Psirama – Der Psiram-Wochenrückblick (KW17, 2017)

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Ist es eigentlich wichtig, kritisch denken zu können? Die meisten Menschen kommen gut durch ihr Leben, ohne überhaupt je von diesem Begriff gehört zu haben. Auch in der Evolution gab es offenbar keine besondere Bevorzugung dieser Fähigkeit. Möchten wir allerdings möglichst viel über unsere Umwelt wissen und von dieser ein realistisches, objektives Bild erhalten, Wissenschaft betreiben und den Dingen auf den Grund gehen, kommen wir nicht daran vorbei. Denn auf der anderen Seite lauert stets die Selbsttäuschung. Ein neuer Podcast beschäftigte sich diese Woche mit eben dieser Frage und wir dürfen auf die kommenden Folgen gespannt sein. Weitere Denkanstöße zum Erkenntnisgewinn und zur kritischen Analyse haben wir wie immer in unserem Wochenrückblick gesammelt.

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Evolution der Betrüger. Heute: „Dr.“ Leonard Coldwell

Richard Dawkins beschreibt in seinem Klassiker “Das egoistische Gen”, wie in einer sozialen Gemeinschaft verschiedene Konzepte der Lebensbewältigung miteinander konkurrieren. Eines dieser Konzepte ist Lug und Betrug, der Gegenentwurf zu einem sozialen Miteinander, welches erstmal auf gegenseitigem Vertrauen beruht. Dieses Konzept funktioniert allerdings nur bis zu einem gewissen Anteil an Betrügern innerhalb einer Gemeinschaft. Wird er überschritten, zersetzt sich die Gemeinschaft, die Basis, jedem erst mal zu vertrauen verliert an praktischer Funktionalität. Dass einem der andere grundsätzlich über’s Ohr hauen will, wird zur Standardannahme und der Vorteil verpufft.

In Zeiten internationaler und anonymer Vernetzung ist die Hemmschwelle zu Lug und Betrug bei so manchen gesunken – was man sich innerhalb einer Dorfgemeinschaft unmöglich hätte leisten können, um nicht die gravierenden Nachteile sozialer Ächtung zu erfahren, ist bei Fremden, die weit weg sind, eher kein Problem mehr.

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Psirama – Der Psiram-Wochenrückblick (KW16, 2017)

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Gelegentlich stellt sich das Gefühl ein, Wissenschaft sei gesellschaftlich „out“. Sogenannte „alternative“ Denkweisen in Medizin, Naturbetrachtung und Politik entfernen sich von faktenbasierten Methoden, Evolutionsforschung wird durch religiöse Dogmen verdrängt, Klimawissenschaft muss politischen und wirtschaftlichen Interessen weichen. Ist es wirklich so schlimm? Immerhin haben diese Entwicklungen heute eine Menge Menschen beim „March for Science“ auf die Straßen gebracht. Ob es eine gute Idee ist, dabei mitzumarschieren, wird unterschiedlich diskutiert. Unsere wöchentliche Linkliste enthält neben diesem Thema einige Anlässe, sich für Wissenschaft und Forschung stark zu machen, wann und wo auch immer.

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SkepKon – Skeptical, die deutschsprachige GWUP-Konferenz

Wir machen mal etwas Werbung für diesen Event: SKEPTICAL 2017 PROGRAMM Fakten sind sexy! Das Wissenschaftsevent für Vernunft und kritisches Denken 4 Stunden Fakten, Spaß und Musik rund um das Thema Verschwörungstheorien, Fake-News, Wissenschaft und Kritisches Denken. Samstag, 29. April Ort: Berlin – Urania e.V.,  An der Urania 17, 10787 Berlin   –   Zeit: 14  bis … Weiterlesen

Psirama – Der Psiram-Wochenrückblick (KW15, 2017)

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Im Netz steht auf jede Frage die passende Antwort – neben tausend unpassenden Antworten, die aber auf den ersten Blick oft viel passender aussehen. Bei medizinischen Fragen führt das schnell zu Fehldiagnosen oder in die Hände von Scharlatanen. Der STERN ging vergangene Woche der Frage nach, wie und warum sich gefährliche Falschinformationen zu Gesundheitsthemen in sozialen Netzwerken verbreiten. Wie jede Woche versuchen auch wir, einen kleinen Beitrag bei der Auswahl von Informationen zu leisten und stellen einige ausgewählte Links zur Diskussion.

