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Artikel Tagged ‘alternative Krebstherapien’

Die Weisheit der Volksmedizin

3. Dezember 2009 2 Kommentare

Bei der Recherche über eine obskure Lebertherapie mit Schafläusen stolperten wir über ein wunderbares Fundstück. Der Arzt Eugen Nätscher sammelte über Jahrzehnte Rezepte für Hausmittel und seltsame abergläubige Bräuche zur Verhütung von Unheil. Die Schafläuse, oder auch Kellerasseln, wurden damals zur Behandlungen von Gelbsucht angewendet. Das ziemlich eklige Rezept sah so aus:

8. Gelbsucht wurde so behandelt: Eine Zwetschge wurde aufgebrochen, der Kern entfernt und durch einige Schafsläuse oder Kellerasseln ersetzt. Der Patient musste die Frucht essen, ohne dass er etwas von dem Inhalt wusste. Oder die Schafsläuse oder Kellerasseln wurden in einen Pfannkuchen hineingebacken und dem Kranken verabreicht.

Die Legende lebt in Foren weiter:

Schafläuse
..und Leber-Erkrankungen.

Bei einem Treffen, vor ein paar Tagen, wurde mir erzählt, dass ein im Alter
von 52 Jahren an Leberzirrhose-Erkrankter Mann durch ein altes Hausmittel,
nämlich der Einnahme von lebenden Schafläusen, seine Leberfunktion dermassen
wiederherstellen konnte, dass er erst im Alter von 83 Jahren verstarb.

Googlen ergab eine Menge Treffer, die nur Gutes über diese Art der
Behandlung berichten.

Angeblich würde diese Art der Behandlung „unter dem Scheffel“ gehalten,
damit die Pharmaindustrie ihre Umsätze sichert.
Kann es wirklich möglich sein oder ist es nur eine „Legende“, die gestreut
wird?

http://groups.google.com/group/de.sci.medizin.misc

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Hulda Clark, die Krebsheilerin, verstarb an Krebs!

30. Oktober 2009 49 Kommentare

Dass Hulda Clark das Zeitliche segnete, darüber haben wir bereits berichtet.

Nun wurde öffentlich bekannt, dass die Grande Dame des Zappers selbst an Krebs starb und noch dazu, dass sie einen langen Leidensweg bis zu ihrem bitteren Ende durchschreiten musste.
Nach Clark gibt es nur zwei Ursachen für chronische Krankheiten, nämlich den Parasiten Fasciolopsis buski sowie Umweltgifte.
Clark glaubte, die von ihr benannten Parasiten durch ein Zapper genanntes Gerät im Körper abtöten zu können. Diagnostisch setzt die Clark-Lehre auf die Anwendung von so genannten Syncrometern, die in Wirklichkeit Bioresonanz-Geräte sind und für die es keinerlei Nachweis einer Eignung gibt.

Ironie des Schicksals? Wie man es auch immer bezeichnen möchte, es sollte auf alle Fälle diejenigen aufhorchen lassen, die sich an Quacksalbermethoden festhalten, um ihre Krankheiten besiegen zu wollen. Die Realität ist hart und erbarmungslos und sie führt uns immer wieder auf den Boden der Tatsachen zurück. Man kann nur hoffen, dass das tragische Ende der Hulda Clark ein Exempel statuiert und den Leuten die Augen öffnet.

Orac hat die Leidensgeschichte von Hulda in seinem Blog dokumentiert. Hier ein Auszug aus dem englischen Original von uns übersetzt:

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Im Zentrum der Lügen

7. Oktober 2009 Keine Kommentare

Seit Monaten sind auf Webseiten des Wunderheilers Hamer und seiner Anhänger wundersame Behauptungen und Löschaktionen zum Thema Krebs in Israel zu beobachten. Man sollte in diesem Zusammenhang wissen, dass Antisemit Hamer an eine weltweite jüdische Verschwörung aller Krebsärzte (Onkologen) glaubt (also auch inkl. muslimischer und iranischer Onkologen). Heimlich würden sie ausschließlich jüdischen Patienten eine zu 95% effektive Therapie anbieten und die nicht-jüdischen Patienten würden sie heimtückisch durch eine tödliche Krebstherapie umbringen. Sowieso sei laut Hamer-Doktrin unbehandelter Krebs fast nie tödlich. Dass sich die absurden Hamer-Angaben aber nicht mit seriösen Fakten und Veröffentlichungen belegen lassen, sondern diesen widersprechen und auch in sich grotesk widersprüchlich sind, hat sich mittlerweile in der GNM-Szene herumgesprochen. Der laut internem Jargon ‚konstellierte‘ und senile Verschwörungstheoretiker Hamer wird deshalb de facto nicht mehr zitiert. Also was nun? Man greift in der Szene nach jedem geeignet erscheinenden Strohhälmchen, um die eigene Lügenlehre plausibel zu machen. So wirkte ein alter Artikel in der israelischen Haaretz-Tageszeitung, der über einen Newsletter der israelischen Botschaft in fehlerhafter Übersetzung verbreitet wurde, für positive Aufregung: In ganz Israel würden immer weniger Menschen an Krebs sterben. 2003 seien es nur noch 160 Menschen gewesen und 2004 gar nur noch 152 bei 7,4 Millionen Israelis. Jetzt war endlich durch den Botschafts-Newsletter belegt: in Israel stirbt man so gut wie nicht an Krebs, die jüdischen Onkologen machen ganze Arbeit und Nichtjuden müssen ins Gras beißen. Zu schön aus Hamersicht, um wahr zu sein. Denn, im von Laien geschriebenen Haaretz-Originalartikel war gar nicht von absoluten Zahlen die Rede sondern von: […] The number of cancer-related deaths has also declined in recent years: 152 of 100,000 Israelis died of cancer in 2004, a slightly lower figure to the 160 deaths recorded the previous year […], vielmehr war von der Mortalitätsrate die Rede, also von den an Krebs Verstorbenen pro 100.000 Einwohner. Ex-Internist Hamer, dem die unmöglichen Zahlen hätten auffallen müssen, war das egal: Er bejubelte die Zeitungsente auf seiner Webseite in einem offenen Brief vom 3. Juli 2009. Der einzig verbliebene aktive Hamer-Anhänger Pilhar prüfte auch nichts nach und kopierte es stolz auf seine Webseite. Ihm kann man immerhin zu Gute halten, dass er von Medizin nichts versteht. Als ihm der peinliche Irrtum später mittgeteilt wurde und dieser zu offensichtlich war, löschte er einfach den ganzen Hamer-Brief, ließ sich jedoch zu einer kurzen Erklärung herab, anstatt zu wagen, Silberrücken Hamer zu kritisieren. Seitdem wird bei Pilhar nur noch aus einer WHO-Studie zitiert, nach der in Israel die Zahl der jährlichen neuen Krebsfälle in etwa dem unteren Bereich europäischer Krebshäufigkeit entspreche. Die von Pilhar zitierte WHO-Quelle weist übrigens darauf hin, dass jeder vierte Israeli an Krebs verstirbt (Seiten 5, 13 und 27). Ein Vergleich der israelischen Krebsinzidenzen mit umliegenden Ländern zeigt, dass Juden in Israel ein relativ großes Risiko haben, an Krebs zu erkranken: Für Juden in Israel ist die ASR 274 im Gegensatz zu 149 bei israelischen Arabern, in Zypern 164, in Ägypten 143 und im benachbarten Jordanien die Krebsinzidenz nur 113 (jeweils ASR pro 100.000 Einwohner nach SEER-Studie).
Aber Hamers verzweifelter Versuch, seine Absurditäten mit irgendwelchen Zahlen zu untermauern, gingen noch weiter. So zitiert er am 3. September 2009 einen Brief eines gewissen Alain Bonet. Dieser nennt ihm die Zahl von angeblichen monatlich 26.000 neuen Krebsfällen in Israel. Dabei nennt er in Wirklichkeit fälschlich die jährlichen neuen Fälle. Hamer greift auch hier nach diesem Strohhalm und kann so flux auf falsche 312.000 jährliche Krebsfälle in Israel hochrechnen. Dann übernimmt er ohne Prüfung die Zahl der 12.000 israelischen jährlichen Krebs-Todesfälle und errechnet eine absurd niedrige Todesrate von 3,9%. Bei dieser Gelegenheit widerlegt er aber seine eigenen Angaben von lediglich 152 jährlichen Todesfällen in Israel vom 6. Juli 2009. Alle Daten zu Krebs in Israel lassen sich beim israelischen Gesundheitsministerium downladen.

Auch für das Ehepaar Iris und Edgar Muthmann, Geschäftsführer des ‚‚Zentrum der Gesundheit“ (ZDG Ges. für Ernährungsheilkunde GmbH in Sinsheim) sind die falschen Zahlenangaben über Krebs in Israel egal, Hauptsache die Germanische Neue Medizin stimmt und “Dr. Hamer hat recht“. Auf den Webseiten des Zentrum für Gesundheit werden die gleichen falschen Angaben von Hamer wiederholt, obwohl eine Leserin auf den Fehler in einer Mitteilung aufmerksam machte, aber bei dieser Firma darf offenbar nicht am Hamer-Image gekratzt werden. Verschwörungstheorien zu Chemtrails und kolloidalem Silber und zu einer staatlichen Fluoridverschwörung dürfen auch nicht fehlen. Diese Werbe-Webseiten haben nichts anderes zu bieten, als ein Sammelsurium an Unseriösität und Unwahrheiten.

Dr. Gorski über die GNM

5. Oktober 2009 4 Kommentare
The “Iron Rule of Cancer”: The dangerous cancer quackery that is the “New German Medicine”

Published by David Gorski under Cancer, Health Fraud, Science and Medicine

Given that I trained as a cancer surgeon, do laboratory and translational cancer research, and spend my clinical time taking care of breast cancer patients, not surprisingly one topic that gets me the most irritated and provokes a lot of my verbiage for SBM is cancer quackery. Perusing my list of posts the other day, it occurred to me that there’s one huge topic that in the more than a year and a half I’ve been blogging for SBM I’ve never covered. It’s a particularly pernicious and dangerous quackery. Indeed, it’s a quackery I mentioned during part of my talk at the Science-Based Medicine Conference that Steve and several SBM bloggers put on the day before TAM7 started.

I’m referring to the dangerous and vile quackery known as the German New Medicine (Die Germanische Neue Medizin). Pioneered by Ryke Geerd Hamer, it is a quackery that claims lives….

http://www.sciencebasedmedicine.org/?p=1993

Es geht um Hamer, seine irre Lehre und die Opfer.

Quacksalberei an Krebskranken ist eine der verabscheuungswürdigsten Spielarten der sogenannten Alternativmedizin. Bei Krebs auf die Spontanheilung zu warten und wissenschaftliche Medizin abzulehnen, endet meist qualvoll und tödlich.

Hulda hat den Zapper abgegeben

9. September 2009 5 Kommentare

Die „Queen of Quack“ ist tot.
Komisch, hatte sie doch die „Cure for all diseases“.
Oracs grandioses Requiem für eine Quacksalberin sollte man sich nicht entgehen lassen.

Sie starb friedlich im Schlaf, was vielen ihrer an Krebs erkrankten Klienten nicht vergönnt war.

Die Tullio-Simoncini-Therapie in der urologischen Praxis

3. Juli 2009 5 Kommentare


Übersetzung eines Berichts eines anonymen französischen Urologen ‚Kystes‘, der in seinem Blog über einen Blasenkrebspatienten berichtet, der sich zuvor selbst mit Natriumbikarbonat (Backpulver) nach der Simoncini-Methode behandelte.

Quelle: Blog Kystes et autres choses

21. Juni 2009

Das Internet, ein schlechter Ratgeber für die Behandlung von Krebs…

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Von Einem der auszog, das Gruseln zu lernen…

1. März 2009 26 Kommentare

Das ist der erste Teil des Messeberichtes. Hier ist Teil 2.

Ein Kollege sagte neulich zu mir: „Hey schau mal, nächste Woche ist in Berlin Esoterik-Messe. Das müsste doch was für Dich sein.“ Nachdem ich gesehen hatte, dass das Messeangebot ein volles Vortragsprogramm beinhaltet, musste ich da einfach hin. Die Familie hat irgendwann auch ihr OK gegeben, sodass ich am Sonntag (22.02.2009) ins Berliner AVZ-Logenhaus losziehen konnte…

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Ganzheitliches Schmarotzertum

8. November 2008 20 Kommentare

Manchmal platzt einem der Kragen wenn man sieht mit welcher Ignoranz und Dreistigkeit Leute, die sich „Heilpraktiker“ nennen vorgehen. Niemand auf der Welt käme auf die Idee (bis auf Manufactum), etwas als besser anzusehen, nur weil es alt ist. Esoteriker und Heilpraktiker tun das aber aus Prinzip. Sie fragen sich nie, ob es nicht auch Gründe gibt, dass bestimmtes „altes Wissen“ vergessen wurde.

Das vermutlich älteste Wissen der Menschen, nämlich wie man Feuer macht, ist jedenfalls nicht verloren gegangen und man sieht auch ein, warum: Es ist bis heute nützlich, das zu wissen. Warum man aber „Jahrtausende altes Wissen“ von z.B. absurden Annahmen über die menschliche Anatomie wieder ausgraben muss wie bei der sogenannten Traditionellen Chinesischen Medizin (Die Chinesen haben nie Anatomie betrieben und haben sich halt was aus den Fingern gesogen), ist mir rätselhaft. Das Konzept von „Energiebahnen“ mag ja auch als Hypothese nicht verkehrt gewesen sein, doch heute wissen wir sehr genau, wo und wie Nervenbahnen verlaufen – meist nicht dort, wie damals vermutet.

Und dann dieses unsägliche und permanente Geschwafel von „Ganzheitlichkeit“. Von „nur an der Symptomen herum doktern“. Die gleichen Schwafler empfehlen dann im gleichen Atemzug Homöopathie. Dabei ist Homöopathie geradezu ein Paradebeispiel für rein symptombezogenes Agieren.

Besonders irritierend, weil man nie weiß, ob aus Dummheit, Ignoranz oder Unfähigkeit entstanden, ist die Tatsache, dass so gut wie jede Heilpraktikerin Methoden im Repertoire hat, die sich völlig widersprechen und zwar oft in einem Maße, dass aus der jeweiligen Sicht die andere Methode als unwirksam oder gar schädlich gesehen werden muss. Was würden wir von Menschen sagen, die behaupten, die Erde wäre eine Scheibe und gleichzeitig kugelförmig? Man würde sie als das bezeichnen, was sie sind: Spinner, nicht ganz dicht etc. Ist man aber Heilpraktiker, nennt man das „ganzheitlich“ und ist beledigt, wenn man darauf aufmerksam gemacht wird.

Die Bandbreite der Heilpraktiker ist groß (was kein Wunder ist, es gibt ja keinerlei offizielle Ausbildung). Hier zwei Beispiele von größtenteils harmlos bis zum bösartigen Demagogen:

Annika Großmann

Als Mann erweckt so eine kuh blauäugige, unschuldig wirkende Frau Beschützerinstinkte. Aber Vorsicht: bei einer ernsthaften Erkrankung sollte man sich nicht dahin begeben, denn das Mädchen die Dame gehört zur der berüchtigten Sorte der ehemaligen Krankenschwestern die meinen, das Vorbereiten auf einen Multiple-Choice Test beim Amtsarzt wäre mit einem Medizinstudium gleichzusetzen.

