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Artikel Tagged ‘Magnetfeldtherapie’

Der Preis des bewussten Lebens (11) – Nur echt mit dem Magneten

15. Januar 2012 13 Kommentare

Das Jahr 2012 bricht an, und heute werfen wir einen Blick in die „Wohlfühlwelt“ von Aalenaa in Kißlegg im Allgäu. Dort verkünden die Betreiber, Meike und Michael Paasch, in ihren „Leitlinien“:

„Wir vertreiben nur Produkte, die wir mit Begeisterung selbst gebrauchen“.

Lustig muss es bei Paaschs zugehen, wenn man sich das Sortiment anschaut:

– man kleidet sich in Farben der ayurvedischen Typenlehre

– man speist regelmäßig Algen

– zwischendurch gern auch mal in Pralinenform

– im trauten Heim sorgen Glaswürfel mit 6 cm Seitenlänge für 77 € das Stück für energetisch harmonisierte Räume, zumindest in einem Radius von 80 cm, und wenn Paaschs verreisen, dürfen es noch mal 20 € mehr sein

geduscht wird natürlich rechtsdrehend

– beim Sporten greift man zur Erfrischung nicht zum handelsüblichen 0,75-Liter-Bidon aus dem Fachhandel für dreifuffzich, sondern standesgemäß zum siebenfachen Chakren-Set für 65 €, wahlweise zu ausgewählten Einzelstücken für knappe 10 € das Stück

– die Kinderchen werden mit Prof. Emotos Wassergesülze frühzeitig auf Kurs gebracht

– und selbst die Haare werden noch mit „wertvollen alchemistischen Essenzen aus Gold, Perlen und Amethyst“ etc. pp. für schlappe 77 € vitalisierend traktiert.

Überhaupt schwingt es bei Meike und Michael an allen Ecken und Enden. Wem von dem vielen Schwingen blümerant wird, dem wird hier selbstverständlich mit noch mehr Schwingung geholfen – und damit sind wir in der wunderbaren Wohlfühlwelt des Magnetismus angelangt.

Solche lustigen Maskeraden sollen dazu dienen, Permanentmagneten am Körper zu befestigen:

Es gehört zu den skurrilen Erscheinungen der Energetikerszene, einerseits auf jegliche Erwähnung des Elektromagnetismus mit nervösen Ausschlägen zu reagieren, sich andererseits aber mit allerlei heilkräftigem magnetischen und elektromagnetischen Zeugs zu umgeben. Auch hier geht es angeblich um eine „sanfte Magnetfeldtherapie“. Was genau therapiert werden soll, wird nicht ganz klar. Klar ist nur, dass für diese Bandagen Preise von 40 bis knapp 140 € aufgerufen werden, je nach dem Grad der Entstellung, den der Kunde noch akzeptiert. Einzig erkennbares Funktionsprinzip: die bedeckten Körperregionen werden durch die verwendeten Textilien mollig warm gehalten; sie bestehen jeweils aus mehreren Lagen Frottee, Baumwolltuch und Fleece.

Trotz aller Beteuerungen: Vergeblich versuche ich mir Familie Paasch vorzustellen, wie sie sich zu Hause schwitzend und mit Magneten behängt über die Dielen schleppen.

Wer übrigens meint, das Wärmegefühl, das sich beim Tragen der Magnoflex-Bandagen unvermeidbar einstellt, komme von den Magneten, erhält die goldene Pappnase.

 

Aber nur echt mit dem Magneten vorne dran!

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Kindesmissbrauch durch alternative Heilmethoden – Teil II

20. Februar 2010 52 Kommentare

Wenn man glaubt, dass es die Homöopathie- Bekloppten nur im Lage & Roy Forum gibt, hat man sich getäuscht.
Die Heilpraktikerin und Homöopathin Susanne Unger ist so dreist, dass sie in ihrer Werbebotschaft für Eltern-Kurse zum Erlernen von Homöopathie gleich mal darauf hinweist, dass Kinder, die ausschließlich homöopathisch behandelt werden, ganz selten krank sind.

Wenn also ein Kind öfter kränkelt, liegt es daran, dass es medizinisch vergiftet wurde. Selbstverständlich an erster Stelle mit Antibiotika. So schürt man wunderbar Ängste, verschafft Eltern ein schlechtes Gewissen und sichert sich die Kundschaft. Die Globuli-Kinderschänder-Fraktion kennt keine Skrupel.

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