eine „Einzelaussage“, man kann noch nicht sagen, ob sich dieser Verdacht bestätigen wird. Cramer findet übrigens in einer anderen Studie, dass solche Antikörper auch bei Verhütungsmitteleinnahme, Knochenbrüchen, chirurgischen Eingriffen im Unterleib, Rauchen … auftreten.

Wäre man zynisch, könnte man sagen: Bekommen Sie Mumps, brechen Sie sich die Beine, lassen Sie sich operieren und fangen Sie an zu Rauchen. Wenn Sie das alles tun, sinkt Ihre Chance, an Eierstockkrebs zu erkranken. Vielleicht.

Man ist an dieser Stelle trotzdem fast verstört: in der 17. Auflage hat es Hirte tatsächlich geschafft, eine Referenz zu finden, die perfekt zu seinen Behauptungen passt.

Und dann gleich noch einmal mit Silverberg 2011, der aus Patientendaten folgert, dass Windpocken einen gewissen Schutz gegen Atopische Ekzeme bieten. Die Studie ist gut, aber klein und wird von Experten nur als Hinweis für weitere Forschung in diese Richtung gesehen.

Nur – selbst wenn man annimmt, dass die Studie absolut korrekt ist: Vor der Einführung der Impfung gab es in den USA ca. 105 Tote durch Windpocken (plus 40, bei denen die Windpocken beitrugen), in den Jahren 2002-2007 aber zusammen nur mehr 122 Todesfälle.

Harmlose Kinderkrankheiten
Damit kommt man zu der dunklen Seite der Medaille, die Hirte aber völlig egal ist: Dass Kinderkrankheiten eben nicht harmlos sind. Selbst bei den „superharmlosen“ Windpocken starben in den USA jedes Jahr noch immer Dutzende Kleinkinder (abgesehen von anderen Komplikationen).

Das ist aber kein Vergleich zu den Masern.

Bei der letzten Epidemie in Frankreich mussten 40% der Säuglinge im ersten Lebensjahr und rund die Hälfte der Erwachsenen ins Krankenhaus eingeliefert werden.

Bei 20% der Maserninfektionen kommt es zu Komplikationen wie Pneumonie. Die Häufigkeit einer Masernenzephalitis beträgt etwa 1–2 pro 1.000 gemeldete Maserninfektionen, davon verlaufen 25% letal, ein Drittel der Überlebenden erleidet bleibende schwere Folgeschäden.

Nach neuen Erkenntnissen kommt es bei Kindern, die während ihrer ersten fünf Lebensjahre eine Maserninfektion durchgemacht haben, bei 1:1700 bis 1:3300 zu SSPE, einer immer tödlich verlaufenden Krankheit, bei der es im Schnitt nach 8 Jahren zu Bewegungsstörungen, Demenz und Wachkoma kommt. Und danach der Tod. Ein grausliches Schicksal.

Aber solche Kleinigkeiten nehmen wir doch gerne in Kauf, damit unsere Kinder an der Krankheit wachsen können.

2 Millionen Krebsfälle durch Infektionskrankheiten
Inzwischen wurden etwa 20% aller Krebsarten mit Infektionskrankheiten in Zusammenhang gebracht, in einer Studie von 2008 wurde geschätzt, dass etwa 2 Millionen Krebsfälle pro Jahr durch Infektionskrankheiten verursacht werden.

Hirte tut sein Bestes, um Impfungen kontrovers darzustellen. Wo das fachlich gedeckt ist, zitiert er mit Freuden Probleme und Nebenwirkungen von Impfungen. Es wäre eine Lüge, würde man behaupten, dass Impfungen immer problemlos und ein reiner Segen sind. Impfungen sind Medikamente.

Wenn Sie ein beliebiges Medikament aus ihrem Schrank nehmen, werden Sie auf dem Beipackzettel eine lange Liste von Hinweisen, Nebenwirkungen und Verboten finden. Genauso ist es auch bei Impfungen.

Es ist immer notwendig, diese Nebenwirkungen gegen die Wirkung abzuwägen.

