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Artikel Tagged ‘AIDS’

Alternative HIV-Therapie: Wunsch und Wirklichkeit?

14. September 2010 57 Kommentare

Aus unserem Forum:

Hallo esowatch Forum,

ich bin durch Hinweise in den Selbsthilfeforen auf diese Diskussion aufmerksam geworden und möchte etwas aus der Perspektive der Betroffenen beitragen. Ich bin HIV-positiv und lag bereits mit AIDS im Krankenhaus. Freunde von mir sind an den Folgen von AIDS gestorben. Es ist ein langsames, entwürdigendes und schmerzhaftes Sterben. Es ist mir wichtig, dass hier jedem bewusst ist, worum es bei HIV geht. HIV führt, wenn es nicht behandelt wird, zu AIDS. Und daran sterben Menschen auf der ganzen Welt qualvoll. Mitte der 90er wurden Medikamente zugelassen, die genau das verhindern. Seitdem spricht man vom neuen AIDS und von HIV als einer chronischen, behandelbaren Krankheit.

Aus Gesprächen weiss ich, dass bei Neubetroffenen massivste Ängste vorhanden sind. Sie haben Angst vor AIDS, vor der Zukunft, vor den Nebenwirkungen der Medikamente, vor einer Stigmatisierung und davor, dass sie ihre Träume und Ziele nicht mehr  erreichen können. Es gelingt oft genug nicht, diese Betroffenen rechtzeitig von der Einnahme der lebensnotwendigen Medikamente zu überzeugen. Diese landen dann mit schwersten Erkrankungen im Krankenhaus oder suchen erst dort Ansprechpartner. Das fängt bei einem simplen Herpes an, geht über verpilzte Speiseröhren und Lungen, Krebstumoren bis hin zur zerebralen Toxoplasmose und Enzephalopathie. Ich denke, euch ist die Dimension des Leidens hinter diesen kalten Worten bewusst. Der Weg zurück zu einem  gesundheitlichen Status, mit dem man seinen Alltag bewältigen kann, ist dann sehr langwierig und gelingt nicht immer. Heute sterben immer noch Menschen in Deutschland an AIDS. Das müsste nicht sein, weil die Medikamente dies erfolgreich verhindern. Ich bin nicht aus Prinzip gegen komplementäre Therapien. Ganz im Gegenteil: keiner und keine von uns Menschen mit HIV und AIDS möchte freiwillig ein Leben lang jeden Tag Tabletten schlucken, die massiv in den Organismus eingreifen. Wir sind alle dankbar für Methoden, die unsere Lebensqualität erhöhen. Aber es geht hier um unser Leben. Die Alternative zu den Medikamenten ist ausnahmslos  Krankheit und Sterben. Mehr…

Gefährlicher Sex: Depressionen und AIDS durch Kondome

18. August 2010 39 Kommentare

Auch eine Promotion schützt nicht davor, wirren Blödsinn von sich zu geben – auch nicht auf dem eigenen Fachgebiet. Ein Highlight der Kategorie „besonders seltsamer und sogar gefährlicher Blödsinn“ gibt die Ärztin für Allgemeinmedizin und Psychosomatik, Dr. Julia Rüsch auf der Seite die-frau.at von sich:

Kondome machen Frauen depressiv

Kein könnte, nein, eine Tatsachenbehauptung ohne Wenn und Aber. Damit könnte man mit dem Schreiben bereits aufhören, diese Behauptung allein veranlasst einen, abzuwinken und an Loriot zu denken, der mal meinte, dass sich Ehepaare auf lilafarbenen Sofas alle umbringen.

Trotzdem ist der Artikel als Lehrstück interessant. Man sieht förmlich, wie sich da jemand etwas zusammenschwurbelt, an den Haaren herbeizieht, weglässt und überbetont, verdreht, von sich (vermutlich) auf alle anderen schließt, um nur seine fixe Idee bestätigt zu sehen.

