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Artikel Tagged ‘Elektrosmog’

Das Elend der Volkshochschulen – Die Ihr eintretet, lasst alle Vernunft fahren

1. Februar 2013 162 Kommentare

VHS_Titel

 „Die Ihr eintretet, lasst alle Hoffnung fahren“

lautet in Dantes Divina Commedia die Inschrift über dem Tor zur Hölle.

Volkshochschulen in Deutschland verstehen sich als gemeinnützige Einrichtungen zur Erwachsenen- und Weiterbildung. Zu ihren Trägern gehören, neben einigen privaten Organisationen, hauptsächlich Kommunen und kommunale Zweckverbände; auch die Finanzierung erfolgt zu beträchtlichen Teilen aus öffentlichen Haushalten. Die Kursangebote der Volkshochschulen tragen damit in der öffentlichen Wahrnehmung quasi einen amtlichen Stempel. Von verantwortlicher Seite sollte daher eigentlich ein Auge darauf geworfen werden, dass auf diesem Ticket kein Unsinn unter das Volk gebracht wird.

Weit gefehlt. Mehr…

Der Preis des bewussten Lebens (6): Summ, summ, summ

12. November 2011 6 Kommentare

Moskitonetze aus Synthetikstoff, konfektioniert für ein Einzelbett und mit einer einfachen Deckenaufhängung, kosten üblicherweise etwa bis 20 €. 

Der Elektrosmog-Paranoiker kommt nicht so billig davon. Wird ein ähnliches Synthetik-Textil-Produkt mit der Behauptung vertrieben, es schirme elektromagnetische Strahlung ab, werden bei pro-tex in Bern 800 Schweizer Franken dafür verlangt, das entspricht gut 670 €. Ohne den empfohlenen Bodenschutz, versteht sich.

Das gleiche gibt es natürlich auch in Euroland, beim emv-shop in Worms, für immerhin 414 €.

 

Das Produkt ist mit dem von pro-tex in der Schweiz vertriebenen anscheinend identisch, zumindest wird es mit exakt dem gleichen Foto beworben. Allein die Preisdifferenz von über 250 € pro Stück ist gelinde gesagt erstaunlich.

Das Produkt hat angeblich

100% textile Eigenschaften,

ist also anscheinend ohne versilberte Kupferfäden oder verkupferte Silberfäden (wie auch immer) gewoben, dafür seltsamerweise mit dem Versprechen einer Abschirmung gegen hochfrequente elektromagnetische Wellen, was die Frage aufwirft, was damit eigentlich bekämpft werden soll – Elektrosmog oder Sonnenbrand?

Wenn man unter so einem Netz in der Nacht von einem unbekannten Geräusch geweckt wird, könnten es die Mücken sein, die sich gerade einen Fortsatz lachen.

 

Teil 1: Das letzte Hemd …

Teil 2: Spiegel und Salz, Gott erhalts!

Teil 3: Ganzheitlich abdichten

Teil 4: Der gute (Grund)Ton

Teil 5: Wer eine Meise hat, hat auch Likör

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Von Wasseradern, Kubensystemen und einem Test

22. März 2009 18 Kommentare

Das ist der zweite Teil des Messeberichtes.
Hier ist Teil 1.
Hier ist Teil 3.

Ich hoffe, Ihr habt Euch alle erholt und auch ein Pyragon gekauft. Das solltet Ihr jetzt auf den Kopf setzen, um Euch vor der nun folgenden Schwurbelenergie zu schützen. Ggf. vorhandene Unterhosen dürfen dabei auch auf dem Kopf bleiben.

Mehr…

Elektrosmog-Sensibelchen bei Brisant

13. Februar 2009 4 Kommentare

Das ist gut:

Bei Youtube gefunden: David Harnasch sieht als „Der Bildschirmarbeiter“ einen Beitrag bei Brisant über ein Elektrosensibelchen.
Eine sehr schöne Stelle ist diese:

E-Sensibelchen:
„…Also ich kann in einer Stadt wie Freiburg nicht überleben.“
Harnasch:
„Nicht ganz richtig. Eigentlich kann so jemand überhaupt nur in Freiburg überleben. Anderswo würde man ihn schlicht für einen Spinner halten. Hier ist er herzlich eingeladen, seine Krankheit auch anderen einzureden.“

Das ist seine Seite:
http://www.b-arbeiter.de .