Bei der Pockenimpfung waren die Nebenwirkungen furchtbar. Ein bis zwei Menschen pro Million starben an der Impfung. Trotzdem hat man geimpft. Ihr Vorgänger, die Variolation, tötete fast 2% der Menschen, bei denen sie angewendet wurde. Und trotzdem wurde sie von Herrschern wie Katharina der Großen von Russland für eine segensreiche „Erfindung“ gehalten. Weil eben nur 2% daran starben. Der Blutzoll der Pocken war weit höher.

Heute sind sie durch die Impfung ausgerottet; ein Schicksal, das man auch anderen Krankheiten wünscht. Die Pockenimpfung war trotz ihrer schlimmen Nebenwirkungen ein Segen.

Objektiv betrachtet überwiegt bei Impfungen klar das Pro. Damit es trotzdem kontrovers wird, muss Hirte – wie wir noch sehen werden – ein paar Probleme auf Seiten der Impfungen erfinden.

Verschwörungstheorien
Nach einem kurzen Ausflug ins Historische macht er sich daran, die Empfehlungen und die Ständige Impfkommission Deutschlands (bzw. die analogen Gremien in Österreich und Deutschland) nach Kräften zu diskreditieren.

Hirte versucht dabei auch alle, die Impfungen für gut befinden, ins Zwielicht zu rücken: Die Kinderärzte werden praktisch alle von den Pharmafirmen, der Stiko, den Ärztekammern mit Impfempfehlungen bombardiert und unter Druck gesetzt, sich nur ja nicht gegen Impfungen auszusprechen.

Impfungen seien eine individuelle, intuitive Entscheidung, die sich nicht rational erfassen lasse. Man beachte: Er versucht aus einer medizinischen Entscheidung eine Glaubensfrage zu machen, das Rationale auszublenden. Man soll selbst eine individuelle Impfentscheidung treffen und sich dabei möglichst nicht von Fakten leiten lassen.

Er spricht dabei von einem Angstniveau, das aufgebaut werde, um Impfungen durchzudrücken. Das erscheint fast absurd, denn Hirte versucht mit unbewiesenen und widerlegten Behauptungen selbst möglichst viel Angst vor Impfungen zu säen.

Dass sich in der STIKO keine Impfkritiker finden, erklärt er mit angeblichen Interessenskonflikten: die Mitglieder seien alle nicht unabhängig. Gleiches gilt natürlich für alle entsprechenden Kommissionen, in Österreich, in der Schweiz, einfach überall.

Hirte konstruiert hier eine weltweite Verschwörung, bei der einfach „alle“ gegen das Wohl der Bürger arbeiteten. Nun, in seinem nächsten Buch kann er auch die Stiftung Warentest in diese Verschwörung aufnehmen, deren Empfehlungen decken sich nämlich fast vollständig mit denen der STIKO.

Dass rationale Überlegungen zu diesem Konsens führen, kommt ihm nicht in den Sinn; auf der Autobahn sind hunderte Geisterfahrer.

Wir wollen diesen Hickhack etwas überspringen und wieder zu konkreten Behauptungen weitergehen (zu sagen gäbe es allerdings genug).

Formaldehyd
Hirte schürt dann im Bereich „Totimpfstoffe“ Angst vor Formaldehyd, das bei der Herstellung mancher Impfstoffe Verwendung findet und krebserregend sei.

Immerhin seien 0,005 bis 0,1 Milligramm pro Impfdosis enthalten. Schrecklich, nicht? Man fragt sich: Wie krebserregend muss dann erst unser Blut sein? Darin sind nämlich im Schnitt 2 bis 3 Milligramm Formaldehyd pro Liter enthalten.

Thiomersal
Danach springt er zu Thiomersal und zitiert gleich einmal die CDC 1999. Allerdings falsch, da das CDC feststellte, dass es keine Hinweise für ein konkretes Problem gebe. Man entschied damals einfach, absolut kein Risiko einzugehen, immerhin ging es um Kleinkinder.

Besonders ein Zusammenhang zu Autismus wurde gerne behauptet – eine Idee, die inzwischen durch viele Studien widerlegt wurde.

