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Artikel Tagged ‘Evangelikale’

Jürgen und Rosemarie Dudek, bibeltreue „Homeschooler“ bei Maischberger

10. Februar 2010 110 Kommentare

Gestern mal wieder Maischberger. Thema:“Halt’s Maul, Alter! Eltern am Rande des Nervenzusammenbruchs?“

Eine Mutter, ein Familientherapeut, ein Pädagoge und der umstrittene und in seinen Texten „jugendgefährdende“ Rapper Bushido unterhielten sich über die Jugend heute und Erziehung.

„Meine Mutter ist die höchste Instanz“, sagt der umstrittenste, aber auch erfolgreichste Rapper Deutschlands. Den Vorwurf, mit seinen aggressiven Texten trage er zur Verrohung der Jugend bei, lässt Bushido nicht gelten. „Die Jugend ist schon so krass verkorkst, ich glaube, ich kann da nicht mehr viel kaputt machen“, meint der 31-jährige Berliner …“

Bushido gab in der Sendung den Ton an, er ließ jegliche Kritik an seinen Liedertexten in arroganter Weise an sich abprallen und betonte immer wieder seine private menschliche und konservative Seite und natürlich seine Höflichkeit und Intelligenz. Niemand der anderen Gäste traute sich ihm richtig die Meinung zu sagen, auch nicht Maischberger. Auf jeglichen Versuch in diese Richtung konterte Bushido damit, dass man in ihm eben zu gerne den abgebrühten Bösewicht sehen möchte, der er jedoch nicht sei.

Außer viel Blablabla gab es den einheitlichen Konsens, dass Zuwendung und Dialog die wichtigsten Faktoren in der Erziehung seien, wenn man diese so früh wie möglich beherzigt, würde schon alles gut werden. Auf Einzelheiten der Diskussion möchten wir gar nicht weiter eingehen, die Sendung kann jeder selbst im Netz über die Mediathek abrufen.

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Evangelikale – das gefährlichste Virus des 21. Jahrhunderts

15. Dezember 2009 4 Kommentare

Ted Haggard, ehemaliger evangelikaler Pastor und früherer Präsident der amerikanischen Evangelikalen-Vereinigung, zählte in seinem Amt ca. 30 Millionen Christen zu seinen Schäfchen, von denen bei der letzten Wahl 80 Prozent für George Bush stimmten. Nach einem Gespräch 2005 mit dem Präsidenten äußerte er: „Religion und Politik waren in Amerika schon immer miteinander verflochten. Es waren die besten Momente der Politik, wenn Evangelikale Einfluss hatten: Martin Luther King, Jimmy Carter, Ronald Reagan, Bill Clinton, George Bush – alles Evangelikale.“

Colorado Springs ist Amerikas Zentrum der religiösen Rechten. Nirgendwo in den USA ist die Anzahl christlicher Institutionen höher. Sie nennen sich Focus on the Family, International Bible Society, Compassion International oder Fellowship of Christian Cowboys. Sie betreiben Verlage, Bildungseinrichtungen, Stiftungen, Schwangerschaftszentren, Radiosender und Consulting-Firmen.

Eines ihrer gemeinsamen Lieblingsthemen ist der radikale Kampf gegen Homosexualität. „Focus on the Family“ engagiert sich in den USA vehement dafür, dass Homosexualität überwunden werden könne und müsse. Ihr Ziel ist jedoch, das Thema Schwule & Lesben weltweit auszurotten unter dem schönen Slogan „Förderung und Verteidigung der Familie in der ganzen Welt“.

Es handelt sich hier nicht um eine kleine Organisation, der Vorsitzende James Dobson produziert eine tägliche Radiosendung, die in mehr als einem Dutzend Sprachen und laut Focus on the Family von über 6.000 Radiosendern weltweit gesendet, von mehr als 200 Millionen Menschen in 164 Ländern täglich gehört und von etwa 80 US-Fernsehsendern täglich übertragen wird.

Weltweite Missionsarbeit unter dem Deckmantel humanitärer Hilfe mit dem besonderen Einsatz gegen Unterdrückung und Missachtung der Menschenrechte gehört natürlich auch zum Programm der Institution. Laut eigenen Angaben finden Hilfsprojekte bereits in 90 Ländern statt, immer auch mit dem speziellen Anliegen der Versorgung von Kindern.
Dabei scheint es wenig zu stören, dass ausgerechnet Dobson eine sehr eigene Art der Kindererziehung propagiert. In seinem Buch „Dare to Discipline“ schreibt er:

„Es sei nicht notwendig, ein Kind in die Untertänigkeit hinein zu schlagen; ein bisschen Schmerz kann schon bei einem jungen Kind viel erreichen. Die Schläge sollen jedoch von ausreichender Härte sein, damit das Kind wirklich weint“.

