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Artikel Tagged ‘Skeptiker’

Kollateralschäden – Ein Gastbeitrag von Nessiehoaxer

21. August 2013 39 Kommentare

„Nessiehoaxer“ Philipp Nolden hat in seinem Blog einen Artikel über die öffentliche Wahrnehmung von Skeptikern geschrieben, den wir lesenswert finden und deshalb hier mit freundlicher Genehmigung ungekürzt wiedergeben möchten.

 

„Falls Skeptiker anwesend sind … fühlt Euch beleidigt.“

Okay, mache ich.

Denn die Sache ist die: Auch wenn ich mir den Sermon praktisch jeden Tag anhören muss, ist er trotzdem immer noch eine Beleidigung. Und ja, wirklich jeden Tag. Zumindest jeden Tag, an dem ich skeptisch aktiv bin, begegnet mir irgend ein Schlaumeier, der meint, seine Mitmenschen darauf aufmerksam machen zu müssen, dass Skeptiker arrogant und besserwisserisch sind. Dass alle Italiener ungehobelte Machos sind und dass Frauen nicht einparken können, hat sich anscheinend inzwischen herumgesprochen. Aber die geradezu sprichwörtliche Borniertheit, Engstirnigkeit und – nennen wir das Kind doch einfach beim Namen – die Dummheit aller Skeptiker muss man offensichtlich immer noch explizit erwähnen.

Von Esoterikern, Verschwörungstheoretikern und religiösen Fanatikern bin ich das gewohnt. Dort kann ich es sogar ein Stück weit verstehen. Das sind die Gegner, die den unmittelbaren Schaden von unserem Erfolg haben. Von dort gehört es dazu; es ist der Preis des Hobbys, und man nimmt es sportlich. Aber trotzdem ist es ein Vorurteil, und zwar ein beleidigendes. Daran ändert sich auch dann nichts, wenn es mit einem Augenzwinkern serviert wird. Und deshalb schmerzt es, wenn es von jemandem kommt, den ich eigentlich als Freund sehe und den ich wegen seines Könnens schätze. Mehr…

Ein Blogportal für Skeptiker

12. Juli 2012 13 Kommentare

Manchmal sind es gerade die einfachen Dinge, auf die man nicht kommt, die aber doch irgendwie das Leben erleichtern.

Kurz bevor das alte Esowatch-Forum seinen Geist aufgab, stellte merdeister folgende Frage:

Brächte es das kritische Denken im deutschsprachigen Raum weiter, wenn es eine Plattform gäbe, auf der ein Großteil der Beiträge zum Thema zu finden ist?

Tja, täte es das? Auf jeden Fall wäre es praktisch, all die vielen Blogs, die sich mit wissenschaftlichen und skeptischen Themen beschäftigen, übersichtlich auf einer Seite zu haben. Mehr…

Zum Welt-Skeptiker-Kongress in Berlin

19. Mai 2012 14 Kommentare

Gestern begann der Welt-Skeptiker-Kongress in Berlin, für den wir auch Werbung gemacht haben. Der bekannteste Teilnehmer dürfte James Randi aus den USA sein, der als Zauberkünstler sozusagen vom Fach ist, was Illusionen angeht.

Aber was ist eigentlich ein Skeptiker? Es ist zunächst eine Bezeichnung für jemanden, der nicht unmittelbar alles glaubt, was ihm als glaubwürdig dargestellt wird. Er zweifelt. Ist das nun gut oder schlecht? Wie wird man dazu?

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Die 6. Weltskeptikerkonferenz Berlin 2012

19. Februar 2012 6 Kommentare

In diesem Jahr findet die Weltskeptikerkonferenz in Deutschland, in Berlin, statt. Zum 6. Mal treffen sich vom 18.-20. Mai Skeptiker aus aller Welt zu einem freundlichen Kennenlernen und Austausch über den Wahnsinn der Welt. Eine solche Konferenz ist durchaus eine eher seltene Angelegenheit; das letzte Mal fand sie 2004 in Italien statt. Schön, dass es endlich wieder gelungen ist, ein solches Programm auf die Beine zu stellen. Herzlichen Dank an die GWUP für die Organisation!

Das Programm ist äußerst spannend, Führung durch die Unterwelt, Science Slam, Zaubershow und nach einigen Vorträgen über die Welt der Pseudowissenschaft wird zum Abschluss eine fast echte Séance durchgeführt werden. Und (Vorsicht! Spoiler!) es wird zwischendurch von Massimo Polidoro auch eine sensationelle Information präsentiert, die manche wie ein Schock treffen wird: Paul McCartney ist tot. Er wurde schon vor langer Zeit durch einen Doppelgänger ersetzt, wofür es klare Beweise gibt. Sozusagen.

Esowatch Siegel Gra_Po_2Die Mitwirkenden sind Skeptiker allererster Güte, unter anderem Edzard Ernst, Simon Singh und James Randi, um nur einige der Bekanntesten zu nennen. Aufgrund der internationalen Beteiligung finden viele der Vorträge in Englisch statt.