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Nur Psiram.COM ist Psiram

Liebe Leser, diesmal kurz in eigener Sache. Vermehrt erhalten wir in letzter Zeit Hinweise von aufmerksamen Lesern, die fragen, ob wir denn gehackt worden wären oder was mit Psiram los sei, weil z.B. als Favicon (das ist das kleine grafische Symbol in den Tabs) ein Hakenkreuz auftaucht. In heutigen Zeiten, in denen Fakenews vermehrt bewusst … Weiterlesen

Cannabis – Hinweise für Ärzte


Wir haben kürzlich darauf hingewiesen, dass es für die seit Neuestem zu Lasten der Krankenkassen rezeptierbaren Hanfblüten keine wissenschaftlich ausreichend gesicherten Indikationen gibt. Der Gesetzgeber wusste dies, denn das hatten ihm Ärztekammer und Arzneimittelkommission mitgeteilt. Er hielt es für unerheblich. Er konnte auch nicht feststellen, wie viele potentiellen Anwender es geben wird und konnte nichts über Kosten prognostizieren. Das finanzielle Polster der Krankenkassen ist dennoch auf jeden Fall ausreichend, die monatlichen Therapiekosten von 1800 EUR (lt. Referentenentwurf) zu stemmen. Also kann es losgehen … aber, Moment: bei einer solchen Therapie handelt sich um „individuelle Heilversuche“, und der Arzt tut gut daran, vorher das Einverständnis der Krankenkasse einzuholen. Ohne ein solches Einverständnis fällt ihm die Verordnung als sog. Regress finanziell auf die Füße, und zwar mit voller Wucht (aus Sicht der Krankenkassen sind die Kosten ein „sonstiger Schaden“).

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Psirama – Der Psiram-Wochenrückblick (KW14, 2017)

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Vielleicht sollte Andrew Wakefield Heilpraktiker in Deutschland werden. Dann könnte der wegen „standeswidrigen Verhaltens“ und Studienfälschung in seiner Heimat mit Berufsverbot belegte britische Arzt in einem weitgehend deregulierten Bereich des Gesundheitswesens mit abenteuerlichen Thesen jene Anerkennung ernten, die ihm im Wissenschaftsbetrieb versagt blieb. Derzeit buhlt er mit einem selbst produzierten Film um Aufmerksamkeit, in dem er mit viel rhetorischem Geschick („ich stelle nur Fragen“) einen Zusammenhang zwischen Impfungen und Autismus herstellen möchte und verwirrt damit sogar manchen Skeptiker. Wir widmen ihm einen Teil unserer Linksammlung und verweisen zur Orientierung auf den zugehörigen Artikel im Psiram-Wiki.

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Psirama – Der Psiram-Wochenrückblick (KW13, 2017)

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Als Skeptiker meinen wir es doch gut mit unseren Mitmenschen. Fällt uns auf, dass jemand offensichtlich einem Irrtum erliegt, sind wir sofort bereit, mit unserem Wissen, umfassenden Erklärungen sowie einer Sammlung passender Studien und Belege auszuhelfen. Erstaunlicherweise ernten wir dafür selten Dank, sondern beobachten stattdessen, dass die soeben aufgeklärte Person sich nur noch fester an ihre bisherigen Ansichten klammert. Stimmt vielleicht mit unserer Strategie etwas nicht?

Der Backfire-Effekt sorgt dafür, dass wir uns nicht so leicht umstimmen lassen, ob Skeptiker oder nicht. Mehr dazu gibt es diese Woche im Podcast „skeptisCH“ der Schweizer Skeptiker. Für alle, die trotzdem die Welt vor dem Irrtum retten möchten, bietet unsere Linksammlung reichlich Munition zur kritischen Überprüfung.

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Wissenschaft, Verschwörung und Demokratie

Noch stehen wir ratlos der Vorstellungswelt gegenüber, die sich der freidrehende menschliche Intellekt schaffen kann, wenn er losgelöst von der Wirklichkeit und wider die simpelste Einsicht in die Natur der Dinge und der Menschen agiert. Der mächtigste Mann der Welt ist nebenbei Impfgegner, und zu seinen Kumpanen hat er beispielsweise

  • einen Klimawandel-“Skeptiker“ als Umweltminister (vorher bekannt als der erbittertste Feind des Umweltministeriums im Sold der Industrie),
  • einen Energieminister gleichen Zuschnitts (er hat gerade verboten, dass in den Texten seines Ministeriums Worte wie „Klimawandel“, „Emissionsreduktion“ oder „Pariser Abkommen“ erscheinen, hier),
  • eine Gegnerin der öffentlichen Schulbildung als Bildungsministerin (sie sagt, Waffen gehören in die Schulen, falls die Grizzlybären angreifen, hier),
  • einen Justizminister mit rassistischer Vorgeschichte (er hat Wahlhelfer der Schwarzen in Alabama verfolgen lassen),
  • einen menschenscheuen Außenminister (seine Unterstellten sind angewiesen, ihm nicht in die Augen zu schauen, hier),
  • usw.

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