Und was macht Hirte in einem solchen Fall? Der wissenschaftliche Konsens wird natürlich ignoriert, stattdessen zitiert er Mark Geier zum Thema. Dem ehemaligen Arzt Geier, der auch als professioneller Zeuge arbeitete, wurde inzwischen in allen Bundesstaaten der USA die Approbation entzogen. Er hatte autistische Kinder gefährdet, da er sein Geld damit verdiente, ihre Eltern mit teuren und sinnlosen Behandlungen abzuzocken.

Geiers „Studien“ sind nicht nur ein Fall für die Mülltonne, sie sind das allerletzte. Ben Goldacre z.B. schreibt, dass man Studien wie von Geier mit einem Warnhinweis versehen sollte

Fazit: Man könnte noch einige Seiten mit Kritikpunkten füllen, da das Buch auch im Folgenden mit vielen Fehlern und absurden Behauptungen glänzt. Um „Kontra“ darzustellen, muss Hirte den wissenschaftlichen Konsens ignorieren, Pseudowissenschaftler und Betrüger wie Geier zitieren und glänzt mit Falschaussagen die einem die Haare zu Berge stehen lassen.

  1. Dr. Caligari
    26. Juli 2013, 15:41 | #1

    Martin Hirte wäre sicher damit einverstanden,
    wenn man an Ihm mal das Gesundheitspotential
    einiger Biologischen Kampfstoffe ausprobiert.

  2. Groucho
    26. Juli 2013, 17:15 | #2

    Zu Hirte muss man halt auch wissen, dass er Anthroposoph ist. Und die glauben an Karma. Wenn also ein Kind an Masern stirbt, ist das kein Beinbruch, da kann die Seele schneller inkarnieren, um die Schuld abzubauen und sich weiter zu entwickeln. Als zugelassener Kinderarzt darf er sowas natürlich nicht sagen, ohne Gefahr, dafür die Approbation zu verlieren.

    Man pseudowissenschaftelt also vor sich hin und gibt sich nur „kritisch“, z.B. indem man sagt, Masernimpfung ja, aber erst ab 14, falls noch nicht eingetreten. Was speziell bei Masern bedeuten würde, dass, würden das alle tun, sogut wie jedes Kind diese hochansteckende Erkrankung durchmachen würde. Mit entsprechend vielen Toten, Behinderten und dahinsiechenden SSPE-Opfern. Blöd, aber wo käme man da hin, wenn wir künstlich ins Karma eingreifen.

    Anthroposophie ist halt brutal menschlich …

  3. elvae
    26. Juli 2013, 17:57 | #3

    Gestern hatten die einen von dem Verein im WDR2-Radio (nebst einen Vertreter der Stiko)
    Ich konnts leider nicht zuende hören…
    http://www.wdr.de/radio/home/podcasts/channelausspielung.phtml?channel=wdr2_arena

  4. miz
    26. Juli 2013, 18:17 | #4

    @ elvae
    Als der Kollege anfing, vom „Sinn“ der Krankheiten zu schwafeln, habe ich den Sender gewechselt…

  5. elvae
    26. Juli 2013, 18:22 | #5

    @ miz
    Ich konnt etwas länger aushalten, aber auch nicht wirklich viel ^^

  6. Headnicker
    26. Juli 2013, 21:49 | #6

    Ihr heult ja rum …

  7. editor
    26. Juli 2013, 22:15 | #7

    Eines muss man wahrscheinlich Hirte zu Gute halten. Er hat subjektiv gute Erfahrungen in seiner Ordi gemacht.

    Aber: Hirte geht auch mal auf Urlaub (auf Fortbildung eher nicht) und da hat er sehr oft ungefragt eine Vertreterin genannt. Die Homöopathin Dr Lindlbauer (ehemals STIKO Mitglied). Und die hat mit den Eltern geredet und die Kinder geimpft. Auf diese Weise sind die Kids in Hirtes Ordi eigentlich ganz gut durchgeimpft. Daher kommen auch Hirtes guten Erfahrungen mit vermeintlich ungeimpften Kindern.

