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Artikel Tagged ‘christlicher Fundamentalismus’

Religiöse Fundamentalisten auf dem Vormarsch

26. Februar 2010 4 Kommentare

Überall auf der Welt verschmelzen religiöse und politische Themen, verlaufen politische Fronten entlang von Konfessions- oder Religionsgrenzen. Der Feind ist immer der Andersgläubige. Meist beruhen die Konflikte auch auf ethnischen oder sozialen Spannungen, doch in der Religiosität entladen sie sich bis hin ins Private. Im Namen Gottes wird Furcht und Schrecken verbreitet. Weltweit sind religiöse Fundamentalisten auf dem Vormarsch.
Egal, ob islamistisch oder christlich-fundamentalistisch – sie versuchen mit allen Mitteln, ihre Anhängerschaft und ihren politischen Einfluss zu vergrößern. Die islamischen Fundamentalisten haben den westlichen säkularen Gesellschaften den Kampf angesagt. Sie nutzen jede Gelegenheit, um den Dauerkonflikt der Wertevorstellungen anzuheizen, seien es die Mohammed-Karikaturen, das Papst-Zitat oder der Kopftuch-Streit. Gezielt greifen sie die Meinungsfreiheit an, überziehen liberale Muslime mit Todesdrohungen.
Die christlichen Fundamentalisten mögen in der Wahl ihrer Mittel weniger militant sein. Doch auch sie sind besessen davon, ihre Ziele gesellschaftlich und politisch durchzusetzen. Plötzlich heißt es wieder, Gott, und nur Gott allein habe die Welt erschaffen, Darwins Schriften seien blasphemisch. Eine ‚Gegen-Aufklärung‘ wird inszeniert.
Dirk Laabs trifft religiöse Fundamentalisten christlicher und islamischer Couleur in Deutschland, Belgien, Kanada und den USA. Er trifft aber auch Menschen, die vor dem Einfluss der Fundamentalisten warnen, die ihnen den Kampf angesagt haben: Experten wie die US-Autorin Barbara Victor (‚Beten im Oval Office‘), der Publizist Henryk M. Broder und der französische Islamkritiker Abdelwahab Meddeb decken auf, wie massiv der Einfluss religiöser Fundamentalisten bereits ist und wie sehr er von uns allen unterschätzt wird.
Sind die religiösen Fundamentalisten eine Bedrohung für unsere Gesellschaft? Wie müssten sich aufgeklärte Gesellschaften verändern, um den Vormarsch der neuen Fundamentalisten zu stoppen? Kann eine moderne Gesellschaft dieses Phänomen nicht einfach aushalten? Oder haben wir schon kapituliert? Die Dokumentation will auf diese Fragen Antworten geben.

Teil 2

Teil 3

Teil 4

Teil 5

Evangelikale – das gefährlichste Virus des 21. Jahrhunderts

15. Dezember 2009 4 Kommentare

Ted Haggard, ehemaliger evangelikaler Pastor und früherer Präsident der amerikanischen Evangelikalen-Vereinigung, zählte in seinem Amt ca. 30 Millionen Christen zu seinen Schäfchen, von denen bei der letzten Wahl 80 Prozent für George Bush stimmten. Nach einem Gespräch 2005 mit dem Präsidenten äußerte er: „Religion und Politik waren in Amerika schon immer miteinander verflochten. Es waren die besten Momente der Politik, wenn Evangelikale Einfluss hatten: Martin Luther King, Jimmy Carter, Ronald Reagan, Bill Clinton, George Bush – alles Evangelikale.“

Colorado Springs ist Amerikas Zentrum der religiösen Rechten. Nirgendwo in den USA ist die Anzahl christlicher Institutionen höher. Sie nennen sich Focus on the Family, International Bible Society, Compassion International oder Fellowship of Christian Cowboys. Sie betreiben Verlage, Bildungseinrichtungen, Stiftungen, Schwangerschaftszentren, Radiosender und Consulting-Firmen.

Eines ihrer gemeinsamen Lieblingsthemen ist der radikale Kampf gegen Homosexualität. „Focus on the Family“ engagiert sich in den USA vehement dafür, dass Homosexualität überwunden werden könne und müsse. Ihr Ziel ist jedoch, das Thema Schwule & Lesben weltweit auszurotten unter dem schönen Slogan „Förderung und Verteidigung der Familie in der ganzen Welt“.

Es handelt sich hier nicht um eine kleine Organisation, der Vorsitzende James Dobson produziert eine tägliche Radiosendung, die in mehr als einem Dutzend Sprachen und laut Focus on the Family von über 6.000 Radiosendern weltweit gesendet, von mehr als 200 Millionen Menschen in 164 Ländern täglich gehört und von etwa 80 US-Fernsehsendern täglich übertragen wird.

Weltweite Missionsarbeit unter dem Deckmantel humanitärer Hilfe mit dem besonderen Einsatz gegen Unterdrückung und Missachtung der Menschenrechte gehört natürlich auch zum Programm der Institution. Laut eigenen Angaben finden Hilfsprojekte bereits in 90 Ländern statt, immer auch mit dem speziellen Anliegen der Versorgung von Kindern.
Dabei scheint es wenig zu stören, dass ausgerechnet Dobson eine sehr eigene Art der Kindererziehung propagiert. In seinem Buch „Dare to Discipline“ schreibt er:

„Es sei nicht notwendig, ein Kind in die Untertänigkeit hinein zu schlagen; ein bisschen Schmerz kann schon bei einem jungen Kind viel erreichen. Die Schläge sollen jedoch von ausreichender Härte sein, damit das Kind wirklich weint“.

Eine weitere nette Publikation nennt sich „Bringing up boys“, die sich der Homosexualität widmet. Darin äußert Dobson:

„Wer von uns würde wissentlich einen Weg wählen, der in Entfremdung von der Familie, Ablehnung durch Freunde, Abscheu der heterosexuellen Welt, Aussetzung gegenüber sexuell übertragbaren Krankheiten wie AIDS und Tuberkulose und eine kürzere Lebensspanne münden würde? Nein, Homosexualität wird nicht ‚gewählt‘, abgesehen von seltenen Umständen. Im Gegenteil, verwirrte Kinder und Jugendliche befinden sich in der Lage, mit etwas umgehen zu müssen, das sie selbst noch nicht einmal verstehen“.

Dobson hat auch angeblich Ted Haggard mit seiner Therapie vom sündigen Homo-Laster befreit, nachdem dieser 2006 aller seiner evangelikalen Ämter enthoben wurde, nachdem sich herausgestellt hatte, dass er einen Callboy über drei Jahre hinweg für Sex bezahlte.

Haggard ist jedoch nach wie vor ein radikaler Homo-Gegner, dem jegliches Mittel recht ist, diese Sünde zu bekämpfen.

Im Gegensatz zu ihm und den meisten anderen Evangelikalen erscheint hier Dobsons Einstellung noch sehr großzügig, doch dass er es damit ernst meint, Homos ausschließlich umerziehen zu wollen, wird ihm aktuell niemand mehr abnehmen, wenn man an Uganda denkt:

„Uganda droht Schwulen und Lesben mit der Todesstrafe. Die Spuren des Skandals führen bis nach Washington – und bringen dort religiöse Netzwerke und hochrangige US-Politiker in Erklärungsnot.“

Dobson und sein Verein gehören natürlich zu der Gruppe der Evangelikalen, die in Uganda massiv missioniert und so wie es aussieht mit bahnbrechenden Erfolgen:

