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Artikel Tagged ‘Wahrsagen’

Cold Reading

4. Februar 2014 9 Kommentare

Unser Forist Gefährliche Bohnen hat kürzlich in einer Diskussion einem unserer „Kritiker“ zu erklären versucht, wie Wahrsagen funktioniert. Wir fanden die Erklärung so einleuchtend, dass wir sie hier einem größeren Publikum vorstellen wollen.

Egal ob Wahrsagen, Hand- oder Fußlesen oder was auch immer man sich an Körperteilen, Planetenkonstellationen etc. für die Deutung von Schicksalen, Charakteren oder Diagnosen aussuchen will – im Grunde funktioniert das so:

Man braucht dafür nur etwas Übung, gute Menschenkenntnis und auch eine gewisse Portion Chuzpe.
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Hexerei im 21. Jahrhundert: Mit Suchmaschinen zum Erfolg!

6. Mai 2012 3 Kommentare

Früher war die Wahrsagerei ein hartes Gewerbe. Man musste sich ernsthaft etwas einfallen lassen. Schon Oma Wetterwachs wusste, Pschikologie gehört zu den wichtigsten Fähigkeiten einer Hexe und wohl auch Wahrsagerin. Aber heutzutage, in unserer hochtechnisierten Welt, hat man als Hexe ganz andere Möglichkeiten.

Zwei „mächtige“ und berühmte Hexen in Rumänien haben gezeigt, wie es geht. Die Kunden waren von dem ausführlichen Wissen der beiden Hexen beeindruckt; mit unglaublicher Treffsicherheit wussten sie Dinge, die kein anderer wissen konnte.

Über das Internet haben sich die beiden Hellseherinnen einen Überblick über ihre Opfer verschafft, sie durch Suchmaschinen gejagt, ihre Onlineprofile gelesen und wenn es rentabel schien, die Leute auch mit versteckten Kameras und angezapften Telefonen überwacht. Mehr…

2011 – Das Jahr der Wahrsager

31. Dezember 2011 5 Kommentare

2011 war ein unglaublich erfolgreiches Jahr für Wahrsager. Einfach sensationell. Hier ein paar der Highlights aus der wunderbaren Welt ohne Schwerkraft:

Wie Harold Camping vorhergesagt hat, fand der Weltuntergang statt, und nicht nur einmal, nein: sogar zweimal! Ob er für nächstes Jahr auch wieder einen sieht oder ist ihm da zu viel Konkurrenz?

Die in den USA sehr bekannte „Psychic Nikki“ wußte ebenso zu glänzen. Terroristen haben Toronto angegriffen und die Themse vergiftet, Miami wurde von einem Hurrikan ausgelöscht und die Mona Lisa wurde gestohlen. Die Treffsicherheit treibt einem vor -äh Ehrfurcht fast die Tränen in die Augen.

Psychic Nikki wird sich jetzt auch ganz, ganz sicher bald der 1 Million Dollar Paranormal Challenge der James Randi Foundation stellen, hat sie zumindest CBC News gesagt! Und bei der Trefferquote ihrer Vorhersagen wird das sicher wahr werden …

Der amerikanische Wahrsager LaMont Hamilton hat auch einige atemberaubend treffsichere Voraussagen gelandet. Die Revolution in Kuba im Sommer, die vielen Terroranschläge auf Kreuzschiffe und auf den Eiffelturm und vor allem: „Debate over Creation Theory vs. Evolution will find both are partially right.“ Eine überzeugende Demonstration wahrhaft überragender mentaler Kräfte!

Sidney Friedman hat klar und deutlich vorhergesehen, dass Lady Gaga Dozentin an einer Universität wird, Craig und Jane Hamilton-Parker die furchtbare nukleare Katastrophe in Indien, die französische Astrologin Elisabeth Teissier hat Strauss-Kahn „ein geniales Jahr“ bescheinigt.

Die „Psychic Twins“ Terry und Linda Jamison haben vorhergesagt, dass Obama 2011(!) nicht wiedergewählt wird. Eine beachtliche Leistung.