Eine weitere nette Publikation nennt sich „Bringing up boys“, die sich der Homosexualität widmet. Darin äußert Dobson:

„Wer von uns würde wissentlich einen Weg wählen, der in Entfremdung von der Familie, Ablehnung durch Freunde, Abscheu der heterosexuellen Welt, Aussetzung gegenüber sexuell übertragbaren Krankheiten wie AIDS und Tuberkulose und eine kürzere Lebensspanne münden würde? Nein, Homosexualität wird nicht ‚gewählt‘, abgesehen von seltenen Umständen. Im Gegenteil, verwirrte Kinder und Jugendliche befinden sich in der Lage, mit etwas umgehen zu müssen, das sie selbst noch nicht einmal verstehen“.

Dobson hat auch angeblich Ted Haggard mit seiner Therapie vom sündigen Homo-Laster befreit, nachdem dieser 2006 aller seiner evangelikalen Ämter enthoben wurde, nachdem sich herausgestellt hatte, dass er einen Callboy über drei Jahre hinweg für Sex bezahlte.

Haggard ist jedoch nach wie vor ein radikaler Homo-Gegner, dem jegliches Mittel recht ist, diese Sünde zu bekämpfen.

Im Gegensatz zu ihm und den meisten anderen Evangelikalen erscheint hier Dobsons Einstellung noch sehr großzügig, doch dass er es damit ernst meint, Homos ausschließlich umerziehen zu wollen, wird ihm aktuell niemand mehr abnehmen, wenn man an Uganda denkt:

„Uganda droht Schwulen und Lesben mit der Todesstrafe. Die Spuren des Skandals führen bis nach Washington – und bringen dort religiöse Netzwerke und hochrangige US-Politiker in Erklärungsnot.“

Dobson und sein Verein gehören natürlich zu der Gruppe der Evangelikalen, die in Uganda massiv missioniert und so wie es aussieht mit bahnbrechenden Erfolgen:

„Die Regierung soll Homosexuelle unter bestimmten Umständen hinrichten dürfen – das sieht das zurzeit im Parlament diskutierte „Anti-Homosexualitäts-Gesetz 2009“ vor, das noch in diesem Jahr verabschiedet werden könnte. Der ugandische Minister für Ethik, James Nsabo Butoro, begründete die Pläne in Interviews unter anderem so: „Die Makler der Unmoral verstoßen gegen Gottes Willen und schaden mit Lügen und Täuschungen unserer Gesellschaft.“ Homosexualität sei gegen die ugandische Kultur gerichtet. Wer Schwule oder Lesben aus Familie und Freundeskreis nicht an die Polizei verrät, soll deshalb ebenfalls für Jahre hinter Gitter.“

(der ganze Artikel hier)

Man kann nur hoffen, dass sich alle Nationen einsetzen und bei Bedarf Sanktionen verhängen, sollte es zur Umsetzung dieses Gesetzes kommen. Es wird auch endlich Zeit, die große Gefahr der Missionsarbeit fundamentalistischer Christen als solche einzuschätzen und ihren Machenschaften massiv entgegenzutreten.

Benny Hinn im Land von Benny Hill unerwünscht

12. Oktober 2009 4 Kommentare


Auf Foxnews.com konnte man aktuell lesen (aus dem Englischen übersetzt):

„Benny Hinn wurde letzte Woche die Einreise nach Großbritannien für eine dreitägige Vortragsveranstaltung, bei der, gemäß seiner Homepage, Tausende von evangelikalen Christen seine Predigten hören wollten, verweigert.

Neue Einwanderungsregelungen gegen religiösen Extremismus forderten von ihm einen speziellen Nachweis (special certificate of sponsorship), den er nicht erbringen konnte.

Hinn behauptet, dass bereits vor ihm verschiedenen Predigern die Einreise verwehrt wurde. Sein Fall machte jedoch Schlagzeilen wegen seiner großen Bekanntheit als charismatischer Prediger, der ein Evangelium des Wohlstands lehrt. Wer Gott viel gibt, dem wird von Gott noch reichlicher gegeben werden, sagt er.

Mit seiner Philosophie hat Hinn bereits ein beträchtliches Einkommen generiert.“

Wer ist eigentlich dieser Benny Hinn?

Natürlich handelt es sich um einen der vielen evangelikal-fundamentalistischen „Heilspropheten“ aus dem Ami-Land, dem Tausende von Menschen bei seinen Predigtgroßveranstaltungen zu Füßen liegen. Heilungsgottesdienste liegen im Trend wie nie zuvor und damit beglückt der Guru die ganze Welt. Seine Auftritte gleichen einer Jahrmarktsveranstaltung mit enormem Showcharakter, die auch weltweit im Fernsehen übertragen werden. Der Herr, oft im weißen Anzug, als Muchel ibn Harum einst in Israel geboren, erinnert etwas an den verstorbenen Guru Baghwan, später Osho genannt. Auch wenn sich beide unterschiedlichen Lehren verschrieben haben, eint sie der Drang nach Macht und unbegrenztem Luxus, der natürlich zu einem Großteil von gläubigen Anhängern gespendet und finanziert werden muss.

