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Artikel Tagged ‘Interview’

Psiram und die Spiritualität

28. März 2014 39 Kommentare

Vor ein paar Tagen wurden wir gebeten, dem Blog „Woran glauben? – Götter, Quanten, Wirtschaftswachstum“ des Bayerischen Rundfunks einige Fragen zur Spiritualität zu beantworten. Es ging wohl darum, jemanden zu befragen, der – und das wird unsere regelmäßigen Leser jetzt sicher überraschen, dass man da an uns gedacht hat – nicht so spirituell eingestellt ist. Unsere Antworten findet man hier:

Spiritualität – Flucht vor der Wirklichkeit oder Weg der Erkenntnis?

Spiritualität ist ein schwammiger Begriff, ähnlich wie Esoterik, und es fällt uns irgendwie schwer, etwas dazu zu sagen.

Es gibt offenbar Menschen, denen transzendente Dinge Freude oder Trost spenden. Die nach Erkenntnis und Wahrheiten bei geistigen Wesenheiten suchen. Für uns dagegen ist Spiritualität, was auch immer man darunter verstehen mag, weder Weg noch Ziel. Mehr…

Bayerischer Rundfunk: Psiram-Interview für Puls

20. Februar 2014 12 Kommentare

Ralph Glander, Journalist beim BR, hat uns für das Jugendmagazin Puls interviewt. Hier die Fragen an uns:

Den Wahnsinn im Zaum halten

„The owls are not what they seem“, das haben wir von der Serie „Twin Peaks“ gelernt. Die Autoren von Psiram glauben auch nicht alles was sie sehen, hören und lesen. Im Netz klären sie über Scharlatane und Verschwörer auf. Ein Interview wollten sie uns zur eigenen Sicherheit nur schriftlich geben.

PULS: Mit welchen Zielen wurde Esowatch (heute Psiram) 2007 gegründet?

Aus welchem Umfeld kommen die Psiram-Autoren?

Euer Slogan lautet: „Realismus als Chance“. Was versteht ihr unter Realismus?

Befeuert das Internet Pseudowissenschaften und Verschwörungstheorien und macht den Zugang zu falschen und modifizierten Quellen leichter?

Ihr sagt selber, dass ihr anonym bleiben wollt, um euch zu schützen. Gibt es konkrete Beispiele für Vorfälle, bei denen Autoren schon etwas passiert ist?

Ein bekannter deutscher Verschwörungstheoretiker ist zum Beispiel Michael Vogt, der sogar mal als Honorarprofessor für Journalistik an der Universität Leipzig doziert und Fernsehdokumentarfilme gemacht hat. Mittlerweile macht er vor allem mit verfassungsfeindlichen und nationalistischen Projekten und Büchern von sich reden. Leute wie Vogt bezeichnen euch immer wieder als „Wahrheitsleugner“. Was verstehen eurer Meinung nach „Wissenschaftler“ wie Vogt unter Wahrheit?

Wie gefährlich schätzt ihr wissenschaftlich auftretende Verschwörungstheoretiker wie Vogt ein?

Ihr wollt Verschwörungstheorien widerlegen und werdet dabei von den Verschwörern gleich selbst immer mal wieder zum Teil einer Verschwörungstheorie. Zum Beispiel: Psiram würde von der Pharmaindustrie oder dem BND gesponsert werden. Wie reagiert man auf so etwas?

Normalerweise würde man einfach sagen, Verschwörungstheorien seien etwas für eine Handvoll harmloser Spinner. Populistische Verlage wie der Kopp-Verlag (mit hetzerischen Buchtiteln wie „Rote Lügen in grünem Gewand“, „Albtraum Zuwanderung“ oder „Babylons Bankster“),  generieren allerdings einen Umsatz pro Jahr im zweistelligen Millionenbereich. Für wie wichtig schätzt ihr eure Aufklärungsarbeit deswegen ein?

Und hier unsere Antworten.

