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Artikel Tagged ‘Gastbeitrag’

Die Waldorfschule und Andreas Molau, Aussteiger aus der rechtsextremen Szene

17. August 2012 18 Kommentare

Andreas Molau, ehemaliger NPD-Spitzenfunktionär und zuletzt für „pro NRW“ tätig,  ist aus der rechten Szene ausgestiegen. Offen bleibt die Frage, ob die „Freie Waldorfschule Braunschweig“, an der Molau von 1996 – 2004 Deutsch, Geschichte und Politik (sic !) unterrichtete, nichts von Molaus damaliger politischer Orientierung wissen konnte. Von Andreas Lichte.

Michael Mentzel schreibt am 2. August 2012 auf seiner anthroposophischen Website „Themen der Zeit“ über Andreas Molau:

„Ein bis zu seiner Entlassung im Jahre 2004 als Waldorflehrer tätiger Rechtsextremer, der nach Aussagen der damaligen Kollegen, Eltern und SchülerInnnen als guter Kumpel, aber nie als Rechtsextremer in Erscheinung getreten und infolgedessen auch nicht aufgefallen war.“

Ist es wirklich so einfach? Molau sagt in meinem 2009 bei „Publikative“ (damals noch „NPD-Blog.Info“) veröffentlichten Interview:

„(…) Lichte: Bis zu Ihrer Enttarnung arbeiteten Sie 8 Jahre lang an der Freien Waldorfschule Braunschweig? Mehr…

Anthroposophie und Nationalsozialismus: „Die Waldorfschulen erziehen zur Volksgemeinschaft“

30. Juli 2012 104 Kommentare

Die Anthroposophie hatte als konkurrierende Weltanschauung erbitterte Gegner innerhalb des nationalsozialistischen Machtapparats. Sie fand aber auch zahlreiche einflussreiche Förderer und Unterstützer, unter diesen am bekanntesten der „Stellvertreter des Führers“ Rudolf Heß. Was machte die anthroposophischen Angebote aus Sicht ihrer nationalsozialistischen Unterstützer attraktiv? Gibt es eine Kontinuität vom „Dritten Reich“ bis in die Gegenwart? Von Andreas Lichte.

Rudolf Heß, Unterstützer der Anthroposophie (rechts), mit Heinrich Himmler vor einem Modell des KZ Dachau, wo es einen biologisch-dynamischen Hof gab | Foto: Friedrich Franz Bauer, Deutsches Bundesarchiv. Lizenz: PD

Anthroposophen arbeiteten in allen für sie wichtigen Praxisfeldern mit nationalsozialistischen Organisationen zusammen, im Überblick: Mehr…

Harald Walach: Die Speerspitze der Aufklärung

17. Juli 2012 27 Kommentare

Nicht schon wieder Viadrina, Walach und Co, mag der geneigte Leser denken. Dachten wir eigentlich auch. Doch dann kam dieser schöne Gastbeitrag, um den es einfach zu schade wäre.

Harald Walach, leitender Professor im Institut für Transkulturelle Gesundheitswissenschaften (IntraG) an der Universität Viadrina (Frankfurt/Oder), von der eine Masterarbeit über Hellsehen (Kozyrev-Spiegel) in der Süddeutschen Zeitung mit dem Urteil „Völlige Entgleisung akademischer Qualitätsstandards“ quittiert wurde, bezeichnet sein Institut in einem Interview in der TAZ als „Speerspitze der Aufklärung“. Tatsächlich jedoch gab es einen Sturm der Entrüstung gegen Walach und sein Institut, was sich in den Suchergebnissen zu dem Thema in Medien und Blogosphäre niederschlägt.
Walach spricht in dem Interview über „bestimmte Segmente“ der kritischen Bloggerszene, die „aggressiv gegen uns gehetzt“ haben sowie von „postmoderne Inquisitoren“, die nur „eine … Definition von Wissenschaftlichkeit (mit) bestimmte(n) Inhalte(n) akzeptiert“. So würden „Komplementäre Medizin und Homöopathie, Spiritualität und Achtsamkeit … als nicht wissenschaftlich betrachtet“.
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Integrative Brandbekämpfung

3. Juni 2012 19 Kommentare

(Dies ist ein Gastbeitrag, den uns ein freundlicher Leser aus dem Englischen übersetzt und zur Verfügung gestellt hat. Das Original ist von David Weinberg von sciencebasedmedicine.org und hier zu finden).
 