    Das Böse ist immer und überall 😉

  8. The Doctor
    27. Juli 2013, 00:12 | #8

    Was mich so richtig ankotzt ist die irre hohe Zahl an 5*-Rezis, denen auch kaum Widerspruch in den Kommentaren entgegensteht, während die wenigen kritischen und sachlich fundierten 1*-Rezis durch unsachliche und pöblerische Kommentare angegriffen werden.

  9. MagicGuitar
    27. Juli 2013, 00:40 | #9

    @ The Doctor
    Naja wo die herkommt, ist doch klar: Welches Klientel kauft wohl überwiegend ein so hirnverbranntes Buch von einem ebenso zweifelhaftem Autor? Diesen Effekt trifft man aber bei jedem Produkt an, welches mit einer bestimmten Szene verknüpft ist.

    Mich ärgert eher, dass es einfach keine Möglichkeit zu geben scheint gegen solche Schundwerke vorzugehen, deren Inhalt einfach nachweislich falsch ist oder zumindest durch sehr zweifelhafte Quellen belegt wird.
    Denn während er sich kaputtlacht, wenn er vorschlägt doch Ärzte für Impfschäden haften zu lassen, so würde er niemals für die Schäden seiner Fehlinformation haften. Jahrelange Aufklärungsarbeit macht er einfach zunichte. Gleichzeitig belegt die Größe seiner Anhängerschaft ein massives Bildungsproblem.

    Wahrscheinlich erfährt dieses Buch gerade wieder eine Blütephase während der medialen Diskussion um eine Impfpflicht und die Masernimpfung. Wie ich solche Leute kenne fühlen die sich nur noch bestätigt und rezitieren gebetsmühlenartig Psalmen aus diesem Buch.

  10. DR. Steiner
    27. Juli 2013, 04:13 | #10

    Die absolute feinstoffliche Gesundheit und loslösung
    aller Karmaprobleme, kann problemlos durch eine,
    im vorherigen Leben, selbstbestimmte
    Ebola Infektion garantiert werden.
    Genauso wie es Raucherzimmer gibt,
    werden zurzeit an sog. Walddoofschulen entsprechende
    Karmazimmer zur unentgeltlichen Infektion
    mit neuesten Biologischen Kampfmitteln eingerichtet.

    Das ist unsere Saat für ein besseres
    nächstes Leben im höheren Sein.

  11. anonym
    27. Juli 2013, 10:15 | #11

    … vielleicht sollte mal jemand den Anthroposophen sagen dass sie die Sache mit dem Karma nicht ganz so richtig begriffen haben. Karma (Das Prinzip von Ursache und Wirkung) kann als eine Art Rucksack verstanden werden. In diesen Beutel kommen die guten Taten und die schlechten Taten die man im Laufe seines Lebens so verübt. Diesen Beutel schleppt man in diesem und im nächsten Leben mit sich herum. Um das „Schlechte“ aus dem Rucksack rauszukriegen reicht es nicht einfach mal Krank zu werden und zu Leiden, sondern man muss aktiv werden und an sich selbst arbeiten („gute Taten“, Meditation und was Buddhisten sonst noch so an Mitteln kennen). Krankheiten die einen in diesem Leben richtig runterziehen können (!) nach buddhistischer Tradition ein Ausdruck von „schlechtem“ Karma aus einer vorherigen Inkarnation sein. Man sollte vielleicht katholische Vorstellungen (Leben ist Leid und DU hast SCHULD) nicht mit dem Begriff Karma verwechseln / gleichsetzen / verschmelzen.
    siehe hierzu vielleicht mal als Einstieg:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Karma
    … und als Weiterführende Literatur Schriften von hohen gelehrten aller buddhistischen Schulen

  12. gesine
    27. Juli 2013, 14:57 | #12

    Wenn also ein Kind an Masern stirbt, ist das kein Beinbruch

    thx Cpt Obvious, messerscharfe Diagnose :p

    Radio *unaushaltbar*

    Deswegen lagere ich solche Kabinettstückchen ein und kann sie dann, falls es nötig werden sollte oder gerade der große Archivierungsdrang ausbricht, etappenweise anhören (oder auch sehen, falls TV). So werden allzu brutale Zustände recht gut vermieden, obgleich das Procedere ein wenig an the late Zappa erinnert.