Ein ganz anderes Kaliber ist Harald Schicke. In geradezu atemraubender Demagogie spricht er der modernen Medizin bis auf Chirurgie die Wirksamkeit ab.

Nur ein Beispiel:

„Die Verheißungen der Schulmedizin haben sich bislang nie erfüllt. Der Kampf gegen den Krebs ist ebenso verloren wie alle anderen auch, obwohl sie mit vielen Milliarden allein in Deutschland subventioniert worden sind.“

Wer sowas sagt, hat entweder keine Ahnung, oder er lügt wie gedruckt. Bei einigen Krebsarten gibt es heutzutage langfristige Überlebensraten von 90%. Noch vor 20 Jahren eher gegen 0%.

Solche Leute halte ich für besonders widerlich. Sie machen Menschen Angst, um an sie ran zu kommen. Sie geben unverfroren Tipps, die massiv lebensverkürzend sein können (z.B. bei Heliobacter Pylorii Knoblauch statt sinnvolle Antibiotika)

Nebenbei fährt er die bekannte Schiene: Die Fehler der „Schulmedizin“ (es gibt keine Schulmedizin, sie wird an Universitäten gelehrt) aufzählen um damit die „Naturheilkunde“ zu belegen. Eine Begründung, warum gerade in der Medizin das Wissen von vor 300 Jahren besser als das heutige sein soll, gibt er natürlich nicht, dafür konstruiert er absurde Verschwörungstheorien.

Bezeichnend: Auf seiner Seite ist das erste Foto von ihm, danach folgen in gleicher Größe Virchow, Semmelweis und Paracelsus.

Ich weiß, weder Dummheit noch Ignoranz noch Größenwahn ist gesetzlich sanktioniert. Das ist auch gut so. Jeder wie er will oder kann. Aber wie kann es sein, dass einerseits zum Behandeln von kranken Menschen ein jahrelanges, aufwändiges Studium nötig ist und gleichzeitig Heilpraktiker ohne Qualifikationsnachweis mit einem offensichtlichen Hass auf die moderne Medizin ebenso auf die Menschen losgelassen werden? Wenn schon dieses Absurdum in Deutschland nicht abgeschafft werden kann, plädiere ich dafür, dass Heilpraktiker niemanden unter 18 Jahren behandeln dürfen.

Es gibt schon genug schlechte Ärzte. Da brauchen wir nicht auch noch Heilpraktiker.

(ri)

Blutgeld

29. August 2008 3 Kommentare


Der Münchener Dermatologe Nikolaus Klehr ist ein dicker Fisch: alleine bis 1996 soll er nach Aussage eines Mitarbeiters 100 Mio Mark mit seiner dubiosen Methode eingenommen haben. Zusammengerafft mit wenig zimperlichen Mitteln:

  • Er vertreibt eine patentierte Krebstherapie namens ATC. Patentiert – das bedeutet nicht, dass es einen Wirksamkeitsnachweis gibt. Und es gibt auch keinen!
  • Die Herstellung seiner ATC Medizin wurde ihm wegen der Zustände in seinem Labor 2003 verboten.
  • Er ist in den Schwindel um Galavit verwickelt. Hier wurde ein in Russland billiges entzündungshemmendes Medikament als Krebs-Wundermittel verkauft. Klehrs Komplize Eike Rauchfuss erhielt eine hohe Haftstrafe.
  • Da ihm in Deutschland der Boden zu heiss wurde, ist er nach Slowenien ausgewichen. Hier soll er verzweifelten Menschen bis zu 35.000,- Euro für seine unwirksamen Methoden abgeknöpft haben. Für einen einzigen Fall, wohlgemerkt!

Wie man soweit kommt, ohne von der Justiz belangt zu werden? Diese Frage wird es noch zu klären geben. Immerhin: Sein Anwalt ist der nicht nur in Bayern bekannte Peter Gauweiler.