Wenn man Alamongordo glauben darf, so liegt die Kirche 2011-2012 in ihren letzten Zügen, genau wie Papst Benedikt. Wie verläßlich Alamongordos Prophezeiungen sind, sieht man allein schon daran, dass er das verheerende Beben 2011 in der westlichen Hemisphäre gesehen hat.

 

Was dieses Jahr wieder alles passiert ist. Und keiner hat es gemerkt. Wenigstens gab es in dieser Parallelwelt kein Fukushima, aber auch keinen Arabischen Frühling …

Wer jetzt auf den Geschmack gekommen ist: mehr dazu findet man bei der GWUP und natürlich beim herrlichen Wahrsagercheck! Die verlinkten Seiten der Wahrsager haben aber auch einen enorm hohen Unterhaltungswert.

Und für 16 Uhr am 31. Dezember 2011 ist noch einmal Spannung zu erwarten. Vor 37 Jahren hat ein damals Fünfjähriger die Zerstörung des Bhumibol Damms in Thailand vorausgesagt, was dort dieser Tage fast panische Reaktionen ausgelöst hat. Die Spannung ist fast unerträglich: Wird Thailand morgen völlig zerstört werden?

Esoterische Sauereien

23. September 2011 20 Kommentare

Daniel dringt in Wilma ein. Unter geradezu obszönen Lautäußerungen. Bestens geeignet, einen von diesen Filmen zu synchronisieren, die natürlich noch nie jemand angeschaut hat.

Widerlich und pornographisch, dieser Bockmist, den Daniel Kreibich da sülzt. „Und die Macht des Diamanten der Ewigkeit ist in Dir!“ – Der „Diamant der Ewigkeit“ dürfte dieses Glasdings sein, mit welchem er da herumspielt, während er dreinschaut, als habe er ziemlich harten Stuhlgang.

Eine ganz normale Sendung auf „Astro TV„, bei der sich esoterikabhängige (meist mittelalte weibliche) Menschen telefonisch das Geld aus der Tasche ziehen lassen, in dem sie sich von irgendwelchen Schleimern derartigem Dummfug anhören und zum Teil dann hoch verschulden.

Screenshot Astro-TV-Shop. Der Sender Astro-TV hat auch den zum Prinzen Schaumschläger Schaumburg-Lippe zurechtadoptierten Juristen Mario-Helmut Wagner im Angebot. Der angebliche „I-Ching-Spezialist“ verscheuert Duftwässer (zum Preis von Luxusparfüms), die zum Beispiel reich machen sollen. Bei hundert Euro für 60 ml „Reichtum Royal Elixier“ vermuten wir, dass reich zu werden besser geht, wenn man spart. Vor allem sich sowas.

Die meisten der, äh, „Moderatoren“ der Billigstesoterik vermarkten über die Internetpräsenz des Senders fragwürdigen und vor allem teuren Schnickschnack. Bei Kreibich tauchen beispielsweise verschiedene „Diamanten“ mit irgendwelchen angeblichen Eigenschaften auf. Diese „Diamonds of Eternity“ entpuppen sich erst bei ganz genauem Blick auf die Produktbeschreibung als verschieden eingefärbte Gebilde aus popeligem Glas. Aber das macht nichts, denn diese als Diamanten angepriesenen Glasdinger wurden zuvor an einem Kraftort des Herrn Kreibich mit der Energie von Bermuda verbunden. Danach sind sie Medium. (Was passiert wohl, wenn man statt „Medium“ „Well done“ verlangt?)

Ansonsten bietet der Shop für das nötige Kleingeld, naja, eher Großgeld, alles, was man als Laien-Eso so benötigt. Kristallkugeln, Tarotkarten, Energiesteine, Kristallschädel. Zu vermuten ist, dass zumindest die Käufer_innen einen Schädel aus Kristall haben, denn hier wird noch nicht einmal viel geschwurbelt, um die angeblichen Wirkungen Krimskrams zu erklären.

Das „Engel-Set Glaube, Liebe, Hoffnung“ würde sicherlich sehr gut zu der „Essenz“ des Suppenanbeters Jürgen Fliege passen, denken wir. Der ehedem beste Freund der Fliege allerdings, Hellseher Winfried Noé, schafft auch bei der Firma Questico, dem Eso-Konzern. Zu welchem Astro-TV gehört. Und Noé hatte das Pech, nicht vorausgesehen zu haben, daß der Fliegenpfarrer ihm die Schnalle ausspannen würde. Nu is er sauer auf ihn.

Leider ist der Unterhaltungswert des Senders arg begrenzt. Die „Beratungen“ verbleiben in Allgemeinplätzen, und selbst der unterhaltsamste, weil bekloppteste Schauspieler Kreibich liefert unkreativ wenig Abwechslung, so dass seine Lächerlichkeit bald nur noch zum Weinen ist.

Will jemand ins Nachtcafe?

16. November 2010 4 Kommentare

Sehr geehrte Leserinnen und Leser des Esoterik-Watch-Forums,

ich bin Journalistin bei der SWR-Talksendung Nachtcafé. Aktuell bin ich bei einer Recherche, bei der es um Wahrsagerei, Horoskope, kurz: Zukunftsprognosen auf okkult-esoterischer Basis geht. Dazu suche ich jemanden, der bzw. die durch Wahrsagerei geschädigt wurde. Zum Beispiel eine Frau, die von den Horoskopen so abhängig wurde, dass sie sich ohne erneute Befragung der kostenpflichtigen Astro-Quelle morgens schon nicht mehr aus dem Haus traute. Es gibt ja Menschen, die der “höheren Macht” irgendwann so viel Raum geben, dass sie tatsächlich keine eigenen Entscheidungen mehr fällen können.
Zum anderen suchen wir auch jemanden, der bzw. die eine äußerst negative persönliche Prognose erhielt und damit schwer zu kämpfen hatte.

Vielleicht findet sich hier jemand, der an unserer Runde teilnehmen möchte?
Ich würde mich freuen, von Ihnen zu hören!

Herzliche Grüße,

Judith Wenk
Südwestrundfunk
Redaktion Nachtcafé
Judith.wenk@swr.de

Breitscheidstraße 8
70174 Stuttgart

Tel.: 0049-(0) 711-9291497
Fax: 0049-(0)711-929 1419

http://www.swr.de/nachtcafe

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Was kommt, das kommt.

21. März 2010 1 Kommentar

Ist doch wahr. Seit Jahrtausenden versuchen geschäftstüchtige Spinner, mit Hellseher– und Wahrsagerei den Leuten das Geld aus der Tasche zu zuppeln. Dienlich dazu sind Tiergedärme, Vogelflug, Kaffeesatz, Glaskugel, Gestirne, Tarotkarten und all solcher Schmu.

Doch was zieht jemanden zum Abzocker?

Warum sollten wir uns ansehen, was in der Zukunft kommt? Vorausgesetzt, es ginge, so würde dies doch nichts am Lauf der Dinge ändern. Was passieren wird, wird passieren. Dann können wir das auch gleich einfach auf uns zukommen lassen. Im Zweifelsfalle sieht die Zukunft, wie auch die Auguren, die man Wirtschaftswissenschaftler nennt (und die ihrerseits statt Kaffeesatz Statistiken auslesen), prophezeien, beschissen aus. Da liegt doch nichts näher, als die Zukunft daraus zu lesen, was sie ohnehin schon ist. Und die ganze Hellseherei auch. Nämlich aus Kot.

Auch wenn uns die Esoteriker noch so sehr weismachen möchten, dass es keinen Zufall gibt und dass wir unser gesamtes Leben selbst bestimmen könnten, es ist und bleibt ein Glaube. Die Zukunftsdeuter wären schließlich alle arbeitslos, würde es jeder so sehen wie wir. Nur, ist man wirklich glücklicher, zufriedener, erfolgreicher, etc., wenn man meint, man hätte alles in der eigenen Hand? Ist es wirklich so toll, sich selbst ständig zu täuschen und dauernd daran zu arbeiten, dass das auch eintreffen könnte, was man sich wünscht? Richtiges „Visionieren“ will ja gelernt sein, denn der Wunsch-Bullshit braucht eine korrekte Versendung ans Universum. Gott, wie anstrengend, ermüdend und letztlich immer enttäuschend.

Lebt man nicht wesentlich entspannter, wenn man die Dinge einfach auf sich zukommen lässt? Ist es nicht ein Aspekt einer gewissen Leichtigkeit zu wissen, dass man nicht alles ändern kann, und zudem auch ein Ansatz, der uns dazu bringt konfliktfähig zu werden?
Gegen eine optimistische Grundhaltung im Leben spricht gar nichts und die lässt sich sehr wohl und sehr gut ohne Glauben leben. Die Tatsache, dass man Probleme und Krisen akzeptiert, macht nicht schwach sondern stark und dafür sind Esoteriker mit Sicherheit einfach viel zu labil. Der Versuch aus der größten Scheiße immer noch das Beste zu machen ist auf jeden Fall lebenswerter als wenn man einer großen Illusion nachläuft. Diese Einstellung bietet zudem den Vorteil, dass man sich nicht ständig nur um sich selbst dreht, sondern auch einschreitet, wenn anderen Unrecht widerfährt. Die Akzeptanz des Zufalls ist die eigentliche Quelle, die uns motiviert, Dinge in der Gesellschaft verändern zu wollen, und wir tragen unseren Teil dazu bei, weil wir genau wissen, dass nichts passiert, wenn niemand etwas tut. Unsere Karmajünger sind dagegen mit sich selbst beschäftigt, denn sie glauben ernsthaft, dass automatisch eine bessere Welt entsteht, wenn sie ihre persönlichen Blockierungen lösen und sich dadurch ihr Energiefeld verändert. Also Eso-Jungs und Eso-Mädels, weiterhin gut Traum und seid bitte nicht verwundert, wenn es uns besser geht als euch.

„Nichts ohne meinen Wahrsager“ – Malkiel Rouven Dietrich

7. März 2010 15 Kommentare

Wir hatten über das Herzchen Malkiel Rouven Dietrich, den selbsternannten Wahrsager, schon mal vor längerer Zeit berichtet.  Es ist wirklich amüsant, wie bescheuert man sein muss, um seine „Dienste“ in Anspruch zu nehmen. Ganz großes Kino:

Malkiel Rouven Dietrich (Lestat) wurde die Kunst der Sterndeutung schon in die Wiege gelegt. Er besitzt eine vererbte übersinnliche Gabe. Seine Familie beschäftigt sich seit sieben Generationen mit der Astrologie. Es war seine Großmutter, die ihm in jungen Jahren die Grundlagen der klassischen Astrologie und des Wahrsagens vermittelt hat.

Malkiel Rouven Dietrich (Lestat) profiliert sich durch seine prognosestarke Astrologie sowie seine präzisen Aussagen. Dabei legt er besonderen Wert darauf, themenorientiert, einfühlsam und doch direkt zu beraten. Inzwischen gehört er zu den bekanntesten und beliebtesten Wahrsagern in Deutschland.

Bei seiner Arbeit konzentriert er sich nicht nur auf die Beratung von Klienten, sondern auch  auf die Ausbildung neuer Astrologen. Nicht nur private Klienten, sondern auch Geschäftsleute und Firmen suchen bei Malkiel Rouven Dietrich (Lestat) Rat.

Im Fernsehen moderiert Malkiel Rouven Dietrich (Lestat) seit Jahren regelmäßig Astrologiesendungen. Viele Prominente suchen regelmäßig Rat bei Malkiel Rouven Dietrich, denn erstklassige Beratung  auf höchstem Niveau erhalten Sie hier.

Die Séance
In einer Séance ist es möglich ihr ganzes Leben zu erfahren. Wichtig ist es, dass nicht nur Geburtsdaten zur Verfügung stehen, sondern auch Fotos von Personen, die nicht anwesend sind, mitgebracht werden. Malkiel Rouven Dietrich begibt sich in einen tranceartigen Zustand und teilt Ihnen die Botschaften exakt mit. Während dieser Trance ist es wichtig sich Notizen zu machen.

In den kleinen Pausen erklärt Malkiel Rouven Dietrich, dann die Bilder und kann gezielt in ihren Schicksalsstrom eintauchen. „Es gibt keine Schönrederei bei mir, ein roter Lebensfaden zieht sich durch und es ist auch gut zu wissen, wann man sich auf schwierige Situationen einstellen muss oder sich Krisen ankündigen. Ehrliche Beratung ist mein Credo. Wahrsagen ist eine Kunst und eine Gabe, die ich in den Dienst der Menschen stelle, um zu helfen. Diese Gabe ist kostbar und selten, jeder kann nur davon profitieren.“

Seher und Propheten bei Maischberger

6. Januar 2010 33 Kommentare

Die Sendung „Seher und Propheten: Geheimwissen oder fauler Zauber“ gestern in der ARD bei „Menschen bei Maischberger“ war wieder einmal der volle Brüller im öffentlich rechtlichen Fernsehen.

Das Video zur Sendung lässt sich jederzeit im Internet abrufen.

Und hier und hier wurde bereits darüber berichtet.

Für niemanden war zu übersehen, dass die eingeladenen Seherinnen Lilo von Kiesenwetter, Alexa Kriele und die Rumänin Viorica Winterling in all ihren prophetischen Äußerungen nur banalste Allgemeinplätze bedienten.

Amardeo Sarma, der Gründer der GWUP, teilte dem Publikum zwar mit, dass entsprechende Aussagen von Wahrsagern, selbst wenn sie zutreffen sollten, immer dem Zufallsprinzip unterliegen und dass man Treffer auf eine Analyse- und Beobachtungsgabe der Seher zurückführen könnte, dem so genannten „Cold Reading„, trotzdem blieb er jedoch bei einer wichtigen Frage eine Antwort schuldig.

Natürlich echauffierten sich die Damen darüber, dass all ihr Können so gar nichts Übersinnliches zu bieten haben solle und die sichtlich aufgeregte Lilo von Kiesenwetter konterte sofort, warum sie denn dann 1.000 Kunden hätte, die selbstverständlich nur immer wieder kämen, weil sie zufrieden sind. Herr Sarma hat leider versäumt den Zuschauern auch hier eine passende rationale Antwort zu präsentieren.

Die Neigung von Menschen, vage und allgemeingültige Aussagen über die eigene Person als zutreffende Beschreibung zu akzeptieren, unter dem psychologischen Fachbegriff „Barnum-Effekt“ bekannt, wurde in der gesamten Sendung nicht erwähnt. Wie ich finde, zum großen Bedauern aller Skeptiker, denn ohne den Effekt zu nennen, liefert man eben keine allumfassende rationale Erklärung.
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Klasse

20. Dezember 2009 7 Kommentare

Ein Gastbeitrag von Pianoman:

Medizin und Wahnsinn (109) Leiden der Hellseher
SZ vom 19.12.2009
Von Werner Bartens

Ärzten wird oft unterstellt, dass sie eindimensionale Einser-Abiturienten sind. Ein schlechtes Abitur macht aber noch keinen guten Arzt aus. Für Heilpraktiker und Heiler scheint hingegen ein abgebrochenes Studium oder die verkrachte Schullaufbahn (Auflehnung gegen Autoritäten!) ein Gütesiegel zu sein. Ein Unfall, ein Partner, der Reißaus genommen hat – das wird später oft zum wichtigen Wendepunkt verklärt – experimentelle Erfahrung mit halluzinogenen Pflanzenextrakten und Rechtschreibschwäche werden als weitere Risikofaktoren für die Entwicklung zum Heiler oder Heilpraktiker diskutiert.

Man fragt sich, warum Hellseher nie Lottogewinne abräumen – und warum Homöopathen noch nicht die eine Million Dollar kassiert haben, die als Preissumme auf den Wirkungsnachweis ausgeschrieben sind.