  13. 27. Juli 2013, 23:00 | #13

    Da muss ich doch auf meinen Artikel über die Impfgegnerargumente linken http://jeenaparadies.net/weblog/2012/sep/impfgegner

  14. 28. Juli 2013, 11:48 | #14

    Der 100 % Bullshit Button gefällt mir. Sehr passend …

  15. editor
    29. Juli 2013, 12:57 | #15

    @Jeena

    in deinem Aufsatz Impfgegner ist eines ganz falsch: Formaldehyd.
    Der ist in inaktivierten Impfstoffen immer noch drinnen. In mg Mengen.

    Formaldehyd ist aber ein normales und lebenswichtiges Stoffwechselprodukt des Körpers (und auch von pflanzen). Der mensch produziert und metabolisiert proTag ca 50 Gramm. Halbwertszeit 1,5 min.

  16. editor
    29. Juli 2013, 13:20 | #16

    uuups- soll heissen µg Mengen (microgramm)

  17. editor
    30. Juli 2013, 09:25 | #17

    nachdem der Blog geschlossen ist hier noch eine URL zur Vernachlässigung von Kindern

    http://www.dksb-nds.de/images/web/Brosch%C3%BCre_Kindesvernachl%C3%A4ssigung.pdf

    aus pädiatrischer Sicht steht ganz klar fest, dass unzureichend geimpfte Kinder vernachlässigte Kinder sind, eine Form der Kindesmisshandlung- das ist auch international so.

    Aber passt eh ganz gut zu Dr Hirte: Als Arzt der unzureichend impft vernachlässigt er seine Sorgfaltspflicht, er tut dabei natürlich nicht selbst die Kinder (durch Unterlassung) misshandeln, aber für Beihilfe dazu reichts allemal.

  18. Lady Sibyl
    2. August 2013, 14:37 | #18

    Hurra, endlich mal ein Artikel der dieses furchtbare Buch mit den zweifelhaften Studien mal tüchtig auseinandernimmt.
    Ergänzend würde ich gerne noch bemerken, dass Herr H. gar nicht mehr als kassenäztlich zugelassener Arzt praktiziert, sondern nur noch als Privatarzt praktiziert (man verdient natürlich besser, wenn man die Begleitsymptome behandelt als so eine doofe billige Impfung zu verabreichen)
    Ausserdem ist das Argument, die Impfseren enthielten Thiomersal bei Impfstoffen für Kinder eine glatte Lüge. Da das Immunsystem von Kinder i.d.R: gut reagiert, sind keine Adjuvantien nötig, die fügt man nur bei, wenn eine Immunreaktion geboostert werden soll, z.b. bei Grippeimpfstoffen, da ältere Patienten ein schwächer reagierendes Immunsystem haben.
    MMR-Vakzine enthalten KEIN Thiomersal.

  19. editor
    5. August 2013, 09:46 | #19

    @ Lady Sibyl

    also zunächst sind Impfstoffe keine Impfseren. Thiomersal als Konservierungsmittel (0,01%) ist seit mehr als 10 jahren nicht mehr in Impfstoffen (in der EU) enthalten. Ausnahme: Manche pandemische Impfstoffe in Mehrdosenbehältnissen.

    Und natürlich enthalten Kinderimpfstoffe wie (Infanrix Hexa , Prevenar, FSME-Impfstoffe etc ) Aluminiumhaltige Adjuvantien. Lebendimpfstoffe wie MMR, VZV, Rotavirus-Impfstoffe haben nie Thiomersal enthalten, das würde jeden Lebendimpfstoff inaktivieren.
    Und die meisten Influenza Impfstoffe (man soll nicht Grippeimpfstoffe sagen- das verwirrt) enthalten kein Adjuvans.

    Nur zur Klarstellung.

    Aber das Buch von Hirte ist Bullshit- klare Sache

  20. The Doctor
    5. August 2013, 10:10 | #20

    @ editor:

    „man soll nicht Grippeimpfstoffe sagen- das verwirrt“

    Warum nicht?