Ärzte reden normalerweise nicht schlecht übereinander. Umso bemerkenswerter ist es, dass der Präsident der bayerischen Landesärztekammer, Hans Hege, Klehr als „erwerbsgetriebenes Ungeheuer“ und „Scharlatan“ bezeichnete.
Der „Stern“ berichtete schon vor mehr als zehn Jahren über den Betrug an verzweifelten und todkranken Menschen. Sie wurden von Klehr in ihren letzten Lebensmonaten kräftig abgerubelt und verschuldeten sich oft sogar noch für diesen Strohhalm. Es gab keine Behandlungserfolge.
Der Artikel ist hier bei Esowatch abrufbar. Unbedingt lesen!
Der notorische Krebsbetrüger wurde aber nicht gestoppt, sondern suchte sich munter neue Opfer in Polen und Slowenien. Eine Geschichte, die jetzt vom „Salzburger Fenster“ aufgedeckt wurde:

Skandal um Salzburger „Krebsarzt“ in Slowenien

Bereits drei Jahre Berufsverbot in Salzburg, Strafverfahren in Salzburg und München

Der Präsident der bayerischen Ärztekammer nannte ihn ein „erwerbsgetriebenes Ungeheuer“. Der deutsche „Krebsarzt“ Nikolaus Klehr behandelt in Salzburg Patienten aus Osteuropa. Nach Todesfällen gehen nun in Slowenien die Wogen hoch.

Ales Pate, Sohn eines verstorbenen Patienten des „Krebsarztes“, legte dem Salzburger Fenster Rechnungen über insgesamt 12.683,51 Euro vor.
Der ehemals in Deutschland sehr prominente und ebenso umstrittene „Krebsarzt“ Dr. Nikolaus Klehr behandelt in seiner Praxis in der Franz-Josef- Straße derzeit vor allem Krebspatienten aus Slowenien. Nach dem Tod mehrerer seiner Patienten beschäftigen sich nun slowenische Medien, die slowenische Ärztekammer, Mediziner, allen voran die Ärzte des Onkologischen Instituts Ljubljana (Laibach) und verbitterte Angehörige in zahlreichen Leserbriefen mit dem „Scharlatan“ aus Salzburg.
Das „Salzburger Fenster“ wurde auf die Vorwürfe gegen den Arzt aus Salzburg aufmerksam gemacht. Wir haben vor Ort in Ljubljana mit Angehörigen und Ärzten gesprochen.
Ales Pate trauert um seinen Vater Peter Pate. Der 69-jährige an Darmkrebs erkrankte Mann war Patient von Dr. Klehr in Salzburg und verstarb kurz darauf

Salzburger Fenster vom 28.08.2008

Weiteres Material befindet sich in unserem eigenen Esowatch-Eintrag.

Lasst sie doch, die „Spinner“

11. Juli 2008 8 Kommentare

soll doch jeder nach seiner Fasson glücklich werden, die tun dir doch nichts. Hört man oft, wenn man Esoterik im Allgemeinen und „Alternative“ Medizin im Speziellen angreift. Ein ziemlich erschütterndes Beispiel, dass dem eben nicht immer so ist, zeigt dieser Fall im Blog Science-Based-Medicine. Kurz zusammengefasst: Bei einer jungen Mutter von 3 Kindern wird ein bösartiger Tumor (Krebs) von ca. 1,5 cm Größe festgestellt. Mit einer OP hätte sie in dem Fall eine langfristig prognostizierte Überlebensrate von 93% gehabt. Sie weigert sich und geht zum „Heiler“. Nach 3 Jahren kommt sie wieder, inzwischen ist der Tumor massiv gewachsen, blutet durch die Haut. Auch jetzt wäre noch ein Eingriff möglich, natürlich mit verminderten Chancen. Nein, sie weigert sich. Vermutlich, nach allem, was man abschätzen kann, ist sie heute tot.