 

Lesetipp: Interview mit einem Autor von „Die Homöopathie-Lüge“

16. Februar 2013 13 Kommentare

Wir wurden gebeten auf ein Interview mit Christian Weymayr, Autor von „Die Homöopathie-Lüge“, hinzuweisen und tun das hiermit sehr gerne!

Das hochspannende Gespräch mit dem Autor, der auch Redakteur beim IGeL-Monitor (einer Seite, die „Individuelle Gesundheitsleistungen“ bewertet) ist, sollte man nicht verpassen. Es geht (natürlich) um Homöopathie, den Binnenkonsens, Science Based Medicine/Evidence Based Medicine und auch die versuchte Verwässerung von Wissenschaft durch Leute wie Harald Walach ist ein Thema.

Interview mit Dr. Christian Weymayr, Autor des Buches „Die Homöopathie-Lüge“ (Teil 1)

Interview mit Dr. Christian Weymayr, Autor des Buches „Die Homöopathie-Lüge“ (Teil 2)

Interview mit Dr. Christian Weymayr, Autor des Buches „Die Homöopathie-Lüge“ (Teil 3)

Wer nach dem Lesen dieses Interviews (überraschenderweise!) noch immer nicht sicher ist, ob er das Buch lesen möchte, der sei zusätzlich noch auf die Rezensionen von Dr. Florian Freistetter und Prof. Ulrich Berger verwiesen.

Uneingeschränkte Leseempfehlung!

Lesetipp: Interview mit Edzard Ernst in der SZ

27. November 2012 6 Kommentare

Kritiker werden als extreme Skeptiker abgestempelt

Sogenannte alternative Heilverfahren sind auf dem Vormarsch. Doch für viele Methoden fehlen Belege für eine Wirksamkeit, andere widersprechen den Naturgesetzen. Wer darauf hinweist, muss sich derzeit auf ruppige Reaktionen aus der Szene gefasst machen. Besonders betroffen davon ist Edzard Ernst, einer der renommiertesten Kritiker der Paramedizin.

Interview: Markus C. Schulte von Drach

SZ.de: Sie hätten heute in München einen Vortrag zum Thema Akupunktur halten sollen. Aber der Veranstalter, das Wissenschaftszentrum der Deutschen Ärztegesellschaft für Akupunktur, hat den Vortrag überraschend abgesagt. Warum?

Hier gibt´s das ganze Interview.

Dr. Richard Dawkins und warum es nicht beleidigend ist mit Religion nicht übereinzustimmen

7. November 2012 24 Kommentare

Im zweiten Teil des Interviews mit Slashdot (den ersten bloggten wir hier) beschreibt Dawkins die Funktion und Intention seiner Webseite http://richarddawkins.net/. Klarerweise macht er etwas Werbung dafür, was aber wohl auch in berechtigtem Stolz begründet ist.

Er erwähnt, dass sie sich momentan sehr mit dem „Good News Club“ beschäftigen, einem Zusammenschluss fundamentalistisch-evangelikaler Organisationen, die weltweit verbreitet ist. Sie gehen nach dem Schlussläuten der Schulglocke in die Schulen (um so das Religionsverbot in Schulen zu unterlaufen). Sie treten dort wie Lehrer auf und missionieren: Wer sündigt, kommt in die Hölle. Juden und Katholiken kommen in die Hölle. Und man darf nicht vergessen: Ungläubige zu töten ist eine gute Sache.

Nächstes Jahr will sich der Good News Club wohl auf Denver konzentrieren und Dawkins und seine Leute planen, dort Gegenveranstaltungen durchführen. Mehr…

Dr. Richard Dawkins über Bildung, ‚Innocence of Muslims‘ und Paul Broun

6. November 2012 24 Kommentare

Richard Dawkins hat vor kurzem beim „Tech-Nachrichtenticker“ Slashdot einige Fragen beantwortet, die auch auf Video aufgezeichnet wurden. Slashdot ist im Wesentlichen ein Nachrichtenportal für technikrelevante Informationen, bei dem Nachrichten durch die Benutzer eingestellt werden und die interessantesten dann auf der Frontseite landen. Slashdot hat durchaus Einfluss; es sind schon Webseiten zusammengebrochen, weil sie auf Slashdot verlinkt wurden.

Die Leser von Slashdot wurden aufgefordert, Fragen zu posten, von denen einige ausgewählt und in einem zweiteiligen Interview online gestellt wurden. Der nachfolgende Text soll nur einen kurzen Überblick geben, worüber geredet wurde, welche Themen angeschnitten wurden. Das Video ist gut verständlich und es ist ein Transkript vorhanden, in dem man nachlesen kann. Mehr…

Edzard Ernst and the Half-Quack Prince

4. September 2011 Keine Kommentare

When we contacted Edzard Ernst about the disgraceful interview in the Telegraph, we were presented with the opportunity to do a full interview. It was very interesting and a bit alarming…

As you may know, Edzard Ernst is the first Professor of Complementary Medicine, and more or less retired, two years prior to the official age of retirement. To understand the reasons for his early retirement and some of our questions, we need to look back a few years:

Edzard Ernst became professor for Complementary Medicine in 1993 and has built quite a reputation as a man of science and as a researcher. But in 2005, things took a rather strange turn. Economist Christopher Smallwood, personally commissioned by Prince Charles, claimed a lot of money could be saved applying CAM treatments. Unfortunately, this position was not supported by evidence. Not in the least! Edzard Ernst called it “complete, misleading rubbish.”. To cut a long story short, Prince Charles’ private secretary complained about Edzard Ernst who became “persona non grata” at his university.

Mr Ernst had been promised further funding, but all fundraising died down at that time. (This is actually quite an obvious development, since most CAM institutions apparently do not want real science to have a look at their methods) He had been promised the university would match initial funding of his unit, but this did not materialize. The unit was not able to keep all employees. He was informed the unit would be entirely dismantled after his retirement.

And so he negotiated. The deal: Immediate retirement and getting re-hired part-time for a year to help find a successor. The unit was not to be shut down.

Professor Edzard Ernst officially retired in May. We did not like that kind of horse-trade, but if Professor Ernst is fine with it, it is fine with us, too. The world is complicated, and so be it. The only part of the bargain we truly liked was that Professor Ernst may choose his successor. Well, at least this is what we assumed when we started asking…

But let’s get started with the interview:
Professor Ernst, when you started examining these methods scientifically, did you expect to meet such massive opposition or did that come as a surprise?
Lots of things were very surprising to me: that alternative medicine practitioners in the UK are often anti-scientific untrained non-medics, that so many of our results turned out to be negative, that there was so much public interest in my work, that alternative medicine enjoys royal protection in Britain etc, etc. The fact that I soon came under increasingly bitter criticism from the enthusiasts was, of course, a result of all this.

Most “alternative professors” practice Cargo-Cult-Science. Why does critical approach seem to be so unusual?
Yes, most if not all of my colleagues use science as a drunken man uses a lamppost – for support and not for illumination. I have come to the conclusion that this is due to them being primarily advocates of alternative medicine and true scientific scrutiny comes at a far remote second or third place.

In which way could this be improved?
One would need to make sure that critical scientists are appointed, for instance, by looking closely what any candidate has previously published. If it is mostly poor science or promotional pseudo-science, the person should be disqualified.

Do you agree with the way your results are being communicated?
I am often misquoted from both sides of the divide. The Telegraph article, for instance, claimed that I am against all alternative medicine. This is not true; I am against all ineffective or unsafe treatments, and that is very different.

You are compelled to a state of “retirement” now, as a result of the éclat with “Prince Charles”. (Smallwood report)
Was there any reaction by the Prince (or someone from his environment) after you called him a ‘snake-oil salesman’?

I offered to go in order to save the unit. My med school is now looking for a successor. Previously I was told that they will close the unit on my retirement. When I called Charles “snake oil salesman” there was no reaction from him or his entourage at all. I did not expect a reaction.

So, you are looking for a successor; do you believe he will have an easier life? Or do you think Prince Charles and his ilk will also try to throw a spanner in his works?
It depends what he/she will do. It would be easy to have it easy in that position; either one does very little or one does only stuff that upsets no one [such as surveys] or one does some basic research that is not so relevant to the public or one avoids all publicity – there are many ways.

The reaction of Charles and other enthusiasts of bogus medicine will depend on the work of my successor and the public image it receives.

Are there promising candidates for the position yet?
I have not yet heard of any.

How much freedom do you have in choosing a candidate? Can you choose/decide freely?
Sadly, I was only involved in drafting the job description. Everything else is out of my hands. I offered my further assistance but the offer was so far not accepted.

ERRM. Half a second. Wait.
What the …??? We understood the deal Professor Ernst made to save his unit, but so far we were under the impression that he will choose his successor!

We winced and mourned the loss when Professor Ernst retired (even when, in an interview, he said he was over the moon with that solution; that he feels exhausted, feels the scars from the many battles). We felt the loss. And now once more, we feel very strongly about the issue at hand!

Dear University of Exeter, to whomever it may concern, do not forget you (probably) have the only real chair of alternative medicine in the entire world (the entire world!), the only position respected by the scientific community and not just by quacks and royal half-quacks. Please, pretty please, do not gamble with your reputation.

Professor Ernst, can the public assist you in any way? Is it possible for us ordinary citizens to help your unit in any way to continue work same as before the éclat?
Public support will be a crucial element whenever controversies arise. I had lots of it – despite all the flack.

This answer is too diplomatic for our liking!

We know there are lots of supporters of Mr Ernst and his fantastic work out there, fighting an eternal battle against the overwhelming degree of lunacy in the world; therefore we would like to encourage all of you to join this fight, too. You may think it is premature, the university of Exeter should be given a chance. Certainly, but once they have taken a decision, it will be too late. We have to take a stance now and proactively defend this chair.

Let’s tell the university that we, the public, will not accept a quack or mediocre scientist in that position. While he/she will not be able to fill the gap, he/she has to be a true scientist! We will accept nothing less!

Edzard Ernst und der Halb-Quack-Prinz

4. September 2011 5 Kommentare

Als wir Edzard Ernst wegen des schmachvollen Interviews im Telegraph kontaktierten, bekamen wir die Gelegenheit, ein volles Interview zu machen. Es war sehr interessant und ein wenig alarmierend…

Wie vielleicht bekannt ist, ist Edzard Ernst der weltweit erste Professor für Alternativmedizin und mehr oder weniger im Ruhestand, zwei Jahre vor dem üblichen Alter. Um die Gründe für den vorzeitigen Ruhestand und einige unserer Fragen zu verstehen, müssen wir ein paar Jahre zurückblicken:

Edzard Ernst wurde 1993 Professor für Alternativmedizin und hat sich eine ziemliche Reputation als Forscher und Mann der Wissenschaft aufgebaut. Aber 2005 nahm die Geschichte eine bemerkenswerte Wendung. Der Ökonom Christopher Smallwood, persönlich von Prinz Charles beauftragt, behauptete, dass eine Menge Geld durch den Einsatz alternativer Behandlungsmethoden gespart werden könne. Leider wurde diese Position nicht durch Beweise gestützt. Nicht einmal im Ansatz! Edzard Ernst nannte es “kompletten, irreführenden Unsinn.”. Um die Geschichte kurz zu fassen, der Privatsekretär von Prinz Charles beschwerte sich über Edzard Ernst, der in der Folge “persona non grata” an seiner Universität wurde.

Herrn Ernst waren weitere Mittel versprochen worden, aber alle Quellen versiegten zu diesem Zeitpunkt. (Was eigentlich eine offensichtliche Entwicklung ist, die meisten alternativmedizinischen Institutionen wollen offenbar nicht, dass echte Wissenschaft sich mit ihren Methoden beschäftigt.) Die Universität hatte ihm versprochen, dass sie eine Summe in Höhe der anfänglichen Mittel seiner Abteilung bereitstellen werde, aber das geschah nicht. Die Abteilung war dann nicht in der Lage, alle Mitarbeiter zu halten. Ernst wurde informiert, dass seine Abteilung bei seiner Pensionierung aufgelöst werden solle.

Und so verhandelte er. Der Deal: Sofortiger Ruhestand und erneute Halbtags-Anstellung für ein Jahr, um zu helfen, einen Nachfolger zu finden. Die Abteilung würde weiter bestehen.

Im Mai 2011 ging Professor Edzard Ernst offiziell in den Ruhestand. Wir mochten diesen Kuhhandel nicht, aber wenn es Professor Ernst recht ist, ist es uns das auch. Die Welt ist nun mal kompliziert. Der einzige gute Teil des Handels war, dass Professor Ernst seinen Nachfolger wählen kann. Zumindest dachten wir das, als wir zu fragen begannen…

Aber fangen wir mit dem Interview an:
Als Sie begannen diese Methoden wissenschaftlich zu untersuchen, haben Sie da erwartet, dass Ihnen so massiver Widerstand entgegenschlägt oder hat Sie das überrascht?
Viele Dinge waren für mich überraschend: Dass Anwender von Alternativmedizin in Großbritannien oft wissenschaftsfeindliche, untrainierte Nicht-Mediziner sind. Dass so viele unserer Ergebnisse sich als negativ erwiesen. Dass die Öffentlichkeit so sehr an meiner Arbeit interessiert war. Dass Alternativmedizin adeligen Schutz genießt, etc. etc. Die Tatsache, dass ich von den Enthusiasten heftig kritisiert wurde, war natürlich ein Ergebnis davon.

Die meisten Alternativprofessoren betreiben Cargo-Cult-Science. Wieso ist kritische Herangehensweise so selten?
Ja, die meisten, wenn nicht alle meiner Kollegen benutzen Wissenschaft wie ein Betrunkener eine Straßenlaterne – zum Anlehnen und nicht zur Erleuchtung. Ich bin zum Schluss gekommen, dass der Grund dafür darin liegt, dass sie in Wirklichkeit Befürworter der Alternativmedizin sind und echte wissenschaftliche Prüfung weit abgeschlagen an zweiter oder dritter Stelle steht.

Wie könnte man das verbessern?
Man müsste sicher stellen, dass nur kritische Wissenschaftler berufen werden, z.B. indem man sich genau ansieht, was der Kandidat bisher publiziert hat. Wenn es hauptsächlich dürftiges Material oder Werbung in Form von Pseudowissenschaft ist, sollte die Person disqualifiziert werden.

Werden Ihre Ergebnisse so kommuniziert, wie Sie sich das wünschen?
Ich werde von beiden Seiten oft falsch zitiert. Der Artikel im Telegraph behauptete zum Beispiel, dass ich gegen die gesamte Alternativmedizin bin. Das ist nicht wahr. Ich bin gegen alle wirkungslosen oder unsicheren Behandlungen und das ist etwas völlig anderes.

Sie sind inzwischen ja mehr oder weniger gezwungenermaßen im „Ruhestand“, ausgelöst durch den Eklat mit Prinz Charles. (Smallwood Report)
Gab es eigentlich eine Reaktion des Prinzen (oder von jemandem aus seiner Umgebung), nachdem Sie ihn ’snake oil salesman‘ genannt haben?

Ich habe angeboten zu gehen, um meine Unit zu retten. Meine Universität sucht nun nach einem Nachfolger. Vorher sagte man mir, dass die Unit nach meinem Ruhestand aufgelöst werde. Als ich Charles einen “snake oil salesman” nannte, gab es weder von ihm noch seinem Gefolge eine Reaktion. Ich habe auch keine erwartet.

Sie suchen nach einem Nachfolger; glauben Sie, dass es Ihr Nachfolger leichter haben wird als Sie? Oder glauben Sie, dass Prinz Charles und Konsorten auch ihm Knüppel zwischen die Beine werfen werden?
Das hängt davon ab, was er/sie tun wird. Es ist leicht, es sich in dieser Position bequem zu machen. Man könnte entweder wenig tun oder nur Dinge, die niemanden stören [wie Umfragen] oder nur etwas Basisforschung, die nicht so relevant für die Öffentlichkeit ist. Oder auch die Öffentlichkeit komplett meiden – es gibt viele Wege.

Die Reaktion von Charles und anderen Enthusiasten von falscher Medizin wird von der Arbeit meines Nachfolgers und dem öffentlichen Bild davon abhängen.

Gibt es schon vielversprechende Kandidaten für die Nachfolge?
Ich habe noch von keinem gehört.

Wie viel Freiraum haben Sie bei der Auswahl des Kandidaten? Können Sie frei wählen/entscheiden?
Leider war ich nur am Entwurf der Stellenbeschreibung beteiligt. Alles andere liegt nicht in meinen Händen. Ich habe meine weitere Mithilfe angeboten aber bis jetzt wurde mein Angebot nicht angenommen.

Äääh, Moment mal. Moment!
Was zum …??? Wir verstehen, dass Professor Ernst einen Handel eingegangen ist, um seine Unit zu retten, aber bisher waren wir im Glauben, dass er seinen Nachfolger wählen würde!

Wir sind zusammengezuckt und haben den Verlust bedauert, als Professor Ernst in Ruhestand ging (obwohl er selbst in einem Interview sagte, dass er mit dieser Lösung sehr glücklich sei; dass er sich erschöpft fühle und die Narben vieler Schlachten spürt). Wir spürten den Verlust. Und jetzt haben wir erneut starke Gefühle zu dieser Situation!

Liebe Universität von Exeter, wen immer es angeht, vergessen Sie nicht, dass Sie (wahrscheinlich) den einzigen echten Lehrstuhl für Alternativmedizin der ganzen Welt (ganzen Welt!), die einzige Position die von der wissenschaftlichen Gemeinschaft respektiert wird, nicht nur von Quacksalbern und adeligen Halb-Quacks. Bitte, bitte, bitte, setzen Sie Ihre Reputation nicht aufs Spiel.

Professor Ernst, kann Ihnen die Öffentlichkeit in irgendeiner Weise behilflich sein? Können wir Normalbürger Ihre Unit dabei unterstützen, wie vor dem Eklat weitermachen zu können?
Öffentliche Unterstützung wird ein zentrales Element sein, wann immer eine Auseinandersetzung droht. Ich hatte viel davon – trotz all dem Beschuss.

Diese Antwort ist für unseren Geschmack zu diplomatisch!

Wir wissen, dass Herr Ernst und seine fantastische Arbeit unter Euch viele Unterstützer hat. Daher wollen wir Euch auffordern, euch an diesem Kampf gegen die überwältigende Masse an Wahnsinn in der Welt zu beteiligen. Ihr mögt denken, dass das voreilig sei, dass die Universität von Exeter eine Chance bekommen sollte. Sicher, aber sobald eine Entscheidung gefällt ist, wird es zu spät sein. Wir müssen jetzt Stellung beziehen und proaktiv den Lehrstuhl verteidigen.

Lasst uns der Universität sagen, dass wir, die Öffentlichkeit keinen Quacksalber oder mittelmäßigen Wissenschaftler akzeptieren werden. Wir wissen, er/sie wird die Lücke nicht füllen können, aber er/sie muss ein wahrhafter Wissenschaftler sein! Wir werden nicht weniger akzeptieren!

Interview mit einem Vampir

24. März 2009 5 Kommentare

Nein, ein Vampir ist er dann doch nicht, unser Sysop. Aber weil in letzter Zeit viel Quatsch über Esowatch geschrieben wird, gibt er uns heute mal ein Interview.

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