Einen Wohnungsbrand zu erleben ist eine der bedrückendsten, erniedrigendsten Erfahrungen, die eine Familie erleben kann. Wie Krebs taucht das Feuer unerwartet auf und erfüllt die Opfer mit Furcht, Trauer und Hoffnungslosigkeit. Die westlichen Brandbekämpfungsmethoden entsprechen nicht den Bedürfnissen dieser Opfer. Niemand kennt ihr Haus besser als sie selbst, aber dennoch verfolgen die Schulfeuerwehrleute einen sehr paternalistischen Ansatz, halten sie vom Prozess der Entscheidungsfindung fern und lassen sie dann in dem Chaos zurück, das sie angerichtet haben. Im gleichen Sinne wie die integrative Onkologie glauben die Vertreter der integrativen Feuerbekämpfung, dass betroffene Familien, die Praktiker der konventionellen Feuerbekämpfung und die Vertreter alternativer feuerbekämpfender Philosophien als Team zusammenarbeiten sollten, um ihre gemeinsamen Ziele zu erreichen. Der integrative Ansatz eröffnet den Opfern Wahlmöglichkeiten und erweitert ihren Handlungsraum, indem er sie dazu befähigt, an ihrer eigenen Reise durch den Löschprozess teilzuhaben. Mehr…

Religionsschule Waldorfschule: Ein „Umkreisen Gottes“

6. Mai 2012 151 Kommentare

Heute mal wieder ein Gastbeitrag von Andreas Lichte. Der Artikel wurde bereits bei den Ruhrbaronen veröffentlicht.

Bei den Ruhrbaronen streitet man darüber, ob es an öffentlichen Schulen bekenntnisorientierten Religionsunterricht geben sollte. An den Waldorfschulen gibt es ihn – als Ablenkungsmanöver von der alles durchdringenden religiösen Prägung durch die Anthroposophie.
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Messias 2.0

3. Mai 2012 99 Kommentare

Heute bloggen wir einen uns freundlicherweise zur Verfügung gestellten Gastbeitrag von einer Werbeveranstaltung des Bruno-Gröning-Freundeskreises. Danke an Sigrid Herrmann-Marschall für diesen Bericht.

Ein Besuch beim Bruno Gröning Freundeskreis

Eines kann man der Bruno-Gröning-Sekte sicher nicht vorwerfen: Dass sie untätig wäre. Jeden Monat gibt es in Deutschland und auch einigen anderen Ländern „Informations-Vorträge“, die mit genügend zeitlichem Vorlauf auf deren Webseite einsehbar sind.
Die Veranstaltungen laufen unter dem verheißungsvollen Titel „Geistiges Heilen – medizinisch nachweisbar“ und werden oft auch durch Flyer etc. angekündigt. Auffällig ist, dass man sich dafür gern besonders seriöse Veranstaltungsorte und Adressen sucht. So werden von Privatpersonen Säle in Kliniken, an Unis, beim DRK, in Bürgerhäusern oder in gutbürgerlichen Lokalitäten gebucht. Informiert man die Vermieter, fallen diese meist aus allen Wolken, weil sie nicht ahnten, dass in ihren Räumen eine Heilssekte agieren möchte, die den guten Ruf des Ortes für ihre Zwecke nutzen will.