Aber man lese selbst:

Wien (OTS) – Kondome sind eine Möglichkeit, eine ungewollte Schwangerschaft zu verhindern, mit Hilfe von Kondomen kann man sich vor einer Ansteckung mit HIV, Syphilis, sowie anderen sexuell übertragbaren Krankheiten schützen. Die Liste, die die Schulmedizin an Vorteilen für die Nutzung des Gummis angibt, ist sehr lang. Was dabei aber übersehen wird, sind die möglichen psychischen und gesundheitlichen Folgen auf den Körper einer Frau.

Was von Frau Rüsch übersehen wird: HIV, Syphilis, Tripper, Herpes Genitalis, Hepatitis C etc. können massive gesundheitliche Auswirkungen haben, deren Folgen sich erst recht psychisch niederschlagen, von den körperlichen – inklusive angeschlagenem Immunsystem – ganz zu schweigen.

Um die Folgen der Nutzung des Kondoms auf die Gesundheit einer Frau zu beschreiben, ist es wichtig, ein richtiges Verständnis für den Geschlechtsverkehr zu haben.

Für einen essentiellen, arterhaltenden und erotischen Akt muss man also erst ein intellektuelles Verständnis entwickeln? Was ist dann mit Essen und Atmen als ebenso rudimentäre Funktionen?

Der Geschlechtsverkehr ist jedes Mal ein fiktives Kinderzeugen, das dem natürlichen Gang entspricht und der Befriedigung der Frau dient, nicht der des Mannes.

Hier fällt es sehr schwer, nicht zu persönlich zu werden. Aber man fragt sich schon, woher Frau Rüsch diese “Erkenntnis” beziehen will …

Bereits das Anlegen des Kondoms, der Anblick auf den „verpackten“ Penis, Besorgung, Vorratshaltung wirken sich negativ auf die Lust der Frau aus.

Also, alle Frauen, die ich so kenne und die keine Kinder wollen, fühlen sich eigentlich durch dieses Verantwortung übernehmen des Mannes eher entspannt. Und vielleicht sollte Frau Rüsch mal wieder mehr Feldforschung betreiben. Heutige Kondome sind keine millimeterdicken Gummipanzer, kaum sichtbar und in Sekundenschnelle übergezogen.

Für den Orgasmus der Frau ist es wichtig zu fühlen, sich zu spüren. Mit einem Gummiding auf dem Penis in der Vagina ist das kaum vorstellbar.

Das sehen aber (vermutlich) Millionen Frauen anders. Zumal sich in der Vagina sehr wenig Nerven befinden, ist diese Aussage nicht haltbar. Vielleicht sollte Frau Rüsch eher an ihrem Vorstellungsvermögen arbeiten …

Das Resultat: Die Frau wird zu einer Onanierpuppe für den Mann, der Geschlechtsverkehr zu einer Fitnessübung.

Falsche Annahme, falscher Schluss: Weil ein Mann ein Kondom benutzt, wird die Frau zur Onanierpuppe. Aha. Ihre Phantasie möchte ich nicht haben, Frau Dr. Rüsch. Im übrigen ist diese Aussage eine bodenlose Unverschämtheit gegenüber allen Paaren, die sich lieben oder mögen, aber halt verhüten wollen.

Die Folgen sind der negative Einfluss auf die Psyche der Frau mit einem Spektrum an Erkrankungen, die als Ursprung eine hormonelle Störung haben: Asthma, Allergien, Gebärmutterkrebs, Suchtverhalten etc.

Und das alles wegen Kondomen. Faszinierend. Sicher kann es durch Kondome Allergien geben – falls diese Latex enthalten, kann man darauf eine Latexallergie entwickeln. Doch hier gibt es Abhilfe in Form latexfreier Kondome. Andere Allergien aber entstehen nicht. Dazu kommt, dass Frau Rüsch eine falsche Vorstellung von der Entstehung von Süchten hat, denn diese haben ihre Ursache nicht in einem Hormonmangel, sondern im Gehirn.