Den Dieter Nuhr findet er auch gut.
Klasse!

Wie man mit „Cargo-Cult-Science“ auf die Fresse fliegt.

6. November 2008 12 Kommentare

Forschung funktioniert nur, wenn man die richtigen Fragen stellt. Dr. Gerd Oberfeld wusste die Antwort auf seine Fragestellung schon vorher und bekam auch das gewünschte Ergebnis:

Zusammenfassend zeigte sich unter der gewählten zeitlichen Eingrenzung eine
signifikante zeitliche und örtliche Häufung von Krebserkrankungen im Bereich um
das Wählamt Hausmannstätten sowie signifikante Expositions-Wirkungs-
Beziehungen zwischen der Strahlungsexposition und dem Auftreten von Brustkrebs
und Gehirntumoren.

Link zur Studie
So weit, so üblich. Die Hysterie um den Elektrosmog sorgt für die entsprechende Nachfrage nach solcher Forschung. Das ist ja nicht schlecht. Der logische Fehlschluss, der allerdings in dieser Studie gemacht wurde, nennt sich Zielscheibenfehler oder auch Texas sharpshooter fallacy

Der Name bezieht sich auf einen Texaner, der seine Waffe zufällig auf ein Scheunentor abfeuert und dann um die größte Trefferhäufung eine Zielscheibe malt.
Der Fehler ist eng mit der Clustering-Illusion assoziiert, der menschlichen Eigenschaft, in zufälligen Daten nichtvorhandene Muster zu sehen.


Die Häufung der Krebsfälle war also schon vorher bekannt und die Schuld wurde nachträglich einer Mobilfunksendeanlage in die Schuhe geschoben.
Richtig peinlich wird es nur, wenn dann gerichtlich festgestellt wird,
dass in dieser Untersuchung ein erhöhtes Krebsrisiko in der Nähe eines gar nicht vorhandenen Sendemastes festgestellt wurde:

Die Mobilkom klagte Oberfeld daraufhin auf Widerruf und Unterlassung, weil sich ihren Angaben zufolge bis 1994 dort keine C-Netz-Sendeanlage befunden habe. Nun hat der Mediziner die Untersuchung laut Mobilkom zurückgezogen, das gerichtliche Verfahren sei damit beendet.

salzburg.com
Ordentlich auf den Punkt gebracht von Berthold Thoma (Mobilkom) und aus demselben Artikel:

Reale Krebsfälle in Hausmannstätten auf eine nicht-existente Mobilfunkanlage zurückzuführen, betrachte ich als einen Tiefpunkt der Wissenschaft.

Wenn ich dann lese, dass der Herr Doktor auch noch eine signifikante (Hört! Hört!) Beeinflussung von EEGs elektrosensibler Personen durch Funkwellen im Religionsunterrichtszimmer einer Salzburger Rudolf-Steiner-Schule festgestellt hat, dann umspielt meinen Mund doch ein leichtes Schmunzeln.
EEGs in Waldorfschule
Die besondere Beachtung in unserem Wikieintrag zur Elektrosmoghysterie hat sich der Herr Dr. Oberfeld damit redlich verdient.

Hier das entlarvende Luftbild von 1989. Wo ist die Antenne aus den achziger Jahren?

Nachtrag (Dank an Skrzypczajk):

Im Standard steht nun folgendes:

Rückforderungen nach Rückzug von Mobilfunkstudie angedacht
Überlegungen in Steiermark auf Rückzahlung von Fördermittel für zurückgezogene Studie über Handymasten

Laut dem Büro von Landesrat Helmut Hirt (S) unter Berufung auf Landessanitätsdirektor Odo Feenstra hieß, werde erst einmal die Zustellung der Vergleichsschrift abgewartet. Dann werde man weitersehen, welche Schritte man unternehme. Es könnte auch bis zur Forderung nach Rückzahlung gehen. Aus Landesmitteln sind für die Studie 21.800 Euro geflossen….

derstandard.at

Mein Freund Nelson aus Springfield meint dazu:
„Ha ha!“