Stornieren informierte Vermieter die Buchung, ist man überaus flexibel. Ist eines der reisenden ärztlichen Aushängeschilder schon mal unterwegs, will man die Anwesenheit ausnutzen, um dem manchmal verzweifelten und meist medizinisch ungebildeten Publikum einen wissenschaftlichen Gehalt der reinen Glaubenslehre zu suggerieren. Mehr…

Techniker Krankenkasse lässt Versicherte für anthroposophische Pseudomedizin bezahlen

26. Dezember 2011 44 Kommentare

Dieser Artikel wurde am 17.12.2011 bereits bei den Ruhrbaronen veröffentlicht. Wir bedanken uns für die freundliche Möglichkeit zur Übernahme.

Rudolf Steiner um 1905
Rudolf Steiner um 1905 „Scharlatan und größenwahnsinniger Sektenführer“ (Quelle: Wikipedia)

Die „Techniker Krankenkasse“ (TK) will ab 1. Januar 2012 die Kosten für homöopathische, pflanzenheilkundliche und anthroposophische Medikamente erstatten. Gastautor Martin Ballaschk kommentiert die Entscheidung.
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Badische Zeitung und Rudolf Steiner: Bejubeln ja, Zitieren nein.

4. November 2011 8 Kommentare

Die Badische Zeitung feiert Rudolf Steiner und löscht Rudolf Steiner O-Ton: „Die weiße Rasse ist die zukünftige, ist die am Geiste schaffende Rasse“ ist Werbung für die Religion Anthroposophie.
Von unserem Gastautor Andreas Lichte. Artikel übernommen mit freundlicher Genehmigung der Ruhrbarone.

„Wer, wie, was – wieso, weshalb, warum – wer nicht fragt, bleibt dumm!“ ist Kinderkram.
Ein guter Journalist wie Thomas Loisl Mink, Autor der Badischen Zeitung, weiß einfach, welcher Autorität er ungeprüft glauben kann. Und Peter Sloterdijk ist so eine Autorität.

In seinem Bericht über die Podiumsdiskussion zur Eröffnung der Rudolf Steiner Ausstellung im Vitra Design Museum gibt Mink Fragmente von Sloterdijks Steiner-Lobpreisung wieder, ohne auch nur eine einzige Frage zu stellen. Worum es eigentlich geht, bleibt dem Leser unklar, sicher ist nur:

Rudolf Steiner ist ungeheuer bedeutend. Für die Kunst, und überhaupt …, Zitat Mink:

„Steiner sei jemand gewesen, dem es gelang, zeitgenössische Ideenspannungen wahrzunehmen, sagte Sloterdijk …“
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Die Geschichte vom Feuergott oder An den Grenzen der Rationalität

17. September 2011 23 Kommentare

Ein toller Gastbeitrag von einem unserer Blogleser. Besten Dank!

Vor langer, langer Zeit kamen einst zum ersten Mal nach der Jagd Menschen zusammen, um ihre Beute gemeinsam zu verzehren und Geschichten darüber auszutauschen, wie sie diese für sich erringen konnten. Aus einem Treffen wurden erst zwei, dann viele, und schließlich war es zu der Menschen liebster Zeitvertreib geworden, so beieinander zu sitzen. Aus Einzelpersonen wurden Paare, dann Jagdgruppen und schließlich Stämme, die allein durch das Gefühl der Gemeinsamkeit verbunden waren.
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Waldorfschule: Dr. Detlef Hardorp verkauft Rudolf Steiners Rassismus als Multikulti

12. September 2011 42 Kommentare

Steiner Rassen
Dr. Detlef Hardorp, bildungspolitischer Sprecher der Waldorfschulen in Berlin-Brandenburg, behauptet, dass sich Rudolf Steiner für eine multikulturelle Gesellschaft engagiert habe. Von unserem Gastautor Andreas Lichte.

Ausgerechnet an Rudolf Steiners berüchtigtem „Arbeitervortrag“ – „Vom Leben des Menschen und der Erde – Über das Wesen des Christentums“, GA 349, Dritter Vortrag, Dornach, 3. März 1923 – versucht Detlef Hardorp zu belegen, dass Rudolf Steiner kein Rassist sei.
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