„Die Regierung soll Homosexuelle unter bestimmten Umständen hinrichten dürfen – das sieht das zurzeit im Parlament diskutierte „Anti-Homosexualitäts-Gesetz 2009“ vor, das noch in diesem Jahr verabschiedet werden könnte. Der ugandische Minister für Ethik, James Nsabo Butoro, begründete die Pläne in Interviews unter anderem so: „Die Makler der Unmoral verstoßen gegen Gottes Willen und schaden mit Lügen und Täuschungen unserer Gesellschaft.“ Homosexualität sei gegen die ugandische Kultur gerichtet. Wer Schwule oder Lesben aus Familie und Freundeskreis nicht an die Polizei verrät, soll deshalb ebenfalls für Jahre hinter Gitter.“

(der ganze Artikel hier)

Man kann nur hoffen, dass sich alle Nationen einsetzen und bei Bedarf Sanktionen verhängen, sollte es zur Umsetzung dieses Gesetzes kommen. Es wird auch endlich Zeit, die große Gefahr der Missionsarbeit fundamentalistischer Christen als solche einzuschätzen und ihren Machenschaften massiv entgegenzutreten.

Liebe Religioten

4. Oktober 2009 6 Kommentare

Liebe Religioten!

Es wird Zeit, ein ernstes Wörtchen zu reden. Ihr dürft gern glauben, woran ihr wollt, an grüne Socken, lange Bärte, das Ewige, Alfred Biolek … Alles kein Problem. Aber wenn ihr mit eurer Verzweiflung, eigentlich zu wissen, dass ihr Anhänger von Absurdistan seid, das aber verdrängt und unsereinem den Babyschuh zum Anziehen hinstellt, dann wird es unfair. Auch wir haben Spiegelneuronen. Auch wir müssen uns daher fremdschämen für Mitglieder dieser Art, die meinen, sie wären die exklusiv Auserwählten, von einer freudigen Blödheit beseelt die durchaus scheppert, juchzend und kopfnickend, bis der allerletzte Verstandeskrümel rausgeschleudert ist.

Echt: Ihr dürft das tun! Das ist doch eine frohe Botschaft! Ihr dürft jedem Märchenbuch dieser Welt glauben! Wenigstens in demokratischen Ländern ist das grundgesetzlich verankert.

Ach so. Worum es eigentlich geht: Um „fundamentalistische Säkularismusanhänger“

Die „Europäische Christliche Politische Bewegung“ spricht:

„[…] Keine Partei oder Gruppierung darf Anspruch auf gesetzliche Sondervorrechte erheben. Christlichdemokratisches Denken lehnt Säkularismus als öffentliche Ideologie kategorisch ab und die ECPM warnt vor dem Schaden, den fundamentalistischer Säkularismus einer Gesellschaft zufügen kann. Wir haben die Nase voll von dem fundamentalistischen Säkularismus in jeder Art von Gewaltrolle. Aber wir sind auch nicht auf der Suche nach einer Gewaltrolle für welche getrennte Glaubensgemeinschaft auch immer. Wir erkennen die Rolle des christlichen Glaubens in der Gestaltung der Freiheiten an, die unser Kontinent genießt. Trotzdem bekräftigen wir, dass der Staat die Rechte religiöser und kultureller Minderheiten anerkennen muss und sie in der öffentlichen Politik gleichberechtigt behandeln muss. […]“

He Jungs, ich spreng mal eben alles hoch, weil ich an nix glaub. Ja, was habt ihr denn geraucht??? Geht’s noch? Kampf den bösen Auswüchsen des Atheismus, Humanismus und Naturalismus, die jährlich tausende Gläubige in den Tod reißen, morden und abschlachten.

Wer hat denn hier den fetten Dreck am Stecken. Von der Zeit der Inquisition einmal ganz abgesehen, seid ihr heute keinen Deut besser als eure Gesinnungsgenossen, die fundamentalistischen Islamisten.

Ihr gnadenlosen Hassprediger gegen alles und jeden, der sich anhand eurer Bibelsprüche nicht für dumm und blöd verkaufen lässt und euch damit eurem, ach so erwünschten, Machtanspruch verweigert.

Über euren Missionsanspruch und den überbordenden Eifer dazu, kann unsereins nur lachen. Von wegen Gott und Religion der Barmherzigkeit. Außer einem krankhaften Machtanspruch und einem Streben nach Weltherrschaft habt ihr gar nichts im Sinn. Dazu ist euch jedes Mittel recht und wenn ihr könntet, wie es euch beliebt, dann würden wieder Scheiterhaufen brennen.

Mit dem kleinen Unterschied, dass nicht nur Hexen, sondern auch Säkulare, Moslems, Islamisten, Buddhisten, Hindus und liberale Christen jeglicher Konfession verheizt würden, denn jeder, der anders glaubt als ihr, ist schließlich des Teufels und müsste eliminiert werden zur Rettung des wahren Glaubens.

Nur zu gut, dass es noch Leute gibt, die euch durchschauen und die diese Verleumdungen an den Pranger stellen. Dass ihr von euch auf andere schließt, wenn es um Fundamentalismus geht, dürfte jedem klar sein, der nicht ganz hirnlos ist.

Somit ein Hoch auf die fundamentalistischen Evangelikalen, die nichts besser können, als sich selbst zu entlarven, weil ihnen der Verstand nicht reicht mit der Realität fertig zu werden.

Bravo ihr Möchtegernpropagandisten!

Auf in den Kampf der Aufklärung!

Fundamentalist mit „Football“

1. Oktober 2009 13 Kommentare

Der Football ist ein mobiles Lagezentrum, das es dem Präsidenten ermöglicht, sich an jedem Ort der Welt und zu jeder Zeit über die Situation im Falle eines Angriffes auf die USA zu informieren, Optionen zur Verteidigung und zum Einsatz vom Atomwaffen durchzugehen und erforderlichenfalls Befehle zur Durchführung von Atomschlägen und sonstiger militärischer Aktionen zu geben. Nach Meinung von Experten würde sich der Präsident im Fall der Fälle zusammen mit dem für den „Football“ verantwortlichen Adjutanten zurückziehen, um den Koffer zu öffnen. Der Adjutant und der Präsident würden die Abschussoption durchgehen und eine Entscheidung über den Einsatz von Kernwaffen treffen. Der entsprechende Befehl würde dann mit Hilfe des im Koffer eingebauten Kommunikationssystems an das Lagezentrum weitergegeben werden, und, nachdem sich der Präsident mit Hilfe seines Persönlichen Autorisierungscodes („Gold Codes“), den er immer an seinem Körper trägt, identifiziert hat, zur Ausführung gebracht werden.

Der „Football“ wird immer von einem von fünf (einer für jede Teilstreitkraft) Adjutanten des Präsidenten getragen, der sich immer in unmittelbarer Nähe des Präsidenten aufhält, solange dieser außerhalb des Weißen Hauses ist. Dieser ist ein Offizier des US-Militärs der Besoldungsstufe O-4 (Major) oder höher. Alle Adjutanten haben die umfassendste Sicherheitsüberprüfung der USA durchlaufen (Yankee White) und sind immer bewaffnet.

http://de.wikipedia.org/wiki/Atomkoffer

Bush verdächtigte Potter-Autorin der Hexerei

Neben Neidern hatte Rowling, wie nun bekannt wurde, einen sehr mächtigen Widersacher. Ausgerechnet der ehemalige amerikanische Präsident George W. Bush verdächtigte die 44-Jährige der Anstiftung zur Hexenkunst. Aus diesem Grunde habe Bush verhindert, dass der britischen Bestsellerautorin die „Presidential Medal of Freedom“, die höchste zivile Auszeichnung der USA, verliehen wurde. Die Ehre kann grundsätzlich auch Ausländern zuteil werden.

http://www.spiegel.de/panorama/leute/0,1518,652469,00.html#ref=rss

Irre, wenn man diese beiden Sachverhalte nebeneinander sieht.

Es ist die evangelikale Religion, die das lehrt. Dieser Ausschnitt von „Jesus Camp“ geht gleich mit Harry Potter los: