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Artikel Tagged ‘Ryke Geerd Hamer’

Die Todesmaschinerie hat kein Ende

28. Januar 2010 38 Kommentare

Die Germanische Neue Medizin oder auch Neue Medizin scheint sich festgefressen zu haben.

Die Anhänger des Begriffes „Neue Medizin“ verzichten zwar auf die Übernahme von Hamers Antisemitismus, dennoch wird seine „Medizin“ vehement verteidigt und propagiert.

Die Argumentation ist immer wieder so unsäglich, dass man nur mit dem Kopf schütteln kann.

Hier sind die Vorworte auch ganz besonders interessant:

Dr. Hamer und die Germanische Medizin beweist Krebs ist seit 25 Jahren heilbar

Susanne Rehklau wurde 12 Jahre alt

19. Januar 2010 50 Kommentare
Todesfalle Germanische Neue Medizin
Behandlung eingestellt, Kind tot

Ein 12-jähriges, an Krebs erkranktes, Mädchen aus dem Allgäu ist Ende Dezember verstorben, weil die Eltern jegliche medizinische Behandlung abgelehnt hatten. Die Eltern sind Anhänger der so genannten Germanischen Neuen Medizin. report MÜNCHEN traf den Gründer dieser Lehre.

Von Ulrich Hagmann, Annette Peter
Stand: 18.01.2010

http://www.br-online.de/das-erste/report-muenchen/report-germanische-medizin-ID1263811034754.xml

Link zum Video

EsoWatch:
Zum Tod von Susanne Rehklau bei Esowatch
Germanische Neue Medizin
Ryke Geerd Hamer
Opfer der Germanischen Neuen Medizin

Auf Einen Blick

■ Seit 22. Dezember ist die elf Monate alte Muriel Seebald im LKH Graz in Behandlung. Das HIV-infizierte Kind wurde von Mitarbeitern der Bezirkshauptmannschaft ins Spital gebracht. Die Eltern – selbst beide HIV-positiv – bestreiten auf ihrer Homepage die Existenz von AIDS. Brieflich unterstützt werden sie von Ryke Geerd Hamer, der 1995 als „Wunderheiler“ im „Fall Olivia“ bekannt geworden ist.

http://diepresse.com/home/panorama/jugend/532318/index.do?from=gl.home_panorama

Gefährliche Wunderheiler

16.01.2010 | 18:33 | von TERESA SCHAUR–WÜNSCH (Die Presse)

15 Jahre nach dem „Fall Olivia“ wehren sich wieder Eltern gegen die Schulmedizin. Die hat komplementäre Therapien zwar längst akzeptiert, ultimative Heilsversprechen locken aber immer noch.

http://diepresse.com/home/panorama/oesterreich/533344/index.do?_vl_backlink=/home/gesundheit/index.do

Ein älteres Interview mit Hamer:

Im Zentrum der Lügen

7. Oktober 2009 Keine Kommentare

Seit Monaten sind auf Webseiten des Wunderheilers Hamer und seiner Anhänger wundersame Behauptungen und Löschaktionen zum Thema Krebs in Israel zu beobachten. Man sollte in diesem Zusammenhang wissen, dass Antisemit Hamer an eine weltweite jüdische Verschwörung aller Krebsärzte (Onkologen) glaubt (also auch inkl. muslimischer und iranischer Onkologen). Heimlich würden sie ausschließlich jüdischen Patienten eine zu 95% effektive Therapie anbieten und die nicht-jüdischen Patienten würden sie heimtückisch durch eine tödliche Krebstherapie umbringen. Sowieso sei laut Hamer-Doktrin unbehandelter Krebs fast nie tödlich. Dass sich die absurden Hamer-Angaben aber nicht mit seriösen Fakten und Veröffentlichungen belegen lassen, sondern diesen widersprechen und auch in sich grotesk widersprüchlich sind, hat sich mittlerweile in der GNM-Szene herumgesprochen. Der laut internem Jargon ‚konstellierte‘ und senile Verschwörungstheoretiker Hamer wird deshalb de facto nicht mehr zitiert. Also was nun? Man greift in der Szene nach jedem geeignet erscheinenden Strohhälmchen, um die eigene Lügenlehre plausibel zu machen. So wirkte ein alter Artikel in der israelischen Haaretz-Tageszeitung, der über einen Newsletter der israelischen Botschaft in fehlerhafter Übersetzung verbreitet wurde, für positive Aufregung: In ganz Israel würden immer weniger Menschen an Krebs sterben. 2003 seien es nur noch 160 Menschen gewesen und 2004 gar nur noch 152 bei 7,4 Millionen Israelis. Jetzt war endlich durch den Botschafts-Newsletter belegt: in Israel stirbt man so gut wie nicht an Krebs, die jüdischen Onkologen machen ganze Arbeit und Nichtjuden müssen ins Gras beißen. Zu schön aus Hamersicht, um wahr zu sein. Denn, im von Laien geschriebenen Haaretz-Originalartikel war gar nicht von absoluten Zahlen die Rede sondern von: […] The number of cancer-related deaths has also declined in recent years: 152 of 100,000 Israelis died of cancer in 2004, a slightly lower figure to the 160 deaths recorded the previous year […], vielmehr war von der Mortalitätsrate die Rede, also von den an Krebs Verstorbenen pro 100.000 Einwohner. Ex-Internist Hamer, dem die unmöglichen Zahlen hätten auffallen müssen, war das egal: Er bejubelte die Zeitungsente auf seiner Webseite in einem offenen Brief vom 3. Juli 2009. Der einzig verbliebene aktive Hamer-Anhänger Pilhar prüfte auch nichts nach und kopierte es stolz auf seine Webseite. Ihm kann man immerhin zu Gute halten, dass er von Medizin nichts versteht. Als ihm der peinliche Irrtum später mittgeteilt wurde und dieser zu offensichtlich war, löschte er einfach den ganzen Hamer-Brief, ließ sich jedoch zu einer kurzen Erklärung herab, anstatt zu wagen, Silberrücken Hamer zu kritisieren. Seitdem wird bei Pilhar nur noch aus einer WHO-Studie zitiert, nach der in Israel die Zahl der jährlichen neuen Krebsfälle in etwa dem unteren Bereich europäischer Krebshäufigkeit entspreche. Die von Pilhar zitierte WHO-Quelle weist übrigens darauf hin, dass jeder vierte Israeli an Krebs verstirbt (Seiten 5, 13 und 27). Ein Vergleich der israelischen Krebsinzidenzen mit umliegenden Ländern zeigt, dass Juden in Israel ein relativ großes Risiko haben, an Krebs zu erkranken: Für Juden in Israel ist die ASR 274 im Gegensatz zu 149 bei israelischen Arabern, in Zypern 164, in Ägypten 143 und im benachbarten Jordanien die Krebsinzidenz nur 113 (jeweils ASR pro 100.000 Einwohner nach SEER-Studie).
Aber Hamers verzweifelter Versuch, seine Absurditäten mit irgendwelchen Zahlen zu untermauern, gingen noch weiter. So zitiert er am 3. September 2009 einen Brief eines gewissen Alain Bonet. Dieser nennt ihm die Zahl von angeblichen monatlich 26.000 neuen Krebsfällen in Israel. Dabei nennt er in Wirklichkeit fälschlich die jährlichen neuen Fälle. Hamer greift auch hier nach diesem Strohhalm und kann so flux auf falsche 312.000 jährliche Krebsfälle in Israel hochrechnen. Dann übernimmt er ohne Prüfung die Zahl der 12.000 israelischen jährlichen Krebs-Todesfälle und errechnet eine absurd niedrige Todesrate von 3,9%. Bei dieser Gelegenheit widerlegt er aber seine eigenen Angaben von lediglich 152 jährlichen Todesfällen in Israel vom 6. Juli 2009. Alle Daten zu Krebs in Israel lassen sich beim israelischen Gesundheitsministerium downladen.

Auch für das Ehepaar Iris und Edgar Muthmann, Geschäftsführer des ‚‚Zentrum der Gesundheit“ (ZDG Ges. für Ernährungsheilkunde GmbH in Sinsheim) sind die falschen Zahlenangaben über Krebs in Israel egal, Hauptsache die Germanische Neue Medizin stimmt und “Dr. Hamer hat recht“. Auf den Webseiten des Zentrum für Gesundheit werden die gleichen falschen Angaben von Hamer wiederholt, obwohl eine Leserin auf den Fehler in einer Mitteilung aufmerksam machte, aber bei dieser Firma darf offenbar nicht am Hamer-Image gekratzt werden. Verschwörungstheorien zu Chemtrails und kolloidalem Silber und zu einer staatlichen Fluoridverschwörung dürfen auch nicht fehlen. Diese Werbe-Webseiten haben nichts anderes zu bieten, als ein Sammelsurium an Unseriösität und Unwahrheiten.

Pimp your Aura

5. April 2009 9 Kommentare

Das ist der dritte Teil des Messeberichtes.
Hier ist Teil 2.

Der letzte Vortrag der Esoterikmesse (Sonntag, 22.02.2009, Berliner AVZ-Logenhaus) behandelt das Thema „Nullpunktenergie“. Das hört sich spannend an, also gehe ich hin.
Hier schonmal vorab die zugehörige Webseite:
www.nullpunktenergie.de

Mehr…

Erstes GNM Filmfestival

15. Oktober 2008 Keine Kommentare

Ausgelöst durch das im August stattgefundene Internationale Krebs Filmfestival in Genf, fand man in Hamer-Kreisen die Idee gar nicht mal so schlecht, auf Eigeninitiative einen Startschuss zum ersten GNM Filmfestival zu geben.

So heisst es doch:

„In den vergangenen 27 Jahren sind zahlreiche Film- bzw. Videodokumente entstanden, die hierzu beitragen können. Deshalb geht an alle Leser der Aufruf, per E-Mail entsprechende Beiträge zu benennen.“

Natürlich wissen wir, dass Herr Hamer mit seiner Germanischen Neuen Medizin in den letzten 27 Jahren genug Stoff bietet, all den Heilungserfolgen mit Filmbeiträgen und Dokumentationen einen visuellen Kick für abendfüllende Euphorie und Begeisterung zu verleihen.

Auch das EsoWatch-Team hatte sich mit einem Video für das GNM-Filmfestival beworben.
Leider wurde unser Beitrag von der Jury abgelehnt, so dass wir Ihnen an dieser Stelle unsere künstlerische Dokumentation als GNM-Beitrag nicht vorenthalten wollen:

Berlin und Gelsenkirchen

27. Juni 2008 Keine Kommentare

haben wenigstens eines gemein: Esoterik in Krankenhäusern. Die Geschichte mit der Charité hat mich wieder erinnert an eine verrückte Geschichte in Gelsenkirchen. Zeit für einen Rückblick:

Prof. Dr. August Stemmann, Leiter der Abteilung Allergologie der Bergmannsheil und Kinderklinik Buer in Gelsenkirchen meint, Neurodermitis bei Kindern heilen zu können, vor allem schwere Fälle. Seine Theorie richtet sich nach Ryke Geerd Hamer, dem Erfinder der „Neuen Germanischen Medizin“. So ist er der Ansicht, Neurodermitis entstehe durch einen Trennungskonflikt. Das Problem dabei: Die Behandlung wäre maximal dann anzuerkennen, wenn sie nachweisbar Erfolg hätte. So ist sie nur sadistisch. Kinder, die sowieso schon massive Probleme mit ihrer Hautkrankheit haben, werden bewusst von ihren Müttern getrennt. Die Mütter bekommen autogenes Training, damit sie wegen dem verzweifelten Schreien ihrer Kinder hinter der Glasscheibe (= Trennungstrainig) nicht verrückt werden.

Stemmann hat bis heute keinen Beleg für die Wirksamkeit seiner Hypothese gebracht. Die Belege sind lächerlich – wer im Akutstadium eines ND-Schubes eingeliefert wird, hat i.d.Regel einige Zeit danach ein besseres Hautbild, egal, ob man Märchen vorliest oder sonst was, denn ND ist nicht tödlich und verläuft immer in Schüben.

Was Stemmann dort angestellt hat, würde als Tierversuch nie durch eine Ethikkommission kommen. Stemmanns Talent scheint weniger die Forschung und Logik, sondern ein marketingtechnisches zu sein. Die Klinik wurde bekannt, vor allem durch den Verein AUK (dessen „wissenschaftlicher Berater“ Stemmann ist) und gewann deutschlandweit Kunden. Der Aufenthalt ist nicht billig: Mutter und Kind werden für mindestens 2 Wochen „behandelt“ und untergebracht. Die Kassen zahlten und zahlen. Und das alles unter der bisher nicht belegten Annahme, Neurodermitis sei durch einen „Trennungskonflikt“ begründet.

Prof. W. Klosterhalfen, der dort hinein geriet und eigentlich seine Forschungen zur Psychosomatik weiterführen wollte, hat das alles ans Tageslicht gebracht. Es gab einen Artikel im Spiegel („Galilei aus Gelsenkirchen), im Laborjournal, in diversen Foren wurde entsprechendes veröffentlicht – eigentlich ein riesen Skandal: Nicht nur, dass Kinder und Mütter mit einer unsinnigen und unethischen Behandlung mit möglicherweise traumatischen Folgen ausgesetzt wurden – nein, auch die Kassen wurden mit vermutlich zweistelligen Millionenbeträgen geschädigt. Alleine: Die Verantwortlichen interessiert das alles nicht.

Richtig spannend an der Sache ist , dass Klosterhalfen, der alles minutiös dokumentiert hat, sich mit seiner Person der Öffentlichkeit ausgesetzt, Stemmann als Scharlatan benannt hat, immer noch keine Anzeige wegen Verleumdung oder ähnlichem bekommen hat. Man scheint aussitzen zu wollen und scheut Öffentlichkeit.

Ein irres Spiel. Genaueres findet man hier, dort den Links folgen.