Über Twitter kann man mit dem Hashtag #6WSC12 auf dem Laufenden bleiben. Und natürlich gibt es auch eine Facebook Seite zum Thema.

Wenn man also Mitte Mai etwas Zeit entbehren kann, ist Berlin auf jeden Fall einen Aufenthalt wert. Wir von Esowatch wünschen jedenfalls Teilnehmern und Vortragenden viel Spaß!

Monty Python Truppe dreht Film zusammen!

27. Januar 2012 Keine Kommentare

Wie es scheint, wird das alte Monty-Python-Team wieder zusammen einen Film drehen. Natürlich mit ein paar Einschränkungen. Graham Chapman spielt nicht mit, da die Verhandlungen mit ihm gescheitert sind. Er kann sich wohl, solange er immer noch tot ist, nicht dazu aufraffen, in einem weiteren Film mitzuwirken. Mit Eric Idle wurde nach Angaben des Produzenten gesprochen, er hat aber noch nicht zugesagt (Gerüchte behaupten bereits das Gegenteil).

Damit haben aber John Cleese, Terry Gilliam und Michael Palin unterschrieben, in der Science-Fiction-Farce „Absolutely Anything“ Aliens ihre Stimmen zu leihen. Terry Jones entwickelte die Story zusammen mit dem Drehbuchautor Gavin Scott (Small Soldiers, Earthsea – Die Saga von Erdsee, Die Abenteuer des jungen Indiana Jones, …) und wird auch Regie führen. In einer weiteren Rolle wird Robin Williams wohl einen Hund sprechen.

Terry Jones meinte in einem Interview:

„It’s not a Monty Python picture, but it certainly has that sensibility,“

Einen Film im Stile der alten Monty-Python-Tradition wie „Das Leben des Brian“ oder „Die Ritter der Kokosnuß“ zu drehen, ist heute wohl unmöglich. Es bleibt jedoch zu hoffen, dass die Jungs sich inhaltlich treu bleiben und eine absurde Komödie abliefern werden, wie man es qualitativ von ihnen gewohnt ist. Schließlich wurde nicht umsonst die Bezeichnung „pythonesk“ erfunden, um ihre Sketche und die der Nachahmer zu klassifizieren. Sie haben Spam „erfunden“ und die englische Sprache auch mit anderen Phrasen wie „And now for something completely different“ und „The parrot is dead!“ bereichert.

„Das Leben des Brian“ war in diversen Ländern wegen des blasphemischen Inhalts verboten oder mit 18+ Einschränkungen belegt, in einigen Städten sogar fast bis heute. Und noch heute ist der Film für religiöse Vereinigungen ein Aufreger. Die Pythons waren auch stolz darauf, wie historisch präzise sie die Zeit dargestellt haben. Diese Aussage mag seltsam erscheinen angesichts z.B. der Ufo-Szene, aber die Menge an Nachforschungen, die in den Film und die Szenerie geflossen sind, war wohl immens. Vielleicht kann man sagen, dass sie die historische Wirklichkeit genauso überzeichnet haben wie in anderen Sketchen die heutige Zeit.

Auch der tägliche Alltag, Politik, Firmen, Finanzindustrie und Kultur bekamen in diversen Filmen ihr Fett ab. In aller Absurdität haben die Pythons ein zutiefst skeptisches Bild der Welt gezeichnet und man muss ihnen heute noch dankbar sein, dass sie so respektlos waren.

In Memoriam Graham Chapman:

Stehen Skeptiker auf verlorenem Posten?

5. Januar 2012 101 Kommentare

Ein Beitrag aus unserem Forum, der eigentlich nicht als Blogbeitrag gedacht war. Aber er spricht frei von der Leber ein Thema an, das wohl einige unserer Leser persönlich betrifft und durch das Blog mehr Leser haben sollte.

Stehen Skeptiker auf verlorenem Posten?

Ohhja, das trifft meine aktuelle Lage sehr gut. Ich bin gerade dabei, ein wenig zu verzweifeln – überall schlägt mir, ich nenne es mal „wunschbasiertes Denken“ entgegen. In meiner Familie gibt es eine ziemlich astrologiegläubige Dame, eine andere Person versucht mich permanent von der Kraft des Geistes über den Körper (und der Wunscherfüllung durch das Universum) zu überzeugen und, was dem Faß den Boden ausschlägt und gerade gewaltig an meiner Basis rüttelt, nun hat sich herausgestellt, dass mein eigener Partner mit Verschwörungstheorien sympathisiert.

Ich muss ehrlich zugeben, dass mich das auslaugt und ich mich ebenfalls auf verlorenem Posten fühle. Problematisch ist für mich weniger das geballte Halbwissen, das mir entgegenschlägt – das könnte man durch eine sachliche Diskussion ja in rationalere bzw. fundiertere Bahnen lenken. Der Kernpunkt des Problems ist, dass rationale Diskussion mit derart überzeugten Personen meist nicht möglich ist und mich genau das langsam zermürbt. Ich ertrage es nicht länger, Phrasen à la „Da kannst Du sagen, was Du willst, aber jeder denkende Mensch sieht doch..“, „Ach Quatsch, Studien, die kann sich jeder ausdenken, die wollen doch alle nur verdienen!“ und „Du mit Deinen ‚Wissenschaftlern‘ und ihren ‚Theorien’…“ anhören zu müssen. Mehr…

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Es lebe die Skepsis

28. Juni 2010 3 Kommentare

Im allgemeinen Sprachgebrauch wird die Bezeichnung Skeptiker von Vielen eher negativ beschrieben, man setzt  ihn gerne einem Nörgler gleich, dem man nichts recht machen kann und der an allem zweifelt. Dabei ist Skepsis eigentlich ein wichtiges evolutionäres Prinzip: Geben wir einem Haustier, z.B. unserer Katze etwas Fremdartiges, Neues zum Fressen, wird sie zuerst daran schnuppern, und auch, wenn es gut riecht, erst mal vorsichtig probieren; wir Menschen tun das ebenso. Skepsis ist hier also nichts, was ein pauschales Ablehnen zeigt, sondern nur Vorsicht und Prüfung.

In einem kommunikativen Kontext, in dem wir als Menschen gegenseitig Informationen austauschen, gilt dieses Prinzip ebenso.

Skepsis verkörpert mit ein Grundprinzip der Wissenschaft. Es ist die Einsicht, selber fehlbar zu sein, und dem, was uns unsere Sinne und Vorurteile sagen, nicht blind zu vertrauen. Das menschliche Hirn ist z.B. überhaupt nicht in der Lage, mit großen Zahlen umzugehen und gleichzeitig stets verlockt, aus zeitnahen Ereignissen einen ursächlichen Zusammenhang zu konstruieren, was, wiederum evolutionär gesehen, keineswegs dumm ist. Erst blitzt, dann donnert es, auf dieser Ebene funktioniert das ganz gut. Schon etwas schwieriger wird es, wenn ein längerer zeitlicher Abstand zwischen Ursache und Wirkung ins Spiel kommt: Die Ursache für eine Geburt neun Monate früher zu sehen, ist bereits eine nicht einfache Herausforderung.

Noch schwieriger der Umgang mit Wahrscheinlichkeiten: Der Erfolg von Lotto besteht einzig in der Täuschung, dass es doch so simpel sein muss, von 49 Kästchen nur 6 richtige anzukreuzen um Millionär zu werden. Hier warnt kein Instinkt.

Auch warnt uns kein „gesunder Menschenverstand“ vor Dingen, die für unsere Denkgewohnheiten eingängig sind, ein homöopathisches Prinzip etwa, das Gleiches Gleiches heile, nur in Potenzierung, klingt für jemanden, der sich noch nie damit beschäftigt hat, durchaus logisch, weil es in sich geschlossen scheint und begibt sich gerne in diese Denkfalle. Skeptisches Denken aber betrachtet, ob Aussagen und Behauptungen auch mit Erkenntnissen aus anderen Wissenschaften, wie z.B. der Physik und der Chemie übereinstimmen.

Wenn jemand z.B. behauptet, er hätte 10 Menschen mit seiner Methode geheilt, dann fragt man ihn, wie viele er denn insgesamt behandelt hat. Wenn man meint, nachts von Aliens entführt worden zu sein, fragt man sich, ob man nicht etwa geträumt hat. Sich zu täuschen ist eher der Normalfall, so es um komplexe Zusammenhänge oder seltsame Erlebnisse geht. Und so führt Skepsis im besten Fall zu mehr Erkenntnis und weniger Täuschung.

Skepsis ist also eine völlig sinnvolle und normale Grundhaltung. Was ist es also, was den Skeptiker so zum Missliebigen für viele macht? Vermutlich verdirbt er Geschäfte und angenehme Selbsttäuschungen. Aus der Erkenntnis, wie fehl- und täuschbar der Mensch ist, kann man nicht nur eine Methode namens Wissenschaft entwickeln, um diese Fehlbarkeit möglichst auszuschließen, sondern auch wunderbare Methoden, sich an anderen Menschen zu bereichern. Ihnen ein X für ein U vormachen, sie über den Löffel balbieren, sie abzuzocken. Zauberkünstler geben wenigstens zu, dass sie nur mit der Täuschbarkeit des Menschen spielen, und nicht umsonst ist ein James Randi so gut im Entlarven von Quacksalbern. Und zweitens ist der Skeptiker manchmal nervig. Wie ein kleines Kind, das sich nicht mit der Antwort „glaube es einfach“ zufrieden gibt, sondern „warum ist das so?“ fragt.

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Geil!

25. August 2009 Keine Kommentare

Brian Dunning

10. November 2008 2 Kommentare

Heute klauen wir mal von den Skeptikern:

Dieser Film von Brian Dunning ist die 40 Minuten voll wert! Es geht um skeptisches Denken, wie man Pseudowissenschaft erkennt und was aktuelle Pseudowissenschaften sind. Das ganze ist in Englisch, aber Herr Dunning spricht sehr langsam und deutlich, und zur Not sind da deutsche Untertitel, dank Malte Ohlsen. Die Skeptiker fordern ausdrücklich zum weitersagen auf, was wir hiermit gerne getan haben.