Hinn ist ein knallharter, skrupelloser Geschäftsmann, der es meisterhaft versteht Geld zu generieren. Eigene Bücher und ein eigenes Produktlabel dürfen dabei nicht fehlen.

Wie man auf diese Sorte Mensch hereinfallen kann, ist eigentlich unbegreiflich. Watch him pray:

http://www.youtube.com/watch?v=LaHqI1p-wGM

Spezielle Kinderindoktrinations-Veranstaltungen gehören natürlich auch dazu:

http://www.youtube.com/watch?v=YVIPF_PmHuQ

Dass er seinen Müll in Großbritannien nicht abladen konnte, dürfte der Ex-Premier Tony Blair besonders bedauern, denn bei einer Rede an der Georgetown University in Washington, legte sich Blair so sehr für den Glauben und jegliche Glaubensrichtung ins Zeug, dass er es auch nicht lassen konnte, ein Feindbild gegen die säkulare Welt aufzubauen:

„We face an aggressive secular attack from without.“

Aha, wir sehen uns einem aggressiven Angriff säkularer Kräfte ausgesetzt???

So ein Bullshit, kann man da nur sagen, wenn man registriert, wie der Wahn gegen Vernunft und Wissenschaft immer mehr Methode bekommt und aus allen Ecken pfeift.

Irrationale Glaubenssysteme, egal ob religiös, esoterisch oder aus der Alternativ-Heilszene haben Hochkonjunktur. Ihr gemeinsames Zugpferd scheint das Versprechen auf unbegrenzte Heilung zu sein.

Dass die Realität da nicht mithalten kann, liegt auf der Hand. Nur, wie sorgt man dafür, dass der Verstand wieder mehr Einsatz findet, der Menschen vor utopistischen Illusionen schützt?

Vielleicht ist es wirklich an der Zeit, dass sich säkulare Denker so gut wie möglich vereinigen. Die „Brights“ machen es ja bereits vor.

Fundamentalist mit „Football“

1. Oktober 2009 13 Kommentare

Der Football ist ein mobiles Lagezentrum, das es dem Präsidenten ermöglicht, sich an jedem Ort der Welt und zu jeder Zeit über die Situation im Falle eines Angriffes auf die USA zu informieren, Optionen zur Verteidigung und zum Einsatz vom Atomwaffen durchzugehen und erforderlichenfalls Befehle zur Durchführung von Atomschlägen und sonstiger militärischer Aktionen zu geben. Nach Meinung von Experten würde sich der Präsident im Fall der Fälle zusammen mit dem für den „Football“ verantwortlichen Adjutanten zurückziehen, um den Koffer zu öffnen. Der Adjutant und der Präsident würden die Abschussoption durchgehen und eine Entscheidung über den Einsatz von Kernwaffen treffen. Der entsprechende Befehl würde dann mit Hilfe des im Koffer eingebauten Kommunikationssystems an das Lagezentrum weitergegeben werden, und, nachdem sich der Präsident mit Hilfe seines Persönlichen Autorisierungscodes („Gold Codes“), den er immer an seinem Körper trägt, identifiziert hat, zur Ausführung gebracht werden.

Der „Football“ wird immer von einem von fünf (einer für jede Teilstreitkraft) Adjutanten des Präsidenten getragen, der sich immer in unmittelbarer Nähe des Präsidenten aufhält, solange dieser außerhalb des Weißen Hauses ist. Dieser ist ein Offizier des US-Militärs der Besoldungsstufe O-4 (Major) oder höher. Alle Adjutanten haben die umfassendste Sicherheitsüberprüfung der USA durchlaufen (Yankee White) und sind immer bewaffnet.

http://de.wikipedia.org/wiki/Atomkoffer

Bush verdächtigte Potter-Autorin der Hexerei

Neben Neidern hatte Rowling, wie nun bekannt wurde, einen sehr mächtigen Widersacher. Ausgerechnet der ehemalige amerikanische Präsident George W. Bush verdächtigte die 44-Jährige der Anstiftung zur Hexenkunst. Aus diesem Grunde habe Bush verhindert, dass der britischen Bestsellerautorin die „Presidential Medal of Freedom“, die höchste zivile Auszeichnung der USA, verliehen wurde. Die Ehre kann grundsätzlich auch Ausländern zuteil werden.

http://www.spiegel.de/panorama/leute/0,1518,652469,00.html#ref=rss

Irre, wenn man diese beiden Sachverhalte nebeneinander sieht.

Es ist die evangelikale Religion, die das lehrt. Dieser Ausschnitt von „Jesus Camp“ geht gleich mit Harry Potter los: