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Artikel Tagged ‘Betrug’

gutte, guttest, guttet

25. Februar 2011 7 Kommentare

Als Blog, der sich mit Esoterik beschäftigt, hält man sich zurück, wenn es um die Causa Guttenberg geht – ist ja nichts Esoterisches. Meint man erstmal. Aber der tief evolutionäre Alltag des Tarnens und Täuschens ist ja gerade die Spezialität des Menschen und insofern doch ein Thema für Esowatch. Denn: Offensichtliches Bescheißen und sich dabei guten Mutes im Recht zu fühlen, ist geradezu ein Kernthema bei uns. Was kann einen Menschen – vermutlich von normaler Intelligenz, guter Förderung, gutem Aussehen, mit Ausdrucksvermögen – vokal, als auch körpersprachlich ausgestattet – veranlassen, sich zum Affen zu machen?

Erklärungen gibt es einige. Z.B. die, dass da jemand in eine Einbahnstraße gefahren ist, dann plötzlich das Schild “Sackgasse” gesehen und versucht hat, da raus zu kommen. Das sind aber keine Entschuldigungen, die ernst zu nehmen wären, so denn diese Person Minister ist und über tatsächlich wichtige Dinge zu entscheiden hat und sie damit entlasten sollte. Jeder, der ernsthaft versucht hat, sich gegen seine eigene Irrationalität durchzusetzen, Realität als das wahr zu nehmen, was sie ist, nämlich gegeben, und sich darauf einen Reim zu machen – wenn auch nur auf einem kleinen Teilgebiet – der weiß, was für eine scheißschwere Aufgabe das ist, sich selbst von außen zu sehen, seine eigene Argumentation in Frage zu stellen. Also alles das, was saturierte Wohlstandsdaseiende als unbequem empfinden, sich lieber in Doofie-Erklärungsmodelle à la Homöopathie ergeben. Von einem Minister sollte man diese Erkenntnistiefe erwarten können.

Weder Narzissmus, Dummheit noch Egoismus sind strafbar, zu recht nicht, oft sogar lustig und anregend. Es wird nur dann problematisch, wenn man diese Eigenheiten benutzt, um Regeln der Demokratie zu umgehen. Zu meinen, Gesetze gelten nur für Andere.
Aber genau dafür sind ja die Bremsen in der Demokratie da, wie Karl Popper das schon sehr gut auf den Punkt brachte. Bei Herrn zu Guttenberg scheint es an der Zeit, die Bremse reinzuhauen.

Um etwas polemisch nachzulegen: Wie wäre es mit einem neuen Verb? Gutten. Ich gutte, du guttest, er guttet. Würde der deutschen Sprache nicht schaden, schreibt und spricht sich leichter als “kopieren”. Der feine Beigeschmack von: “Ja natürlich kopiere ich! Wo ist das Problem?” ist der falsche Balsamico aus Berlin.

Diese Sache richtet einen immensen Schaden an. Die Causa Guttenberg ist an sich harmlos. Beschissen wurde schon immer. Nicht harmlos ist, wie hier offenbar machtversessene Politiker – erstaunlicherweise gerade konservative – bereit sind, all ihre Grundsätze zu opfern. Wissen, Können, Handschlag und Vertrauen – gegen was? Die reine spermizide Herkunft des dadurch Rechthabenden? Kann wohl nicht sein, oder doch? Wofür auch immer, jedenfalls nicht für Aufklärung und Demokratie.

Und Du, Karl Theo, geh nach Hause. Hock Dich in eine Kneipe bei euch, da gibts wunderbares Bier und meistens nette Stammgäste. Und fang dann mal an, erwachsen zu werden.

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Domian – Betrug durch Esoterik & Kartenlegen

14. Mai 2010 51 Kommentare

Na, was sagt man denn dazu?

Yogi Prahlad Jani

12. Mai 2010 4 Kommentare

We´ve translated our wiki-article about Prahlad Jani into english:

Prahlad Jani (Jay Ambe Prahaladbhai Maganlal Jani, real name Chunriwala Mataji, called by aderents also „Mataji“ or „goddess“, born August 13, 1929) is an indian fakir and Jainism-follower from Gujarat who claims that he did not eat usual food or drink since he was eight years old, (meaning since 74 years in relation to today, 2010). Claims of this sort are known as Inedia. Jani himself believes in a miraculous gift of indian goddess Amba Mata, and that a mysterious fluid called „Amrit“-nectar may feed him through a „hole“ in his palate….

https://www.psiram.com/en/index.php?title=Prahlad_Jani

See also: http://scienceblogs.com/pharyngula/2010/04/they_arent_doing_the_right_tes.php

They aren’t doing the right tests!
Category: Skepticism
Posted on: April 29, 2010 10:14 PM, by PZ Myers

Some yogi in India claims that he hasn’t eaten, drunk, or used a bathroom in 70 years.
Yeah, right.
Now the Indian military is studying him because, obviously, soldiers who don’t need to be provisioned would be rather useful…which assumes that this nonsense is even worth studying.

Energetischer Klanglack, Bildschirmreinigung und Biologisch Positives.

7. April 2010 28 Kommentare

Der Tag ist gerettet. Wir brauchen keine teuren Putztücher mehr für unseren Monitor. Das alles geht auch prima über das Internet. Natürlich durchgeistigt feinstofflich, ohne daß mehr passiert als ein Javascript-Countdown.

ACHTUNG an alle Quellcodegucker:

Ja, hier findet Ihr nur einen Timer.

Die Reinigerfunktion ist energetisch, also diese besteht im immateriellen Bereich.
Für alle „Kopf-Menschen“ sicherlich schwer begreifbar.

Wenigstens muss man dafür nichts bezahlen. Die löbliche Ausnahme auf dem Eso-Markt, dass man für Blödsinn mal nicht blechen muss.Auch nicht unglaublich teuer („Unkostenbeitrag“ zehn Euro) ist ein Satz „Heilkristallkarten„:

Heilkristallkarten sind die numerologische Umsetzung von Begriffen, Namen oder Sätzen in ein Farbmuster. Dieses wirkt ganzheitlich und ordnend auf den Anwender.

Grundsätzlich sind alle Worte in Farbschwingungen übertragbar. Durch die richtige Auswahl und Anordnung der Worte ist die Wirkung optimierbar. Dies haben wir bei den von uns angebotenen Karten bereits getan.

Die hieraus entstehenden Mandalas erreichen durch ihre klaren Strukturen und Farbkombinationen unsere Seele, Herz und Bewusstsein.

Und:

Achtung:

Diese Karten sind hochwirksam und kein Spielzeug. Der Hersteller übernimmt keine Verantwortung für einen falschen und unachtsamen Gebrauch.

Das klingt aber gefährlich. Da sehen wir schon die Schlagzeile: „Esoterikerin durch unsachgemäßen Gebrauch von Heilkristallkarten ums Leben gekommen!“

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Was kommt, das kommt.

21. März 2010 1 Kommentar

Ist doch wahr. Seit Jahrtausenden versuchen geschäftstüchtige Spinner, mit Hellseher– und Wahrsagerei den Leuten das Geld aus der Tasche zu zuppeln. Dienlich dazu sind Tiergedärme, Vogelflug, Kaffeesatz, Glaskugel, Gestirne, Tarotkarten und all solcher Schmu.

Doch was zieht jemanden zum Abzocker?

Warum sollten wir uns ansehen, was in der Zukunft kommt? Vorausgesetzt, es ginge, so würde dies doch nichts am Lauf der Dinge ändern. Was passieren wird, wird passieren. Dann können wir das auch gleich einfach auf uns zukommen lassen. Im Zweifelsfalle sieht die Zukunft, wie auch die Auguren, die man Wirtschaftswissenschaftler nennt (und die ihrerseits statt Kaffeesatz Statistiken auslesen), prophezeien, beschissen aus. Da liegt doch nichts näher, als die Zukunft daraus zu lesen, was sie ohnehin schon ist. Und die ganze Hellseherei auch. Nämlich aus Kot.

Auch wenn uns die Esoteriker noch so sehr weismachen möchten, dass es keinen Zufall gibt und dass wir unser gesamtes Leben selbst bestimmen könnten, es ist und bleibt ein Glaube. Die Zukunftsdeuter wären schließlich alle arbeitslos, würde es jeder so sehen wie wir. Nur, ist man wirklich glücklicher, zufriedener, erfolgreicher, etc., wenn man meint, man hätte alles in der eigenen Hand? Ist es wirklich so toll, sich selbst ständig zu täuschen und dauernd daran zu arbeiten, dass das auch eintreffen könnte, was man sich wünscht? Richtiges „Visionieren“ will ja gelernt sein, denn der Wunsch-Bullshit braucht eine korrekte Versendung ans Universum. Gott, wie anstrengend, ermüdend und letztlich immer enttäuschend.

Lebt man nicht wesentlich entspannter, wenn man die Dinge einfach auf sich zukommen lässt? Ist es nicht ein Aspekt einer gewissen Leichtigkeit zu wissen, dass man nicht alles ändern kann, und zudem auch ein Ansatz, der uns dazu bringt konfliktfähig zu werden?
Gegen eine optimistische Grundhaltung im Leben spricht gar nichts und die lässt sich sehr wohl und sehr gut ohne Glauben leben. Die Tatsache, dass man Probleme und Krisen akzeptiert, macht nicht schwach sondern stark und dafür sind Esoteriker mit Sicherheit einfach viel zu labil. Der Versuch aus der größten Scheiße immer noch das Beste zu machen ist auf jeden Fall lebenswerter als wenn man einer großen Illusion nachläuft. Diese Einstellung bietet zudem den Vorteil, dass man sich nicht ständig nur um sich selbst dreht, sondern auch einschreitet, wenn anderen Unrecht widerfährt. Die Akzeptanz des Zufalls ist die eigentliche Quelle, die uns motiviert, Dinge in der Gesellschaft verändern zu wollen, und wir tragen unseren Teil dazu bei, weil wir genau wissen, dass nichts passiert, wenn niemand etwas tut. Unsere Karmajünger sind dagegen mit sich selbst beschäftigt, denn sie glauben ernsthaft, dass automatisch eine bessere Welt entsteht, wenn sie ihre persönlichen Blockierungen lösen und sich dadurch ihr Energiefeld verändert. Also Eso-Jungs und Eso-Mädels, weiterhin gut Traum und seid bitte nicht verwundert, wenn es uns besser geht als euch.

Indago

13. November 2009 7 Kommentare


Steuergelder, die für unsinnige Zwecke eingesetzt werden, Politiker die ihrer Verantwortung nicht gerecht werden, dreister Schwindel: Die Zutaten für einen schönen Skandal. Es geht um die Firma Indago. PD Dr. Keck hat die Eckdaten dieses Skandals auf seiner Website zusammengetragen und Thomas Xavier hat ein Interview mit ihm geführt:

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Zehnkampf im Hochstapeln

20. Juni 2009 1 Kommentar

Protsch von Zieten, siehe Beitrag „Der Herr der Schädel“ vom 18.06.2009, wurde gestern zu einem Jahr und sechs Monaten auf Bewährung verurteilt. Über dieses recht milde Urteil – wenn man die Einzelstrafen bedenkt – waren Verurteilter und Verteidigung so erfreut, dass man auf Rechtsmittel verzichtete. Da auch der Staatsanwalt Rechtsmittelverzicht bekundete, ist das Urteil rechtskräftig. Protsch von Zieten muss alle Kosten des Prozesses tragen.

Er ist siebzig. Fast hätte er es mit seinen lebenslangen Aufschneidereien so weit gebracht, dass er mit vollen Bezügen eines C4 Professors in den Ruhestand hätte gehen können. Fast. Doch die beamtenrechtlichen Folgen des heutigen Urteils werden noch festzulegen sein. Es wird wahrscheinlich mindestens in eine Aberkennung der Ruhebezüge münden, die sich auf etwa 4500 Euro monatlich belaufen.

Da die Vorgänge und Behauptungen so ungewöhnlich und unglaublich sind, sind sie etwas breiter dargestellt.

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Der Herr der Schädel

18. Juni 2009 8 Kommentare

Gestern begann am Landgericht Frankfurt der Strafprozeß gegen Dr. Reiner Protsch von Zieten. Ein Rückblick: Protsch von Zieten war über dreißig Jahre, seit 1973, Leiter des Instituts für Anthropologie der Universität Frankfurt, bis er 2004 wegen Unregelmäßigkeiten suspendiert wurde. In diesen 30 Jahren hatte es, zumindest seit Mitte der 80er Jahre, immer wieder Hinweise gegeben, dass es an dem Institut nicht so ganz mit rechten Dingen zuging. Mitarbeiter wunderten sich über die staubigen, da unbenutzten Apparaturen, andere über Merkwürdigkeiten bei seinen Veröffentlichungen oder die Art und Weise, wie bei ihm promoviert wurde. Insbesondere etwa 80 Zahnärzten verhalf er zur begehrten Urkunde. Auch wenn der eine oder andere etwas geahnt oder sogar gesagt haben mag vor der allgemeinen Aufdeckung, so war Protsch von Zietens Mittel der Wahl immer „Angriff ist die beste Verteidigung“ und er war es gewohnt, damit auch durchzukommen. Fast alle Dekane der Biologie der Zeit, als er tätig war, können ein Liedlein davon singen, wie schnell aus einem Dissens ein aggressiv geführter Disput mit ihm wurde. Nicht wenige gaben nach Auseinandersetzungen mit ihm resigniert auf. So konnten in dem Klima von Einschüchterung der Mitarbeiter, Aufbrausen bei geringster Kritik von Kollegen und dem Umstand, dass der deutsche Professor, wenn er erst mal sitzt, wo er sitzt, kaum weg zu kriegen ist, jahrzehntelang Wissenschaftsbetrug und andere dunkle Machenschaften gedeihen.

Protsch von Zieten hatte schon einmal vor dem heute begonnenen Verfahren Ärger mit der Justiz. Er hatte einen weiteren schmückenden Doktortitel haben wollen und an der Universität Wien war man willens, das, was er als seine eigene Arbeit vorlegte, anzuerkennen. Pech nur, dass er so sicher war, dass der Titel zuerkannt wurde, dass er ihn bereits führte, bevor er erteilt worden war. Einen Strafbefehl von 18.000 DM wollte er nicht hinnehmen, woraufhin der Richter noch einen kleinen Zuschlag auf 27.000 DM verhängte. Wahrscheinlich war Protsch von Zieten in gewohnter Manier aufgetreten und der Richter hatte ihm dann zeigen müssen, dass auch jemand wie er sich an Recht und Gesetz halten muss.

Protsch von Zieten, der von sich selber gerne behauptete, er sei von 11 Doktorvätern betreut worden, darunter 2 Nobelpreisträger, war hinsichtlich der Ausschmückung seiner Person nicht schüchtern. So bezeichnete er sich als „Zehnkämpfer“, prahlte mit körperlicher und angeblicher geistiger Fitness und war doch in seinem eigentlichen Fach so schwach, dass er in den Vorlesungen vielfach grobe Fehler machte. Fehler, die eigentlich keinem Biologen passieren dürften, ja nicht mal einem interessierten Abiturienten. Aber da er ja an der „UCLA“ studiert hatte, wie er immer wieder stolz betonte, schauten wahrscheinlich auch die Kollegen weg. Ob diese Unterlagen von damals jemals jemand wirklich geprüft hat, steht noch heute aus. Jemand, der über Jahrzehnte so dreist und immer wieder neu lügt, hat vielleicht auch schon früher gelogen. Jemand, der, nachdem er eigentlich schon überführt ist, die Markierung aus Schädeln gefräst zu haben und sie als sein Eigentum ausgegeben zu haben, eine – gefälschte – Kaufurkunde an die Staatsanwaltschaft (!) nachlegt, ist einer, der uneinsichtig ist.

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His Royal Highness Kempe

19. September 2008 4 Kommentare


Heute ist ein ganz besonderer Leckerbissen an der Reihe: ein international operiender Pseudowissenschaftler, der es vom einfachen DDR-Werkzeugmacher über eine, sagen wir mal, windige NASA-Karriere, Erfinder von Tankreinigungen und einer veröffentlichungslosen Professorenschaft zur königlichen Hohheit eines philippinischen Pseudostaates namens Föderated Sultanates of the Philippines (wörtliche Abschrift) geschafft hat. Sein Name: His Royal Highness, senior datu Hans Ibn Sina Al Kempe Prof. Dr. Joachim AL-Kempe sa Iligan-Pilimpinas oder einfach nur Hans Joachim Kempe. Eine eingeheiratete Royal Highness eines angeblichen Mikrostaates des südlichen Mindanao wo di Abu Sayyaf ihr Unwesen treibt und der im profanen Rufe steht mit Titeln und Diplomatenpässen zu handeln. Die Ehefrau HRH Salvacion Legaspi AL-Kempe sa Iligan Queen of Mindanao betreibt als königliche Priesterin eine eigene Kirche und bekam vom Ehemann ihren falschen Doktortitel. Mit im Spiel ist ein im Hintergrund agierender väterlicher General der roten Armee der in der Lage ist Familienmitgliedern eine “medical practitioner licence“ der russischen Armee auszustellen, und Aktivitäten in top-secret Ausschüssen der russischen Duma. Stoff für Geheimdienste aller Länder, Betreiber von Titelmühlen und Adelsverbände der ersten Welt. Kommerzielle Aktivitäten finden in Deutschland, Belgien und im schweizerischen Mariastein statt, wo an der Wohnanschrift eine der WHO gemeldet sein sollende NGO names UHO Diplomatenpässe afrikanischer Kleinstaaten anbietet, und von wo mit intensivstem pseudowissenschaftlichem Geschwurbel Wellnessprodukte zur Ganzkörperaktivierung und geheimnisvolle Krebstherapiemaschinen namens Cium-Frequenztherapie ihren Ursprung haben. Das ganz im Dunstkreis von Titelmühlen wie WIDU oder International University of Fundamental Studies (IFUS) die so interessante Titel wie PhD (International) und Grand PhD im Angebot haben, aber die englische Rechtsschreibung nicht im Griff haben.

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