Abgesehen davon, dass mit der Nutzung des Kondoms die fiktive Kinderzeugung während des Geschlechtsverkehrs auf betrügerische Art und Weise verschwindet, kann eine Frau mit einem Kondom keinen Orgasmus erleben.

Ich glaube, wir brauchen hier keine Umfrage zu starten, um das als völligen Unsinn zu bezeichnen. Das mag Frau Rüschs persönliche Erfahrung sein. Wir schlagen mal einen Blindtest vor.

Als Folge entstehen sexueller Frust, Depressionen, oft auch Selbstmordversuche.

Hier sieht man gut, wie aus falschen Annahmen ein irrwitziges Gebilde an Folgerungen entstehen kann.

Natürliche Verhütung schließt die fiktive Kinderzeugung während jedes Geschlechtsverkehrs nicht aus.

(Hier könnte man einen Kalauer bezüglich “fiktive” Kinderzeugung bringen, der dann aber doch das Niveau des Blogs unterschreitet.)

Ein Mann muss die Fähigkeit besitzen, seine Ejakulation zu kontrollieren und somit eine natürliche Verhütung zu gewährleisten, indem er nicht in der Frau kommt, wenn sie noch nicht bereit ist, ein Kind zu bekommen oder nach dem ersten Kind kein zweites haben will.

Coitus interruptus also, das hat ja schon immer wunderbar funktioniert. Wir wissen ja auch, dass gerade beim Geschlechtsverkehr die rationalen Leistungen des Gehirns besonders vorhanden sind … (Der Pearl-Index beim Coitus Interruptus liegt bei ca. 4-18. Manche sagen bis 30. Das heißt 4 bis 18 (30) Prozent der Frauen werden innerhalb eines Jahres schwanger, wenn diese alte, aus der Not geborene Verhütungsmethode angewendet wird, die meist auch einen gemeinsamen Orgasmus zielsicher verhindert.)

Und wie schützt man sich vor Infektionen? Ein gesunder, immungeschützter Körper ist weniger anfällig für Infektionen, Bakterien und andere Erreger. Ein psychisch beeinträchtigter Körper ist schwach und von hormonellen Störungen geprägt, daher auch für Infektionen anfälliger.

An dieser Stelle ist das Ganze nicht mehr nur lächerlich, sondern sogar gefährlich. Damit werden nicht nur alle Frauen verhöhnt, die bereits an AIDS erkrankt sind, sondern auch falsche Ratschläge zur Prävention dieser Erkrankungen gegeben. Wird jemand krank, ist derjenige selber schuld – war er halt nicht psychisch auf der Höhe, sonst hätte er sich nicht angesteckt. Mit solchen Ansichten befindet man sich – was die Konsequenzen betrifft – in “guter” Gesellschaft mit den AIDS-Leugnern. So etwas als Arzt von sich zu geben, ist verantwortungslos.

Ein gesunder Umgang mit der eigenen Sexualität und das Leben nach der Natur sind die Grundvoraussetzungen für die Gesundheit der Frau.

Leben nach der Natur? Streifen denn Sie, Frau Rüsch nackt und ganz natürlich durch die Savannen? Und im Winter nackt durch den Schnee? Schon die Benutzung des Feuers ist “unnatürlich”.

Alle in diesem Artikel dargestellten Informationen beruhen auf den Beobachtungen und Forschungen der Ärztin für Allgemeinmedizin und Psychosomatik, Dr. Julia Rüsch.

Es ist zu hoffen, dass solche Kurzschlüsse Schlüsse aus Beobachtungen nicht von noch mehr Personen gezogen werden: Kondom -> psychische Störung -> AIDS erst möglich.

Stimmt für die Sozialhelden und rettet Leben!