  21. editor
    6. August 2013, 14:19 | #21

    @ the doctor,

    Es gibt Influenza Impfstoffe, die sind wirksam gegen Infektionen mit INF-Viren, mitunter auch echte Virusgrippe genannt.

    Dann gibt es den sog grippalen Infekt (mitunter auch unechte Grippe genannt) das sind banale virale Infektionen – davor schützt der Influenza Impfstoff nicht.

    Und das wird oft durcheinander gebracht, dann sind die Leute zornig, weil sie trotz „Grippe-Impfung“ einen grippalen Infekt haben und lassen sich in Folge nicht mehr impfen.

    Und weder im Beipackzettel noch in der Fachinfo steht das Wort Grippe Impfstoff.

  22. TH
  23. TH
    27. August 2013, 11:41 | #23

    Na also, eine satte Zweidrittel-Mehrheit für die Impfpflicht. Nun könnte man endlich Art. 66 Grunzgesetz „Jeder hat das Recht auf Einbildung und darf so saudoof sein wie er will“ den Passus „Psiram, da sind sie geholfen“ hinzufügen.

  24. TH
    31. August 2013, 15:31 | #24

    In den Kommentaren zu dem Artikel bei t-online findet sich auch ein impfkritischer User mit dem Nick „TPIverlag“. Das ist Matthias Bormann:
    https://vikas.de/bormann%20matthias%20radeberg.html

  25. Keck
    24. Juli 2014, 23:01 | #25

    Schade wie hier über Andersdenkende hergezogen wird.
    Viele Menschen stehen dem Thema Impfen kritisch und/oder hilflos gegenüber. Leider bekommen die viel zu oft, statt echter Informationen nur solche Sprüche wie hier bei euch um die Ohren gehauen. Das macht nicht eben sicherer. Argumentation ist toll – wenn sie sachlich bleibt und Raum für Gegenargumente lässt.

    Hier nochmal zum Nachlesen:

    http://de.wikipedia.org/wiki/Anthroposophie
    http://de.wikipedia.org/wiki/Kritik

  26. 25. Juli 2014, 14:26 | #26

    @ Keck
    Ach Gottchen. Die „wir armen unterdrückten Impfgegner/Anthroposophen/was-auch-immer“-Nummer. Wie wäre es denn mal mit ein paar Argumenten anstatt der beleglosen Anschuldigungen? Dann könnte man Dich vielleicht auch ernstnehmen.

  27. Wintermute
    26. Juli 2014, 17:27 | #27

    Seufz. Eigentlich bin ich ja strikt gegen jede Art von Bücherverbrennung, aber dieses Machwerk hier…

  28. DerKritiker
    6. Mai 2015, 10:58 | #28

    PSIRAM, welche Rolle spielen Interessenkonflikte von Ärzten, Pharmaunternehmen etc. beim Thema Impfen?
    Hört auf, den Eindruck zu erwecken, es gäbe nur eine Wahrheit. Zeigt euren Lesern, dass es noch einen großen Graben an Ungewissheit zu überwinden gibt, den Befürworter und Gegner mit Überzeugungen überwinden wollen. Hört auf, zu leugnen, dass mit Impfungen Geld verdient und intensives Marketing betrieben wird. Benutzt nicht das Wort „Fakten“, wenn es um Wahrscheinlichkeiten und Vermutungen geht. Wagt es nicht individuelle Kritiker schlecht zu machen, denn sie beschäftigen sich mehr mit dem Thema als die überwiegende Mehrheit der Leute, die bedenkenlos impfen lässt.

    Übrigens Auch witzig, dass der Autor hier es sich spart, über Aluminium zu sprechen 😀
    Ist wahrscheinlich vollkommen unproblematisch…

