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Artikel Tagged ‘Ausbildung’

Verzweifelt gesucht: Argumente pro Heilpraktiker

4. September 2017 64 Kommentare

Ende August veröffentlichte eine Gruppe von Wissenschaftlern, Medizinern und Journalisten das „Münsteraner Memorandum Heilpraktiker“ mit dem Ziel, die Politik zum Umdenken bei der Heilpraktiker-Zulassung zu bewegen (wir berichteten). Seitdem wird darüber viel diskutiert, gestritten, polemisiert, nicht selten mit heftigen persönlichen Angriffen.

Was ist da passiert? Ein kurzer Rückblick:

Zunächst wird im Memorandum der Status Quo des Heilpraktikergesetzes von 1939 erläutert:

Durch die staatliche Anerkennung von Heilpraktikern als „Heilkunde” Ausübende und durch die gesetzlich fixierte Berufsbezeichnung „Heilpraktiker” (vgl. Heilpraktikergesetz §1) wird Patienten suggeriert, es handle sich um staatlich geprüfte Heiler, die im Grunde äquivalent zu Ärzten ausgebildet seien und deren Kenntnisse sich zudem – anders als die vieler Ärzte – nicht auf ein oder zwei Fachgebiete beschränkten. Dies wäre jedoch ein klarer Fehlschluss: Medizinstudenten durchlaufen ein der Wissenschaftlichkeit verpflichtetes Studium, an dessen Ende eine staatliche Prüfung steht. Heilpraktiker haben demgegenüber nur eine einzige Prüfung zu bestehen, in der sie nachweisen müssen, dass sie sich bestimmter Grenzen ihres Kompetenzbereichs bewusst sind, etwa bei der Behandlung von Infektionskrankheiten. Darüber hinaus gibt es keine staatlich regulierte Ausbildung.

Weiterhin enthält das Memorandum eine kurze Beschreibung der Arzt-Ausbildung und stellt dieser die Voraussetzungen für den Erwerb der Heilpraktiker-Zulassung gegenüber.

Im weiteren Verlauf werden Bedenken geäußert, welche die Wahrnehmung und Stellung des Heilpraktikerwesens im Gesundheitssystem betreffen:

Gerade wegen der in Deutschland in nahezu allen Bereichen üblichen und erwartbar hohen Qualitätsstandards gehen Menschen hierzulande davon aus, dass solche Standards alle wichtigen Lebensbereiche regulieren – also auch die Gesundheitsversorgung durch Heilpraktiker. Umso größer ist die Gefährdung durch das unkontrollierte Feld des Heilpraktikerwesens.

Als Fazit werden zwei Lösungsvorschläge angeboten, um eine möglichst sichere Versorgung mit gesundheitsbezogenen Dienstleistungen zu erreichen: Einerseits die Streichung des Heilpraktiker-Berufes, alternativ eine Regulierung der Ausbildung und der Tätigkeitsbereiche, die den strengen Anforderungen in anderen Gesundheitsberufen entspricht.

Dass dieses Memorandum von vielen Heilpraktikern als persönlicher Angriff gewertet wird, ist nachvollziehbar, geht es doch in vielen Fällen um die Existenz, um den Verlust der Früchte jahrelanger harter Arbeit und nicht zuletzt um die Reputation als „so etwas ähnliches wie Arzt“. Mehr…

Irrsinn & Doppeldenk in der Pharmazie – eine Blogempfehlung

9. Oktober 2012 22 Kommentare

Die Pharmaziestudentin Claudia Graneis berichtet in ihrem Blog NOW/HERE von der Teilausbildung in und Anwendung von feinstem Humbug.

Das Ganze erinnert uns an eine schon in die Jahre gekommene – aber anscheinend doch recht aktuelle – Dystopie.

In dieser wurde, wie im heutigen Medizin- und Pharmaziestudium, das so genannte „Doppeldenk“ staatlich verordnet und konsequent angewendet.

Dabei fragen wir uns, warum das Standardprogramm von den staatlichen Stellen nicht für ausreichend gehalten wird, wozu braucht es da dann noch Intervention?

Wir können nur empfehlen, den Artikel zu lesen, denn hier wird der Versuch unternommen Antworten zu diesem Thema zu finden.

Homöopathie in der Pharmazie – eine Bestandsaufnahme

Für Diskussionen und Kommentare kann man den Scienceblog blooDNAcid besuchen, in dem der Beitrag als Gastblog erschienen ist:

Homöopathie in der Pharmazie – eine Bestandsaufnahme; Teil 1