1. November 2009 36 Kommentare

Wir haben bereits über die Initiative „Geben gibt“ berichtet, die einen Preis für soziales Engagement vergibt. Der Publikumspreis, der per Internet-Abstimmung entschieden wird und immerhin mit 10.000 Euro dotiert ist, birgt die Gefahr, in absurde Hände zu fallen. Die Sozialhelden haben es drauf. Sie sind momentan auf Platz 1. Zu Recht, denn sie bewegen wirklich etwas mit ihren kreativen und witzigen Ideen.
Auf Platz 2 werden sie gerade verfolgt von den „Homöopathen ohne Grenzen„, einem irrwitzigen Verein, der hauptsächlich von seiner grenzenlosen Selbstüberschätzung lebt. Größenwahn in Reinkultur. (Zwischenbemerkung: Liebe Leser, stimmt ab! Es kann nicht sein, dass dieser menschenverachtende Ignorantenverein diesen Preis gewinnt)
Größenwahn in zweierlei Hinsicht: Sie stellen sich mit den „Ärzten ohne Grenzen“ auf eine Stufe, klauen deren Slogan und meinen, mit Zuckerkügelchen ernsthafte Erkrankungen heilen zu können. Ein unbestreitbarer Vorteil der Anwendung der Homöopathie in Entwicklungsländern ist natürlich der, dass die Behandelten meist verstorben sind, bevor sie registrieren könnten, dass man sie mit Milchzuckerkügelchen schlicht verarscht hat.
Was würden die „HOG“ mit dem Preisgeld wohl anfangen? Ganz einfach: Sie würden sich noch mehr Flüge in exotische Gegenden leisten, sich wichtig vorkommen, sich für zu Hause fotografieren lassen und den Kranken vor Ort durch die Gabe von Milchzuckerkügelchen wirksame Medikamente vorenthalten. Anders kann man es wohl kaum sehen.
Machen wir einen Vergleich:
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Noch ein erwerbsgetriebenes Ungeheuer

19. Oktober 2008 11 Kommentare


Die Inkarnation des geldgierigen, skrupellosen und demagogischen Wunderheilers stammt aus Deutschland und heißt Matthias Rath.
In unserem Land ging er mit dem Fall des krebskranken kleinen Dominik, der durch Unterlassung einer echten Therapie verstarb:

Umstrittener Krebs-Arzt Rath vor Gericht

Vitaminpräparate könnten Krebs heilen, hatte der umstrittene Arzt Matthias Rath immer wieder behauptet – bis ein neunjähriger Junge nach dem Abbruch seiner Chemotherapie an einem Tumor starb. Nächste Woche muss sich Rath vor Gericht verantworten.

Link
und mit aufwändigen Werbekampagnen für seine wirkungslose und betrügerische Zellular-Medizin durch die Presse.
Die letzten Jahre lebte er in Südafrika und betrieb dort als AIDS-Leugner mit Unterstützung von höchster politischer Stelle sein Geschäft weiter. Mit großen Werbekampagnen wurden die wissenschaftlichen Methoden der AIDS-Behandlung als Teil einer riesigen Weltverschwörung der Pharmaindustrie dargestellt und die rathsche Vitaminwunderkur als AIDS-Therapie propagiert. Diese skrupellose Kampagne fiel in Südafrika auf fruchtbaren Boden und wurde von Staatspräsident Mbeki und seiner „Gesundheitsministerin“ Tshabalala-Msimang gedeckt.
Jetzt heißt es endlich „Voetsek!“ (Verpiss dich!) für unseren Verbrecherexport.
Gefunden habe ich diese gute Nachricht bei der GWUP unter „Aktuelles“:

Aberglaubensmedizin ade! – Südafrika will AIDS künftig mit wissenschaftlicher Medizin bekämpfen

GWUP: Südafrika will AIDS künftig mit wissenschaftlicher Medizin bekämpfen

15.10.2008 – Bei der Eröffnung der Internationalen AIDS-Impfkonferenz 2008 in Kapstadt hat die neue südafrikanische Gesundheitsministerin Barbara Hogan keine Zweifel daran gelassen, dass AIDS durch das HI-Virus ausgelöst wird und mit evidenzbasierter Medizin bekämpft werden muss. In Südafrika sollen täglich etwa 1000 Menschen an AIDS sterben.

GWUP-Link