  29. Ines Zett
    14. Juli 2015, 17:10 | #29

    Tja, mich würde mal interessieren, was all die so gut informierten hier zu Ärzten (nb auch Pediatern!!) sagen, die ihre eigenen Kinder NICHT impfen …? Mag sein, dass Hirte in seinem Buch nicht wissenschaftlich vorgeht und Lücken gefunden werden können. Allerdings ist die Aussage lächerlich, dass die Pocken durch die Impfung ausgerottet worden sind. Wer lesen kann weiß, dass es trotz Impfung zum Krankheitsausbruch kommen kann, denn es gibt keine Impfung, die zu 100 % schützt! Demzufolge kann keine Krankheit ausgerottet werden, schon gar nicht durch impfen.
    Ich empfehle, die kritischen Aspekte, die man an anderen tadelt, auch und vor allem an sich selbst zu suchen. Von wegen wissenschaftlich!
    Ein letzter Satz: dass Impfungen gut verträglich sind und extra an das Wohl der Kinder gedacht wird, indem schädliche Substanzen weggelassen werden ist ein Widerspruch zu der Tatsache, dass jedes Jahr viele Kinder nach Impfungen sterben oder mit gesundheitlichen Schäden ihr Leben fristen.

  30. Groucho
    14. Juli 2015, 21:21 | #30

    Ines Zett :

    Tja, mich würde mal interessieren, was all die so gut informierten hier zu Ärzten (nb auch Pediatern!!) sagen, die ihre eigenen Kinder NICHT impfen …?

    Wenn sie es aus Prinzip nicht tun, ist das ein klarer Behandlungsfehler und sie sollten ihren Job an den Nagel hängen.

    Mag sein, dass Hirte in seinem Buch nicht wissenschaftlich vorgeht und Lücken gefunden werden können. Allerdings ist die Aussage lächerlich, dass die Pocken durch die Impfung ausgerottet worden sind. Wer lesen kann weiß, dass es trotz Impfung zum Krankheitsausbruch kommen kann, denn es gibt keine Impfung, die zu 100 % schützt! Demzufolge kann keine Krankheit ausgerottet werden, schon gar nicht durch impfen.

    Warum erkrankt dann niemand mehr an Pocken, obwohl man heute nicht mehr impft? Wenn Sie die Mechanismen der Herdenimmunität und der Epidemiologie nicht verstehen – wie sich aus Ihrer Aussage folgern lässt – sollten Sie sich lieber diesbezüglich einarbeiten statt anderen Dummheit zu unterstellen.

    Ich empfehle, die kritischen Aspekte, die man an anderen tadelt, auch und vor allem an sich selbst zu suchen. Von wegen wissenschaftlich!

    Sie können davon ausgehen, dass die Autoren hier genug Fachwissen haben und die Aussagen hier den Stand der Wissenschaft darstellen.

    Ein letzter Satz: dass Impfungen gut verträglich sind und extra an das Wohl der Kinder gedacht wird, indem schädliche Substanzen weggelassen werden ist ein Widerspruch zu der Tatsache, dass jedes Jahr viele Kinder nach Impfungen sterben oder mit gesundheitlichen Schäden ihr Leben fristen.

    Impfen ist immer eine Risiko-Nutzen Abwägung. Bei den üblichen Impfungen ist dieses Verhältnis dermaßen gut und sinnvoll, dass man schon von Verschwörungstheorien durchdrungen sein muss, um das nicht zu sehen. Vielleicht sollten Sie sich nicht ausschließlich auf Impfgegnerseiten „informieren“.

  31. UEmm
    14. Juli 2015, 22:03 | #31

    Habe eben was bei Dr. Hirte auf der Internetseite gefunden:

    „Seit Jahren sind die Impfstoffe die umsatzstärkste Arzneimittelgruppe.“

    In meiner Quelle (GKV Zusammenfassung für das erste Quartal 2014 finde ich die Impfstoffe in ihrer Arzneimittelgruppe (Rote Liste Indikationsgruppe 75) mit einem Gesamtumsatz von 87.171.000€ auf Platz 26, dem letzten Platz dieser Statistik. Gemessen am Gesamtumsatz in diesem Zeitraum (8.463.842.600€) sind das ziemlich genau 1% des Umsatzes.

    ….naja ……

  32. Claudia
    11. Januar 2017, 14:34 | #32

    Da wüßte ich zu gerne, womit sich meine zweijährige Tochter das Karma so versaut hat, dass sie mit einem Tumor auf die Welt kam und seither eine Chemo und Bestrahlung nach der anderen ertragen muss. Das kommt bestimmt nicht vom Ameisenzertreten im letzten Leben.

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