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Artikel Tagged ‘Prozess’

Gratulation: Stefan Lanka verliert vor Gericht

15. März 2015 11 Kommentare

Wir möchten Herrn David Bardens zu seinem Sieg gegen den Impfgegner Stefan Lanka vor Gericht ganz herzlich gratulieren.

Stefan Lanka

Stefan Lanka gehört immerhin zu unseren ältesten „Kunden“; der Wikiartikel zu seiner Person wurde immerhin schon am 8. Juni 2007 angelegt. Und das Wiki selbst am 1. Juni 2007. Er war also bei uns quasi von Anfang an „mit dabei“.

Bei einem so alteingesessenen Anhänger der Germanischen Neuen Medizin des Antisemiten Ryke Geerd Hamer freut es einen besonders, wenn dem mal auf die Finger geklopft wird.

Abgesehen von der finanziellen Seite – hier bleibt zu hoffen, dass Herr Bardens tatsächlich etwas von dem Geld zu sehen bekommt – ist es schön, dass dadurch der Blick der Öffentlichkeit auf dieses Thema gelenkt wird.

Diverse Zeitungsartikel bezeichnen den Fall als skurril, womit sie sich meist auf die Ansichten von Stefan Lanka beziehen. Stefan Lanka hängt, wie es im Grunde bei einem Verbreiter von Irrsinn wie der Germanischen Neuen Medizin nicht anders sein kann, allerlei Unsinn an. Als überzeugter Zweifler an der Existenz von Viren ist er natürlich nicht nur ein Impfgegner, auch HIV und Aids sind selbstredend eine Erfindung. Mehr…

Stefan Lanka und die Existenz der Masernviren

10. April 2014 14 Kommentare

So, heute war der erste Prozesstag, die Schwäbische Zeitung berichtete in einem Liveticker.

Der Liveblog ist sehr lesenswert – bitte beachten: Der Beginn und die meisten Beiträge sind auf Seite zwei.

Der Prozess endete wenig überraschend ohne Entscheidung und es wurde auf den 24. April vertagt; der Anwalt von Herrn Bardens (und auch Herr Bardens selbst) rechnen damit, dass dann ein Sachverständigen-Gutachten in Auftrag gegeben werden wird. Die Schwäbische Zeitung will auch dann wieder einen Liveticker einrichten.

Stefan Lanka wiederum ist überzeugt, dass die Entscheidung nur zu seinen Gunsten ausfallen kann. Er lehnt die Existenz der Masernviren natürlich weiterhin ab und äußerte krude Thesen, dass Masern z.B. durch Vergiftung der Haut von außen, zum Beispiel durch Cremes verursacht werden könnten. Oder Entgiftung über die Haut. Eventuell auch psychosomatisch.

Bei solchen Aussagen geht einem unwillkürlich die Galle über. 2011 gab es weltweit noch immer ca. 160.000 Maserntote (zum Vergleich: 1990 waren es noch ca. 630.000). Die sind also alle an Hautcreme, Entgiftung(?!) und psychosomatischen Leiden gestorben? Oh, Herr Lanka wird diese Zahlen sicher irgendwie wegdichten, mangelnde Fähigkeit zur Realitätsverweigerung scheint ja kein Problem zu sein. Bah.

Insgesamt finden wir es sehr schön, dass nach Sebastian Bartoschek und den Ruhrbaronen diverse Medien das Thema aufgegriffen haben. Es war wohl auch Fernsehen vor Ort. Solcher Mist gedeiht am Besten im Dunkeln, ohne Widerspruch. Diesem Unsinn kann man am Einfachsten die Basis entziehen, wenn in aller Öffentlichkeit als Kommentar mit den Augen gerollt wird.

Klehr Prozess: Medizinische Gutachten sind vernichtend

25. Januar 2012 3 Kommentare

Ein kleines Update zum Klehr Prozess:
Das Salzburger Fenster berichtet vom letzten Prozesstag am Montag wenig Erfreuliches für Dr. Klehr. Wenig überraschend kommen sie zu dem Schluss, dass die Eigenbluttherapie nach Klehr unwissenschaftlicher Mist sei:

„Keine wissenschaftliche Methode“

„… entbehrt nicht nur einer wissenschaftlichen Grundlage, weist auch dramatische methodische Defizite und gravierende Verletzungen der Richtlinien einer guten Herstellungspraxis auf.“

„… nicht geeignet ist, ein Gliobastom kausal (ursächlich, Red.) oder auch nur palliativ (schmerzlindernd, Red.) zu behandeln.“

Einer der Gutachter sieht auch die Sorgfaltspflicht eines Arztes verletzt: Klehr habe unethisch gehandelt. Die Gutachter folgen somit der Meinung der Anklageschrift, dass Klehr „über die Wirksamkeit seiner Behandlung getäuscht“ und sich „unrechtmäßig bereichert“ habe.

Nachtrag:
Wie das Wochenblatt berichtet musste der Prozess auf unbestimmte Zeit vertagt werden, da eine Verwandte des Verteidigers im Sterben liegt.

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Klehr wird der Prozess gemacht

21. Januar 2012 12 Kommentare

In Salzburg hat gestern der lang erwartete Prozess gegen den „guten“ Dr. Klehr begonnen. Er ist in drei Fällen wegen Betrugs angeklagt. Anklage wurde bereits 2008 erhoben, aber Klehr hatte sein Möglichstes getan, um den Prozess zu verhindern und den Beginn mit Einsprüchen ordentlich verzögert.

Allerdings kam er schlussendlich mit der Behauptung, dass die Berliner Universitätsklinik „Charité“ seine Behandlungsmethoden verifiziert habe, nicht durch. Die „Charité“ hatte im Gegenteil 2010 erfolgreich auf Unterlassung dieser Behauptung geklagt.

Die Opfer hatten Klehr insgesamt etwa 58.000 Euro (160.000 Schilling, 30.500 Euro und 15.000 Euro) gezahlt, weil er ihnen versprochen hatte, dass mit seiner Behandlungsmethode die Krebszellen vernichtet würden. Einem Patienten, der an Darmkrebs litt, hatte er Lebensverlängerung oder zumindest Linderung der Schmerzen versprochen. Nach 4 Monaten war der Patient tot. Einem Patienten mit bösartigem Hirntumor hatte er die Auflösung der Krebszellen durch seine Eigenbluttherapie versprochen. Nach 4 Monaten war dieser ebenso tot. Eine 22-jährige Polin mit Nerventumor verstarb ebenfalls, auf dem Weg von der Praxis ins Spital.

Laut dem Verteidiger hat Klehr selbstverständlich nur eine Stärkung der Widerstandskraft gegen die Krebserkrankung versprochen, nichts Konkretes. Von Heilung usw. war natürlich nie die Rede. Also dafür würde doch jeder gerne 12.000/15.000/30.500 Euro hinblättern.

Der Ausgang des Prozesses ist mit Spannung zu erwarten, nächste Woche geht es weiter. Bei einer Verurteilung drohen Klehr bis zu 10 Jahre Haft. Österreich ist für Scharlatane offensichtlich ein heißes Pflaster …

Ein Bericht zum Prozess findet sich beim ORF und Bilder dazu finden sich bei Salzburg 24.